Die Amira ist eine fantastische Kamera! Ich glaube aber bei einer solchen Investition solltest du sie dir vorher leihen oder deine technischen Fragen direkt an Arri schicken. Wahrscheinlich gibt es nur sehr wenige erfahrene Amira Nutzer in diesem Forum. Vielleicht kann man bei einem Arri Händler eine Art "Probefahrt" vereinbaren? Hast ja schliesslich auch ein Kaufinteresse. Denn die Verleihpreise sind schon heftig. Hier in der Schweiz kostet die Amira pro Tag 1000.- CHF! Ohne Mehrwertsteuer.
Klar, das wäre dann der nächste Schritt. Allerdings ist dabei noch etwas zu beachten: Meine Filme leben extrem von ihrer Authentizität. Es könnte also rein theoretisch passieren, dass das Bild so schick aussieht, dass es wirklich wie ein Spielfilm wirkt. Und genau das darf nicht passieren. Bei mir geht es immer um echte Menschen mit echten Anliegen. Wie sehen die Mitlesenden das?
Ich habe mal in einem BTS Schnipsel gesehen dass die Sendung "Kittchen Impossible" auf Vox mit der Amira gedreht wird. Das ist dann wohl der Dokustyle den man aus der Kamera bekommen kann.
Versuche hier deine Fragen mal so gut es geht zu beantworten:
- kann man auf beiden Karten parallel aufnehmen?
Nein leider scheint Dual-Recording trotz der beiden CFast-Slots nicht zu funktionieren. Bei der Alexa-Serie mit den zwei SxS-Slots geht das aber.
Als Alternative, ein externer Monitor der parallel mitläuft.
Leider geht das Pre-Recording auch erst mit der Advanced-Lizenz.
- bringt bereits die Basis-Lizenz mit aktueller Firmware die Möglichkeit, 1920x1080 mit 25P in Mpeg-2-Long-GOP 50 Mbit MXF aufzunehmen?
Ja mit der Basis-Lizenz ist die MPEG-2 Long-Gop Aufzeichnung mit den
folgenden Bildraten möglich: 23.976p, 25p, 29.97p, 50i und 59.94i (Siehe Seite 118 des Manuals)
- welche eingebauten "Looks" bringt die Basislizenz mit? Kann man dazu irgendwo unbearbeitetes Rohmaterial sehen?
Es gibt anscheinend drei eingebaute Looks, die man in der Kamera speichern und bearbeiten kann. Für spätere Reserven sollte man das Material mit LLC709-Lut aufnehmen, LOG-C geht bei der Standard AMIRA nicht.
Wer nur tagesaktuell die 8bit braucht fährt damit auch eigentlich sehr gut, den wenn man mal LOG-C usw. braucht kann man sich jederzeit diese Funktionen/Lizenz Wochenweise dazu buchen: https://alshop.arri.de/catalog/amira_licenses
Rohmaterial sollte es auf ARRIs FTP geben, aber hier besser bei einem Verleiher mal testen.
Hier findest du den Zugang, für dich wäre dann der REC709 115Mbit Material eine grobe Orientierung, das REC709 der AMIRA sieht aber etwas anders aus. https://www.arri.com/camera/alexa/learn ... e_footage/
- bringt bereits die Basisversion mit aktueller Firmware diese Center-Scan-Funktion, die von Arri immer als Möglichkeit angepriesen wird, 16mm-Objektive zu verwenden? Ich gehe mal davon aus, dass das zugleich eine Möglichkeit ist, um bei einem 35-mm-Objektiv auf mehr Tele zu kommen.
Ja das sollte gehen, aber geht eher in Richtung 720p. Es sieht auch deutlich besser als das Nachträgliche Zoomen im HD Material aus. Bei MPEG-2 sollte der S16 auch funktionieren, habe da noch nichts gegenteiliges gelesen.
- wie gut ist der Tonteil? Kann ich ohne SQN direkt mit einem Kondensatormikrofon in den Eingang gehen und angeln?
Ja das kann man sehr gut, die Vorverstärker der AMIRA sind auf dem Niveau von den Einsteiger SoundDevice-Produkten (die haben das Audio-Modul sehr wahrscheinlich sogar entwickelt) und definitiv besser als das was Sony, Canon und Red so liefert. Die drei Eingänge lassen sich alle recht einfach auf der rechten Seite verstellen und die Pegel dann auf der linken Seite einstellen. Die Eingänge B+C sind auch mit digitalen Mikrofonen kompatibel.
