srone
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Re: Wie würdet Ihr diese Interviewaufnahmen nachträglich bearbeiten?

Beitrag von srone » Sa 25 Jan, 2020 23:24

ich finde es eine spannende diskussion, ist man der "rechte" helfershelfer wenn man seinen job macht und/oder eben einer von vielen, die es sowieso machen würden um ihre miete zu zahlen.

würde man es, wenn man es nicht mag, absichtlich schlecht machen?
oder eben doch als kameramann gut?

lg

srone
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Zuletzt geändert von srone am Sa 25 Jan, 2020 23:27, insgesamt 1-mal geändert.




cantsin
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Re: Wie würdet Ihr diese Interviewaufnahmen nachträglich bearbeiten?

Beitrag von cantsin » Sa 25 Jan, 2020 23:26

Starshine Pictures hat geschrieben:
Sa 25 Jan, 2020 22:45
Aber sollte man Menschen auf Grund ihrer Perspektive vom öffentlichen Diskurs ausschliessen? Kann man das überhaupt? Ich bin mir sicher dass ein Ausschluss nur zum Erstarken führt. Zudem würde mich mal interessieren was denn die „Rechten“ aus Sicht der Linken (also alles was rechts der SPD im Bundestag sitzt) so böses vorhaben? Was ist denn mit menschenfeindlich gemeint? Holen die beim Wahlgewinn die Knarren raus und mähen alles menschliche um? Oder wollen die alle Menschen versklaven und ins Kohlebergwerk stecken? Wollen die die Wahlen abschaffen? (die sowieso nur Show sind)
Wir reden hier im Fall von Kubitschek & Co. von Leuten, die nicht einfach rechts von der SPD sind, sondern rechts von CDU, CSU, der Bernd-Lucke-AfD und sogar noch der Gauland/Meuthen-AfD. Leute, die tatsächlich bei Wahlgewinn die Knarren rausholen, Menschen in Lager stecken werden und Wahlen abschaffen.

Für solche Leute gab es mal von Rechtskonservativen wie u.a. Franz-Strauss deutliche Bezeichnungen: „Rechts von der CSU darf es keine demokratisch legitimierte Partei geben“ - gemünzt war der Spruch, 1987, auf die "Republikaner", die ideologischen 1:1-Vorgänger der heutigen AfD. Und es waren Rechtskonservative, die den Begriff der wehrhaften Demokratie hochgehalten haben.

Die Bundesrepublik Deutschland ist laut Verfassungsgericht eine wehrhafte Demokratie. Deswegen ist die Antwort eindeutig: Für Leute wie Kubitschek, "Identitäre", "Pegida" ist kein Platz im öffentlichen Diskurs, gibt es keine Stellen im öffentlichen Dienst - genauso wie am anderen Ende des Spektrums z.B. für Maoisten und Stalinisten. Wobei sich das ja mittlerweile kurzgeschlossen hat, da die "Neue Rechte" offen mit Putin-Russland sympathisiert und faschistische Kreml-Ideologen wie Aleskandr Dugin als ihre Vordenker verwendet.




dienstag_01
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Re: Wie würdet Ihr diese Interviewaufnahmen nachträglich bearbeiten?

Beitrag von dienstag_01 » Sa 25 Jan, 2020 23:31

cantsin hat geschrieben:
Sa 25 Jan, 2020 23:26
Starshine Pictures hat geschrieben:
Sa 25 Jan, 2020 22:45
Aber sollte man Menschen auf Grund ihrer Perspektive vom öffentlichen Diskurs ausschliessen? Kann man das überhaupt? Ich bin mir sicher dass ein Ausschluss nur zum Erstarken führt. Zudem würde mich mal interessieren was denn die „Rechten“ aus Sicht der Linken (also alles was rechts der SPD im Bundestag sitzt) so böses vorhaben? Was ist denn mit menschenfeindlich gemeint? Holen die beim Wahlgewinn die Knarren raus und mähen alles menschliche um? Oder wollen die alle Menschen versklaven und ins Kohlebergwerk stecken? Wollen die die Wahlen abschaffen? (die sowieso nur Show sind)
Wir reden hier im Fall von Kubitschek & Co. von Leuten, die nicht einfach rechts von der SPD sind, sondern rechts von CDU, CSU, der Bernd-Lucke-AfD und sogar noch der Gauland/Meuthen-AfD. Leute, die tatsächlich bei Wahlgewinn die Knarren rausholen, Menschen in Lager stecken werden und Wahlen abschaffen.

Für solche Leute gab es mal von Rechtskonservativen wie u.a. Franz-Strauss deutliche Bezeichnungen: „Rechts von der CSU darf es keine demokratisch legitimierte Partei geben“ - gemünzt war der Spruch, 1987, auf die "Republikaner", die ideologischen 1:1-Vorgänger der heutigen AfD. Und es waren Rechtskonservative, die den Begriff der wehrhaften Demokratie hochgehalten haben.

Die Bundesrepublik Deutschland ist laut Verfassungsgericht eine wehrhafte Demokratie. Deswegen ist die Antwort eindeutig: Für Leute wie Kubitschek, "Identitäre", "Pegida" ist kein Platz im öffentlichen Diskurs, gibt es keine Stellen im öffentlichen Dienst - genauso wie am anderen Ende des Spektrums z.B. für Maoisten und Stalinisten. Wobei sich das ja mittlerweile kurzgeschlossen hat, da die "Neue Rechte" offen mit Putin-Russland sympathisiert und faschistische Kreml-Ideologen wie Aleskandr Dugin als ihre Vordenker verwendet.
Wieso ist Dugin ein Kreml-Ideologe? Also, woran machst du das fest?




cantsin
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Re: Wie würdet Ihr diese Interviewaufnahmen nachträglich bearbeiten?

Beitrag von cantsin » Sa 25 Jan, 2020 23:33

dienstag_01 hat geschrieben:
Sa 25 Jan, 2020 23:31
Wieso ist Dugin ein Kreml-Ideologe? Also, woran machst du das fest?
Wikipedia: "Aleksandr Gelyevich Dugin (Russian: Алекса́ндр Ге́льевич Ду́гин; born 7 January 1962) is a Russian political analyst and strategist known for his fascist views.

He has close ties with the Kremlin and the Russian military, having served as an advisor to State Duma speaker Gennadiy Seleznyov and a leading member of the ruling United Russia party Sergei Naryshkin."

https://en.wikipedia.org/wiki/Aleksandr_Dugin




JanHe
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Re: Wie würdet Ihr diese Interviewaufnahmen nachträglich bearbeiten?

Beitrag von JanHe » Sa 25 Jan, 2020 23:33

Starshine Pictures hat geschrieben:
Sa 25 Jan, 2020 22:45
Hier hast du tatsächlich viel falsch gemacht. Gottseidank werden die meisten Zuschauer keinen Blick dafür haben. Aber am eigenen Stolz kratzt es schon. Das Rimlight ist zu stark, das Keylight zu schwach, bzw. zu sehr von der Seite (bei Broder und Lengsfeld). Die beiden Gesichter sind daher zu dunkel. Zudem ist die Kamera zu hoch auf dem Stativ, du filmst von oben herab. Das Lichtstativ im Bild geht gar nicht. Der Weissabgleich zwischen den Shots ist nicht konstant, das lässt sich in der Post aber in einem gewissen Rahmen anpassen. Eine Tageslichtbeleuchtung des Interviews uns warmes Licht im Hintergrund dagegen bringt Spannung ins Bild, das würde ich so weiter machen. Die Bildausschnitte an sich sind ebenfalls unattraktiv. Setz den Interviewten in den goldenen Schnitt und lass ihn dabei ins Bild schauen. Beleuchte die kameraabgewandte Seite des Gesichtes mit dem Keylight.
Danke für die Hinweise! Kurz noch eine Frage: Was meinst Du mit "ins Bild schauen"? Ich hatte denen gesagt, die sollen so tun, als ob die Kamera nicht da wäre und einfach ein ganz normales Gespräch mit dem Interviewer führen. Die Kamera war eigentlich auf Kopfhöhe angebracht, darauf hatte ich schon geachtet.
Unser YouTube-Kanal: youtube[PUNKT]com/channel/UCGxBd3_GxzgpuBTJNmxns2w/videos




dienstag_01
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Re: Wie würdet Ihr diese Interviewaufnahmen nachträglich bearbeiten?

