Tonaufnahme und -gestaltung Forum



Tieraufnahmen mit dem MKE600 + H1 Essential rauschen



Fragen zur Tonaufzeichnung, Ausrüstung (Mikros etc.), aber auch zu gestalterischen Aspekten.
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atomic
Beiträge: 41

Re: Tieraufnahmen mit dem MKE600 + H1 Essential rauschen

Beitrag von atomic »

Darth Schneider hat geschrieben: So 31 Mär, 2024 08:11 Teuer muss sowas ja nicht mal sein.
https://www.fruugoschweiz.com/parabolmi ... d_source=1
Das einzige was mich verwirrt ist das da ein Sucher drin ist, wird wohl zum anpeilen/zielen sein…
Achtung!
Das Ding ist m.E. nicht viel mehr als ein Spielzeug.
Wird bei A**zon für 35 Euro angeboten (Suche nach parabolmikrofon).
Ernüchterung folgt schnell beim Überfliegen von Kundenrezensionen.
https://t1p.de/ptk5k



Skeptiker
Beiträge: 5941

Re: Tieraufnahmen mit dem MKE600 + H1 Essential rauschen

Beitrag von Skeptiker »

Als Ergänzung zum vorherigen Test am Ende von Seite 1, bei dem die 3 Parabolschüsseln mit ihrer natürlichen Verstärkung durch Tonbündelung in ruhiger Umgebung und mit recht weit entfernten Tonquellen jeweils besser abschnitten als das Richtmikrofon.
Mit der häufigen Begründung, das Richtmikrofon rausche im Vergleich zu stark (durch die nötige Nachverstärkung zur Angleichung der Lautstärke (Normalisierung)).

Im folgenden Test ist das Ergebnis weniger klar.
Es tritt ein Sennheiser MKE 600 gegen einen kleinen Parabolspiegel namens Sound Shark an.
Beide sind hierbei nicht ideal: Das Sennheiser etwas kurz und nicht so rauschfrei und gerichtet wie teurere, längere Modelle, die handliche Parabolschüssel zu klein für optimale Ergebnisse und teils mit tiefen Nebengeräuschen.

Sound Shark Long Range Microphone Vs. Sennheiser MKE 600



pillepalle
Beiträge: 8567

Re: Tieraufnahmen mit dem MKE600 + H1 Essential rauschen

Beitrag von pillepalle »

Ein gutes Erklärvideo zu Parabol-Mikrofonen ...Edit: Gerade erst gesehen, dass Frank es bereits gepostet hatte :)



Die Nachteile sind vor allem die Größe und der Klang. Schoeps hat vor ein paar Jahren versucht beides zu optimieren, mit einer rollbaren Parabolschüssel (von Telinga) und es gibt ein spezielles Plugin um den Frequenzgang zu korrigieren. Natürlich auch nicht perfekt und das Schoeps System ist recht teuer, aber vielleicht ein Ansatz für eine günstigere Eigenkonstruktion.



Das Plugin ist kostenlos



Der Ornitologen Kanal hat ganz gute Videos zu dem Thema.



VG
Meine Lieblingsfilme:
Es war ein Mahl in Amerika
Molkerei auf der Bounty
Dune - Der Würstchenplanet
Zuletzt geändert von pillepalle am Mo 01 Apr, 2024 08:50, insgesamt 1-mal geändert.



Swat
Beiträge: 19

Re: Tieraufnahmen mit dem MKE600 + H1 Essential rauschen

Beitrag von Swat »

Skeptiker hat geschrieben: Fr 29 Mär, 2024 13:27 @ Swat:

Ich habe mir gerade ein Video (bzw. dessen Fazit ab 19:24) zum Zoom H1essential (wird anscheinend am Stück geschrieben) angesehen.
Und da kommt der Tester, Alexan Der, zum selben Fazit wie Du: Die Mikrofonverstärker rauschen so stark, dass die 32Bit Float damit auch keine echte Freude aufkommen lassen. Er empfiehlt denn auch den Besitzern des alten, noch pegelbaren Zoom H1n, diesen zu behalten und den Zoom H1essential zu überspringen.

Du bist also nicht der Einzige, den das Rauschen irritiert.

Zoom H1essential im Test - Besser als Zoom H1n?
Alexan Der, 28.03.2024


Fragt sich noch, wie es mit dem Rauschen des Richtmikrofons aussieht:
Hier gibt Sennheiser folgende Daten zum MEK 600 an:

Ersatzgeräuschpegel, A-bewertet (also das Eigenrauschen des Mikrofons - höhere Werte mit mehr Rauschen):
bei P48: 15 dB (A) - das heisst mit Phantomspeisung von 48 Volt - also hat das Nutzsignal 94dB (Referenzwert) minus 15dB = 79 dB
bei Batteriespeisung: 16 dB (A) -> Nutzsignal: 78 dB

Das sind gute Werte (alles knapp unter 80 dB), bessere (für Richtmikrofone) mit über 80 dB (Geräuschpegelabstand, A-bewertet - höhere Werte mit weniger Rauschen) von Sennheiser, Neumann, Schoeps etc. kosten dann deutlich mehr (und es fragt sich tatsächlich, ob eine kompakte, tragbare (und bezahlbare) Parabolschüssel in Kombination mit einem rauscharmen Kleinmikrofon zur Anpeilung und Verstärkung weiter, leiser Töne vielleicht bessere Dienste leistet).
Ich habe mir jetzt das Video angeschaut. Meine Aufnahmen klingen(Rauschen) so wie in dem Video bei einer Anhebung bzw. Lautstärkeerhöhung um einen gewissen Grad, hört man sehr deutlich das Rauschen im Hintergrund.

Beim Mikrofon bin ich leider nicht ganz mitgekommen. Ist jetzt bei der Berechnung über 80 dB besser oder nicht?



Swat
Beiträge: 19

Re: Tieraufnahmen mit dem MKE600 + H1 Essential rauschen

Beitrag von Swat »

mikroguenni hat geschrieben: Fr 29 Mär, 2024 18:26 Hallo Swat,

Ich habe diesen Faden erst heute entdeckt und möchte auch etwas dazu beitragen.

Du möchtest "Tiere" aufnehmen. Da vermute ich dass nicht nur Vögel gemeint sind.
Du suchst eine kompakte Lösung (für den Blitzschuh) und ich vermute mal dass das ganze für Amateurverhältnisse bezahlbar bleiben soll.

Mit dem Mikrofon MKE600 hast du eine sehr gute Wahl getroffen. Es ist mit 15 dB(A) sehr rauscharm! Es gab hier den link zur Neumann Webseite https://www.neumann.com/de-de/homestudi ... uschpegel/

Dort heisst es:

11-15 dB-A sind immer noch sehr niedrige Werte. Nur in sehr kritischen Anwendungen ist ein ganz leichtes Rauschen zu hören. Gewöhnlich ist es aber im Kontext des gesamten Arrangements nicht mehr auszumachen. 11-15 dB-A ist der Bereich, den die besten Kleinmembran-Kondensatormikrofone erreichen (wie das Neumann KM 184) bzw. die rauschärmsten Kondensatormikrofone mit Röhrenelektronik (wie das Neumann M 149 Tube).

Neumann ist der Standard bei Studiomikrofonen, deren Messlatte hängt hoch! Das dort erwähnte KM184 kostet ca. 750€.

Mit dem MKE600 bist du im professionellen Bereich.

Der Zoom H1 Essential war - wie ich vermute - wohl eher ein Griff ins Klo.
Ich kann das nur vermuten da Zoom mit den technischen Daten sehr "sparsam" ist.

MIC/LINE IN jack Connector Stereo mini jack
Input impedance 2 kΩ or more
Plug-in power 2.5 V

Solche Angaben kann man nur als Frechheit dem Kunden gegenüber bezeichnen !!!

Es hat üblicherweise ganz handfeste Gründe wenn die tatsächlichen Daten verschwiegen werden: sie sind unter aller Sau !

Wahrscheinlich wirst du einen vernünftigen Recorder kaufen müssen, mit XLR Eingängen.

Zu der Diskussion über Parabolspiegel:

Parabolspiegel haben einige gute Eigenschaften, kombiniert mit weniger guten.
Bei den Profis der Branche gibt es deswegen nach wir vor Parabolspiegel und Richtrohre.
Parabolspiegel können (!) viel akustische Verstärkung machen. Dafür müssen sie fressen und exakt gefertigt sein. Die Verstärkung passiert vor allem bei hohen Tönen (gut für Aufnahmen von Vögeln) Bei mittleren und tiefen Frequenzen bleibt davon wenig über.
Bei den hohen Frequenzen ist eine exakte Ausrichtung, am besten mit optischen Hilfsmitteln notwendig. Wenn der Spiegel 5 Grad am Vogel vorbei zielt ist fast nichts mehr vom Signal da. Wie beim Ausrichten der Astra Satellitenschüssel.
Billige und kleinere Schüsseln sind da gutmütig, bringen unterm Strich aber auch nicht viel.
Der hier schon erwähnte Dodotronic Spiegel hat lt. Specs 80 db Signal-Rauschabstand, ist damit nicht besser als dein MKE600.
Ein professioneller Spiegel wie das Schoeps Parabol Set ist besser, kostet aber mal eben 2800€ incl.MWSt. Mit Phantonspeiseeinheit (erforderlich!) bist du dann über 3000€. Am Zoom H1 Essential wird es aber genauso Rauschen.

Ich habe in meiner aktiven Zeit vieles ausprobiert: Richtrohre kurz und lang, Parabolspiegel von klein bis gross und Stereo (mit Zielfernrohr) sowie die amerikanischen Dishes (Kugel anstatt Parabol).
Alle haben ihre Vor- und Nachteile, keines ist für alle Anwendungen ideal, bei den meisten Anwendungen hat das Richtrohr die Nase vorn. Bei den Parabol Spiegeln taugen nur die guten teuren was. Die billigen kleinen mit denen die Kinder Spion spielen sind rausgeschmissen Geld
Hallo mikroguenni,

vielen Dank auch für deine Erläuterungen zum Mikrofon und zur Einschätzung des Recorders.

Ich selber habe mich auch über die Werte etwas gewundert gehabt. Leider dachte ich das 32 Bit diesen Nachteil hoffentlich ausgleicht.

Den Zoom F3 habe ich wegen XLR Phantomeinspeisung und Kompaktheit auf der Wunschliste stehen.

Die großen Parabolspiegel werden vermutlich erst mal nicht in Frage kommen. Dafür ist mein "Feldrucksack" schon zu voll mit Kameraequipment und Stativ. :)
Danke für die Erwähnung der Frequenzen und Erläuterung. Natürlich würde ich nicht nur Vögel aufnehmen sondern allgemein Tiere.



Swat
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Re: Tieraufnahmen mit dem MKE600 + H1 Essential rauschen

Beitrag von Swat »

Darth Schneider hat geschrieben: Fr 29 Mär, 2024 18:38 Ich habe noch den alten Zoom H1N.
Der war für mich gar kein Griff ins Klo, gerade gemessen am Preis.
Ein Kollege hat den H4Pro, und ehrlich gesagt mit dem selben Mik angeschlossen höre ich keinen Unterschied.
Gut ich habe weder Neumann noch Sennheiser Mikrofone, nur 3 von Rode. NtG, Video MIC Pro Rycote und das VideoMicro.

Ich persönlich kann mir nicht vorstellen das sich für Tier Audio Aufnahmen teures Audio Equipment sich auch wirklich lohnt…Aber ich hab auch 0 Erfahrung damit,

Mein Ansatz wäre, so klein und simpel wie möglich und dafür so nahe wie möglich mit dem Mikrofon hin zum Tier…

Am besten wäre ein ganz kleines, leichtes drahtloses Mik das nicht kaputt geht wenn man es wirft.
Wer den Mut hat kann das ja mal mit einem Wireless Go oder Wireless Pro probieren….;))
Gruss Boris
Hallo Darth Schneider,

grundsätzlich finde ich den H1 essential für Sprachaufnahmen gar nicht so schlecht. Aber bei Tieraufnahmen + Anhebung ist es nicht wirklich angenehm.

Die Idee mit dem Wurfmikro finde ich gar nicht so abwegig, allerdings fliegen oder laufen wilde Tiere bei zu hektischer Bewegung los.

Mit dem so nah wie möglich gebe ich dir natürlich Recht. Ist beim wandern nur sehr schwierig (vorab etwas zu platzieren). :)



Swat
Beiträge: 19

Re: Tieraufnahmen mit dem MKE600 + H1 Essential rauschen

Beitrag von Swat »

Skeptiker hat geschrieben: Fr 29 Mär, 2024 18:53
Darth Schneider hat geschrieben: Fr 29 Mär, 2024 18:38 Ich habe noch den alten Zoom H1N.
Der war für mich gar kein Griff ins Klo, gerade gemessen am Preis
...
Vermutlich spielt im Beispiel "Vogelstimmen (Tierstimmen) aufnehmen" ein Rolle, dass dabei deutlich verstärkt werden muss und der H1N mit 32 Bit Float für diesen Zweck zu stark rauscht. Wir wissen auch nicht, ob die Vorverstärker darin die gleichen sind wie im H1N.

