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"Halber" Drehtag - Berechnung/Definition



Filmen als Beruf: Hier geht´s um Themen wie: Tarifliches, Kundenkommunikation, Abnahmen und wieviel man für bestimmte Aufträge verlangen kann
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klusterdegenerierung
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Re: "Halber" Drehtag - Berechnung/Definition

Beitrag von klusterdegenerierung » Fr 09 Aug, 2019 12:39

Hm, so richtig verstehen kann ich die Aussage nicht, denn ob Du früh oder spät Deine Klamotten packst ist ja nicht Gesamtzeit relevant, ebenso die Arbeitszeit als solche, die wird doch auch nicht länger oder kürzer, 4 Std. sind 4 Std.

Aber nehmen wir zb mal an man soll eine Hohlkehle mit Licht etc. aufbauen um dort Leute zu interviewen oder zu fotografieren. Wenn ich nun 10 Leute in Summe habe und ich dies an 2 halben Tagen machen muß, kann ich 2x auf und abbau inkl. Rüstzeiten in Rechnung stellen, die natürlich Gewinnträchtig sein müßen.

Ziehe ich alle 10 an einem Tag durch, kann ich nur 1x Fahrten 1x Auf Abbbau und Rüßtzeit berechnen.
Zudem finde ich einen halben Tag viel angenehmer, oft kann man die Postpro dafür direkt da dran hängen und hat noch mal ein paar Stunden damit im Sack und hat ganz gut was geschafft oder man hat noch mal zeit für den Baumarkt oder die Familie.

Ausserdem wird man ja auch nicht jünger und ganze Tage sind nicht unanstrengend! ;-))
Ausserdem nicht unwichtig, öfteres treffen mit Kunden schafft Kundenbindung, ganz ohne eigenen Aufwand. :-)

Hinzukommt das es ein Unterschied ist ob der Kunde in eins einen tausender bezahlen muß, oder erstmal die Hälfte und ne Woche später noch mal die Hälfte und im Idealfall sind beide Hälften zusammen mehr als eine ganze, sieht aber weniger aus.
"Es reicht nicht keine Ideen zu haben, man muß auch unfähig sein sie umzusetzen!"




Jott
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Re: "Halber" Drehtag - Berechnung/Definition

Beitrag von Jott » Fr 09 Aug, 2019 13:39

rainermann hat geschrieben:
Fr 09 Aug, 2019 11:37
Vielleicht sollte ich meinen 400,- Satz tatsächlich mal etwas anpassen. Aktuell habe ich 450,- für den ½-Tag-Job kalkuliert, der eben reinkam.
Was immer alle One-Man-Shows vergessen: man kann auch mal krank sein, Urlaub machen, eine Doppelbuchung bekommen.

Heißt: freien Mitarbeiter des Vertrauens hinzuziehen. Den interessiert die Halber-Tag-Philosophie nicht die Bohne, der will immer denen vollen Tagessatz. Und Fahrtzeiten berechnte der auch voll. Bedeutet: der "halbe" Tag muss deutlich mehr kosten als der Tagessatz des Freien (plus Technik), sonst wird's ein Minusgeschäft. Gilt natürlich auch für volle Tage: immer schön teurer sein als andere ist aus verschiedenen Gründen sehr wichtig.




rainermann
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Re: "Halber" Drehtag - Berechnung/Definition

Beitrag von rainermann » Fr 09 Aug, 2019 13:50

@kluster: Bin da komplett auf Deiner Seite. Ich wollte nur das Thema "½ Drehtag ist eigentlich fast nie nur ein halber Tag" aufgreifen, weil man den Rest des Tages meist wegwerfen kann, wenn man übliche Vor- und Nachbereitungen mit einberechnet und dann das ganze meist auch mitten am Tage stattfindet. Im aktuellen Falle ist es für mich halt mal tatsächlich so, dass es durch die frühe Zeit und wenig Vor- und Nacharbeit (nur Kamera/Stativ/Mikro, Material direkt weitergeben) tatsächlich auch zeitlich mal nur ein halber Tag sein wird und ich wahrscheinlich um 10:00 morgens schon wieder beim Kind und Kegel daheim sein werde.
Klar, der Preis wäre der gleiche gewesen, wenn es um 12:00 stattgefunden hätte. Oder um 14:00. Da ändert sich für den Kunden nichts. Nur daran, ob das für mich überhaupt so weiterhin Sinn machen würde mit dem aktuellen Preis. Und nach all den Antworten hier werde ich die 400,- auf jeden Fall nach oben hin etwas anpassen. Es gibt einfach keine halben Tage, es gibt sie so gut wie nie mit all dem Firlefanz vorne und hinten. Bis auf besondere Kunden (siehe Jott) oder besondere Glücksfälle. Die Filmerei ist halt nun mal immer mehr, als nur die Cam aus dem Regal nehmen, rec. drücken und sie wieder ins Regal stellen. Es sei denn, man macht nur noch EB. Aber ja nicht mal da.




rainermann
Beiträge: 1452

Re: "Halber" Drehtag - Berechnung/Definition

Beitrag von rainermann » Fr 09 Aug, 2019 13:57

Jott hat geschrieben:
Fr 09 Aug, 2019 13:39
rainermann hat geschrieben:
Fr 09 Aug, 2019 11:37
Vielleicht sollte ich meinen 400,- Satz tatsächlich mal etwas anpassen. Aktuell habe ich 450,- für den ½-Tag-Job kalkuliert, der eben reinkam.
Was immer alle One-Man-Shows vergessen: man kann auch mal krank sein, Urlaub machen, eine Doppelbuchung bekommen.

