Rick SSon
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Re: BMPCC immer noch unschlagbar?

Beitrag von Rick SSon »

Die Kamera ist super, aber das Problem was ich immer hatte war color noise. Zur damaligen Zeit war entsättigt und flatter als flat gerade in, was dem entgegen kommt. Aber wenn du mal nen richtig poppigen Farbstil fahren willst, dann ist die Pocket v1 nicht so die beste Wahl. Und ein Ärgernis ist auf jeden Fall das der interne Nikon Akku bei mir nie ausgereicht hat um die Pocket länger als 5 min. zu betreiben. Ich schätze das liegt daran das er spannungstechnisch zu knapp bemessen ist und sobald du einen Speedbooster + IS Linse an der Kamera betreibst reichts einfach nicht mehr. Wahrscheinlich hat man mit manuellen MFT Optiken keine Probleme.



cantsin
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Re: BMPCC immer noch unschlagbar?

Beitrag von cantsin »

roki100 hat geschrieben: Di 25 Sep, 2018 00:22 Falls es jemand interessiert. Der "Video" Modus, ProRes (HQ), ist einfach nur super! In Resolve ändere ich dann unter Color -> "Gain" den Weißen Slider von 1.00 auf 0.90 und unter Curves, den linken Punkt ganz bisschen nach oben und es sieht einfach toll/filmisch aus ohne viel machen zu müssen.
Naja, auf diese Weise wird bei in Deinen Videos Weiß zu Hellgrau. Kannst Du natürlich machen, wenn Dir das besser gefällt.

Es stimmt aber, dass die alte Pocket mit der Einstellung "Video" ein prima Bild und gute Farben direkt aus der Kamera macht - auf dem Niveau der Farbwiedergabe einer Canon- oder Nikon-Kamera, aber in 10bit-ProRes. In 99% aller Fälle sieht das besser aus als die Grading-Orgien mit Log oder Raw, die typisch sind für BM Pocket-Videos auf YouTube und Vimeo.
"Wieso eigentlich überhaupt was drehen? Warum nicht jahrelang nur darüber philosophieren?" -stip



cantsin
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Re: BMPCC immer noch unschlagbar?

Beitrag von cantsin »

Rick SSon hat geschrieben: Di 25 Sep, 2018 11:05 Die Kamera ist super, aber das Problem was ich immer hatte war color noise.

Hast Du ETTR belichtet? - Es stimmt natürlich, dass die Kamera intern keinen Rauschfilter anwendet, was vor allem bei CinemaDNG-Aufnahme zu sichtbarem Rauschen führt. Deshalb muss man in der Post entrauschen, was aber z.B. mit Neat zu erheblich besseren Resultaten führt als klassische kamerainterne Entrauschung.
Zur damaligen Zeit war entsättigt und flatter als flat gerade in, was dem entgegen kommt. Aber wenn du mal nen richtig poppigen Farbstil fahren willst, dann ist die Pocket v1 nicht so die beste Wahl.

Die Color Science wurde im Zuge der Firmware-Upgrades der alten Pocket erheblich verbessert. (In den ersten Firmware-Versionen war Rot noch Orange...) Wenn Du "Blackmagic Film"-Log aufnimmst bzw. CinemaDNG als Blackmagic Film-Log interpretierst, musst Du die (bei Resolve standardmäßig mitgelieferten) "v2"-LUTs verwenden, um diese Farben zu kriegen.

Ansonsten: CinemaDNG aufnehmen und im RAW-Tab "Color Boost" hochziehen. Das gibt genau die poppigen Farben, die Du haben willst (und zwar als Debayer-Parameter, nicht als nachträgliche Farbkorrektur).


Und ein Ärgernis ist auf jeden Fall das der interne Nikon Akku bei mir nie ausgereicht hat um die Pocket länger als 5 min. zu betreiben. Ich schätze das liegt daran das er spannungstechnisch zu knapp bemessen ist und sobald du einen Speedbooster + IS Linse an der Kamera betreibst reichts einfach nicht mehr. Wahrscheinlich hat man mit manuellen MFT Optiken keine Probleme.
Hab' selbst keine Erfahrung mit dem Canon EF-Speed Booster, der in der Tat Strom frisst. Für die Akku-Schwäche der Pocket gibt es zwei Abhilfen:
1.) Originale Nikon EN-EL20-Akkus. Die bringen deutlich mehr Laufzeit als Nachbauten, inkl. der von Blackmagic verkauften bzw. gelabelten. Mit manuellem bzw. passiv adaptiertem Objektiv komme ich mit originalen EN-EL20 auf eine knappe halbe Stunde Aufnahmezeit.
2.) Der Adapter für Sony NP-F-Akkus von SmallRig (der auch unter anderen Markennamen verkauft wird) ist mit 25 Euro preiswert und funktioniert prima. Mit einem NP-F970-Clone-Akku für nochmal 25 Euro hat man 2-3 Stunden Laufzeit.
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roki100
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Re: BMPCC immer noch unschlagbar?

Beitrag von roki100 »

cantsin hat geschrieben: Di 25 Sep, 2018 11:19 2.) Der Adapter für Sony NP-F-Akkus von SmallRig (der auch unter anderen Markennamen verkauft wird) ist mit 25 Euro preiswert und funktioniert prima. Mit einem NP-F970-Clone-Akku für nochmal 25 Euro hat man 2-3 Stunden Laufzeit.
ich habe mit dem Akku NP-F970 (von neewer), 4 Stunden in ProRes aufgenommen... mit Pausen dazwischen, jedoch ohne die Kamera auszuschalten... Der Akku hatte am Ende noch einen strich übrig.
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Re: BMPCC immer noch unschlagbar?