Das kann z.B. für Sprachaufnahmen aus der Nähe wieder ganz anders sein. Also Vorsicht mit Pauschalverrissen.
Aber behalten wir in diesem Fall doch den Anwendungszweck des Fragestellers im Fokus und vergessen den Zoom H1N 32Bit für den Moment (falls damit keine Fehlbedienung oder ein Gerätefehler vorliegt). Er ist ja auf der Suche nach etwas besser Geeigneten für seinen speziellen Zweck, nicht nach einer Erklärung, was er statt Volgelstimmen sonst noch alles mit besseren Erfolgsaussichten aufnehmen könnte.

PS: Ich sehe gerade, Du hast Deinen Beitrag noch erweitert - allerdings durch einen Tipp mit (Zitat) "0 eigener Erfahrung", jedoch Erleichterung was Preis und Handling angeht.
Mittlerweile habe ich die Verkabelung nochmal angeschaut und kann keinen Fehler feststellen.
Ich gehe mit dem Original MKE 600 Mikrofonadapter XLR auf TRS (inkl. Batterie natürlich und Schalter auf "On" beim MKE 600 :) ) vom Mikrofon in den Line In Eingang des H1 essential. Testweise habe ich noch vom Recorder mit einem Rode Kabel TRS auf TRS vom Kopfhörer-Ausgang bzw. Line Out an die Kamera weitergeleitet als Backup. Einstellungen am Zoom H1 essential kann man leider eigentlich so gut wie nichts. Nehme mit 32 Bit und 96 kHz auf.



Swat
Beiträge: 19

Re: Tieraufnahmen mit dem MKE600 + H1 Essential rauschen

Beitrag von Swat »

Blackbox hat geschrieben: Sa 30 Mär, 2024 23:40 Das Wesentliche wurde ja schon gesagt.
Kurze Ergänzung:
Das MKE-600 würd ich für Tiergeräusche aus einiger Entfernung nicht unbedingt als 'professionell' einstufen.
Das für sowas gern genommene MKH-70 zB rauscht ca. 10dB weniger als das 600er richtet besser und liefert zudem noch nen deutlich höheren Ausgangspegel, so dass der Preamp etwas entlastet wird.
Kleiner Nachteil ist die Größe von Mikro/Korb.
Möglicherweise auch gut: Schoeps 'Super-cmit'.
Beide leider relativ hochpreisig.
///
Auch noch ne kurze Ergänzung zur oben genannten (fast immer richtigen) These, dass ein Richtrohr kein 'Zoom' bzw. 'Tele' ist:
Maßgeblich ist da die Tatsache, dass fast alle Aufnahmen in Räumen stattfinden. Das kann ein 'Raum' in üblichem Verständnis sein (indoor), oder auch ein 'Raum' outdoor wie ein Wald, eine Schlucht, ..., wo ebenfalls akustische Rückwürfe als Hall bzw. Echowolke produziert werden.
Ungeübte hören das i.d.R. nicht, auf den Aufnahmen ist es dann aber schonungslos vorhanden.
Outdoor gibt es aber auch gelegentlich Situationen, wo (fast) kein akustischer Raum vorhanden ist (verschneiter oder gepflügter Acker ohne reflektierende Baumstämme, usw).
In DIESEN Fällen ist eine Abstanderhöhung des Mikros vom Direktschall (dem Tier) nicht mit einem Anstieg des indirekten Schalls verbunden, oder anders ausgedrückt: der Hallradius liegt außerhalb der Strecke Tier <-> Mikrofon.
Maßgeblich sind dann nur noch 3 Faktoren:
- Rauschabstand bzw Störabstand des Aufnahmesystems
- Vorhandensein und Ausblendung (Richtcharakteristik) von Nebengeräuschen, die leider heutzutage fast überall störend vorhanden sind (nahe oder entfernte Autos, die leider SEHR häufig gewordenen Flugzeuge, Wind in Blättern oder lauten Halmen, ..., ..., ...)
- Veränderter Frequenzgang mit steigender Entfernung durch die frequenzabhängige Schallabsorption der Luft (Höhenverlust), was aber leicht nachbearbeitbar ist oder direkt am Mikro (schaltbare Höhenanhebung) kompensiert werden kann.

Bei tieffrequenten Nebengeräuschen hilft keine Richtcharakteristik, sondern nur Nachbearbeitung, bei Flugzeugen hilft oft gar nichts, usw.
Da ist dann idealerweise etwas Erfahrung vorhanden welche Aufnahmen überhaupt verwendbar sein werden.
Für Flugzeuge gibt's Flightradar-Seiten (bei intensiverer Nutzung kostenpflichtig) und Seiten wo die Hauptflugrouten als Kartenlayer aufgeführt sind.
Bei Autoverkehrslärm kann ggf.so geplant werden, dass der am wenigsten schlechte Wochentag und die am wenigsten schlechte Tageszeit oder auch Jahreszeit ausgesucht wird, wobei ja leider die Tiere nicht 24Std. aktiv sind.
Wer da keine Routine hat tut gut daran, die Situation NICHT durch Hinhören beurteilen zu wollen, sondern durch eine Probeaufnahme!!!
///
Es hat durchaus Gründe, warum es aus Deutschland und ähnlichen mitteleuropäischen Ländern seit Längerem keine qualitativen Naturaufnahmen mehr gibt (außer im Nahfeld wie Bergbachplätschern oder bei lauten Quellen wie Gewitter, usw.)
Naturgeräuschaufnahmen ohne Techniklärm sind leider durch den überbordenden Verkehr unmöglich geworden.
Höchstens noch in Teilen Schottlands, Teilen Skandinaviens , mit Glück in Teilen Frankreichs, Teilen Spaniens, etc.
Ansonsten außereuropäisch, bis auch da der Flugzeug- und Autolärm die Landschaften verseucht.
Es sind also bei Aufnahmen nahe an menschlicher 'Zivilisation' meistens gewisse Kompromisse und Qualitätsabstriche notwendig.
///
Schreib doch vielleicht kurz WELCHE Tiere Du eigentlich aufnehmen willst. Wurd schon gefragt, hab aber keine Antwort gefunden.
Davon hängt auch ab ob Parabolspiegel Sinn machen.
Falls Du im Münsterland unterwegs bist kann ich Dir ggf. mal nen mkh-70 nebst Gedöns zum testen mitgeben.

Hallo Blackbox,

vielen Dank für deine ausführliche Erklärung. :)

Grundsätzlich würde ich natürlich auch später mehr Geld investieren und mir teure Mikrofone zulegen. Dachte für den Einstieg wäre ein MKE 600 nicht schlecht. Auch wegen der Möglichkeit der Batteriespeisung um direkt in die Kamera gehen zu können.

Bei meiner Recherche bin ich auf das Sennheiser MKH 8070 und das Sennheiser K6+ME66 gestoßen was praktisch den Nebenschall ausblenden soll bzw. beim ME66 in halliger Umgebung bzw. leisen Geräuschen gut sein soll.

Handelt es sich beim MKH 70 um den Vorgänger vom MKH 8070?

Preislich hab ich solche Produkte auf "später" verschoben :D.
Abgesehen davon ist dies vermutlich keine Kombi zum wandern gehen auf dem Blitzschuh.

Also aufnehmen wollte ich z.B. Vögel allgemein und halt andere Tiere die man so normal finden kann, wie Hirsche, Eulen, Füchse, Pferde.

Tatsächlich komme ich aus dem Münsterland, genauer gesagt aus Dülmen. Eventuell würde ich auf dein Angebot zurückkommen zum testen. :)

Zum Thema Nebengeräusche muss ich dir leider zustimmen. Jetzt wo man sich mehr damit beschäftigt bzw. versucht die Tonqualität zu verbessern, wird einem klar wieviel Lärm es gibt.



rush
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Re: Tieraufnahmen mit dem MKE600 + H1 Essential rauschen

Beitrag von rush »

Trenne dich ggfs vom Gedanken Video und Bild in einem Durchgang sauber in die Kamera zu bekommen... Das ist als Einzelkämpfer fast unmöglich.

Mein Tipp... Schöne Aufnahmen filmen und wenn du damit durch bist platzierst du den Rekorder nackend oder auch mit Sennheiser Mic unmittelbar an einem Ort wo du entsprechende Tierstimmen vermutest/verortet hast... Dann lässt Du das Teil autark eine Zeit x aufzeichnen.

Eigentlich hilft es immer nur den Abstand zu reduzieren - alles andere ist mit viel Aufwand und eher mittelmäßigen Resultaten verbunden.

Tierfilmer platzieren entsprechend gerne mal autark aufzeichnende Rekorder in Tiernähe die zudem nicht nur dann laufen wenn die Kamera rollt, sondern konstant einen etwas längeren akustischen Zeitraum einfangen.

Am Ende kannst du dann in der Post noch etwas daran drehen und ggfs. sogar (KI) Tools verwenden die den Noisefloor weiter drücken und schauen ob das bei Tierstimmen so gut funktioniert wie bei menschlichen Stimmen.
keep ya head up



Swat
Beiträge: 19

Re: Tieraufnahmen mit dem MKE600 + H1 Essential rauschen

Beitrag von Swat »

rush hat geschrieben: Mo 01 Apr, 2024 10:04 Trenne dich ggfs vom Gedanken Video und Bild in einem Durchgang sauber in die Kamera zu bekommen... Das ist als Einzelkämpfer fast unmöglich.

Mein Tipp... Schöne Aufnahmen filmen und wenn du damit durch bist platzierst du den Rekorder nackend oder auch mit Sennheiser Mic unmittelbar an einem Ort wo du entsprechende Tierstimmen vermutest/verortet hast... Dann lässt Du das Teil autark eine Zeit x aufzeichnen.

Eigentlich hilft es immer nur den Abstand zu reduzieren - alles andere ist mit viel Aufwand und eher mittelmäßigen Resultaten verbunden.

Tierfilmer platzieren entsprechend gerne mal autark aufzeichnende Rekorder in Tiernähe die zudem nicht nur dann laufen wenn die Kamera rollt, sondern konstant einen etwas längeren akustischen Zeitraum einfangen.

Am Ende kannst du dann in der Post noch etwas daran drehen und ggfs. sogar (KI) Tools verwenden die den Noisefloor weiter drücken und schauen ob das bei Tierstimmen so gut funktioniert wie bei menschlichen Stimmen.
Hallo rush,

Grundsätzlich finde ich diese Idee gut und würde ich bei entsprechender Zeit oder Orten wo ich länger bin auch so handhaben, allerdings wollte ich ja was als oben drauf, bzw. daneben angebracht Equipment haben. Selbst ein Blimper wäre vermutlich je nach Größe schon zuviel des guten.

Außerdem stelle ich mir bei nachträglicher Synchronisation den Abgleich mit dem Video etwas kompliziert vor. Ton also passend zum Bild zu bekommen. Für Atmosphärensound halte ich das platzieren nah an der Quelle für sinnvoll oder halt bei Plätzen wo ich länger bleibe.

Was für KI Tools benutzt man denn da?



Skeptiker
Beiträge: 5941

Re: Tieraufnahmen mit dem MKE600 + H1 Essential rauschen

Beitrag von Skeptiker »

Swat hat geschrieben: Mo 01 Apr, 2024 10:16
rush hat geschrieben: Mo 01 Apr, 2024 10:04 Trenne dich ggfs vom Gedanken Video und Bild in einem Durchgang sauber in die Kamera zu bekommen... Das ist als Einzelkämpfer fast unmöglich.

Mein Tipp... Schöne Aufnahmen filmen und wenn du damit durch bist platzierst du den Rekorder nackend oder auch mit Sennheiser Mic unmittelbar an einem Ort wo du entsprechende Tierstimmen vermutest/verortet hast... Dann lässt Du das Teil autark eine Zeit x aufzeichnen.
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Hallo rush,

Grundsätzlich finde ich diese Idee gut und würde ich bei entsprechender Zeit oder Orten wo ich länger bin auch so handhaben, allerdings wollte ich ja was als oben drauf, bzw. daneben angebracht Equipment haben. Selbst ein Blimper wäre vermutlich je nach Größe schon zuviel des guten.
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Es hängt stark davon ab, WAS für Tieraufnahmen Du planst (und welchen Aufwand Du dabei treiben möchtest - zeitlich und technisch).
Was wiederum Einfluss auf Deine Ausrüstung hat (oder umgekehrt).

Wenn da Vögel per Tele auch in Grossaufnahme portraitiert werden sollen, geht es nicht ohne akzeptablen Liveton auch aus der Distanz. Bevor Du Dein Nah-Stereomikrofon für guten "Ambient Sound" unter dem Baum platziert hast, sitzt der Vogel schon auf dem nächsten Baum (oder pfeift ganz "tschüss!").

Ich bereite gedanklich und praktisch zur Zeit ebenfalls Naturaufnahmen vor (kein Auftrag unter Zeit- und Erfolgsdruck, sondern als Amateur mit Ansprüchen ans Ergebnis) - bei mir geht geht's eher in Richtung Makro (aber wenn ein interessanter Vogel pfeift ..).