Dazu kannst du auf dem vierten Kanal Kommentare über ein 0815 BT-Headset sprechen, damit sind dann Fragen aus dem Off besser zu verstehen und man hat noch zusätzliche Metadaten.
Im Manual findest du ab Seite 34 die ganze Funktionen und Möglichkeiten.
- hat jemand mal eine Amira mit einem Canon CN 7x17, Basisplatte, Kompendium und Akku auf eine Waage gestellt?
Meine Ikegami Editcam wiegt in dieser Konfiguration genau 9,3 Kilo - und die Amira sollte zumindest nicht schwerer sein.
Kann ich nicht beantworten, der Body hat mit Sucher knapp 5Kg, also dazu die Optik und noch ein paar hundert Gramm für die Baseplate, sollte nicht über 10Kg kommen mit der Optik.
Zum Rest, einfach zum nächsten Verleiher und für ein zwei Stunden die Kamera testen. Die Kollegen im Verleih freuen sich gerade im Winter, wenn man jemand mit was Süßem und Glühwein vorbei schaut ;-)
Würde an deiner stelle auch die knapp 3.000 Euro mehr für die Advanced AMIRA in die Hand nehmen, den ohne LOG-C und 10bit ist man echt aufgeschmissenen und die 200fps anstelle der 100fps bei der ECO sind auch ein Gewinn.
Pianist hat geschrieben:. Es könnte also rein theoretisch passieren, dass das Bild so schick aussieht, dass es wirklich wie ein Spielfilm wirkt. Und genau das darf nicht passieren. Bei mir geht es immer um echte Menschen mit echten Anliegen. Wie sehen die Mitlesenden das?
Die meisten Kameras ab einer bestimmten Liga (Arri, Red, BM, FS7 usw.) liefern alle Bilder, die mehr oder weniger gleich "schick" sind. D.h. ausreichender DR, Auflösung und Details.
Ich weiß jetzt nicht ob das "Anliegen" oder die "Echtheit" eines Menschen sehr darunter leidet, wenn auf seiner Glatze die Lichter nicht ausbrennen, die Kanten nicht schon in der Kamera künstlich aufgestellt, und die Farben nicht ganz so bonbonmäßig sind.
Starshine Pictures hat geschrieben: der Dokustyle den man aus der Kamera bekommen kann.
"Dokustyle". Aua.
Pianist hat geschrieben:Klar, das wäre dann der nächste Schritt. Allerdings ist dabei noch etwas zu beachten: Meine Filme leben extrem von ihrer Authentizität. Es könnte also rein theoretisch passieren, dass das Bild so schick aussieht, dass es wirklich wie ein Spielfilm wirkt. Und genau das darf nicht passieren. Bei mir geht es immer um echte Menschen mit echten Anliegen. Wie sehen die Mitlesenden das?
Matthias
Ich weiß, was Du meinst. Aber ist die FS7 nicht gerade exakt so (langweilig), daß dies hinhaut? Da ich sie mir auch kaufen wollte, habe ich viele Gradingbeispiele rausgesucht, die besten waren dann allerdings von einem professionellen polnischen Grading Studio. Ich denke, wenn Du Dir von einem wirklich guten (professionellen!) Grader eine FS7- Lut basteln lässt, dann könntest Du das gewünschte Bild mit der FS7 auch hinbekommen.
LUT geht aber nur im Cine-EI-Modus, dann ist man auf drei voreingestellte Weißabgleiche angewiesen. Immer dran denken: Ich möchte ein fertiges Bild haben und so wenig wie möglich anschließend daran machen müssen.
Dass die Amira aber nicht auf beiden Karten parallel aufnehmen kann, das wäre allerdings ein sehr unschönes Manko. Ich kann einfach besser schlafen, wenn ich doppelte Sicherheit direkt ab Kamera habe. Denn manchmal komme ich ja eine ganze Woche nicht zum Kopieren.