Beitrag von roki100 »

cantsin hat geschrieben: Di 25 Sep, 2018 11:06 In 99% aller Fälle sieht das besser aus als die Grading-Orgien mit Log oder Raw, die typisch sind für BM Pocket-Videos auf YouTube und Vimeo.
Ja, die meisten verwenden M31 LUT oder ein anderes wo Schatten etwas bläulich oder grünlich ist? Andere wiederum etwas mehr rötlich, wie dieser hier:




...


sieht auch cool aus! :)

Was mich auch interessiert, wie kann man z.B. nur Licht bläulich oder grünlich machen? :)
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roki100
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Re: BMPCC immer noch unschlagbar?

Beitrag von roki100 »

Rick SSon hat geschrieben: Di 25 Sep, 2018 11:05 Die Kamera ist super, aber das Problem was ich immer hatte war color noise. Zur damaligen Zeit war entsättigt und flatter als flat gerade in, was dem entgegen kommt. Aber wenn du mal nen richtig poppigen Farbstil fahren willst, dann ist die Pocket v1 nicht so die beste Wahl.
siehe z.B.:
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cantsin
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Re: BMPCC immer noch unschlagbar?

Beitrag von cantsin »

roki100 hat geschrieben: Di 25 Sep, 2018 20:03 Andere wiederum etwas mehr rötlich, wie dieser hier:
Das sieht nach Infrarot-Kontamination aus. Wahrscheinlich hatte der Filmemacher keinen IR-Sperrfilter auf der Kamera (und zusätzlich noch ND-Filter drauf, was das Problem verstärkt). Typisches Problem bei Pocket-Material.
Was mich auch interessiert, wie kann man z.B. nur Licht bläulich oder grünlich machen? :)
Einfachste Methode: In Resolve in den "Color"-Arbeitsraum gehen, Farbregler von Lift/Gamma/Gain nach "Log" umschalten und dann denn Highlight-Regler so verschieben, dass ein Farbstich in den Spitzlichtern entsteht. Drunter kann man noch einstellen, ab welcher Helligkeitsstufe diese Regelung wirksam wird.
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roki100
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Re: BMPCC immer noch unschlagbar?

Beitrag von roki100 »

cantsin hat geschrieben: Di 25 Sep, 2018 11:19 Ansonsten: CinemaDNG aufnehmen und im RAW-Tab "Color Boost" hochziehen. Das gibt genau die poppigen Farben, die Du haben willst (und zwar als Debayer-Parameter, nicht als nachträgliche Farbkorrektur).
Ich finde, exakter ist es, wenn man in Resolve, "Node Layer" (Alt+l) benutzt. Es gibt dann zwei Nodes (01 und 02).

Node 01 folgendes anwenden:

Blur -> Radius: 1.00
Color -> Gain -> weißen Slider: 0.15

Color Boost z.B.: 10.00

Node 02:
Blur -> ist im Raum zu Dunkel: Radius: 0.51. Und Bei Tageslicht vll. 0.48
Sat: 0.00

Dann noch im Node Bereich
"Layer Mixer" mit der rechten Maustaste anklicken und -> Composite Mode auf "Add" stellen.

Mit "Alt+s" noch eine Node erstellen, und hier dann den Color Boost auf 100! Eventuell noch: Color -> Gain -> mit dem weißen Slider spielen, z.B. auf: 1.50

Ergebnis? Sieht auf jeden Fall gut aus! Farbig poppig und sauber....

Zum vergleich hatte ich eine Sony A6000.
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Zuletzt geändert von roki100 am Fr 28 Sep, 2018 17:43, insgesamt 4-mal geändert.



cantsin
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Re: BMPCC immer noch unschlagbar?

Beitrag von cantsin »

Hmm, IMHO kann Dein Rezept nicht funktionieren - weil "Color Boost" ein pauschaler Parameter für den (CinemaDNG-) Clip ist, kein Farbkorrekturparameter für Nodes. Alles, was Du im Raw-Tab einstellst, wird immer auf den Clip als solchen angewendet, unabhängig von den Farbkorrektur-Nodes im Color-Tab.

Das bedeutet auch, dass veränderte Einstellungen im Raw-Tab sich automatisch überall dort auswirken, wo ein Clip in der Timeline steht, egal, welchen Teil des Clips Du gerade selektiert hast bzw. im Color-Menü bearbeitest.
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roki100
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Re: BMPCC immer noch unschlagbar?

Beitrag von roki100 »

cantsin hat geschrieben: Fr 28 Sep, 2018 15:25 Hmm, IMHO kann Dein Rezept nicht funktionieren - weil "Color Boost" ein pauschaler Parameter für den (CinemaDNG-) Clip ist, kein Farbkorrekturparameter für Nodes.
Ich meinte auch nicht den RAW Color Boost, sondern unter Color -> unten Tab 2.

Getestet mit ProRes Aufnahme.
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-paleface-
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Re: BMPCC immer noch unschlagbar?

Beitrag von -paleface- »

Hier...gedreht mit der Canon 5D Mark2


Sieht immer noch Top aus. Die Pocket kam danach raus und hat ein besseres Bild als die 5D. Damit ist also immer noch alles machbar.

Sollten mal alle die jedes Jahr nach neuen Kameras schreien (einschließlich mir selber) mal drüber nachdenken. Weil seither hab ich nicht viele Filme gesehen die diese Qualität hinbekommen haben.
www.mse-film.de | Kurzfilme & Videoclips

www.daszeichen.de | Filmproduktion & Postproduktion



thsbln

Re: BMPCC immer noch unschlagbar?

Beitrag von thsbln »

-paleface- hat geschrieben: Fr 28 Sep, 2018 17:13 Hier...gedreht mit der Canon 5D Mark2


Sieht immer noch Top aus. Die Pocket kam danach raus und hat ein besseres Bild als die 5D. Damit ist also immer noch alles machbar.