Beitrag von dienstag_01 » Sa 25 Jan, 2020 23:38

cantsin hat geschrieben:
Sa 25 Jan, 2020 23:33
dienstag_01 hat geschrieben:
Sa 25 Jan, 2020 23:31
Wieso ist Dugin ein Kreml-Ideologe? Also, woran machst du das fest?
Wikipedia: "Aleksandr Gelyevich Dugin (Russian: Алекса́ндр Ге́льевич Ду́гин; born 7 January 1962) is a Russian political analyst and strategist known for his fascist views.

He has close ties with the Kremlin and the Russian military, having served as an advisor to State Duma speaker Gennadiy Seleznyov and a leading member of the ruling United Russia party Sergei Naryshkin."

https://en.wikipedia.org/wiki/Aleksandr_Dugin
Ok, Wikipedia, dann wird's wohl so sein ;)
Und in deiner behaupteten Annäherung von rechts und links steht Russland für was, für links?




srone
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Re: Wie würdet Ihr diese Interviewaufnahmen nachträglich bearbeiten?

Beitrag von srone » Sa 25 Jan, 2020 23:38

na ja, setzt du den interviewten nach rechts schaut er nach links ins bild und anderherum, abseits aller politik...;-)

lg

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JanHe
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Re: Wie würdet Ihr diese Interviewaufnahmen nachträglich bearbeiten?

Beitrag von JanHe » Sa 25 Jan, 2020 23:44

Aber doch nicht INS Bild schauen? Wir haben doch nur ganz böse extreme Interviewees, da wäre INS Bild schauen ja regelrecht gemäßigt. ;-)
Unser YouTube-Kanal: youtube[PUNKT]com/channel/UCGxBd3_GxzgpuBTJNmxns2w/videos




cantsin
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Re: Wie würdet Ihr diese Interviewaufnahmen nachträglich bearbeiten?

Beitrag von cantsin » Sa 25 Jan, 2020 23:51

dienstag_01 hat geschrieben:
Sa 25 Jan, 2020 23:38
Ok, Wikipedia, dann wird's wohl so sein ;)
Und in deiner behaupteten Annäherung von rechts und links steht Russland für was, für links?
Wenn Du noch andere Quellen willst:

"Fascist or not, Dugin’s theories are influential, at least in Russia. In 1999, he became special adviser to then-Duma speaker Gennady Seleznev. More important, his seminal work, The Foundations of Geopolitics, in which he promotes the idea of a vast Eurasian empire that looks east, not west, is required reading at the General Staff Academy for every Russian military officer above the rank of colonel."
https://www.thedailybeast.com/the-far-r ... eral-reads

Ich könnte hier noch endlos weitere Quellen zitieren.

Putin ist ein ehemaliges KPdSU-Mitglied, dessen Ideologie postkommunistische und russisch-nationalistische Elemente vermengt (wie zuvor Milosevics Regime in Serbien). Altgetreue Kommunisten wie in Deutschland z.B. der "Arbeiterbund für den Wiederaufbau der KPD" und die DKP sind pro-Putin aus alter deutsch-sowjetischer Verbundenheit: http://www.arbeiterbund-fuer-den-wieder ... eb1506.pdf
https://dkp.de/dkp-schluss-mit-der-krie ... en-syrien/
Zuletzt geändert von cantsin am Sa 25 Jan, 2020 23:53, insgesamt 1-mal geändert.




srone
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Re: Wie würdet Ihr diese Interviewaufnahmen nachträglich bearbeiten?

Beitrag von srone » Sa 25 Jan, 2020 23:51

die bösen überlasse ich dir, damit musst du klarkommen, mir gehts nur ums bild.

lg

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Zuletzt geändert von srone am Sa 25 Jan, 2020 23:53, insgesamt 1-mal geändert.




Jörg
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Re: Wie würdet Ihr diese Interviewaufnahmen nachträglich bearbeiten?

Beitrag von Jörg » Sa 25 Jan, 2020 23:52

srone fragt
ich finde es eine spannende diskussion, ist man der "rechte" Helfershelfer wenn man seinen job macht
dieses Argument " ich mache nur meinen Job/ich habe nur Befehle befolgt, ist eine der fürchterlichsten
Erklärungen für alles Übel der Menschheit.
Natürlich ist man Helfershelfer wenn man Interviews von Menschen bei der Veröffentlichung
unterstützt, die ganz offen menschenverachtende Thesen verbreiten, die selbst vor
Ausrottung ganzer Kulturen nicht haltgemacht haben, haltmachen werden.
Egal ob von links oder rechts.
und/oder eben einer von vielen, die es sowieso machen würden um ihre miete zu zahlen.
das Problem seine Miete zu bezahlen, muss für alles herhalten.
Der Waffenbauer von Rheinmetall nutzt es, genau wie der Kohlekumpel, der Waldroder und
der Freckingöler, jeder bezieht sein Handeln schulterzuckend mit der Zahlung des fälligen Mietzinses, oder ähnlicher Leisrungen.
Das persönliche Wohl ist immer Rechtfertigung, auch für die größten Sauereien der Menschheit.




tehaix
Beiträge: 419

Re: Wie würdet Ihr diese Interviewaufnahmen nachträglich bearbeiten?

Beitrag von tehaix » Sa 25 Jan, 2020 23:58

Starshine Pictures hat geschrieben:
Sa 25 Jan, 2020 22:45
Zudem würde mich mal interessieren was denn die „Rechten“ aus Sicht der Linken (also alles was rechts der SPD im Bundestag sitzt) so böses vorhaben? Was ist denn mit menschenfeindlich gemeint? Holen die beim Wahlgewinn die Knarren raus und mähen alles menschliche um? Oder wollen die alle Menschen versklaven und ins Kohlebergwerk stecken?
Frag doch einfach mal bei führenden Köpfen der AFD oder der Jungen Alternative nach:

„Ich sage diesen linken Gesinnungsterroristen, diesem Parteienfilz ganz klar: Wenn wir kommen, dann wird aufgeräumt, dann wird ausgemistet, dann wird wieder Politik für das Volk und nur für das Volk gemacht – denn wir sind das Volk, liebe Freunde.“ - Frohnmaier

„Wir werden sie jagen. Wir werden Frau Merkel oder wen auch immer jagen und wir werden uns unser Land und unser Volk zurückholen.“ - Gauland

„Wir müssen klar immer wieder darauf hinweisen, dass nicht Merkel das Problem ist, sondern, dass sie nur der Kopf eines stinkenden Fisches ist. Dass nicht nur Merkel weg muss, sondern dass das Merkel-System weg muss, liebe Freunde. Und dieses Merkel-System sind sämtliche Kartellparteien, die es nicht gut mit diesem Land meinen.“ - Höcke

...klingt das für dich förderlich für eine Demokratie? Und da sind wir noch beileibe nicht bei den extremen Zitaten angekommen, die findet man ja recht schnell in Funk und Fernsehen ;) Du weißt vermutlich, dass rechtspolitisch motivierte Gewalttaten gerade statistisch explodieren? Und wir reden hier nur von den polizeilich aufgenommenen Taten - nicht von der Dunkelziffer. Meinst du nicht, es liegt nahe, dass es IRGENDEINEN Zusammenhang zwischen dem gibt, was führende rechtsnationale Köpfe so von sich geben und dem, was minderbemittelte Glatzen auf der Straße so machen und es für "scheint okay zu sein, der Mann im Fernsehen sagt es ja auch" befinden? Man nennt so was auch geistige Brandstiftung, aber das muss ich zu Zeiten eines Mordes an Walter Lübcke hoffentlich nicht extra ausführen (aber das war ja bestimmt alles nur ein verwirrter Einzeltäter).