Ich habe einerseits das Fuji-X System mit Wechseloptik dafür (APS-C) und andererseits auch einen 1-Zoll Camcorder mit 15fach Motorzoom und AF sowie XLR-Henkel mit Phantomspeisung fürs Mikrofon. Für noch mehr Telereichweite gibt's spezielle Tele-Vorsätze, für mehr Makro geeignete ​Nahlinsen.

Ich möchte das Ganze wie Du möglichst tragbar und kompakt halten. Aber auf ein Richtmikro seitlich am Camcorder bzw. am Fluidkopf daneben (der Kamera-Henkel soll frei bleiben, entweder für Licht oder auch für atmosphärisches Stereo-Audio wie von rush vorgeschlagen) will ich nicht verzichten (es ist bei mir ganz neu ebenfalls ein MKE 600 (als Ersatz für ein altes Rode NTG-2, das für einen +/- rauscharmen Ton mehr qualitative Verstärkung benötigt, als die heutigen Geräte liefern können und das zudem reichlich basslastig ist) - als guter Kompromiss zwischen Qualität mit universeller Verwendbarkeit und Preis und insofern passend zum Camcorder, der ebenfalls im besseren Mittelfeld liegt).
Der Ton soll zusammen mit dem Bild via XLR bzw. Mic Stereo-In direkt in den Kameraspeicher gehen. Die Kamera kann gleichzeitig 4-Kanal aufnehmen.
Das Bild soll zusätzlich in einen Ninja 5 kommen (per HDMI auch mit Ton, falls möglich), vermutlich in ProRes HQ für flüssigen Schnitt in UHD (reichlich Speicherplatz nötig!). Nach ersten Tests draussen bei Sonne benötige ich den Ninja-Monitor (mit Sonnenblende und mit genug Dauerstrom) auch für die Bildbeurteilung - der Kamera-Ausklappmonitor und der kleine Sucher reichen nicht zur sicheren Beurteilung (ich muss auf AF teils verzichten).


Das Mikrofon steckt im passenden Fellwindschutz von Sennheiser (MZH 600), der innen mit härterem Schaumstoff sehr eng am Mikrofon anliegt und hinten mit einem Gummiring quasi luftdicht abeschlossen wird. Der Härtetetest bei böigem Wind steht noch aus.

Ich möchte also trotz unverzichtbarem Stativ (das auch zum Anbringern von Zubehör dient, das nicht an die Kamera passt oder soll) so mobil wie möglich bleiben, aber nicht auf die nötige Technik verzichten, die so flexibel und universell wie möglich einsetzbar sein soll (wenig Gewicht, Schnellverschlüsse, praktisch!).

Mal sehen inwieweit das gelingt und was dabei herauskommt!

Nachtrag:
Du fragtest zum Mikrofonrauschen noch, was die 80 dB bedeuten und ob mehr hierbei besser ist. Ja, ist es.

Ich verlinke nochmals die Neumann-Webseite, die das Ganze in einfachen Worten erklärt.
https://www.neumann.com/de-de/homestudi ... uschpegel/

Im Prinzip ist es die gleiche Aussage (Voraussetzung: gleiche Messmethode - z.B. A-gewichtet), wenn man in den technischen Daten zu einem Mikrofon liest:

Eigenrauschen: 14 dB
oder
Rauschabstand (Geräuschspannungsabstand, Sinal-to-Noise Ratio = SNR (Signal-Rausch-Verhältnis)): 80 dB (es ist immer 94 db als Referenz(pegel) minus das Eigenrauschen).

Also gilt: Je geringer das Eigenrauschen eines Mikrofons, desto höher das "Signal zu Rauschen"-Verhältnis (als dB-Differenz).
Zuletzt geändert von Skeptiker am Mo 01 Apr, 2024 18:22, insgesamt 1-mal geändert.



mikroguenni
Beiträge: 217

Re: Tieraufnahmen mit dem MKE600 + H1 Essential rauschen

Beitrag von mikroguenni »

Frank Glencairn hat geschrieben: So 31 Mär, 2024 07:42
mikroguenni hat geschrieben: Fr 29 Mär, 2024 22:04 [

Das mit den Parabolschüsseln stimmt einfach nicht!

Ich habe bei Google einfach mal den Suchbegriff https://www.google.com/search?client=ms ... dpr=3#ip=1
Eingegeben. Da erscheinen unter den Bildern einige bekannte Tierfilmrr im Einsatz mit ihrem Equipment. Da ist keine Parabolschüssel dabei

LOL - schon das erst Bild ist eine Schüssel :DD

mikroguenni hat geschrieben: Fr 29 Mär, 2024 22:04
.
Ich hatte von "Tierfilmern im Einsatz mit ihrem Equipment" geschrieben, wer lesen kann ist im Vorteil!

Bild
.
Ich glaube kaum dass diese Filmer ihre Mikrofone nur als Dekoration drauf haben.
Das dritte Bild von oben zeigt übrigens ein MKE600.


Bei der Mikrofonauswahl gibt es ausserdem einige Randbedingungen die beachtet werden müssen.

Es handelt sich nicht um eine Profikamera mit hochwertigem Mikrofoneingang mit XLR und Phantomspeisung. Das Mikrofon muss also mit Batterie zu betreiben sein.
Mikrofone wie das MKH70 oder MKH 8060 und 8070 sind noch besser, benötigen aber eine Kamera mit entsprechendem Tonteil (das kostet dann gleich mal etliche Mille mehr) und auch bei den Mikrofonen sind wir dann mal eben bei 1400€ (8070 ohne jegliches Zubehör).

Ich glaube nicht dass @Swat so etwas gesucht hat.
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.



Swat
Beiträge: 19

Re: Tieraufnahmen mit dem MKE600 + H1 Essential rauschen

Beitrag von Swat »

Skeptiker hat geschrieben: Mo 01 Apr, 2024 17:24
Swat hat geschrieben: Mo 01 Apr, 2024 10:16

Hallo rush,

Grundsätzlich finde ich diese Idee gut und würde ich bei entsprechender Zeit oder Orten wo ich länger bin auch so handhaben, allerdings wollte ich ja was als oben drauf, bzw. daneben angebracht Equipment haben. Selbst ein Blimper wäre vermutlich je nach Größe schon zuviel des guten.
...
...
Es hängt stark davon ab, WAS für Tieraufnahmen Du planst (und welchen Aufwand Du dabei treiben möchtest - zeitlich und technisch).
Was wiederum Einfluss auf Deine Ausrüstung hat (oder umgekehrt).

Wenn da Vögel per Tele auch in Grossaufnahme portraitiert werden sollen, geht es nicht ohne akzeptablen Liveton auch aus der Distanz. Bevor Du Dein Nah-Stereomikrofon für guten "Ambient Sound" unter dem Baum platziert hast, sitzt der Vogel schon auf dem nächsten Baum (oder pfeift ganz "tschüss!").

Ich bereite gedanklich und praktisch zur Zeit ebenfalls Naturaufnahmen vor (kein Auftrag unter Zeit- und Erfolgsdruck, sondern als Amateur mit Ansprüchen ans Ergebnis) - bei mir geht geht's eher in Richtung Makro (aber wenn ein interessanter Vogel pfeift ..).

Ich habe einerseits das Fuji-X System mit Wechseloptik dafür (APS-C) und andererseits auch einen 1-Zoll Camcorder mit 15fach Motorzoom und AF sowie XLR-Henkel mit Phantomspeisung fürs Mikrofon. Für noch mehr Telereichweite gibt's spezielle Tele-Vorsätze, für mehr Makro geeignete ​Nahlinsen.

Ich möchte das Ganze wie Du möglichst tragbar und kompakt halten. Aber auf ein Richtmikro seitlich am Camcorder bzw. am Fluidkopf daneben (der Kamera-Henkel soll frei bleiben, entweder für Licht oder auch für atmosphärisches Stereo-Audio wie von rush vorgeschlagen) will ich nicht verzichten (es ist bei mir ganz neu ebenfalls ein MKE 600 (als Ersatz für ein altes Rode NTG-2, das für einen +/- rauscharmen Ton mehr qualitative Verstärkung benötigt, als die heutigen Geräte liefern können und das zudem reichlich basslastig ist) - als guter Kompromiss zwischen Qualität mit universeller Verwendbarkeit und Preis und insofern passend zum Camcorder, der ebenfalls im besseren Mittelfeld liegt).
Der Ton soll zusammen mit dem Bild via XLR bzw. Mic Stereo-In direkt in den Kameraspeicher gehen. Die Kamera kann gleichzeitig 4-Kanal aufnehmen.
Das Bild soll zusätzlich in einen Ninja 5 kommen (per HDMI auch mit Ton, falls möglich), vermutlich in ProRes HQ für flüssigen Schnitt in UHD (reichlich Speicherplatz nötig!). Nach ersten Tests draussen bei Sonne benötige ich den Ninja-Monitor (mit Sonnenblende und mit genug Dauerstrom) auch für die Bildbeurteilung - der Kamera-Ausklappmonitor und der kleine Sucher reichen nicht zur sicheren Beurteilung (ich muss auf AF teils verzichten).


Das Mikrofon steckt im passenden Fellwindschutz von Sennheiser (MZH 600), der innen mit härterem Schaumstoff sehr eng am Mikrofon anliegt und hinten mit einem Gummiring quasi luftdicht abeschlossen wird. Der Härtetetest bei böigem Wind steht noch aus.

Ich möchte also trotz unverzichtbarem Stativ (das auch zum Anbringern von Zubehör dient, das nicht an die Kamera passt oder soll) so mobil wie möglich bleiben, aber nicht auf die nötige Technik verzichten, die so flexibel und universell wie möglich einsetzbar sein soll (wenig Gewicht, Schnellverschlüsse, praktisch!).

Mal sehen inwieweit das gelingt und was dabei herauskommt!

Nachtrag:
Du fragtest zum Mikrofonrauschen noch, was die 80 dB bedeuten und ob mehr hierbei besser ist. Ja, ist es.

Ich verlinke nochmals die Neumann-Webseite, die das Ganze in einfachen Worten erklärt.
https://www.neumann.com/de-de/homestudi ... uschpegel/

Im Prinzip ist es die gleiche Aussage (Voraussetzung: gleiche Messmethode - z.B. A-gewichtet), wenn man in den technischen Daten zu einem Mikrofon liest:

Eigenrauschen: 14 dB
oder
Rauschabstand (Geräuschspannungsabstand, Sinal-to-Noise Ratio = SNR (Signal-Rausch-Verhältnis)): 80 dB (es ist immer 94 db als Referenz(pegel) minus das Eigenrauschen).

Also gilt: Je geringer das Eigenrauschen eines Mikrofons, desto höher das "Signal zu Rauschen"-Verhältnis (als dB-Differenz).
Die Aufnahmen sind halt im weitesten Sinne "Wildlife", also auf Wanderwegen, im Wald. Bin halt oft und viel in der Natur unterwegs. Dabei gehe ich natürlich auch ein paar Kilometer. Immer dabei die Kamera :).

Also Zeitdruck habe ich zum Glück auch nicht. Der Zeitdruck bei der Aufnahme selbst entsteht eher durch das begrenzte Zeitfenster also Freitagnachmittag-Sonntagabend :). Ich gehe halt mit der Kamera vor die Tür und dann soll es halt kompakt und sofort einsatzbereit sein. Ist halt alles auf Amateurniveau. Aber natürlich soll es qualitativ hochwertig werden.

Vielen Dank für den Link, dann habe ich noch etwas als Abendlektüre. Aber nach deiner Erläuterung ist es jetzt klarer geworden!



Darth Schneider
Beiträge: 19503

Re: Tieraufnahmen mit dem MKE600 + H1 Essential rauschen

Beitrag von Darth Schneider »

@mikroguenni
Wobei das jetzt ehrlich nicht so ausschaut als hätte der Ton bei den Bildern/Beispielen die du da oben verlinkt hast besonders hohe Priorität…

Bis auf das Bild ganz oben mit dem Tonmann der nur das Mik bedient.;)

Also besonders weit weg kommt man ja mit relativ kurzen und handlichen Shotgun Miks jetzt eh nicht.

Solche Miks gehören doch eigentlich eher nicht auf die Kamera, oder ?
Höchstens bei News und Broadcast, oder wenn es gar nicht anders möglich ist.
Hab ich zumindest mal so gelernt.

Von dem her ergeben doch die Mikrofon Radar Schüsseln womöglich schon viel mehr Sinn.
Man kann einfach viel weiter weg.

Gibt ja auch kompaktere Modelle die auf der Kamera sein können.
Zum Beispiel das hier:

Und das Teil ist nicht nur für Vögel.

Gruss Boris



Skeptiker
Beiträge: 5941

Re: Tieraufnahmen mit dem MKE600 + H1 Essential rauschen

Beitrag von Skeptiker »

Swat hat geschrieben: Mo 01 Apr, 2024 19:00
Skeptiker hat geschrieben: Mo 01 Apr, 2024 17:24

Es hängt stark davon ab, WAS für Tieraufnahmen Du planst (und welchen Aufwand Du dabei treiben möchtest - zeitlich und technisch).
Was wiederum Einfluss auf Deine Ausrüstung hat (oder umgekehrt).