Sollten mal alle die jedes Jahr nach neuen Kameras schreien (einschließlich mir selber) mal drüber nachdenken. Weil seither hab ich nicht viele Filme gesehen die diese Qualität hinbekommen haben.
Wow!



roki100
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Re: BMPCC immer noch unschlagbar?

Beitrag von roki100 »

das sieht auch sehr cool aus:

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cantsin
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Re: BMPCC immer noch unschlagbar?

Beitrag von cantsin »

So, für ein Tutorial-Video hatte ich zwar nicht genügend Zeit und Aktionsradius, aber eine Grippe hat mir in den letzten zwei Tagen immerhin die Ruhe gegeben, einen "Survival Guide" für Besitzer der alten Pocket 1080p zu schreiben:

http://data.pleintekst.nl//Blackmagic_P ... Guide.html

Auf Englisch, damit er mehr Leute erreicht (sorry).

Es geht um praktische Tipps & Tricks - wie umgeht man die Schwachpunkte der Kamera, welche Objektive und Mikrofone eignen sich, welche Dinge muss man bei Belichtung und Nachbearbeitung wissen, wie vermeidet man typische Fehler bei der Farbkorrektur.

****

Inhaltsverzeichnis:
  1. Intro
  2. Ingredients
  3. Caveats
    • HDMI port
    • Infrared pollution
    • Moiré
    • Mic & pre-amp
    • Storage media
    • Power
  4. Which format & color space?
  5. Which lenses?
    • Which system?
    • Which focal lengths?
    • Pragmatic scenarios
  6. Exposure
  7. Pulling focus
  8. Stabilizing the camera
  9. Which computer for editing?'
    • For ProRes + simple color corrections
    • For CinemaDNG RAW + Resolve
    • Hardcore (frame-by-frame structural filmmaking)
  10. Getting good color
    • Don't manually correct Log footage
    • Five proposals...
      • Method 1: LUTs
      • Method 2: Color Space Transform with Tone Mapping
      • Method 3: Color Chart
      • Method 4: RAW control sliders
      • Method 5: Hybrid
    • Note on Styling LUTs
  11. Rendering & archiving
    • Edited projects
    • Camera files
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roki100
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Re: BMPCC immer noch unschlagbar?

Beitrag von roki100 »

Vielen Dank!
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roki100
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Re: BMPCC immer noch unschlagbar?

Beitrag von roki100 »

Ich habe herausgefunden, dass die Blackmagic Kameras FPGA verwenden (Spartan 6 FPGA). Die Kameras verfügen also nicht eine separate physische Hardware z.B. für ProRes oder RAW, sondern sogenannte FPGA "IP-Cores"! (Man kann sich das so vorstellen: verschiedene Schubladen mit verschiedene Dokumente/Informationen. Eine Schublade enthält ProRes andere RAW oder Sensor Informationen usw.)

Das sich da noch keine Community gefunden hat, die etwas ähnliches bauen wie Magic Lantern, das wundert mich. Ich vermute mal, Blackmagic hat die FPGA so verschlüsselt das man es nicht auslesen oder schreiben kann.

EDIT:

da habe ich was gefunden: http://www.bmcuser.com/showthread.php?1 ... Recruiting

Scheinbar sind die nicht weit gekommen. Schade! :)
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cantsin
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Re: BMPCC immer noch unschlagbar?

Beitrag von cantsin »

roki100 hat geschrieben: Di 02 Okt, 2018 18:55 Das sich da noch keine Community gefunden hat, die etwas ähnliches bauen wie Magic Lantern, das wundert mich.
Bei MagicLantern (und seinem Parallel- bzw. Vorläuferprojekt CHDK, das Raw-Fotografie auf billigen Canon-Kompaktknipsen ermöglicht) geht es vor allem darum, ungenutzte Funktionen der Kameras freizuschalten, die der Hersteller z.T. bewusst aus Gründen der Produktdifferenzierung in der Firmware gesperrt hat, obwohl sie in der Hardware vorhanden sind.

Bei Blackmagic-Kameras fehlt der Leidensdruck. Beinahe alles, was MagicLantern ermöglicht, können BM-Kameras ab Werk, meistens besser und zuverlässiger (wie z.B.: CinemaDNG-Aufnahme ohne Zwischenformat und Umwandeln und ggfs. Weginterpolieren von Autofocus-Sensorpixeln, Focus Peaking- und Zebra-Overlays mit Hardwareunterstützung und daher ohne Flickern, Raw-Aufnahme ohne Scaling oder Sensorcrop).

Es gibt sicher ein paar Funktionen, die eine alternative Blackmagic-Firmware freischalten könnte wie z.B. die von Dir vermisste 1080i-Ausgabe auf HDMI. Die Frage ist nur, ob der Leidensdruck dafür so groß ist, dass sich dafür eine Hackercommunity formieren würde.

- Ein anderer Faktor ist natürlich auch, dass Canon-Kameras als massenverfügbare (und auf dem Gebrauchtmarkt sehr preiswert zu findende) Kameras einen viel größeren "Hack Value" haben. Dass man sich eine 100-Euro-EOS-M mit ML zu einer Super 8- oder (mit den neuesten experimentellen Versionen) Super 16-RAW-Kamera aufbohren kann, hat einfach einen größeren Hack-Reiz.
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mash_gh4
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Re: BMPCC immer noch unschlagbar?

