rush hat geschrieben: Fr 28 Okt, 2022 20:23
@Axel... Ich dachte Du bist sowieso in 4k HEVC mit GOP, sprich XAVC HS unterwegs?
Ich nutze das privat ausschließlich und habe XAVC-S-I schon länger keine Beachtung mehr geschenkt, da HEVC nicht nur platzsparend ist, sondern an modernen Systemen genauso flutscht - und ich visuell bisher auch keine Auffälligkeiten festgestellt habe die mich zu S-I drängen würden.
Nein, ich hatte kein HEVC getestet, nachdem in den ersten Wochen nach Erscheinen der A7S3 F-Stoppers Kompressionsartefakte fand. Und weil ich wie gesagt die anderen Datenraten (bzw. die Kosten für die Speicherkarten) nicht so furchtbar fand.
Ich habe die letzten drei Stunden mit Tests auf der Terrasse und anschließend am Rechner verbracht. All-I vs. Long-GOP vs HEVC. Bei 500% Vergrößerung sehe ich in der Tat sehr feine Unterschiede. So fein, dass ich das 45 Sekunden lange Youtube-Video, das ich hochgeladen habe, nun mit Rücksicht auf Funless (es enthält unheimlich starrende Katzen) nicht verlinke, weil es nach dem Processing nicht mehr aussagekräftig ist. Merkwürdigerweise sieht hier All-I und HEVC ziemlich gleich aus, nämlich in einer Hinsicht einen kleinen Ticken besser als Long-GOP a.k.a. XAVC-S. Und zwar, weil letzteres ein bisschen kantengeschärft aussieht. Das, obwohl im für alle gleichen PP8 Detail auf "-7" steht.
Es gibt zwei kleine Probleme, die ich mit dem HEVC habe. Das erste ist, es gibt auch in NTSC kein 30p, nur 24, 60 und 120. Und dann warnt die Kamera bei der Version 10-bit 4:2:2 schon, dass das eventuell nicht überall geschmiert läuft. Tut es dann auch in FCP zu meinem großen Erstaunen nicht so ganz. Es werden ausgelassene Bilder gemeldet, und wenn ich die Warnung wegschalte, läuft es zwar, aber ich bilde mir ein, dass es tatsächlich ruckelt. 10-bit 4:2:0 läuft völlig butterweich, aber ist eben schlechteres Chroma-Sampling. Vielleicht hast du da einen Tip.
pillepalle hat geschrieben: Sa 29 Okt, 2022 05:54Geht mir genauso. Ist zwar eine andere Kamera aber denoisen muss ich PRAW eigentlich nie. Eben nur wenn man die ISO richtig hoch dreht bzw sehr stark unterbelichtet. Da wo ich einen schnellen Turnarround brauche, filme ich aus praktischen Gründen oft in 10 Bit, aber die 12 Bit sieht man beim Editing irgendwie schon. Man bekommt gefühlt intensivere Farben, auch wenn ich die oft nacher wieder herunter drehe. Aber ich arbeite in RAW preinzipiell auch etwas anders und nutze da fast nie LUTs, sondern drehe mir alles von Hand zurecht.
Das mit den Farben betrifft wohl vor allem das slashCAM-Buzzword >Bearbeitungsspielraum<. Und weiter das, was cantsin mal irgendwo kürzlich geschrieben hat, dass Farbtemperaturangleichungen präziser werden bei höherer Farbtiefe. Oder anders ausgedrückt, was uns alle scharf macht ist der Farbkontrast, und der ist sehr oft ein Lichtfarben-Kontrast, sprich ein Mix aus unterschiedlichen Farbtemperaturen. Ich würde gerne mit 12 bit filmen. 12 bit sind besser als 10 bit, und 10 bit sind besser als 8 bit. Nur wenn ich an den zusätzlichen Aufwand denke, bescheide ich mich gerne mit 10.
Na und? Im Fernsehen wird ja auch alles wiederholt ...