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Interview - Ton angeln - Wie Mikrofon positionieren?




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Frage von Paul*Berlin:


Zuerst ein großen TACH an die Community! Ich freue mich, jetzt hier dabei zu sein, und bedanke bei slashCAM für die ganze Cam-Tests! DIe haben mir bei meiner Entscheidung (;letztendlich zur Panasonic HDC-SD 300 vor wenigen Wochen) absolut weitergeholfen!

Zum Thema:
Ich werde am Donnerstag ein Interview für eine Bekannte filmen. Sprich sie führt das Interview und ich kümmere mich komplett um die Technik. Dazu gehört (;wie eingangs schon erwähnt) die Panasonic HDC-SD 300, dazu ein Bilora 936 Stativ und ein Richtrohrmikro (;t.bone EM9600). Bei dem Interview werde ich das Mikro an einem Galgen-Mikrofonstativ befestigen, ich hoffe ich kann es als Overhead-Stativ benutzen (;170cm Höhe, 100cm Galgen) könnte knapp werden, aber der Interviewpartner wird ja sitzen.

So, wechseln wir jetzt also sozusagen von der Totalen in die Nahaufnahme. :D

Ich gebe unumwunden zu, es wird das erste Mal sein, dass ich mit meiner oben erwähnten neuen Cam etwas ernsthaft filmen werde (;habe davor aber ein Jahr lang intensiv mit der VP-MX20 von Samsung gearbeitet, werde diese auch weiterhin benutzen, auch beim Interview am Donnerstag, um eine Nahaufnahme des Interviewpartners (;für Schnitte) oder einen Gegenschuss meiner Bekannten zu erstellen, das werde ich noch mit ihr klären, ob sie dabei zu sehen sein will. Es ist letztendlich auch nur für die Schule, aber dann doch für eine wichtige Prüfung, deshalb will ich mir noch mehr Mühe geben, abgesehen davon, dass es eine perfekte Möglichkeit zum üben ist.) und es ist auch das erste Mal, dass ich mit einem externen Mikro arbeite. Wenn ich den Ton von oben aufnehme, wovon ich ausgehe, muss das Mikrofon dann direkt über dem Interviewpartner (;also quasi im 90° Winkel) oder mehr vor ihm, so dass das Mikrofon mehr auf den Mund gerichtet werden kann, also quasi im 45° Winkel, positioniert werden?

Also eigentlich eine lange Rede für einen kurzen Sinn. Ich bin dankbar für jede Hilfe!




Antwort von tommyb:

Geh logisch an die Sache ran:
Wenn ich mich mit dem Rücken zu Dir drehe und etwas sage, wie gut wirst Du mich dann verstehen?

Wenn ich mich nun umdrehe und etwas in deine Richtung sage, wie gut verstehst Du mich dann?


Dein RichtmikrofonRichtmikrofon im Glossar erklärt ist wie der Name schon sagt "gerichtet". Das heißt aber auch, dass Du es auf die Schallquelle richten musst. Die Schallquelle ist nicht der Wirbel im Haar und auch nicht das Ohr sondern der Mund.

Du musst dein RichtmikrofonRichtmikrofon im Glossar erklärt also auf den Mund richten, in welchem Winkel Du das wiederum machst ist eigentlich Wurst, wichtig ist der Abstand zur Schallquelle. Wenn Du das Mikro also nicht direkt von oben kommen lässt aber auch nicht im 45° Winkel sondern eher irgendwo dazwischen - dann sollte der perfekte Kompromiss zwischen "nah dran" und "Schallquelle direkt im Wirkungsbereich" getroffen sein ohne dabei das Mirkofon im Bild zu haben.


Nimm auf jedem Fall auch einen Kopfhörer mit um den Ton zu kontrollieren, denn Du musst exakt auf den Mund "richten", alles andere würde ggf. nur dazu führen, dass Hintergrundgeräusche lauter sind als möglich.

Alternativ kann man so ein Richtmikro auch von unten kommen lassen, denn viele Leute sprechen eher nach unten denn direkt gerade aus. Eine weitere Alternative - besonders in deinem Fall - wäre ein Ansteckmikrofon. Damit muss man keine Galgen aufbauen und hat nahezu immer gute Sprachaufnahmen.



Antwort von Paul*Berlin:

Hi tommyb,
Danke für deine Antwort! Eben diesen Gedanke, dass Menschen nicht mit den Haaren sprechen, hatte ich auch, nur habe ich es schon öfter gesehen, dass ein Overhead-Mikro direkt über dem Kopf positioniert war. So sah es jedenfalls für mich aus. Darum fragte ich. Und du hast mich in meinen Gedanken bestätigt! :D Und wenn das Galgen-Stativ nicht groß genug ist, dann mus ich ja sowieso von unten den Ton abnehmen, das würde natürlich schlecht gehen, wenn er an einem Tisch sitzt, aber das wird schon klappen. Ich kann dann ja auch immer noch entscheiden, ob das Mikro im Bild zu sehen sein soll oder nicht.