Heißt: freien Mitarbeiter des Vertrauens hinzuziehen. Den interessiert die Halber-Tag-Philosophie nicht die Bohne, der will immer denen vollen Tagessatz. Und Fahrtzeiten berechnte der auch voll. Bedeutet: der "halbe" Tag muss deutlich mehr kosten als der Tagessatz des Freien (plus Technik), sonst wird's ein Minusgeschäft. Gilt natürlich auch für volle Tage: immer schön teurer sein als andere ist aus verschiedenen Gründen sehr wichtig.
Ok. Wenn ich aber dann auf Dauer beim Tagessatz nicht generell doppelt so teuer sein möchte, als die anderen, wären wir ja wieder beim Thema " ½ Tag kostet soviel, wie ein ganzer", oder? Würde laut Deiner Logik Sinn machen (und im Grunde nach meiner Erfahrung ja auch) "immer schön teurer sein, als andere" könnte durchaus auch eine Überlegung wert sein.




Framerate25
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Re: "Halber" Drehtag - Berechnung/Definition

Beitrag von Framerate25 » Fr 09 Aug, 2019 14:46

Und deswegen...trommelwirbel....Festpreisangebote erstellen. Wer genug Erfahrung hat, watt der ganze Unsinn kostet, kalkuliert das mit ein und der Kunde freut sich das keine Fahrtzeiten, Urlaub, Goldhamster in der Rechnung auftauchen.

Und alle sind glücklich- zumeist. 😉🎥
Einfach mal anders machen - alles andere gibts schon.




klusterdegenerierung
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Re: "Halber" Drehtag - Berechnung/Definition

Beitrag von klusterdegenerierung » Fr 09 Aug, 2019 15:50

Ich glaube hier wird das Produkt "halber Tag" tatsächlich in vielerlei Varianten ausgelegt.
Für meine Seite bedeutet ein halber Tag wirklich die Zeit die ich für den Kunden verbringe, egal welche Arbeiten das sind, eben auch Rüstzeiten etc. und Fahrten kommt eh extra.

Nur aus der Perspektive ergibt es einen Sinn, denn alle Zeiten die man sonst so für einen Tagesjob aufwendet, sind beim halben Tag die gleichen, wenn ich dies dann 2x berechnen kann, verstehe ich euer maulen nicht.

Nehmen wir am TO den Preis von 400€ für halben Tag.

- 1x Std. Aufbau
- 2,5 Std. Dreh
- 0,5 Std. Abbau
- An-Abfahrt 150km = 45€
- Orga 30€
Summe: 475€
Gesamt für 2x halbe Tage= 950€


Beispiel ganzen Drehtag
- 1x Std. Aufbau
- 6x Std. Dreh
- 0,5 Std. Abbau
- An-Abfahrt 150km = 45€
- Orga 30€
Summe: 875€
Gesamt für einen ganzen Tag= 875€

Sollte jetzt einleuchten, oder? ;-)

Von Festpreisen halte ich nix denn der Kunde will eh nur das bezahlen was tatsächlich geleistet wurde,
es sei denn es geht zu gunsten des Kunden, dann will der aber meißtens nix vom Mehraufwand hören, denn war ja ein Festpreis.
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Framerate25
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Re: "Halber" Drehtag - Berechnung/Definition

Beitrag von Framerate25 » Fr 09 Aug, 2019 16:10

Interessant, Du hälst nix davon, hast kundenseitig aber auch kein Feedback und rechnest Dir ne Liste, bei welcher jeder Auftraggeber erstmal Kaffee holen geht. ;)
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klusterdegenerierung
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Re: "Halber" Drehtag - Berechnung/Definition

Beitrag von klusterdegenerierung » Fr 09 Aug, 2019 16:24

Wieso? Ist doch lediglich ein Beispiel dafür, wenn es 2 halbe Tage geben könnte statt einen ganzen, die 2 halbe nicht schlechter da stehen und das man ja bei 2 halben Tagen auch 2 mal dahin fahren muß und auch 2x das ganze gerümpel aufbauen muß hast Du ja auch verstanden.

Auch das es hier nicht um eine Masche geht sondern nur für die eventualität, das dem Kunden 2 halbe Tage lieber sind als ein ganzer.

Bei mir kommt dies oft vor da zb. zu fotografierende Leute nur halbtags da sind oder ein Raum nicht so lange frei ist.
Natürlich berate ich dann und erwähne das natürlich ein Tag günstiger ist, da man nicht alles 2 mal machen muß, es sei denn es ist direkt am nächsten Tag und man kann es stehen lassen.

Dies soll kein Verdienstmodel Pro Dienstleister sein, sondern lediglich ein Argument gegen das jammern das bei einem halben Tag nix rum kommt. Das ist einfach quatsch!
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Framerate25
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Re: "Halber" Drehtag - Berechnung/Definition

Beitrag von Framerate25 » Fr 09 Aug, 2019 17:09

Jaaaa, nachvollziehbar Guido.

Aaaaber, da würde ich auch gerne mehr zu schreiben- aber keine bei Mammi wohnenden Hipster füttern ;)

Jetzt klar weswegen „Kühlschrankvollmachabteilung“?

Das sind meine Erfahrungen, teils auch durch hohen Verlust entstanden. Die teile ich nicht einfach jedem. ;)
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klusterdegenerierung
Beiträge: 13953

Re: "Halber" Drehtag - Berechnung/Definition

Beitrag von klusterdegenerierung » Fr 09 Aug, 2019 18:02

Soso haben wollen ja, aber geben nein? ;-)
"Es reicht nicht keine Ideen zu haben, man muß auch unfähig sein sie umzusetzen!"




Framerate25
Beiträge: 930

Re: "Halber" Drehtag - Berechnung/Definition

Beitrag von Framerate25 » Fr 09 Aug, 2019 18:11

klusterdegenerierung hat geschrieben:
Fr 09 Aug, 2019 18:02
Soso haben wollen ja, aber geben nein? ;-)
Warum? Wenn Mitglieder ab 150 produktiven Beiträgen in die Gruppe „Geschäftlich“ übergehen, könnten sie ja von den Erfahrungen profitieren. Kein Problem.