Wenn da Vögel per Tele auch in Grossaufnahme portraitiert werden sollen, geht es nicht ohne akzeptablen Liveton auch aus der Distanz. ...
...
...
Die Aufnahmen sind halt im weitesten Sinne "Wildlife", also auf Wanderwegen, im Wald. Bin halt oft und viel in der Natur unterwegs. Dabei gehe ich natürlich auch ein paar Kilometer. Immer dabei die Kamera :).

Also Zeitdruck habe ich zum Glück auch nicht. Der Zeitdruck bei der Aufnahme selbst entsteht eher durch das begrenzte Zeitfenster also Freitagnachmittag-Sonntagabend :). Ich gehe halt mit der Kamera vor die Tür und dann soll es halt kompakt und sofort einsatzbereit sein. Ist halt alles auf Amateurniveau. Aber natürlich soll es qualitativ hochwertig werden.
...
...
Danke für die Erklärung!
Dann unterscheiden sich unsere Zwecke in diesem Punkt: Ich bin (geplant) dann draussen, um zu filmen (und mich dabei auch zu bewegen), Du bist draussen, um Dich in der Natur zu bewegen und nebenbei auch Interessantes ins Bewegtbild zu setzen.

Hast Du Deine Kamera schon mal erwähnt? Generell sollte die Ausrüstung dann wohl minimal (nur so viel, wie unbedingt nötig, aber nicht weniger) und leicht sein. Wenn Foto neben Video auch gefragt ist, wäre eine 1 Zoll-Bridgekamera mit Bildstabilisierung nützlich (wie die von Sony oder Panasonic) - alles dabei in einem Paket inkl. grosses (auch motorisches) Telezoom. Zusammen mit dem MKE 600 Richtrohr (das dann vielleicht schon fast zu gross ist) auch fern-videotauglich. Da ist eine Vollfomatkamera mit Tele-Wechselopik schon deutlich schwerer mit den gleichen (optischen) Möglichkeiten (wobei das gerade vorgestellte Nikon Zoom 28-400mm/4.0-8.0 plus ein leichteres Kameramodell schon nah dran ist (unter 1.5 kg versus 1.1 kg)!).



Swat
Beiträge: 19

Re: Tieraufnahmen mit dem MKE600 + H1 Essential rauschen

Beitrag von Swat »

Skeptiker hat geschrieben: Mo 01 Apr, 2024 19:49
Swat hat geschrieben: Mo 01 Apr, 2024 19:00

Die Aufnahmen sind halt im weitesten Sinne "Wildlife", also auf Wanderwegen, im Wald. Bin halt oft und viel in der Natur unterwegs. Dabei gehe ich natürlich auch ein paar Kilometer. Immer dabei die Kamera :).

Also Zeitdruck habe ich zum Glück auch nicht. Der Zeitdruck bei der Aufnahme selbst entsteht eher durch das begrenzte Zeitfenster also Freitagnachmittag-Sonntagabend :). Ich gehe halt mit der Kamera vor die Tür und dann soll es halt kompakt und sofort einsatzbereit sein. Ist halt alles auf Amateurniveau. Aber natürlich soll es qualitativ hochwertig werden.
...
...
Danke für die Erklärung!
Dann unterscheiden sich unsere Zwecke in diesem Punkt: Ich bin (geplant) dann draussen, um zu filmen (und mich dabei auch zu bewegen), Du bist draussen, um Dich in der Natur zu bewegen und nebenbei auch Interessantes ins Bewegtbild zu setzen.

Hast Du Deine Kamera schon mal erwähnt? Generell sollte die Ausrüstung dann wohl minimal (nur so viel, wie unbedingt nötig, aber nicht weniger) und leicht sein. Wenn Foto neben Video auch gefragt ist, wäre eine 1 Zoll-Bridgekamera mit Bildstabilisierung nützlich (wie die von Sony oder Panasonic) - alles dabei in einem Paket inkl. grosses (auch motorisches) Telezoom. Zusammen mit dem MKE 600 Richtrohr (das dann vielleicht schon fast zu gross ist) auch fern-videotauglich. Da ist eine Vollfomatkamera mit Tele-Wechselopik schon deutlich schwerer mit den gleichen (optischen) Möglichkeiten (wobei das gerade vorgestellte Nikon Zoom 28-400mm/4.0-8.0 plus ein leichteres Kameramodell schon nah dran ist (unter 1.5 kg versus 1.1 kg)!).
Das Kamera Equipment hatte ich zuerst beim formulieren des Anfangsposts mit drin, hab es dann aber wieder gelöscht, da ich nicht sicher war ob das zum Themenoberbegriff passt.
Wenn ich alleine unterwegs bin "nur" für Video, dann beschränkt sich mein Equipment auf eine Canon EOS R7 mit dem RF 100-500 L IS USM mit Lens Coat. Das Mikro und der Recorder sitzt auf einer Dual Blitzschiene, damit ich noch durch den Sucher schauen kann. Zusätzlich benutze ich dann noch ein Vanguard Stativ ALTA PRO 3VL 303AV18, alles in/an einem Vanguard Alta Sky 53 Rucksack. Auf der einen Seite Kamera mit Objektiv und auf der anderen Mikrofon mit Recorder.

Leider schon etwas länger im Canon Lager unterwegs. :D
Die R7 finde ich aufgrund des schnellen Wechsels von Foto auf Video sehr praktisch. Auch der APS C Sensor bietet Vorteile 1,6 fach Crop = 800mm + 4K Crop Mode an der Kamera = 1280 mm.
Tendenziell würde also auch der Tascam XLR Adapter CA-XLR2d für den Blitzschuh in Frage kommen, allerdings ist dieser nicht auf allen Kameras so universell einsetzbar, wenn man den digitalen Blitzschuh verwenden möchte oder mal extern etwas aufnehmen möchte ohne Kamera.



Frank Glencairn
Beiträge: 23139

Re: Tieraufnahmen mit dem MKE600 + H1 Essential rauschen

Beitrag von Frank Glencairn »

mikroguenni hat geschrieben: Mo 01 Apr, 2024 18:22
Ich glaube kaum dass diese Filmer ihre Mikrofone nur als Dekoration drauf haben.


Ich glaube nicht dass @Swat so etwas gesucht hat.
Swat hat ne Lösung gesucht, und die Tonbeispiele, die ich gepostet habe zeigen eine deutliche Überlegenheit der Schüssel.

Ich weiß nicht warum du versuchst gegen ganz offensichtliche Messergebnisse zu argumentieren, und gegen eine Institution die seit 1920 Erfahrung damit hat.

Ob ihm die Schüssel zu umständlich ist, und er sich deshalb mit schlechterer Qualität zufrieden gibt, kann ich nicht für ihn entscheiden, ich hab nur gezeigt wie es klingen kann, wenn man das passende Equipment nimmt.

Und um deine Frage zu beantworten: ich hab keinerlei Einsicht in den Audio Postproduction Workflow dieser Leute, und wie viel von dem Kameraton tatsächlich im fertigen Film landet, deshalb wäre das reine Spekulation

Allerdings weiß ich, daß die meisten Tierfilme massiv aus der Konserve nachvertont werden.
Sapere aude - de omnibus dubitandum



Skeptiker
Beiträge: 5941

Re: Tieraufnahmen mit dem MKE600 + H1 Essential rauschen

Beitrag von Skeptiker »

Swat hat geschrieben: Mo 01 Apr, 2024 20:40
Das Kamera Equipment hatte ich zuerst beim formulieren des Anfangsposts mit drin, hab es dann aber wieder gelöscht, da ich nicht sicher war ob das zum Themenoberbegriff passt.
Vielen Dank für die Angaben zur Ausrüstung. Ziemlich professionelles Minimal-Equipment, in das der Zoom H1 Essential Recorder von Grösse und Gewicht gut hineinpasst, wenn er denn nicht so rauschen würde. Mit dem Sennheiser-Mikrofon bist Du meiner Ansicht nach gut bedient - es ist nicht superduper, aber durchaus universell und in guter Qualität zu gebrauchen (Batterie und Phantomspeisung, passender, optionaler Fellwindschutz und zuschaltbarer (ohne Kugelschreiber oder sonstige Spitzen!) Lowcut bei 100 Hz. Vielleicht mit etwas sanfter Entrauschung im Nachhinein, falls nötig.
Dein Tele 100-500mm (mit APS-C Crop visuell (Bildwinkel) noch zusätzlich "mal 1.6" gerechnet) zeigt mir, dass die Vögel durchaus gross ins Bild gesetzt werden sollen und das Richtmikrofon dazu Sinn ergibt.

Dann will ich mich mit ein paar technischen Angaben revanchieren:
Der Camcorder ist eine Canon XF400 (Modelljahrgang 2017) mit 1-Zoll-Sensor (aktive Sensorbreite ca. 13mm) - nicht mehr erhältlich und erst im Januar gebraucht erworben. Ich bin immer noch am üben! ;-)
Das stabilisierte Objektiv ist ein 15x-Zoom von sehr guter Qualität mit Blendenöffnung 2.8-4.5 von 25.5 bis 382.5mm (Canon-Angabe) - den Weitwinkelbreich finde ich nützlich, der Telebereich könnte weiter sein (bis 500 oder 600mm). Es gibt von Canon einen 1.5x Televorsatz, der mir zu teuer ist; ich habe noch einen alten 1.4x Vorsatz für ein 10x-Zoom aus Canon Hi8-Zeiten, der vom Durchmesser und Anschluss passt und ein ganz gutes Bild bis umgerechnet 535 mm liefert (im WW-Bereich allerdings vignettiert - so, wie Canons aktuelle 1.5x-Version auch).
Die Kamera ist ein herkömmliches 8bit und 4:2:0 Modell, also nichts mit erweiterter Bilddynamik 10 Bit 4:2:2 etc. (ausser extern per HDMI in 422 10Bit HD, und in UHD_25p immerhin mit 8bit 4:2:2). Sie kann in HD oder UHD bis zu 50p aufnehmen, als Zeitlupe in HD auch 100p mit verminderter Bildqualität. Speziell ist der wählbare 4-Kanal-Ton, sehr praktisch die abnehmbare Sonnenblende mit schaltbarem Verschlussdeckel auf/zu.
Verblüffend ist der Unterschied von UHD zu HD: UHD 3840 x 2160 mit 150 Mbit/s H.264 als MP4 ist deutlich besser aufgelöst und schärfer - für Makro ein Muss.

Der motorische Zoom lässt sich sehr fein benutzen (extrem langsam bis sehr schnell) und der Auto Focus ist Canons bewährter Dual Pixel AF, manuell sogar mit Einstellhilfe via grüne Annäherungs-Pfeile am Monitor (nebst zuschaltbarem Peaking). Die Kamera ist sehr kompakt und wiegt komplett 1.65 kg.

Am 8bit-Bild lässt sich auch noch etwas herum'schrauben' - es gibt einen HDR-Modus (mit angeblich 12 Blenden Kontrastumfang, wenn ich mich nicht irre), es gibt sogar einen C-Log Modus und auch ein Menü mit sehr detaillierten Bildparameter-Justierungen für Experten (in das ich mich bisher nicht hineinwage).

Als Stativ habe ich nach "leicht / stabil /schwenkbare Mittelsäule (Zusatz "wackelfrei)" gesucht und bin bei Leofoto gelandet. Kompaktes Carbonstativ (noch hoch genug mit aufgesetztem Videokopf samt Nivellier-Halbschale darunter und evtl. etwas nach oben gezogener Stativ-Mittelsäule) hoher Stabilität bei geringem Gewicht von 1.4 kg (Tragkraft ungeschwenkt bis 10 kg, geschwenkt bis ca. 6 kg) und Packmass von nur 50cm (Beine 4-teilig). Mindesthöhe 14 cm über Grund mit ganz ausgebreiteten Stativbeinen, aber mit gekippter Mittelsäule (sie ist auch umgekehrt montierbar) fast beliebig einstellbar (für Makro).
Als Stativkopf dient ein recht leichter, einfacher aber guter Manfrotto Fluidkopf Typ 500. Hier könnte ich einen besseren Kopf (mit Counterbalance und Friktions-Einstellung) in Erwägung ziehen, der dann aber deutlich schwerer ist. Vielleicht tut's der Manfrotto auch - im stärkeren Makrobereich vielleicht nicht mehr fein genug - mal sehen!). Eine zusätzliche, preiswerte, aber gute und recht leichte Andoer aka Mengs Nivellierhalbkugel (60cm-Basis) ist auch schon da (im Stativkopf nicht eingebaut - es gibt grundsätzlich 2 Arten/Ausführungen: a) für flache Stativauflagen, auch mit Mittelsäule, b) für typische Videostative ohne Mittelsäule mit oben runder Halterung/Öffnung für die Nivellier-Halbkugel mit Einstell-Griff, der nach nach unten zeigt).

Mikrofon wie erwähnt nun auch ein MKE 600 mit Fellwindschutz (und auch mit 2x Rodes 48V auf 4V oder 5Volt Plugin-Power-Adaptern für Lavalier-Mics).

