Frage von GaToR-BN:Ich habe mir angewöhnt, dass ich den Ton für den Notfall doppelt aufzeichne, da ich alleine mit 3 Kameras unterwegs bin und meistens auch die Fragen stellen.
Eigentlich entscheide ich mich immer für das Lavalier Mikrofon (Saramonic 500 Pro Funk-Set) und nicht für das Richtmikro (SYNCO Richtmikrofon XLR, Shotgun Mikrofon Mic-D2 Kondensator), da es meistens zu viel Hall aufnimmt. Wobei es dafür ja auch Plugins für Resolve gibt.
Jetzt habe ich in einem Video von einem Tonexperten gehört, dass es eigentlich unnatürlich ist, wenn man ein Lavalier-Mikro so nah an der Person aufnimmt. Ist das so?
Hier mal beide Aufnahmen von einem Satz hintereinander geschnitten.
Audio-Test-Lav-Richt.wav
Was meint Ihr dazu?
Wo könnte ich ansetzen, um noch bessere Aufnahmen aufzunehmen?
Grüße, Martin
Antwort von Frank Glencairn:
Das Synco ist okay für draußen, aber in einem Raum - vor allem in einem nicht gedämmten - wäre ein Hypercardio die bessere Wahl.
Wo hast du das Lav denn fest gemacht?
Wir kleben das immer auf's Brustbein, das hat sich ganz gut bewährt.
Antwort von GaToR-BN:
"Frank Glencairn" hat geschrieben:
Das Synco ist okay für draußen, aber in einem Raum - vor allem in einem nicht gedämmten - wäre ein Hypercardio die bessere Wahl.
Wo hast du das Lav denn fest gemacht?
Wir kleben das immer auf's Brustbein, das hat sich ganz gut bewährt.
Das Mikro war am Kittel des Arztes. Kleben habe ich bisher vermieden.
Kann ein Hpercardio dann auch mit genug Abstand eingesetzt werden, damit es außerhalb des Bildes bleibt? Hast du einen konkreten Tipp?
Antwort von Axel:
GaToR-BN hat geschrieben:
"Frank Glencairn" hat geschrieben:
Das Synco ist okay für draußen, aber in einem Raum - vor allem in einem nicht gedämmten - wäre ein Hypercardio die bessere Wahl.
Wo hast du das Lav denn fest gemacht?
Wir kleben das immer auf's Brustbein, das hat sich ganz gut bewährt.
Das Mikro war am Kittel des Arztes. Kleben habe ich bisher vermieden.
Kann ein Hpercardio dann auch mit genug Abstand eingesetzt werden, damit es außerhalb des Bildes bleibt? Hast du einen konkreten Tipp?
Auch eine normale Niere ohne Richtrohr fängt Echo ein (sogar mehr), wenn der Abstand zu groß ist und quasi das Echo fast so laut wie die Stimme. Der Grund, warum „man“ mit Shotguns im Badezimmer nicht angelt ist, dass sich bei jeder Positionsänderung der Klang der Stimme stark ändert. In deinem Beispiel war das Lavalier besser.
Antwort von Frank Glencairn:
GaToR-BN hat geschrieben:
Hast du einen konkreten Tipp?
Ich hab ein Oktava und bin recht zufrieden damit.
Schau mal hier:
https://www.oktava-shop.com/Kleinmembra ... movie.html
Abstand natürlich immer so nah wie möglich - aber 50-70 cm sind okay. Wenn's mal ein bisschen mehr wird, ist das auch nicht das Ende der Welt.
Antwort von Axel:
Das Oktava hab ich mir vor einer Woche auch gekauft. Aber, wie gesagt, in einem halligen Raum musst du trotzdem nah genug ran.
Antwort von GaToR-BN:
"Frank Glencairn" hat geschrieben:
Ich hab ein Oktava und bin recht zufrieden damit.
Schau mal hier: https://www.oktava-shop.com/Kleinmembra ... movie.html
Danke. Das ist hilfreich. Das Sennheiser kostet ja über 1.500 Euronen.
Auf jeden Fall wieder was gelernt.
Antwort von Blackbox:
Ja, die Oktava haben trotz des in den letzten Jahrzehnten stark angehobenen Preises immer noch ein recht gutes Preis/Leistungsverhältnis.
Ob der Einsatz der oben vorgeschlagenen Kapsel für den Einsatzzweck (Interview indoor) den Diffusschall allerdings stärker ausblendet als ein einigermaßen gutes Richtrohr darf doch bezweifelt werden.
Klar, bei bewegten Quellen und/oder bewegtem Mikrofon (boom) färben Richtrohre deutlich stärker als die meisten Super/Hypernieren, aber bei statischer Situation (ohne Arzt der während des Interviews im Badezimmer herumläuft, sondern am Tisch im Sprechzimmer sitzt) spricht wenig Grundsätzliches dagegen auch indoor ein gut klingendes Richtrohr zu verwenden. Wenn dann der Diffusschall in Relation zum Nutzsignal weniger Höhen hat ist das je eher gut als dass es stört.
Wie gut das vom TE verwendete Richtrohr ist kann ich nicht beurteilen, aber die 'BilligHeimer' aus China haben sich ja in den letzten Jahren sehr deutlich verbessert, so dass abseits des 'amtlichen' nicht mehr automatisch mit der Nase gerümpft werden sollte.
Wenn keine markenbewußten Kunden da sind (WAAAS? Keine Arri???) zählt der Sound eines Mikros, nicht das Markenimage.
War bei Oktava auch lange so. Hab die Teile seit den 90ern schon häufiger im Einsatz gehabt (damals gabs noch direkt aus St.Petersburg 2x sauber gepairte 3-Kapsel-Sets, also 2x2 Mikros mit zusammen 12 Kapseln) für umgerechnet ca. 500€, was heute ca. das 3-fache kostet. Der Einsatz rief dmals manchmal etwas Stirnrunzeln hervor und es war nicht verkehrt quasi zur Beruhigung ein paar Neumänner, MKH's usw. dabei zu haben, damit klar war, dass der Einsatz der damals noch ziemlich unbekannten 'Billigheimer' nicht bloß mangels Alternative geschieht.
Heute ist das mit den China-Mics ja eine ähnliche Situation, wobei mE die Unterschiede zu den 'Amtlichen' größer sind als zB bei den mittlerweile etabierten/akzeptierten Oktava zur etablierten Konkurrenz.
Die Schwächen der Oktavas sollte man allerdings auch kennen (u.a. Färbung off-axis, nach heutigen Maßstäben etwas hohes Rauchen bei relativ niedriger Ausgangsspannung, ein klein wenig höhere Ausgangsimpedanz, bildet Stimmen oft ein wenig 'sonorer' ab als die linearere Konkurrenz).
Das Problem von Färbung des Diffusschalls bei Bewegung ist bei der Umstellung von Richtrohr auf Oktava-Hyperniere nicht weg, sondern nur reduziert. Weg ist es bei MKH-50, Schoeps 41er usw., was dann aber auch entsprechend deutlich mehr kostet.
Wenn der TE ein knappes Budget hat würd ich ihm vorschlagen das Oktava mit Rückgabemöglichkeit zu kaufen und im praxisgerechten Setting gegen das eigene Richtrohr antreten zu lassen.
Ansonsten ist ne etwas breitere Auswahlmöglichkeit bei den eigenen Mikros immer eine gute Idee.
Ob die Oktava künftig wohl noch zur Verfügung stehen?
Bei Thomann draußen, bei etlichen anderen wohl auch nicht mehr im Programm?
Evtl. müssen Einwohner von Ländern des 'NATO-Blocks' ins Ausland reisen und die Teile dann in ihr NATO-Land zurückschmuggeln?
Fallen die Oktava tatsächlich unter Sanktioinsregeln, muss Oktava jetzt Kriegsdrohnen bauen, oder woran liegt das gegenwärtige sehr gehäuft autretende
'sold out'?
Auch bei oktava-shop.com ist vieles nicht mehr erhältlich.
Oder ist das ein nur momentaner Lieferengpass?
@Axel
Wo hast Du denn Dein Exemplar besorgen können?
Antwort von rob:
***von admin nach offtopic verschoben ***
Antwort von rush:
@rob: Wieso wurde meine Nachricht zum Avantone Ck-1 gelöscht? Sie enthielt keinerlei politischen Content, fiel nur leider genau in den Beginn der Diskussion. Schade.
Antwort von Skeptiker:
Axel hat geschrieben:
Das Oktava hab ich mir vor einer Woche auch gekauft. Aber, wie gesagt, in einem halligen Raum musst du trotzdem nah genug ran.
Die Software-Enthaller werden allerdings auch immer besser.
Antwort von rob:
rush hat geschrieben:
@rob: Wieso wurde meine Nachricht zum Avantone Ck-1 gelöscht? Sie enthielt keinerlei politischen Content, fiel nur leider genau in den Beginn der Diskussion. Schade.
Hallo Rush,
ja sorry, dein Post war leider durch die Polit-Diskussion eingerahmt und ist daher mit verschoben worden.
Leider fehlt uns manchmal die Zeit, einzelne Posts herauszuselektieren - ich hoffe auf dein Verständnis.
Viele Grüße
Rob/
slashCam
Antwort von GaToR-BN:
Skeptiker hat geschrieben:
Axel hat geschrieben:
Das Oktava hab ich mir vor einer Woche auch gekauft. Aber, wie gesagt, in einem halligen Raum musst du trotzdem nah genug ran.
Die Software-Enthaller werden allerdings auch immer besser.
Wie war der Name es Plugins für Resolve?
Hat dazu jemand die Möglichkeit mein Beispiel mal durchzujagen?
PS:
https://www.accentize.com/deroom/ (49 $)
Antwort von rush:
Waves hat auch sowas im Portfolio... "Waves Clarity Vx DeReverb". Kostet so um $30.
Clarity Vx (ohne DeReverb) gab es im übrigen schon ein Weilchen bevor Apple und Blackmagic Stimmenisolation und Co integrierten.
Bin zwar kein großer Fan der Waves Geschichten und Dauer Sales - aber ein paar selektierte Plugins von denen sind durchaus ziemlich brauchbar und gut.
Da mein Beitrag zum Avantone CK-1 leider der obigen "Löschroutine" zum Opfer gefallen ist auch dahingehend nochmal die Nachfrage weil es sich sowohl von den Features (Wechselkapsel) her sowie technischen Daten relativ vergleichbar zum Oktava aufstellt und dabei preislich nochmals attraktiver sowie global verfügbar ist.
Hatte das CK-1 von Avantone schonmal jemand in den Händen / hörbar auf den Ohren? Habe durchaus das ein oder andere Mal damit geliebäugelt aber benötige es eigentlich nicht wirklich - wäre eher so ein "nice to have" oder als Alternative mitlaufendes Mic an einem Rekorder oder zusätzlichen Input am Interface...