Ja, ich taste mich mal weiter vor. Kann ja sein, dass am Ende dabei herauskommt, dass ich bei der FS7 bleibe. Oder dass ich mir für wenig Geld eine Canon C500 beschaffe. Sowohl bei der FS7 als auch bei der C300/500 bin ich mir aber nicht sicher, ob man den Vocas-Griff so weit nach vorne bekäme, dass die Kamera mit einem Canon CN 7x17 vernünftig ausbalanciert ist.
Der serienmäßige FS7-Griff sitzt ja so weit hinten, dass die Kamera schon bei einem Sigma 18-35 samt Kompendium dermaßen frontlastig ist, dass man das nach kurzer Zeit in der Hand spürt. Morgen kommt der Vocas-Griff. Mal schauen, ob das dann besser wird.
Es kann also sein, dass eine 10-Kilo-Amira-CN7x17-Kombination ergonomischer ist als die viel leichtere FS7.
Pianist hat geschrieben:Denn manchmal komme ich ja eine ganze Woche nicht zum Kopieren.
Matthias
Wenn es um schnelles und unkompliziertes Kopieren geht, schau dir mal die neuen Geräte von NextoDI an. In den neuen NVS2801 einfach eine aktuelle 2TB SSD rein und extern eine externe 2TB 2,5" HDD und du hast schon zwei Backups.
Ohne Zubehör unterstützt der 2801 CFast, SxS und SDXC Speicherkarten,
mit Adaptern kann er auch P2/P2E, XQD, und CF-Karten kopieren.
Das Gerät läuft mit internen Akku knapp 100 Minuten und lässt sich mit jedem Akku und einer Spannung von 6 bis 25 Volt betreiben/aufladen.
Für eine 128GB CFast benötigt das Gerät gerade mal 6 bis 7 Minuten.
Zuhause das Gerät einfach per USB3.0 an den Rechner anschließen und die Daten mit knapp 200 bis 300MB/sek. kopieren. http://www.nextodi.com/support/download ... e_V100.pdf http://www.nextodi.com/product/en_nvs2801.html
Bei dem Preis von 800 Euro und 200 bis 600 Euro für die SSD, hat man eine recht einfache Backup-Lösung inklusive Prüfsumme für Unterwegs.
Persönlich sichere ich auch lieber mit einem leistungsstarken Laptop, als Backup-Gerät für Unterwegs ist der 2801 einfach genial.
Zuletzt geändert von Valentino am So 23 Okt, 2016 18:08, insgesamt 1-mal geändert.
Naja, aber mir geht es ja vor allem um die Situation, wenn ein Speichermedium am Ende eines langen Drehtages den Geist aufgibt und alles futsch ist. Also noch bevor ich dazu komme, es zu kopieren. Mir ist das mal passiert vor vielen Jahren, da hatte ich die halbe Bundesregierung vor der Kamera und am Nachmittag war das (damals noch festplattenbasierte) Fieldpak hinüber. Ich habe dann alles auf Flash-Medien umgestellt, aber mir vorgenommen, dass künftige Kameras gleich doppelt aufzeichnen müssen.
Warum also um alles in der Welt kann die Amira das nicht?
Im Grunde käme ja auch eine C500 in Frage. 500 deshalb, weil ich davon ausgehe, dass eine Kamera, die grundsätzlich 4K beherrscht, auch wenn sie es nicht intern aufzeichnen kann, eine Center-Scan-Funktion für mehr Tele hat. Weiß das zufällig jemand? Andererseits muss man da wieder ganz schön basteln, um die Kamera weit nach hinten und den Sucher weit nach vorne zu bekommen, wenn da das riesige Objektiv dran ist.
Herrjeh, das sind alles so Gedankengänge, die quer durch das Gehirn schießen, wenn man mal ein paar Tage nicht ausgelastet ist...
Naja ob zwei Karten immer so viel sicherer ist, gerade bei der AMIRA hatten wir schon eher Probleme mit dem letzten Clip einer Karte, auch wenn man diesen wieder ohne Probleme herstellen konnte.
Die Festspeicher sind die letzten Jahre so gut geworden, das es die Ausfallraten wie z.B. bei den "beweglichen" RedDrives und Co schon lange der Vergangenheit angehören.
Totalausfall gibt es aber auch bei SSDs und CFast Karten.