Dann ein Atomos Ninja 5, seit kurzem auf dem neusten Software-Stand mit ProRes, ProRes RAW, Avid Codecs für HD und UHD, und auch H.265 als MP4. Ich muss alles noch näher ausprobieren!

Fazit: Mit Deiner Telezoom(rund 1.5 kg ohne 'Tarnmantel')-Ausrüstung kommt Du näher heran als ich mit Camcorder ohne Televorsatz, Dein max. 180(!) cm hohes Alu-Stativ ist mit fast 3.3 kg (allerdings inkl. Videokopf samt Nivellier-Halbschale!) recht schwer und mit 82 cm Packmass recht lang (da gäbe es noch Reduktionspotenzial), Deine Kamera ist eine (mit komplett ca. 600g recht leichte) gut bewertete APS-C Cam mit 32 Megapixeln (weitere Details müsste ich nachsehen) - jetzt fehlt also nur noch ein rauscharmer Audiorekorder fürs recht rauscharme Mikrofon (79dB mit P48-Spannung, mit AA-Batterie 78dB) - da hast Du ja bereits einen Zoom Minirekorder F3 mit wiederum 32 Bit Float Recording, aber auch sehr rauscharmen Vorverstärkern ins Auge gefasst.
Hoffentlich klappt's damit! ;-)


Anhang:
Als ich an Ostern beim Öffnen des Fensters zufällig auf einen roten Punkt stiess, der sich recht hektisch über den steinernen, von der Sonne erwärmten Fenstervorsprung bewegte (im Bild ist sie allerdings bereits auf das Alubord geklettert, das sich nach aussen direkt an den Fensterrahmen anschliesst), war mir sofort klar, dass es sich um eine rote Samtmilbe handelte, wie ich sie bereits zu frühen Jugendzeiten erstaunt beobachtete und die Manfred52 vielleicht hier und sicher bei Videoaktiv und auf seinem Videokanal mal filmisch vorgestellt hat (vor ca. 5 Jahren):

Jäger im roten Samtmantel - emka videokanal


Jetzt sah ich also unverhofft so ein Exemplar (mit 2 mm etwas grösser als die sonstigen, etwa 1 mm grossen, roten, wandelnden "Pünktchen") und musste sofort an meine Videopläne denken:
Die Kamera war auf dem Stativ, verkabelt, ohne Makrovorsatzlinse, mit dem falschem Adapterring für den Televorsatz, ohne Akku, weil der sich anscheinend auch bei Stillstand über Nacht entleert - aber es galt: Jetzt oder nie!

Nachdem ich endlich so weit war, war die Milbe verschwunden. Doch halt - was war da dicht am Fensterrand in seitlicher Flach-Ansicht: Ein roter Samtmantel! ;-)
Kamera in unbequemer, instabiler Stellung angeworfen (Fenster war nicht richtig zugänglich fürs Herauslehnen mit Kamera), weggezoomt, um das kostbare Stück Natur auf dem ausgeklappten Monitor zu sichten, gelungen, wieder ganz herangezoomt, das Bild wackelt wie bei Sturmstärke auf dem Wasser - egal, jetzt bloss nicht aufgeben, einfach im Blick behalten und verfolgen.
Ich würde das total verwackelte Ergebnis dieser "Ostermilben"-Filmerei hier gerne als abschreckendes Beispiel präsentieren, aber slashCAM erlaubt mir leider keinen Upload einer etwas über 6 MB grossen, gezippten MP4-Datei, obwohl ich da nach Klicken auf "Dateianhänge" so etwas lese wie "Maxmiale Grösse des Datei-Anhangs 50 MiB - das sind rund 50 MB! Ein Missverständnis oder ein längst ungültiger, aber nie gelöschter Hinweis im Zeitalter von YouTube-Links statt Upload-Files?

Wie auch immer - das komplett verwackelte Video in HD (leider nicht UHD) wurde anschliessend in ProDrenalin 2 (iMac / Windows) stabilisiert, als ProRes exportiert, in Shutter Encoder (iMac / macOS ) gecroppt (= effektiv kleiner gemacht rundherum (Video-Abmessungen! -> kein Crop plus Auto-Zoom mit Schärfeverlust) plus etwas heller und schärfer und dann wiederum als ProRes exportiert) und schliesslich noch nach H.264 bzw. H.265 umgerechnet.

Was lief alles falsch bei der Aufnahme?

1. In der Hektik keine Zeit für irgendwelche Kamera-Voreinstellungen
2. Blende fix ganz offen (das Bild trotzdem zu dunkel - Belichtungsautomatik abgeschaltet) - schlecht für die Makro-Schärfentiefe, sowie auch Bildkontrast und -schärfe
3. Kein zusätzliches Licht
4. Kein UHD - für Makro Pflicht, da deutlich schärfer
5- Autofokus nicht abgeschaltet - der könnte in diesem Fall mit instabiler Freihand-Kamera evtl. gleich viel genützt wie geschadet haben
6. Da Kamera auf dem Stativ war, Stabilisator (im Menü aktivierbar oder auf Zusatztaste gelegt) zunächst nicht aktiv
7. Irgendeine Kamera-Abstützung unverzichtbar für einen Abbildungsmaßstab noch unter, aber schon nahe 1:1 (natürliche Grösse auf dem Sensor).

Als Ersatz hier wenigstens 4 Bilder (Screenshots) als Beilage - leider etwas zu dunkel und zu wenig aufgelöst, aber immerhin!
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Zuletzt geändert von Skeptiker am Di 02 Apr, 2024 11:40, insgesamt 1-mal geändert.



Blackbox
Beiträge: 448

Re: Tieraufnahmen mit dem MKE600 + H1 Essential rauschen

Beitrag von Blackbox »

Generell scheint mir die hier schon zweimal als Tipp gegebene kleine Stereo-Parabol Lösung für Deinen Bedarf wirklich einen Versuch wert zu sein.
Dem Datenblatt nach scheinen da die in der Fieldrecordingszene gern benutzten EM-172 bzw. EM-272 Kapseln verbaut zu sein, was durchaus positiv ist.
Mono wäre zwar eigentlich sinnvoller, aber das lässt sich ja ggf. in der Post anpassen.

Und wie gesagt, kannst Dir gern mal das ein oder andere Richtrohr ausleihen, oder wir treffen uns mal auf halbem Weg (Baumberge oder die Minihügel-Landschaft bei Rorup/Darup, ...), bin da eh öfter mal mit den Rennrad unterwegs, dann lassen sich die Mikros auch gleich mit F6 oder F8 vor Ort testen (hab auch ein 'Gepäck Rennrad')
Da ginge ja vielleicht auch ein 'Shoot-out' mit div. Richtrohren (könnte bei Bedarf ein MHK-70, MKH-416, ME-66 und Bayer MC-736 mitbringen), vs. Miniparabol.
Bei Bedarf auch kleiner Test mit DIY Atmo Stereo Mic. oder DIY 4.0.1 Surroundmic., was aber 5 Kanäle braucht.

Wenn so ein Parabolteil - oder ein Richtrohr - ausreichend gut funktioniert, würd ich mir an Deiner Stelle ggf. überlegen auf 3-4 Kanälen auszunehmen, die Geräte hast Du ja (bald) dafür:
- 1x akustisch möglichst 'nah' ans Tier ran (mono wär da üblich und sinnvoll)
- 2Ch. für Atmo vor Ort
Lässt sich dann hinterher recht gut und flexibel abmischen.
Für's Atmo Setup reichen vermutlich auch die Kameraeingänge aus.
Was Deine Frage nach MKh70 vs. mkh-8070 angeht:
nein, ist kein direkter Nachfolger.
Das 70er ist recht speziell in der mkh-Linie, da es (erstaunlicherweise) insgesamt trotz der Länge ein relativ kleines Bündelungsmaß hat, aber dafür einen ungewählich gleichmäßigen off-axis Verlauf aufweist, also zB.ohne den Notch bei ca. 120/130 Grad, wie er sonst üblich ist.
Dadurch minimiert sich die Verfärbung bei bewegten Objekten oder bei bewegtem Mikro ganz erheblich. Daher auch ideal als Stützmikro bei Theateraufnahmen, usw.
Das mkh8070 hatt ich noch nie in der Hand, aber laut Datenblatt bündelt es insgesamt stärker, weist aber die für Richtrohre typischen Untregelmässigkeiten im Polardiagramm auf.
Könnte also für Deine Anwendung akustisch gesehen durchaus passender sein als das geringer bündelnde 70er.
Ich würd da aber nicht übereilt soviel Geld für ein Richtrohr ausgeben, sondern erst mal das Setup mit dem im Grunde ja schon recht passablen und universellen 600er und besserem Recorder testen, dann ggf. anderes Richtrohr testen, falls möglich auch das kleine Parabolteil testen und dann nach und nach den für Dich passenden Kompromiss aus Praktikabilität und Soundqualität rausfinden.
Der Wechsel vom 600er auf teurere Richtrohre liegt generell eher im Bereich der oberen 5-10%, der bessere Recorder wird vermutlich schon relevanter sein.
Ggf. bringt auch so ein Parabolteil was, auch wenn das kleine Teil von Dodotronic vermutlich nicht annähernd an die Leistung der von Schoeps verwendeten Teils rankommt. Schon bei Kugelkapsel beeindruckende Verstärkung bei Frontalschall!
Bildschirmfoto 2024-04-01 um 23.53.44.png
Das Schoeps Teil wird Dir aber abgesehen vom Preis wohl eh deutlich zu groß sein:
Bildschirmfoto 2024-04-01 um 23.52.45.png
Insgesamt sind Parabolkonstruktionen bei höheren Frequenzen vorn (Vögel, etc.), aber mit den Nachteil, dass noch präziser als bei Richtrohren 'gezielt' werden muss und Dir so bewegte Objekte schnell aus dem akustischen Fokus geraten.
Entscheidender bei sowas ist aber ohnehin eher die Organisation von Ort und Zeit, Kenntnisse und Erfahrung bei der Einschätzung der 'Fluchtdistanz' der jeweiligen Tiere (auch die Art der Annäherung und die 'Tarnung' spielt da eine Rolle), das eigene möglichst umweltgerechte und tiergerechte Verhalten, und:
GEDULD!
Sowie eine relativ ausgeprägte Frustrationstoleranz was die diversen und penetranten Nebengeräusche des Jahr für Jahr ansteigenden lärmigen Münsterländer Fahr- und Flugverkehrs angeht.
Wichtiger als alles Equipment ist es erstmal loszulegen und mit dem was dann jeweils grad vorhanden ist zu arbeiten und Erfahrungen zu sammeln. Schon vor Jahrzehnten wurden tolle Outdoor- und Naturaufnahmen gemacht, mit Equipment, das heute als 'Damit geht es auf keinen Fall' eingestuft wird.
Bei Testbedarf:
Kannst mich hier im Forum über 'private Nachricht' erreichen.
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Swat
Beiträge: 19

Re: Tieraufnahmen mit dem MKE600 + H1 Essential rauschen

Beitrag von Swat »

Frank Glencairn hat geschrieben: Mo 01 Apr, 2024 21:27
mikroguenni hat geschrieben: Mo 01 Apr, 2024 18:22
Ich glaube kaum dass diese Filmer ihre Mikrofone nur als Dekoration drauf haben.


Ich glaube nicht dass @Swat so etwas gesucht hat.
Swat hat ne Lösung gesucht, und die Tonbeispiele, die ich gepostet habe zeigen eine deutliche Überlegenheit der Schüssel.

Ich weiß nicht warum du versuchst gegen ganz offensichtliche Messergebnisse zu argumentieren, und gegen eine Institution die seit 1920 Erfahrung damit hat.

Ob ihm die Schüssel zu umständlich ist, und er sich deshalb mit schlechterer Qualität zufrieden gibt, kann ich nicht für ihn entscheiden, ich hab nur gezeigt wie es klingen kann, wenn man das passende Equipment nimmt.

Und um deine Frage zu beantworten: ich hab keinerlei Einsicht in den Audio Postproduction Workflow dieser Leute, und wie viel von dem Kameraton tatsächlich im fertigen Film landet, deshalb wäre das reine Spekulation

Allerdings weiß ich, daß die meisten Tierfilme massiv aus der Konserve nachvertont werden.
Hallo Frank,

ich finde die Beispiele hilfreich und habe das Thema mit der Schüssel auch weiterhin im Hinterkopf, allerdings werde ich erstmal an einer Lösung über/für das MKE 600 basteln. Dies hat auch erstmal Platzgründe. Ein Richtrohrmikrofon + Recorder bekomme ich aktuell einfach besser transportiert.


