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Rechtliches Forum



No Budget Film abgedreht - Darstellerin will Recht am Final Cut



Fragen zu GEMA, Drehgenehmigungen, Urheberrechte, Aufführungsrechte uä.
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film3macher
Beiträge: 67

No Budget Film abgedreht - Darstellerin will Recht am Final Cut

Beitrag von film3macher » Mo 04 Apr, 2016 16:35

Ich habe am Freitag einen Kurzfilm abgedreht. Am letzten Drehtag ist mir eingefallen das ich unbedingt noch die unterschriebene Rechteabtretung der (einzigen) Darstellerin benötige. Leider habe ich vergessen sie vor Drehende darauf anzusprechen. Also noch mal per E-Mail an sie geschickt. Jetzt äußert sie ihre bedenken. Sie hätte ja auch keine Gage gekriegt und würde das ja Hauptberuflich machen. Deswegen wolle sie nun das Recht am Final Cut. Aber genau daran könnte das ganze Projekt scheitern. Denn bis zum fertigen Schnitt können noch einige Monate vergehen und sie könnte die Lust am Projekt verlieren und dann keinem Schnitt zustimmen. Genau das ist mir schon passiert. Deswegen wollte ich erst mit der Nachbearbeitung beginnen wenn sie auch ihre Rechte abgetreten hat. Dies ist doch auch üblich so?!
Ich werde der Darstellerin anbieten den Vertrag zu erweitern, sie am Gewinn beteiligen (auch wenn keiner erwartet wird). Vertraglich festhalten das sie das Material nach der Premiere erhält. Aber das Recht am Final Cut möchte ich nicht abgeben. Das ist doch auch eher untypisch das hier der Darsteller mitreden darf. Oder wie seht ihr das?




Jott
Beiträge: 19092

Re: No Budget Film abgedreht - Darstellerin will Recht am Final Cut

Beitrag von Jott » Mo 04 Apr, 2016 16:46

Wer Leute umsonst arbeiten lässt, egal ob Laie oder Profi, bekommt halt auf irgend eine Art immer die Quittung. Ich finde, sie hat recht. Auch wenn du das nicht verstehen wirst.

Dein großzügiges Angebot einer Gewinnbeteiligung an keinem Gewinn wird sie wohl kaum interessieren. Sie zieht die Reißleine aus anderen Gründen, nehme ich an.




film3macher
Beiträge: 67

Re: No Budget Film abgedreht - Darstellerin will Recht am Final Cut

Beitrag von film3macher » Mo 04 Apr, 2016 17:06

Umsonst hat sie ganz sicher nicht gearbeitet. Sie erhält ja das Material was für ihr ShowReel wichtig ist. Wodurch sie hoffentlich neue Aufträge erhält. So war das mit der Darstellerin bei meinem letzten Kurzfilm. Sie hat dank mir eine Rolle in einer ARD-Soap bekommen. Aber die Rechte wollte sie nicht abtreten. Am Ende schneide ich den Film, stecke NOCHMAL viele Stunden Arbeit rein, gebe ihr das Material und am Ende erlaubt sie mir doch nicht den Film zu veröffentlichen. Sie erhält Material zum Bewerben, ich darf den Film nicht veröffentlichen. Da sehe ich mich eher in der Opferrolle.




Jott
Beiträge: 19092

Re: No Budget Film abgedreht - Darstellerin will Recht am Final Cut

Beitrag von Jott » Mo 04 Apr, 2016 17:19

Du hast geschrieben, das ist dir nicht zum ersten Mal passiert? Wie kann man dann schon wieder das Schriftliche vergessen, und überhaupt erst nach dem Dreh auf die Idee kommen?