Eine kleine Anekdote aus meinem eigenen Leben: Ich habe jahrelang in einschlägigen Medien und auf Online-Plattformen der politischen Extreme (rechts sowie links) mit den Leuten dort diskutiert, mir ihre Sorgen angehört, sie gefragt ob sie das alles genau durchdacht haben und valide Zahlen zu den klassischen Problemen vorgelegt. Im Bestreben, mir einen Reim drauf zu machen und auch um radikale Auffassungen und Weltbilder zu stören bzw. zu widerlegen. Zunächst, weil es mir ein persönliches Anliegen war, später, weil ich ein paar Jahre in diesem Bereich geforscht habe. Ich habe geradezu erschreckend emotionslos und offen mit den Leuten diskutiert. Wirklich spaßig war das nie, denn was sind schon Zahlen gegen Hitzköpfe. Das gilt sowohl für rechts-, als auch für linksextreme Menschen mit denen ich Kontakt hatte. Aber guess what: Von den RECHTEN Portalen wurde ich - anders als von den linken - früher oder später IMMER gebannt, meist nachdem ich belastbare Zahlen vorgelegt hatte (soviel zum lauten Geschrei nach Meinungsfreiheit bei der Neuen Rechten). Und noch eine Kleinigkeit: Es dauerte nicht lange, da kamen die ersten Drohungen aus dem rechten Spektrum. Und NUR aus dem rechten Spektrum.

Hoppla. Was da wohl schief gelaufen war? Ich weiß, viele reden gerne darüber, dass das alles doch gar nicht so wild ist und das doch förderlich für den politischen Diskurs ist. Ich habe mir jahrelang übelste Beschimpfungen und Drohungen von der Neuen Rechten (und vermutlich auch der alten Rechten) anhören müssen. Ich will mal sehen, wie diese Menschen reden, wenn sie mal ein paar Jahre "mittendrin" waren, ordentlich Scheisse gefressen haben und ihr Leib und Leben bedroht wurde. Ob dann wohl immer noch alles tutti ist? Ich hab da so meine Zweifel - aber klar, Otto-Normal-Bürger in Deutschland erwischt das ja nicht, denn die halten meist den Mund und sehen deutsch genug aus, dass sie dem braunen Teil der Gesellschaft egal genug sind, um sie in Ruhe zu lassen.




srone
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Re: Wie würdet Ihr diese Interviewaufnahmen nachträglich bearbeiten?

Beitrag von srone » So 26 Jan, 2020 00:00

@jörg

wenn ich darüber nachdenke, wie der to zu dem job gekommen ist, erübrigt sich jede weitere diskussion...;-)

lg

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dienstag_01
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Re: Wie würdet Ihr diese Interviewaufnahmen nachträglich bearbeiten?

Beitrag von dienstag_01 » So 26 Jan, 2020 00:14

cantsin hat geschrieben:
Sa 25 Jan, 2020 23:51
dienstag_01 hat geschrieben:
Sa 25 Jan, 2020 23:38
Ok, Wikipedia, dann wird's wohl so sein ;)
Und in deiner behaupteten Annäherung von rechts und links steht Russland für was, für links?
Wenn Du noch andere Quellen willst:

"Fascist or not, Dugin’s theories are influential, at least in Russia. In 1999, he became special adviser to then-Duma speaker Gennady Seleznev. More important, his seminal work, The Foundations of Geopolitics, in which he promotes the idea of a vast Eurasian empire that looks east, not west, is required reading at the General Staff Academy for every Russian military officer above the rank of colonel."
https://www.thedailybeast.com/the-far-r ... eral-reads

Ich könnte hier noch endlos weitere Quellen zitieren.

Putin ist ein ehemaliges KPdSU-Mitglied, dessen Ideologie postkommunistische und russisch-nationalistische Elemente vermengt (wie zuvor Milosevics Regime in Serbien). Altgetreue Kommunisten wie in Deutschland z.B. der "Arbeiterbund für den Wiederaufbau der KPD" und die DKP sind pro-Putin aus alter deutsch-sowjetischer Verbundenheit: http://www.arbeiterbund-fuer-den-wieder ... eb1506.pdf
https://dkp.de/dkp-schluss-mit-der-krie ... en-syrien/
Also, weil Putin vor ungefähr 30 Jahren in der KPDSU war, steht Russland heute links?!

Warum formulierst du dann nicht gleich: entgegen allen Fakten sehe ich das so. Weil es so schön einfach mein Weltbild bestätigt.




cantsin
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Re: Wie würdet Ihr diese Interviewaufnahmen nachträglich bearbeiten?

Beitrag von cantsin » So 26 Jan, 2020 00:21

dienstag_01 hat geschrieben:
So 26 Jan, 2020 00:14
Also, weil Putin vor ungefähr 30 Jahren in der KPDSU war, steht Russland heute links?!
Du liest mal wieder Dinge in meinen Postings, die ich nirgendwo geschrieben habe. Langsam wird es lächerlich.




dienstag_01
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Re: Wie würdet Ihr diese Interviewaufnahmen nachträglich bearbeiten?

Beitrag von dienstag_01 » So 26 Jan, 2020 00:29

cantsin hat geschrieben:
So 26 Jan, 2020 00:21
dienstag_01 hat geschrieben:
So 26 Jan, 2020 00:14
Also, weil Putin vor ungefähr 30 Jahren in der KPDSU war, steht Russland heute links?!
Du liest mal wieder Dinge in meinen Postings, die ich nirgendwo geschrieben habe. Langsam wird es lächerlich.
Naja, das hast du aber auf meine Frage geantwortet.
Aber du kannst es ja nochmal genau erklären, warum Russland bei dir für links steht. Oder doch rechts. Ich verstehe es nicht.




cantsin
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Re: Wie würdet Ihr diese Interviewaufnahmen nachträglich bearbeiten?

Beitrag von cantsin » So 26 Jan, 2020 01:10

dienstag_01 hat geschrieben:
So 26 Jan, 2020 00:29
Aber du kannst es ja nochmal genau erklären, warum Russland bei dir für links steht. Oder doch rechts. Ich verstehe es nicht.
Das heutige Russland ist ein postkommunistisches System, das alte Elemente der Sowjetideologie mit neuen Zutaten von Nationalismus, orthodoxer Staatsreligion und teilweise Neoliberalismus vermischt. Die alte Sowjetunion hat sich als "links" definiert, wie auch die kommunistische DDR, obwohl man da mancher Linker seine Zweifel haben dürfte. (IMHO ist der braune Sumpf in Ostdeutschland eine Erbschaft eines schon vor 1989 hochgradig xenophoben Systems.) Viele Leute mit militaristisch-autoritärer Einstellung fühlten sich in DDR und Sowjetunion - vor allem in deren Sicherheitsapparaten, Vopo, Grenzpolizei, Stasi/KGB etc. - prima zuhause und wurden nach dem Mauerfall von überzeugten Kommunisten zu überzeugten Rechtsradikalen. In einer Stadt wie Berlin kann man das ja sogar an den Wohnbezirken (Lichtenberg, Marzahn...) ablesen.

Ein Beispiel für ein heutiges politisches System, das sich offiziell als "links" und marxistisch definiert und dabei in hohem Maße militaristische, national-mythologisch/nationalistische, offen fremdenfeindliche und sogar rassistische Einstellungen pflegt, ist Nordkorea.

