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Festplatten für Schnittsystem optimal einrichten




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Frage von JMS Productions:


Hallo

Ich komme gleich zur Sache:
Ich habe 2 interne SATA-Festplatten die jeweils 250 GB groß sind. Wären insgesamt also 500 GB. Eine Sata-Platte ist aber schneller als die andere (;16 MB Cache, die andere hat nur 8 MB Cache). Deswegen habe ich die schnellere als Systemfestplatte formatiert und Windows drauf installiert. Außerdem habe ich noch 2 externe Festplatten. Eine mit 250 GB, die andere (;neuere) mit 400 GB. Effektiv sind es ~375 GB.

Bisher habe ich nicht großartig geachtet, wie die Festplatten für ein optimales Schnittsystem am Besten konfiguriert werden. Ich habe bisher einfach die Videos in den vom Schnittprogramm angelegten Ordner gespeichert... Beim Durchforsten dieses Forums habe ich aber mitbekommen, dass es durchaus eine Leistungssteigerung gäbe, wenn ich gezielt partitioniere und Dinge voneinander trenne.

Mein PC ist gerade frisch formatiert, es ist also außer dem frischen Windows nichts installiert. Meine Schnittprogramme wären die Adobe Production Suite und Magix Video deluxe.

Dass die Programme auf C kommen, kann ich mir denken, aber wie soll ich nun weiter verfahren? Wo soll das Rohmaterial hin, wo sollen meine Eigenen Dateien (;mit ca 200 MP3s mit einem großen Archiv an Liedern, SpecialSounds und Atmos) hin? Wo soll ich meine Projekte abspeichern? Etc...

Außerdem habe ich nun auch (;auf Markus' Tipp hin) vor, meinen Rechner regelmäßig mit Backups zu versorgen. Diese müssen ja nun auch irgendwo hin?!

Also nochmal übersichtlich dargestellt:

2 Interne HDDs á 250 GB
2 Externe HDDs á 250 GB und 375 GB

Wäre echt super, wenn mir jemand Tipps geben könnte!




Antwort von hansreinhard:

Hi,
dass eine Festplatte mit 16 MB Cache schneller ist als eine mit 8 MB, stimmt nur für große Dateien. Für kleine Dateien, wie sie das Betriebssystem meistens bewegt, bedeuten 8 MB Cache im Zweifelsfall einen schnelleren Input/Output, da der kleinere Cache schneller gefüllt und geleert wird als der große. Zum Handling von großen Video/Audio Dateien eignet sich die Platte mit dem größeren Cache dagegen besser.
Ich würde vorschlagen:
Betriebssystem auf die interne Platte mit dem kleineren Cache, die Video/Audio/Render-Dateien auf die interne Platte mit dem 16 MB Cache.
Die mp3-Dateien und Archivsounds können - technisch gesehen - gerne auf der Systemplatte liegen, da das Abspielen selbiger keine nennenswerte Belastung der Systempartition bedeutet; was allerdings für eine Speicherung der mp3's auf der zweiten Platte spricht, sind die Backup-Aspekte und der Umstand, wenn selbige öfter mal teilweise gelöscht, neue hinzugefügt usw. werden, denn das würde sonst eine unerwünschte Fragmentierung der Systemplatte bedeuten, die vermieden werden sollte.
Welche Art von Video-Daten willst du denn bearbeiten? Bei DV- und HDV-Dateien ist die DatenrateDatenrate im Glossar erklärt nicht so hoch, als dass nicht eine halbwegs moderen Platte mehrere Ströme gleichzeitig abspielen könnte. Bei HDVHDV im Glossar erklärt oder gar AVCHDAVCHD im Glossar erklärt Dateien spielt vielmehr die Leistungsfähigkeit von CPU und RAM eine Rolle.
Zum Backup würde ich auf alle Fälle eine externe Festplatte verwenden, denn nur diese - wenn sie nur zu Backupzwecken angeschlossen wird und ansonsten brav im Schrank ruht - hält ein vernünftiges Backup der Daten bereit. Die Schnittdaten deiner Editing-Software sollten also auch auf die 2. Platte und mit gebackuped werden. 250 Gb werden allerding überraschend schnell voll sein....

LG Hans



Antwort von Alan Smithee:

"hansreinhard" wrote:

...dass eine Festplatte mit 16 MB Cache schneller ist als eine mit 8 MB, stimmt nur für große Dateien. Für kleine Dateien, wie sie das Betriebssystem meistens bewegt, bedeuten 8 MB Cache im Zweifelsfall einen schnelleren Input/Output, da der kleinere Cache schneller gefüllt und geleert wird als der große. Zum Handling von großen Video/Audio Dateien eignet sich die Platte mit dem größeren Cache dagegen besser.
...


Dies ist nicht so.

