MaxSchreck hat geschrieben: ↑Sa 18 Apr, 2026 18:18
7River hat geschrieben: ↑Sa 18 Apr, 2026 13:45
Aber es ist oft nun mal so, dass die Menschen (die Zuschauer) nicht gerne mit der harten Realität konfrontiert werden möchten.
DAS! Und ich kann (was für ein Timing!) leider auch aus "dem inneren" berichten. Ich lag kürzlich für eine Woche im Krankenhaus, es war ein Notfall (Infekt). Ich wurde abends eingeliefert und landete erst mit den gesetzlich Versicherten (GKV) in einem 4 Bett Zimmer (zum Glück nur mit 3 Betten belegt), am nächsten Tag wechselte ich auf die Station der privat Versicherten. Daß man mich nicht falsch versteht: Dem Personal gebührt nur der höchste Respekt. Die Realität der GKV Versicherten im Vergleich zu PKV war allerdings erschreckend. Welche Hölle diese 6 Tage ohne das Komfortzimmer gewesen wären, möchte ich mir nicht einmal ausmalen, die Ärztin selbst hat das an meinem letzten Tag dort um zwei Ecken angedeutet. Verpflegung, Zustand der Räume, die Enge usw. - einfach schrecklich.
Um Gottes Willen, da ist dir ja wirklich eine dramatische Erfahrung zuteil geworden.
Zum Glück bist du schnell ins Komfortzimmer gekommen.
Die überwiegende Mehrheit der Menschen, ist aber exakt auf diese immer schlechter werdende Versorgung angewiesen.
Ich erinnere mich da an den Sterbeprozess meiner Mutter:
Die Ärztin hat nicht nur unverhohlen eine einwöchige Falschbehandlung, die zu einem Infekt auch noch eine komplette Dehydrierung zur Folge hatte, offen zugegeben, man hat mir auch ständig klar gemacht, dass DIE hier raus muss und dass im Krankenhaus nicht gestorben wird. DIE blockiert hier das Bett für Leute, denen man noch helfen kann... und ich könnte ruhig 24/7 hier am Bett bleiben, um das Pflegepersonal zu entlasten... usw.
Neben ihr die Mutter eines Stadtbekannten Geschäftsmannes. Meine Güte wurde sich da bemüht und beraten und Hilfe angeboten. Die Frau konnte eigentlich nur noch atmen.
Bei meiner Mutter wurde nur bemerkt, dass die doch eh nichts mehr checkt und sicher seit Jahren dement ist. Ich als ihr Pfleger müsste das doch wissen... Wie? Die hat keinen Pfleger und lebt alleine? Was sind SIE für ein Mensch?
Demenz wird dann einfach so behauptet. Aus einem Delir wird einfach eine schon seit Jahren bestehende Demenz konstruiert und du kannst nichts dagegen machen.
Der Hausarzt weigert sich, mit dir überhaupt zu sprechen.
Und so schaust du einfach nur zu, die Ärzte geben dir keine Auskunft. In 18 Tagen hat man sich 4 Minuten Zeit für ich genommen und lapidar erklärt, dass Menschen halt sterben und man hofft, dass ich hier keinen Ärger machen werde. Damit müsse man ja bei so Leuten wie uns immer rechnen. Ich weiß bis heute nicht, woran sie eigentlich starb.
Schmerzmittel gab es auch erst, als klar war, dass sie in ein paar Stunden eh weg ist.
Du liegst da und schreist vor Schmerzen und niemand gibt dir was. Weil der Richter erst in 3 Tagen Zeit hat.
Dann kommt ein Betreuer, der dich einfach nur verwaltet und mit dir machen kann, was er will.
Bei meiner Mutter wurden die persönlichen Gegenstände und am Bett stehende Fotos dann auch nach dem Ableben einfach direkt entsorgt.
Ist ja eh nichts wert, das Zeugs.
Nur ihr tatsächlich wertloses Handy wurde dem Bestatter mitgegeben.
Aber dieser Satz "Im Krankenhaus wird nicht gestorben, schaffen Sie die Frau hier raus" ist symptomatisch für unser tolles Gesundheitssystem.
Für mich steht seitdem fest, dass ich mich, wenn ich es schaffe, vorher selbst töten werde. Ich denke, so mit 70 wird das passieren.
In dieses System möchte ich niemals kommen.