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Sprung von SD nach HD in allen Bereichen, besonders semiprof. Schnitt



Die Hardware ist tot, es lebe die Hardware. Fragen zu Optimierung von Schnittsystemen, den idealen Komponenten sowie Verkabelungen, RAID...
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Dr. Walter Gesierich
Beiträge: 177

Sprung von SD nach HD in allen Bereichen, besonders semiprof. Schnitt

Beitrag von Dr. Walter Gesierich »

Hallo Jungs (und ein paar Mädels),
ich weiß, "guck doch mal in die Themen rein" ist angesagt, hab ich auch gemacht, aber mein Rundumschlag kommt so nicht richtig vor.
Also ich brauche Tipps für die bevorstehende Umrüstung von SD auf HD auf semiprof. Niveau, von Kamera über Schnitt bis Beamer.
Ich mache als Hobby Theaterfilme, Musikveranstaltungen, wenige szenische Kurzfilme, Hochzeiten/Jubiläen, kleine Industriefilme und Familie/Urlaub.
Bisheriges Equipment: 2 Kameras SONY PD 150 und SONY TRV 900, schön wäre es, wenn meine Manfrotto LANC-Hinterkamerafernbedienung wieder passen würde. NEUMANN Kondensatormikrofone. 7 Jahre alter, reiner Schnittcomputer mit 2,8 GHz + CANOPUS Raptor RT Videokarte, als Plug-In in Adobe Premiere 6.5 integriert. Schöner alter Röhrenbeamer und sogar noch Röhrenfernseher, alles über einen YAMAHA AV-Verstärker und herrliche JBL-Lautsprecher wohnzimmertauglich verdrahtet.
Ich bin auch im Videoclub, 10 Leute davon machen schon HD, aber was ich da sehe macht nicht restlos glücklich.
Daher korrigiert bitte mein mühsam gesammeltes Nouhau.
Kameras
Was mir gefällt: SONY HVR-Z5 als hochwertige Stativkamera, dazu die SONY HVR-AE1 als Urlaubskamera, die jedoch als 2. Kamera bei Theater usw. taugen soll. Warum Bandkameras? Mir gefällt die sofortige Archivierung sehr. Die Z5 gibt es im Club, macht ausgezeichnete Aufnahmen auch bei wenig Licht (da bin ich verwöhnt), von der HVR AE1 hab ich leider noch nix gesehen. Nur 1 Chip, schon 5 Jahre auf dem Markt, da ist das mit der Lichtstärke vermutlich ein Problem.
Nicht Full-HD? Ich muß sagen, daß die Z5 mit ihren 1440 bessere Aufnahmen macht, wie manche kleinere Full-HD. Hab aber nicht so viele Auswahl-Filme gesehen.
Schnitt
Mein Hauptproblem. Viele widersprüchliche Aussagen und kein guter Eindruck vom Workflow beim Zusehen.
Das Geruckele, Warten auf Zwischenrendern bei Blenden, mangelhafte Ausgabe auf 2 Monitoren würde mich wahnsinnig machen.
Keiner meiner Club-Kameraden hat einen Rechner mit eingebauter Videoschnittkarte. Sind die Schnittkarten völlig Out? Ich kenne es gar nicht anders. Mein erster Schnittcomputer mit 700 MHz (!) hatte eine Pinnacle DV 500 drin und läuft heute noch bei einem Verwandten von mir. Mein jetziger hat eine Canopus Raptor RT, ich benutze fast ausschließlich die Blenden von Canopus, auf diese Art hau ich die Überblendung zwischen zwei Spuren und guck mir die ohne jegliches Ruckeln sofort an. Und zwar auf dem Fernseher in Vollbild als 2. Bildschirm. Kleine Korrektur, nochmal gucken. Sofort. Alles andere wäre für mich ein Kreativitätskiller.
Ich mache gerne aufwendige, handgeschnitzte Titel, mit oft 5 Videospuren übereinander. Da darf ich nicht jedesmal zwischenrendern müssen.
Dann die Qualität der fertig gerenderten Filme: Alle meine Clubkameraden sehen über ein minimales, sehr schnelles Ruckeln (10-20 Hz ?) bei horizontalen Schwenks hinweg. Also mich stört so was.
Wie Ihr schon gemerkt habt, da hab ich den meisten Beratungsbedarf: Wie sieht ein optimaler Schnittplatz (incl. Schnittprogramm) für einen wie mich aus? Reichen da 3.000 Euro (ohne Monitore)?
Fernseher/ Beamer
Also unser Club-Beamer von Mitsubishi, 6500 glaub ich, jedenfalls 2.500 Euro teuer, ist toll. Da hab ich überhaupt nix zu meckern.
Wohnzimmer-Fernseher gleichzeitig als 2. Monitor geeignet? Das sollte wieder so sein. Alle Fernseher im Bekanntenkreis sehen überscharf und poppig gefärbt, ohne Zwischentöne aus. Gesichter wie Masken. Am besten beim Händler im Regal sehen für mich Loewe Fernseher aus. Was sagt Ihr dazu?
Also reißt mir nicht den Kopf ab, wenn ich abendfüllende Fragen hab', aber die Leute in dem Blödi-Markt können mir da wirklich nicht helfen...
Danke für Eure Hilfe, Euer Walter