Beitrag von mash_gh4 »

cantsin hat geschrieben: Di 02 Okt, 2018 19:38 Bei Blackmagic-Kameras fehlt der Leidensdruck. Beinahe alles, was MagicLantern ermöglicht, können BM-Kameras ab Werk, meistens besser und zuverlässiger (wie z.B.: CinemaDNG-Aufnahme ohne Zwischenformat und Umwandeln und ggfs. Weginterpolieren von Autofocus-Sensorpixeln, Focus Peaking- und Zebra-Overlays mit Hardwareunterstützung und daher ohne Flickern, Raw-Aufnahme ohne Scaling oder Sensorcrop).
das sehe ich ein bisserl anders. ich hab diese ganzen oberflächlichen kamera-hacks immer genau deshalb für relativ unspektakulär und nicht weiter ernstzunehmend erachtet (außer natürlich, dass ich es auch sehr geschätzt habe das idiotische 30min limit bei fotoknippsen zu umgehen), weil sie nicht wirklich tief genug gingen.

spannend werden die sachen erst dort, wo man nicht einfach nur irgendeinen oberfächlichen zierspoiler auf ein fertiges auto klebt, sondern kameras tatsächlich in ganz ähnlicher weise wie computerhardware von grund auf für bessere freie systeme nutzen kann. aber genau das ist leider im kameraumfeld, aber auch im hinblick auf die entwicklung wirklich brauchbarer freier videoverarbeitungssoftware, bisher nie gelungen.

den praktischen grund dafür sehe ich gar nicht so sehr in den techn. schwierigkeiten, die das verhindern würden -- es gibt ja schließlich jede menge an industrieanwendungen und akademischer projekte, die in dieser hinsicht, trotz relativ überschaubarem entwicklungsaufwand, wesentlich beeindruckere resultate zustande gebracht haben --, sondern vielmehr in der tatsache, dass dieser bereich eben wirklich nur ganz wenige entwicker ernsthaft interessiert.

blackmagic-hardware ist für diese geschichten wohl auch deshalb realtiv unbrauchbar, weil sie von anfang an immer ganz extrem einfach und herstellungskostensparend designed wird. FPGAs sind hier ohnedies bereits eher als ausnahme anzusehen, weil fertige industriekomponenten und ASICs meist billiger kommen. das engt in der regel die modifikationsmöglichkeiten sehr stark ein.

in dieser hinsicht halte ich z.b. die Z-Cam E2, die intern relativ kostspielige aber eben auch ausgesprochen leistungsfähige nvidia tegra hardware nutzen dürfte und unter linux läuft, für eine deutlich interessantere kamera. was man dort gerade am beispiel der anwendung von machine learning erweiterungen direkt auf der kamera demonstriert bekommt, zeigt ganz gut auf, was in dieser hinsicht heute auf derartiger hardware umsetzbar bzw. frei modifizierbar ist. leider bin ich allerdings auch in diesem fall nicht sonderlich optimistisch, was die öffnung dieser möglichkeiten für einen größeren entwicklerkreis angeht. völlig ausschließen würde ich es allerdings nicht. immerhin wird von diesem hersteller ständig angekündigt, dass entsprechende SDKs und der linux userlevel access zugänglich gemacht werden sollen. jedenfalls wäre es hardware, die ernsthaftere entwicklungsbeühungen weit eher rechtfertigen würde als die kurzlebigen BMD saisonangebote.



roki100
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Re: BMPCC immer noch unschlagbar?

Beitrag von roki100 »

cantsin hat geschrieben: Di 02 Okt, 2018 19:38 Bei Blackmagic-Kameras fehlt der Leidensdruck. Beinahe alles, was MagicLantern ermöglicht, können BM-Kameras ab Werk, meistens besser und zuverlässiger (wie z.B.: CinemaDNG-Aufnahme ohne Zwischenformat und Umwandeln und ggfs. Weginterpolieren von Autofocus-Sensorpixeln, Focus Peaking- und Zebra-Overlays mit Hardwareunterstützung und daher ohne Flickern, Raw-Aufnahme ohne Scaling oder Sensorcrop).
Ja das stimmt. Pixel Remapping wäre toll :) Das einzige was ich wirklich vermisse ist 60fps. Sowohl Spartan 6 als auch der CIS Sensor (CIS 1910F) hätte damit überhaupt keine Probleme. Das einzige Problem ist die Kühlung bzw. das würde mehr Power erfordern und somit wäre der CIS Sensor zu heiß. Ich habe das so auch von Blackmagic Support bestätigt bekommen. Der einzige Grund das für die Pocket keine 60fps zur Verfügung steht, ist die Hitze die dabei entstehen würde.

Ehrlich gesagt, ich glaube nicht dass irgendeine freie Community bessere Firmware für die Pocket liefern könnten.
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(Steve Jobs)



Frank Glencairn
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Re: BMPCC immer noch unschlagbar?

Beitrag von Frank Glencairn »

roki100 hat geschrieben: Di 02 Okt, 2018 22:34

Ehrlich gesagt, ich glaube nicht dass irgendeine freie Community bessere Firmware für die Pocket liefern könnten.
Ja, als ob die Kameras, die man so kaufen kann einen ausbremsen würden.

Wie wärs damit, erst mal die bereits bestehenden Möglichkeiten der Mühle auszuschöpfen, anstatt danach zu schreien, daß einem irgendjemand ne "bessere" Firmware entwickelt?

Die meisten kommen an die Grenzen des eigenen Könnens, lange bevor die Grenzen der jeweiligen Kamera auch nur in Sicht kommen.
Sapere aude - de omnibus dubitandum



roki100
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Re: BMPCC immer noch unschlagbar?

Beitrag von roki100 »

Frank Glencairn hat geschrieben: Di 02 Okt, 2018 22:47 Wie wärs damit, erst mal die bereits bestehenden Möglichkeiten der Mühle auszuschöpfen, anstatt danach zu schreien, daß einem irgendjemand ne "bessere" Firmware entwickelt?
Niemand schreit. Ganz im Gegenteil, ich habe ja geschrieben, dass die Leute von Blackmagic das schon sehr gut machen. Ich finde es jedoch gut, wenn irgendwelche Codes freigegeben werden und so zu Open Source Projekte werden.
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mash_gh4
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Re: BMPCC immer noch unschlagbar?