Die Erfahrung lehrt, dass gerade dann, wenn keinerlei Honorar fließt, das Schriftliche besonders wichtig ist. Denn wer kein Geld bekommt, fühlt sich auch zu nichts verpflichtet.




dienstag_01
Beiträge: 10996

Re: No Budget Film abgedreht - Darstellerin will Recht am Final Cut

Beitrag von dienstag_01 » Mo 04 Apr, 2016 17:42

Am Ende schneide ich den Film, stecke NOCHMAL viele Stunden Arbeit rein, gebe ihr das Material und am Ende erlaubt sie mir doch nicht den Film zu veröffentlichen.
Das kann sie gar nicht. Wenn sie mitgespielt hat und es keinen anders lautenden Vertrag gibt, kann sie nur schwer was machen.
Egal, wie gut der Film wird oder du als Macher bist.




film3macher
Beiträge: 67

Re: No Budget Film abgedreht - Darstellerin will Recht am Final Cut

Beitrag von film3macher » Mo 04 Apr, 2016 18:29

Jott hat geschrieben:[..]und überhaupt erst nach dem Dreh auf die Idee kommen?
Ich habe es einfach bei dem ganzen Stress vergessen. Sonst würde ich hier ja nicht schreiben. Doof gelaufen. Menschen machen Fehler. Ganz sicher passiert mir das kein drittes mal.

@dienstag_01: Aber sie kann mir doch verbieten den Film zu veröffentlichen wenn sie mir die Rechte nicht gibt. Dann kann ich ihn zwar veröffentlichen aber sie könnte mir dann mit dem Anwalt kommen, oder nicht?




dienstag_01
Beiträge: 10996

Re: No Budget Film abgedreht - Darstellerin will Recht am Final Cut

Beitrag von dienstag_01 » Mo 04 Apr, 2016 19:25

film3macher hat geschrieben:Aber sie kann mir doch verbieten den Film zu veröffentlichen wenn sie mir die Rechte nicht gibt. Dann kann ich ihn zwar veröffentlichen aber sie könnte mir dann mit dem Anwalt kommen, oder nicht?
Mit einem Anwalt kann dir immer jemand kommen, dazu bedarf es keines fehlenden Vertrages. Das sollte klar sein.
Aber auf welcher Basis will dich jemand verklagen? Weil er/sie in einem Film gespielt hat und den nicht veröffentlichen will? Dürfte schwer durchsetzbar sein, wenn man ohne Vertrag vor der Kamera agiert hat. Filme sind nun mal für die Veröffentlichung bestimmt.




-paleface-
Beiträge: 3275

Re: No Budget Film abgedreht - Darstellerin will Recht am Final Cut

Beitrag von -paleface- » Mo 04 Apr, 2016 20:00

Dann gib ihr doch das Rohmaterial.
Dann kann sie selber schneiden. Wird dann eh nie fertig.
Und du machst deine Version.
www.mse-film.de | Kurzfilme & Videoclips

www.daszeichen.de | Filmproduktion & Postproduktion




Jommnn
Beiträge: 279

Re: No Budget Film abgedreht - Darstellerin will Recht am Final Cut

Beitrag von Jommnn » Mo 04 Apr, 2016 21:19

Ihr seid ja aufeinander angewiesen. Sie kann auch ohne deine Zustimmung nicht dein Filmmaterial verwenden, wenn du das selbst gedreht hast. Insofern müsste sich doch irgendein Kompromiss finden lassen, sonst habt ihr das beide umsonst gemacht... was schon grotesk wäre, da würde sich ja schon die Frage stellen, was sie sich gedacht hat, als sie zum Dreh erschienen ist.

Die Frage ist, was sie genau meint, mit "Recht am Final Cut". Gewinnbeteiligung, wenn es ein Überraschungserfolg wird? Die wäre berechtigt, fände ich. Wenn es ihr darum geht, dass sie die Option möchte, die Veröffentlichung zu verbieten, wenn ihr irgendein Detail nicht passt, hätte sie das fairerweise vorher auch schriftlich fixieren lassen sollen. In diesem Falle wäre zu fragen, ob du nicht deine Optionen prüfen möchtest. Auch mündliche Absprachen gelten schließlich etwas und irgendeine Übereinkunft muss es ja gegeben haben, sonst wäre sie nicht zum Dreh erschienen.

Erstmal hört es sich aber so an, als solltet ihr noch mal vernünftig drüber sprechen, was jeder eigentlich will und schauen, wos ein Kompromiss geben kann. Und den den schriftlich fixieren. Dann habt ihr beide was davon, ansonsten kriegt sie kein Material und niemand hat was davon.




