cantsin hat geschrieben: ↑Fr 01 Mai, 2026 12:17
- wirkliche Billigrecorder (Zoom H1/H2/H5, Tascam DR05, DR07 etc.) rausfallen, sowohl hinsichtlich ihrer Verarbeitsqualität/Robustheit, als auch - nach wie vor - hinsichtlich der Qualität der Preamps
Ja.
Aber selbst im 'Billigbereich' habe ich die Erfahrung gemacht:
kommt ganz auf den Anwendungsfall an.
Der H2n im 4Ch.-modus zB ist für mich bei surround fieldrecordings relativ schwer ersetzbar, wenn ich wirklich kompakt unterwegs bin (Rennrad etc.).
Als noch halbwegs(!) kompakte Alternative wäre dann direkt mnd. sowas wie F6 mit irt-Kreuz, 4 Mikros und 4 Windschutze einzupacken. Ist dann aber nicht mehr so einfach bzw. auf dem Rennrad nur mit Gepäckträger und Seitentaschen transportabel.
Auch für längere Aufnahmen, bei denen man sich sinnvollerweise nicht stundenlang daneben setzen will sind die preiswerten all-in-one Recorder extrem praktisch, da ja Diebstahl selbst in Wald und Wiese nie ganz auszuschließen ist.
Es wird zudem gern mal vergessen, dass es noch gar nicht soo lange her ist, dass amtliche Soundbibliotheken mit Geräten (Magnetband und so...) aufgenommen wurden, die technisch noch unterhalb etlicher aktueller 'Billiggeräte' anzusiedeln sind.
Wie oben schon erwähnt, kann das 'letzte Quäntchen' an Qualität in den Bereichen Klassik und Akustik-Jazz durchaus hörbar sein, aber auch da gilt, dass Raum, Mikrofonpositionierung, Qualität der Instrumente und Musiker:innen, allgemeine Aufnahmebedingungen, etc. für die Endqualität sehr viel entscheidender sind als die Recorderwahl.
Hab seinerzeit auch mit 16bit ADATs hervorragend klingende Aufnahmen gemacht, die mit heutigem Equipment auch nicht unmittelbar hörbar besser gewesen wären.
Insgesamt also eine erfreuliche Entwicklung in technischer Hinsicht, weil ohne großes Budget technisch 'anständige' Aufnahmen gemacht werden können.
Um so unverständlicher ist es, dass der Trend in Richtung von mehr Toleranz gegenüber handwerklichem Pfusch in der Anwendung zu gehen scheint. Der Pfusch soll dann mit fortschritts-glänzenden Augen voller Begeisterung mittels 'Ki' in der Nachbearbeitung mehr schlecht als recht 'gerettet' werden.
Eine seltsame Unwucht zwischen technischem Fortschritt beim Equipment und handwerklichen Rückschritten bei homo-'sapiens'.