Festplattencache kann seine Vorteile bei auf der Festplatte verstreuten Daten ausspielen. Wenn auf viele kleine Dateien wiederholt zugegriffen wird - von denen man ausgeht, dass sie sich auf verschiedenen Spuren befinden werden - so können diese Daten ggf. aus dem Cache geholt werden. Große Dateien werden von dem Betriebssystem möglichst zusammenhängend geschrieben, d.h. möglichst zylinderweise, so dass sie mit wenigen Kopfpositionierungen (;und kurzen Kopfpositionierungswegen) ausgelesen werden können. Der Cache bringt in so einem Fall kaum etwas, da eine große Datei erheblich größer als der Cache ist, der Großteil der Daten muss in so einem Fall sowieso von der Platte gelesen werden.

Ein Plattencache braucht auch nicht geleert werden.

Es gilt:
1. Viel hilft viel
2. Der Cache ist bei kleinen, fragmentierten Dateien besonders nützlich

Wenn ich 2 identische Platten mit unterschiedlichen Cachegrößen hätte, so würde ich die mit dem größeren Cache als Systemplatte benutzen und die mit dem kleineren Cache für Video- + Audio-Dateien.



Antwort von JMS Productions:

"hansreinhard" wrote:

Ich würde vorschlagen:
Betriebssystem auf die interne Platte mit dem kleineren Cache, die Video/Audio/Render-Dateien auf die interne Platte mit dem 16 MB Cache.

Ich kenne mich leider im Festplattengebiet überhaupt nicht aus, bin jetzt deshalb auch etwas verwirrt, weil Alan Smithee anderer Meinung ist. Meine bisherige Konfiguration entspricht aber Alan Smithee's Vorschlag: Mein Windoof ist momentan auf der Platte mit dem schnelleren Cache. Falls das jetzt aber falsch sein sollte, lässt sich das auch schnell ändern?!
"hansreinhard" wrote:

Die mp3-Dateien und Archivsounds können - technisch gesehen - gerne auf der Systemplatte liegen... ...was allerdings für eine Speicherung der mp3's auf der zweiten Platte spricht, sind die Backup-Aspekte.

Ja, das scheint mir nun wieder logischer zu sein. Ich hätte mir das Ganze so vorgestellt (;Bitte kommentieren bzw. kritisieren, falls etwas falsch sein sollte):

Festplatte 1 (;schneller 16 MB Cache):
Partition C: Windows+Programme (;Schnittprogramme, diverse andere nötige Programme)
Partition D: Eigene Dateien (;beinhaltet die MP3s, Archivsounds, Footage, etc)

Festplatte 2 (;langsamer 8 MB Cache):
Partition E: Per FireWire eingespielte "Rohvideos" bzw Projektdateien der Schnittprogramme. Ggf kommen hier dann auch fertig gerenderte Videos drauf, gerenderte Zwischensequenzen, o.Ä. ???

Externe Festplatte 1 (;die Größere mit 375 GB):
Partition F: Backup-Dateien (;Backupfestplatte)

Externe Festplatte 2 (;die Kleinere mit 250 GB):
Noch frei - für was könnte ich die verwenden?

"hansreinhard" wrote:

Welche Art von Video-Daten willst du denn bearbeiten? Bei DV- und HDV-Dateien ist die DatenrateDatenrate im Glossar erklärt nicht so hoch, als dass nicht eine halbwegs moderen Platte mehrere Ströme gleichzeitig abspielen könnte. Bei HDVHDV im Glossar erklärt oder gar AVCHDAVCHD im Glossar erklärt Dateien spielt vielmehr die Leistungsfähigkeit von CPU und RAM eine Rolle.

Also ich bearbeite "momentan" noch DV. Könnte aber sein, dass irgendwann auch mal HDVHDV im Glossar erklärt kommt...

"hansreinhard" wrote:

Die Schnittdaten deiner Editing-Software sollten also auch auf die 2. Platte und mit gebackuped werden.

Das verstehe ich jetzt nicht ganz. Nach meiner obigen Konfiguration liegen die Installationsprogramme (;nur Programme) auf C:\;Programme
Dort ist also dann Magix und Premiere etc installiert. Die Videoprojektdateien, die jedes Schnittprogramm erstellt, lege ich ja aber auf Festplatte 2 (;Partition E). Das kann man ja im Schnittprogramm dauerhaft einstellen, wo das Programm seine Projekte anlegen soll. Wenn ich nun mein System wiederherstellen müsste, so würde Partition C mit allen Programmen wiederhergestellt und es würden keinerlei Projekte, etc verloren gehen, da diese ja auf einer anderen Platte liegen. Ich könnte also nach dem Backup sofort und ohne Rückstand wieder weiterarbeiten. Oder nicht?

Vielen Dank für eure Hilfe :-)



Antwort von hansreinhard:

@ Alan: Nun, ich habs anders gelesen als du schreibst, würde mich aber auch von dir überzeugen lassen. Generell sagen aber alle Systembetreuer, die ich kenne, dass AV-Festplatten einen möglichst großen Cache haben sollten.