TonBild
Beiträge: 1992

Re: No Budget Film abgedreht - Darstellerin will Recht am Final Cut

Beitrag von TonBild » Mo 04 Apr, 2016 21:43

film3macher hat geschrieben:Sie hätte ja auch keine Gage gekriegt und würde das ja Hauptberuflich machen. Deswegen wolle sie nun das Recht am Final Cut.
Final Cut Pro x oder Final Cut 7?

Das Recht, Final Cut Pro X zu nutzen, kostet 269,99 EUR. Sehe ich für eine schauspielerische Arbeit als sehr günstig an. Also wo liegt das Problem ihr eine Vollversion Final Cut Pro X als Honorar für ihre Arbeit zu kaufen?

Wenn sie Film hauptberuflich macht, kann sie die sicher gut gebrauchen.




-paleface-
Beiträge: 3275

Re: No Budget Film abgedreht - Darstellerin will Recht am Final Cut

Beitrag von -paleface- » Mo 04 Apr, 2016 23:54

TonBild hat geschrieben:
film3macher hat geschrieben:Sie hätte ja auch keine Gage gekriegt und würde das ja Hauptberuflich machen. Deswegen wolle sie nun das Recht am Final Cut.
Final Cut Pro x oder Final Cut 7?

Das Recht, Final Cut Pro X zu nutzen, kostet 269,99 EUR. Sehe ich für eine schauspielerische Arbeit als sehr günstig an. Also wo liegt das Problem ihr eine Vollversion Final Cut Pro X als Honorar für ihre Arbeit zu kaufen?

Wenn sie Film hauptberuflich macht, kann sie die sicher gut gebrauchen.
Google mal was der Final Cut ist ;-)

Damit ist keine Software gemeint.
www.mse-film.de | Kurzfilme & Videoclips

www.daszeichen.de | Filmproduktion & Postproduktion




7River
Beiträge: 1742

Re: No Budget Film abgedreht - Darstellerin will Recht am Final Cut

Beitrag von 7River » Di 05 Apr, 2016 07:46

Ist ironisch gemeint, denke ich mal.
„Wissen Sie, Ryback, aussehen tut's köstlich. Aber riechen tut's wie Schweinefraß. Ich hab' Ihren Scheiß lang genug geduldet. Nur weil der Captain die Art liebt, wie Sie kochen. Aber dieses eine Mal ist er nicht hier und wird Ihnen nicht helfen können.“




kmw
Beiträge: 693

Re: No Budget Film abgedreht - Darstellerin will Recht am Final Cut

Beitrag von kmw » Di 05 Apr, 2016 08:41

Wenn Du schon das zweite Mal das schriftliche vergisst, dann musst Du eben mit der Darstellerin im Schnitt zusammenarbeiten. Manchmal ist ein zweites Augenpaar und eine zweite Meinung gar nicht schlecht.
Mach den Rohschnitt fertig und den finalen Schnitt mit ihr zusammen.

So lernst Du noch was anderes von Film: es ist Teamwork und viele reden Dir auch später rein. Einen Kompromiss finden (müssen) ist immer ein Teil des Filmemachens ;-)
Passion is the best gear.

lg
Michael




Frank B.
Beiträge: 9318

Re: No Budget Film abgedreht - Darstellerin will Recht am Final Cut

Beitrag von Frank B. » Di 05 Apr, 2016 10:01

Vielleicht will sie dir nur näher kommen. ;)




wolfgang
Beiträge: 6007

Re: No Budget Film abgedreht - Darstellerin will Recht am Final Cut

Beitrag von wolfgang » Di 05 Apr, 2016 10:48

uniquedition hat geschrieben:Ihr seid ja aufeinander angewiesen. Sie kann auch ohne deine Zustimmung nicht dein Filmmaterial verwenden, wenn du das selbst gedreht hast. Insofern müsste sich doch irgendein Kompromiss finden lassen, sonst habt ihr das beide umsonst gemacht... was schon grotesk wäre, da würde sich ja schon die Frage stellen, was sie sich gedacht hat, als sie zum Dreh erschienen ist.
Genau das ist doch die Situation vor der ihr steht. Einigung würde ich JETZT anstreben, und zwar noch vor dem Schnitt. Weil wenn es jetzt keine sinnvolle Einigung gibt, ist die Sache eh für die Mülltonne. Dann kannst dir den Schnitt gleich sparen. Und das ist ja dein Druckmittel ihr gegenüber - denn dann hat sie auch nichts.
Lieben Gruß,
Wolfgang