Beitrag von mash_gh4 »

Frank Glencairn hat geschrieben: Di 02 Okt, 2018 22:47 Wie wärs damit, erst mal die bereits bestehenden Möglichkeiten der Mühle auszuschöpfen, anstatt danach zu schreien, daß einem irgendjemand ne "bessere" Firmware entwickelt?

Die meisten kommen an die Grenzen des eigenen Könnens, lange bevor die Grenzen der jeweiligen Kamera auch nur in Sicht kommen.
naja -- für die meisten ist das auf ihren computern mit dem bereits vorinstallierten betriebssystem ja auch nicht anders...
und warum sollten sie es auch anders sehen?

man verhungert ja auch nicht gleich, wenn man sich nur von junkfood und tiefkühlkost ernährt und nichts anderes als ikea möbel kennt.

ein wirkliches problem bilden all diese industriell geprägten vorgaben wirklich nur für jene, die noch immer an irgendwelchen antiquierten handwerskünsten hängen, und damit zu kämpfen haben, dass es einfach immer schwieriger wird, eine praktikable basis für eigenständige eingriffe jenseits des vorgegebenen gebrauchs/konsums zu finden.

das ist auch der hauptgrund, warum ich so konsequent den freien softwarelösungen und offenen systemen verbunden bin -- und das, obwohl ich noch immer hauptsächlich daran interessiert bin, mit dem zeug tatsächlich künstlerische projekte zu realisieren od. handwerklich zu unterstützen... aber eben fast immer in einer weise, wo man tatsächlich neues programmieren od. zumindest aus rohen versatzstücken zusammensetzten muss, weil es für wirkliche interessante und innovative ideen und experimente oft keine fertigen lösung gibt.

aber wie gesagt: das sind sicherer etwas ungewöhnliche ansprüche, die sich natürlich nicht mit den wünschen und anforderungen der breiten mehrheit und masse decken. es geht ja auch gar nicht darum, dass das alle so sehen müssen, sondern eher, dass auch diese nische ihren bescheidenen platz und freiraum genießen sollte. aber im umfeld des filmschaffens bzw. entsprechender soft- und hardware schaut es gegenwärtig diesbezüglich leider wirklich ein bisserl düster aus.

vielleicht ist es aber auch nur dieses unbehagen, das man verspürt, wenn irgendwelche wertvollen orientierungen und symbole ihre ursprüngliche bedeutung verlieren und plötzlich nur mehr in völlig entfremdeter weise als live-style-assecoir und als käuflicher modeschmuck in erscheinung treten. so ungefähr erlebe ich jedenfalls den hype rund um die versprochenen "freiheiten", die viele kollegen in BMD produkten zu entdecken glauben, während mir die tatsächlich damit verbundenen grenzen des gestaltenden eingriffs, der mangelnden techn. dokumentation und offener modifikationsmöglichkeiten hier fast noch restriktiver und letztlich einengender erscheinen als bei vielen anderen produkten.
Zuletzt geändert von mash_gh4 am Di 02 Okt, 2018 23:55, insgesamt 3-mal geändert.



Knoppers
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Re: BMPCC immer noch unschlagbar?

Beitrag von Knoppers »

mash_gh4 hat geschrieben: Di 02 Okt, 2018 23:30
Frank Glencairn hat geschrieben: Di 02 Okt, 2018 22:47 Wie wärs damit, erst mal die bereits bestehenden Möglichkeiten der Mühle auszuschöpfen, anstatt danach zu schreien, daß einem irgendjemand ne "bessere" Firmware entwickelt?

Die meisten kommen an die Grenzen des eigenen Könnens, lange bevor die Grenzen der jeweiligen Kamera auch nur in Sicht kommen.
naja -- für die meisten ist das auf ihren computern mit dem bereits vorinstallierten betriebssystem ja auch nicht anders...
und warum sollten sie es auch anders sehen?

man verhungert ja auch nicht gleich, wenn man sich nur von junkfood und tiefkühlkost ernährt und nichts anderes als ikea möbel kennt.

ein wirkliches problem bilden all diese industriell geprägten vorgaben wirklich nur für jene, die noch immer an irgendwelchen antiquierten handwerskünsten hängen, und damit zu kämpfen haben, dass es einfach immer schwieriger wird, eine praktikable basis für eigenständige eingriffe jenseits des vorgegebenen gebrauchs/konsums zu finden.

das ist auch der hauptgrund, warum ich so konsequent den freien softwarelösungen und offenen systemen verbunden bin -- und das, obwohl ich noch immer hauptsächlich daran interessiert bin, mit dem zeug tatsächlich künstlerische projekte zu realisieren od. handwerklich zu unterstützen... aber eben fast immer in einer weise, wo man tatsächlich neues programmieren od. zumindest aus rohen versatzstücken zusammensetzten muss, weil es für wirkliche interessante und innovative ideen und experimente oft keine fertigen lösung gibt.

aber wie gesagt: das sind sicherer eine etwas ungewöhnliche ansprüche, die sich natürlich nicht mit den wünschen und anforderungen der breiten mehrheit und masse decken. es geht ja auch gar nicht darum, dass das alle so sehen müssen, sondern wirklich nur darum, dass auch diese nische ihren bescheidenen platz und freiraum genießen sollte. aber im umfeld des filmschaffens bzw. entsprechnder soft- und hardware schaut es gegenwärtig diesbezüglich leider wirklich ein bisserl düster aus.