Oder aktuell in Taiwan (dessen politische Lage ich aus privaten Gründen gut kenne), wo die rechtsnationalistische Kuomintang, die sich in ihrem antikommunistischen Krieg gegen Mao auf die Insel zurückgezogen hatte, zwar immer noch rechts und nationalistisch ist, aber mittlerweile auf einen pro-KP China-Wiedervereinigungskurs eingeschwenkt, weil man mit dem autoritär-kapitalistischen System der Volksrepublik keine ideologischen Differenzen mehr hat.




dienstag_01
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Re: Wie würdet Ihr diese Interviewaufnahmen nachträglich bearbeiten?

Beitrag von dienstag_01 » So 26 Jan, 2020 01:19

cantsin hat geschrieben:
So 26 Jan, 2020 01:10
dienstag_01 hat geschrieben:
So 26 Jan, 2020 00:29
Aber du kannst es ja nochmal genau erklären, warum Russland bei dir für links steht. Oder doch rechts. Ich verstehe es nicht.
Das heutige Russland ist ein postkommunistisches System, das alte Elemente der Sowjetideologie mit neuen Zutaten von Nationalismus, orthodoxer Staatsreligion und teilweise Neoliberalismus vermischt. Die alte Sowjetunion hat sich als "links" definiert, wie auch die kommunistische DDR, obwohl man da mancher Linker seine Zweifel haben dürfte. (IMHO ist der braune Sumpf in Ostdeutschland eine Erbschaft eines schon vor 1989 hochgradig xenophoben Systems.) Viele Leute mit militaristisch-autoritärer Einstellung fühlten sich in DDR und Sowjetunion - vor allem in deren Sicherheitsapparaten, Vopo, Grenzpolizei, Stasi/KGB etc. - prima zuhause und wurden nach dem Mauerfall von überzeugten Kommunisten zu überzeugten Rechtsradikalen. In einer Stadt wie Berlin kann man das ja sogar an den Wohnbezirken (Lichtenberg, Marzahn...) ablesen.

Ein Beispiel für ein heutiges politisches System, das sich offiziell als "links" und marxistisch definiert und dabei in hohem Maße militaristische, national-mythologisch/nationalistische, offen fremdenfeindliche und sogar rassistische Einstellungen pflegt, ist Nordkorea.

Oder aktuell in Taiwan (dessen politische Lage ich aus privaten Gründen gut kenne), wo die rechtsnationalistische Kuomintang, die sich in ihrem antikommunistischen Krieg gegen Mao auf die Insel zurückgezogen hatte, zwar immer noch rechts und nationalistisch ist, aber mittlerweile auf einen pro-KP China-Wiedervereinigungskurs eingeschwenkt, weil man mit dem autoritär-kapitalistischen System der Volksrepublik keine ideologischen Differenzen mehr hat.
Naja, also sagst du doch, dass Russland links ist. Für dich.




cantsin
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Re: Wie würdet Ihr diese Interviewaufnahmen nachträglich bearbeiten?

Beitrag von cantsin » So 26 Jan, 2020 01:40

dienstag_01 hat geschrieben:
So 26 Jan, 2020 01:19
Naja, also sagst du doch, dass Russland links ist. Für dich.
Nein. Ich geb's wirklich auf. Vielleicht mal Lesefertigkeiten üben.




handiro
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Re: Wie würdet Ihr diese Interviewaufnahmen nachträglich bearbeiten?

Beitrag von handiro » So 26 Jan, 2020 03:15

Ich finds gut, wenn die Typen ins schlechte Licht gesetzt werden und das ganze so unprofessionell aussieht wie möglich.

Starshine Pictures hat geschrieben: ↑
Sa 25 Jan, 2020 22:45
Zudem würde mich mal interessieren was denn die „Rechten“ aus Sicht der Linken (also alles was rechts der SPD im Bundestag sitzt) so böses vorhaben? Was ist denn mit menschenfeindlich gemeint? Holen die beim Wahlgewinn die Knarren raus und mähen alles menschliche um? Oder wollen die alle Menschen versklaven und ins Kohlebergwerk stecken?

Zu der Frage ein paar links von mir :-)

https://de.wikipedia.org/wiki/Nordkreuz

Ich hoffe das beantwortet die Frage.
Good-Cheap-Fast....Pick Any 2




pillepalle
Beiträge: 1745

Re: Wie würdet Ihr diese Interviewaufnahmen nachträglich bearbeiten?

Beitrag von pillepalle » So 26 Jan, 2020 04:25

JanHe hat geschrieben:
Sa 25 Jan, 2020 20:43
Mmh, also ich bin ja nun wirklich alles andere als ein erfahrener Kameramann, aber den Unterschied zu zufälliger und gemachter Beleuchtung meine ich schon noch zu erkennen, und finde das recht deutlich ausgeleuchtet.
Genau das ist das Problem... man sieht was Du mit dem Licht veranstaltet hast.
JanHe hat geschrieben:
Sa 25 Jan, 2020 20:43
...wobei ich da den zweiten Vorschlag sinnvoller finde, einfach das Rimlicht etwas schwächer zu machen. Da hatte ich beim Dreh mich auch schon selbst gefragt, ob das evtl. doch zu stark ist.
Es geht hier nicht nur um Dosierung, oder ein paar Feinheiten. Dein komplettes Licht steht völlig falsch.
JanHe hat geschrieben:
Sa 25 Jan, 2020 20:43
Das Kameradisplay hatte ich auch meistens aus, um Strom zu sparen (natürlich keine Ausrede, aber halt der Grund, warum ich nicht genau drauf geguckt habe), da ich nur 2 Akkus hatte.
Nicht drauf geguckt um Strom zu sparen? Und warum schaust Du dann jetzt drauf? Das Ergebnis scheint Dich vorher doch auch nicht interessiert zu haben.
JanHe hat geschrieben:
Sa 25 Jan, 2020 20:43
Sehe auch gerade, dass der Weißabgleich da irgendwie verrutscht aussieht bei manchen Aufnahmen. Kann man Weißabgleich nicht auch im Nachhinein verändern?
Klar kann man vermurkste Aufnahmen in der Post etwas verbessern, aber nicht wenn man so wenig Know-How hat wie Du. Mit ein paar Tips ist Dir da auch nicht wirklich geholfen. Wenn Du nicht bereit bist Dir die Zeit zu nehmen um die Dinge selber zu lernen, dann such Dir jemanden der etwas davon versteht. Wenn die Inhalte Deiner Videos genauso unreflektiert sind wie die technische Herangehensweise, dann grault es mich schon ein wenig davor. Am besten beides mal überdenken.

VG




Jott
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Re: Wie würdet Ihr diese Interviewaufnahmen nachträglich bearbeiten?

Beitrag von Jott » So 26 Jan, 2020 08:31

„ Ich finds gut, wenn die Typen ins schlechte Licht gesetzt werden und das ganze so unprofessionell aussieht wie möglich.“

Ja, passt.




Starshine Pictures
Beiträge: 2438

Re: Wie würdet Ihr diese Interviewaufnahmen nachträglich bearbeiten?

Beitrag von Starshine Pictures » So 26 Jan, 2020 09:07

Ich finde es erschreckend dass hier tatsächlich Meinungsäusserungen dritter herangezogen und zitiert werden um Menschen zu werten. Man sollte doch ausschliesslich Erstquellen benutzen um sich seine Meinung zu bilden, und nicht bei Wikipedia oder irgendwelchen Journalisten nachfragen was die dazu sagen. Dies sind alles bereits gefilterte Aussagen. Bei mir klingeln grundsätzlich alle Alarmglocken wenn ich irgendwo lese dass es sich bei dem und dem um einen Faschisten, Neurechten oder Nazi handelt. Diese Stigmatisierung ist mittlerweile so inflationär gebraucht dass ich es schon als eine Beleidigung ECHTER Nazi-Opfer empfinde.