Jott
Beiträge: 22487

Re: Sprung von SD nach HD in allen Bereichen, besonders semiprof. Schnitt

Beitrag von Jott »

Dr. Walter Gesierich hat geschrieben:dazu die SONY HVR-AE1 als Urlaubskamera, die jedoch als 2. Kamera bei Theater usw. taugen soll
Band hat durchaus Vorteile für Kenner, und HDV auf Karte geht ja zusätzlich auch, wenn man möchte. Das mit den 1440 ist auch kein Bremser, richtig gesehen. Die Z5 ist eine gute Kamera.

Aaaaber: die alte A1 für Innenaufnahmen geht gar nicht. Das ist ein Museumsstück - warum Sony das Ding (technisch gleich mit der HC1) noch im Programm hat, weiß kein Mensch. Ehrlich: Finger weg.

Band hin oder her: Workflow/Archiverungsstrategie überlegen und über AVCHD nachdenken. Ist nun mal Standard geworden. Dann wär's zum Beispiel eine NX5 statt Z5 (praktisch gleiche Kamera) plus eine der besseren kleinen AVCHD-Sonys als Zweitkamera, gleicher Look, gut mischbar.

Dein verwöhntes Realtime-Leben mit DV lässt sich allerdings nur mit einer mittleren Technikschlacht auf AVCHD übertragen - das muss dir klar sein.



Dr. Walter Gesierich
Beiträge: 177

Re: Sprung von SD nach HD in allen Bereichen, besonders semiprof. Schnitt

Beitrag von Dr. Walter Gesierich »

Danke für den Hinweis auf die "Qualitäten" der SONY HVR-AE1. So was hab ich leise befürchtet. Und gerade wenn ich mit der kleinen Kamera filme, dann hab ich ja erst recht nicht meine ARRI-Scheinwerferle dabei...
Also das mit der Technikschlacht, das hab ich eben auch geahnt. Bloß war das offensichtlich vor 7 Jahren bei DV einfacher: Eine Videozeitschrift lesen, dann sich von seinem Bürocomputerlieferanten den schnellsten Rechner bestellen, die im Test passende Videokarte einbauen, ein Jahr warten, bis alle Treiber richtig aktualisiert sind (das war wirklich so), und dann in Realtime losschneiden, daß es nur so flutscht. Jahrelang.
Die Tipps im Videoclub heißen entfernt ähnlich: Den schnellsten 6-Core-Chiprechner kaufen, riesig Arbeitsspeicher rein, dann geht das ganz toll. Ja Pfeifendeckel. Die meisten Schnittprogramme nutzen trotz 64bit-Technologie trotzdem nur 2 Kerne, der auf 8 GB aufgeblasene Arbeitsspeicher wird systembedingt ebenfalls nicht voll genutzt. Und dann ruckeln die Timelines. Ja Hallo.
Im Zweifelsfall denk ich bei solchen Szenarien: ja was machen denn dann die Profis beim Fernsehen? Die können unmöglich so arbeiten, da müßte die Nachrichtensendung "heute" ja "gestern" heißen.
Klar ein Profi-Studio kann ich mir nicht leisten, aber ich bin ja bereit mehr wie für einen ALDI-Rechner auszugeben, aber dann soll das eben so funktionieren wie ich das beschrieben habe. Was für ein Mörderteil muß ich mir zusammenbauen lassen, damit ich Spaß am Videoschnitt hab' und auch einigermaßen amtliche Filme mal vor 100 Leuten zeigen kann? Was sind die Mindestanforderungen an welchen Punkten der Rechner einfach fit sein muß?
Ohne, daß ich jetzt eine Glaubensdiskussion heraufbeschwören möchte: Kann denn ein Apple, von mir aus der Teuerste, und dazu Final Cut Pro das, was ich will, einfach klick-klick-klick munter drauflos schnippeln, ohne daß ich Baldrian nehmen muß, um mich nicht aufzuregen? Ich hab noch nie an einem Apple gearbeitet, ich seh nur immer auf der Musikmesse in Frankfurt, daß wenn ein Musikerprogramm auf Leinwand dem Publikum gezeigt wird, das es für beide Plattformen gibt, immer ein Apple als Vorführcomputer da steht. Wenn ich jetzt eh alles komplett neu anschaffen muß, wär das ja auch schon wurscht.
Dankbare Grüßle von Walter