@ JMS
Quote:
Die Schnittdaten deiner Editing-Software sollten also auch auf die 2. Platte und mit gebackuped werden.
Das verstehe ich jetzt nicht ganz. Nach meiner obigen Konfiguration liegen die Installationsprogramme (;nur Programme) auf C:\;Programme

Äh... gibts da ein Missverständnis? Schnittdaten - also die Projektdaten - kämen auf deinen D-Partition oder die E-Partition. Vielleicht wäre die D-partition sogar die bessere, weil du die E-Partition ja vermutlich öfter mal komplett löschen wirst, ich es aber dennoch praktisch finde, auf frühere Projekte (;auch wenn die Video-Daten inzwischen offline sind) mal schnell zurückgreifen zu können, z.B. um nachzusehen, welchen speziell tollen Effekt du irgendwo verwendet hattest.

Ob du übrigens DV- oder HDV-Dateien bearbeitest, ist hinsichtlich DatenrateDatenrate im Glossar erklärt und Platzbedarf völlig egal, beide haben 25 Mbit/sec. Auf die Rechenleistung kommts bei HDVHDV im Glossar erklärt mehr an. Und das stundenlange Neurendern deines geschnittenen Projekts bevor du es dann auf HDVHDV im Glossar erklärt ausspielen kannst, wird den Unterschied machen.
Vielleicht kannst du die fertig gerenderten Filme ja auf die 2. externe Platte ablegen + evtl. die DVD-Daten dazu. Falls du von einem HDV-Projekt eine DVD-Video machen willst, musst du ja am Ende downkonvertieren auf 720 (;768) x 576 - für eine spätere BluRay-Herstellung wäre also eine gerenderte HDV-Version allemal nützlich.

Soweit meine Gedanken dazu...
Hans



Antwort von JMS Productions:

"hansreinhard" wrote:

Äh... gibts da ein Missverständnis? Schnittdaten - also die Projektdaten - kämen auf deinen D-Partition oder die E-Partition. Vielleicht wäre die D-partition sogar die bessere, weil du die E-Partition ja vermutlich öfter mal komplett löschen wirst, ich es aber dennoch praktisch finde, auf frühere Projekte (;auch wenn die Video-Daten inzwischen offline sind) mal schnell zurückgreifen zu können, z.B. um nachzusehen, welchen speziell tollen Effekt du irgendwo verwendet hattest.

OK, danke. Habe ich verstanden.
Jetzt habe ich noch eine Frage zum SP2 bei XP: In einigen älteren Beiträgen hat Markus geraten, man solle ja nie SP2 bei einem Videosystem verwenden. Nun "leider" ist das SP2 in meiner XP-CD schon integriert, es wird also ob ich will oder nicht immer mit installiert. Kannst du dazu auch Stellung nehmen? Vielleicht äußert sich ja Markus selbst noch dazu. Jedenfalls gab es bei mir bis jetzt noch keine komischen Ausfälle oder Probleme...



Antwort von hansreinhard:

Quote:
In einigen älteren Beiträgen hat Markus geraten, man solle ja nie SP2 bei einem Videosystem verwenden.

Also alle Schnittsysteme, die ich kenne, schreiben zwingend SP2 vor. Insofern wundert mich Markus' Meinung dazu.
LG Hans



Antwort von Alan Smithee:

"hansreinhard" wrote:
@ Alan: Nun, ich habs anders gelesen als du schreibst, würde mich aber auch von dir überzeugen lassen. Generell sagen aber alle Systembetreuer, die ich kenne, dass AV-Festplatten einen möglichst großen Cache haben sollten.


Generell gilt: Viel hilft viel

Ich glaube, dass diese Einschätzung noch aus Zeiten stammt, als es noch spezielle AV-Platten gab, damals mussten die Platten sich während des Betriebs rekalibrieren, d.h. wegen Wärmeausdehnung usw. die Köpfe hin und her fahren um die Spurlage zu justieren. Während dieser Zeit wurden natürlich keine neuen Daten ausgeliefert. Für einen konstanten DatenstromDatenstrom im Glossar erklärt musste diese Zeit irgendwie überbrückt werden, was man z.B. durch einen Cache abfedern kann.

Eine Platte für AV-Daten sollte eher einen hohen Datendurchsatz liefern können (;da ist eine hohe Drehzahl von Vorteil). AV-Daten bestehen üblicherweise aus großen Dateien, die möglichst zusammenhängend geschrieben werden. Daher sind beim Zugriff auf relativ wenige Kopfpositionierungen auf eine neue Spur nötig.
Systemdateien dagegen sind oft klein und auf der Platte verstreut und es wird üblicherweise häufiger auf verschiedene Systemdateien zugegriffen. Daher sind tendenziell für diese Zugriffe mehr Kopfpositionierungen notwendig, die vermieden werden können, wenn die angeforderten Daten schon im Cache gefunden werden.
So ist es z.B. gut, wenn das Inhaltsverzeichnis der Platte (;Directory) sich im Cache befindet, das Betriebssystem muss da nachschauen, wo es die nächste Datei (;bzw. den nächsten Teil einer Datei) auf der Platte findet. Dies ist eine Anfrage, die relativ oft vorkommt und ohne Cache jedesmal mindestens eine Kopfpositionierung (;meist sogar über einen größeren Weg) vornehmen müsste.



Antwort von hansreinhard:

... klingt plausibel.
Danke für die Info!

Hans




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