| Rechner für Videoschnitt?
Frage von Felix E. Klee:
Hallo,
für eine Bekannte suche ich ein System für Video-Schnitt (;Quelle z.Zt. Canon HV30). Als Budget für die folgenden Komponenten stehen zunächst 400 EUR zur Verfügung.
Hauptplatine, Hauptprozessor, Arbeitsspeicher, Festplatte, Grafikkarte
Weil auf dem System auch mal OS-X installiert werden soll, ist die Wahl der Komponenten eingeschränkt, im wesentlichen auf Gigabyte- Mainboards, Intel CPUs und NVIDIA-Grafikkarten. [1]
Was ich mal zusammengestellt habe:
* Gigabyte GA-EP35-DS4: 110 EUR
* Intel Core 2 Duo E6750, 2x 2.67GHz, 333MHz FSB , 4MB shared Cache: 130 EUR
* 4 x 1GB 800 MHz DDR2 RAM: 70 EUR
* Samsung SpinPoint F1 HD502IJ - 500GB 7200rpm 16MB 3.5zoll SATA300: 50 EUR
* ASUS EN7300GT, passiv gekühlt. 40 EUR
Ist die Kombination ausgewogen für den Einsatzzweck? Wäre es sinnvoll doch 100 EUR mehr auszugeben? Wenn ja, für was? Freue mich über jeden Ratschlag.
- Felix
PS: Ach ja, einigermaßen leise sollte das System schon sein. Aber dazu muss man vermutlich eher auf vernünftiges Gehäuse und Netzteil achten, sowie CPU-Lüfter. Dafür stehen etwa 100 EUR zur Verfügung.
[1] http://www.efi-x.com/index.php?optioncom content&viewarticle&id= =26&languageenglish
Antwort von Felix E. Klee:
Habe inzwischen die Zusammenstellung deutlich geändert, aber eine entgültige Entscheidung ist noch nicht gefällt. Bei Interesse einfach Bescheid geben.
Antwort von Frank Jedner:
Hallo
Ich würde für Videoschnitt immer eine 4 Kern CPU bevorzugen. Zumindest unter Windows ab XP bringt dies bei den bekannten SW Lösungen wie z.B Magix erhebliche Performance Vorteile.
Viele Grüsse
Frank Jedner
Antwort von Andre Sokolew:
"Frank Jedner" schrieb:
> Ich würde für Videoschnitt immer eine 4 Kern CPU bevorzugen. > Zumindest unter Windows ab XP bringt dies bei den bekannten SW Lösungen > wie z.B Magix erhebliche Performance Vorteile.
Diese Aussage erstaunt mich. Hast Du das verglichen?
Andre
Antwort von Arno Welzel:
Andre Sokolew schrieb: > "Frank Jedner" schrieb: > >> Ich würde für Videoschnitt immer eine 4 Kern CPU bevorzugen. >> Zumindest unter Windows ab XP bringt dies bei den bekannten SW Lösungen >> wie z.B Magix erhebliche Performance Vorteile. > > Diese Aussage erstaunt mich. > Hast Du das verglichen?
Siehe z.B.
Sofern die Hersteller der Videoschnittsoftware das berücksichtigen, kann die Leistung sogar überproportional mit der Anzahl der Kerne erhöht werden.
-- http://arnowelzel.de http://de-rec-fahrrad.de
Antwort von Heiko Nocon:
Arno Welzel wrote:
>Siehe z.B.
Da steht nur, wie man es machen sollte , da steht aber keinesfalls, daß es auch so gemacht wird. Schon garnicht steht da, daß das konkret genannte Programm es so macht. Und es steht da schon deshalb nicht, weil Intel vermutlich ungern als Lügner dastehen will, denn es wäre eine glatte Lüge und eine leicht zu entlarvende obendrein...
>Sofern die Hersteller der Videoschnittsoftware das berücksichtigen, kann >die Leistung sogar überproportional mit der Anzahl der Kerne erhöht werden.
Theoretisch wegen der Core-Lokalität der L1-Caches ja. Praktisch wird der Vorteil allerdings in nahezu allen realen Szenarios durch die Aufwendungen für die Thread-Synchronisation hinterher wieder mehr als aufgefressen. Es reicht nämlich nicht, das Ergebnis eines Teilproblems schnell auszurechnen, die Lösung muß hinterher auch wieder geordnet in die Lösung des Gesamtproblems eingefügt werden.
Man darf in diesem Dokument getrost ein gut Teil Intel-Marketing voraussetzen. Irgendwie müssen die ja Begründungen finden, damit jemand die teuren Multicores kauft.
Praktisch kann man nach meiner Programmiererfahrung froh sein, wenn die Anwendung wenigstens annähernd mit der Zahl der Kerne skaliert. Zu erreichen ist das nur bei gut parallelisierbaren Problemen.