dienstag_01
Beiträge: 10996

Re: No Budget Film abgedreht - Darstellerin will Recht am Final Cut

Beitrag von dienstag_01 » Di 05 Apr, 2016 10:55

wolfgang hat geschrieben:Genau das ist doch die Situation vor der ihr steht. Einigung würde ich JETZT anstreben, und zwar noch vor dem Schnitt. Weil wenn es jetzt keine sinnvolle Einigung gibt, ist die Sache eh für die Mülltonne. Dann kannst dir den Schnitt gleich sparen. Und das ist ja dein Druckmittel ihr gegenüber - denn dann hat sie auch nichts.
Das ist doch wieder mal so richtiger Blödsinn ;)




wolfgang
Beiträge: 6007

Re: No Budget Film abgedreht - Darstellerin will Recht am Final Cut

Beitrag von wolfgang » Di 05 Apr, 2016 11:40

Absolut nicht, aber dein obiges Statement war mal wieder der absoluter Schwachsinn.
dienstag_01 hat geschrieben:Das kann sie gar nicht. Wenn sie mitgespielt hat und es keinen anders lautenden Vertrag gibt, kann sie nur schwer was machen.
Egal, wie gut der Film wird oder du als Macher bist.
Denn natürlich kann sie was bei einer Veröffentlichung gegen ihren Willen machen. Und das nicht zu knapp. Ein guter Anwalt reißt ihm den Ar...h aber weit auf, wenn er den Film ohne ihr Einverständis publiziert und sie den Gerichtsweg geht.

Siehe etwa hier: http://www.amazon.de/dp/3540483780/ref= ... 3540483780

Abschnitt 2.1.2.: "Grundsatz: keine Verwertung eines Bildnisses ohne Einwilligung" im Abschnitt 2.1, "Recht am eigenen Bild".
Lieben Gruß,
Wolfgang




Alf_300
Beiträge: 8011

Re: No Budget Film abgedreht - Darstellerin will Recht am Final Cut

Beitrag von Alf_300 » Di 05 Apr, 2016 11:49

Ein gutes Mittel sind Klarnamen, so dass man auch noch in 100 Jahren ergooglen kann was Sache ist




Drushba
Beiträge: 2102

Re: No Budget Film abgedreht - Darstellerin will Recht am Final Cut

Beitrag von Drushba » Di 05 Apr, 2016 11:49

Ich würde versuchen, den Ball Flach zu halten und Dich mit der Darstellerin zu einigen. Das hat seinen Grund: Du hast die Produzenteneigenschaft am Film, die Frau aber nicht bezahlt. Schauspieler werden rechtlich als weisungsgebunden tätig eingestuft, damit hättest Du sie offiziell per Arbeitsvertrag für die Dauer der Produktion anstellen müssen. Jetzt mal knallhart juristisch: Da Du dies nicht getan hast, war dies ein Verstoss gegen den Mindestlohn, ausserdem gegen die Sozial- und KSK-Abgabepflicht, das ist strafbar. Seit der Einführung des Mindestlohns geht hier auch nichts mehr auf Rückstellungsvertrag. Wenn sie vor Gericht geht, hast Du ziemlich schlechte Karten.