Wahrscheinlich sind sich die meisten Menschen gar nicht bewusst wie stark ihre Meinung manipuliert wird. Kann sich jemand noch an die Weltmeisterschaft im Gulli-Angeln in Berlin erinnern? Alle Fernsehsender und Zeitungen berichteten über diese Kuriosität. Später stellte sich heraus dass es sich um einen Hoax einer PR Agentur handelte. Hier mal die Hintergründe dazu: (es liest sich etwas holprig da es sich um ein Skript eines Hörfunk Features handelt)

https://www.deutschlandfunk.de/wirklich ... 391b7c.pdf

Dieser Beitrag lässt erahnen wie tief die Manipulationen reichen. Und deshalb sollten bei uns allen die Alarmglocken läuten wenn negativ geladene Wörter wie Faschist, Nazi, Regime, Machthaber usw. auftauchen.


Grüsse, Stephan
www.stephanlist.com
*Aktuell in Vaterschaftspause*




cantsin
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Re: Wie würdet Ihr diese Interviewaufnahmen nachträglich bearbeiten?

Beitrag von cantsin » So 26 Jan, 2020 09:13

Starshine Pictures hat geschrieben:
So 26 Jan, 2020 09:07
Ich finde es erschreckend dass hier tatsächlich Meinungsäusserungen dritter herangezogen und zitiert werden um Menschen zu werten. Man sollte doch ausschliesslich Erstquellen benutzen um sich seine Meinung zu bilden, und nicht bei Wikipedia oder irgendwelchen Journalisten nachfragen was die dazu sagen.
Du weißt offensichtlich nicht, was der Unterschied zwischen Berichterstattung und Kommentar ist. (Auch im von mir zitierten Wikipedia-Artikel sind alle Aussagen mit Quellenangaben belegt.)




rdcl
Beiträge: 862

Re: Wie würdet Ihr diese Interviewaufnahmen nachträglich bearbeiten?

Beitrag von rdcl » So 26 Jan, 2020 09:17

Starshine Pictures hat geschrieben:
So 26 Jan, 2020 09:07
Ich finde es erschreckend dass hier tatsächlich Meinungsäusserungen dritter herangezogen und zitiert werden um Menschen zu werten. Man sollte doch ausschliesslich Erstquellen benutzen um sich seine Meinung zu bilden, und nicht bei Wikipedia oder irgendwelchen Journalisten nachfragen was die dazu sagen. Dies sind alles bereits gefilterte Aussagen. Bei mir klingeln grundsätzlich alle Alarmglocken wenn ich irgendwo lese dass es sich bei dem und dem um einen Faschisten, Neurechten oder Nazi handelt. Diese Stigmatisierung ist mittlerweile so inflationär gebraucht dass ich es schon als eine Beleidigung ECHTER Nazi-Opfer empfinde.

Wahrscheinlich sind sich die meisten Menschen gar nicht bewusst wie stark ihre Meinung manipuliert wird. Kann sich jemand noch an die Weltmeisterschaft im Gulli-Angeln in Berlin erinnern? Alle Fernsehsender und Zeitungen berichteten über diese Kuriosität. Später stellte sich heraus dass es sich um einen Hoax einer PR Agentur handelte. Hier mal die Hintergründe dazu: (es liest sich etwas holprig da es sich um ein Skript eines Hörfunk Features handelt)

https://www.deutschlandfunk.de/wirklich ... 391b7c.pdf

Dieser Beitrag lässt erahnen wie tief die Manipulationen reichen. Und deshalb sollten bei uns allen die Alarmglocken läuten wenn negativ geladene Wörter wie Faschist, Nazi, Regime, Machthaber usw. auftauchen.


Grüsse, Stephan
Zumindest bei Höcke wurde ja gerichtlich festgestellt, dass man ihn als Faschisten bezeichnen darf: https://www.welt.de/politik/deutschland ... dlage.html




Starshine Pictures
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Re: Wie würdet Ihr diese Interviewaufnahmen nachträglich bearbeiten?

Beitrag von Starshine Pictures » So 26 Jan, 2020 10:15

cantsin hat geschrieben:
So 26 Jan, 2020 09:13
Du weißt offensichtlich nicht, was der Unterschied zwischen Berichterstattung und Kommentar ist. (Auch im von mir zitierten Wikipedia-Artikel sind alle Aussagen mit Quellenangaben belegt.)
Doch, das weiss ich sehr wohl. Wenn du wenigstens meinen verlinkten Bericht aus dem Deutschlandradio gelesen hättest würdest du sowas nicht mehr schreiben. Und dass man Höcke als Nazi titulieren darf heisst nicht dass er einer ist, sondern nur dass es nicht verboten ist ihn so zu nennen. Das sind genau die Details die die Manipulation zeigen! Man darf ihn nun als Nazi bezeichnen, also vervollständigt sich das Bild im Kopf des Zuschauers/Lesers dass er auch einer ist.

Nicht dass das hier so rüber kommt als würde ich die AfD verteidigen! Da hats wirklich schräge Gestalten drin denen ich keinen Millimeter über den Weg traue, inklusive Höcke. Leider hat sich die AfD sehr weit von ihrer ursprünglichen Idee entfernt. Alice Weidel hat die Partei so stark umgebaut, und vor allem die Knalltüten nach oben geholt, dass man da schon eine böse Absicht unterstellen kann. Die ursprüngliche Lucke-AfD als Euro-Kritiker Partei hatte da doch deutlich mehr Substanz und intelligente Inhalte.
www.stephanlist.com
*Aktuell in Vaterschaftspause*




Pianist
Beiträge: 6264

Re: Wie würdet Ihr diese Interviewaufnahmen nachträglich bearbeiten?

Beitrag von Pianist » So 26 Jan, 2020 10:34

Jott hat geschrieben:
So 26 Jan, 2020 08:31
„ Ich finds gut, wenn die Typen ins schlechte Licht gesetzt werden und das ganze so unprofessionell aussieht wie möglich.“

Ja, passt.
Das Problem ist nur, dass sowas deren Anhängern vollkommen egal ist. Alles, was deren eigenes schräges Weltbild bestätigt, ist gut. Sei es auch noch so schlecht gefilmt.

Also um das mal ganz deutlich zu sagen: Bestimmte Leute werden niemals vor meiner Kamera stehen.

Matthias
Filme über Menschen, Politik und Technik.




cantsin
Beiträge: 6914

Re: Wie würdet Ihr diese Interviewaufnahmen nachträglich bearbeiten?

Beitrag von cantsin » So 26 Jan, 2020 10:36

Starshine Pictures hat geschrieben:
So 26 Jan, 2020 10:15
Doch, das weiss ich sehr wohl. Wenn du wenigstens meinen verlinkten Bericht aus dem Deutschlandradio gelesen hättest würdest du sowas nicht mehr schreiben.
Sehr lustig. Dieses Radiofeature habe ich sogar gehört, als es ausgestrahlt wurde, und die darin beschriebene Berliner Künstlergruppe Storydealer ist mir z.T. sogar persönlich bekannt.

Mit PR-Agenturen und Politmanipulation hat das nur mittelbar etwas zu tun.

Wenn Du tatsächlich glaubst, dass die "Storydealer" eine PR-Agentur oder Politmanipulateure sind, bist Du auf einem ziemlich verstrahlten Verschwörungstheorietrip.

Und nochmal zu Quellen und richtig zitieren: Das Höcke-Beispiel stammte nicht von mir, und man darf den Mann auch nicht Nazi nennen, sondern nur einen Faschisten.




rdcl
Beiträge: 862

Re: Wie würdet Ihr diese Interviewaufnahmen nachträglich bearbeiten?

