Natürlich ist das kein spezielles Problem der Filmbranche.andieymi hat geschrieben: Mi 15 Jun, 2022 16:22Wie definierst Du Leitungspositionen?
Wenn es um Regie, Kamera, Aufnahmeleitung geht, denke ich kann man das schon sagen. Aber selbst Beleuchterinnen mit denen ich gedreht habe wollten keinerlei Ungleichbehandlung in der Art: "Na aber lass die 9kW jetzt schön mal die Jungs aufs Stativ heben." Das letzte Beispiel überzeichnet sicher(!), aber ich glaube, das ist die Bandbreite meines Gesamteindrucks.
Wenn's um Senderchefs / Network Execs geht hast Du natürlich recht - dann krempeln wir mal schön das ganze Wirtschaftssystem um, dann hat das nämlich null mit der Filmbranche an sich zu tun, sondern eher mit der gesamten Gesellschaft. Finde dann ist der Thread über spezifische Gründe in der Filmbranche hinfällig. Aber selbst Redakteurinnen bei den ÖRs sind bei vielen Projekten, wo ich dabei war weiblich gewesen, teilweise finde ich Filmsets diverser als die White-Collar-Fraktion von jedem Mittelständischen Unternehmen bis zur AG angefangen.
Ich will auch nicht behaupten, dass die Filmbranche eine per se wahnsinnig frauenfreundliche ist, wenn man sich die Kombinierbarkeit von Job & Familie anschaut. Aber das ist halt (hoffentlich) mittlerweile kein reines Frauenproblem mehr?
Aber warum hab ich nach dir bekannten Frauen in Leitungspositionen gefragt? Weil ich wahrnehme, dass gerade die es sind, die sich für Instrumente wie die Quote einsetzen (ich schreib gleich mal dazu: nicht alle). Die Aussage, man möchte nur Chancengleichheit, aber keine Andersbehandlung, zeigt eigentlich eher die soziale Kompetenz von Frauen, als dass sie sich wirklich Gedanken gemacht hätten, wie eigentlich ihr Weg Richting Leitung aussehen könnte. Frauen, die in Leitungspositionen angekommen sind, haben da schon eine Reihe andere Erfahrungen gemacht.