Die sind dann allerdings in den massiv-parallelen Rechenheiten heutiger Hochleistungs-Grafikkarten wieder sehr viel besser aufgehoben. Gegen die Performance von 256 oder gar 512 Shadern kann bei entsprechenden Problemen keine Intel-CPU auch nur näherungsweise anstinken.
Aber egal ob nun Graka-Shader oder Multicores von Intel: Das Hauptproblem ist, daß es keine Entwicklungswerkzeuge gibt, die in der Lage sind, vorhandene komplexe sequentielle Algorithmen selbstständig zu parallelisieren, selbst wenn diese prinzipiell gut parallelisierbar wären. Was es bisher in dieser Richtung gibt, kann das nur für sehr simple Sachen leisten.
D.h.: Diese Arbeit müssten teuere Entwickler wie etwa ich machen. Das will aber keiner bezahlen. Und so passiert es i.d.R., daß die Nutzbarmachung mehrere Kerne heute meist auf einem ganz anderen Weg erfolgt. Es werden nämlich nur einzelne Glieder von existierenden sequentiellen Verarbeitungsketten in Threads ausgelagert, womit praktisch nie eine optimale Lastverteilung möglich ist. Die Vorstellung, daß ein Quadcore die Arbeit viermal so schnell schaffen könnte wie ein Singlecore, ist deswegen bei heute existierenden Anwendungen regelmäßig eine komplette Illusion.
Antwort von Arno Welzel:
Heiko Nocon schrieb:
> Arno Welzel wrote: > >> Siehe z.B. > > Da steht nur, wie man es machen sollte , da steht aber keinesfalls, daß > es auch so gemacht wird. Schon garnicht steht da, daß das konkret > genannte Programm es so macht. Und es steht da schon deshalb nicht, weil > Intel vermutlich ungern als Lügner dastehen will, denn es wäre eine > glatte Lüge und eine leicht zu entlarvende obendrein...
Richtig - das ist eine Einführen, wie man es machen sollte. Mehr wird hier ja auch nicht behauptet.
>> Sofern die Hersteller der Videoschnittsoftware das berücksichtigen, kann >> die Leistung sogar überproportional mit der Anzahl der Kerne erhöht werden. > > Theoretisch wegen der Core-Lokalität der L1-Caches ja. Praktisch wird > der Vorteil allerdings in nahezu allen realen Szenarios durch die > Aufwendungen für die Thread-Synchronisation hinterher wieder mehr als > aufgefressen. Es reicht nämlich nicht, das Ergebnis eines Teilproblems > schnell auszurechnen, die Lösung muß hinterher auch wieder geordnet in > die Lösung des Gesamtproblems eingefügt werden. > > Man darf in diesem Dokument getrost ein gut Teil Intel-Marketing > voraussetzen. Irgendwie müssen die ja Begründungen finden, damit jemand > die teuren Multicores kauft. > > Praktisch kann man nach meiner Programmiererfahrung froh sein, wenn die > Anwendung wenigstens annähernd mit der Zahl der Kerne skaliert. Zu > erreichen ist das nur bei gut parallelisierbaren Problemen.
Eben - und Videokodierung *ist* ein gut parallelisierbares Problem. Wir sprechen hier nicht über generelle Möglichkeiten von beliebigen Anwendungen bei Multi-Core, sondern ganz konkret von Videocodierung.
> Die sind dann allerdings in den massiv-parallelen Rechenheiten heutiger > Hochleistungs-Grafikkarten wieder sehr viel besser aufgehoben. Gegen die > Performance von 256 oder gar 512 Shadern kann bei entsprechenden > Problemen keine Intel-CPU auch nur näherungsweise anstinken. [...]
Auch richtig. Aber es ist wahrscheinlicher, daß existierende Lösungen, die bereits für x86-Architektur realisiert wurden, auf Multithreading und Parallelisierung umgestellt werden, als den vorhandenen Ansatz komplett auf Shader umzubauen.
Als Anregung:
E6600, 2 Cores, 2,4 Ghz Zeitaufwand für H264-Codierung von Testdaten: 128 Sekunden Zeitaufwand für H264-Codierung von 2,5 Stunden DVD: 7997 Sekunden
Q6600, 4 Cores, 2,4 GHz Zeitaufwand für H264-Codierung von Testdaten: 67 Sekunden Zeitaufwand für H264-Codierung von 2,5 Stunden DVD: 15801 Sekunden
Verhältnis 4 zu 2 Cores bei Testdaten: ca. 0,52 Verhältnis 4 zu 2 Cores bei 2,5 Stunden DVD: ca. 0,51
Das ist an der doppelten Performance durch doppelt soviele Cores schon sehr nahe dran. Von "mehr als aufgefressen" sehe ich da wenig.
