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Grundeinrichtung Flycam / Steadycam



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Frage von BenderBieger:


Servus,

ich habe mir nach längerer Recherche die "U-Flycam" (das berühmt-berüchtigte Indien-Modell, 150 Euro) bestellt, da ich im Grunde als Einsteiger erst einmal mit einem einfachen Gerät üben wollte, vor allem, um herauszufinden, worauf es bei einem solchen Gerät ankommt, um dies bei einem zukünftigen Kauf berücksichtigen zu können.

Über die Vor- und Nachteile des Gerätes geht es mir hier nicht, es ist natürlich klar, dass es viele andere und sicherlich auch bessere Teile gibt.
Auch die Tatsache, dass es viel Übung erfordert, ein solches System zu bedienen, ist mir natürlich bekannt.

Meine Frage bezieht sich vielmehr auf die Grundeinstellung einer solchen Flycam.

Das System in ein derartiges Gleichgewicht zu bekommen, dass die Kamera in allen Achsen lotrecht steht, stellt ja kein großes Problem dar.
Was mich aber irritiert, sind die vielen Unbekannten dieser Gleichung:
ich kann dieses Gleichgewicht erreichen, indem ich unten/oben die Gewichtsmenge verändere, ich kann dies durch Gewichtsverlagerung erreichen und das dann in horizontaler UND vertikaler Richtung.

Da meine Cam (HF100) wohl zu leicht war, habe ich sie mit Fisheye und zusätzlichen Unterlegscheiben nun auf knapp über 800g gebracht, im untern Bereich KEINE Gewichte angebracht (alles wird über eine dieser Zusatzstangen austariert) und habe so einen recht stabilen Eindruck des Ganzen.

Ich habe es nun soweit gebracht, dass der Pendeltest bei etwa 1-1,5 Sekunden liegt, ein Test mit ruckartigem Vorwärts- und Seitwärtsbewegungen wird super abgefangen und mein Marsch die Treppe herauf geschieht nahezu ohne Ruckler.

Aber: wenn die Cam erst einmal schwingt, ist es aus.
Sie pendelt dann x-Mal stark nach und schaukelt somit mehr als eine Costa Concordia in ihren Blütezeiten :-/

Oder ist das Ding immer noch zu leicht für die U-Flycam? Macht mich halt stutzig, dass ich nicht ein einziges von den Gewichten verwenden kann/muss...

Ich habe leider weder bei Tante Google noch bei YouTube entsprechende Tutorials gefunden, die dies grundlegend erklären würden, wie das Ausschwingverhalten sein sollte und wie man das am besten hinbekommt.

Ich würde mich über Hilfe sehr freuen, da sich mir der Nutzen eines solchen Gerätes im momentanen Status leider nicht wirklich erschließt.

Vielen Dank im Voraus.



Antwort von deti:

Aber: wenn die Cam erst einmal schwingt, ist es aus.
Sie pendelt dann x-Mal stark nach und schaukelt somit mehr als eine Costa Concordia in ihren Blütezeiten :-/
Das ist ein normales Verhalten - du musst eben versuchen diese Schwingung gar nicht erst aufkommen zu lassen. Erklärbar ist das physikalisch allemal: Impulserhaltung. Die Bremswirkung besteht ja lediglich durch die Reibung der kardanischen Aufhängung und die Erdanziehungskraft, die durch das Ungleichgewicht zwischen den beiden Enden der Verbindungsstange besteht.

Deti



Antwort von lilixxl:

Ich habe keine eigene Erfahrung damit, aber hier gerade gelesen, dass es offensichtlich ein "optimale" Gesamtgewicht gibt:

https://www.slashcam.de/info/BEste-Stea ... 97769.html

3. Die richtige Höhe des Gewichts. Ist das Gewicht absolut zu klein, kippt die Kamera auf jeden Fall sofort in die Richtung, die die Schwerkraft vorgibt, in deinem Fall nach vorn. Das Minimalgewicht zieht die Kamera, wenn du sie losläßt, wieder in die Gerade zurück, wobei sie einige - tendenziell wenige - ziemlich ausholende Pendelbewegungen macht, bevor sie ausgependelt ist. Je mehr Gewicht du nun hinzufügst, desto kürzer werden die Schwingungen. Das ideale Gegengewicht ist erreicht, wenn du die Kamera anstößt und sie sofort in die Ausgangsposition zurückkehrt, ohne nochmal in Gegenrichtung zu schwingen.
Wenn das ideale Gewicht überschritten ist, passiert das Gegenteil: Die Kamera macht nun nur noch sehr kurze Pendelbewegungen, die aber sehr lange andauern, bis der Schwung aufgebraucht ist. Es ist ein Irrtum, dass das Gegengewicht gar nicht hoch genug sein kann. Klar, dass bei zwei Kilogramm Gegengewicht sich nicht mehr viel bewegt, aber erstens geht das zu Lasten deiner Gelenke und zweitens kommt bei schnellen Bewegungen die Fliehkraft ins Spiel. Wenn das Ding dann einmal wackelt, ist alles zu spät.