Antwort von Frank Glencairn:
GaToR-BN hat geschrieben:
Hat dazu jemand die Möglichkeit mein Beispiel mal durchzujagen?
Bitteschön:
Resolve Voice Isolation > DeRoom Pro 2 > Era6 Reverb Remover > RX Repair Assistant > dx Revive Pro
Timeline 1.wav
Antwort von GaToR-BN:
"Frank Glencairn" hat geschrieben:
Bitteschön:
Resolve Voice Isolation > DeRoom Pro 2 > Era6 Reverb Remover > RX Repair Assistant > dx Revive Pro
Hey Frank, wow - vielen Dank.
Das ist ja gleich ein Praxistest von ganz verschiedenen Systemen. Für mich hört sich "dx Devive Pro" in dem Beispiel am besten an. Interessant, dass das der gleiche Anbieter ist, wie von DeRoom.
https://www.accentize.com/dxrevive/ (99 $)
Dann ist tatsächlich die Frage, wie KI in Zukunft schlechtere Aufnahmbedingungen korrigieren kann.
Wäre toll, wenn Resolve hier direkt auch aktiv werden würde. Ich würde tatsächlich aber eher das Mikro kaufen, damit die Basis besser wird.
Danke für die Unterstützung von dir/euch und für die Trennung vom Off-Topic-Zweig durch die Moderation.
Antwort von Skeptiker:
GaToR-BN hat geschrieben:
... Für mich hört sich "dx Devive Pro" in dem Beispiel am besten an. Interessant, dass das der gleiche Anbieter ist, wie von DeRoom. ...
Für mich auch.
DeRoom fällt im Vergleich dazu ab - ist zwar auch gut, aber hat immer noch die leichte Muffigkeit von etwas zu aggressivem Ton-Entrauschen (gilt auch für
RX Repair Assistant in diesem Beipsiel). Und die übrigen Bewerber schaffen es nicht, den Hallanteil und die entsprechende Stimmverfärbung ganz zu entfernen und die Stimme akustisch ebenso überzeugend in die Nähe zu holen.
Tks @FG für den interessanten Vergleich!
Antwort von GaToR-BN:
Eine Rückfrage von mir:
Die Empfehlung von Frank ist also das Oktava 012 mit Hypernierenkapsel (also nicht das Normale).
Hier gibt es einen Vergleich mit beiden Kapseln und die Hyperniere scheint mir besser zu klingen - muss das aber noch mal mit richtigen Kopfhörern testen.
https://www.youtube.com/watch?v=TBv_-f9JmL4
Antwort von Blackbox:
Da für Deinen Anwendungszweck Nieren eher nicht die richtige Wahl sind, macht eher ein Vergleich zwischen unterschiedlichen Supernieren bzw. Hypernieren Sinn. Unterschiede zwischen Super- und Hyperniere sind mE weitgehend zu vernachlässigen und oft auch eher theoretisch als praktisch/klanglich vorhanden.
Nieren würd ich aber für Deinen Bedarf definitiv außen vor lassen.
Evtl. auch kleinere Richtrohre wie zB. das 600er von Sennheiser o.ä. in die engere Wahl nehmen?
Bei den 'amtlichen' Supernieren wird's leider schnell relativ teuer. Die üblicherweise verwendeten sind vor allem MKH-50 und Schoeps 41er (beide etwas über 1500€). Kingen beide hervorragend.
Die Neumann Hyperniere gibts für die Hälfte, ist im Filmtonbereich sehr selten - wenn überhaupt - anzutreffen. Hatte ich noch nie in Gebrauch, dürften aber ähnliches Niveau wie die 140er/184er haben und sind insofern auch für Interviewsituationen mutmaßlich gut einsetzbar.
Insgesamt ist die Auswahl im preislich gesehen unteren Mittelfeld, bedingt durch den spezielleren Einsatzbereich, leider deutlich geringer als bei Nieren.
Antwort von Pianist:
Da hier von MKH 50 und MK 41 die Rede war: hat jemand Erfahrung mit dem Mini-CMIT?
Wenn man schon ein MKH 50, ein MKH 8060, ein MKH 416 und ein MK 41 hat, bekommt man mit einem Mini-CMIT eigentlich nichts, was man nicht schon hat, oder?
Matthias
Antwort von Blackbox:
Weiss nicht, kann da nicht mit Erfahrungen dienen, da ich (leider?) kein cmit in Besitz oder Gebrauch habe.
Neige eh zum Mikro-Messi Syndrom, und ein 5.Richtrohr kommt nicht in Frage.
Antwort von Pianist:
Ja, kenne ich, habe in diesem Jahr vor allem im Großmembranbereich zugeschlagen...
Matthias
Antwort von pillepalle:
Weil sie noch nicht erwähnt wurden... bei den Supernieren schwöre ich ja immer noch auf meine Gefell M310er. Haben mir über die Jahre wirklich gute Dienste geleistet und bin immer noch super zufrieden mit ihnen. Mit 850,-€ immer noch etwas günstiger als die Modelle von Sennheiser oder Schoeps, aber meiner Meinung nach nicht schlechter. Sie haben vielleicht etwas mehr Low-End als manch andere Superniere und klingen in den Höhen nicht spitz. Genau das mag ich an ihnen. Es gibt auch mittlerweile eine kleinere Modulare Variante, die allerdings auch einiges teurer ist.
https://www.microtechgefell.de/mikrofon ... M310#start
VG
Antwort von Pianist:
Lustigerweise habe ich ein ganzes Arsenal an Großmembranmikrofonen aus Gefell, aber mich mit deren Kleinmembranmikrofonen nie beschäftigt, da ich etliche KM 184 und diverse Richtrohre habe. Früher haben die sogar Richtrohre gebaut, damit dann aber nach der Wende aufgehört. Im Firmenmuseum sind welche in der Vitrine ausgestellt. Die neue modulare Serie kann ich noch nicht einschätzen, bin mir aber nicht sicher, ob es so eine gute Idee ist, da den vergleichbaren Systemen aus Wedemark und Karlsruhe Konkurrenz zu machen.
Im Großmembran-Bereich lasse ich für ein Gefell übrigens jedes Neumann stehen. Ich produziere gerade einen Vergleichsfilm mit 23 Mikrofonen, und das klangliche Ergebnis ist da wirklich mal wieder total eindeutig, auch wenn ich das im Video nicht bewerte.
Matthias
Antwort von Blackbox:
Ja, Ost-West Gegensätze bestehen immer noch in etlichen Bereichen. Meist wohl sehr zu Unrecht.
Hab selbst nur nen orangefarbenen Mixer (Teig kneten und so...) aus der DDR vom Flohmarkt ergattern können.
Läuft und läuft und läuft und läuft und läuft ...
Antwort von rush:
Das könnte man in Hinblick auf das Preisgefälle von günstig nach teuer bei manchen Produkten durchaus auch festhalten.
Für einige ist ja der Preis und oder die Marke ein extrem wichtiger Indikator für (vermeintliche) Qualität. Wenn man sich jedoch davon freimacht, erweitert man das Spektrum ungemein und findet auch häufig kompetative Alternativen die sich vor den Produkten mit bekannten Markenaufkleber nicht verstecken müssen.
Antwort von Pianist:
Wobei gerade im Tonbereich viele Weltklasse-Hersteller in Ostdeutschland sitzen. Nicht nur Microtech Gefell, sondern auch Musikelektronik Geithain, Deubner Hoffmann Digital in Leipzig und Stagetec in Berlin. Also tonmäßig könnte man komplette Funkhäuser ausrüsten.
Matthias
Antwort von Blackbox:
Off-topic
Ja.
Traditionell hat die DDR ja auch einen Haltbarkeitsvorteil gehabt.Siehe die mehrfach so lange haltbaren Glühbirnen, während es im Westen immer noch das 'Phoebus-Kartell' gab. Auch nachdem das aufgeflogen und verboten wurde wiesen die West-Glühbirnen künstlich verkürzte Lebensdauern auf (Osram und Co.), bis in die Zeit der Abschaffung hinein.
Ist auch irgendwie logisch, da es nur im Kapitalismus überhaupt Sinn macht, bzw. es zu den Notwendigkeiten des Kapitalismus gehört, Produkte künstlich in ihrer Haltbarkeit zu verkürzen (von teuren Nischen mit regulärer Haltbarkeit, wo sich dann die Renditen über den entsprechend erhöhten Preis realisieren mal abgesehen).
Antwort von dienstag_01:
Blackbox hat geschrieben:
Off-topic
Ja.
Traditionell hat die DDR ja auch einen Haltbarkeitsvorteil gehabt.Siehe die mehrfach so lange haltbaren Glühbirnen, während es im Westen immer noch das 'Phoebus-Kartell' gab. Auch nachdem das aufgeflogen und verboten wurde wiesen die West-Glühbirnen künstlich verkürzte Lebensdauern auf (Osram und Co.), bis in die Zeit der Abschaffung hinein.
Ist auch irgendwie logisch, da es nur im Kapitalismus überhaupt Sinn macht, bzw. es zu den Notwendigkeiten des Kapitalismus gehört, Produkte künstlich in ihrer Haltbarkeit zu verkürzen (von teuren Nischen mit regulärer Haltbarkeit, wo sich dann die Renditen über den entsprechend erhöhten Preis realisieren mal abgesehen).
Nur das im Osten die Qualität vieler einheimischer Produkte nicht sonderlich geschätzt wurde, auch nicht die Haltbarkeit. Vielleicht nicht immer zurecht, aber meistens.
Musst du deine Theorie vielleicht nochmal überarbeiten ;)
Antwort von pillepalle:
Der Glühbirnenvergleich hinkt natürlich ein wenig, weil der Mikrofonmarkt ein sehr spezieller ist. Zumindest hochwertige Mikrofone sind ein Nischenmarkt und selbst die renomiertesten Unternehmen in dem Bereich sind kleine bis mittelständische Unternehmen. Bei Schoeps arbeiten 45 Mitarbeiter. Bei Gefell werden es nicht mehr sein. Neumann wurde ja mittlerweile von Sennheiser aufgekauft, aber wenn man nur die Mikrofonsparte von Neumann betrachten würde, wären es vermutlich auch nicht so viel mehr. DPA hat 156 Mitarbeiter, usw...
Die werden meist noch in Handarbeit in geringen Stückzahlen hergestellt und es werden dabei geringe Fertigungstoleranzen eingehalten. Das ist natürlich teurer als sie in Fernost herstellen zu lassen, wo die Manpower günstiger ist, aber auch vieles automatisiert ist. Und wo auch mit ganz anderen Toleranzen gearbeitet wird. Da kann man mal ein gutes Exemplar erwischen, aber eben auch ein schlechtes. Präzise techische Daten zu den Produkten sind ja meist gar nicht vorhanden. Service sowieso nicht. Ist doch klar das die Einen so viel günstiger sind. Und wem 80% oder 90% reichen, bzw. die Unterschiede gar nicht bemerkt, der kauft eben ein günstiges.