Nur hier kann das jeder Hans und Franz mitlesen, das ist etwas too much, geht ja nicht um Hobby.
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Alf302
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Re: "Halber" Drehtag - Berechnung/Definition

Beitrag von Alf302 » Sa 10 Aug, 2019 03:48

1 Minute fertiger Film kostet 1000 Euro und Basta




freezer
Beiträge: 1681

Re: "Halber" Drehtag - Berechnung/Definition

Beitrag von freezer » Sa 10 Aug, 2019 04:24

klusterdegenerierung hat geschrieben:
Fr 09 Aug, 2019 15:50

Nur aus der Perspektive ergibt es einen Sinn, denn alle Zeiten die man sonst so für einen Tagesjob aufwendet, sind beim halben Tag die gleichen, wenn ich dies dann 2x berechnen kann, verstehe ich euer maulen nicht.

Nehmen wir am TO den Preis von 400€ für halben Tag.

- 1x Std. Aufbau
- 2,5 Std. Dreh
- 0,5 Std. Abbau
- An-Abfahrt 150km = 45€
- Orga 30€
Summe: 475€
Gesamt für 2x halbe Tage= 950€


Beispiel ganzen Drehtag
- 1x Std. Aufbau
- 6x Std. Dreh
- 0,5 Std. Abbau
- An-Abfahrt 150km = 45€
- Orga 30€
Summe: 875€
Gesamt für einen ganzen Tag= 875€
1. Hast Du in Deiner Beispielrechnung bei den zwei halben Tagen vergessen, dass Du zweimal die Strecke hin und zurück legst, also sind es 300 km mit 90 Euro. Dazu kommt, dass Du dabei dem Kunden 4 Stunden Fahrtzeit schenkst, sowie die Zeit für Be- und Entladen des Fahrzeugs.

2. Deine Rechnung klappt nur, wenn Du am zweiten Tag nicht einen anderen Auftrag machen könntest, Du also in Wahrheit eine schlechte Auslastung hast. Hättest Du aber dafür einen anderen Auftrag sausen lassen müssen, hätte Dich das effektiv 800 oder mehr gekostet.

Ich finde es ja lustig (und auch traurig), dass wir Kreativen uns da oft genug von Kunden ausnutzen lassen. Vor kurzem hatte ich eine Anfrage einer großen Versicherung, ein Video über einen Teamtag zu machen - aber es gäbe leider kein großes Budget - im Anhang der E-Mail war der Tagesablauf dabei: knapp 50 Mitarbeiter der Führungsetage inkl. Vorständen, in einem der teuersten Hotels der Region, mit Abendgala und Off-road Rennen.
Der Film soll rund 4 Minuten lang sein und die Highlights des Tages zeigen, aber ohne Sprecher, aber mit Interviews der Mitarbeiter vorher und nachher.
Achja, und bitte Fotos soll ich auch machen.

Aufgrund des dichten Porgrammes und der Größe des Geländes hätte ich da mit einem zweiten Kameramann kommen müssen. Interviews alleine machen ist auch nicht gerade sinnvoll. Daraus eine sehenswerte Geschichte im Schnitt zu machen, kostet auch Zeit. Verpackungsdesign im CI Stil gibts auch nicht umsonst.

Auf Nachbohren sind sie dann mit dem Budget rausgerückt: 1.500 würden sie zahlen, inklusive Steuer, da sie ja als Versicherung sich die Umsatzsteuer nicht holen können.

5000 Euro inklusive Steuer hab wir vor ein paar Jahren dem Elektriker bezahlt: neuer Sicherungskasten in der Wohnung plus neue Leitungen in die Küche legen - 1 Tag Stemmarbeiten, 1 Tag Hauptleitungen ziehen und verputzen (sämtliche Steckdosen in der Küche habe ich dann später selbst verkabelt und montiert) 1 Obermonteur und 1 Lehrling.
Anfahrtspauschale haben die übrigens auch reingerechnet, die Firma liegt keine 3 Minuten von uns entfernt.


Ein Anwalt hat mir auf seiner Rechnung sogar das "Ablegen und Archivieren von E-Mails" verrechnet - mit 30 Euro - pro E-Mail. Und das bei einem Stundensatz von 300 Euro.
LAUFBILDkommission
Robert Niessner - Graz - Austria
Blackmagic Cinema Blog
www.laufbildkommission.wordpress.com




Frank Glencairn
Beiträge: 9425

Re: "Halber" Drehtag - Berechnung/Definition

Beitrag von Frank Glencairn » Sa 10 Aug, 2019 07:33

Ja, die viele hier orientieren sich preislich eher an Hilfsarbeitern statt an Handwerkern.
Der Gas-Wasser-Scheiße Fritze, der neulich hier war hat für ne Stunde Leitung abdichten 120,- plus Anfahrt aufgerufen.




Framerate25
Beiträge: 930

Re: "Halber" Drehtag - Berechnung/Definition

Beitrag von Framerate25 » Sa 10 Aug, 2019 08:15

Zur Orientierung vielleicht mal die Statistiken aus Dienstleistern der letzten Jahre:

https://www-genesis.destatis.de/genesis ... 61311-0005
Einfach mal anders machen - alles andere gibts schon.




speven stielberg
Beiträge: 302

Re: "Halber" Drehtag - Berechnung/Definition

Beitrag von speven stielberg » Sa 10 Aug, 2019 10:30

Alf302 hat geschrieben:
Sa 10 Aug, 2019 03:48
1 Minute fertiger Film kostet 1000 Euro und Basta
Das sag ich auch immer. Kurz und schmerzlos. Allerdings schreckt "Tausend Euro pro Minute" viele ab. Deshalb ist die Aufdröselung in Einzelpositionen wahrscheinlich strategisch günstiger. Anhand der Einzelpositionen sieht der Kunde, was da alles an Arbeit drin steckt, bzw. was ich für die Tausend Euro alles leisten muss.




Jott
Beiträge: 16327

Re: "Halber" Drehtag - Berechnung/Definition

Beitrag von Jott » Sa 10 Aug, 2019 11:15

Cool, dann dürft ihr den nächsten Werbespot für mich produzieren. 30 Sekunden 500 Euro. Deal!