Jott
Beiträge: 22487

Re: Sprung von SD nach HD in allen Bereichen, besonders semiprof. Schnitt

Beitrag von Jott »

Da ich mein Geld damit verdiene, so schnell wie möglich gute Filme rauszuhauen, ist natürlich Apple die erste Wahl, auch bei AVCHD, das jetzt auch im Profibereich Fuß fasst. Natürlich ruckelt und rendert da nichts, wenn man sich dazu herablässt, den korrekten Workflow zu lernen. Ab Juni ist dann sowieso alles anders mit dem völlig neuen fcpx, dazu meinetwegen für den Hausgebrauch einer der gerade heute erschienenen Raketen-iMacs, und du bist versorgt. Jetzt kommt natürlich der übliche Gegenwind, Apple sei nur für reiche Deppen etc. - einfach einen passenden Kampfthread raussuchen! Das Thema hat einen Bart. Auch unter Windows kann man arbeiten, jeder wie er mag.



domain
Beiträge: 11062

Re: Sprung von SD nach HD in allen Bereichen, besonders semiprof. Schnitt

Beitrag von domain »

Ich glaube, ich bin von Vorgestern.
Mein 2,4 GHz Dualcore PC ist vier Jahre alt und hat nur 2 GB Arbeitsspeicher und läuft als reiner Schnittcomputer nach wie vor unter Liquid, das allerdings schon damals die GPU kräftig benutzte und auch permanentes Hintergrundrendern bereits beherrschte.
In erster Konsequenz und um diesen NLE weiter benutzen zu können kaufte ich mir neben der bereits vorhandenen FX1 noch die JVC GZ-HD40, also ebenfalls ein mpeg2-codierendes Modell.
Und siehe da, jetzt erscheint die XF100 und wieder mit mpeg2 mit 50 mbps 422 und wieder läuft die Footage fast so wie geschmiert damit wie in HDV. Immerhin gehen noch 4 primäre Farbkorrekturen simultan, div. Blenden und drei Videospuren in der Echtzeitvorschau und ich brauche keinen Oktopus mit 650 W Netzteil..
Damit steht fest: kein neuer PC, kein neuer NLE, sondern alles in die XF100 investieren.



einsiedler
Beiträge: 329

Re: Sprung von SD nach HD in allen Bereichen, besonders semiprof. Schnitt

Beitrag von einsiedler »

Hallo Walter,

was die Glaubensfrage Apple vs. Windows angeht kann ich nicht wirklich helfen. Da ich das von der Musikmesse auch kenne, habe ich den gleichen Eindruck wie Du.
Ich selbst war früher Logic-User und hatte damit während der gesamten "Logic-auf-Windows-Zeit" genau zwei Abstürze. Meine Videos konnte ich zu DV-Zeiten mit verschiedenen Programmen auch völlig problemlos schneiden.

Als ich dann bei Video auf HD und bei Audio auf Cubase umgestiegen bin, und dafür extra neue Rechner angeschafft hatte, ging der Frust richtig los.
Ich kann wie gesagt nur für Windows sprechen, aber gerade da habe ich das Gefühl, dass der Kunde heute von ALLEN Herstellern als Beta-Tester missbraucht wird. Es dauert lange bis ein System einigermaßen stabil läuft, wobei das noch nicht bedeutet, dass alle Funktionen ohne Abstürze oder fehlerfrei nutzbar sind. Man kann sich dann natürlich bei anderen Usern Tipps für sog. Workarounds holen, aber mit dem problemfreien Arbeiten wie ich es aus DV-Zeiten kenne hat das alles nichts mehr zu tun.

Daher mein Tipp: Wenn Windows, dann ein komplett vorinstallierter Rechner von einem Systemhaus. Und daran dann nichts mehr verändern. Stünde ich allerdings vor Deiner Entscheidung, würde ich es heute auch einmal mit Apple versuchen.