Die einzige saubere Möglichkeit, da gerichtsfest wieder rauszukommen, wäre z.B. sie vertraglich (!) ebenfalls zur Produzentin zu machen und für den Film z.B. eine GbR zu bilden. Dann besprecht Ihr den Schnitt gemeinsam und gut ist.
Zuletzt geändert von Drushba am Di 05 Apr, 2016 11:54, insgesamt 1-mal geändert.




dienstag_01
Beiträge: 10996

Re: No Budget Film abgedreht - Darstellerin will Recht am Final Cut

Beitrag von dienstag_01 » Di 05 Apr, 2016 11:52

wolfgang hat geschrieben:Denn natürlich kann sie was bei einer Veröffentlichung gegen ihren Willen machen. Und das nicht zu knapp. Ein guter Anwalt reißt ihm den Ar...h aber weit auf, wenn er den Film ohne ihr Einverständis publiziert und sie den Gerichtsweg geht.
Du bist und bleibst ein Quatschkopf.
In Deutschland zählen mündliche Absprachen. Das geht aber in deinen kleinen Hausmeistergrips nicht rein, oder. Dann erstmal wieder: HUUU, HUU, der Anwalt kommt.
Immer dasselbe ;)




dienstag_01
Beiträge: 10996

Re: No Budget Film abgedreht - Darstellerin will Recht am Final Cut

Beitrag von dienstag_01 » Di 05 Apr, 2016 12:01

Drushba hat geschrieben:Ich würde versuchen, den Ball Flach zu halten und Dich mit der Darstellerin zu einigen. Das hat seinen Grund: Du hast die Produzenteneigenschaft am Film, die Frau aber nicht bezahlt. Schauspieler werden rechtlich als weisungsgebunden tätig eingestuft, damit hättest Du sie offiziell per Arbeitsvertrag für die Dauer der Produktion anstellen müssen. Jetzt mal knallhart juristisch: Da Du dies nicht getan hast, war dies ein Verstoss gegen den Mindestlohn, ausserdem gegen die Sozial- und KSK-Abgabepflicht, das ist strafbar. Seit der Einführung des Mindestlohns geht hier auch nichts mehr auf Rückstellungsvertrag. Wenn sie vor Gericht geht, hast Du ziemlich schlechte Karten.

Die einzige saubere Möglichkeit, da gerichtsfest wieder rauszukommen, wäre z.B. sie vertraglich (!) ebenfalls zur Produzentin zu machen und für den Film z.B. eine GbR zu bilden. Dann besprecht Ihr den Schnitt gemeinsam und gut ist.
Das ist genauso Schwachsinn. Man kann sehr wohl ohne Bezahlung einen Film drehen. Erst, wenn der Produzent damit dauerhaft kommerzielle Interessen verfolgen würde, wäre das problematisch.




wolfgang
Beiträge: 6007

Re: No Budget Film abgedreht - Darstellerin will Recht am Final Cut

Beitrag von wolfgang » Di 05 Apr, 2016 12:10

Ja klar, wenn dir die Argumente ausgehen wirst halt ausfallen. Ist man ja von dir gewohnt.

In Wirklichkeit verstehst gerade du offenbar nicht mal die Grundlagen - so etwa, dass zwar einerseits hier über konkludentes Recht im Recht mitzuwirken sehr wohl eine Zustimmung von Ihrer Seite zum Erstellen des Werkes geben wird; das aber andererseits Sie über das Recht am eigenen Bild ziemliche Forderungen stellen kann indem sie sich zwar zur Veröffentlichung ihres Bildnisses bereit erklärt, nur leider ganz schöne Forderungen dafür erhebt.

Dass gerade bei mündlichen Absprachen die Nachweismöglichkeit im Erstfall fehlt, und dann Behauptung gegen Behauptung steht, dass bleibt freilich in deinem kindlichen Weltbild unbeantwortet. Klar mag dann ein Richter auf einen Vergleich bei sowas drängen - aber bei NoBudget Filmen wo es um nichts geht ist hier das Prozessrisiko eben entsprechend hoch.