Beitrag von rdcl » So 26 Jan, 2020 10:43

Starshine Pictures hat geschrieben:
So 26 Jan, 2020 10:15
cantsin hat geschrieben:
So 26 Jan, 2020 09:13
Du weißt offensichtlich nicht, was der Unterschied zwischen Berichterstattung und Kommentar ist. (Auch im von mir zitierten Wikipedia-Artikel sind alle Aussagen mit Quellenangaben belegt.)
Doch, das weiss ich sehr wohl. Wenn du wenigstens meinen verlinkten Bericht aus dem Deutschlandradio gelesen hättest würdest du sowas nicht mehr schreiben. Und dass man Höcke als Nazi titulieren darf heisst nicht dass er einer ist, sondern nur dass es nicht verboten ist ihn so zu nennen. Das sind genau die Details die die Manipulation zeigen! Man darf ihn nun als Nazi bezeichnen, also vervollständigt sich das Bild im Kopf des Zuschauers/Lesers dass er auch einer ist.

Nicht dass das hier so rüber kommt als würde ich die AfD verteidigen! Da hats wirklich schräge Gestalten drin denen ich keinen Millimeter über den Weg traue, inklusive Höcke. Leider hat sich die AfD sehr weit von ihrer ursprünglichen Idee entfernt. Alice Weidel hat die Partei so stark umgebaut, und vor allem die Knalltüten nach oben geholt, dass man da schon eine böse Absicht unterstellen kann. Die ursprüngliche Lucke-AfD als Euro-Kritiker Partei hatte da doch deutlich mehr Substanz und intelligente Inhalte.
Dein Narrativ von der Manipulation und Meinungsdiktatur spielt den rechten nur weiter in die Hände. Lies doch einfach mal den Artikel. Da steht doch ganz klar, dass sich das Gericht auf die Meinungsfreiheit beruft, aber eben auch, dass die Vorwürfe nicht aus der Luft gegriffen sind, sondern auf überprüfbaren Tatsachen beruhen.

Du behauptest hier zum dritten mal, dass Diskussionen mit Totschlagargumenten wie "Nazi" unterbunden werden. Allerdings bist du, zumindest in diesem Thread, der Einzige, der diese Wort verwendet hat. Dafür dann gleich mehrfach.
Andersrum erweckst du den Eindruck, dass du alles was dir nicht passt, als Manipulation abstempelst.
Erzähl doch mal, wo ist denn in dem Welt-Artikel die Manipulation?




JanHe
Beiträge: 464

Re: Wie würdet Ihr diese Interviewaufnahmen nachträglich bearbeiten?

Beitrag von JanHe » So 26 Jan, 2020 11:42

Also nochmal: Der Fokus liegt aus meiner Sicht auf den libertären Inhalten, und eigentlich ging es auch im Wesentlichen nur darum bei den Interviewgästen, mit ein paar plumpen Bemerkungen zum Klimawandel am Rande. Ich glaube, Flüchtlingspolitik hat da niemanden interessiert. Von der AfD waren auch Leute da und auch irgendsoeine rechte YouTuber-Gruppe, und ich kann Eure Kritik durchaus nachvollziehen, vielleicht besser als Ihr es glauben mögt. Wer mich richtig gelesen hat, der weiß, wie kritisch ich es mit dem Argument "man darf nicht mehr sagen, was man denkt" halte, und ich nehme die Hinweise auf die rechte Gesinnung, die zu Bans in Foren bspw. führt, im Gegensatz zur linken, ernst. Es ist eben so, wie ich bereits sagte, worauf aber niemand einging: Bei den Rechten spielt sich alles beim Inhalt, bei den Linken bei der Form ab. Das heißt nicht nur, dass ich inhaltlich den Rechten mehr abgewinnen kann (ungeachtet der falschen Inhalte!), sondern eben auch, dass sie empfindlicher reagieren bei abweichenden Inhalten. Bei den Linken ist es - anders als die Rechten behaupten - nicht der abweichende Inhalt, der sie abschreckt und zur Verbotstaste greifen lässt, sondern die abweichende Form. Bei Linken kommt es viel darauf an, WIE man etwas sagt. Jeder, der extremere Linke (bzw. "bekennende Linke") kennengelernt hat, sieht, dass sie einen großen Fokus auf menschliches Miteinander richten. Man kann da auch andere Meinungen vorbringen, aber man muss es eben auf eine empathische Art und Weise tun. Dagegen habe ich Rechte kennengelernt, die mir persönlich so zuwider waren, dass ich keine Überschneidung mehr feststellen konnte, trotz mancher inhaltlichen Punkte.

Aber all das war bei den Interviews zweitrangig. Beim Broderinterview ging es eigentlich um gar nichts so wirklich, und ich weiß auch nicht, ob Broder irgendwo mal was inhaltlich Wichtiges gesagt hätte, jedenfalls scherzte er nur hier- und dort rüber. Beim Lengsfeld-Interview ging es um die damalige Öffnung der Stasi-Akten. Auch okay, oder? Beim Gebauer-Interview ging es u.a. um GEZ und um Staatsgewalt, wenn ich es richtig erinnere, beim Blankertz-Interview darum, wie Libertäre und Marx-Gegner Marx häufig falsch verstehen, und wie man MIT Marx gegen das Zentralbankensystem argumentieren kann.
Auch wenn man mal mit den Abonnenten der Zeitschrift redet: Das große Ziel ist die Anarchie. Das kann man jetzt separat diskutieren, ob das sinnvoll ist oder nicht. Aber ein wesentlicher Schritt auf dem Weg dahin ist die territoriale Verkleinerung der Staaten. "Ein Europa der 1000 Lichtenbergs", wie es Hans-Hermann Hoppe zum Beispiel sagt, der auch dieses Jahr auf der Konferenz war. Allein deswegen passen all Eure Dystopien nicht, weil die schlimmen Rechten (nicht ironisch formuliert) einen starken großen Staat brauchen, um ihre Ziele durchzusetzen. Stefan Blankertz ist im Übrigen auch ein Gegner der Gegner der Offenen Grenzen.

Ihr habt die Interviews nicht einmal gesehen und redet die ganze Zeit über Dinge, die mir völlig fremd sind, deren Assoziation ich aber auch nicht leugnen will. Ich will einfach nur, dass Ihr ZU eurer jetzigen Sicht noch (mindestens) eine ZWEITE hinzufügt. Ich bin eben DOCH zu anthroposophisch, denn eigentlich nur in der Anthroposophie - sofern ich es richtig wiedergebe und nicht nur meine persönliche Interpretation - gibt es so etwas wie WIDERSPRÜCHE DENKEN. Manchmal muss man etwas tun, auch wenn man es nicht zu 100% richtig findet, und man muss versuchen, alle Sichtweisen dazu in sich zu vereinigen. Warum man etwas tut kann man eh nicht beeinflussen, denn das Handeln liegt noch unter dem Bewusstseinszustand des Fühlens (Denken - Wachen - Gegenwart; Fühlen - Träumen - vorgeburtlich ; Wollen - Schlafen - vorige Inkarnation).
Es ist auch nicht so, als ob ich nicht vorher darüber nachgedacht hätte, da mitzumachen...
Unser YouTube-Kanal: youtube[PUNKT]com/channel/UCGxBd3_GxzgpuBTJNmxns2w/videos

Zuletzt geändert von JanHe am So 26 Jan, 2020 11:50, insgesamt 2-mal geändert.




tehaix
Beiträge: 419

Re: Wie würdet Ihr diese Interviewaufnahmen nachträglich bearbeiten?