Zu den Kameras: Auch wenn ich einen ganzen Schrank voller Mini-DV-Bänder habe, würde ich mich heute nicht mehr dafür entscheiden. Mini-DV läuft definitiv aus, so dass die Daten ja doch auf HDD archiviert und damit dann auch regelmäßig gepflegt werden müssen. Und was nützt mir ein Mini-DV-Archiv wenn ich kein Gerät mehr zur Widergabe habe. Dann doch lieber gleich Speicherkarten. Mein Camcorder-Favorit wäre heute die Canon XA10, weil lichtstark(!), XLR, tragbar und günstig. Als Zweit-Kamera dann z.B. die Canon HF-M41 mit DM-100 Mikro.

Viele Grüße - Til.



domain
Beiträge: 11062

Re: Sprung von SD nach HD in allen Bereichen, besonders semiprof. Schnitt

Beitrag von domain »

Alles was du jetzt geschrieben hast Einsiedler mag für für irgendwelche Systeme zutreffen, aber bestimmt nicht für Avid unter Winows unter der Voraussetzung eines reinen Schnitt-PCs, auf dem sonst absolut nichts mehr stattfindet und der nicht mal einen Internetzugang hat.
Es wird jeder Arbeitsschritt automatisch und reproduzierbar und ohne eigenes Zutun dokumentiert und selbst nach einem Blitzschlag mit Totalstromausfall ist das Projekt wieder innerhalb von Sekunden auf dem letzten Stand zu rekonstruieren.
Die Systemsicherheit hat m.E. so gut gut wie gar nichts mit Apple oder Windows zu tun. Das gilt aber nur unter der Voraussetzung, dass das System rein bleibt und nicht andauernd daran herumgebastelt wird, irgendwelche Software etc. neu installiert wird oder es gar am Internet hängt.



domain
Beiträge: 11062

Re: Sprung von SD nach HD in allen Bereichen, besonders semiprof. Schnitt

Beitrag von domain »

del



wolfgang
Beiträge: 6683

Re: Sprung von SD nach HD in allen Bereichen, besonders semiprof. Schnitt

Beitrag von wolfgang »

Mal wieder die Frage: mit welchem Schnittprogramm soll eigentlich geschnitten werden? Das sollte eigentlich die erste Frage sein die man beantwortet - und dann kommt die dazu passende Auslegung des PCs.

Apple? ich mag da niemanden zu nahe treten, aber so lange wie es gedauert hat bis die am Apple verfügbare NLEs den AVCHD Schnitt erlernt haben, also da war die PC-Welt schneller. Aber das ist mein Eindruck.

Nein, ich würde mich eher an Produkte wie Adobe CS 5.5, Sony Vegas 10 Pro, Grass Valley Edius 6 halten. Wenn man sich unsicher ist, geht man zum Fachhändler - gerade was etwa den Einsatz von Edius angeht, wenn man Schnittkarten verbauen will. Aber es ist keine unendlich schwierige Geschichte mehr, auch wenn man sich damit beschäftigen muss.

Definitiv geht der Zug immer weiter weg vom Band - was Vor- wie auch Nachteile hat. Und der Zug geht oft hin zu AVCHD. Hängt halt davon ab was man will.
Lieben Gruß,
Wolfgang



nicecam
Beiträge: 2164

Re: Sprung von SD nach HD in allen Bereichen, besonders semiprof. Schnitt

Beitrag von nicecam »

Dr. Walter Gesierich hat geschrieben:Also reißt mir nicht den Kopf ab, wenn ich abendfüllende Fragen hab', aber die Leute in dem Blödi-Markt können mir da wirklich nicht helfen...
Danke für Eure Hilfe, Euer Walter
Der Jan täte in diesem Thread sicher auch gern helfen, aber so...
Gruß Johannes



Dr. Walter Gesierich
Beiträge: 177

Re: Sprung von SD nach HD in allen Bereichen, besonders semiprof. Schnitt

Beitrag von Dr. Walter Gesierich »