Im Ernst: Auftragsfilm nach Minutenpreisen? Das war im letzten Jahrhundert mal gängig, und nur deswegen waren damals Industrie- und Imagefilme 20 Minuten lang! :-)




nic
Beiträge: 1982

Re: "Halber" Drehtag - Berechnung/Definition

Beitrag von nic » Sa 10 Aug, 2019 11:27

speven stielberg hat geschrieben:
Sa 10 Aug, 2019 10:30
Alf302 hat geschrieben:
Sa 10 Aug, 2019 03:48
1 Minute fertiger Film kostet 1000 Euro und Basta
Das sag ich auch immer. Kurz und schmerzlos. Allerdings schreckt "Tausend Euro pro Minute" viele ab. Deshalb ist die Aufdröselung in Einzelpositionen wahrscheinlich strategisch günstiger. Anhand der Einzelpositionen sieht der Kunde, was da alles an Arbeit drin steckt, bzw. was ich für die Tausend Euro alles leisten muss.
Tausend Euro pro Minute? Da wären wir längst insolvent... 2-20k sind‘s wohl eher.




Alf302
Beiträge: 234

Re: "Halber" Drehtag - Berechnung/Definition

Beitrag von Alf302 » Sa 10 Aug, 2019 11:46

Dass die die mit Applegeräten arbeiten nicht um Kilometergeld feilschen wollen ist Klar.

;-(




speven stielberg
Beiträge: 302

Re: "Halber" Drehtag - Berechnung/Definition

Beitrag von speven stielberg » Sa 10 Aug, 2019 12:18

Damit hier nicht weiter alle aneinander vorbeischreiben, sollte man vielleicht mal wieder klarstellen, dass es hier Profis und Menschen mir Knipsfilmdingens (© s.stielberg) gibt.
Das ind zwei komplett verschiedene Welten. Der eine dreht nen Tatort und kann dann - mit Statisten, Ton-, Beleuchtungs- und weiß der Geier was noch für Teams - 20000 Euro pro Minute abrechnen.
Die vielen One-Man-Shows mit Knipsfilmdingens hier, die ein Imagefilmchen für den Friseur um die Ecke machen, werden hingegen Schwierigkeiten haben, dem klarzumachen, dass das Filmchen 1000 Euro pro Minute kostet.

Meine Filmerei scheitert zum Beispiel meist am Preis. 1000 Euro pro Minute ist den meisten zu teuer. Aber ich filme ja - Gott sei Dank - auch nur nebenbei und muss nicht davon leben.

Edit: Sprich: wenn einer bereit ist die 1000 Euro pro Minute zu zahlen, dann mach ich gerne ein Filmchen. Wenn nicht, dann eben nicht. Andererseits: 2000 Euro pro Minute wäre für meine Filmchen wiederum größenwahnsinnig.




nic
Beiträge: 1982

Re: "Halber" Drehtag - Berechnung/Definition

Beitrag von nic » Sa 10 Aug, 2019 12:36

Alf302 hat geschrieben:
Sa 10 Aug, 2019 11:46
Dass die die mit Applegeräten arbeiten nicht um Kilometergeld feilschen wollen ist Klar.

;-(
Das hat nichts mit Applegeräten zu tun. Der Großteil der Kosten entsteht durch Arbeitsaufwand.




klusterdegenerierung
Beiträge: 13953

Re: "Halber" Drehtag - Berechnung/Definition

Beitrag von klusterdegenerierung » Sa 10 Aug, 2019 12:39

freezer hat geschrieben:
Sa 10 Aug, 2019 04:24
klusterdegenerierung hat geschrieben:
Fr 09 Aug, 2019 15:50

Nur aus der Perspektive ergibt es einen Sinn, denn alle Zeiten die man sonst so für einen Tagesjob aufwendet, sind beim halben Tag die gleichen, wenn ich dies dann 2x berechnen kann, verstehe ich euer maulen nicht.

Nehmen wir am TO den Preis von 400€ für halben Tag.

- 1x Std. Aufbau
- 2,5 Std. Dreh
- 0,5 Std. Abbau
- An-Abfahrt 150km = 45€
- Orga 30€
Summe: 475€
Gesamt für 2x halbe Tage= 950€


Beispiel ganzen Drehtag
- 1x Std. Aufbau
- 6x Std. Dreh
- 0,5 Std. Abbau
- An-Abfahrt 150km = 45€
- Orga 30€
Summe: 875€
Gesamt für einen ganzen Tag= 875€
1. Hast Du in Deiner Beispielrechnung bei den zwei halben Tagen vergessen, dass Du zweimal die Strecke hin und zurück legst, also sind es 300 km mit 90 Euro. Dazu kommt, dass Du dabei dem Kunden 4 Stunden Fahrtzeit schenkst, sowie die Zeit für Be- und Entladen des Fahrzeugs.

2. Deine Rechnung klappt nur, wenn Du am zweiten Tag nicht einen anderen Auftrag machen könntest, Du also in Wahrheit eine schlechte Auslastung hast. Hättest Du aber dafür einen anderen Auftrag sausen lassen müssen, hätte Dich das effektiv 800 oder mehr gekostet.

Ich finde es ja lustig (und auch traurig), dass wir Kreativen uns da oft genug von Kunden ausnutzen lassen. Vor kurzem hatte ich eine Anfrage einer großen Versicherung, ein Video über einen Teamtag zu machen - aber es gäbe leider kein großes Budget - im Anhang der E-Mail war der Tagesablauf dabei: knapp 50 Mitarbeiter der Führungsetage inkl. Vorständen, in einem der teuersten Hotels der Region, mit Abendgala und Off-road Rennen.
Der Film soll rund 4 Minuten lang sein und die Highlights des Tages zeigen, aber ohne Sprecher, aber mit Interviews der Mitarbeiter vorher und nachher.
Achja, und bitte Fotos soll ich auch machen.

Aufgrund des dichten Porgrammes und der Größe des Geländes hätte ich da mit einem zweiten Kameramann kommen müssen. Interviews alleine machen ist auch nicht gerade sinnvoll. Daraus eine sehenswerte Geschichte im Schnitt zu machen, kostet auch Zeit. Verpackungsdesign im CI Stil gibts auch nicht umsonst.