Der Markenname/Renommee spielt sicher auch eine gewisse Rolle, aber den muss man sich auch erstmal verdienen. Das ist nichts was vom Himmel fällt. Es gibt also einen Grund, warum ein Schoeps, DPA, Sennheiser oder Neumann teurer ist. Die bauen in der Regel sehr gute Mikrofone. Und wenn man sich die Reputation am Ende mit 10% oder 20% extra bezahlen lassen würde, wäre das sogar legitim. Denn es ist ja am Ende ein Qualitätsversprechen. Und da wird sich jeder Hersteller gut überlegen es durch schlechte und überteuerte Produkte auf's Spiel zu setzen. Den 'guten Ruf' kann man auch schnell wieder verlieren. Das kennt vermutlich jeder Selbstständige. Du kannst 100 gute Jobs machen und kaum jemand redet drüber. Aber wenn du einen schlechten machst, dann ist der Kunde unzufrieden und morgen weg :)
VG
Antwort von Blackbox:
noch mehr off topic:
@dienstag_01
Bin mir in der Tat nicht sicher, ob die DDR Bevölkerung wirklich - nach Anfangseuphorie - auf Dauer mit den Osram Glühbirnen des goldenen Bananen-Westens zufrieden gewesen wäre und ihre 2500 Std. Glühbirnen gegen die Phoebus-Osram Birnen mit max. 1000 Std. Haltbarkeit eingetauscht hätten.
Aber Du hast Recht, da mag ich mich aber auch irren.
Im Einigungstaumel ist das vermutlich auch von Vielen als Fortschritt empfunden worden (kann ich nicht wirklich beurteilen, da 'Westler')?
Das positive Image des 'make america great'-Kapitalismus ist ja ungeachtet des immer desaströseren Zustandes des Planeten mit Plastikflut in der gesamten Ökosphäre, Artensterben, Bodendegradierung, Meeresdegradierung, steigender Eintrag von hunderttausenden toxischen Chemikalien in die Biosphäre, Perspektive von 4-6° wärmeren Planeten (was u.U. erstaunlich schnell das Ende weiter Teile der Säugetierpopulation incl. homo-sapiens bedeuten würde), um mal nur einige wenige der kritischen Kippelemente aufzuführen, weitgehend ungebrochen.
Gut möglich, dass das auch so bleibt, die Produktzyklen sich weiter verkürzen, immer mehr Plunder in immer höherer Schlagzahl produziert und konsumiert werden wird, die Plastikberge in Meer und auf Land beständig weiter wachsen, Migrationskriege zum neuen Normal werden, die soziale Kluft diejenige des 'Manchester Kapitalismus' noch deutlich übersteigen wird, 10Mrd. Menschen 15Mrd. autonome Autos durch die Gegend fahren lassen, undsoweiter.
Wir alle hier im Forum werden das Ende dieser Erfolgsgeschichte nicht erleben, aber für die demnächst Geborenen werden m.E. sehr sehr harte Zeiten anbrechen.
Noch ist ein Teil der Geschichte von den gegenwärtig lebenden Generationen formbar, aber wohl nicht mehr lange (->Kipppunkte).
Antwort von Blackbox:
off topic
@Pillepalle
Ja, sehe ich genauso.
Die meisten Teile hab ich aus guten Gründen von Firmen wie Sennheiser, AKG, RME, SPL, Neumann, usw.
Wenn überhaupt mal was ist, kannst Du kurz anrufen und das Problem wird bearbeitet, statt abgewimmelt zu werden.
Hatte letztens noch n Problem mit Channel-One von SPL, da wurd ich direkt ohne Warteschleife zum zuständigen Techniker verbunden, der sich die Zeit genommen hat mir hinreichend genau zu erklären, wie ich das DIY mit Neujustierung eines Trimmers lösen konnte.
Sennheiser hat mir für ne Uralt Dialog-Tonangel zwar kein Ersatzteil mehr liefern können, aber per mail nen Link zu nem aktuellen ebay-Auktionsangebot für's passende Ersatzteil rausgesucht !!!
C-414B-ULS kriegte ich mal mit neuem Messprotokoll und ausgetauschter Platine zu wirklich vertretbaren Kosten incl der alten Platine zurück, etc.
Also ja, auch im Kapitalismus ist halt nicht ALLES schlecht ;-)
Dennoch lässt sich in größerem Kontext das Glühbirnen Beispiel recht gut als 'pars pro toto' nehmen.
Dass der historische rein planwirtschlaftiche Real-'Sozialismus' keine zukunftsweisende Alternative ist?
-> d'accord
Antwort von pillepalle:
Es ist zumindest nachhaltiger sich ein gutes Produkt zu kaufen und es ein Leben lang zu nutzen und reparieren zu lassen, als 10 zum gleichen Preis zu kaufen, die man nach und nach wegwirft :)
VG
Antwort von Darth Schneider:
Das ist gerade bei Mikrofonen doch relativ, ich hab vor ein paar Wochen das Original Rode VideoMic verkauft, funktionierte auch nach weit über 10 Jahren noch und sah aus wie neu….
Und behaupte mal frech, das ich nicht glaube das ein teures Sennheiser, Neumann oder Schoeps länger hält als ein 200 € Rode NTG2 oder ein SYNCO D2 …
Wenn dann würde ich das nur auf den Sound beziehen, die teuren tönen einfach besser..;))
Gruss Boris
Antwort von Frank Glencairn:
pillepalle hat geschrieben:
Es ist zumindest nachhaltiger sich ein gutes Produkt zu kaufen und es ein Leben lang zu nutzen und reparieren zu lassen, als 10 zum gleichen Preis zu kaufen, die man nach und nach wegwirft :)
Das sehe ich auch so.
Abgesehen von dem Zeug, daß ich beruflich brauche, besitze (und kaufe) ich privat kaum etwas, daß nicht mindestens 60 -100 Jahre alt ist.
Was natürlich auch bedeutet, daß ich so gut wie noch nie etwas neues gekauft habe.
Mein Kühlschrank ist z.B. von 1954, und arbeitet immer noch so zuverlässig wie am ersten Tag. Den hab ich vor 30 Jahren gekauft, und mit ein bisschen Glück muß ich in einem Leben nie wieder einen kaufen bis ich in die Grube fahre.
Das meiste, was ich besitze hab ich schon Jahrzehnte, zusätzliches kaufe ich eigentlich kaum - irgendwann hat man ja auch alles. Für die meisten Märkte bin ich also schon lange nicht mehr erreichbar.
Und ja, das ist natürlich extrem und nix für jeden, und selbstverständlich hat das hauptsächlich mit meinem Geschmack zu tun´und nicht mit dem Wunsch die Welt zu retten. Ich bin also eher unfreiwillig nachhaltig ;D
Außerdem hab ich ein Faible dafür, wenn Sachen mit mir altern, und man denen das - genau wie mir - auch ruhig ansehen darf. Quasi meine persönliche Form der japanischen Wabi-Sabi-Philosophie, die die Schönheit im Vergänglichen, Alten oder Fehlerhaften sieht.
Antwort von rush:
pillepalle hat geschrieben:
Es ist zumindest nachhaltiger sich ein gutes Produkt zu kaufen und es ein Leben lang zu nutzen
Das ist aber jetzt auch etwas einseitig betrachtet.
Wer sagt denn das du ein günstigeres Mikrofon nicht auch über mehrere Dekaden hinweg nutzen kannst?
Das suggeriert ja jetzt allein deine Haltung zu Qualität/Marken das ein erschwingliches Produkt per se kaputt gehen wird oder Probleme machen muss - was jedoch eher eine steile These als effektiv belegbar ist.
Ich verstehe deine Denke dahinter durchaus und sicherlich wird der Anspruch kleinerer Manufakturen im Bereich Qualitätskontrolle und Langlebigkeit etwas besser ausfallen was dann in den höheren Preisen resultiert.
Dennoch würde ich nicht mitgehen das deswegen "günstigere" Produkte per se nicht auch einen ähnlich langen Lebenszyklus haben können.
Ich habe auch das ein oder andere solide Sennheiser hier rumliegen, nutze aber auch Marken die weniger bekannt oder etabliert sind und würde denen nun nicht unbedingt schlechte Qualität oder eklatante Probleme attestieren.
Auch im Hochpreissegment der Markenhersteller kann man gewiss mal ins Klo greifen...
Ansonsten finde ich Nachhaltigkeit aber selbstverständlich klasse - also wenn man Produkte möglichst lange nutzen kann. Nur geht das oft eben auch ohne "Markenaufkleber.
Letzten Endes driftet der Thread aber ein wenig ab wenn man den Ausgangstitel betrachtet - dort ging es ja eher um 2 so genannte "Billigheimer" die demnach schon bald kaputtgehen ;-)
Antwort von Darth Schneider:
Ich finde ja nachhaltig, nicht jeden Mist kaufen und alte Dinge auch cool.
Aber ein Kühlschrank von 1960 braucht viel mehr Storm als die modernen….
Gruss Boris
Antwort von Frank Glencairn:
"Darth Schneider" hat geschrieben:
Aber ein Kühlschrank von 1960 braucht viel mehr Storm als die modernen….
Is mir egal - das macht den Kohl auch nicht mehr fett.
Außerdem ist der Unterschied eher marginal - ich hab's mal getestet, kostet mich 3,52 im Monat mehr.
Wenn ich denke was andere alle paar Jahre für einen neuen Kühlschrank ausgeben - do the math.
Antwort von Darth Schneider:
Nun ja, wir wohnten in einer Mietwohnung, und bei uns in der Schweiz ist das dann so das den Kühlschrank und die anderen Küchengeräte der Vermieter bezahlen muss.
Ein Kühlschrank hält heute so 20/25 Jahre, das ist nachhaltig genug…
Gruss Boris
Antwort von pillepalle:
rush hat geschrieben:
Das ist aber jetzt auch etwas einseitig betrachtet.
Wer sagt denn das du ein günstigeres Mikrofon nicht auch über mehrere Dekaden hinweg nutzen kannst?
Natürlich ist dass eher eine prinzipielle Entscheidung und zu jeder Beobachtung gibt es Ausnahmen. Und manchmal halten auch günstige Dinge lange. Aber es hat schon einen Grund warum Darth sein Mikro nach 10 Jahren verkauft hat. Entweder es fristrete jahrelang ein Dasein in der Schublade und wurde mangels Nutzung verkauft (dann ist es auch nicht verwunderlich das es 10 Jahre lang gehalten hat), oder er fand es aus irgendeinem Grund nicht mehr gut und wollte sich etwas 'Besseres' kaufen. In beiden Fällen spricht das aber nicht unbedingt für das Mikro. Natürlich kann es auch einen anderen Grund gehabt haben, aber oft kauft man eben zweimal, wenn man billig kauft. Zumindest, wenn man es wirklich nutzt.