Hallo Jungs,
erstmal danke für den sehr präzisen, sachlichen Input.
@ Jott
Prima die Antwort von einem, der sein Geld damit verdient. Denn so jemand überlegt grundsätzlich in idealer Abwägung zwischen Zeit und Geld. Kein teurer Luxus, aber so perfekt, daß es schnell zu einem verkauffähigen Ziel führt. Kommt meiner Nur-Hobby-Vorstellung sehr nahe. Aha, im Juni soll also eine neue Final Cut Pro-Version herauskommen, von der man sich viel verspricht? Was kann die jetzige Version noch nicht genug?
@ domain
Liquid, Liquid, ich hab' vergessen was das für ein Programm ist, hab's auch bei keinem im Club je gesehen. Braucht das so wenig Ressourcen, daß es flüssig die schöne neue AVCHD-Welt schneiden kann, auf altem Rechner, ohne Videokarte? Erstaunlich...
@ einsiedler
Na da haben wir ja den gleichen Weg gegangen. Ich bin auch Hobby-Keyboarder in mehreren Bands, schreibe Noten und bastle MIDI-Files. Alles ging wunderbar auf LOGIC und mit Capella. Seit ich meinen stabilen Altrechner (mit Videokarte Pinnacle DV 500) an meinen Verwandten verschenkt habe, kämpfe ich an vielen Fronten gleichzeitig als Beta-Tester. Was das Zeit und Nerven kostet, und hier auf dem Land bin ich eh immer der Einzige, der dieses komplexe Zeug macht, keiner kann mir helfen. Deswegen bin ich sehr dankbar für Eure Antworten im Forum.
Im Videoclub haben wir zwar ein Technik-Schlaule, aber den will ich ja auch nicht immer strapazieren, der hat schon genug mit unseren Reisefilmern zu tun ... Also ein anderer Level.
@ domain
Ah ja, in Deiner 2. Post wird klar Avid Liquid heißt das Programm, soll lt. Videozeitschrift ein ausgesprochenes Profi-Programm sein, nur ganz wenige Computerzusammenstellungen sind zertifiziert, daß das Programm überhaupt sicher läuft. Auch von der Bedienung her angeblich eine richtig große Umstellung. (?)
Das mit dem speziell in einem Systemhaus gestrickten Computer hatte ich mir bereits vorgenommen (wißt Ihr da ein gutes? Gerne Süddeutschland, ich bin am Bodensee). Denn beide in meinem Leben extra für Videoschnitt gestrickten Computer (nach Tests in Videozeitschriften) waren von meinen Büro-Hardware-Männern geliefert und konfiguriert worden. Beide liefen über ein Jahr lang nur auf Audio, nicht aber mit Video!!
@ wolfgang
Welches Schnittprogramm? Du hast natürlich vollkommen Recht, man sollte vom Programm aus denken und dann den Rechner passend bauen. Aber bei mir ist es inzwischen so, daß ich in vielen Bereichen (vor allem im Musikerbereich) gerade von Sauriern auf Neu umsteigen muß, daß ich auch auf ein völlig neues Programm umsteigen würde, wenn es nur verspricht, alles, was ich will, schnell und logisch zu können. Ich habe nämlich gesehen, daß selbst der Umstieg von meinem alten Adobe Premiere 6.5 auf ein neues Premiere CS 5 ein Riesenschritt wäre, praktisch ein neues Programm. Da ist mir jetzt schon alles wurscht.
"Gehe damit zum Fachhändler". Vollkommen richtig, ist auch genau meine Einstellung. Bloß bin ich hier so ab vom Schuß, daß ein Fachhändler, der wirklich breite Ahnung hat Minimum 200 km entfernt wäre, und ich dort noch nicht mal eine zuverlässige Adresse kenne. Da könnt Ihr mir auch drauf helfen. Stuttgart und München wären für mich lohnende Fahrten.
Also nochmal danke an Euch alle, es grüßt Euch Walter



Frank B.
Beiträge: 9318

Re: Sprung von SD nach HD in allen Bereichen, besonders semiprof. Schnitt

Beitrag von Frank B. »

Wenn es wirklich Band sein soll hier meine Tipps:

Sony HDR FX 1000 oder Canon XHA1s als Hauptkamera ca. 3300,- Euro
Canon HV 40 als Zweit-/Urlaubskamera ca. 700,- Euro

Art Dual Pre USB Mikrofonvorverstärker
als XLR-In für die Camcorder und/ oder Audiointerface
für den Rechner ca. 100,- Euro

Canopus Edius 6 und HD Spark (HD-Storm mit HDMI-In
aber auch teurer) HD-Spark und HD-Storm bieten Echtzeit
HD-Vorschau über HDMI auf (drittem!) Videomonitor ca. 700,- Euro

PC nach Kompatibilitätsliste der Canopus Soft- und Hardw.
und reichlich Festplattenkapazität ca 1200,- Euro

alles in allem ca. 6000,- Euro, bei geschicktem Einkauf noch weniger

evtl. nach Bedarf einen externen Audiorecorder mit XLR in und 48kHz Samplingrate

Stative, Mikrofone, Licht und Gedöhns sind sicher schon vorhanden.