Sollte die Soundqualität allerdings mit geändertem Recorder immer noch nicht zufriedenstellend sein, ändert sich meine Meinung vielleicht zum Platzbedarf. :)



Swat
Beiträge: 19

Re: Tieraufnahmen mit dem MKE600 + H1 Essential rauschen

Beitrag von Swat »

Skeptiker hat geschrieben: Mo 01 Apr, 2024 22:43
Swat hat geschrieben: Mo 01 Apr, 2024 20:40
Das Kamera Equipment hatte ich zuerst beim formulieren des Anfangsposts mit drin, hab es dann aber wieder gelöscht, da ich nicht sicher war ob das zum Themenoberbegriff passt.
Vielen Dank für die Angaben zur Ausrüstung. Ziemlich professionelles Minimal-Equipment, in das der Zoom H1 Essential Recorder von Grösse und Gewicht gut hineinpasst, wenn er denn nicht so rauschen würde. Mit dem Sennheiser-Mikrofon bist Du meiner Ansicht nach gut bedient - es ist nicht superduper, aber durchaus universell und in guter Qualität zu gebrauchen (Batterie und Phantomspeisung, passender, optionaler Fellwindschutz und zuschaltbarer (ohne Kugelschreiber oder sonstige Spitzen!) Lowcut bei 100 Hz. Vielleicht mit etwas sanfter Entrauschung im Nachhinein, falls nötig.
Dein Tele 100-500mm (mit APS-C Crop visuell (Bildwinkel) noch zusätzlich "mal 1.6" gerechnet) zeigt mir, dass die Vögel durchaus gross ins Bild gesetzt werden sollen und das Richtmikrofon dazu Sinn ergibt.

Dann will ich mich mit ein paar technischen Angaben revanchieren:
Der Camcorder ist eine Canon XF400 (Modelljahrgang 2017) mit 1-Zoll-Sensor (aktive Sensorbreite ca. 13mm) - nicht mehr erhältlich und erst im Januar gebraucht erworben. Ich bin immer noch am üben! ;-)
Das stabilisierte Objektiv ist ein 15x-Zoom von sehr guter Qualität mit Blendenöffnung 2.8-4.5 von 25.5 bis 382.5mm (Canon-Angabe) - den Weitwinkelbreich finde ich nützlich, der Telebereich könnte weiter sein (bis 500 oder 600mm). Es gibt von Canon einen 1.5x Televorsatz, der mir zu teuer ist; ich habe noch einen alten 1.4x Vorsatz für ein 10x-Zoom aus Canon Hi8-Zeiten, der vom Durchmesser und Anschluss passt und ein ganz gutes Bild bis umgerechnet 535 mm liefert (im WW-Bereich allerdings vignettiert - so, wie Canons aktuelle 1.5x-Version auch).
Die Kamera ist ein herkömmliches 8bit und 4:2:0 Modell, also nichts mit erweiterter Bilddynamik 10 Bit 4:2:2 etc. (ausser extern per HDMI in 422 10Bit HD, und in UHD_25p immerhin mit 8bit 4:2:2). Sie kann in HD oder UHD bis zu 50p aufnehmen, als Zeitlupe in HD auch 100p mit verminderter Bildqualität. Speziell ist der wählbare 4-Kanal-Ton, sehr praktisch die abnehmbare Sonnenblende mit schaltbarem Verschlussdeckel auf/zu.
Verblüffend ist der Unterschied von UHD zu HD: UHD 3840 x 2160 mit 150 Mbit/s H.264 als MP4 ist deutlich besser aufgelöst und schärfer - für Makro ein Muss.

Der motorische Zoom lässt sich sehr fein benutzen (extrem langsam bis sehr schnell) und der Auto Focus ist Canons bewährter Dual Pixel AF, manuell sogar mit Einstellhilfe via grüne Annäherungs-Pfeile am Monitor (nebst zuschaltbarem Peaking). Die Kamera ist sehr kompakt und wiegt komplett 1.65 kg.

Am 8bit-Bild lässt sich auch noch etwas herum'schrauben' - es gibt einen HDR-Modus (mit angeblich 12 Blenden Kontrastumfang, wenn ich mich nicht irre), es gibt sogar einen C-Log Modus und auch ein Menü mit sehr detaillierten Bildparameter-Justierungen für Experten (in das ich mich bisher nicht hineinwage).

Als Stativ habe ich nach "leicht / stabil /schwenkbare Mittelsäule (Zusatz "wackelfrei)" gesucht und bin bei Leofoto gelandet. Kompaktes Carbonstativ (noch hoch genug mit aufgesetztem Videokopf samt Nivellier-Halbschale darunter und evtl. etwas nach oben gezogener Stativ-Mittelsäule) hoher Stabilität bei geringem Gewicht von 1.4 kg (Tragkraft ungeschwenkt bis 10 kg, geschwenkt bis ca. 6 kg) und Packmass von nur 50cm (Beine 4-teilig). Mindesthöhe 14 cm über Grund mit ganz ausgebreiteten Stativbeinen, aber mit gekippter Mittelsäule (sie ist auch umgekehrt montierbar) fast beliebig einstellbar (für Makro).
Als Stativkopf dient ein recht leichter, einfacher aber guter Manfrotto Fluidkopf Typ 500. Hier könnte ich einen besseren Kopf (mit Counterbalance und Friktions-Einstellung) in Erwägung ziehen, der dann aber deutlich schwerer ist. Vielleicht tut's der Manfrotto auch - im stärkeren Makrobereich vielleicht nicht mehr fein genug - mal sehen!). Eine zusätzliche, preiswerte, aber gute und recht leichte Andoer aka Mengs Nivellierhalbkugel (60cm-Basis) ist auch schon da (im Stativkopf nicht eingebaut - es gibt grundsätzlich 2 Arten/Ausführungen: a) für flache Stativauflagen, auch mit Mittelsäule, b) für typische Videostative ohne Mittelsäule mit oben runder Halterung/Öffnung für die Nivellier-Halbkugel mit Einstell-Griff, der nach nach unten zeigt).

Mikrofon wie erwähnt nun auch ein MKE 600 mit Fellwindschutz (und auch mit 2x Rodes 48V auf 4V oder 5Volt Plugin-Power-Adaptern für Lavalier-Mics).

Dann ein Atomos Ninja 5, seit kurzem auf dem neusten Software-Stand mit ProRes, ProRes RAW, Avid Codecs für HD und UHD, und auch H.265 als MP4. Ich muss alles noch näher ausprobieren!

Fazit: Mit Deiner Telezoom(rund 1.5 kg ohne 'Tarnmantel')-Ausrüstung kommt Du näher heran als ich mit Camcorder ohne Televorsatz, Dein max. 180(!) cm hohes Alu-Stativ ist mit fast 3.3 kg (allerdings inkl. Videokopf samt Nivellier-Halbschale!) recht schwer und mit 82 cm Packmass recht lang (da gäbe es noch Reduktionspotenzial), Deine Kamera ist eine (mit komplett ca. 600g recht leichte) gut bewertete APS-C Cam mit 32 Megapixeln (weitere Details müsste ich nachsehen) - jetzt fehlt also nur noch ein rauscharmer Audiorekorder fürs recht rauscharme Mikrofon (79dB mit P48-Spannung, mit AA-Batterie 78dB) - da hast Du ja bereits einen Zoom Minirekorder F3 mit wiederum 32 Bit Float Recording, aber auch sehr rauscharmen Vorverstärkern ins Auge gefasst.
Hoffentlich klappt's damit! ;-)


Anhang:
Als ich an Ostern beim Öffnen des Fensters zufällig auf einen roten Punkt stiess, der sich recht hektisch über den steinernen, von der Sonne erwärmten Fenstervorsprung bewegte (im Bild ist sie allerdings bereits auf das Alubord geklettert, das sich nach aussen direkt an den Fensterrahmen anschliesst), war mir sofort klar, dass es sich um eine rote Samtmilbe handelte, wie ich sie bereits zu frühen Jugendzeiten erstaunt beobachtete und die Manfred52 vielleicht hier und sicher bei Videoaktiv und auf seinem Videokanal mal filmisch vorgestellt hat (vor ca. 5 Jahren):

Jäger im roten Samtmantel - emka videokanal


Jetzt sah ich also unverhofft so ein Exemplar (mit 2 mm etwas grösser als die sonstigen, etwa 1 mm grossen, roten, wandelnden "Pünktchen") und musste sofort an meine Videopläne denken:
Die Kamera war auf dem Stativ, verkabelt, ohne Makrovorsatzlinse, mit dem falschem Adapterring für den Televorsatz, ohne Akku, weil der sich anscheinend auch bei Stillstand über Nacht entleert - aber es galt: Jetzt oder nie!

Nachdem ich endlich so weit war, war die Milbe verschwunden. Doch halt - was war da dicht am Fensterrand in seitlicher Flach-Ansicht: Ein roter Samtmantel! ;-)
Kamera in unbequemer, instabiler Stellung angeworfen (Fenster war nicht richtig zugänglich fürs Herauslehnen mit Kamera), weggezoomt, um das kostbare Stück Natur auf dem ausgeklappten Monitor zu sichten, gelungen, wieder ganz herangezoomt, das Bild wackelt wie bei Sturmstärke auf dem Wasser - egal, jetzt bloss nicht aufgeben, einfach im Blick behalten und verfolgen.
Ich würde das total verwackelte Ergebnis dieser "Ostermilben"-Filmerei hier gerne als abschreckendes Beispiel präsentieren, aber slashCAM erlaubt mir leider keinen Upload einer etwas über 6 MB grossen, gezippten MP4-Datei, obwohl ich da nach Klicken auf "Dateianhänge" so etwas lese wie "Maxmiale Grösse des Datei-Anhangs 50 MiB - das sind rund 50 MB! Ein Missverständnis oder ein längst ungültiger, aber nie gelöschter Hinweis im Zeitalter von YouTube-Links statt Upload-Files?

Wie auch immer - das komplett verwackelte Video in HD (leider nicht UHD) wurde anschliessend in ProDrenalin 2 (iMac / Windows) stabilisiert, als ProRes exportiert, in Shutter Encoder (iMac / macOS ) gecroppt (= effektiv kleiner gemacht rundherum (Video-Abmessungen! -> kein Crop plus Auto-Zoom mit Schärfeverlust) plus etwas heller und schärfer und dann wiederum als ProRes exportiert) und schliesslich noch nach H.264 bzw. H.265 umgerechnet.

Was lief alles falsch bei der Aufnahme?

1. In der Hektik keine Zeit für irgendwelche Kamera-Voreinstellungen
2. Blende fix ganz offen (das Bild trotzdem zu dunkel - Belichtungsautomatik abgeschaltet) - schlecht für die Makro-Schärfentiefe, sowie auch Bildkontrast und -schärfe
3. Kein zusätzliches Licht
4. Kein UHD - für Makro Pflicht, da deutlich schärfer
5- Autofokus nicht abgeschaltet - der könnte in diesem Fall mit instabiler Freihand-Kamera evtl. gleich viel genützt wie geschadet haben
6. Da Kamera auf dem Stativ war, Stabilisator (im Menü aktivierbar oder auf Zusatztaste gelegt) zunächst nicht aktiv
7. Irgendeine Kamera-Abstützung unverzichtbar für einen Abbildungsmaßstab noch unter, aber schon nahe 1:1 (natürliche Grösse auf dem Sensor).

Als Ersatz hier wenigstens 4 Bilder (Screenshots) als Beilage - leider etwas zu dunkel und zu wenig aufgelöst, aber immerhin!
Dein Ansatz mit einem Camcorder finde ich sehr interessant. Ich fand die Camcorder zum filmen von Tieren auch interessant, allerdings bieten die ja keine automatische Erkennung von Tieren an. Was die Arbeit definitiv vereinfacht. Ein Motorzoom wäre fein, vielleicht kommt ja da irgendwann mal etwas von canon im telebereich. Ein RF 24-105 f2.8 z gibt es ja jetzt schon. Mit der Farbabtastung und den Bit habe ich mich noch gar nicht so genau beschäftigt. Kommt noch. UHD und FullHD mit den Framerates und Codecs mit Verschlusszeit war erstmal wichtiger.
Das manuelle fokussieren kann ich mir aktuell nur bei größeren Tieren vorstellen. Bei Vögeln bekomme ich da die Krise(unscharf oder schaffe es nicht nachzuführen bei Bewegung), mag mir gar nicht vorstellen Makro zu filmen, bei der geringen Schärfentiefe! Das RF 100-500 hat aber auch nur einen kleinen Fokusring.

In deiner genannten Situation hätte ich vermutlich deutlich schlechtere Ergebnisse abgeliefert!

Besser ein Bild haben, als gar keins!

Nach reiflicher Überlegung und Beratung habe ich mir jetzt den Zoom F3 bestellt.

Werde natürlich nach Erhalt hier berichten. :)



Swat
Beiträge: 19

Re: Tieraufnahmen mit dem MKE600 + H1 Essential rauschen

Beitrag von Swat »

Blackbox hat geschrieben: Di 02 Apr, 2024 00:13 Generell scheint mir die hier schon zweimal als Tipp gegebene kleine Stereo-Parabol Lösung für Deinen Bedarf wirklich einen Versuch wert zu sein.
Dem Datenblatt nach scheinen da die in der Fieldrecordingszene gern benutzten EM-172 bzw. EM-272 Kapseln verbaut zu sein, was durchaus positiv ist.
Mono wäre zwar eigentlich sinnvoller, aber das lässt sich ja ggf. in der Post anpassen.