Sonst einfach einen Samurai Blade (ca 500gr mit SSD) an die Kamera riggen und per SDI-Trigger mitlaufen lassen. Dann haste am Ende des Tages noch DNxHD Files für dein Avid.
Im Prinzip taugt auch der kleine BM-Shuttle dafür, wenn es nur um ein Backup geht.
Zuletzt geändert von Valentino am So 23 Okt, 2016 18:24, insgesamt 1-mal geändert.
Valentino hat geschrieben:Sonst einfach einen Samurai Blade (ca 500gr mit Festplatte) an die Kamera riggen und einfach mitlaufen lassen. Dann haste am Ende des Tages noch DNxHD Files für dein Avid.
Das ist mir ja damals nach dem Fieldpak-Ausfall auch für die Ikegami empfohlen wurden. Aber Du ahnst sicher, was ich als Gegner von verbastelten Kameras davon halte, wenn ich einen externen Rekorder irgendwo rankletten soll... :-)
Wie gesagt 500Gr haste auch mit einer Mattebox schnell zusammen.
Wenn du vor Ort oft auch Kunden hast, die sehen wollen was du gerade gedreht hast, sollte so oder so noch ein Monitor an die Kamera, den der Suchermonitor ist nicht wirklich das Gelbe vom Ei. Der Sucher selber hat aber sein eigenes internes Display und ist da schon etwas besser.
Pianist hat geschrieben:LUT geht aber nur im Cine-EI-Modus
Nein, kein in-Kamera Grading. Ich meinte eine Lut für Resolve oder gleich für den Avid. Da kannst Du Deine Voreinstellungen an der Cam wählen und hinterher die maßgeschneiderte Lut anwenden. Professionelle Grader können das nach Deinem Geschmack und Vorgaben basteln, wenn Du dabei sitzt und ihnen sagst, wie Du die Luts bzw. den Look haben willst.
Drushba hat geschrieben:Nein, kein in-Kamera Grading. Ich meinte eine Lut für Resolve oder gleich für den Avid. Da kannst Du Deine Voreinstellungen an der Cam wählen und hinterher die maßgeschneiderte Lut anwenden. Professionelle Grader können das nach Deinem Geschmack und Vorgaben basteln, wenn Du dabei sitzt und ihnen sagst, wie Du die Luts bzw. den Look haben willst.
Aber das würde ja auch wieder einen zusätzlichen Arbeits- und Rechenschritt bedeuten, der dazu führt, dass ich später als nötig ins Bett komme...
Ich würde das aber auch mal probieren. Dann müsste ich mit der FS7 in S-Log drehen, oder? Und wer im Berliner Raum würde sowas erstellen, so dass ich es im Avid einfach drüberbügeln kann?
Allerdings fürchte ich, dass es auch da wieder nicht die eine pauschale Lösung geben wird, die allen Situationen gerecht wird...
Valentino hat geschrieben:Wenn du vor Ort oft auch Kunden hast, die sehen wollen was du gerade gedreht hast, sollte so oder so noch ein Monitor an die Kamera, den der Suchermonitor ist nicht wirklich das Gelbe vom Ei. Der Sucher selber hat aber sein eigenes internes Display und ist da schon etwas besser.
Zum Glück sind meine Auftraggeber nie dabei, außer bei Veranstaltungen. Ganz selten fragen Leute vor Ort nach ihrem O-Ton, ob sie mal reinschauen können. Da muss der Sucher reichen. Kein Gebamsel an der Kamera. Daher auch meine Vorbehalte gegen die C300/500, da ist mir die Box mit dem Sucher und den XLR-Anschlüssen schon zu bamselig.
Eine Amira ist eben so konstruiert, wie eine Kamera sein muss...
Pianist hat geschrieben:Naja, aber mir geht es ja vor allem um die Situation, wenn ein Speichermedium am Ende eines langen Drehtages den Geist aufgibt und alles futsch ist.
Du nimmst nen ganzen Tag auf nur EINEM Medium auf?
Klar bei einem Datenverlust ist dann alles weg, aber mal ganz ehrlich bei EB ist das doch üblich immer nur ein bis zwei Karten oder Disks zu haben.
Ob jetzt eine bis drei 50GB XDCAM-Disk oder eine große P2-Karte.