Antwort von Axel:

Vorab: Ich bin kein Experte und auch kein Könner.

Aber ich habe die U-Flycam austariert bekommen, mit der insgesamt ~ 600g leichten GH2. Dabei habe ich nur den Bogen, unten so eine "Doppelschelle", um einen der kurzen Stäbe "auf mich" zu richten, und an dessen Ende die zweite Doppelschelle als "counter weight". Klappe ich das Display aus (nach links), muss ich das Gegengewicht leicht nach rechts drehen, intuitiv, so ungefähr.

Aber: wenn die Cam erst einmal schwingt, ist es aus.

Ich vermute, du hast zuviel Gewicht unten. Ansonsten, falls du Englisch gut beherrschst, gibt es auf der Tiffen-Seite (Mitte links) das Handbuch zur SteadicamSteadicam im Glossar erklärt Merlin, vom Erfinder der SteadicamSteadicam im Glossar erklärt Garret Brown, zum pdf-Download.

Abgesehen von der von dir erwähnten Übung gibt es noch die Tatsache zu bedenken, dass Bewegungen, die die Kamera zum Rotieren bringen können (unvermeidlich vom Prinzip her, die Kamera muss frei schwingen können) und die physikalisch mit Trägheit und Schwungmasse und sowas zu tun haben, mit der linken Hand (falls du Rechtshänder bist) kontrolliert werden müssen, die darum die "Führungshand" heißt. Du berührst (nicht mehr!) bei abrupten Richtungswechseln und so den Ring oberhalb des Gelenks, um diese Pendelbewegung rechtzeitig abzubremsen und auch, um z.B. einen Schwenk machen zu können.

Mir selbst war die U-Flycam dann schon wieder zu schwer, und ich kaufte ein absolutes Mini-Teil, die Hague MMC. Sieht lächerlich aus, funktioniert aber ebenso wie die U-Flycam.



Antwort von le.sas:

Das ist zwar alles shon ziemlich richtig, aber viele Erklärungen sind unvollständig.
DIe Steadycam ist ein sehr komplexes System, ich würde mir entweder ein Buch darüber kaufen, oder einen Workshop machen.
Die Tips hier und sonst im Netzt sind einfach viel zu unvollständig und erklären nicht richtig, worauf es ankommt.



Antwort von BenderBieger:

Besten Dank für eure sachlichen und fachlichen Ratschläge.

@deti: daran habe ich noch gar nicht gedacht, klingt aber einleuchtend.
Wohin soll denn die Energie, wenn dort ein paar hundert Gramm einen Impuls bekommen. Stimmt.

@lilixxl: diesen Text habe ich ebenfalls gefunden und grade das hat mich besonders stutzig gemacht:
Das ideale Gegengewicht ist erreicht, wenn du die Kamera anstößt und sie sofort in die Ausgangsposition zurückkehrt, ohne nochmal in Gegenrichtung zu schwingen.
Widerspricht sich meiner Meinung ja leider auch mit der physikalischen Erklärung von deti. Hm...

@Axel: ich bin im Grunde auf die selbe Einrichtung gekommen, nur mit einem Unterschied: es funktioniert nur, wenn ich die Kamera extrem weit hinten anbringe, also eigentlich weit weg von der schwerpunktmäßigen Idealposition mittig über dem Kardangelenk.
Wenn ich das NICHT mache, kippt mir alles nach vorn. Und um das zu korrigieren, brauche ich unten längere Stäbe nach hinten (also in "meine" Richtung). Und die sind wieder zu schwer und machen nun den unteren Teil im Vergleich zu oben einfach zu dominant.

Ich habe es nun besser hinbekommen, indem ich oben noch mehr Gewicht draufgekracht habe: 2 fette Unterlegscheiben und 2 mitgelieferte rechteckige Gewichte. Nun dauert der Pendeltest rund 2-3 Sekunden.
Pendelt aber auch ewig nach.
Werde damit erstmal weitertesten.

@le.sas: kannst du denn eventuell ein gutes Buch empfehlen, welches sich grundlegend mit dieser Technik beschäftigt und nicht nur einzelne Systeme bestimmter Hersteller umfasst?