Und wie gesagt, kannst Dir gern mal das ein oder andere Richtrohr ausleihen, oder wir treffen uns mal auf halbem Weg (Baumberge oder die Minihügel-Landschaft bei Rorup/Darup, ...), bin da eh öfter mal mit den Rennrad unterwegs, dann lassen sich die Mikros auch gleich mit F6 oder F8 vor Ort testen (hab auch ein 'Gepäck Rennrad')
Da ginge ja vielleicht auch ein 'Shoot-out' mit div. Richtrohren (könnte bei Bedarf ein MHK-70, MKH-416, ME-66 und Bayer MC-736 mitbringen), vs. Miniparabol.
Bei Bedarf auch kleiner Test mit DIY Atmo Stereo Mic. oder DIY 4.0.1 Surroundmic., was aber 5 Kanäle braucht.

Wenn so ein Parabolteil - oder ein Richtrohr - ausreichend gut funktioniert, würd ich mir an Deiner Stelle ggf. überlegen auf 3-4 Kanälen auszunehmen, die Geräte hast Du ja (bald) dafür:
- 1x akustisch möglichst 'nah' ans Tier ran (mono wär da üblich und sinnvoll)
- 2Ch. für Atmo vor Ort
Lässt sich dann hinterher recht gut und flexibel abmischen.
Für's Atmo Setup reichen vermutlich auch die Kameraeingänge aus.
Was Deine Frage nach MKh70 vs. mkh-8070 angeht:
nein, ist kein direkter Nachfolger.
Das 70er ist recht speziell in der mkh-Linie, da es (erstaunlicherweise) insgesamt trotz der Länge ein relativ kleines Bündelungsmaß hat, aber dafür einen ungewählich gleichmäßigen off-axis Verlauf aufweist, also zB.ohne den Notch bei ca. 120/130 Grad, wie er sonst üblich ist.
Dadurch minimiert sich die Verfärbung bei bewegten Objekten oder bei bewegtem Mikro ganz erheblich. Daher auch ideal als Stützmikro bei Theateraufnahmen, usw.
Das mkh8070 hatt ich noch nie in der Hand, aber laut Datenblatt bündelt es insgesamt stärker, weist aber die für Richtrohre typischen Untregelmässigkeiten im Polardiagramm auf.
Könnte also für Deine Anwendung akustisch gesehen durchaus passender sein als das geringer bündelnde 70er.
Ich würd da aber nicht übereilt soviel Geld für ein Richtrohr ausgeben, sondern erst mal das Setup mit dem im Grunde ja schon recht passablen und universellen 600er und besserem Recorder testen, dann ggf. anderes Richtrohr testen, falls möglich auch das kleine Parabolteil testen und dann nach und nach den für Dich passenden Kompromiss aus Praktikabilität und Soundqualität rausfinden.
Der Wechsel vom 600er auf teurere Richtrohre liegt generell eher im Bereich der oberen 5-10%, der bessere Recorder wird vermutlich schon relevanter sein.
Ggf. bringt auch so ein Parabolteil was, auch wenn das kleine Teil von Dodotronic vermutlich nicht annähernd an die Leistung der von Schoeps verwendeten Teils rankommt. Schon bei Kugelkapsel beeindruckende Verstärkung bei Frontalschall!
Bildschirmfoto 2024-04-01 um 23.53.44.png
Das Schoeps Teil wird Dir aber abgesehen vom Preis wohl eh deutlich zu groß sein:
Bildschirmfoto 2024-04-01 um 23.52.45.png
Insgesamt sind Parabolkonstruktionen bei höheren Frequenzen vorn (Vögel, etc.), aber mit den Nachteil, dass noch präziser als bei Richtrohren 'gezielt' werden muss und Dir so bewegte Objekte schnell aus dem akustischen Fokus geraten.
Entscheidender bei sowas ist aber ohnehin eher die Organisation von Ort und Zeit, Kenntnisse und Erfahrung bei der Einschätzung der 'Fluchtdistanz' der jeweiligen Tiere (auch die Art der Annäherung und die 'Tarnung' spielt da eine Rolle), das eigene möglichst umweltgerechte und tiergerechte Verhalten, und:
GEDULD!
Sowie eine relativ ausgeprägte Frustrationstoleranz was die diversen und penetranten Nebengeräusche des Jahr für Jahr ansteigenden lärmigen Münsterländer Fahr- und Flugverkehrs angeht.
Wichtiger als alles Equipment ist es erstmal loszulegen und mit dem was dann jeweils grad vorhanden ist zu arbeiten und Erfahrungen zu sammeln. Schon vor Jahrzehnten wurden tolle Outdoor- und Naturaufnahmen gemacht, mit Equipment, das heute als 'Damit geht es auf keinen Fall' eingestuft wird.
Bei Testbedarf:
Kannst mich hier im Forum über 'private Nachricht' erreichen.
Vielen Dank für deine Erläuterungen zu den Mikrofonen. Die Schüssel bzw. Parabollösung habe ich noch im Hinterkopf, aber erst mal möchte ich jetzt mein MKE 600 ausreizen bzw. ausprobieren. Alleine schon um alles im Rucksack unter zu bekommen. Den Zoom F3 habe ich jetzt bestellt und bin gespannt. Werde natürlich berichten. :) Bei Bedarf würde ich mich auch melden. Aber erst mal alles ausprobieren und rumtüfteln. Das macht ja auch immer Spaß. Am einlesen in die Technik bin ich ja nebenbei auch noch immer.



Skeptiker
Beiträge: 5941

Re: Tieraufnahmen mit dem MKE600 + H1 Essential rauschen

Beitrag von Skeptiker »

Swat hat geschrieben: Di 02 Apr, 2024 22:35
Skeptiker hat geschrieben: Mo 01 Apr, 2024 22:43
... Camcorder ...
....
....
Dein Ansatz mit einem Camcorder finde ich sehr interessant. Ich fand die Camcorder zum filmen von Tieren auch interessant, allerdings bieten die ja keine automatische Erkennung von Tieren an. Was die Arbeit definitiv vereinfacht. Ein Motorzoom wäre fein, vielleicht kommt ja da irgendwann mal etwas von canon im telebereich. Ein RF 24-105 f2.8 z gibt es ja jetzt schon. Mit der Farbabtastung und den Bit habe ich mich noch gar nicht so genau beschäftigt. Kommt noch. UHD und FullHD mit den Framerates und Codecs mit Verschlusszeit war erstmal wichtiger.
Das manuelle fokussieren kann ich mir aktuell nur bei größeren Tieren vorstellen. Bei Vögeln bekomme ich da die Krise(unscharf oder schaffe es nicht nachzuführen bei Bewegung), mag mir gar nicht vorstellen Makro zu filmen, bei der geringen Schärfentiefe! Das RF 100-500 hat aber auch nur einen kleinen Fokusring.

In deiner genannten Situation hätte ich vermutlich deutlich schlechtere Ergebnisse abgeliefert!

Besser ein Bild haben, als gar keins!

Nach reiflicher Überlegung und Beratung habe ich mir jetzt den Zoom F3 bestellt.

Werde natürlich nach Erhalt hier berichten. :)
Ich bin eher spontan darauf gekommen. Aber davor gab's eine gewisse Ernüchterung darüber, dass mit all den tollen Wechseloptik-Spiegellosen von MFT über APS-C bis FF kein motorisches Zoomen angeboten wird (und falls doch vereinzelt, dann eher ungenügend in der Handhabung) oder ein manuelles, aber motorisches Schärfe'ziehen' (für Nicht-Profis ohne persönlichen 'Focus Puller').
Was auch fehlt, ist eine praxistaugliche und funktionell durchdachte, einigermassen vielseitige Fernbedienung für den Stativarm, die man wenigstens für Camcorder mit LANC-Anschluss noch finden kann (evtl. nur noch gebraucht), wenn man lange genug Ausschau hält.
Der Preis dafür (Camcorder statt spiegellose Systemkamera) ist in meinem Fall der 1-Zoll-Sensor (mit seinen Vor- und Nachteilen) und die beschränkte Farbtiefe (Canon-spezifisch in dieser Preisklasse, z. B. Panasonic ist da mit seinem Camcorder-Angebot deutlich grosszügiger mit Bits (10 statt 8) und 'Color Sampling' (4:2:0 & Co mit 'Co' =mehr) und dementsprechenden Nachbearbeitungsmöglichkeiten (aka 'Grading').

Ich sehe das Ganze auch als Experiment (wobei - oft zitiert - der Weg hier bereits ein Ziel ist, weil ich unterwegs schon schlauer werde (hoffentlich, .. ganz unabhängig vom Ergebnis)), wie weit ich mit dem Ansatz komme und ob er den eigenen Ansprüchen ans Bild letztlich genügt. Die ganze Technik und Schlepperei für den Einzel-Filmer mal beiseite! ;-) Ich bin also selbst gespannt und freue mich darauf.
Swat hat geschrieben: Di 02 Apr, 2024 22:35 ... Besser ein Bild haben, als gar keins! ...
Das sehe ich auch so - insbesondere was die Naturfilmerei mit flüchtigen Akteuren betrifft, ob nun klein oder gross .. und ob dabei der Kamera-Autofokus hilft (eine Gesichtserkennung und damit auch eine gewisse Objekt-Verfolgung (Tracking) ist immerhin eingebaut), muss ich selbst noch testen (Vögel im Flug wären wohl die Probe aufs Exempel, sowohl für Stativkopf als auch AF und nicht zuletzt die Reaktionsfähigkeit des Filmers)!
Swat hat geschrieben: Di 02 Apr, 2024 22:35 Nach reiflicher Überlegung und Beratung habe ich mir jetzt den Zoom F3 bestellt.
...
Vermutlich eine vernünftige Entscheidung angesichts der Grösse des bezahlbaren Geräts und der guten technischen Daten (SNR). Die Praxisbewährung steht natürlich noch aus (und ein Rückgaberecht hast Du vermutlich auch).
Swat hat geschrieben: Di 02 Apr, 2024 22:35 Werde natürlich nach Erhalt hier berichten. :)
Gerne - wünsche viel Erfolg!



Swat
Beiträge: 19

Re: Tieraufnahmen mit dem MKE600 + H1 Essential rauschen

Beitrag von Swat »

Also der Zoom F3 ist angekommen, vom ersten Hörvergleich rauscht dieser deutlich weniger.
Ausführlichen Test kann ich aber erst am Wochenende machen. Dann werde ich mal gleiche Bedingungen schaffen. Aktuell habe ich den Eindruck, dass der Zoom F3 etwas leiser aufnimmt. Aber das mag durchaus subjektives Empfinden sein. Habe das heute Abend nur ganz kurz getestet mit dem MKE 600.

Bisschen Zubehör war auch noch dabei:

2 Stück XLR 3 Polig Stecker auf 3,5mm Buchse Audio Adapter 3,5mm Buchse auf XLR Stecker Mikrofon Adapter
--> Um an den Zoom F3 ein MKE 200 anzuschließen

2 Stück CORDIAL Kabel micro XLR 50 cm Kabel MICROPHONE Essentials symmetrisch Rean
--> Für das MKE600
Bin für Vorschläge für super hochwertige Kabel offen! Brauche ja auch nur sehr kurze Kabel von 50 cm bis maximal 100 cm.

Habe mir vorgenommen den Zoom F3 und den Zoom H1 essential jeweils mit einem MKE200 anzuschließen. Von dem MKE 200 habe ich nämlich zwei Stück. Also sollte das Ergebnis ja vergleichbar sein. Hoffe der 3,5 mm Adapter ist qualitativ hochwertig genug vom großen Fluss. :)



Skeptiker
Beiträge: 5941

Re: Tieraufnahmen mit dem MKE600 + H1 Essential rauschen

Beitrag von Skeptiker »

Swat hat geschrieben: Do 04 Apr, 2024 21:09 ...
Bisschen Zubehör war auch noch dabei:

2 Stück XLR 3 Polig Stecker auf 3,5mm Buchse Audio Adapter 3,5mm Buchse auf XLR Stecker Mikrofon Adapter
--> Um an den Zoom F3 ein MKE 200 anzuschließen
Das MKE 200 benötigt ja Plugin-Power (keine Batteriefach vorhanden). Die müsste der Adapter dann aus den 48 Volt Phantomspeisung des F3 (oder 24V oder 12V, je nachdem, was der F3 anbietet) generieren und liefern. Laut Sennheiser verträgt das MKE 200 max. 10 Volt, eher gebräuchlich sind max. 5 Volt.

Swat hat geschrieben: Do 04 Apr, 2024 21:092 Stück CORDIAL Kabel micro XLR 50 cm Kabel MICROPHONE Essentials symmetrisch Rean
--> Für das MKE600
Bin für Vorschläge für super hochwertige Kabel offen! Brauche ja auch nur sehr kurze Kabel von 50 cm bis maximal 100 cm.
Weiss nicht, ob es bei so kurzen, symmetrischen Kabeln auf die Kupfer-Zusammensetzung etc. ankommt. Vielleicht eher auf die Robustheit der Kabel und der Ansatzstelle von Stecker zu Kabel.
Ich achte gewöhnlich darauf, Kabel mit Neutrik-Steckern zu kaufen.



mikroguenni
Beiträge: 217

Re: Tieraufnahmen mit dem MKE600 + H1 Essential rauschen

Beitrag von mikroguenni »

Swat hat geschrieben: Do 04 Apr, 2024 21:09 Also der Zoom F3 ist angekommen, vom ersten Hörvergleich rauscht dieser deutlich weniger.
:....
2 Stück CORDIAL Kabel micro XLR 50 cm Kabel MICROPHONE Essentials symmetrisch Rean
--> Für das MKE600
Bin für Vorschläge für super hochwertige Kabel offen! Brauche ja auch nur sehr kurze Kabel von 50 cm bis maximal 100 cm.
...
Das ist ja schon mal erfreulich!
...
"Super hochwertige Kabel" brauchst du nicht. Normale vernünftige Kabel genügen vollauf.