Am Ende des Tages drückt man diese dem Redakteur in die Hand und gut ist, was will der auch mit acht 32GB Speicherkarten, davon verliert der doch eh nur wieder die Hälfte.
Er wird schon seine Gründe haben und bei 512GB große CFast Karten passt in 50Mbit XDCAM auch ordentlich Material auf die Karte. Glaube es ist im Fall von Pianist wahrscheinlich sogar wichtiger, das der Speicherplatz nicht ausgeht und er ohne die Kamera von der Schulter zu nehmen auf die zweite CFast Karte aufzeichnen kann.
Frank Glencairn hat geschrieben:Du nimmst nen ganzen Tag auf nur EINEM Medium auf?
Warum das denn?
Damals an dem Tag war es so, dass ich von einem Gesprächspartner zum nächsten geeilt bin und dazwischen einfach keine Zeit zum Wechseln war. Danach habe ich das System ja verändert und habe seitdem mehr Fieldpaks, dafür mit weniger Kapazität. Also mehr Risikoverteilung.
Jetzt bei den XQD-Karten habe ich das genau so gemacht, acht Stück mit jeweils 32 GB. Zwei werden immer gleichzeitig beschrieben. Also vier Sätze. Da passen jeweils 60 Minuten drauf.
Frank Glencairn hat geschrieben:Ich kaufe aus Sicherheitsgründen nur Medien auf die max 20 Minuten passen, und die wechsel ich manchmal auch, wenn nur 10 Minuten drauf sind.
Und was machst Du, wenn die Kanzlerin dann doch zehn Minuten länger redet als geplant?
Frank Glencairn hat geschrieben:Keine Ahnung wie das auf deiner Ikegami/Sony ist, aber bei mir dauert das wechseln der Karten unter 10 Sekunden, da bremst mich also nix aus.
Naja, und wenn genau in diesen zehn Sekunden der entscheidende halbe Satz kommt, auf den Du gewartet hast? Ein wenig länger als zehn Sekunden dauert das aber schon, außer wenn man schon vorher alle Speichermedien formatiert und benannt hat.
Ich habe jetzt noch mal zwei ergänzende Fragen. Zunächst mal für alle, die den FS7-Thread nicht lesen: Ich habe jetzt mal einige Slog3-Aufnahmen gedreht und mir im Sucher eine 709-LUT draufgelegt. Im Avid dann eine der dort mitgelieferten 709-LUTs drübergebügelt, die letzte von unten aus der Liste. Das Ergebnis finde ich ziemlich beeindruckend. Von daher könnte man meinen, dass die FS7 bleiben darf. Aber es gibt ja auch noch den ergonomischen Aspekt. Und da ist die Amira ganz klar vorn. Von der Reputation ganz zu schweigen.
Nun meine beiden Fragen: Falls meine Ikegami irgendwann den Geist aufgibt, muss ich ja auch Filme mit der neuen Kamera drehen, die eher wie Nachrichten aussehen sollen, und eben nicht zu filmisch. Kriege ich denn eine Amira auch mal dazu, wie eine Videokamera auszusehen?
Und die zweite Frage: Gibt es irgendwelche Argumente, die für oder gegen den EF- oder den PL-Mount sprechen? Also Kamera und Canon CN 7x17 mit EF oder PL? Mir reicht es vollkommen, wenn wenigstens der Start-Stop-Knopf am Handgriff des Objektives funktioniert. Weiß jemand, welche der beiden Konstruktionen die kürzere Bauform hat? Also ich meine: Ist eine Amira mit EF-Mount samt Canon CN 7x17 mit EF-Mount kürzer oder die PL-Variante? Oder nimmt sich das nichts?
Eine Frage: ich lese den Thread mit, weil ich so womöglich interessante Infos bekomme.
Gut. So, warum muß es für den Zweck " soll wie Video ausehen" eine so teure Kamera sein, wie die Amira? Würde da nicht einer der neuen 1-zoll-henkler ( Sony/ Panasonic)
nicht eher passen? Oder sind sie vom Glas her limitiert? Dann verstehe ich das schon.
Aber eine Amira, mit dem Canon zu " Video" runter- schon hefig. ($$$)
Mir gfallt Dein Zugang und die natürlich auf Dich zugeschnitte Arbeitsweise, die für jeden
andern total anderst ist.. was logisch ist.
