Darth Schneider hat geschrieben:Ich würde mir ganz klar keine Ursa Mini kaufen.
Mit einer so riesigen Mühle Insekten filmen ? Das wäre mir zu unpraktisch und für mich realitätsfremd, ...
Natürlich ist die generelle Frage, ob Thoma mit der Ursa Mini nicht mit Kanonen auf Spatzen schießt. Die Kamera ist definitiv eine Cine- und keine Doku-Kamera. Ich nutze sie zwar auch für letzteren Zweck, aber besonders ihr hohes Gewicht und die schiere Größe machen einem das Leben nicht einfacher - besonders was das Equipment angeht. Die Ursa mal schnell auf den Gorillapod anbringen geht einfach nicht. Und so manch kleines Stativ oder Mini-Slider ist mit ihr auch komplett überlastet.
Ob die Kamera die richtige ist, hängt also komplett von deiner Arbeitsweise ab. Wenn "normalgroßes" Filmequipment (vor allem Stativ, Slider und evtl. Kran) vorhanden ist und du dir sowieso Zeit zum Aufbauen und Einrichten des Bildes nimmst, ist die URSA perfekt. Wenn es aber immer schnell gehen muss und du die Kamera oft an entlegendste Orte tragen musst, wärst du mit einer kleinen Systemkamera besser bedient.
Den anderen Infos von Boris/Darth Schneider kann ich aber aus eigener Dreherfahrung nicht zustimmen (@Boris: woher nimmst du deine Informationen?):
- RAW wird auch im szenischen Bereich kaum verwendet. Ich kenne sowohl deutsche als auch kanadische DITs, die bei großen Produktionen wie der Serie "Hanibal" oder dem Filmmehrteiler "Winnetou" gearbeitet haben: es wird fast alles in ProRes gedreht. RAW bringt nur Vorteile in extremen Lichtsituationen und verursacht durch seinen Workflow und die Datenmengen deutlich mehr Arbeit (zumindest die Datenmengen wurden übrigens inzwischen von BM durch die RAW-Kompression in den Griff gekriegt). Für 90% aller Fälle reicht ProRes aus, den Großteil aller Dinge die du im Kino oder TV siehst wurden in ProRes gedreht. Und das ist irgendwelchen H.264, AVCHD oder XAVCHD Codecs immernoch meilenweit überlegen...
- die URSA braucht nach dem Einschalten NICHT Minuten, eh du damit arbeiten kannst. Wie fast jede andere Kamera machst du sie an und kannst sofort losdrehen.
. der Lüfter der URSA ist NICHT laut, ich habe ihn ehrlichgesagt überhaupt noch nicht registriert und Insekten verjagt er schon gar nicht.
- die URSA Mini verlangt KEIN Gebastel sondern ist eine "Out-Of-The-Box" verwendbare Kamera. Wie du an meiner Aufstellung im letzten Post sehen kannst, brauchst du nur Objektive, die V-Mount Platte, Akkus und Speicherkarten und es kann sofort losgehen. Da hast du mit der von Darth Schneider gelobten RED viel mehr Basteleien eh du losdrehen kannst.
- die Bestelldauer ist inzwischen deutlich kürzer. Wenn du beim richtigen Händler bestellst, musst du inzwischen nicht mehr lange warten.
- du brauchst NICHT zwingend einen Audiorecorder, der Ton ist für die meisten Anwendungszwecke vollkommen ausreichend. Wenn du das selber hören willst:
https://youtu.be/8RuxoPSY4mg?t=115
- die Kamera ist natürlich auch NICHT veraltet sondern technisch aktuell. Zum Vergleich, die Arri Alexa wurde 2010 (!) vorgestellt und mit ihr werden immer noch Kinofilme gedreht. Mit der URSA kannst du eine Bildqualität auf Hollywoodniveau erreichen, zu der keine Systemkamera heutzutage in der Lage ist.
Du bekommst mit der URSA Mini 4.6k also eine hochprofessionelle Kamera zum Mini-Preis, deren Stärken in der hohen Auflösung, den professionellen Codecs (du musst dir nie wieder Sorgen um Kompressionsartefakte oder Bitraten machen), dem gigantischen Kontrastumfang und der allgemein sehr hohen Bildqualität (Farben!!!!) liegen. Die typischen Blackmagic Nachteile (mittelmäßige Verarbeitung, schlechter Service, keine gute Low Light Fähigkeit) sind zwar noch vorhanden, aber teils deutlich gegenüber vorherigen BM-Kameras zusammengeschrumpft.
Wie gesagt, ich weiß natürlich nicht, ob die URSA Mini für deine Zwecke der richtige KAMERA-TYP ist, aber in ihrer Klasse ist sie durch den niedrigen Preis in meinen Augen annähernd konkurrenzlos.