Neutrik Stecker sind wichtig, Rean ist Neutrik. Kabel bekommst du im Musikalien Fachhandel. Gibt es bei dir ein Musikfachgeschäft?

Wenn du lieber bestellst ist das erwähnte Cordial Kabel absolut ok..

48V Phantomspannung ist NICHT plugin Power.



Blackbox
Beiträge: 448

Re: Tieraufnahmen mit dem MKE600 + H1 Essential rauschen

Beitrag von Blackbox »

Voodo-Kabel sind da (wie überall) nicht notwendig, besser gemütlich in die Eisdiele gehen.
Was die 48V angeht:
Da lässt sich mit relativ wenig Bauteilen selbst ein Adapter herstellen, aber ansonsten gibt's natürlich auch passende käufliche Lösungen.
Habe selbst einige Teile von Rode (VXLR+)
https://www.thomann.de/de/rode_vxlr_416774.htm
Funktionieren gut und zuverlässig.
Die Teile wandeln die 48V Phantompower um in 5V PlugIn power und bieten den Vorteil, dass von REcorder bis Adapter auch längere Kabelstrecken problemlos möglich sind, da eine quasi-symmetrische Signalübertragung stattfindet. Also bei längeren Kabeln den Adapter nicht direkt am Recorder anschliessen, sondern am Ende der XLR Kabelstrecke und den unsymmetrischen Teil (Kabel mit kleiner Klinke) möglichst kurz (ca.<1,5m) halten.
Vorteil von zusätzlicher PlugIn Power durch Adapter am F3 ist auch, dass sich für's Fieldrecording kleine electret-Kapseln anschliessen lassen. Mittlerweile sind einige Typen der 10mm Kapseln zum Quasi-Standard beim kompakten fieldrecordng geworden. Braucht ein wenig Lötarbeit, ist aber auch von Laien relativ leicht zu schaffen, sofern ein Lötkolben und keine 2 linken Hände vorhanden sind. Käufliche Lavaliers gehen auch, rauschen aber i.d.R. sehr viel stärker.
Da ist DIY (zudem sehr preisgünstig) den aktuellen Kauflösungen überlegen.
Für einen Vergleich der beiden Recorder braucht Du idealerweise ein Referenzsignal, das Du im Rechner dann auf gleichen Pegel bringst.
(zB Handy mit 1khz-Ton in exakt gleichem Abstand zu Mikros).
Alternativ kannst Du auch je 1 Mikro auf je einen Recorder geben und stellst die Mikros direkt nebeneinander auf.



Swat
Beiträge: 19

Re: Tieraufnahmen mit dem MKE600 + H1 Essential rauschen

Beitrag von Swat »

Entschuldigt die verspätete Antwort.

Ich hatte jetzt etwas Zeit das MKE600 mit dem Zoom F3 zu testen. Das Mikrofon liefert jetzt hochwertige(re) Aufnahmen und das Grundrauschen ist reduziert und jetzt akzeptabel. Leider sind immer noch relativ viele Störgeräusche aufgrund des Mikrofons, aber vor allen Dingen auch aufgrund des Umgebungslärms vorhanden. Da werde ich mich anscheinend noch nach geeigneten Orten umsehen müssen und ggf. Langzeitaufnahmen anfertigen müssen. Auch in der Nachbearbeitung der Aufnahmen muss ich mich noch einlesen bzw. lernen.

Das MKE200 habe ich mit XLR auf 3,5 zum laufen bringen können. Trotz zuviel Volt :D Habe ich aber noch nicht allzu oft gemacht. Kann anscheinend im Menü nur Phantomspeisung 24V und 12V oder gar keine Auswählen. Beim Parallelbetrieb lässt sich das nicht differenziert auswählen mit MKE600 und MKE200. Dadurch wird ja zuviel Volt, abgegeben, aber es klappt trotzdem.

Vielen Dank für eure Hilfe! Ich werde bestimmt noch die ein oder andere Frage haben in naher Zunkunft :)



Skeptiker
Beiträge: 5941

Re: Tieraufnahmen mit dem MKE600 + H1 Essential rauschen

Beitrag von Skeptiker »

Swat hat geschrieben: Mi 17 Apr, 2024 19:46 ...
Das MKE200 habe ich mit XLR auf 3,5 zum laufen bringen können. Trotz zuviel Volt :D Habe ich aber noch nicht allzu oft gemacht. Kann anscheinend im Menü nur Phantomspeisung 24V und 12V oder gar keine Auswählen. Beim Parallelbetrieb lässt sich das nicht differenziert auswählen mit MKE600 und MKE200. Dadurch wird ja zuviel Volt, abgegeben, aber es klappt trotzdem. ...
Hallo Swat,

Vielleicht reduziert Dein XLR auf 3.5mm Stereoklinken(bzw. 2x mono)-Kabel die XLR-Spannung (ich nehme an, Du wählst dann 12 Volt am Zoom F3).
Wenn Du sicher sein willst, dass keine Überspannung kommt fürs MKE200, empfiehlt es sich, so einen Adapter mit Spannungsreduktion anzuschliessen, wie ihn Backbox bereits verlinkt hat:
Rode VXLR+
https://www.thomann.de/de/rode_vxlr_416774.htm

Der reduziert die XLR Phantom-Spannung des Rekorders von 12-48V auf 3-5V Plugin Power für den 3.5mm Streoklinken-Out zum MKE200.

Dann könntest Du ohne diesen Adapter am anderen XLR-Out des Zoom F3 immer noch das MKE600 mit 24V versorgen (falls sich beim Rekorder die Phantomspeisung nicht für XLR-1 und XLR-2 Out getrennt einstellen lässt - also 24V fürs MKE600 (oder läuft das auch mit 12 Volt?) und 12Volt (plus den Rode Adapter) fürs MKE200).

Es lohnt sich evtl. auch, das MKE600 mal mit eingelegter 1.5V Batterie (AA) auszuprobieren (und damit auch probeweise direkt in den Kamera-Klinken-In zu gehen, wenn es am Zoom F3 mangels 3.5mm-Eingang nicht geht), um zu testen, ob das etwas am Rauschverhalten ändert.
Ich habe eine seltsame Erfahrung gemacht mit einem älteren Tascam Rekorder namens DR-680 (Version 1): Per XLR mit 48V Phantom angeschlossen, rauscht die Aufnahme mit MKE600 stark, mit 1.5V-Batterie als Mikrofon-Spannung nicht. Der Rekorder war dabei nicht am Netzstrom angeschlossen, sondern wurde per externem Akku mit 12 Volt versorgt.
Bisher rätselhaft, warum das so ist (evtl. Rekorder-Eigenheit? Vielleicht passen Mic-Out und Rec-In einfach nicht zusammen!?), aber gut zu wissen, dass es so sein kann.
Im Batteriebetrieb an einen Olympus LS-5 Audiorekorder angeschlossen via Klinken-Mic-In / Stufe 'High Level' (aber nur wenig ausgesteuert auf max. 3/10), klingt das MKE600 praktisch rauschfrei(!) wirklich ausgezeichnet (Sprache).

Swat hat geschrieben: Mi 17 Apr, 2024 19:46 ... Leider sind immer noch relativ viele Störgeräusche aufgrund des Mikrofons, aber vor allen Dingen auch aufgrund des Umgebungslärms vorhanden. ...
Meinst Du mit "Störgeräusche aufgrund des Mikrofons", dass es Handling-Geräusche an der Kamera aufnimmt oder Geräusche vom AF des Objektivs? Oder piepst da irgendetwas in der Aufnahme, was nicht da sein sollte?



soulbrother
Beiträge: 389

Re: Tieraufnahmen mit dem MKE600 + H1 Essential rauschen

Beitrag von soulbrother »

Seid Ihr sicher, dass das MKE600 mit so geringer Phantomspannung wirklich gut sein kann - in Punkto Rauschen?
Soweit ich mein 600er kenne, soll das mit 48V (ODER nur interne Batterie) betrieben werden...



Skeptiker
Beiträge: 5941

Re: Tieraufnahmen mit dem MKE600 + H1 Essential rauschen

Beitrag von Skeptiker »

soulbrother hat geschrieben: Do 18 Apr, 2024 12:30 Seid Ihr sicher, dass das MKE600 mit so geringer Phantomspannung wirklich gut sein kann - in Punkto Rauschen?
Soweit ich mein 600er kenne, soll das mit 48V (ODER nur interne Batterie) betrieben werden...
Stimmt, Sennheiser gibt fürs MKE600 nur 48 Volt (+/- 4Volt) an - ich habe es auch nur so getestet. Und daneben eben mit eingelegter Batterie ohne die 48V-Phantomspeisung.
Besser, vor dem nächsten Versuch mit dem MKE200 mal messen (Voltmeter), was da für eine Spannung an der 3.5mm-Seite des XLR-auf Minklinke-Kabels anliegt, wenn 48V Phantomspannung am Zoom F3 aktiviert sind (optional sind am F3 auch 24V möglich). Das MKE200 verträgt nach Datenblatt max. 10 Volt Plugin-Power am Miniklinken-Anschluss.



Blackbox
Beiträge: 448

Re: Tieraufnahmen mit dem MKE600 + H1 Essential rauschen

Beitrag von Blackbox »

Schön, dass es jetzt schon besser klingt!
Ja, das Richtrohr braucht 48V, das kleine 200er sollte auf keinen Fall deutlich oberhalb der Spezifikation betrieben werden.
Die meisten electret Kapseln vertragen zwar bis 10V, aber das ist weder ratsam, noch bringt das Vorteile (außer evtl leicht gesteigertem SPL max).
F3 liefert soweit ich weiss keine 24V/12V, sondern die 'normalen' 48V/24V. Insofern kannst Du froh sein, wenn das 200er die Überspannung überstanden hat ohne dass Bauteile bereits Schaden genommen haben.
Oder hast Du da schon, ohne das zu realisieren, nen passenden XLR zu 3,5mm Adapter (Rode oder Boya, etc.) zwischengesteckt? Irgendwie musst Du ja von Miniklinke auf den XLR Eingang gekommen sein.
Falls ja: einfach den F3 auf 48V laufen lassen, der Adapter besorgt dann die richtige Spannung von ca. 5V.
(Nachmessen kann nie schaden, einfache Multimeter gibts schon für sehr wenig Geld, und so'n Teil hilft auch ungemein zB beim Überprüfung von evtl. defekten Kabeln, etc.)
Unterspannung mit nur 24V für das 600er wird vermutlich auch funktionieren, ist nicht schädlich, verschlechtert dann aber vermutlich die Spezifikationen.



mikroguenni
Beiträge: 217

Re: Tieraufnahmen mit dem MKE600 + H1 Essential rauschen

Beitrag von mikroguenni »

soulbrother hat geschrieben: Do 18 Apr, 2024 12:30 Seid Ihr sicher, dass das MKE600 mit so geringer Phantomspannung wirklich gut sein kann - in Punkto Rauschen?
Soweit ich mein 600er kenne, soll das mit 48V (ODER nur interne Batterie) betrieben werden...
Bei Batteriespeisung läuft das MKE600 intern mit 4.5V Versorgungsspannung, bei Phantom 48V intern mit ca 15V.

Bei 4.5V intern beträgt das Rauschen 16 dB, bei 15V intern sind es 15 dB.
Bei 24V Phantom wird die interne Versorgungsspannung dazwischen liegen, vielleicht bei 10V. Das Rauschen ist dann zwischen 15 und 16 dB.

Sennheiser gibt die Daten bei 48V an weil 48V der Normwert ist.
Die technischen Daten deines Elektroherdes gelten auch nur für 230V obwohl der Herd auch mit 180V warm werden wird.



soulbrother
Beiträge: 389

Re: Tieraufnahmen mit dem MKE600 + H1 Essential rauschen

Beitrag von soulbrother »

mikroguenni hat geschrieben: Sa 20 Apr, 2024 12:08
Bei Batteriespeisung läuft das MKE600 intern mit 4.5V Versorgungsspannung, bei Phantom 48V intern mit ca 15V.

Bei 4.5V intern beträgt das Rauschen 16 dB, bei 15V intern sind es 15 dB.
Bei 24V Phantom wird die interne Versorgungsspannung dazwischen liegen, vielleicht bei 10V. Das Rauschen ist dann zwischen 15 und 16 dB.
Klingt zwar plausibel und ein ernstgemeintes danke für diese Zahlen, das würde ich aber trotzdem ohne "Gegencheck" nicht unbedingt unterschreiben...



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