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welches mikro für live-konzerte?




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Frage von nürg:


Hi,ich filme seit kurzem öfters mal rockkonzerte mit einer panasonic nv 280.
ist nur rein hobbymäßig und zum zwecke das die bands ne erinnerung haben und eventuell an verbesserungen arbeiten können.
also nix für kommerzielle oder ähnliche zwecke.
was mich immens stört ist der fakt,das wenn ich die cam am mischpult aufstelle,(;das ja meistens weiter hinten steht)ich über das eingebaute micro sehr viel umgebungsgeräusche wie (;leider)oft dummes gelaber und ähnliches mit aufm band habe.
suche deshalb nach abhilfe.wie siehts in der beziehung mit richtmikros aus und welche charakteristik sollten die haben?
wie sinnvoll wäre zb ein rode stereo videomic oder was gibts sonst noch in dem preisbereich?
sollte eventuell nicht nur das eigentliche problem beheben,sondern auch den sound zusätzlich noch verbessern.
wer hat nen tip für mich?danke




Antwort von Steadycameraman:

Also als Richcharakteristik auf jeden Fall Keule oder Superniere.
Allerdings sind gute Richtmikrofone ziemlich teuer. Ich nehme doch stark an, dass du einen sauberen Klang haben willst. Von daher kostet so ein Mikro dann bestimmt 200€.

Lohnen für dich würds aber dennoch.



Antwort von scubavideo1:

Ich mache so was regelmäßig und habe dabei in den letzten zehn Jahren auch schon reichlich Lehrgeld bezahlt.

Den besten Ton bekommst Du direkt aus dem Mischpult. Wenn Du die Bands kennst ist das normalerweise auch kein Problem. Je nach Verfügbarkeit lasse ich mir den Stereoton über zwei separate Ausgänge am Mischer ausgeben oder zweige mir den Master ab (;Endstufen haben oft durchgeschleifte Eingänge, die man einfach per XLR-Stecker abgreifen kann). Zur Aufnahme verwende ich einen DAT-Recorder mit vorgeschaltetem Limiter (;nur zur Sicherheit, Übersteuerungen bei digitalen Aufnahmegeräten führen zu kompletten Tonaussetzern).
Als einfache Lösung könnte man z.B. auch einen iRiver an den Kopfhörerausgang des Pults anschliessen.

Die Publikumsreaktionen nehme ich mit einem Rode NT4 Stereomicro auf einem Hochstativ auf, das ich im Saal platziere. Problematisch kann es werden, wenn der Abstand zur Bühne zu gross ist, denn dann gibt's einen Echoeffekt, den man später wieder entfernen muss. Ca. 10 m Abstand von den Boxen ist meiner Erfahrung nach noch ok.
Das Rode NT4 verbinde ich mit einem 20 m langen Kabel mit der Kamera (;meine hat XLR-Eingänge. Bei Kameras mit Miniklinkeneingang (;unsymmetrisch) können bei solchen Kabellängen Einstreuungen auftreten. Das muss man vorher ausprobieren und auf jeden Fall gut abgeschirmtes Kabel verwenden.
Vorteil des Rode NT4 ist neben der guten räumilichen Abbildungsqualität die vorgegebene xy-Anordnung der Mikrofonkapseln (;kann ohne Auslöschungen auf Mono abgemischt werden) und die Möglichkeit, das Mikro wahlweise mit Phantomspeisung oder Batterie zu betreiben.

Beim Editieren der Aufnahmen musst Du Dir einen Referenzpunkt suchen (;z.b. prägnanter Anfang eines Stückes o.Ä.) und den Kameraton mit dem Mischpultton vom externen Aufnahmegerät synchronisieren.
Bei sehr langen Aufnahmen können mit der Zeit Asynchronitäten auftreten. In diesem Fall muss man einen langen Clip in mehrere kurze unterteilen, die man dann jeweils separat synchronisiert.
Ich habe typischerweise Aufnahmen von 60 min (;eine Bandlänge), bei der diese Probleme bisher noch nicht aufgetreten sind (;professionelles Equipment verwendet deshalb eine Masterclock, die alle Geräte synchronisiert).

Dann geht's ans Mischen.
Der Mischpultton ist ja für die Raumakustik abgemischt und klingt deshalb oft sehr trocken. Da musst Du dann noch ein bischen Hall und Reverb nachlegen. Das Raummikro mische ich sehr dezent dazu. Gerade so weit, dass die Publikumsreaktionen nicht aufdringlich sind.

....hope that helps.



Antwort von Steadycameraman:

Des nenn ich mal ne gute Hilfe!
Danke. Auch wenn nicht für mich!



Antwort von nürg:

@scubavideo....dank dir für deine wirklich hilfreiche und verständliche schilderung,wie es richtig gut wird.
für kommende projekte wäre eine solche lösung schon ideal,für den moment aber vom technischen aufwand her noch ne nummer zu groß.
augenblicklich sinds noch kleinere gigs mit underground-bands,denen genügt im normalfall,überhaupt mal ne eigene show auf ner dvd zu verewigen.
da lohnt der von dir beschriebene aufwand sich momentan noch nicht.
aber auch bei solchen gigs möchte ich halt die beschriebenen probleme umgehen und suche daher nach lösungen.
scheinbar ist eine solche die benutzung eines richtmikros mit keule.
das sollte ja wohl weitestgehend nebengeräusche von zuschauern die nahe der cam stehen,unterbinden,richtig?
in dem zusammenhang noch etwas.....sollte oder muß ein micro stereo sein?an der cam ist das eingebaute ja auch stereo,was würde mono in bezug auf den klang bewirken?
und nochmals die frage an eventuelle besitzer,lohnt sich die anschaffung des rode svm,was gibts für alternativen in dem preisbereich?



