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/// Worin unterscheiden sich DVB-C und DVB-T?

Worin unterscheiden sich DVB-C und DVB-T?





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Frage von Guido Speer:
Januar 2004

Hallo,
klar, beide benutzen unterschiedliche Frequenzbereiche. Wobei das aber
relativ ist. Die Frequenzbereiche (;VHF1, VHF2 und UHF) vom Terestrischen
Fernsehen (;also über Antenne) sind zumindest komplett auch im Kabelnetz
vorhanden. Wäre zu klären ob sich die Digitalverfahren unterscheiden.Wenn
nicht, sollte doch auch mit einer DVB-C-Karte im PC, DVB-T zu empfangen
sein, wenn man eine Antenne anschließt. Eventuell sind die Signalstärken
unterschiedlich, wobei die DVB-C-Karte sicher schwächer ist. Dass könnte man
aber leicht mit einem guten Vorverstärker ausgleichen.
Ich überlege mir eine solche Karte anzuschaffen, wobei hier im Berliner Raum
das echte Digitalangebot im Kabel noch dürftig ist. Wenn ich dann aber
gegebenenfalls auf Antenne umstöpseln kann, hätte ich mehr Auswahl.
Mir stehen sowohl ein Kabelanschluß, als auch noch (;aus guten alten Zeiten?)
ein Antennenkabel zum Dachboden zur Verfügung.
Liege ich hier völlig falsch?
Von HF-Technik verstehe ich schon einiges, das Digitalgeraffel ist mir aber
ein Buch mit sieben Siegeln (;naja, zumindest mit einigen;-))
Guido






Antwort von Heiko Nocon:

Guido Speer wrote:

>klar, beide benutzen unterschiedliche Frequenzbereiche. Wobei das aber
>relativ ist. Die Frequenzbereiche (;VHF1, VHF2 und UHF) vom Terestrischen
>Fernsehen (;also über Antenne) sind zumindest komplett auch im Kabelnetz
>vorhanden.

Nein. In den weitaus meisten Kabelnetzen gibt es keinen UHF-Bereich. Das
ist ein wichtiger Grund dafür, warum DVB-C nicht so richtig aus dem
Arsch kommt. Für die volle digitale Programmpalette müßten nämlich in
diesen Netzen einige Analogkanäle abgeschaltet werden.
Andererseits gibt es dafür in den Kabelnetzen die Kabel-Sonderkanäle,
die man wiederum terrestrisch nicht nutzen kann, weil hier andere
Funkdienste arbeiten.

>Wäre zu klären ob sich die Digitalverfahren unterscheiden.

Tun sie. DVB-T wurde nämlich explizit für "aerial distribution"
entwickelt, also für Verbreitung per Antenne. Da gibt es einige
Fehlermöglichkeiten, mit denen man sich bei Verbreitung in einem
abgeschlossenen Kabelnetz niemals rumschlagen muß. Das MPEG-Streamformat
wurde diesen Bedingungen angepaßt.

>Liege ich hier völlig falsch?

Jedenfalls weitgehend. Ich will absolut nicht ausschließen, daß es ohne
großen Mehraufwand an Hardware möglich wäre, eine Kombikarte DVB-C/DVB-T
zu bauen. Hat aber noch keiner gemacht. Die existierenden Karten lassen
sich jedenfalls nicht allein mit Software zum jeweils anderen Standard
"umstricken". Das gibt deren relativ unflexible Hardware leider nicht
her.




Antwort von Matthias Meinel:

Hallo Guido,

DVB-c und -t unterscheiden sich in der Modulation, es sind zwar beide QAM
moduliert. Doch wird bei DVB-c auf einen Fehlerschutz weitgehend verzichtet,
da dass Kabelfernsehen ein nahezu perfektes Übertragungsmedium ist, keine
Reflektion, kein Rauschen, konstante Gruppenlaufzeit. Das ganze Gegenteil
stellt der terrestrische Übertragungskanal dar, deshalb verwendet man hier
einen ausgefeilten Fehlerschutz und die Datenübertragungsrate eines solchen
Kanals liegt auch nur bei einem 1/3 im Vergleich zum Kabel. Sicherlich
könnte man einen Dualempfänger für DVB-c und DVB-t realisieren, doch mir ist
nicht bekannt, dass dies ein hersteller schon gemacht hätte. Es gilt
entweder oder!