Warum ein 40 cm Schiffsgeschütz für Spatzen??
Ist es net zu heftig??
Sagen wir mal so: Vor zehn Jahren habe ich für die Ikegami Editcam HD mehr als 40.000 EUR (ohne Objektiv!) bezahlt und es nicht bereut. Für die FS7 habe ich samt umfangreichem Zubehör und allen Objektiven nur 12.000 EUR bezahlt. Dafür habe ich nun eine Kamera, die im Prinzip zwei Kameras in einem ist: Ich kann mit den STD- und HG-Kurven ein fast fertiges Bild erzeugen, was moderner ist als das der 2/3-Zoll-EB-Kamera, welches mich aber nicht komplett vom Hocker haut. Und ich kann im Cine-EI-Modus Slog3 mit Monitor-LUT machen, kann damit hinterher extrem interessante Bilder generieren, die aber doch nach relativ viel Feinjustierung verlangen, auch wegen der in diesem Modus fehlenden exakten Weißabgleichsmöglichkeit. Damit werde ich mir früher oder später mein Zeitmanagement zerschießen, das weiß ich jetzt schon.
Und dann kommt eben noch der ergonomische Faktor dazu: Man muss zwar die FS7 nicht so extrem verbasteln wie eine C300, aber selbst wenn man nur den Handgriff, die Mikrofonhalterung, die Sucherhalterung und das Okular gegen die besseren Teile von Zacuto tauscht, um die Kamera halbwegs vernünftig tragen und benutzen zu können, sieht sie aus wie aus dem Stabilbaukasten.
Im Frühjahr dachte ich, dass sich meine Nutzung zu gleichen Teilen auf die Ikegami und die Sony verteilen wird. Mittlerweile bin ich bei 90% Sony und 10% Ikegami, die ich nur noch auf Veranstaltungen einsetze, weil ich da die längeren Brennweiten benötige (ich hinten, Redner vorne).
Die Amira wäre für mich eine Kamera, die genau das tut, was ich brauche: Sie hat (wenn man vorne das Canon CN 7x17 ransetzt) genau den gleichen Formfaktor wie die Ikegami und auch das gleiche Gewicht. Ich wollte zwar kleiner und leichter (FS7) werden, aber das nützt ja nichts, wenn man sich dabei die Finger bricht oder einem ständig die Hand wehtut, weil man die Kamera einfach nicht gut anfassen kann. Die Amira kann man gut in die Hand nehmen, mal auf die Schulter setzen oder aufs Stativ, und man muss sie in keiner Weise irgendwie verbasteln. Man kann sehr viel Einfluss auf das Bild nehmen und direkt in der Kamera ein wirklich fertiges Bild erzeugen. Somit spart man viel Zeit bei der Nachbearbeitung und hat trotzdem ein ganz tolles Bild und die Leute werden sich alle sehr gut gefallen, wenn sie sich im Film sehen.
Da man keine großen Bearbeitungsreserven braucht, kann man auch weiterhin wie bei der FS7 als Mpeg-2-422-50-Mbit-MXF aufnehmen, hat dadurch keine riesengroßen Dateien, spart somit viel Zeit beim Kopieren und kommt abends früher ins Bett.
So ganz nebenbei erfreut man auch noch die Herzen der politisch denkenden Leute, mit denen man es zu tun hat, weil die es natürlich schätzen, wenn man mit einem Münchner Qualitätsprodukt ankommt.
4K werde ich in den kommenden Jahren nicht brauchen. Schade ist es, dass man wohl nicht auf beiden Karten synchron aufzeichnen kann, und dass es keinen echten 4K-zu-HD-Centerscan gibt, um das als Extender zu nutzen. Aber diese Super-16-Objektivanpassungsmöglichkeit ist ja sowas Ähnliches, wirkt immerhin 1,8-fach und soll wohl qualitativ in Ordnung gehen.
Ich werde das mal alles durchtesten. Und dann kommt es letztendlich darauf an, ob ich Kamera und Objektiv für das Geld bekomme, das ich auszugeben bereit bin.