Mit Kopfhörern werde ich auf jeden Fall aufnehmen, die neue Cam hat ja zum Glück auch einen entsprechenden Miniklinkenausgang, bei meiner alten Cam musste ich immer ein A/V-kabel anschließen, daran einen Chinc-Kline Adapter... Naja, egal.

Achso, ich vergaß zu erwähnen: Ansteckmikros sind in meinem "Finanzplan" erstmal nicht vorgesehen, diese wären zwar sicherlich sinnvoll, lassen sich aber letztendlich zu selten verwenden, als dass sich die Anschaffung lohnt. Und einen Ton-Assi habe ich ebenso wenig wie eine richtige Tonangel, nur eine umfunktionierte Angel, die dann aber auch fast 3 1/2 m lang ist und in der Länge nicht variabel ist...

Danke für deine Beratung!



Antwort von domain:

Auf keinen Fall kannst du die Aufgabe propädeutisch und theoretisch vor den eigentlich wichtigen Aufnahmen abhandeln.
Probieren geht über studieren. Die wenigsten Richtmikros haben einen extrem engen Aufnahmewinkel.
Also in Testaufnahmen vorher Versuche machen: z.B. das Mikro genau zwischen die beiden Personen richten. Kann durchaus brauchbare Pegel für beide Personen ergeben.



Antwort von Paul*Berlin:

Hi domain,
Dank auch dir für deine Antwort. Ich werde das ganze mal ausprobieren, aber nicht mehr jetzt. Ich werde dann natürlich auch versuchen, dran zu denken, wie der Dreh vom Interview war... Ins Netz kann ich den Film aber wohl leider nicht.

Aber noch eine andere Frage: Muss ich mir Gedanken über die Lichtverhältnisse machen? Ich hab bei mir zu hause auch einen Scheinwerfer mit Stativ rumstehen, aber der hat auch 300W. Das kommt glaube ich gar nicht gut, wenn man irgendwo hin kommt, und dann auch noch 300W aus der Steckdose ziehen will. Der Interviewte hat ja auch nichts vom Interview, keine Mehrverkäufe oder so... Wenn ein Team von der ARD einen Autor besucht, kann der ja hoffen, dass ein paar Zuschauer seinen Namen googeln und vllt. was kaufen. Da ist es dann auch nicht so schlimm, wenn die dann ein paar Scheinwerfer anschließen... Taugen die ganz kleinen PAR16-Scheinwerfer mit 50 oder 75W Halogen-Lampe für solche Situationen was?



Antwort von pardalis:

Hallo,

ich würde mir Ansteckmikrofone und einen Lichtkoffer ausleihen; damit bist du mit ca. 100 Euro Investition auf der sicheren Seite

viele Grüße
uwe



Antwort von tommyb:

Nur weil nicht das tolle ARD-Team da ist, heißt das noch lange nicht, dass man auf Licht verzichten muss.

50 oder 75 Watt reichen nicht besonders weit, 300W bringt schon etwas mehr. Besser sind aber mehrere Scheinwerfer (;sieh drei-Punkt Beleuchtung), denn auch 300W direkt vor den Latz geknallt bringen absolut gar nichts.



Antwort von Bernd E.:

"Paul*Berlin" wrote:
...Ansteckmikros sind in meinem "Finanzplan" erstmal nicht vorgesehen, diese wären zwar sicherlich sinnvoll, lassen sich aber letztendlich zu selten verwenden, als dass sich die Anschaffung lohnt...

Du bekommst von Herstellern wie Audio Technica u.a. durchaus brauchbare Ansteckmikros schon für unter 40 Euro - für solche Aufnahmen wird ja keine Broadcastqualität benötigt (;genausowenig wie eine Funkverbindung zur Kamera).
Die vorige Aufnahme dieser Art habe ich allerdings zur vollen Zufriedenheit aller Beteiligten auch mit einem RichtmikrofonRichtmikrofon im Glossar erklärt am Galgen knapp oberhalb des Bildausschnitts und in einem geschätzten Winkel von 50 Grad gedreht.

"Paul*Berlin" wrote:
...Das kommt glaube ich gar nicht gut, wenn man irgendwo hin kommt, und dann auch noch 300W aus der Steckdose ziehen will...

Deine Rücksichtnahme in Ehren, aber ein 300W-Scheinwerfer saugt über die Dauer des Interviews nicht gleich das ganze E-Werk leer. Wenn die Lichtsituation des Raums es erfordert, verbessert etwas zusätzliches Licht deine Aufnahme ganz gewaltig. Pack dazu noch einen Reflektor zum Aufhellen ein (;kann auch Eigenbau sein), dann lässt sich da schon was machen.



Antwort von rush:

Weiterhin sorgt Licht ja auch für einen weiteren Hauch von Professionalität gegenüber dem "Kunden"... sofern es nicht unbedingt der Bauscheinwerfer aus'M Baumarkt ist :) Der macht natürlich auch Licht aber wirkt dann doch eher unprofessionell.




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