Pianist
Beiträge: 9007

Re: Sprung von SD nach HD in allen Bereichen, besonders semiprof. Schnitt

Beitrag von Pianist »

Dr. Walter Gesierich hat geschrieben:Daher korrigiert bitte mein mühsam gesammeltes Nouhau.
Du hast bestimmt in Anglistik promoviert, oder? :-)

Matthias
Filmemacher für besondere Aufgaben



Jott
Beiträge: 22487

Re: Sprung von SD nach HD in allen Bereichen, besonders semiprof. Schnitt

Beitrag von Jott »

Dr. Walter Gesierich hat geschrieben:Aha, im Juni soll also eine neue Final Cut Pro-Version herauskommen, von der man sich viel verspricht? Was kann die jetzige Version noch nicht genug?
Die kann natürlich genug, eigentlich alles. Aber kaufen wird man das alte Studiopaket jetzt eher nicht mehr, weil fcpX eine von Grund auf neue Software sein wird, keine neue Version, allgemeines Umlernen steht an, neue Denkweisen, neue Ergonomie. Die "alten Hasen" werden es hassen (wo ist mein Viewer?), andere werden sich fragen, was der ganze Bremskram bisher eigentlich sollte.

Bisher sah man während der NAB nur ein kurzes Preview zur neuen Oberfläche (der Mitschnitt ist auf YouTube zu finden).



domain
Beiträge: 11062

Re: Sprung von SD nach HD in allen Bereichen, besonders semiprof. Schnitt

Beitrag von domain »

Heute noch auf bandorientierte Camcorder zu setzen halte ich nicht für sonderlich zielführend. Zwar haben die Bänder schon eine ziemlich lange Lebensdauer, aber du bist für lange Zeit auch an die entsprechenden Abspielgeräte gebunden und die werden schon bald aussterben, übrigens genauso wie die früher üblichen Streamer für Datensicherung. Und das allein schon aus dem Grund, weil ein direkter Zugriff auf die sequentiell gespeicherten Files nicht möglich ist. Das Suchen bestimmter Dateien wird damit zu einer umständlichen und zeitraubenden Angelegenheit.
Heute kommt eigentlich nur mehr eine mehrfache Speicherung auf externe Festplatten in Frage, eine Kopie davon exterritorial. Selbst wenn der USB-Standard einmal verlassen wird, so wird er doch noch lange Zeit weiter existieren, damit die Daten auf neue Speichersysteme überspielt werden können.
Hinzu kommt noch, dass es keine geräuschlosen Bandlaufwerke gibt und außerdem bei HDV-Kameras durch die anamorphotische Aufzeichnung die horizontale Auflösung schon bei 70% des Maximums (das sind 960 unterscheidbare Linienpaare) nur mehr bei 30% des theoretisch möglichen Kontrast-Maximums liegt, ganz anders übrigens als bei der JVC GZ-HM550 z.B.
http://produktdbimages4.slashcam.de/cam ... ng_169.jpg
Also allein diese Tatsache würde mich schon theoretisch ziemlich stören.

Eine sehr gute Empfehlung dürfte allerdings die von Frank.B. mit Edius 6 und der Spark-Karte sein. Hat auch genügend Potential für AVCHD.
Deine gute alte Röhre kannst du vermutlich als Vorschaumonitor abschreiben. Aber schau dir mal Plasmafernseher an, die haben ein deutlich bessers Bild als LCD/TFTs, weil nämlich aktiv leuchtend.



Dr. Walter Gesierich
Beiträge: 177

Re: Sprung von SD nach HD in allen Bereichen, besonders semiprof. Schnitt

Beitrag von Dr. Walter Gesierich »

@ Pianist
Fast richtig geraten. In gewissen akademischen Kreisen ist es IN geworden, sich zu OUTEN, und nicht nur zuzugeben, daß man seine Dr.-Arbeit abgeschrieben hat, sondern - ein Klassenunterschied muß sein - sie hat abschreiben lassen.
Nee im Ernst, beim Anmelden bei Slashcam war ich zu doof zu merken, daß das die Zeile für den Nickname ist, und hab dort meinen normalen Namen reingehackt. Als ich dann schon eine Weile im Forum war, und gesehen hab', daß da manchmal recht prolliges Zeug geantwortet wird, dacht' ich mir Scheiß drauf, laß es so, vielleicht muß ich dann weniger Bla ertragen. War dann auch so.
Zahnklempner bin ich, also nicht Anglistik als Fach. Aber Oxford-English ist, außer bei Hochzeiten, auch nicht mehr so in, wenn man die Rechtschreibung im Internet so anschaut...
@ Jott
Also das klingt ja vielversprechend mit dem Mac-Paket. Ich muß es auf jeden Fall irgendwie hinkriegen, mir mal so eine Kombination anzuschauen. Eine kleine Angst hab ich noch bei Mac: Wenn mal was zu reparieren ist, und wenn es nur die Software wäre, dann hab ich hier frühestens nach 35 km eine Adresse, wo überhaupt Mac draufsteht. Ob die auch Ahnung von ihrem Job haben, man weiß es nicht.
@ domain
Das gute, alte Band ist wohl wirklich tot. Nach meinen guten Erfahrungen mit Videokarten (zumindest was die Leistung angeht, wenn sie denn mal laufen) würde mich es schon mal interessieren diese Spark-Karte zusammen mit Edius 6 im Einsatz zu sehen. Kennt Ihr einen Laden, wo man sich sowas live ansehen kann?
Ach ja, das mit den Plasmafernsehern ist mir auch aufgefallen, die zeigen natürliche Farbabstufungen.
Grüßle vom Walter