Also was daher schlecht sein soll an der Empfehlung, sich mit der Tante nach Möglichkeit vorher zu einigen und damit zu drohen das Werk halt bei Nicht-Einigung einfach einzustampfen wenn sie keiner sinnvollen Variante zustimmt, dass soll mir mal einer erklären.
Lieben Gruß,
Wolfgang




Jommnn
Beiträge: 279

Re: No Budget Film abgedreht - Darstellerin will Recht am Final Cut

Beitrag von Jommnn » Di 05 Apr, 2016 12:13

dienstag_01 hat geschrieben:
wolfgang hat geschrieben:Denn natürlich kann sie was bei einer Veröffentlichung gegen ihren Willen machen. Und das nicht zu knapp. Ein guter Anwalt reißt ihm den Ar...h aber weit auf, wenn er den Film ohne ihr Einverständis publiziert und sie den Gerichtsweg geht.
Du bist und bleibst ein Quatschkopf.
In Deutschland zählen mündliche Absprachen. Das geht aber in deinen kleinen Hausmeistergrips nicht rein, oder. Dann erstmal wieder: HUUU, HUU, der Anwalt kommt.
Immer dasselbe ;)
Mündliche Absprachen zählen zwar, aber es ist halt immer schwer nachzuweisen, was genau abgesprochen wurde. Natürlich hätte sie theoretisch vielfältige Möglichkeiten, gegen eine Veröffentlichung vorzugehen, zum Beispiel indem sie behauptet, dass die Frage nach einem Konsens beim Final Cut in der mündlichen Absprache noch nicht abschließend behandelt war.

Das heißt sicher nicht, dass gleich der Anwalt kommen muss, gerade auf dieser Low Budget Ebene sollte man versuchen, die Dinge im Einvernehmen zu lösen. Da sitzen alle im selben Boot und jeder möchte doch profitieren, das juristische sollte da aber außen vor bleiben.

Anscheinend würdest du aber scheinbar das Rechtliche am liebsten ausblenden und das würde ich nun keinem raten. Und was im jeden Fall nicht geht, ist so ein beleidigendes Auftreten gegenüber anderen Nutzern hier! Das ist unterstes Niveau, eine Entschuldigung wäre hier mal angebracht!!




dienstag_01
Beiträge: 10996

Re: No Budget Film abgedreht - Darstellerin will Recht am Final Cut

Beitrag von dienstag_01 » Di 05 Apr, 2016 12:19

wolfgang hat geschrieben:Also was daher schlecht sein soll an der Empfehlung, sich mit der Tante nach Möglichkeit vorher zu einigen und damit zu drohen das Werk halt bei Nicht-Einigung einfach einzustampfen wenn sie keiner sinnvollen Variante zustimmt, dass soll mir mal einer erklären.
Am *sich einigen* ist grundsätzlich nichts falsch.

Falsch ist aber:
wolfgang hat geschrieben:Weil wenn es jetzt keine sinnvolle Einigung gibt, ist die Sache eh für die Mülltonne.
Es sei denn, man geht davon aus, dass die Absprache lautete, kein Speichermedium in die Kamera einzulegen ;)




dienstag_01
Beiträge: 10996

Re: No Budget Film abgedreht - Darstellerin will Recht am Final Cut

Beitrag von dienstag_01 » Di 05 Apr, 2016 12:27

uniquedition hat geschrieben:Anscheinend würdest du aber scheinbar das Rechtliche am liebsten ausblenden und das würde ich nun keinem raten.
Ich blende überhaupt nichts aus ;)
Rechtlich sind eben Absprachen verbindlich und Handeln, was auf Einverständnis schließen lässt ebenso. Hier wird aber ständig behauptet, man müsste einen Vertrag schriftlich fixieren.
Und das ist falsch.
Und wenn das hier immer wieder geschrieben wird, nenne ich es Blödsinn.
Wenn du dich dadurch beleidigt fühlst, tut es mir leid ;)




wolfgang
Beiträge: 6007

Re: No Budget Film abgedreht - Darstellerin will Recht am Final Cut

Beitrag von wolfgang » Di 05 Apr, 2016 12:56

Tja es ist offenbar unverständlich für dich, dass er bei rein mündlichen Absprache einfach die Nachweisthematik am Hals hat? Mit dem unklaren Prozess- und Abfindungsrisiko an die Lady?

Ein Risiko das primär er aus seinem Privatvermögen trägt wenn er gegen ihren Willen das Werk veröffentlicht?

Und wer will und kann sich das im Zuge eines No Budget Filmchens eigentlich leisten? Na kein vernünftig denkender Mensch. Damit ist die Sache bei Nicht-Einigung defacto für die Tonne.