Antwort von techman:

Hallo
Ich möchte mich noch kurz einbringen, aber weils schon spät ist, nur eine Kurzfasung. Wenn du noch Fragen hast - kein Problem!

Also ich habe in den letzten fünf Jahren viele Konzerte gefilmt, angefangen hats mit einer einzigen Canon XM2, heute tauche ich schon mit 5 DV(;-Cam) Kameras auf. Da die Konzerte auch meist eher kleiner waren habe ich lange das Stereomikro der XM2 als Ton genommen. Ich war damit auch echt zufrieden, Musik und Publikum hat man in einem guten Verhältnis gehört.

Leider waren aber die Auftraggeber im Nachhinein meist etwas unzufrieden. Deswegen habe ich mir angewöhnt einfach ein Summensignal vom Tonmischpult abzugreifen, das mach fast keinen Aufwand, aber es klingt gleich viel "krisper" oder knackiger oder wie man auch immer dazu sagen soll. Jedenfalls wars mir eigentlich immer etwas zu trocken. Die Vorschläge von scubavideo1 gefallen mir recht gut, die Richtung könnte echt was bringen.

Jedenfalls habe ich bei meinem letzten, und vermutlich für längere Zeit letzten Konzertfilm (;wird wohl zeitlich nichts mehr) eine "Luxusvariante" probiert, zumindest für meine Verhältnisse. Das Konzert wurde mit ca. 20 Kanälen für den Saal gemischt, davon haben wir über die Subgruppen am (;Saal-)Mischer 8 logische Unterkanäle gemischt (;Gesang, Schlagzeug, Gitarre(;-n), Keyboard, ...) diese 8 Kanäle hat dann ein Freund live auf einem kleinen Mischpult abgemischt (;den Gesang mit etwas Hall versorgt - was für z.B. Bass-lastige Spuren absolut "tödlich" wäre) und das hat paralell eine Kamera und ein Flash-Recorder aufgezeichnet.
Und alle dies bisher gehört haben meinten es sei einfach nur perfekt.

Als kleines Extra habe ich dann noch für die DVD eine 5.1 Spur erstellt, da ich ja noch das Stereomikro der XM2 hatte. Somit liegen auf li und re Vorne (;und am Center) die abgemischte Aufnahme und Hinten hört man das Publikum und die "Saal-atmo" was auch sehr gut klingt.

Als Schlussfolgerung wollte ich jedenfalls sagen, dass ich mir für genau diesen Zweck auf keinen Fall eine (;mono-) Richtgurke kaufen würde, die ist was fürs Interview mit den Musikern vor dem Konzert oder zum Tonangeln beim Film. Auch sowas wie ein Rode Stereo Vid. Mic. bringt dir nicht extrem viel, weil der Bass (;egal ob Schlagzeug oder E-Bass) nicht knackig hart klingt, sondern hallig verwaschen.



Antwort von Dr. Walter Gesierich:

Super-Beiträge von echten Könnern!
Ja es ist tatsächlich so: Du stehst zwar verführerisch nah am Saalmischpult, um dort Dir den Mischpultton herauszuholen, der ist aber für sich allein zu trocken und unausgewogen. Ca. 30 % Saalton solltest Du zumischen können, das ist ideal. Geht aber nicht auf ganz billig.
Stattdesen ein Superrichtmikrofon n a h bei der Kamera aufzustellen ist nicht das Idealste, weil trotz allem noch ein zu verwaschener Ton herauskommt. Den Ton "zoomen" zu wollen geht bei weitem nicht so, wie das Bild zoomen mit dem Objektiv.
Es hilft für Dich - auf billig - nur die eine Devise: Es müssen 2 Mikrofone her, die auf etwa 5 Meter nah an die PA-Boxen herangestellt werden müssen. Bei dieser Entfernung zum Camcorder hast Du aber das Problem, daß die Mikrofonleitungen Brummeinstreuungen bekommen, weil Du eine unsymmetrische Eingangsbuchse hast.
Entweder, Du nimmst den Ton auf einen Flashrecorder auf, z.B. der ZoomZoom im Glossar erklärt H4 ist sehr gut und rel. günstig (;280 Euro), und der hat störungsfreie, symmetrische XLR-Eingänge sogar mit Phantomspeisung 48 Volt für besonders gute Kondensatormikrofone. Und hinterher etwas Synchronisierungsarbeit am Computer.
Oder wenn's noch billiger sein muß und ohne Nacharbeit: Es gibt beim Musik-Versender Musik Produktiv einen 4-fach Vorverstärker für 79 Euro, den Du direkt neben Deiner Kamera postierst.
http://www.musik-produktiv.de/sm-pro-audio-pr4v.aspx
Der ist auch symmetrisch und überbrückt schon mal die einstreugefährliche große Strecke zwischen Mikrofonen und Consumerkamera. Von diesem Vorverstärker mußt Du dann mit einem Y-Kabel, die in besonders reicher Auswahl der Musik-Versender Thomann hat, vom Vorverstärker zur Kamera.
Wenn Du mit der Entfernung der Mikrofone zu den Lautsprechern rumspielst, bekommst Du sicher ein recht gutes, natürliches Endergebnis für wenig Kohle.
Viel Glück wünscht Walter




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