Beitrag von tehaix » So 26 Jan, 2020 11:48

Starshine Pictures hat geschrieben:
So 26 Jan, 2020 09:07
Ich finde es erschreckend dass hier tatsächlich Meinungsäusserungen dritter herangezogen und zitiert werden um Menschen zu werten. Man sollte doch ausschliesslich Erstquellen benutzen um sich seine Meinung zu bilden, und nicht bei Wikipedia oder irgendwelchen Journalisten nachfragen was die dazu sagen. Dies sind alles bereits gefilterte Aussagen. Bei mir klingeln grundsätzlich alle Alarmglocken wenn ich irgendwo lese dass es sich bei dem und dem um einen Faschisten, Neurechten oder Nazi handelt. Diese Stigmatisierung ist mittlerweile so inflationär gebraucht dass ich es schon als eine Beleidigung ECHTER Nazi-Opfer empfinde.
So wie sich das liest klingt es, als ob du gedanklich bereits ziemlich tief in einem Lehrbuch-Opfer-Narrativ drin steckst, das von kommunikativen Strategen entworfen wurde - leider aus dem tiefrechten Spektrum. Dass du dich dabei gleichzeitig selbst als sehr reflektiert betrachtest und über der Diskussion positionierst gehört zu den grundlegenden Charakteristika. Sorry - ein paar im Internet heiß gehandelte "geheime" Politik-Bücher und "neue" Nachrichtennetzwerke ersetzen leider keine ausführliche politische oder kommunikative Bildung. Deine Art der zu argumentieren ("Stigmatisierung", gefilterte Aussagen", "Manipulation" etc) lässt sich präzise auf einige wenige recht platte Autoren zurückführen, die endlos wiedergekäut ohne Namensnennung auf allen neurechten Portalen und Diskussionsplattformen auftauchen. Du wirst meinen Hinweis als völlig abwegig abtun, denn DU weißt, wie die Dinge laufen, DU bist nicht voreingenommen, denn ICH stigmatisiere ja nur ohne Argumente - vielleicht wirst du es in ein paar Jahren verstehen.

Zu deinem Vorwurf: Ich habe direkt auf deine Aussage geantwortet mit Zitaten, die nicht von Wikipedia oder "irgendwelchen Journalisten" (ohweia) stammen, sondern die du so eins zu eins als Videomitschnitte der Reden dieser Politiker ansehen kannst. Nicht dass dies relevant sein sollte - aber ich habe sie bewusst so ausgewählt, um deinem jetzt geäußerten Vorwurf, der anscheinend wie ein automatisierter Reflex kommt, den Wind aus den Segeln zu nehmen. Du bist jedoch nicht darauf eingegangen. Das Wort "Nazi" habe ich hier nie verwendet. Ebenso habe ich dir meine persönlichen Erfahrungen geschildert. Auch darauf bist du nicht eingegangen. Hilft es dir mir zu glauben, wenn ich dir sage dass ich mit führenden und weniger führenden AFD-Politikern schon face-to-face Kontakt hatte und ja, sie sind wirklich so schlimm? Es tut mir Leid, wenn die AFD manche deiner Wünsche und Hoffnungen vielleicht früher gespiegelt hat - ich kann dir sagen, die moderaten Flügel sind raus, die Fratze der Partei wird immer "ehrlicher" - sagst du ja im Grunde selbst. Aber noch eine traurige Gewissheit hinterher: Auch früher handelte es sich um eine antidemokratische Partei, auch wenn es weniger sichtbar war, weil noch ein paar Leute mit bei der Partei am Start waren, die selbst nicht wussten, mit wem sie sich da zusammentun. Achtung: Der von dir hier herangezogene Bernd Lucke wusste zu jeder Zeit, mit wessen Kindes Gedanken er da hantiert. Er hat sich lediglich gewählt und taktisch ausgedrückt und sich hinter seinem Euroskeptizismus versteckt. Ich würde dir empfehlen, das selbst zu recherchieren - man findet ziemlich schnell klar rechtes Gedankengut in seinen Veröffentlichungen. Nebenbei bemerkt: Der Mann ist der Poster-Boy eines gelebten Opfer-Narrativs. Ist fast schon ein bisschen traurig mit anzusehen, wenn der irgendwo öffentlich spricht.




Paralkar
Beiträge: 1532

Re: Wie würdet Ihr diese Interviewaufnahmen nachträglich bearbeiten?

Beitrag von Paralkar » So 26 Jan, 2020 12:09

man kann soviel schön daher reden wie man will und rumkommen mit " Ich bin eben DOCH zu anthroposophisch"

Fakt ist, wenn Menschen zu einer Bewegung gehören oder mit dieser sympathisieren, die Leute entweder ertrinken lassen oder diese noch vom Schlauchboot schupsen wollen, damit diese dann ertrinken, dann sind diese Menschen menschenverachtend.

Wenn ich jetzt meine Fähigkeiten dazu nutze deren Schmarn zu verbreiten und diese damit zu unterstützen, dann verbreite ich damit menschenverachtende Meinung,

Um so schlimmer ist es dann noch, wenn besagte sich tarnen und bei dir vor der Kamera dann einen auf liberal machen und hintenrum ne andere Meinung haben und mit anderen Menschen sympathisieren, die wie oben beschrieben, ersteres unterstützen. Somit helfe ich Ihnen noch der Wolf im Schafspelz zu sein.

Und dieser faktenfremde Klimawandel schmarn, der von vielen Rechten kommt, is im gesamten auch nicht besser,
DIT/ digital Colorist/ Photographer




JanHe
Beiträge: 464

Re: Wie würdet Ihr diese Interviewaufnahmen nachträglich bearbeiten?

Beitrag von JanHe » So 26 Jan, 2020 12:18

Paralkar hat geschrieben:
So 26 Jan, 2020 12:09
man kann soviel schön daher reden wie man will und rumkommen mit " Ich bin eben DOCH zu anthroposophisch"

Fakt ist, wenn Menschen zu einer Bewegung gehören oder mit dieser sympathisieren, die Leute entweder ertrinken lassen oder diese noch vom Schlauchboot schupsen wollen, damit diese dann ertrinken, dann sind diese Menschen menschenverachtend.

Wenn ich jetzt meine Fähigkeiten dazu nutze deren Schmarn zu verbreiten und diese damit zu unterstützen, dann verbreite ich damit menschenverachtende Meinung,

Um so schlimmer ist es dann noch, wenn besagte sich tarnen und bei dir vor der Kamera dann einen auf liberal machen und hintenrum ne andere Meinung haben und mit anderen Menschen sympathisieren, die wie oben beschrieben, ersteres unterstützen. Somit helfe ich Ihnen noch der Wolf im Schafspelz zu sein.

Und dieser faktenfremde Klimawandel schmarn, der von vielen Rechten kommt, is im gesamten auch nicht besser,
EDIT: Ich wollte hierauf entgegnen, wie ideologisch Du hier in meinen Augen daherredest, aber was bringt es, das zu schreiben? Es würde sich ja dadurch nichts zum Positiven ändern. Wegen solchen Beiträgen habe ich im Wesentlichen meine Internetforumsaktivitäten - die vor einigen Jahren noch viel viel frequenter waren - eingestellt. Man kann im Internet einfach nicht gescheit kommunizieren. Was soll ich hierauf denn noch entgegnen? Ich habe bereits sämtliche Dinge geschrieben, die ins Detail gingen, über die hier in einem Wisch hinweg gegangen wird, ohne sich auch nur im Geringsten mit dem zu beschäftigen, was auf der Konferenz für Leute waren bzw. dem, was ich dazu denke. Du wirfst hier wirklich SEHR SCHLIMME Dinge den Leuten vor, mit denen Du kein einziges Wort geredet hast. Es war KEIN AfD-Parteitag (und selbst dort bezweifel ich, dass es wirklich so radikale Ansichten gibt, die allgemeines Ansehen genießen, aber können wir von mir aus nochmal separat diskutieren). Es waren ANDERE MENSCHEN. Das scheint Dir aber EGAL zu sein. Genau DAS sind Tendenzen, die ich persönlich für mindestens genauso gefährlich halte wie die Rechten. Wenn man nicht mehr auf den einzelnen Menschen schaut, sondern ihn mit einem fixen Bild im Kopf verbindet. Das ist ein Denkmuster des Rassismus und jeder anderen faschistischen Ideologie.
Unser YouTube-Kanal: youtube[PUNKT]com/channel/UCGxBd3_GxzgpuBTJNmxns2w/videos




tehaix
Beiträge: 419

Re: Wie würdet Ihr diese Interviewaufnahmen nachträglich bearbeiten?