Aber es ist ja seine Entscheidung. Ich würde auch noch Druck über andere Mitwirkende versuchen auf die Dame aufzubauen - denn die haben wohl auch das Interesse dass das Werk nicht vernichtet wird.
Lieben Gruß,
Wolfgang




dienstag_01
Beiträge: 10996

Re: No Budget Film abgedreht - Darstellerin will Recht am Final Cut

Beitrag von dienstag_01 » Di 05 Apr, 2016 13:04

Tja es ist offenbar unverständlich für dich, dass er bei rein mündlichen Absprache einfach die Nachweisthematik am Hals hat? Mit dem unklaren Prozess- und Abfindungsrisiko an die Lady?

Ein Risiko das primär er aus seinem Privatvermögen trägt wenn er gegen ihren Willen das Werk veröffentlicht?

Und wer will und kann sich das im Zuge eines No Budget Filmchens eigentlich leisten? Na kein vernünftig denkender Mensch. Damit ist die Sache bei Nicht-Einigung defacto für die Tonne.
Du spekulierst hier über das Prozessrisiko. Kannst du natürlich, dann solltest du aber ihr Handeln mit einbeziehen.
Und bei wem liegt dann das höhere Risiko ;)




Jott
Beiträge: 19092

Re: No Budget Film abgedreht - Darstellerin will Recht am Final Cut

Beitrag von Jott » Di 05 Apr, 2016 13:10

Wir wissen doch gar nicht, was wirklich Sache ist und hören nur die eine Seite. Vielleicht hat sie ja auch Gründe für ihr Handeln, von denen bisher gar nicht nicht die Rede war?

Insofern ist jede gut gemeinte Rechtsberatung ziemlich sinnlos.




dienstag_01
Beiträge: 10996

Re: No Budget Film abgedreht - Darstellerin will Recht am Final Cut

Beitrag von dienstag_01 » Di 05 Apr, 2016 13:39

Jott hat geschrieben:Vielleicht hat sie ja auch Gründe für ihr Handeln, von denen bisher gar nicht nicht die Rede war?
Natürlich kann das sein ;)
Im Allgemeinen kennt man dieses Verhalten aber gerade von Anfängerproduktionen, da wird mit einer riesen Erwartungshaltung ein Projekt gestartet und nach der ersten Szene glaubt man, sich komplett auf Trottel eingelassen zu haben ;)




film3macher
Beiträge: 67

Re: No Budget Film abgedreht - Darstellerin will Recht am Final Cut

Beitrag von film3macher » Di 05 Apr, 2016 14:18

Ich freue mich über die vielen Antworten. Super Forum :) Ich lese mir noch alles durch und antworte hier auch. Aktuell fehlt mir leider die Zeit. Vielleicht schaffe ich es heute Abend.




Peppermintpost
Beiträge: 2535

Re: No Budget Film abgedreht - Darstellerin will Recht am Final Cut

Beitrag von Peppermintpost » Di 05 Apr, 2016 14:34

womit sollte deine darstellerin denn die ausstrahlung verhindern können?
mit dem recht am eigenen bild? das trifft nur zu wenn du sie ohne ihr wissen oder ohne ihr einverständniss gefilmt hast. also wenn du z.b. die nachbarin mit einem teleobjektiv filmst wie sie am pool liegt. das trifft aber bei dir nicht zu. indem sie sich vor die kamera gestellt hat und deinen regie anweisungen gefolgt ist hat sie ja zugestimmt sich filmen zu lassen.

also da ist erstmal nichts zu befürchten.

eine ausnahme ist wenn sie vor der kamera stand und sie z.b. der meinung war du drehst einen liebesfilm und dann schneidest du eine AfD werbung aus dem footage. dann hättest du sie getäuscht und ihr einwand ist berechtigt, ich gehe mal nicht davon aus das sowas geschehen ist.

auf hoher see und vor gericht ist man zwar in gottes hand, aber bei dem sachverhalt sind ihre chancen super gering.

