iasi hat geschrieben:... Kir Royal? Schtonk? ... um nur mal 2 vom Dietl zu erwähnen ...
Es gab früher deutsche Filme, die mehr boten, als nur Lacher und Gefühle.
Auch einer wie Petersen hatte sich damals Themen von politischer und gesellschaftlicher Relevanz angenommen - z.B. in Smog oder Planübung ...
Oder wie wäre es mit Das Blaue Palais und so manch anderen Filmen von Rainer Erler?
Heute scheint es außer Kochen und Live-style keine Themen von politischer und gesellschaftlicher Relevanz mehr zu geben.
Vielleicht aus der Befürchtung der Filmemacher heraus, dass das in der Flut der angebotenen Filme irgendwie unterginge. Oder unterdessen von der Realtität überholt würde.
Oder dass die Leute sich sich lieber 1:1 informieren als durch ein Filmemacher-Hirn gefiltert und zugespitzt und didaktisch aufbereitet und so plakativ, dass auch der letzte 'Dööfi' die angestrebte Message noch begreift.
Vielleicht erreicht ein guter Polit-Kabarettist oder eine Direktübertragung der Redeschlacht aus dem Bundestag das Zielpublikum eher als ein politisch relevanter Film, der - um auch zu unterhalten - oft als Satire daherkommt.
Von Rainer Erler erinnere ich mich an die Pseudo-Dokumentation 'Die Delegation' (ein Reporter auf den Spuren Ausserirdischer), die mich als Jugendlicher in Verwirrung stürzte.
Realität und Phantasie so eng verwoben, dass man sie nicht mehr auseinanderhalten konnte. Und weil es damals kein Internet und kein Wikipedia gab (im Vergleich rückblickend : Was für Errungenschaften!), blieb nur die Möglichkeit, in der Fernsehzeitschrift noch spärliche Informationen zu finden oder zu hoffen, dass die Fernsehansage noch irgendein 'Geheimnis' preisgab (sofern man den Fernseher früh genug eingeschalltet hatte und die abgedruckte Sendezeit noch stimmte).
Der zweite Film von Rainer Erler, der mir unter die Haut ging, war 'Fleisch', ein Thriller mit Jutta Speidel um das Thema illegaler Organhandel.
Von Petersen habe ich 'Reifezeugnis' mit dem leider zu früh verstorbenen Klaus Schwarzkopf als Kommissar und natürlich Nastassia Kinski und Christian Quadflieg als unerlaubtem Liebespaar in Erinnerung.
Dann natürlich den bahnbrechenden und beeindruckenden Film 'Die Konsequenz' mit Jürgen Prochnow, der später in 'Das Boot' (nach L.-G. Buchheims Roman) als 'KaLeu' brillieren sollte.
Die klaustrophobe Atmosphäre aus 'Das Boot' hat Petersen später in 'Der Sturm' (2000) nochmals aufleben lassen - diesmal
über Wasser, bei dem George Clooney als Captain eines Fischkutters in einen Sturm und eine Welle gerät, die eine (oder zwei) Nummer(n) zu gross für ihn und sein Boot ist!
Da ich animiertes Wasser liebe und mich an Naturphänomenen wie sich langsam auftürmenden Wellen kaum sattsehen kann (ebenso wie an zu Tornados anwachsenden, dunklen Wolkenwirbeln -> 'Twister' (1996)!), ist das ein Film für mich!
Und dazwischen lag natürlich noch Michael Endes Ausflug ins 'Fantasy'-Genre: 'Die Unendliche Geschichte' - mit Fuchur, dem Drachen und mit den Felsenbeissern.
Das war's bei mir von Petersen.
Weder 'Troja' mit Brad Pitt als Held 'Achilles' noch die sinkende 'Poseidon' konnten mich danach ins Kino locken! Ich müsste also eher einen Blick zurück aufs Frühwerk werfen.