nicecam
Beiträge: 2164

Re: Sprung von SD nach HD in allen Bereichen, besonders semiprof. Schnitt

Beitrag von nicecam »

Frank B. hat geschrieben:Art Dual Pre USB Mikrofonvorverstärker
als XLR-In für die Camcorder und/ oder Audiointerface
für den Rechner
Kleiner Zusatz: Der Hinweis "Mikrofonvorverstärker als XLR-In" kann sich nur auf die Sony HDR FX 1000 beziehen, denn die Canon XHA1s hat ja XLR.
Frank B. hat geschrieben:Wenn es wirklich Band sein soll hier meine Tipps:

Sony HDR FX 1000 oder Canon XHA1s als Hauptkamera ca. 3300,- Euro
Canon HV 40 als Zweit-/Urlaubskamera ca. 700,- Euro
Meine Kombination würde eventuell lauten:
Zur Hauptkamera Sony HDR FX 1000 die Zweitkamera Sony HDR-HC9/HC7
Zur Hauptkamera Canon XHA1s die Zweitkamera Canon HV-20/30/40

Die Anpassung an die jeweils andere Kamera gelingt bei Geräten aus dem gleichen Hause möglicherweise besser.

Ich lebe sehr gut mit der XH-A1 und der HV-20, würde aber heute auch eher domain zustimmen, was bandbasierte Camcorder angeht.
Dr. Walter Gesierich hat geschrieben: Das mit dem speziell in einem Systemhaus gestrickten Computer hatte ich mir bereits vorgenommen (wißt Ihr da ein gutes? Gerne Süddeutschland, ich bin am Bodensee).

...

Bloß bin ich hier so ab vom Schuß, daß ein Fachhändler, der wirklich breite Ahnung hat Minimum 200 km entfernt wäre, und ich dort noch nicht mal eine zuverlässige Adresse kenne. Da könnt Ihr mir auch drauf helfen. Stuttgart und München wären für mich lohnende Fahrten.
Sagen wir mal Konstanz - München? Dann vielleicht magic multi media GmbH (www.digitalschnitt.de). Laut Google Maps 231 km. Bitte sehr :-)

Die bieten übrigens auch die von Frank B. und domain favorisierten Schnittkarten und Software von Edius und Adobe an.
Gruß Johannes



Dr. Walter Gesierich
Beiträge: 177

Re: Sprung von SD nach HD in allen Bereichen, besonders semiprof. Schnitt

Beitrag von Dr. Walter Gesierich »

@ nicecam
Hallo Johannes,
das ist ja ein Supertipp mit dem Systemhaus magic multi media GmbH, der Homepage nach kann ich dort alles anschauen, worüber wir gerade reden. Das ist ja unglaublich (bin ich eben als Landei überhaupt nicht gewöhnt). Deine Kamerakombination mit Band ist sicher nicht übel, denn ich hab mal Aufnahmen von einer CANON HV-30 auf der Leinwand gesehen. Da war ich schwer beeindruckt was das kleine Ding abliefert.
Aber jetzt werd' ich eben mal mein Auge auf die schöne neue Chip-Welt werfen.
Vielen Dank bisher für Eure sehr kompetenten Ratschläge.
Es grüßt aus Wangen im Allgäu der Walter



Frank B.
Beiträge: 9318

Re: Sprung von SD nach HD in allen Bereichen, besonders semiprof. Schnitt

Beitrag von Frank B. »

nicecam hat geschrieben: Kleiner Zusatz: Der Hinweis "Mikrofonvorverstärker als XLR-In" kann sich nur auf die Sony HDR FX 1000 beziehen, denn die Canon XHA1s hat ja XLR.
Ja, natürlich auf die FX 1000 aber auch auf die jeweilige Zweitcam. Die Flexibilität des kleinen Kästchens sollte man nicht unterschätzen ;)

Natürlich hast Du vollkommen Recht, dass man am besten fährt, wenn man auf ein System aus gleichem Hause setzt. Zwischen Sony und Canon Bandcamcordern, kann es u.U. zu Inkompatibilitäten kommen. Das sollte man evtl. vorher ausprobieren.