Auf Nachbohren sind sie dann mit dem Budget rausgerückt: 1.500 würden sie zahlen, inklusive Steuer, da sie ja als Versicherung sich die Umsatzsteuer nicht holen können.

5000 Euro inklusive Steuer hab wir vor ein paar Jahren dem Elektriker bezahlt: neuer Sicherungskasten in der Wohnung plus neue Leitungen in die Küche legen - 1 Tag Stemmarbeiten, 1 Tag Hauptleitungen ziehen und verputzen (sämtliche Steckdosen in der Küche habe ich dann später selbst verkabelt und montiert) 1 Obermonteur und 1 Lehrling.
Anfahrtspauschale haben die übrigens auch reingerechnet, die Firma liegt keine 3 Minuten von uns entfernt.


Ein Anwalt hat mir auf seiner Rechnung sogar das "Ablegen und Archivieren von E-Mails" verrechnet - mit 30 Euro - pro E-Mail. Und das bei einem Stundensatz von 300 Euro.
Oh Roland entschuldige das ich statt je 300km die 150km gerechnet habe, habe ich übersehen und ja natürlich muß ich da zweimal hinfahren sind ja auch 2 Drehtage und alles wird 2x berechnet.

Aber ist eh latte, jeder macht es so wie er will.
Der mit der auslastung war echt gut, arbeitest Du den Monat voll als Selbsständiger, jeden Tag, WOW und dann noch Zeit für solche Amateurthemen hier?????
"Es reicht nicht keine Ideen zu haben, man muß auch unfähig sein sie umzusetzen!"




Drushba
Beiträge: 1616

Re: "Halber" Drehtag - Berechnung/Definition

Beitrag von Drushba » Sa 10 Aug, 2019 13:40

speven stielberg hat geschrieben:
Sa 10 Aug, 2019 12:18
Damit hier nicht weiter alle aneinander vorbeischreiben, sollte man vielleicht mal wieder klarstellen, dass es hier Profis und Menschen mir Knipsfilmdingens (© s.stielberg) gibt.
Das ind zwei komplett verschiedene Welten. Der eine dreht nen Tatort und kann dann - mit Statisten, Ton-, Beleuchtungs- und weiß der Geier was noch für Teams - 20000 Euro pro Minute abrechnen.
Die vielen One-Man-Shows mit Knipsfilmdingens hier, die ein Imagefilmchen für den Friseur um die Ecke machen, werden hingegen Schwierigkeiten haben, dem klarzumachen, dass das Filmchen 1000 Euro pro Minute kostet.

Meine Filmerei scheitert zum Beispiel meist am Preis. 1000 Euro pro Minute ist den meisten zu teuer. Aber ich filme ja - Gott sei Dank - auch nur nebenbei und muss nicht davon leben.

Edit: Sprich: wenn einer bereit ist die 1000 Euro pro Minute zu zahlen, dann mach ich gerne ein Filmchen. Wenn nicht, dann eben nicht. Andererseits: 2000 Euro pro Minute wäre für meine Filmchen wiederum größenwahnsinnig.
Der Friseur um die Ecke braucht keinen Imagefilm, darum ist er auch die falsche Zielgruppe. Sein Umsatz wird dadurch nicht steigen und keine der 50+ jährigen Damen, die den Hauptumsatz ausmachen, wird sich aufgrund von Youtubevideos für einen Haarschneider entscheiden. Das weiss vermutlich jeder Friseur und ist daher auch nur bereit Spasspreise zu bezahlen. Das gilt für viele Branchen, der geringe Preis ist IMHO ein sicherer Indikator dafür. Auf der anderen Seite gibt es jede Menge Filmer, die bereit sind, ihre kreative Lebenskraft auf solche Bereiche zu verschwenden und gerade mal Handwerkerpreise oder weniger zu berechnen. Bessere Jobs gibts doch genug - verstehe das wer will.)
"Was immer du tust, irgendwann wirst du es bereuen." Thomas von Aquin 1225-1274




freezer
Beiträge: 1681

Re: "Halber" Drehtag - Berechnung/Definition

Beitrag von freezer » Sa 10 Aug, 2019 13:54

@ Guido
Schade, dass Du Dich nicht mal an meinen richtigen Vornamen erinnern kannst...

Ich komme im Schnitt auf 70-80% Auslastung, zu Stoßzeiten sogar auf weit über 100%, sprich ich muss bis spät in die Nacht und am Wochenende durcharbeiten.
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klusterdegenerierung
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Re: "Halber" Drehtag - Berechnung/Definition

Beitrag von klusterdegenerierung » Sa 10 Aug, 2019 17:29

@Robert,
keine Ahnung warum hier alle immer sofort so eine Welle machen als wollte man ihnen das Förmchen wegnehmen.
Für mich gibt es als Selbstständiger diese dogmatischen konformitäten nicht, ein Tag ist so lang wie ich ihn brauche und wenn ich einen pseudo halben Tag mit 5,5 Std. hinter mich habe gibt es da keinen oh jetzt habe ich ja nur noch 2,5 Std. was ja leider garkein halber Tag mehr ist und weswegen ich ja dann auch lustigerweise diese 2,5 Std. verliere die dann plötzlich wertlos sind!

Ich hänge an die 2,5 Std. so viele Stunden bzw Tage dran wie ich brauche.
Selbst wenn einer nicht wie wir bis in die Nacht und am Wochenende arbeiten möchte verstehe ich diese krude Denkweise nicht, denn selbst wenn ich an diesem vermeintlichen Tag nur noch 2,5 Std. Arbeitszeit über habe, ja dann mache ich in dieser Zeit entweder bei einem anderen Postpro Auftrag weiter oder bereite für den letzten schon mal die Postpro vor, also kopieren auf Platten, Sichten und Selektieren usw und wer mir dann kommt mit ja da hast Du aber vergessen das der halbe Tag ja keiner war sondern länger gedauert hat und jetzt machst Du wieder unbezahlte Dinge!

Tja wenn einer die Zeit dieses etwas längeren halben Tag nicht als solchen berechnen kann und auch nicht die 2,5 Std. danach, der hat die Rechnung tatsächlich nicht verstanden.