Und reparieren ist bei den günstigen Mikros ja ohnehin keine Option. Also selbst wenn sie theoretisch genauso gut gefertigt sind, hat man dadurch eine höhere Wahrscheinlichkeit irgendwann ein neues kaufen zu müssen. Es geht also vom Prinzip eher um die Diskussion ein Wegwerfrodukt zu kaufen, oder eines das man reparieren/warten lassen kann.
Das ist ja bei vielen Dingen die man günstig kaufen kann der Fall (nicht nur Mikros). Ich nutze z.B. immer noch meinen in die Jahre gekommenen DJI Ronin S. Da bekomme ich mittlerweile aber natürlich kaum noch Zubehör, geschweige denn Ersatzteile für. Und reparieren werde ich ihn auch nicht können. Mir ist irgendwann der Joystick am Gimbal abgebrochen und ich nutze ihn noch so weiter, aber eben mehr Schlecht als Recht. Ich werde mir also zwangsweise irgendwann einen neuen Gimbal kaufen müssen, weil es gar keine Option zur Reparatur gibt.
Man muss kein Genie sein um diesen Trend zu beobachten. Vieles wird günstig und für Jedermann erschwinglich, aber eben auch kurzlebiger. Und dann kann man sich überlegen das 5 Euro T-Shirt zu kaufen, das schief genäht ist und bei dem sich die Nähte nach der dritten Wäsche in Wohlgefallen auflösen. Oder eben nicht.
VG
Antwort von Darth Schneider:
Ich hatte ja schon einige Mikros. 2 von Sony, die 20 Jahre funktionierten, (benutzt hab ich die so 10 Jahre. 2 Sennheiser, ( eins davon war so lang (60cm) das ich es so gut wie gar nie benutzt hatte. (war ein gebrauchtes Geschenk). Also hab ich das Teil verkauft.
Dann noch ein 700 Piepen Sennheiser Richtrohr ( das übrigens einzige Mik was mir jemals kaputt gegangen ist) Reparatur war mir zu teuer, darum hatte ich das Mik auch verkauft.
Und aktuell nutze ich 3 Miks von Rode, eins davon Wireless. Und bin zufrieden damit.
Dann habe ich noch ein Gesangs Mik, ein Shure Klassiker….
So macht halt jeder ganz andere Erfahrungen.
Gruss Boris
Antwort von Pianist:
Mal so am Rande: Für meinen Vergleichsfilm hatte ich mir ein TLM 103 geliehen, über 20 Jahre alt. Das klang richtig gut, absolut benutzbar. Heutige TLM 103 sind für Sprachaufnahmen wahnsinnig nervig. Also manchmal sind alte Sachen sogar besser.
Man denke an die heutigen Preise für K35-Objektive...
Matthias
Antwort von pillepalle:
@ Darth
Ich habe ja nichts gegen Rode gesagt. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass du ein Rode nicht so einfach reparieren lassen kannst. Dafür ist es nicht gebaut und das ganze Geschäftsprinzip von Rode ist nicht darauf ausgelegt.
VG
Antwort von Darth Schneider:
Stimmt natürlich, aber das eine Rode hat 50€ gekostet, das andere 200…
Und das Wireless Pro kann man wahrscheinlich eh nicht reparieren.
Aber du hast schon recht, Wegwerf Gesellschaft ist sicher nicht positiv.
Andererseits früher gab es nur die teuren Miks, und sonst so gut wie gar nix gescheites zum filmen….
Und Rode ist wenigstens nicht Made in China.
Gruss Boris
Antwort von pillepalle:
Ja. Das ist nun mal der Lauf der Dinge. Den werde ich auch mit dem Kauf meiner Gefell Mikros kaum aufhalten :)
VG
Antwort von Darth Schneider:
Ist ja auch ein grosser Unterschied ob man damit Tagtäglich sein Geld verdient oder nicht.
Und die Kinder Tanzaufführungen (für die ich auch Geld kriege) tönen auch mit den Ohren schon schlecht, liegt aber an der Sound Anlage im Theater. Da genügt ein 150€ Zoom locker, weil da würde ein 2000€ Mik auch nix daran ändern…;)))
Gruss Boris
Antwort von rush:
pillepalle hat geschrieben:
.
Das ist ja bei vielen Dingen die man günstig kaufen kann der Fall (nicht nur Mikros). Ich nutze z.B. immer noch meinen in die Jahre gekommenen DJI Ronin S.
Auch irgendwie ein schwieriger Vergleich.. DJI Gimbal waren/sind nicht unbedingt günstig- sondern schon eher im höheren Segment angesiedelt beim Blick auf die Konkurrenz. Man zahlt also durchaus einen beachtlichen Betrag und hat dennoch nicht unbedingt ewig "Freude" daran wenn mal was sein sollte. Die Marke als auch der Preis stehen hier also nicht unbedingt automatisch im Einklang für Langlebigkeit/Qualität...
Im Bereich Gimbal gibt es für meine Begriffe bspw. überhaupt keinen Hersteller dem man dahingehend Bestnoten ausstellen könnte - oder wer wäre das deiner Meinung nach im Bereich Gimbal deutlich besser aufgestellt als DJI?
Und man darf auch nicht vergessen das die Konstruktion von klassischen Mikrofonen jetzt auch kein Hexenwerk oder Voodoo ist.
Da geht's eher darum wo man ggfs Kosten einsparen kann, sei es an den Komponenten oder eben in der Fertigung und Qualitätskontrolle um entsprechend lange damit arbeiten zu können.
Einige sammeln hier gefühlt Mikrofone wie andere Objektive - und nutzen am Ende doch nur eine Handvoll im täglichen Einsatz. Die restlichen dienen eher dem musealen Charakter oder beruhen häufig auch auf dem GAS (Gear Acquisition Syndrome). ;-)
Antwort von Pianist:
rush hat geschrieben:
Einige sammeln hier gefühlt Mikrofone wie andere Objektive...
Man kann auch beides machen! :-)
Matthias
Antwort von pillepalle:
rush hat geschrieben:
Im Bereich Gimbal gibt es für meine Begriffe bspw. überhaupt keinen Hersteller dem man dahingehend Bestnoten ausstellen könnte - oder wer wäre das deiner Meinung nach im Bereich Gimbal deutlich besser aufgestellt als DJI?
Die meisten kommen ja auch aus China und bauen Wegwerfprodukte. Und wenn man sie mit elektronischen Stabilisierungssystemen von Arri, Tiffen, oder Freefly vergleicht, sind sie dann eben doch verhältnismäßig günstig.
Es geht auch nicht gegen bestimmte Hersteller, sondern sich darüber im klaren zu sein, daß man für einen günstigeren Preis meist eben Wegwerfprodukte bekommt, was nicht besonders nachhaltig ist. Dafür eben für jeden erschwinglich.
VG
Antwort von Darth Schneider:
Ist das bei Dji auch so ?
Wegwerfprodukte ?
So günstig sind ja die Gimbals nicht, kann man einen RS2/Rs3 wirklich nicht reparieren lassen ?
Und die teuren Drohnen ?
Und die verkaufen ja auch professionelle Dinge so wie das Ronin 4D Kamera/Gimbal Teil.
Gruss Boris
Antwort von pillepalle:
Die großen und Schwerlastdrohnen kann man vermutlich schon reparieren lassen. Wäre ja sonst wirklich albern. Und für den Ronin 4D werden sie hoffentlich auch irgendeinen Service anbieten, aber sicher nicht für die Ronin Gimbals und normalen/consumer Drohnen.
Das ganze Konzept, und nicht nur bei DJI, sondern bei den meisten chinesischen Herstellern, ist es ein Produkt günstig auf den Markt zu bringen und in hoher Stückzahl zu verkaufen. Und bei den meisten Produkten lohnt sich eine Reparatur gar nicht, weil sie auch nicht so gebaut sind leicht repariert oder gewartet werden zu können. Statt den Ronin S weiterzuentwickeln, kommt dann auch ein Ronin 2, Ronin 3 usw raus. Produkte werden so gut wie nie weiterentwickelt. Es kommt immer ein neues Modell heraus. Die meisten Teile werden auch abverkauft und wenn sie weg sind kommt etwas neues.
Natürlich arbeiten mittlerweile viele Hersteller so. Es geht auch nicht um günstig im Sinne von wenig Geld, sondern günstig im Vergleich was sie bei klassischen Herstellern mal gekostet haben. Die dafür aber auch einen professionellen Service anbieten. Aputure LED Leuchten kosten auch nicht alle wenig. Aber versuch die mal reparieren zu lassen... mittlerweile haben sie auch gemerkt, daß man im professionellen Segment schwerer Fuß fassen kann, wenn man nicht auch einen gewissen Service bietet. Aber im Consumermarkt sieht das eben anders aus.
VG
Antwort von rush:
Die Ronin Gimbal können durchaus repariert werden, ganz so dramatisch ist es also nicht.
Aber klar, wenn die Verfügbarkeit an Teilen dann iwann nicht mehr gegeben ist hat man u.U. ein Problem.... Auf der anderen Seite übersteigt eine Reperatur mit Materialkosten und Arbeitszeit eines solchen älteren Gimbal dann häufig auch schon den Restwert weswegen es dann generell abzuwägen ist ob eine Reperatur Sinn macht. Aus nostalgischen Gründen wird wahrscheinlich kaum jemand an einem Ronin S hängen... Das mag bei alten Mikrofonschätzen oder auch Fahrzeugen etc. schon was ganz anderes sein.
Kann man jetzt natürlich wieder mit der Nachhaltigkeitskeule um die Ecke kommen - aber es gibt eben Produkte wie Gimbal bei denen mit jedem zweiten oder spätestens dritten Produktyzklus auch tatsächlich spannende neue Features an Board sind... Bei eher klassischen Mikrofonen passiert halt so gesehen nicht viel - das wird dann über Jahre gleichbleibend gebaut wenn der Hersteller keine Lust auf Innovationen hat und die Nutzer dies dennoch würdigen. Passt ja auch und gegen Bewährtes spricht bekanntlich auch nichts.
Rode wiederum als Gegenbeispiel hat seine klassischen Großmembraner teilweise mittlerweile ins digitale Zeitalter gehieft und bietet Interessenten XLR + 32Bit Float aus einem Mikrofon (z.B. NT1 5th Gen). Deutlich aufwändiger in der Konstruktion und dann unter Umständen auch fehleranfälliger im worst case (aber eben nur theoretisch)
Dafür halt innovativ und spannend allemal.