auf der anderen seite muss du es natürlich auch nicht eskalieren lassen, auch wenn deine karten die besseren sind, bei einem no/low budget film will man sich mit seinem team ja nicht unbedingt streiten. es ist ja eine gemeinsahme leistung, wo jeder in das projekt investiert hat. also wieso nicht den vorschlag von paleface aufgreifen und ihr das rohmaterial geben?
schneide du deinen film und gib ihr das footage damit sie ihre version schneiden kann. tut doch keinem weh.
-------------------------------------------------------
leave the gun take the cannoli
-------------------------------------------------------
www.movie-grinder.com




wolfgang
Beiträge: 6007

Re: No Budget Film abgedreht - Darstellerin will Recht am Final Cut

Beitrag von wolfgang » Di 05 Apr, 2016 16:47

dienstag_01 hat geschrieben:Du spekulierst hier über das Prozessrisiko. Kannst du natürlich, dann solltest du aber ihr Handeln mit einbeziehen.
Und bei wem liegt dann das höhere Risiko ;)
Na wie man oben nachlesen kann, bin ich der einzige gewesen der hier den Begriff der "konkludenten Zustimmung" verwendet hat. Daraus läßt sich für den TO grundsätzlich schon das Einverständnis ableiten, dass sie ja bewußt bei einem Film mitgewirkt hat - und ein Film wird halt gemacht um veröffentlicht zu werden.

Nur ist halt die Frage was schwerer wiegt: ihr Schutzinteresse am eigenen Bildnis versus sein Bedürfnis sich darauf verlassen zu können, dass der von ihm gedrehte Film veröffentlicht werden kann - und das mit erträglichen Kosten die einer Not-for-Profit Produktion angepasst sind.

Klar, theoretisch könnte er ja vielleicht versuchen die Sache umzudrehen, und sie sogar zwingen zu akzeptieren dass hier eine Zustimmung zur Veröffentlichung bereits gegeben ist. Aber wer das gewinnt - das wird hier kaum einer beurteilen können, und schon gar nicht vorab.

Genau das kann eine solala Forendiskussion sicher nicht klären - sondern wenn es hart auf hart geht klärt das halt ein Richter. Und weil sich der vermutlich schwer dürften die oft auf Vergleiche drängen. Heißt in Klartext: wenn die den Wahnsinn begehen das durchjudizieren zu wollen, verdienen wohl nur die Anwälte - und mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit zahlt sich jeder selbst seine Anwaltskosten. Da verlieren eigentlich nur beide - vermutlich.

Aber das ist halt nur eine grobe Einschätzung aus der Entfernung, der Gang zum (Medien)Anwalt könnte hier mehr Licht ins Dunkle bringen.
Lieben Gruß,
Wolfgang




wolfgang
Beiträge: 6007

Re: No Budget Film abgedreht - Darstellerin will Recht am Final Cut

Beitrag von wolfgang » Di 05 Apr, 2016 16:50

Peppermintpost hat geschrieben:mit dem recht am eigenen bild? das trifft nur zu wenn du sie ohne ihr wissen oder ohne ihr einverständniss gefilmt hast.
Siehe das Buchzitat oben. So einfach dürfte das halt doch nicht sein. Denn wenn das alleine wahr wäre, dann bräuchte es ja nie entsprechende Abtretungserklärungen.
Lieben Gruß,
Wolfgang




Darth Schneider
Beiträge: 7278

Re: No Budget Film abgedreht - Darstellerin will Recht am Final Cut

Beitrag von Darth Schneider » Di 05 Apr, 2016 17:32

Ich würde ihr die Wahl lassen entweder wird der Film von dir geschnitten und so veröffentlicht und wir können über Änderungen reden, aber am Schluss entscheidest du, oder alles Rohmaterial wird gelöscht. Punkt.




dienstag_01
Beiträge: 10996

Re: No Budget Film abgedreht - Darstellerin will Recht am Final Cut

Beitrag von dienstag_01 » Di 05 Apr, 2016 17:55

wolfgang hat geschrieben:Denn wenn das alleine wahr wäre, dann bräuchte es ja nie entsprechende Abtretungserklärungen.
Zeig mir mal so eine Abtretungserklärung. Aber keine selbst ausgedachte ;)
Hab ich nämlich noch nie zu Gesicht bekommen.




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