| Grundlagen : Pixelverhältnisse und woher sie kommen von Holger Scheel Do, 5.Juni 2003 | 4 Seiten | diesen Artikel auf einer Seite lesen
Das Thema Pixelverhältnisse ist normalerweise für Cutter weniger interessant. In letzter Zeit häuften sich jedoch die Anfragen zu diesem Thema. Auslöser war nicht zuletzt die Schnittsoftware Vegas, die mit unbekannten Faktoren und Verhältnissen immer wieder zur Unsicherheit führte. Dieser Artikel will daher die Grundlagen klären und taucht dazu tief ein in die Welt der Videotechnik, der Computer und der Mathematik.
Die analoge Welt
Insgesamt besteht das analoge Videobild im PAL-Format aus 625 Zeilen, davon werden 575 (2X287,5) für das aktive Bild benutzt. Pro Zeile wird davon ein Zeitfenster von 52µs für die Darstellung des Videobildes benutzt:

Die digitale Welt – am Anfang
Als bei PAL mit der Digitalisierung begonnen wurde, stellte man fest, dass digitale Geräte mit einigen Dingen der Videotechnik nicht zurecht kamen. U.A. war ein großes Problem der Umgang mit den 2x287,5 Zeilen, weshalb man sich schnell für zwei halbe Leerzeilen entschied, um mit 2x288 Zeilen arbeiten zu können. Bei der Suche nach einer digitalen Norm für PAL wurde am Anfang davon ausgegangen, dass horizontal und vertikal die gleiche Auflösung verwendet werden sollte. Bei vorgegeben 576 (2x288) Zeilen und einem Bildseitenverhältnis von 3:4 wäre das korrekte Verhältnis also 576/3*4=768. Sollte mit diesen Vorgaben im Vollformat 16:9 produzieren werden, wäre ein Verhältnis von 576/9*16=1024 korrekt. Dies ist jedoch nicht darstellbar, da es die Übertragungskette überfordert. Entsprechend wäre das Letterbox-Format (d.h. es wird von den maximal möglichen 768 Spalten ausgegangen) 768/16*9=432.
Beide Formate (768x576) und (768x432) gehen von den gleichen Voraussetzungen aus: 1.horizontale und vertikale Auflösung sind gleich, was man auch als „quadratisches Pixelseitenverhältnis“, auf Neudeutsch „square Pixel“, bezeichnet. 2.Das aktive Bildsignal passt mit seinen 768 Spalten weiterhin in das Zeitfenster von 52µs.

So viel zur Vorgeschichte.
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