vielleicht ist es aber auch nur dieses unbehagen, dass man verspürt, wenn irgendwelche wertvollen orientierungen und symbole ihre ursprüngliche bedeutung verlieren und plötzlich nur mehr in völlig entfremdeter weise als live-style-assecoir und als käuflicher modeschmuck in erscheinung treten. so ungefähr erlebe ich jedenfalls den hype rund um die versprochenen "freiheiten", die viele kollegen in BMD produkten zu entdecken glauben, während mir die tatsächlich damit verbundenen grenzen des gestaltenden eingriffs, der mangelnden techn. dokumentation und offener modifikationsmöglichkeiten hier fast noch restriktiver und letztlich einengender erscheinen als bei vielen anderen produkten.
nunja, die kunden von denen du sprichst, warten dann ja vermutlich auch immer noch auf eine art motivautomatik mit hollywoodgarantie. gelingt das also mit vielen anderen produkten wirklich besser? und wenn ja, welche eröffnen denn dann die von dir gehuldigten "freiheiten"?



Frank Glencairn
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Re: BMPCC immer noch unschlagbar?

Beitrag von Frank Glencairn »

Filmemachen hat sich seit 100 Jahren kaum verändert. Der größte Teil des Bildes entsteht vor der Kamera, die Kamera selbst spielt kaum ne Rolle, und ist nur ein winziges Puzzleteilchen.
Das wird sich auch durch die neue Pocket nicht ändern, sie ist nicht mehr als ein weiteres Puzzleteilchen im Werkzeugkasten.

Alle Versuche die Arbeit vor der Kamera zu überspringen, und das Rad des Storytelling durch Film, mit "neuen kreativen Techniken und Möglichkeiten" neu zu erfinden, und sich damit um diese Arbeit vor der Kamera zu drücken, sind grandios gescheitert. Egal ob ideologische Ansätze wie Dogma, Nouvelle Vague etc. oder technische wie hohe Frameraten, Stereoskopie, oder sonstwas.
Der durchschnittlich Blockbuster wird immer noch weitgehend so gedreht, wie in den 30er Jahren - aus gutem Grund: es funktioniert.

Wie ich oben schon geschrieben hab, niemand hier wird durch die Kamera, oder gar "unfreie" Junkfood-Firmware in seiner Kreativität, seinem Schaffen oder seinen Möglichkeiten ausgebremst. Niemand macht nen schlechteren Film, nur weil er nicht selbst in der Firmware rumfrickeln, oder sich eigene Debayering Algorithmen schreiben kann, (weil die Programmierer von einem der weltweit führenden raw Editoren, natürlich allesamt unfähige Idioten sind, und man das selbst als one-man-show viel besser kann, als ein hochbezahltes Team das seit Jahren nix anderes macht.)
Sapere aude - de omnibus dubitandum



roki100
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Re: BMPCC immer noch unschlagbar?

Beitrag von roki100 »

Du hast recht! Ja!

Trotzdem wäre es gut, wenn Blackmagic für das "entsorgte" (die alte Pocket) die Firmware als Open Source zur Verfügung stellt.
"Deine Zeit ist begrenzt. Verschwende sie nicht damit, das Leben eines Anderen zu leben"
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mash_gh4
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Re: BMPCC immer noch unschlagbar?

Beitrag von mash_gh4 »

Frank Glencairn hat geschrieben: Mi 03 Okt, 2018 13:20 Filmemachen hat sich seit 100 Jahren kaum verändert. Der größte Teil des Bildes entsteht vor der Kamera, die Kamera selbst spielt kaum ne Rolle, und ist nur ein winziges Puzzleteilchen.
meiner ansicht nach entstehen die wirklich interessanten sachen weder vor od. in der kamera und auch nicht im postprcessing, sondern vor allem im kopf von künstlern, die sich reflexiv mit dem medium auseinandersetzen und versuchen, ihre einsichten, gedanken und träume auch praktisch im rahmen des gegebenen mediums umzusetzen.

dabei ist der verbesserung/nutzung entsprechender techn. möglichkeiten im laufe der filmgeschichte sicher nicht weniger bedeutung zugekommen als intelligenten formen des erzählens. im im einen fall war das in der praxis meist auch nur ein adaptieren von techn. lösungen, die man bereits aus anderen anwendungsfeldern her kannte, so wie ja auch auf der inhaltlich gestalterischen eben die querverbindungen zu anderen kunstformen und den sie begleitenden diskursen immer eine wesentlich rolle spielten.

heute, wo cameras und auch die rezeption von film bereits auf engste mit computertechnik verbunden sind -- ja gewissermaßen nur mehr einen spezialfall deren anwendung darstellen, gilt es natürlich auch dortigen stand der dinge in solche betrachtungen einzubeziehen.
Frank Glencairn hat geschrieben: Mi 03 Okt, 2018 13:20 Der durchschnittlich Blockbuster wird immer noch weitgehend so gedreht, wie in den 30er Jahren - aus gutem Grund: es funktioniert.
ja -- das ist eine traurige tatsache, auf die man halt einfach nur mit einem achselzucken regieren kann bzw. halt einfach feststellen muss, dass dieses industrielle kino für die weiterentwicklung und den künstlerischen wert des mediums vermutlich wirklich kaum eine bedeutsamere rolle zukommen dürfte als dem geschäftstüchtigen eiffern der hochzeitfilmer und der sgn. "kreativen" in der werbemüllgestaltung.