Ist doch unterm Strich völlig latte wo wann wie lange ich an etwas am Tag und in der Woche arbeite, ich muß es nur berechnen können, dann ist es egal ob es nach einem 6Std. halben Tag nur noch 2 Std. sind, da es trotzdem wieder 8 sind die man berechnet.
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Jalue
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Re: "Halber" Drehtag - Berechnung/Definition

Beitrag von Jalue » So 11 Aug, 2019 11:45

Die Kernfrage ist weniger, ob und wie man halbe Tage abrechnet (einige Modelle wurden genannt, mein Modus ist „ähnlich“), sondern ob und wann man sich darauf einlässt.

Bei einer schnellen Sache, die man inklusive Fahrtzeiten und ggf. Upload des Rohmaterials locker in 4-5 Stunden erledigen kann, mache ich auch mal ne halbe Schicht.

Allerdings ist das eher selten der Fall, spätestens wenn auch Postpro gewünscht ist, sind fünf Stunden kaum zu halten, selbst wenn es nur um einen aktuellen 1:30er geht. Vielen Kunden ist das nicht bewusst, andere wissen es sehr wohl, formulieren die Anfrage aber bewusst vage („ganz kurze Nummer, kleiner Termin“), um den Aufwand zu verschleiern - gerne verbunden mit der Aufforderung, sofort zuzusagen.

Da sollten die roten Lämpchen aufblinken. Mein Tipp an junge KollegInnen: Nicht drauf einlassen, vielmehr nachhaken, bis man alle nötigen Infos hat, ggf. Rückruf vereinbaren und die Sache in Ruhe durchkalkulieren. Dann konsequent auf dem realistischen Preis beharren, denn wie hier schon erwähnt:

Von Dumpinghonoraren kommt man nicht mehr herunter, man hilft nur, sie als Standard zu etablieren - und sich selbst als "willigen Billigheimer", dessen Arbeit auch nicht mehr wert ist.




klusterdegenerierung
Beiträge: 13953

Re: "Halber" Drehtag - Berechnung/Definition

Beitrag von klusterdegenerierung » So 11 Aug, 2019 12:39

Jalue hat geschrieben:
So 11 Aug, 2019 11:45
Allerdings ist das eher selten der Fall, spätestens wenn auch Postpro gewünscht ist, sind fünf Stunden kaum zu halten,
Da ist der Pudelskern begraben, genau diese Denke ist hinderlich, aber vielleicht gehört das zu der art vieler hier?
Denn was sagt dieser Satz aus, das man einen Preis oder eine Zeit veranschlagt hat, die man nicht halten kann.

Wenn ein Kunde bei diesem Job die Frage stellt wie lange dies dauert, kann man aus Erfahrungen schöpfen, es kann aber immer anders kommen und dies darf nicht der eigene Nachteil sein!

Wenn ich 4 Std. schätze und es wurden 5, muß ich selbstverständlich 5 berechnen.
Es gibt natürlich auch Szenarien oder Kunden die von vornherein sagen, mehr als 4 Std. will oder kann ich nicht bezahlen, kann man machen, muß man nicht.

Aber auch hier gilt auch wieder, wenn was zu den 5 Std. extra dazu kommt, wie Orga oder Postpro, dann muß auch dies entsprechend berechnet werden.

Es kommt also immer wieder, zu mindest für mich, auf das gleiche raus, wer seine getane Arbeit nicht berechnen kann, hat vielleicht ein falsches Modell oder läßt sich auf deals ein, die muß aber jeder abwägen und gehört nicht zu dieser Kalkulation.

Und nochmal als Denksport zu dem Argument, ein langer halber Tag macht den ganzen Arbeitstag kaputt.
Wenn ein Arbeitstag 8 Std. hat kann man dies im Ansatz denken, obwohl man ja am nächsten weitermachen könnte.

Geht man von einem 12 oder mehr Stundentag aus, kann ich auch 3 halbe Tage arbeiten.
Damit will ich nur darstellen, dies mit den halben Tagen und Stunden ist doch nur eine doktrine des 8 Stundentages, aber wer hat die schon als Selbständiger.
"Es reicht nicht keine Ideen zu haben, man muß auch unfähig sein sie umzusetzen!"




Jalue
Beiträge: 870

Re: "Halber" Drehtag - Berechnung/Definition

Beitrag von Jalue » So 11 Aug, 2019 13:26

Ich fürchte, mir ist nicht ganz klar, worauf du hinauswillst. Einerseits sei „diese Denke hinderlich“, andererseits forderst du, dass man seinen Zeitaufwand realistisch kalkuliert und abrechnet. Allerdings ginge das im Grunde ja gar nicht, schließlich sei es ja nun Definitionssache, ob ein Arbeitstag acht, zehn oder 12 Stunden habe …

Meinst du, man sollte nachträglich stunden- oder minutenweise abrechnen, so wie ein Klempner im Notdienst? Kann man probieren, ist aber nicht branchenüblich. Die meisten Kunden wollen vorab einen Endpreis wissen und ein wesentlicher Bezugspunkt ist dabei eben der „10-Stunden-Tag“, der sich in der Branche eingebürgert hat.

Letztlich ist die Frage aber rein technischer Natur, schließlich haben wir Vertragsfreiheit und wer will, kann auch eine Vergütung in Äpfeln oder Kartoffelsäcken vereinbaren, Menge abhängig von der Windgeschwindigkeit. Wenn er denn kann, und da liegt der Hase im Pfeffer.

Erfahrungsgemäß gibt es eine psychologische Falle bei Preisverhandlungen, gerade wenn das Geschäft mal flau läuft. Man „will den Job“, braucht das Geld, vielleicht auch die Referenzen, wenn man neu im Geschäft ist. Wider besseren Wissens redet man sich dann ein, die Sache sei schon irgendwie in fünf Stunden zu wuppen, obwohl es effektiv zehn Stunden dauert.