Antwort von le.sas:

a steadycams operator handbook.
das befasst sich fast hauptsächlich mit der "echten" film-steadycam mit weste und arm, aber sobald du ein kardanisches gelenk, einen beweglichen schlitten oben und veränderbare gegengewichte unten hast, hast du eine steadycam, und alles physikalische lässt sich auf jedes dieser systeme anwenden.
hautsache du hast keine dieser pseudo steadcams ohne kardanisches gelenk, dann kannst du nämlich genau so gut einen ast dafür nehmen.
flycam halte ich übrigens für absolut ungeeignet.

noch geiler wäre es natürlich wenn du dir nen operator aus deiner nähe suchst, ihm kohle in die hand drückst und dir das mal 3-4 std erklären lässt.

das richtige einstellen und ausbalancieren einer steadycam ist nur die halbe miete, man muss auch wissen damit umzugehen- wie man zb richtig anläuft und stopt, don juan, und die ganzen stellungen, denn nur mit können wird daraus auch was ordentliches.



Antwort von ennui:

Klingt, als sei sie unten noch zu schwer/lang ausgefahren. Einen guten Test fand ich immer das ruckartige nach vorn und zurück bewegen, dabei sollte die Steadycam durch die Trägheit nicht ins Schwingen kommen. Falls doch, stimmt die Gewichtsverteilung nicht.



Antwort von wenzel chris:

bau einen stossdämpfer ein



Antwort von Bilderspiele:

bau einen stossdämpfer ein

Zu viele Mädels abgelichtet ;-)

Hier eine mit Stossdämpfer (ganz oben am Micro)



Antwort von BenderBieger:

So, ich habe meine ersten längeren Testaufnahmen gemacht (oben viel und unten kaum Gewicht montiert) und möchte es vielleicht noch mal kurz zusammenfassen:

-es macht wirklich Spaß
-für mich als bisherigen Stativ- bzw. Freihandfilmer bieten sich nun völlig neue Optiken und Stilmittel an
-eine einzige (!!) Aufnahme gelang mir wirklich perfekt, als ich, mehr intuitiv, einen Finger der linken Hand zur seichten Stabilisierung eingesetzt habe
-starker/mäßiger Wind ist Gift für eine solch "leichte" Konstruktion
-...und die Bedienung geht trotz leichter Cam ganz schön in die Knochen :D
-für freie Dreharbeiten ein feines Tool, für Auftragsproduktionen (zumindest mit meinem momentanen Skill-Level) ungeeignet
-die zweite Anschaffung nach einer "guten" Cam wird eine (semi?)-professionelle Steadycam sein

Ich kann jedem Anfänger nur empfehlen, sich ebenfalls ein solches System zum Üben zuzulegen.
Der erste Auto ist ja auch nur selten ein 911er :D
Und wenn dieses Übungssystem an seine (wohl unvermeindlichen?) Grenzen stößt, sind die 100..300 Euro durch eBay und CO sicherlich nicht ganz zum Fenster rausgeworfen.

Danke nochmal an alle Helfer und Tipp-Geber.



Antwort von Bilderspiele:

Und nenn es bitte SteadicamSteadicam im Glossar erklärt (mit "i"), wenn du auf die Suche gehst ;-)



Antwort von hdpixl:

Hallo, könnt ihr mich auch bitte weiterhelfen? :)

Ich such noch die Grundeinrichtung/-einstellung mit meinen Set

Gh2 + 14mm Pancake und FlycamNano(ebay).

1)Die Kamera mit dem Pancake ist so leicht, das keine Gewichte nötig sind?! Hat da jemand doch es mit Gewichte eingestellt?

2)Weiters, ich weiß nie was für Einstellungen in der Kamera einstellen sollte.
Meist 24p Mode 1/50 oder 1/100. Bei schnellen Schwenks ruckelt es bzw. so Art zittern bekomm in das footage.

Wäre hier 720p und 50fps besser für Schwenks oder ein firmwarehack?

3) stellt ihr den AF auf AF-C oder stellt ihr einmal scharf od tippt auf das Display? (Verwendung auf Steadicam)



Antwort von le.sas:

Die Steadycam ist keine Wunderwaffe mit der jeder plötzlich die saubersten Fahrten hinbekommt.
Vielleicht solltest du dich erstmal mit deiner Kamera auseinandersetzen und dich allgemein etwas informieren, dann sind auch hoffentlich bald so Fragen wie "Kann ich bei meiner 800g Kamera auf einer Steadycam aufs Display tippen..." obsolet.

Also kleiner Vorgeschmack sei dir gesagt dass selbst ein kleiner Windhauch dein System ins wackeln bringt.

Dann noch kurz ein bißchen an der Rechtschreibung arbeiten und du bist auf dem Besten Weg.




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