-- http://arnowelzel.de http://de-rec-fahrrad.de
Antwort von Heiko Nocon:
Arno Welzel wrote:
>Das ist an der doppelten Performance durch doppelt soviele Cores schon >sehr nahe dran. Von "mehr als aufgefressen" sehe ich da wenig.
Lies bitte nochmal richtig.
Ich bezog mich auf die Formulierung "überproportional", was ja wohl meint, daß mehr als herauszuholen ist, als durch die reine Vervielfachung der Kernzahl zu erwarten wäre.
Ich habe dargestellt, daß das tatsächlich möglich ist, daß aber dieser zusätzliche Vorteil durch die praktischen Notwendigkeiten wieder mehr als aufgefressen wird, und daß als Konsequenz das bestmögliche Gesamtergebnis bei gut parallelisierbaren Problem näherungsweise mit der Zahl der Kerne skaliert, also eben nicht über proportional ist, sondern gerade so proportional.
Antwort von Stefan Schaper:
Moin!
> Hallo, > > für eine Bekannte suche ich ein System für Video-Schnitt (;Quelle z.Zt. > Canon HV30). Als Budget für die folgenden Komponenten stehen zunächst > 400 EUR zur Verfügung. > > Hauptplatine, Hauptprozessor, Arbeitsspeicher, Festplatte, Grafikkarte > > Weil auf dem System auch mal OS-X installiert werden soll, ist die > Wahl der Komponenten eingeschränkt, im wesentlichen auf Gigabyte- > Mainboards, Intel CPUs und NVIDIA-Grafikkarten. [1] > > Was ich mal zusammengestellt habe: > > * Gigabyte GA-EP35-DS4: 110 EUR Ich kann auch das MSI P35 Neo2-FIR P35 sehr empfehlen, ein paar Wochen älter, aber inzwischen für weit unter 100 Euro zu haben. Ob es das OS-X Probleme gibt, kann ich natürlich nicht sagen, vieleicht verrät die Doku. mehr.
> * Intel Core 2 Duo E6750, 2x 2.67GHz, 333MHz FSB , 4MB shared Cache: > 130 EUR > > * 4 x 1GB 800 MHz DDR2 RAM: 70 EUR Wenn Du Xp nutzt dann reichen 3 GB, XP kann gar nicht mehr adressieren, MacOS ist auch mit 3GB flott genug. Vista braucht schon mind. vier GB, aber war braucht schon Vista? :-) > > * Samsung SpinPoint F1 HD502IJ - 500GB 7200rpm 16MB 3.5zoll SATA300: > 50 EUR Mein Tipp, knall als reine Systemplatte eine kleine, fixe 80-?? GB rein und benutze die 500GB als reine Videoablage. Nichts bremst das Rendern so sehr aus als gleichzeitiges Video speichern und befüllen der Auslagerungsdatei. > > * ASUS EN7300GT, passiv gekühlt. 40 EUR
> Ist die Kombination ausgewogen für den Einsatzzweck? Wäre es sinnvoll > doch 100 EUR mehr auszugeben? Wenn ja, für was? Freue mich über jeden > Ratschlag. Passt schon, dein Freund will wohl kaum eine Fernsehgesellschaft gründen, für Normalos reicht die Kiste satt aus... und ja, leise sollte das Teil sein. Nichts nervt mehr beim schneiden, als das Röhren eines Lüfters. Ach so, Du solltest auch an ein optisches Laufwerk denken. :-)
Ciao Stefan
- --Stefan Schaper (;Dipl.-Soz.Päd-/Arb.) - Eltern Medien Trainer ---www.DV-Medien.de x Multimedia Design ----www.MedienKids.de x Kids ans Netz -----www.Medienkoeche.de x Medienpädagokik in Nds. ------www.KJZ-Schiene.de x AWO Kinder- u. Jugendzentrum
Antwort von Felix E. Klee:
On Oct 31, 1:31 pm, "Stefan Schaper" wrote: > Moin!
Moin!
Ich danke für Deine Hinweise!
Antwort von Felix E. Klee:
On Oct 26, 2:03 pm, "Frank Jedner" wrote: > Ich würde für Videoschnitt immer eine 4 Kern CPU bevorzugen.
Kommt wohl auf die eingesetzte Software an. FCP, z.B., ist angeblich nicht gut parallelisiert. Wir sind noch am schwanken.
Antwort von Stefan Krieg:
Hallo Felix,
Felix E. Klee schrieb: > On Oct 26, 2:03 pm, "Frank Jedner" wrote: >> Ich würde für Videoschnitt immer eine 4 Kern CPU bevorzugen.
> Kommt wohl auf die eingesetzte Software an. FCP, z.B., ist angeblich > nicht gut parallelisiert.
Wie man's nimmt. Hier gehen beim Rendern meist alle Kerne auf Anschlag. Siehe auch: http://www.macwelt.de/tests/hardware-tests/353957/index2.html
Welche (;alte) FCP-Version hast Du denn?
gruß aus berlin der stef
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