Viele Kunden wissen das natürlich und nutzen es aus. Gerade unerfahrene Kollegen sollten sich das bewusst machen - und das Spielchen nicht mitspielen. Subjektive Schätzung: Rund die Hälfte aller "Halbtages-Anfragen" sind Mogelpackungen.




rainermann
Beiträge: 1452

Re: "Halber" Drehtag - Berechnung/Definition

Beitrag von rainermann » So 11 Aug, 2019 13:45

Wenn man sich sagt, dass man als Selbständiger nicht im festen 9to5-Stunden-Festanstellungs-Gerüst hängt und man das auch problemlos nutzen kann, erinnert mich das an meine Zeit als Single und Anfänger im Filmbusiness. Stunden waren mir egal, ob Tag oder Nacht, ob Werktag oder Wochenende - alles egal, ich war Filmer zu 100%. Und das bin ich auch heute noch und kann mir auch kaum mehr anderes vorstellen. Aber mit Alter und Familie inkl. Kinder sieht die Sache dann doch wieder anders aus. Ist vielleicht auch ganz gut so. Das zieht einen wieder auf den Boden und verhindert auf Dauer vielleicht auch die blinde Selbstausbeutung. Andere Selbständige, Handwerker, Ärzte, wasweissich, arbeiten auch nicht dauerhaft 20Stunden/Tag, nur weil sie selbständig sind und es könnten. Einzelne Projekte mal ausgenommen, die das einfach mit sich bringen (sei es Filmprojekt oder auch Aufbau von etwas neuem...) Hatte ich auch viele und mache ich nach wie vor und auch sehr gerne (15 Tage a 15 Std. Kurzfilm am Stück z.B. Drehbuch war top, Bezahlung angemessen, war ne schöne Sache. Trotz Erschöpfung, die so groß war, dass ich wärend des Drehs einer kurzen Einstellung tatsächlich in den Sekundenschlaf fiel ;) ). Auch bin ich immer möglichst der erste und letzte am Set und vergesse auch meist Essen und Trinken. Aber das sollte halt nicht die Regel sein, sondern immer projektbezogen für einen fest definierten Zeitraum.
Trotz unterschiedlicher Meinungen hier, sehe ich viele Gemeinsamkeiten - jeder sieht das halt aus seinem Blickwinkel und nur dadurch mag sich das ein oder andere zwischen den Usern beissen. Aber unterm Strich scheint es ja doch so, dass zumindest jeder (natürlich!) darauf beharrt, entsprechende Arbeit entsprechend entlohnt zu bekommen.




klusterdegenerierung
Beiträge: 13953

Re: "Halber" Drehtag - Berechnung/Definition

Beitrag von klusterdegenerierung » So 11 Aug, 2019 14:33

Jalue hat geschrieben:
So 11 Aug, 2019 13:26
Ich fürchte, mir ist nicht ganz klar, worauf du hinauswillst. Einerseits sei „diese Denke hinderlich“, andererseits forderst du, dass man seinen Zeitaufwand realistisch kalkuliert und abrechnet. Allerdings ginge das im Grunde ja gar nicht, schließlich sei es ja nun Definitionssache, ob ein Arbeitstag acht, zehn oder 12 Stunden habe …
Da habe ich mich vielleicht missverständlich ausgedrückt aber ein paar sachen hast Du nicht verstanden, denn ich kann was planen, aber in Wirklichkeit kann es ganz anders werden, aber das muß man dann auch berechen, nochmal, wenn 4 Std. geplant und 5Std. benötigt wird, dann müßen auch 5Std. abgerechnet werden, so zieht sich das durch alles.

Die Geschichte mit dem 12 Stundentag vs 8 Std. Tag mußt Du lediglich wie ein Profil sehen, also in ein 8 Std. Tag gehen 2 halbe Tage und in einem 12 Std. Tag 3 halbe Tage.

Dies habe ich lediglich erwähnt damit man diesen Irrsinn von dem Gerede über wenn ein halber Tag kein halber Tag ist, habe ich ja keinen weiteren halben Tag und dann mache ich Verlußte.

Nochmal, Verlußte macht nur Der, der die "tatsächlich" geleistete Arbeit nicht in Rechnung stellen kann.
Für mich ist ein Arbeitstag kein 8 Stundentag, ich nehme mir die Zeit die ich brauche und manchamal mache ich 2 xtra lange halbe Tage an einem Tag und habe trotzdem noch ein paar Stunden.

Will damit sagen, ob ich die Stunden an diesem oder am nächsten mache, ich muß sie berechen und nochmal, hat Dein halber Tag 6 Stunden ist dies kein "halber Tag" mehr, sondern ein 6 Std. Job, wenn Du dann nur noch 2 Stunden arbeitetn willst ist ja Deine Sache, aber ob Du dann n dem Job noch 2 Stunden arbeitest und am Tag danach noch mal 2, hast Du wieder einen halben Tag, halber Tag ist also nur ein Hülle oder phrase.
"Es reicht nicht keine Ideen zu haben, man muß auch unfähig sein sie umzusetzen!"

Zuletzt geändert von klusterdegenerierung am So 11 Aug, 2019 14:47, insgesamt 1-mal geändert.