Antwort von pillepalle:
rush hat geschrieben:
Rode wiederum als Gegenbeispiel hat seine klassischen Großmembraner teilweise mittlerweile ins digitale Zeitalter gehieft und bietet Interessenten XLR + 32Bit Float aus einem Mikrofon (z.B. NT1 5th Gen). Deutlich aufwändiger in der Konstruktion und dann unter Umständen auch fehleranfälliger im worst case (aber eben nur theoretisch)
Dafür halt innovativ und spannend allemal.
Da haben sie dem Mikro eine zusätzliche USB-Mikrofon-Funktionalität gegeben, bei dem man dann optional den USB-Ausgang mit Preamp und Wandler ins Mikro integriert hat. Für Content Creator sicher praktisch, aber nichts was man sich an einem hochwertigen Mikrofon eigentlich wünschen würde. Interessanter sind dann schon digitale Mikrofon-Vorverstärker.
Ich habe ja auch nicht gegen Rode gewettert. Vor den Chinesen, waren sie immer schon Vorreiter für günstige Mikrofone. Sie haben ja versucht den Herstellungsprozess zu automatisieren und so größere Mengen und günstigere Preise anbieten zu können. Und sind damit ja auch recht erfolgreich. Aber auch das Rode-Mike wird man kaum zur Reparatur nach Australien schicken.
VG
Antwort von Frank Glencairn:
Man darf natürlich auch nicht vergessen, daß so ein Mikro eine relativ simple Konstruktion mit nur sehr wenigen Standard Bauteilen ist, während ein Gimbal nicht nur einen Monitor, und Motoren hat, sondern auch sehr spezielle Chips, Sensoren und wasnichtalles.
Natürlich werden diese Spezialbauteile nicht in 20 Jahren noch verfügbar sein, wenn die Technik bereits 1o Generationen weiter ist, während man in ein Mikro auch nach 50 oder 100 Jahren noch ganz einfach z.B. einen neuen Widerstand rein löten kann.
Allerdings hab ich es bisher auch noch nicht geschafft einen Gimbal kaputt zu bekommen.
Antwort von pillepalle:
@ Frank
Natürlich sind ein Mikro und Gimbal nicht vergleichbar. Das war irgendein Beispiel für Produkte, die meist eher weggeschmissen werden. Ein Mikro ist eher mit einer Optik vergleichbar. Ein Manuelles Zeiss, oder ein 270,-€ Plastikteil von Nikon. Klar bin auch ich der Verlöckung unterlegen und habe mir die billige Optik gekauft. Einfach weil sie wirklich gut ist (nicht nur für den Preis). Aber ich weiß eben auch, daß ich die bei einem Defekt vermutlich nicht reparieren lassen kann.
VG
Antwort von dienstag_01:
Voe ein, zwei Jahren hatte ich in einem Bericht über eine chinesische Automesse das erste Mal von der Abkehr von deutschen und der Zuwendung zu chinesischen Fahrzeugen gehört. Als Grund wurde von den jungen Käufern nicht der Preis, sondern der bessere Service der chinesischen Hersteller angegeben ;)
Antwort von pillepalle:
dienstag_01 hat geschrieben:
Voe ein, zwei Jahren hatte ich in einem Bericht über eine chinesische Automesse das erste Mal von der Abkehr von deutschen und der Zuwendung zu chinesischen Fahrzeugen gehört. Als Grund wurde von den jungen Käufern nicht der Preis, sondern der bessere Service der chinesischen Hersteller angegeben ;)
Davon ist im Foto- und Videomarkt bisher aber wenig zu spüren :)
VG
Antwort von Frank Glencairn:
pillepalle hat geschrieben:
@ Frank
Natürlich sind ein Mikro und Gimbal nicht vergleichbar. Das war irgendein Beispiel für Produkte, die meist eher weggeschmissen werden.
Ja, klar - in den allermeisten Fällen allerdings nicht weil sie kaputt und unreparierbar sind, sondern weil sie den Leuten nicht mehr gut genug sind, und sie einen neuen kaufen, der besser ist, und mehr kann.
Ich hab drei hier liegen aus genau dem Grund. Alle funktionieren allerdings noch einwandfrei.
Was andere Sachen betrifft, haben wir natürlich generell das Problem, daß Reparaturen (vor allem hier) so teuer geworden sind, daß der Zeitwert oft überstiegen wird.
Antwort von pillepalle:
@ Frank
Ja genau. An denen geht in der Regel auch wenig kaputt. Das Gimbalbeispiel ist sicher auch nicht ideal, aber auch da war von der reinen Stabilisierungsfunktion der erste (bei mir der Ronin S) ja schon sehr gut. Dann kam ein Modell bei dem man die Achsen verriegeln konnte. Dann ein Modell für das es zusätzliches Zubehör und Features gab. Die werden gar nicht so gebaut das man sie upgraden bzw weiterentwicklen könnte. Lohnt sich natürlich auch nicht bei günstigen Produkten.
Wir hatten doch hier mal ein Beispiel in der eine Aputure 600D Pro defekt war und sich quasi nur durch eine neue austauschen ließ. Eine defekte Bronleuchte schicke ich nach Wolfrathshausen, eine Arri nach München, oder in irgend eine andere Servicestelle in meiner Nähe. Dafür kostet die Bron bzw. Arri Leuchte eben auch ein Vielfaches.
VG
Antwort von Pianist:
Der Ronin-S ist mein erster und einziger Gimbal, und bisher hatte ich kein Verlangen nach einem anderen. Wobei Gimbalaufnahmen bei mir ohnehin nur sehr punktuell vorkommen.
Matthias
Antwort von pillepalle:
@ Pianist
Geht mir im Prinzip ja genauso. Nur das bei meinem eben der Joystick abgebrochen ist. Das einzige was hilft ist mir irgendwann mal einen neuen zu kaufen.
VG
Antwort von Pianist:
Bei meinem habe ich gleich zu Anfang das Hebelchen abgeschraubt, weil ich viel lieber mit dem Däumchen an dem Kügelchen bin. Bei der Copter-Fernbedienung genauso. Kann ich feinfühliger steuern.
Matthias
Antwort von pillepalle:
@ Pianist
Ist natürlich Geschmackssache. Mir wäre es lieber ich könnte mir einfach ein neues Hebelchen kaufen. Bei meinem ist der auch so blöd gebrochen, daß man da irgendwie gar nichts mehr dran schrauben kann. Wie gesagt, es geht weniger um meinen Gimbal, als um die Tatsache, daß es gar keine Ersatzteile dafür gibt. Das ist schon als 'Wegwerfprodukt' gebaut. Reparaturen gibt's meist erst bei bei teureren Produkten. Ein teureres Mikro von einem deutschen Hersteller kannst du reparieren lassen. Bei den Chinesen, geht das eben nicht. Darum geht's.
VG
Antwort von Axel:
Der alte Ronin M hatte ein Kabelbruch-Problem, das allerdings leicht zu googeln war und mit wenig Aufwand selbst zu reparieren. In eine ähnliche Kategorie fällt Justage. Akkus kann man bei den größeren Modellen nachkaufen, alles darüber hinaus ist eh Totalschaden, und die sind extrem selten. Aber auch bei Apple übersteigen Reparaturkosten oft den Tageswert. Gebrochenes Display des iPad Pro durch Runterfallen? Austausch des Displays zum Tageswert. Mit Applecare wird gar nicht repariert, sondern man kriegt achselzuckend ein Neugerät (und von BMW will ich gar nicht anfangen. Wer sich wundert, warum ein Tuch mit Logo 12€ kostet, wundert sich nicht mehr, wenn er eine Reparaturrechnung kriegt). Das ist also nicht auf China beschränkt, aber besonders typisch dafür. Lohnt sich nicht, Service vorzuhalten, die Produktzyklen sind zu kurz. Es gibt, hab ich gesehen, von Comica ein Shotgun mit eingebautem 32-bit Recorder plus Sender (entweder zum Monitoring oder zum parallel in-camera-Aufnehmen). Prinzipiell eine gute Idee, aber die Audio-Qualität müsste man erst einschätzen.
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Antwort von GaToR-BN:
Blackbox hat geschrieben:
Da für Deinen Anwendungszweck Nieren eher nicht die richtige Wahl sind, macht eher ein Vergleich zwischen unterschiedlichen Supernieren bzw. Hypernieren Sinn. Unterschiede zwischen Super- und Hyperniere sind mE weitgehend zu vernachlässigen und oft auch eher theoretisch als praktisch/klanglich vorhanden.
Nieren würd ich aber für Deinen Bedarf definitiv außen vor lassen.
Evtl. auch kleinere Richtrohre wie zB. das 600er von Sennheiser o.ä. in die engere Wahl nehmen?
Jetzt bin ich etwas verwirrt. Das MKE 600 ist eigentlich ähnlich wie mein Syncro Mic-D2 Kleinmembran-Kondensatormikrofon mit Hyperniere oder nicht? Ich habe gedacht ein Kleinmembran-Kondensatormikrofon (Oktava MK-012-01 mit Hypernierenkapsel) wäre für einen ungedämten Raum und 50 cm Abstand (knapp außerhalb des Bildes) optimal?
Antwort von dienstag_01:
Die Frage ist ja, ob die Reparatur nicht teurer und fehleranfälliger ist als die Produktion eines Neugerätes.
Antwort von Axel:
GaToR-BN hat geschrieben:
Jetzt bin ich etwas verwirrt. Das MKE 600 ist eigentlich ähnlich wie mein Syncro Mic-D2 Kleinmembran-Kondensatormikrofon mit Hyperniere oder nicht? Ich habe gedacht ein Kleinmembran-Kondensatormikrofon (Oktava MK-012-01 mit Hypernierenkapsel) wäre für einen ungedämten Raum und 50 cm Abstand (knapp außerhalb des Bildes) optimal?
Das Oktava (trotz des relativ hohen Noisefloors und einer leichten, obwohl konstanten Bassigkeit) ist für szenisches Arbeiten in Innenräumen einem MKE 600 (meinem MKH 416 vergleichbar) nur in einem einzigen Punkt überlegen: Der Charakter des Klangs ändert sich nicht
so drastisch im Vergleich zu den Richtrohren, wenn beim Tonangeln der Winkel zur Tonquelle verändert wird. Der Hall, die Reflektion von den ungedämpften Zimmerwänden und anderen harten Oberflächen, ist im Schnitt sogar deutlicher zu hören. Im Schnitt, weil das natürlich wiederum abhängig davon ist, wie nah diese Nachhallplatte hinter dem Sprecher ist und wie laut dieser spricht. Gut erklärt hier:
Und siehe seinen kleinen Asterix: „… and I
don‘t use shotgun mics!“
Allerdings ist er auch ein Vollprofi (der viele gute Praxistips auf seinem Kanal hat).