Nun noch mal zu Deiner eigentlichen Frage: Die Kamera würde also zu 90 Prozent so eingesetzt werden, dass sie dabei ihre Stärken ausspielen kann. Wenn aber irgendwann die Ikegami ihren Geist aufgibt, würde ich die Sachen, die eher wie Nachrichten aussehen sollen, auch mit der Arri drehen. Und da muss ich dann einen Look erarbeiten, der dazu passt. Das darf dann nicht zu schick aussehen, nur ein bißchen... :-)
Sir Richarrdt hat geschrieben:
Warum ein 40 cm Schiffsgeschütz für Spatzen??
Ist es net zu heftig??
Weil die Spatzen schick aussehen wollen und nicht in typischen Sonyfarben, weil die Amira nicht wie aus dem Stabilbaukasten sondern wie ein Monolith wirkt und gut auf der Schulter liegt und weil ARRI draufsteht, ähnlich prestigeträchtig wie IKEGAMI und die FS7 bereits jetzt als B-Kamera eingeordnet wird.
Alles durchaus nachvollziehbare Gründe.
Sir Richarrdt hat geschrieben:
Warum ein 40 cm Schiffsgeschütz für Spatzen??
Ist es net zu heftig??
Weil die Spatzen schick aussehen wollen und nicht in typischen Sonyfarben, weil die Amira nicht wie aus dem Stabilbaukasten sondern wie ein Monolith wirkt und gut auf der Schulter liegt und weil ARRI draufsteht, ähnlich prestigeträchtig wie IKEGAMI und die FS7 bereits jetzt als B-Kamera eingeordnet wird.
Alles durchaus nachvollziehbare Gründe.
Die AMIRA ist in Natura auch deutlich kompakter als man denkt, bzw. von den Fotos her vermutet. Gerade bei der Breite, wird sogar die Ikegami etwas breiter sein.
Wenn man dazu bedenkt, das da noch ordentlich Technik drin steckt und die Anschlüsse (XLR, Hirose, SDI usw) auch noch etwas Platz brauchen, geht es fast nicht kleiner. Nur mit dem wegrationalisieren der Anschlüsse lässt sich eine RED oder Alexa-Mini in ein kleines Gehäuse packen.
@Pianist
An deiner Stelle würde ich drei bis vier Situationen mit der Ikegami und AMIRA parallel mit Farbtafel und Person drehen und dann in einem Posthaus den passenden Ikegami-Look für die AMIRA erstellen lassen.
Du kannst dich dann abhängig vom Projekt entscheiden ob du in Log-C (und Monitor-Tor) in 10bit ProRes, MPEG2-HD mit LLC (und Monitor-Tor) oder gleich mit dem eingebackenen Ikegami-Look drehst.
Damit hast du alles von kleinem bis großen Spielraum in der Post abgedeckt und brauchst für Avid und Co. dann noch mal die selben LUTs, wenn dieser nicht schon eingebacken ist.
Im Prinzip kann man sagen: Die Höhe und Breit der Amira entspricht genau den Dimensionen eines gewöhnlichen IDX-V-Mount-Akkus. Somit ist sie tatsächlich kompakter als meine Ikegami, hat aber immer noch einen langen Handgriff und insgesamt einen Formfaktor, der eine gewohnte Handhabung ermöglicht, ohne sich die Finger zu brechen.
Nur mal so zum Vergleich: Trotz des inzwischen montierten Vocas-Handgriffes, den man weit nach vorne bringen kann, ist es immer noch nicht möglich, die FS7 mal eben beim Tragen unfallfrei von der einen in die andere Hand zu wechseln. Immerhin ist sie jetzt nicht mehr so frontlastig. Ob das auch noch gilt, wenn ein CN 7x17 montiert ist, weiß ich nicht. Da müsste man wohl hinten ein wenig Ballast in Form eines XDCA mit V-Mount-Akku anbauen und ist dann gewichtsmäßig endgültig oberhalb 10 kg.
Übernächste Woche kann ich erstmalig eine Amira mit CN 7x17 in die Hand nehmen. Was die Looks und Arbeitsweisen von Valentino angeht, so kann ich da vollumfänglich zustimmen, all diese Möglichkeiten gibt es, aber ich würde tatsächlich das Gewicht auf eingebackene Looks legen, da ich zeitraubende Nacharbeit hasse wie die Pest. Lieber gehe ich eine Stunde früher ins Bett.
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