klusterdegenerierung
Beiträge: 13953

Re: "Halber" Drehtag - Berechnung/Definition

Beitrag von klusterdegenerierung » So 11 Aug, 2019 14:46

rainermann hat geschrieben:
So 11 Aug, 2019 13:45
Wenn man sich sagt, dass man als Selbständiger nicht im festen 9to5-Stunden-Festanstellungs-Gerüst hängt und man das auch problemlos nutzen kann, erinnert mich das an meine Zeit als Single und Anfänger im Filmbusiness. Stunden waren mir egal, ob Tag oder Nacht, ob Werktag oder Wochenende - alles egal, ich war Filmer zu 100%. Und das bin ich auch heute noch und kann mir auch kaum mehr anderes vorstellen. Aber mit Alter und Familie inkl. Kinder sieht die Sache dann doch wieder anders aus. Ist vielleicht auch ganz gut so. Das zieht einen wieder auf den Boden und verhindert auf Dauer vielleicht auch die blinde Selbstausbeutung. Andere Selbständige, Handwerker, Ärzte, wasweissich, arbeiten auch nicht dauerhaft 20Stunden/Tag, nur weil sie selbständig sind und es könnten. Einzelne Projekte mal ausgenommen, die das einfach mit sich bringen (sei es Filmprojekt oder auch Aufbau von etwas neuem...) Hatte ich auch viele und mache ich nach wie vor und auch sehr gerne (15 Tage a 15 Std. Kurzfilm am Stück z.B. Drehbuch war top, Bezahlung angemessen, war ne schöne Sache. Trotz Erschöpfung, die so groß war, dass ich wärend des Drehs einer kurzen Einstellung tatsächlich in den Sekundenschlaf fiel ;) ). Auch bin ich immer möglichst der erste und letzte am Set und vergesse auch meist Essen und Trinken. Aber das sollte halt nicht die Regel sein, sondern immer projektbezogen für einen fest definierten Zeitraum.
Trotz unterschiedlicher Meinungen hier, sehe ich viele Gemeinsamkeiten - jeder sieht das halt aus seinem Blickwinkel und nur dadurch mag sich das ein oder andere zwischen den Usern beissen. Aber unterm Strich scheint es ja doch so, dass zumindest jeder (natürlich!) darauf beharrt, entsprechende Arbeit entsprechend entlohnt zu bekommen.
Genau, aber das impliziert eben auch für mich das Privileg das sich mal eine Zeit oder Tage durchracker und dann einen ganzen Tag mit der Familie einen Tagesauslfug mache was für Angestellte so ohne weiteres nicht möglich ist.

Wer mir hier erzählen will er habe so viel zu tun das er sich keine Freiräume oder Zeitarangements schaffen kann, der braucht hier eh nicht mit zureden. Mir ging es nur darum dieses komische Denken über so Begriffe für halbe Tage zu überdenken, denn dieser ist ja nur dann existent, wenn ich dem Kunden das Versprechen mache alles an diesem zu schaffen und dann kommt raus es dauert doch 6 Std. und kann es nicht berechnen. Wenn ich es berechnen kann ist der Begriff nur ein Anhlatspunkt aber kein Abrechnungsmodell, für mich!
"Es reicht nicht keine Ideen zu haben, man muß auch unfähig sein sie umzusetzen!"




rainermann
Beiträge: 1452

Re: "Halber" Drehtag - Berechnung/Definition

Beitrag von rainermann » Di 13 Aug, 2019 21:34

So, eben kam ein Anruf, dass demnächst tatsächlich aus einem ganzen Drehtag 2 Halbe wurden, da jemand absprang. Was als Kompension berechnen... Bisher hatte ich ja nur fast ca.50% des Tages berechnet... nach dem Thread wurde mir auch klar, dass das auf Dauer zu wenig und unpassend ist. Muss mal überlegen und schauen, was an Mehraufwand hinzukäme. Denn gerade jetzt stehen einige Sachen in der Pipeline, da fällt dann praktisch wieder ein Tag weg, an dem ich z.B. zur Besprechung weiter weg gefahren wäre und das mit ein paar anderen Sachen verbinden wollte. Werd schon ne Lösung finden, die ich dann auch dauerhaft anwenden kann... kluster schrieb ja schon ganz passend, dass ihm 2 Halbe Tage mehr bringen, als ein ganzer. So sollte es auch sein.




klusterdegenerierung
Beiträge: 13953

Re: "Halber" Drehtag - Berechnung/Definition

Beitrag von klusterdegenerierung » Di 13 Aug, 2019 22:14

Haha lustig, und mir ist jetzt genau das gleiche passiert wie Dir, nur nicht als Ehrenamt, sondern als Auftrag!
Da werden 0815 unterbelichte gelbstichige mit mangelhaftem Ton versehen Aufnahmen, sauber ausgeleuchtete Aufnahmen mit top WB und Ton bevorzugt.

Manchmal ist man einfach sprachlos. ;-)
"Es reicht nicht keine Ideen zu haben, man muß auch unfähig sein sie umzusetzen!"




rainermann
Beiträge: 1452

Re: "Halber" Drehtag - Berechnung/Definition

Beitrag von rainermann » Di 13 Aug, 2019 22:35

klusterdegenerierung hat geschrieben:
Di 13 Aug, 2019 22:14
Haha lustig, und mir ist jetzt genau das gleiche passiert wie Dir, nur nicht als Ehrenamt, sondern als Auftrag!
Da werden 0815 unterbelichte gelbstichige mit mangelhaftem Ton versehen Aufnahmen, sauber ausgeleuchtete Aufnahmen mit top WB und Ton bevorzugt.

Manchmal ist man einfach sprachlos. ;-)
Thread verwechselt ? ;)




Jalue
Beiträge: 870

Re: "Halber" Drehtag - Berechnung/Definition

Beitrag von Jalue » Mi 14 Aug, 2019 09:44

rainermann hat geschrieben:
Di 13 Aug, 2019 21:34
So, eben kam ein Anruf, dass demnächst tatsächlich aus einem ganzen Drehtag 2 Halbe wurden, da jemand absprang. Was als Kompension berechnen... Bisher hatte ich ja nur fast ca.50% des Tages berechnet... nach dem Thread wurde mir auch klar, dass das auf Dauer zu wenig und unpassend ist.
So ist es. Letztlich bist du jetzt zwei Tage für die im Einsatz, kassierst nach dem 50% Modell aber nur ein Tageshonorar. Klar, theoretisch könntest du an beiden Tagen auch noch "für andere arbeiten", wenn die sich zufällig finden und die Drehzeiten zufällig kompatibel sind - was aber so gut wie nie vorkommt.

Halbe Tage müssen für den Kunden gerechnet auf das Honorar/Stunde deutlich teurer sein als ganze Tage - schon damit er nicht in Versuchung gerät, einen ganzen Drehtag in einen halben zu pressen, was bei 50% gerne probiert wird - verbunden mit der Erwartung, dass man es schon nicht so eng sieht, wenn's dann doch "ein bisschen länger dauert."




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