Der meist gegebene Rat für Budget-Filmemacher, die sich nur ein Mikrofon leisten können ist, dass sie ein gutes Richtmikrophon haben sollten und sich der Problematik bewusst sein:
Also richtig angeln, eben nicht nur hören, sondern lauschen.
Antwort von Frank Glencairn:
pillepalle hat geschrieben:
Bei den Chinesen, geht das eben nicht. Darum geht's.
Immerhin kannst du beim Chinesen Gimbals kaufen, und beim Deutschen nicht,
oder sie würden 6000,- aufwärts kosten ;-)
Aber jetzt mal im Ernst - ich glaub man muß hier auch mal anfangen ernsthaft über Produktklassen nachzudenken.
Was nutzt dir denn ein reparierbares 6000,- Euro Gerät (muß jetzt kein Gimbal sein) daß nach 2 Jahren veraltet ist, aber 10 Jahre hält?
Abgesehen davon daß du natürlich beim Kauf auch die 10 Jahre und mehr Ersatzteil Bevorratung mitbezahlen mußt (obwohl du sie vielleicht niemals nutzen kannst), willst du wirklich 10-15 Jahre mit einem völlig veralteten Gerät arbeiten, während alle anderen die Vorteile aktueller Technik nutzen?
Es gibt halt einfach Sachen, die haben so schnelle Innovation und Produktzyklen, da macht es einfach keinen Sinn die auf 10 Jahre auszulegen, und damit künstlich zu verteuern.
Antwort von pillepalle:
@ Frank
Richtig. Ein Freefly Movi kostet um die 6000,-€. Stabilisierungssysteme von Arri, oder Tiffen sind noch teurer. Wir bevorzugen eben den günstigen Wegwerfkram aus Fernost :)
Ein Movi Pro, oder eine Arri Trinity ist auch nicht veraltet. Die verbessern die Geräte mit der Zeit, statt alle zwei Jahre ein neues Modell auf den Markt zu werfen. Wie gesagt, selbst der Uralte Ronin S ist rein von der Stabilisierung, gar nicht viel schlechter als die neuen Modelle.
VG
Antwort von dienstag_01:
Weggeworfen wird im Zweifel bei den teuren Herstellern auch.
Antwort von Frank Glencairn:
pillepalle hat geschrieben:
@ Frank
Richtig. Ein Freefly Movi kostet um die 6000,-€. Stabilisierungssysteme von Arri, oder Tiffen sind noch teurer. Wir bevorzugen eben den günstigen Wegwerfkram aus Fernost :)
Und die meisten Komponenten kommen auch da trotzdem aus China, schon allein weil die Chinesen da in vielen Bereichen (Brushless Motoren z.B. ) technisch führend sind ;-)
Antwort von pillepalle:
@ Frank
Aber sie sind trotzdem anders gebaut. Daran kann man auch etwas reparieren. Ist doch klar, dass das nicht für alle Produkte so sein muss. Es geht um das Prinzip, Dinge zu bauen die beim kleinsten Defekt nicht repariert werden können, sondern neu gekauft werden müssen.
VG
Antwort von Frank Glencairn:
Da bin ich auch ganz bei dir.
Aber wir sollten auch nicht so tun, als ob DJI nix repariert, nur weil es Chinesen sind.
Es gibt sogar DJI Care Refresh, und DJI Care Pro , die haben ne Drohne, die ein Kollege von mir geschrottet hatte anstandslos repariert.
Antwort von dienstag_01:
pillepalle hat geschrieben:
@ Frank
Aber sie sind trotzdem anders gebaut. Daran kann man auch etwas reparieren. Ist doch klar, dass das nicht für alle Produkte so sein muss. Es geht um das Prinzip, Dinge zu bauen die beim kleinsten Defekt nicht repariert werden können, sondern neu gekauft werden müssen.
VG
Kann man doch selber reparieren. Oder reparieren lassen.
Antwort von pillepalle:
@ Frank
Ja. Mittlerweile beginnt ja auch bei denen ein Umdenken. Die haben eben auch gemerkt das man in bestimmten Bereichen mit
wegwerfen und neu kaufen nicht weit kommt. Aber wenn die Chinesen anfangen werden ein Servicenetz aufzubauen, wird sich das auch auf deren Preise auswirken. Bisher machen die sich oft noch einen schlanken Fuß.
VG
Antwort von dienstag_01:
Beispiel für das Umdenken?
Antwort von pillepalle:
Sie bieten eben auch mittlwerweile in bestimmten Bereichen Service und Reparatur an. Tilta hat z.B. eine Geschäftsniederlassung in Burbank (Kalifornien), wo viele Cine-Kunden sitzen.
Früher wurde ein Container nach Amerika/Europa verschifft und verkauft ...und danach die Sinnflut. Heute finden sich Ansprechpartner und Serviceangebote auch in anderen Teilen der Welt.
VG
Antwort von dienstag_01:
Du interpretierst das als "umdenken", ich sehe in erster Linie einen wirtschaftlichen Grund, es lohnt sich schlicht und einfach. Und, natürlich, es gelten gesetzliche Regelungen für Garantie, Rücknahme, wahrscheinlich auch für eine rechtsverbindliche Niederlassung etc.
Dieses Wort Umdenken impliziert ja, dass wir voran gehen und jemand anderes muss uns folgen. Ich bin mir nicht sicher, ob wir nicht schon den nächsten Schuß nicht gehört haben.
(Die Autoindustrie hat sich vor wenigen Jahren auch köstlich über die chinesischen Autoindustrieambitionen amüsiert - Smiley dahinter)
Antwort von Axel:
Hier nochmal ein Direktvergleich in halligen Räumen:
Auch hier: wenn das Budget eine Rolle spielt und man nur ein Mikro haben will: MKE 600 (ein Richtmikro).
Antwort von Pianist:
Bin gerade unterwegs, kannst Du kurz zusammenfassen? Wer gewinnt im halligen Raum? Superniere oder Richtrohr?
Matthias
Antwort von Axel:
Pianist hat geschrieben:
Bin gerade unterwegs, kannst Du kurz zusammenfassen? Wer gewinnt im halligen Raum? Superniere oder Richtrohr?
Matthias
Erstere, aber nicht wegen des geringeren Halls und nicht um viel. Und von den Pencil-Kondensator-Mics gewinnt das MKH50.
Antwort von Skeptiker:
Axel hat geschrieben:
Pianist hat geschrieben:
Bin gerade unterwegs, kannst Du kurz zusammenfassen? Wer gewinnt im halligen Raum? Superniere oder Richtrohr?
Matthias
Erstere, aber nicht wegen des geringeren Halls und nicht um viel. Und von den Pencil-Kondensator-Mics gewinnt das MKH50.
Ganz zum Schluss wird auch das MKE 600 positiv erwähnt, falls das Budget nicht für ein teures Modell reicht.
Antwort von Pianist:
Ich nutze ja auch zum ganz überwiegenden Teil das MKH 50, draußen mit Baby Ball und Fell. Bin äußerst zufrieden.
Durch die kürzere Bauform ist die Kapsel ja auch immer ein paar Zentimeter näher an der Schallquelle, als wenn noch ein Rohr davor wäre.
Matthias
Antwort von Blackbox:
Ja das stimmt. Je näher dran, desto stärker geht ja die größere Entfernung der Kapsel zum Mikrofonende bzw. zum Bildausschnitt mit ein (große Kirche mit close-up zB.).
Ansonsten ist das mE nicht pauschal zu sagen, wo jetzt super/Hyperniere gegenüber Richtrohr vorne oder hinten liegt. Da spielen zu viele Faktoren mit rein, wie Raumgröße, Hallradius, Richtung reflektierender Wände/Fenster, Entfernung zur Schallquelle, Bewegung der Schallquelle oder Anpassungsnotwendigkeit an ggf. wechselnden Bildausschnitt etc etc.
Es gab mal - ich glaube von Schoeps - ein kurzes Video, wo indoor in einem Klassenzimmer ähnlichem Raum die verschiedenen Richtcharakteristiken von Kugel bis Richtrohr verglichen wurden. Da schnitt die Superniere auch erstaunlich gut gegenüber dem Richtrohr ab. Die Aufstellung war aber, soweit ich das erinnere, so gewählt, dass die Abstände zur Schallquelle gemäß der unterschiedlichen Bündelungsmaße gewählt wurde, das Richtrohr also etwas weiter weg montiert war.
Das obige Video zeigt ganz gut, dass bei Gesamtbetrachtung einer Situation schnell das Handling der 'Rand'-Bedingungen (schallharte Flächen zähmen, kleines Akustiksegel aufspannen, Bildausschnitt so wählen, dass das Mikro etwas näher ran darf, etc.) relevanter wird als die Frage von Super/Hyperniere vs. Richtrohr.
Auch scheinbare Nebenaspekte - wie im obigem Video zB die unterschiedliche Abbildung der 't' Konsonanten - können ebenfalls wichtig sein, indem zB eine Nachbearbeitung notwendig oder überflüssig wird, etc.
Zum 600er: ich hatte schon ein paar Mal Material von nem 600er indoor on-camera, was erstaunlicherweise recht gut funktioniert hat, auch wenn on-camera natürlich generell nicht zu empfehlen ist.
Antwort von Frank Glencairn:
pillepalle hat geschrieben:
Es geht um das Prinzip, Dinge zu bauen die beim kleinsten Defekt nicht repariert werden können, sondern neu gekauft werden müssen.
Curtis Judd liest anscheinend hier mit :D
Antwort von Pianist:
Ohne in das Video reingeschaut zu haben: vermutlich geht es um Dinge wie die unzureichende geräte-eigene Batterie-Situation, zum Beispiel bei Sound Devices. Bauen tolle Recorder, und machen dann so einen Unfug mit den paar kleinen AA-Akkus, die dem Gerät eine tatsächliche Laufzeit von 45 MInuten geben. Zum Glück gibt es einen Akku-Dummy zum Einrasten, und wenn man da eine V-Mount-Platte ranbaut, und diese dann mit dem Recorder verschraubt, hat man eine stabile Stromversorgung für Tage.
Matthias
Antwort von Frank Glencairn:
Pianist hat geschrieben:
Ohne in das Video reingeschaut zu haben: vermutlich geht es um Dinge wie die unzureichende geräte-eigene Batterie-Situation, zum Beispiel bei Sound Devices.
Es geht um fest verbaute Akkus, die man nicht wechseln kann.
Antwort von mikroguenni:
Skeptiker hat geschrieben:
...
Ganz zum Schluss wird auch das MKE 600 positiv erwähnt, falls das Budget nicht für ein teures Modell reicht.