Beitrag von tehaix » So 26 Jan, 2020 15:05

JanHe hat geschrieben:
So 26 Jan, 2020 12:18
EDIT: Ich wollte hierauf entgegnen, wie ideologisch Du hier in meinen Augen daherredest, aber was bringt es, das zu schreiben? Es würde sich ja dadurch nichts zum Positiven ändern. Wegen solchen Beiträgen habe ich im Wesentlichen meine Internetforumsaktivitäten - die vor einigen Jahren noch viel viel frequenter waren - eingestellt. Man kann im Internet einfach nicht gescheit kommunizieren. Was soll ich hierauf denn noch entgegnen? Ich habe bereits sämtliche Dinge geschrieben, die ins Detail gingen, über die hier in einem Wisch hinweg gegangen wird, ohne sich auch nur im Geringsten mit dem zu beschäftigen, was auf der Konferenz für Leute waren bzw. dem, was ich dazu denke. Du wirfst hier wirklich SEHR SCHLIMME Dinge den Leuten vor, mit denen Du kein einziges Wort geredet hast. Es war KEIN AfD-Parteitag (und selbst dort bezweifel ich, dass es wirklich so radikale Ansichten gibt, die allgemeines Ansehen genießen, aber können wir von mir aus nochmal separat diskutieren). Es waren ANDERE MENSCHEN. Das scheint Dir aber EGAL zu sein. Genau DAS sind Tendenzen, die ich persönlich für mindestens genauso gefährlich halte wie die Rechten. Wenn man nicht mehr auf den einzelnen Menschen schaut, sondern ihn mit einem fixen Bild im Kopf verbindet. Das ist ein Denkmuster des Rassismus und jeder anderen faschistischen Ideologie.
Der Grund warum hier niemand auf deine Ausführungen zur Anthroposophie eingeht ist, dass du dich dabei komplett um dich selbst drehst. Frei nach dem Motto „ICH bin halt VOLL anthroposophisch und das ist der einzig wahre Weg, IHR versteht es nur einfach nicht“. Für mich persönlich (und anscheinend für viele andere auch) ist es aber völlig egal, wie du dein Handeln und deine Sicht auf die Welt gestaltest oder rechtfertigst, für mich zählt „was hinten raus kommt“.

Denn dein anthroposophisches Weltbild ändert NICHTS an deinem Auftraggeber und der Bühne, die ihnen durch den Film gegeben wird. Und ob du dein Handeln vor dir selbst damit rechtfertigst, dass deiner Meinung nach auch sehr tolle Dinge bei Eigentümlich Frei besprochen werden und man ja alle Seiten vorbehaltlos einbeziehen muss, um einen ganzheitlichen Blick auf die Welt zu erreichen, mag für dich wichtig sein, für mich aber nicht. Weil ich dem Laden keine Bühne geben will. Meine Entscheidung, glaub mir, eine wohl informierte. Ob du das machst oder nicht ist nach wie vor letztlich dein Bier. Ob du uns deswegen ideologisch aufgeladen findest oder nicht ist dein Bier. Ob du unsere Diskussionskultur langweilig findest oder nicht ist dein Bier. Du musst nun mal damit klar kommen, dass Andere diesen Auftraggeber vielleicht scheisse finden und das auch kommunizieren. That’s life.

Ob auf der von dir gefilmten Konferenz nun konkret „schlimme Dinge“ von deinen Interviewpartnern gesagt oder gemacht wurden oder ob es „radikale Ansichten“ auf einem AFD-Parteitag überhaupt gibt (danke für den Lacher) ist unbedeutend vor dem Hintergrund, dass Eigentümlich Frei (dein Auftraggeber) IN JEDEM FALL bereits mehrfach und systematisch Leuten eine Bühne gegeben hat und auch nach wie vor gibt, die menschenfeindliche Thesen vertreten. Auch wenn Eigentümlich Frei ja EIGENTLICH „nur“ libertär ist. Du magst denken, dass die Dinge sich nur „zum Positiven ändern“, wenn wir uns auch mit Kindern der Gedankenschule von Eigentümlich Frei (oder vielleicht sogar der AFD) auseinandersetzen. Nun, hier gibt es eben viele Menschen, die das nicht so sehen. Wirste akzeptieren müssen.

Ich persönlich muss ehrlich zugeben, dass ich deine philosophischen Ausführungen nicht immer ganz ernst nehmen kann – es klingt oft so, als ob du ziemlich am Anfang deiner philosophischen Entdeckungstour durch die Literatur dieser Erde stehst und gerade begeistert bist von einer Erkenntnis. Einer für dich neuen Idee, die du deswegen immer und immer wieder in die Diskussion einwirfst. Nicht beachtend, dass deine Gedanken zu philosophischen Lehren von einem Großteil der Teilnehmer dieser Diskussion eben nicht als relevant betrachtet werden. Vielleicht lieber einem Debattierklub an der Uni beitreten? Macht Spaß, ehrlich. Oder halt gleich ein Studium der Philosophie – auch super, um deine Ideen zu diskutieren und du findest mehr Leute, die auf alle Details eingehen, versprochen. Du wirst aber schnell feststellen, dass deine Erkenntnis weder besonders neu, originell oder bahnbrechend ist – anthroposophische Weltbilder trifft man ständig und sie sind oft nicht unproblematisch. Aber du hast dich ja vermutlich mit dem mittlerweile etwas angestaubten, zugrunde liegenden Steiner auseinandergesetzt und bist mit allen Problemen vertraut, die in der Primär- und Sekundärliteratur auftauchen.

Ich bin froh darüber dass du zur Kenntnis nimmst, dass ich lediglich auf Plattformen der Neuen Rechten nach sachlichen Argumenten gebannt wurde. Und dass dies dem lauten Geschrei der Neuen Rechten nach Meinungsfreiheit ziemlich zuwider läuft. Deiner These jedoch, dass es bei linken Plattformen nur auf die Form ankommt, kann ich nicht zustimmen. Natürlich habe ich in linken und linksextremen Kreisen im gleichen Stil geschrieben und diskutiert, wie auf rechten Plattformen: Kein Gendern, keine pluralistische Offenheit, sondern nüchtern und alltagssprachlich gängig, wie hier auch. Hat vielleicht gelegentlich mal zu Kritik, aber NIE zu einem Bann geführt. Auch nicht bei meinen Forschungskollegen. Keine Ahnung woher du deine These nimmst – hat dir mal jemand über den Mund gebügelt, weil du nicht Mitarbeiter*innen gesagt hast?

PS: Dass du dein Statement damit schließt, uns aufgrund unserer schweren Ideologisierung ein „Denkmuster des Rassismus“ wie in „jeder anderen faschistischen Ideologie“ zu unterstellen, also im Klartext „IHR seid doch die Faschisten“ zu sagen.. das ist so was von klischeebeladen für jede Diskussion im Spektrum der Neuen Rechten, das grenzt schon an Satire. Oh my god! You shouldn’t have said that, young Padawan.




JanHe
Beiträge: 464

Re: Wie würdet Ihr diese Interviewaufnahmen nachträglich bearbeiten?

Beitrag von JanHe » So 26 Jan, 2020 15:18

Wir werden uns wohl nicht mehr einig hier. Und ja, habe bereits an Debattierklubs, Philosophievorträgen meiner Uni teilgenommen und mich sowohl mit der Primär- und Sekundärliteratur zu Steiner auseinandergesetzt, und da werden wir sicherlich auch andere Meinungen haben. That's life. Sage ich doch selber. ;-)
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