MfG
Matthias





Antwort von Guido Speer:


"Matthias Meinel" schrieb im Newsbeitrag

> Hallo Guido,
>
> DVB-c und -t unterscheiden sich in der Modulation, es sind zwar beide QAM
> moduliert. Doch wird bei DVB-c auf einen Fehlerschutz weitgehend
verzichtet,
> da dass Kabelfernsehen ein nahezu perfektes Übertragungsmedium ist, keine
> Reflektion, kein Rauschen, konstante Gruppenlaufzeit. Das ganze Gegenteil

Keine, Reflektion, Rauschen usw. stimmt aber nicht so ganz. Sicher meintest
du "so gut wie keine..." Zumindest um Größenordnungen kleinere.

> stellt der terrestrische Übertragungskanal dar, deshalb verwendet man hier
> einen ausgefeilten Fehlerschutz und die Datenübertragungsrate eines
solchen
> Kanals liegt auch nur bei einem 1/3 im Vergleich zum Kabel. Sicherlich
> könnte man einen Dualempfänger für DVB-c und DVB-t realisieren, doch mir
ist
> nicht bekannt, dass dies ein hersteller schon gemacht hätte. Es gilt
> entweder oder!
>

Naja, hätte ja so schön sein können ;-) Aber vielleicht kommt ja ein
Hersteller mal auf die Idee. Das setzt natürlich eine große Nachfrage
voraus. Ich jedenfalls würde sofort zuschlagen.

Also, danke für die Antworten, jetzt sehe ich klarer.
Guido





Antwort von Martin Hillebrand:

Hallo Heiko.

Heiko Nocon schrieb:

> Guido Speer wrote:
>
>>Wäre zu klären ob sich die Digitalverfahren unterscheiden.
>
>
> Tun sie. DVB-T wurde nämlich explizit für "aerial distribution"
> entwickelt, also für Verbreitung per Antenne. Da gibt es einige
> Fehlermöglichkeiten, mit denen man sich bei Verbreitung in einem
> abgeschlossenen Kabelnetz niemals rumschlagen muß. Das MPEG-Streamformat
> wurde diesen Bedingungen angepaßt.

Hu? Wie meinen? Ich dachte, daß die sich vor allem durch die
Sendetechnische Modulation (;z.B. QPSK auf Sat und Q*wiewardasnochmal*
auf Kabel und was anderes in der Luft) unterscheiden. Der MPEGMPEG im Glossar erklärt Strom ist
(;bis auf die verwendete Datenrate) in der Struktur identisch, so mein
bisheriges Wissen...

>>Liege ich hier völlig falsch?
>
> Jedenfalls weitgehend. Ich will absolut nicht ausschließen, daß es ohne
> großen Mehraufwand an Hardware möglich wäre, eine Kombikarte DVB-C/DVB-T
> zu bauen. Hat aber noch keiner gemacht. Die existierenden Karten lassen
> sich jedenfalls nicht allein mit Software zum jeweils anderen Standard
> "umstricken". Das gibt deren relativ unflexible Hardware leider nicht
> her.

Eben weil mein bisheriger Wissensstand davon ausgeht, daß vor allem der
Demodulator unteschiedlich ist, bis man an den MPEGMPEG im Glossar erklärt Strom 'ran kommt. Ab
da ist eh alles gleich...

Aber ich lasse mich gerne von anderem überzeugen.

Martin.

--
Zum Antworten bitte XY in der Adresse durch einen Punkt ersetzen!

Der vierte große Witz der Computergeschichte:
"Mein Source Code guckt eh niemand an."




Antwort von Heiko Nocon:

Martin Hillebrand wrote:

>Der MPEGMPEG im Glossar erklärt Strom ist
>(;bis auf die verwendete Datenrate) in der Struktur identisch, so mein
>bisheriges Wissen...

Soviel ich weiß, sind zusätzliche Informationen im DatenstromDatenstrom im Glossar erklärt enthalten,
mit denen ähnlich wie bei DAB das Verhalten im Überlappungsbereich von
Sendern gesteuert wird. Eine offizielle Quelle dafür kann ich aber nicht
angeben, mir ist so, als wenn ich das in irgendeiner c't gelesen hätte.

Sinn machen würde es jedenfalls, denn DVB-T ist ja explizit auch für
mobile Empfänger vorgesehen.





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update am 10.März 2010 - 11:10
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