Ich war ehrlich erstaunt wie gut das MKE600 im Vergleich zu anderen, teilweise erheblich teureren Mikros klingt.
Jetzt verstehe ich auch warum es auch als DAS Voiceover Mikro gehandelt wird
Antwort von Pianist:
Wird es? Nie gehört... Wenn überhaupt ein Richtrohr regelmäßig für Voiceover genutzt wird, dann das MKH 416, vor allem in den USA. Bei mir liegt auch irgendwo ein MKE 600 herum, ich kann mich allerdings nicht mehr an den Grund erinnern, warum ich es seit Jahren nicht mehr nutze.
Matthias
Antwort von Axel:
Das 600er ist das poor-man‘s 416. Es gibt viele „vs“ Videos, die alle zu dem Schluss kommen, dass Fledermäuse den Unterschied hören.
Antwort von Blackbox:
Für den TE wär's natürlich hilfreich wenn jemand einschätzen könnte ob zB ein 600er eine hörbare Verbesserung gegenüber seinem aktuellen Richtrohr darstellt.
Da ich das Teil nicht kenne, kann ich dazu nichts schreiben.
Es besteht ja schnell die Gefahr handwerkliche Probleme mit zusätzlichem gear lösen zu wollen, was erfahrungsgemäß nie auch nur ansatzweise zum gewünschten Erfolg führt.
Antwort von Axel:
Blackbox hat geschrieben:
Für den TE wär's natürlich hilfreich wenn jemand einschätzen könnte ob zB ein 600er eine hörbare Verbesserung gegenüber seinem aktuellen Richtrohr darstellt.
In seinem Download war das Lavalier viel besser, weil das Richtmikro viel Raumhall mit aufgenommen hatte. Eine Superniere hilft gegen diesen Aspekt gar nicht, nur vor allem gegen seitliche und diagonale Schallwellen-Überlagerungen, die Frequenzen aus der Stimme verzerren können. Da man nicht davon ausgehen kann, dass der TO mal eben den Raum schalltot machen kann, gibt es gegen das Echo nur drei Gegenmaßnahmen:
1. weiter weg von Wand und/oder Decke.
2. Kontrolle im Kopfhörer.
3. Leiser sprechen, damit der Schall nicht so hart gegen die Wände knallt - und das heißt natürlich meistens: näher ran.
Antwort von Blackbox:
Ich werf mal spontan und ungeordnet ins Rennen:
- leichtes Lichtgedöns bzw. Gestell für Hintergründe mitnehmen, an der richtigen Stelle(!) aufbauen und Molton o.ä. drüberwerfen
- Bildausschnitt(e) so verändern, dass das Mikro näher ran kann
- intensiver mit der Montage Lavaliermikros und deren Sound bei unterschiedlichen Positionen beschäftigen, sowie mit der Angleichung an natürlichen Sound in der Nachbearbeitung (wobei übrigens ein Richtrohrsound ggf. als Bezugspunkt helfen kann, selbst wenn die Spur dann nicht verwendet wird)
- Checken ob das verwendete Tonstativ wirklich passt, oder ob (notgedrungen) nur im Rahmen des beim Stativ möglichen platziert wird. Ggf. Stativ wechseln
- Bei der Mikropositionierung nicht nur bedenken, dass möglichst viel Direktschall draufkommt (nah dran und gut 'zielen'), sondern auch checken bei welcher Position und Ausrichtung am wenigsten unerwünschter Reflexionsschall zu erwarten ist. Wenn genug Zeit da ist und die Entscheidung schwerfällt ggf. kurz alternative Positionen ausprobieren (mit KH dann die kurzen Testfiles abhören).
Dazu kann man auch sggf. auch selbst kurz die Sprecherrolle einnehmen, um den/die Protagonisten nicht unnötig zu strapazieren.
- falls notwendig und möglich: vor Ort alternative Interviewposition suchen
- Für Experimentierfreudige: falls Supernieren im Pärchen da sind, ggf. 2Stk. als Zwilling - quasi ein Mini-Array - ausprobieren, da da ggf. die Richtwirkung noch etwas verbessert wird. Geht auch mit noch mehr Mikros, wenn auf genau(!) gleichen Abstand der Kapseln zur Schallquelle geachtet wird.
- usw.
Zusätzlich: Nachbearbeitungsmöglichkeiten auf'm Schirm haben, das kam ja oben schon zur Sprache.
Zentral ist dabei, dass man vor Ort direkt und sicher abschätzen kann was sich mit den zur Verfügung stehenden Tools notfalls in der Bearbeitung fixen lässt, und was aber auch nicht.
Antwort von GaToR-BN:
Axel hat geschrieben:
Das Oktava (trotz des relativ hohen Noisefloors und einer leichten, obwohl konstanten Bassigkeit) ist für szenisches Arbeiten in Innenräumen einem MKE 600 (meinem MKH 416 vergleichbar) nur in einem einzigen Punkt überlegen: Der Charakter des Klangs ändert sich nicht so drastisch im Vergleich zu den Richtrohren, wenn beim Tonangeln der Winkel zur Tonquelle verändert wird. Der Hall, die Reflektion von den ungedämpften Zimmerwänden und anderen harten Oberflächen, ist im Schnitt sogar deutlicher zu hören. Im Schnitt, weil das natürlich wiederum abhängig davon ist, wie nah diese Nachhallplatte hinter dem Sprecher ist und wie laut dieser spricht. Gut erklärt hier:
Der meist gegebene Rat für Budget-Filmemacher, die sich nur ein Mikrofon leisten können ist, dass sie ein gutes Richtmikrophon haben sollten und sich der Problematik bewusst sein:
Also richtig angeln, eben nicht nur hören, sondern lauschen.
Danke. Ich konnte jetzt diesem Video mit guten Kopfhörer lauschen.
Tatsächlich ist in der Küchenszene (ungedämmter Raum) für meine Ohren das Pencil eher schlechter als das MKE 600. Dann vielleicht doch das KI-Plugin.
Grüße, Martin
Antwort von Frank Glencairn:
GaToR-BN hat geschrieben:
für meine Ohren das Pencil eher schlechter als das MKE 600. Dann vielleicht doch das KI-Plugin.
Da war das 416 ;-)
Antwort von GaToR-BN:
"Frank Glencairn" hat geschrieben:
Da war das 416 ;-)
Tatsächlich soll "mein" Synco mic-D2 relativ nah an das Senneiser 416. Dazu gibt es zig Videos online. Deswegen bin ich ja etwas enttäuscht.
https://www.youtube.com/watch?v=NmJeMzl0JZI
https://www.youtube.com/watch?v=t8YT_mzu-R8
Antwort von Blackbox:
Ja, das Teil ist ja ein (mE ziemlich dreister) Clone des 416 auch in optischen Details des Produktdesigns. Die ungewöhnlich hohe Ausgangsimpedanz wirft Fragen auf, aber sei's drum.
Angefangen mit der Cloneritis damit seinerzeit Rode (Neumann Clone). Aber nicht falsch verstehen, ich leite daraus keine Verwerflichkeit des Kaufes von Clones ab, und es wäre auch zu diskutieren warum überhaupt das Kopieren von gut Funktionierendem verwerflich ist. Aber das würd hier zu weit führen ...
Ob das Teil klanglich mit dem 416 mithalten kann wage ich sehr zu bezweifeln (ist ja auch bei Neumann vs. Rode nicht der Fall), aber wenn der Clone nur ETWAS schlechter ist als das Original, dann solltest Du evtl. überlegen, ob Du nicht ähnlich enttäuscht wärst, wenn Du ein original 416 eingesetzt hättest.
Enttäuschung kommt ja von Täuschung, und vor Täuschungen ist mE niemand gefeit. Ging mir auch schon öfter so, wenn ich dachte 'fix it by gear'.
Das war halt in etlichen Fällen entweder komplett falsch, oder es war nur ein Teil der Lösung und verdeckte das Problem, welches dann nicht selten zwischen meinen Ohren lag.
Kern der Sache ist in aller Regel das handwerkliche Know-How und die handwerklich künstlerische Erfahrung, was im Tonbereich unter anderem die Entwicklung von Hörfähigkeit und von ausreichenden Kenntnissen im akustischen und ggf. elektro-akustischen Bereich voraussetzt.
Mittlerweile ist die Medienlandschaft genügend breit, dass für Vieles kein Studium mehr obligat ist, oder viele viele Jahre Erfahrung im Quereinstieg, sondern es gibt Abürzungen zB über Tutorials, frei zugängliche Literatur, eigenen Testaufnahmen, die ja keine Leihgebühren etc. mehr verursachen, sondern nur die Bereitschaft da genügend Zeit und Qualitätswunsch reinzusetzen.
Das dann auch in Anspruch zu nehmen bringt VIEL(!!!) mehr als einige der zig tausend Produkt-Reviews auf youtube zu 'konsumieren' mit dem Ziel bzw. der Erwartung (Täuschung?!), dass verbesserte Kaufentscheidungen zu besseren Resultaten führen werden.
Beispiel aus dem Musikbereich, wo diese Krankheit endemisch oder pandemisch ist:
es gibt etliche Alben mit quasi Ewigkeitsqualität, die auf Equipment erstellt wurden, das aus heutiger Sicht - technisch gesehen - komplett low-level ist.
Würden etwa die Abbeyroad Studios das rauschende Zeug von damals aus dem Keller holen würde das auch heute noch gut klingen, wobei - zugegebenermaßen - heutige Technik noch besser klingen kann und sehr viel mehr Möglichkeiten bietet.
Gilt natürlich auch im Filmbereich.
Oder mal komprimiert ausgedrückt:
wer weiss wie's geht, kommt auch mit etwas grottigerem Equipment zu guten Resultaten, wer da Defizite hat wird mit besserem Equipment genauso schlechte Ergebnisse erzielen wie zuvor, auch wenn einige technische Parameter dann (irrelevanterweise) besser sind.
Ich hab das nicht als Lesezeichen da, aber erinnere ein kleines Portrait eines britischen Amateur-Fieldrecording Enthusiasten, der die Geschichte (nebst Tonbeispielen) seiner Aufnahmeleidenschaft erzählt.
Da ist wirklich die Kirmesorgelaufnahme aus seiner Jugendzeit mit seinem damaligen tragbaren Cassettenradio mit Billigmikro (seine Lieblingsaufnahme) sehr cool und ästhetisch gültig. Die Entwicklung durch die Jahrzehnte mit immer besserer Technik, die er mitgegangen ist, zeigt schön, dass es zwar in technischen Parametern 'besser' wurde, aber die Gültigkeit der Aufnahmen und die ästhetische Qualität sich quer durchzieht, unabhängig von den ganzen Verbesserungen beim Gear.