ich bin den leuten ihren lohn nicht neidig, denn sie da ohne murren und aufbegehren mit ihrer arbeit an den fließbändern verdienen -- aber die dinge, die filgeschichte vorangebracht haben, sind zum großteil anderen bemühungen bzw. oft sogar einem ganz bewussten ankämpfen gegen derart unbefriedigende pragmatische tendenzen entsprungen.
Frank Glencairn hat geschrieben: Mi 03 Okt, 2018 13:20 Wie ich oben schon geschrieben hab, niemand hier wird durch die Kamera, oder gar "unfreie" Junkfood-Firmware in seiner Kreativität, seinem Schaffen oder seinen Möglichkeiten ausgebremst. Niemand macht nen schlechteren Film, nur weil er nicht selbst in der Firmware rumfrickeln, oder sich eigene Debayering Algorithmen schreiben kann, (weil die Programmierer von einem der weltweit führenden raw Editoren, natürlich allesamt unfähige Idioten sind, und man das selbst als one-man-show viel besser kann, als ein hochbezahltes Team das seit Jahren nix anderes macht.)
hier geht's halt wieder um die frage: wie nimmt sich abgeschlossenheit derartiger tradierter entwicklungsmodelle im größeren umfeld der heutigen software- und computerentwicklung aus?

in der hinsicht haben mittlerweile auch die ganz großen ein umdenken hinter sich bzw. sich viel vorteilhaftes bei den freien und offenen lösungen abgeschaut und übernommen.

es ist völlig irreführend, die entsprechenden freiheiten sofort mit der hybris einzelner amateuerprogrammierer in verbindung zu bringen, die quasi mit links alles besser machen würden. das ist genauso idiotisch, wie ja auch der glaube an die alleinige macht und bedeutsakeit der "genialität" nicht unbedingt taugt, um reale künstlerisch-kreativen schaffensprozesse vernünftig zu beschreiben.

in wahrheit geht's bei der hier angesprochenen offenheit im umgang mit informationen und entwicklungsprozessen vielmehr darum, dass es einzelnen interessierten offen steht, winzige detailprobleme besser nachzuvollziehen, ggf. winzige mosaiksteinschen selbst zu verbessern bzw. beizutragen, oder oft einfach nur den blick der betreffenden hauptentwickler auf problematische punkte zu lenken bzw. gemeinsam nach lösungen zu suchen. das ganze funktioniert in der praxis wirklich nur deshalb so viel besser, weil hier in arbeitsteiliger weise ein weitaus größeres potential an tatsächlicher mitarbeit und überprüfung des codes in bewegung gesetzt wird als es sich auch deutlich größere firmen im rahmen ihrer bezahlten mitarbeiter und hauptamtlichen entwickler jemals leisten könnten.

dass BMD diese möglichkeit nichteinmal im ansatz nutzt, hat aber wohl hauptsächlich mit dieser ganz spezifischen firmenphilosophie zu tun, in der dem bluffen und überraschenden showeinlagen auf den großen messen und in der öffentlichkeitsarbeit ungewöhnlich größere bedeutung zukommt -- weit mehr jedenfalls, als der tatsächlichen technischen entwicklungsarbeit und dem streben nach damit verbundener perfektion und überlegenheit. so gesehen, wäre ein öffnen entsprechender zugänge und einblicke vermutlich wirklich mit einem einschneidenden wandel verbunden, weil sich dort zumindest im ersten schritt einmal eine ziemliche ernüchternde wahrheit herausstellen dürfte, die ein bisserl was mit der geschichte von des kaisers neuen kleidern, die man ja heute wohl auch unter dem treffenden prädikat "RAW" anpreisen würde, zu tun hat...



Frank Glencairn
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Re: BMPCC immer noch unschlagbar?

Beitrag von Frank Glencairn »

mash_gh4 hat geschrieben: Mi 03 Okt, 2018 16:04
meiner ansicht nach entstehen die wirklich interessanten sachen weder vor od. in der kamera und auch nicht im postprcessing, sondern vor allem im kopf von künstlern, die sich reflexiv mit dem medium auseinandersetzen und versuchen, ihre einsichten, gedanken und träume auch praktisch im rahmen des gegebenen mediums umzusetzen.
Filme machen ist kein Selbstzweck, wie Kunst zu machen, als Filmemacher hat man nur ein Ziel: die möglichst gute Unterhaltung des Publikums. Jeder Versuch der letzten 100 Jahre, Filme am Publikum vorbei zu machen, und dessen Wünsche zu ignorieren, weil man ja selbst viel besser weiß, was gut fürs Publikum ist, war ein Desaster mit leeren Kinosälen. Wer seine künstlerische Reflexe und Träume verwirklichen will, sollte vielleicht lieber einen Töpferkurs belegen, Selbsterfahrungstanz, oder enen Batik-Workshop machen, aber keine Filme, weil es beim Filmen nicht um den Filmemacher geht, sondern allein ums Publikum und dessen bestmögliche Unterhaltung - sprich Showbusiness.
mash_gh4 hat geschrieben: Mi 03 Okt, 2018 16:04

ja -- das ist eine traurige tatsache, auf die man halt einfach nur mit einem achselzucken regieren kann bzw. halt einfach feststellen muss, dass dieses industrielle kino für die weiterentwicklung und den künstlerischen wert des mediums vermutlich wirklich kaum eine bedeutsamere rolle zukommen dürfte als dem geschäftstüchtigen eiffern der hochzeitfilmer und der sgn. "kreativen" in der werbemüllgestaltung.
Das ist genauso wenig "traurig" wie die Tatsache, daß das Rad seit seiner Erfindung vor über 6000 Jahren immer noch rund ist.
Es gibt Dinge, die sind perfekt, und jedes gewaltsame herumdoktoren an der Perfektion würde sie weniger perfekt machen - man kann deshalb perfekte Dinge einfach mal so lassen und fertig. Nicht alles muß sich ständig unbegrenzt weiterentwickeln, genau wie es kein ständiges unbegrenztes Wachstum gibt und geben kann.
mash_gh4 hat geschrieben: Mi 03 Okt, 2018 16:04
dass BMD diese möglichkeit nichteinmal im ansatz nutzt, hat aber wohl hauptsächlich mit dieser ganz spezifischen firmenphilosophie zu tun, in der dem bluffen und überraschenden showeinlagen auf den großen messen und in der öffentlichkeitsarbeit ungewöhnlich größere bedeutung zukommt -- weit mehr jedenfalls, als der tatsächlichen technischen entwicklungsarbeit und dem streben nach damit verbundener perfektion und überlegenheit. so gesehen, wäre ein öffnen entsprechender zugänge und einblicke vermutlich wirklich mit einem einschneidenden wandel verbunden, weil sich dort zumindest im ersten schritt einmal eine ziemliche ernüchternde wahrheit herausstellen dürfte, die ein bisserl was mit der geschichte von des kaisers neuen kleidern, die man ja heute wohl auch unter dem treffenden prädikat "RAW" anpreisen würde, zu tun hat...
Selbst für einen radikalen open-source Extremisten wie dich scheint mir das ziemlich paranoid.