Ich möchte da Deine berechtigte Frage nach technischem Verbesserungspotential nicht kleinreden (Verbesserungswunsch ist ja der notwendige Keim für jegliche Entwicklung), aber anregen, dass der wesentliche Teil der Verbesserung mittlerweile meist nicht beim Equipment zu suchen ist, sondern ganz ganz überwiegend bei der Verbesserung der eigenen Fähigkeiten liegt.
Beispielsweise klingt ein fachgerecht montiertes Günstig-Lavalier immer sehr viel besser als ein ungünstig montiertes 500€ Teil, das in youtube-Channels zu Recht angepriesen wurde.
Dass ein angemessen montiertes gutes Lavalier besser klingt als ein gleich montiertes Billig-Lavalier stimmt auch, aber das ist ja überhaupt kein Widerspruch.
Antwort von Axel:
Gilt für alles. Selbstredend auch für Video. Oder für Kochen. Ein guter Koch kann in einer Teflonpfanne auf einem Elektroofen gute Bratkartoffeln machen. Gewusst wie. Er kennt die Nachteile gegenüber Gas und Gusseisen. Schluss ist dann freilich bei der Mikrowelle.
Antwort von Frank Glencairn:
GaToR-BN hat geschrieben:
Tatsächlich soll "mein" Synco mic-D2 relativ nah an das Senneiser 416. Dazu gibt es zig Videos online. Deswegen bin ich ja etwas enttäuscht.
Synco hat mir vor der Markteinführung ein Vorserienmodell zu Testen geschickt, und das war noch ziemlich schrottig, aber mittlerweile scheinen die das im Griff zu haben, und - wie man ja in dem Video hört - ist es vom 416 so gut wie nicht mehr zu unterscheiden.
Ich denke also die Hardware ist nicht dein Problem.
Antwort von mikroguenni:
Blackbox hat geschrieben:
....
Beispielsweise klingt ein fachgerecht montiertes Günstig-Lavalier immer sehr viel besser als ein ungünstig montiertes 500€ Teil, das in youtube-Channels zu Recht angepriesen wurde.
Dass ein angemessen montiertes gutes Lavalier besser klingt als ein gleich montiertes Billig-Lavalier stimmt auch, aber das ist ja überhaupt kein Widerspruch.
Solange das Billiglavalier nicht rauscht und knistert ist das ok, solange nichts übersteuert und die drahtlose Technik problemlos funktioniert.
Es stellt sich auch die Frage ob der trockene Klang des Lavaliers in einer halligen Umgebung wirklich richtig ist oder vom Zuschauer bzw. -hörer als falsch beurteilt wire. Genauso wie im Fernsehen wenn der Männerchor im Freien auf der grünen Wiese steht und ein Lied singt --- mit Riesennachhall.
Das passt einfach nicht und wird bewusst oder unbewusst wahrgenommen.
Bei guten Filmen passt der akustische Eindruck zum optischen. Einfach nur möglichst trocken mit Lavaliers ist da keine Lösung.
Antwort von Axel:
mikroguenni hat geschrieben:
Es stellt sich auch die Frage ob der trockene Klang des Lavaliers in einer halligen Umgebung wirklich richtig ist oder vom Zuschauer bzw. -hörer als falsch beurteilt wire.
Guter Punkt. Unsere Wohnung ist ein akustischer Alptraum: nur Glas und Sichtbeton, aber schön anzusehen. Es könnte bei szenischen Dialogen günstiger sein, eine zu trockene Aufnahme (Anstecker) nachträglich dosiert mit Hall zu versehen. Eins stimmt aber: per se fehlt Lavaliers oft der Raumton, die Atmosphäre.
Antwort von Frank Glencairn:
Deshalb nimmt man den ja extra einzeln auf.
Antwort von GaToR-BN:
Danke für die Ausdauer in diesem Betrag. Mir ist klar, dass ich mit Dämmung des Raums und ausprobieren sicherlich mehr erreichen kann.
Dann werde ich vorerst bei meinem Syncro bleiben und beim nächsten Set noch ein paar schwere Decken und Stative mitnehmen.
Antwort von Skeptiker:
Noch ein Hinweis zu den Software-Enthallern:
Ein Plugin, das in in
Frank's obiger Test-Liste fehlte, ist
Unveil ('Entschleiern') vom deutschen Sound-Tüftler
Zynaptiq.
Lässt viele manuelle Einstellungen zu (vermutlich gibt's auch Presets), war früher nicht (explizit, vielleicht hiess das damals anders) AI-basiert (heute?), gibt es als Demo-Version zum Testen.
Kaufpreis hoch: 279 EUR.
Antwort von KeineCloud:
Bezüglich des Synco D2:
Wenn man dazu etwas weiter recherchiert, tauchen interessante Aspekt auf.
Offensichtlich hatte die Firma in der Vergangenheit haufenweise Bewertungen gekauft und speziell auch negative Bewertungen gegen Geld/Ware in gute ändern lassen.
Neben den guten Rezensionen finden sich dann auch immer wieder (weniger präsent) solche, die maßlos enttäuscht sind. Der Verdacht, die Rezensenten hätten ausgewählte Exemplare bekommen ist ja nicht neu und das wird vermutlich oft so gehandhabt.
Vermutung: die Qualität ist stark schwankend aber nicht jeder erkennt dies oder will es nicht wahrhaben.
Also - es kann durchaus auch am verwendeten Mikrofon liegen.
Antwort von Frank Glencairn:
KeineCloud hat geschrieben:
Der Verdacht, die Rezensenten hätten ausgewählte Exemplare bekommen ist ja nicht neu und wird vermutlich oft so gehandhabt.
LOL - dann haben die mir ein ausgewählt schlechtes geschickt :D
Antwort von mikroguenni:
Blackbox hat geschrieben:
Ja, das Teil ist ja ein (mE ziemlich dreister) Clone des 416 auch in optischen Details des Produktdesigns. Die ungewöhnlich hohe Ausgangsimpedanz wirft Fragen auf, aber sei's drum.
Angefangen mit der Cloneritis damit seinerzeit Rode (Neumann Clone). Aber nicht falsch verstehen, ich leite daraus keine Verwerflichkeit des Kaufes von Clones ab, und es wäre auch zu diskutieren warum überhaupt das Kopieren von gut Funktionierendem verwerflich ist. Aber das würd hier zu weit führen ...
Ob das Teil klanglich mit dem 416 mithalten kann wage ich sehr zu bezweifeln (ist ja auch bei Neumann vs. Rode nicht der Fall), aber wenn der Clone nur ETWAS schlechter ist als das Original, dann solltest Du evtl. überlegen, ob Du nicht ähnlich enttäuscht wärst, wenn Du ein original 416 eingesetzt hättest.
...
In diesem Zusammenhang von einem "Clone" zu sprechen ist etwas sehr optimistisch. Wiki sagt dass Klonen "Erzeugung eines oder mehrerer genetisch identischer Individuen von Lebewesen" ist.
Hier haben wir keine Lebewesen, aber klonen impliziert doch irgendwie die Erzeugung einer absolut identischen Kopie. DAS IST HIER NICHT DER FALL!
Das MKH416 ist wie allgemein bekannt ist ein HF Kondensatormikrofon, beim Syncro steht unter technische Daten "Transducer Back Electret Condenser". Das ist schon mal ein himmelweiter Unterschied wie zwischen Benziner und Dieselmotor.
Die beiden Videos erscheinen (mir persönlich!) gefaket. 2 völlig unterschiedliche Mikrofone sollen so identisch klingen dass selbst bei direktem Umschalten kein oder kaum ein Unterschied zu hören ist!?! Ich glaube dass meine Ohren immer noch in Ordnung sind.
Beim 2. Video wird immerhin bei 14:00 zugegeben dass eine "kleine" Anpassung von -10 und +5dB (!!!) vorgenommen wurde.
Es gibt heute Programme die den Klang verschiedener Mikros angleichen können. Stichwort Mikrofon modelling. Damit kann man dann ein SM58 wie ein U87 klingen lassen. Trotzdem hat das SM58 die U87 noch nicht aus den Studios verdrängt.
Antwort von Frank Glencairn:
mikroguenni hat geschrieben:
Damit kann man dann ein SM58 wie ein U87 klingen lassen. Trotzdem hat das SM58 die U87 noch nicht aus den Studios verdrängt.
Warum eigentlich nicht?
Antwort von mikroguenni:
Die Frage ist wohl nicht ernst gemeint!
Antwort von Frank Glencairn:
mikroguenni hat geschrieben:
Die Frage ist wohl nicht ernst gemeint!
Total ernst gemeint - du hast doch gesagt daß man damit ein ein SM58 wie ein U87 klingen lassen kann.
Wenn das wahr ist - was wäre dann noch ein Kaufargument für ein U87?
Antwort von mikroguenni:
Da hast du mich eiskalt erwischt!
Das kommt davon wenn man vollmundige Werbeaussagen einfach kopiert.
Ansonsten hast du natürlich recht: "wenn das wahr wäre" ... dann bräuchte man kein U87 mehr und auch kein MKH416.
...wenn das Wörtchen wenn nicht wär, wär ich längst ein Millionär...
Antwort von Blackbox:
@mikroguenni
Ja, das mit dem Clone war von mir nicht lexikalisch gemeint, sondern umgangssprachlich, und da fällt schon sehr deutlich auf, dass das Design ein Clon vom 416 ist.
Wer sich nicht ausgkennt sieht erstmal keinen Unterschied.
Dass (umgangssprachliche) Clone mit den Originalen nicht mithalten können ist ja die Regel, und Ausnahmen sind recht rar gesät.
Die ersten Rode Mikros waren ja auch schlechter (abgesehen von der beeindruckenden Rauscharmut) als die Neumann Originale.
Dennoch kann es vorkommen, dass das Preis-Leistungsverhältnis, je nach Anwendungskontextj, der 'Clone' besser ist als das der besseren Originale.
@Frank Glencairn
Evtl. könntest Du mitteilen, was Dich bei dem von Dir getesteten Exemplar oder Vorserienmodell des geklonten Richtrohrs gestört hat?
Würde ja u.U. dem TE helfen können.
Beim von ihm eingestellten Tonschnipsel kann ich erstmal keinen Defekt des Richtrohrs heraushören.
Antwort von Frank Glencairn:
Blackbox hat geschrieben:
Evtl. könntest Du mitteilen, was Dich bei dem von Dir getesteten Exemplar oder Vorserienmodell des geklonten Richtrohrs gestört hat?
Das hat geklungen als würde ich in eine Blechdose sprechen - absolut jenseits von Gut und Böse.
Das Teil hatte eindeutig ne massive Macke (Transportschaden vielleicht), da ging es nicht mehr um irgendwelche Nuancen, die man nur mit Kopfhörern erkennt.
Ich bin ziemlich sicher daß die Serien Mikros um Kassen besser klingen - das war jedenfalls nicht normal.