Die verschenken ehemals $60.000 Software, und haben mehr für die Demokratisierung von Hardware und Kameras getan als irgendein anderer Hersteller. Sämtliche Soft- und Firmware Updates - meistens mit beträchtlichem Funktionszuwachs - sind obendrein noch kostenlos. Aber nö - dahinter steckt nur die böse Firmenphilosophie, sie alle zu versklaven und mit einem "Ring" für immer an BM zu binden.

Warum sollte BM ein Interesse an sowas haben? Welchen Vorteil hätten die davon (außer einem noch größeren Kontingent an frittierter Hardware, weil irgendwelche Besserwisser meinen sie müssen an der Firmware rumpfuschen). Das ist doch nur asking for trouble - würd ich an BMs Stelle auch nicht machen.
Sapere aude - de omnibus dubitandum



roki100
Beiträge: 18810

Re: BMPCC immer noch unschlagbar?

Beitrag von roki100 »

Ich denke, dass Du wenig von Open Source begriffen hast. Vergleich mal z.B Router-Systeme (OpenWRT & Co.) mit Closed Source (D-Link & Co.) Router-Systeme und mach dir dann mal Gedanken darüber, wie es mit den Kamera-Systeme ungefähr aussehen könnte.
Die verschenken ehemals $60.000 Software
Welche Software ist gemeint? Eyeon Fusion war ehrlich gesagt unbrauchbar/instabil von Version zu Version. Die hatten eigentlich keine andere Wahl als das Projekt aufzugeben/zu verkaufen. Blackmagic hat m.M. Codes voller Müll übernommen und diese verbessert und auch für andere Plattformen kompiliert. Schön! Es läuft aber immer noch nicht ganz Stabil, das ist kein Geheimnis. Es ist zu langsam (liegt wohl an Rendering System, was nicht erneuert wird. Fusion unterstützt z.B. keine Cuda). Dennoch, ich liebe Fusion: viewtopic.php?f=20&t=142767&p=962153#p962153
"Deine Zeit ist begrenzt. Verschwende sie nicht damit, das Leben eines Anderen zu leben"
(Steve Jobs)



Frank Glencairn
Beiträge: 26509

Re: BMPCC immer noch unschlagbar?

Beitrag von Frank Glencairn »

roki100 hat geschrieben: Mi 03 Okt, 2018 17:57 Ich denke, dass Du wenig von Open Source begriffen hast. Vergleich mal z.B Router-Systeme (OpenWRT & Co.) mit Closed Source (D-Link & Co.) Router-Systeme und mach dir dann mal Gedanken darüber, wie es mit den Kamera-Systeme ungefähr aussehen könnte.
Ich hab das schon begriffen, aber mein Punkt ist, daß ich mit selbst mit meiner uralt bone-stock Frizbox immer noch keine Einschränkungen beim Telefonieren oder Surfen hab. Klar könnte ich da jetzt allen möglichen Schnulli-Bulli an open source drauf kloppen, nur um noch mehr Funktionen zu haben, die ich nicht nutze - weder meine Telefonate werden dadurch tiefgründiger, noch die Webseiten bunter.
Leute, es liegt nicht an der Technik, die ist heute längst gut genug für alles. Gute Bilde kann man sich nicht mit ner open Firmware drauf spielen, man muss schon an sich selbst arbeiten, es gibt keinen anderen Weg.
Sapere aude - de omnibus dubitandum



cantsin
Beiträge: 17751

Re: BMPCC immer noch unschlagbar?

Beitrag von cantsin »

Open Source-Firmware wird es von Blackmagic niemals geben, weil die Kameras voll sind mit patentierter Technologie. Als die ersten BM-Kameras auf den Markt kamen, sagte der Firmenchef in einem Interview ziemlich klar, dass das eigene IP- (Intellectual Property-) Portfolio zu den Gründen gehörte, eigene Kameras zu entwickeln. Hinzu kommt von Dritten lizenzierter Softwaretechnik (wie ProRes), die bei einem Open Source-Release der Firmware entfernt werden müsste.

Das ist in der Open Source-/Freien Software-Entwicklung übrigens ganz ähnlich. Die wenigen Projekte, in denen ehemals proprietäre Software quelloffen wurde (Netscape Browser, StarOffice), führten dazu, dass erst jahrelang der Quellcode von Code mit Drittrechten gesäubert und umgeschrieben werden musste. Bei Mozilla führte das sogar dazu, dass der alten Netscape-Code ganz weggeschmissen wurde und man mit Firefox einen neuen Browser schrieb. (Während LibreOffice/OpenOffice immer noch an dem Steinzeit-Softwarearchitektur des alten StarOffice krankt.)
"Wieso eigentlich überhaupt was drehen? Warum nicht jahrelang nur darüber philosophieren?" -stip



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