Ich fahre im Moment auch noch zweigleisig HDV (Band) und AVCHD (Karte). Das Schöne am Band ist neben vielen Nachteilen, dass man in einem Vorgang, ziemlich preiswert, Aufnahmemedium und Archiv erzeugt. Ich bin immer noch hin und her gerissen, was ich bezüglich meines Bandarchives machen soll. Eine zusätzliche preiswerte HDV Kamera (Captureschlmpe und Drittkamera) kaufen oder alles mit meiner FX 1 auf Festplatte spielen. Da sich über 120 Bänder in meinem Archiv befinden, habe ich vor dem letztgenannten Vorhaben ein wenig Respekt, nicht zuletzt, weil ich nicht den liebgewonnenen Camcorder schrotten möchte.
Zuletzt geändert von Frank B. am Do 05 Mai, 2011 14:31, insgesamt 2-mal geändert.



Anne Nerven
Beiträge: 970

Re: Sprung von SD nach HD in allen Bereichen, besonders semiprof. Schnitt

Beitrag von Anne Nerven »

Dr. Walter Gesierich hat geschrieben:Das gute, alte Band ist wohl wirklich tot.
Lass Dich nicht verrückt machen. Du kannst heute noch Beta-Bänder kaufen, also wird es noch lange genug MiniDV-Bänder geben.

Auch stellt sich die Frage, wo die Vorteile von AVCHD gegenüber MPEG2 liegen sollen. Nicht umsonst zeichnet z.B. das Prosumer-Modell Sony F3 in MPEG auf, wogegen die Consumer-Modelle AVCHD nutzen. Ich bin kein Technik-Freak aber man liest andauernd von Problemen mit AVCHD: Umrechnung, Farbkorrektur, Moiree, Aliasing. Auch habe ich den Eindruck, dass AVCHD ursprünglich ein Hobby-Format war, was notgedrungen, aufgrund des DSLR-Hypes, verbessert werden musste.

Ich arbeite ziemlich oldschool mit HDV und Avid. Bisher habe ich noch keine Beschwerde über zweitklassige Bildqualität erhalten. Eine Schnittkarte nutze ich auch nicht, da ich weder HD-SDI noch Analogeingänge benötige. HDV über Firewire in den Rechner (3 Jahre alter Quadcore mit 4GB RAM), Schnitt und Farbkorrektur ohne Rendern. Kein Ruckeln, kein Blenden-Rendern, FX müssen je nach Komplexität gerendert werden. Alles wie bei SD.

Avid würde ich aber nicht nehmen, weil es eine ziemliche Umstellung gegenüber Premiere bedeutet. Für mich war es ein völlig anderes Arbeiten, was ich in der Kennenlernphase mehrmals verflucht habe. Da Du nicht auf Systemkompatibilität zu anderen Post Pros angewiesen bist, besteht auch gar keine Notwendigkeit, Deine gewohnte Arbeitsumgebung umzugestalten. Ich würde in Deiner Situation MPEG2-Cams wählen und auf Premiere CS5 umsteigen. Dazu ein aktueller 64bit-Rechner und die Arbeit flutscht.

Gruß,
Dirk



Jott
Beiträge: 22487

Re: Sprung von SD nach HD in allen Bereichen, besonders semiprof. Schnitt

Beitrag von Jott »

Anne Nerven hat geschrieben:Auch habe ich den Eindruck, dass AVCHD ursprünglich ein Hobby-Format war
Ist so, und es war nie zum Schneiden oder Bearbeiten gedacht, nur für Spaßvideos zum gleich Angucken à la Polaroidfoto - daher das Gewürge beim Versuch, das Zeug nun doch irgendwie bearbeiten zu können. Jetzt kommt AVCHD trotzdem in Profikameras von Panasonic und Sony zum Einsatz. So kann's gehen!



domain
Beiträge: 11062

Re: Sprung von SD nach HD in allen Bereichen, besonders semiprof. Schnitt

Beitrag von domain »

Anne Nerven hat geschrieben:Du kannst heute noch Beta-Bänder kaufen, also wird es noch lange genug MiniDV-Bänder geben.
Das stimmt, auch die Philips Musikkassetten aus 1963 gibt es heute noch neu, aber meist bereits bespielt für Kinder und Entwicklungsländer zu kaufen.
Einfach nicht umzubringen, das Glumpert.



Anne Nerven
Beiträge: 970

Re: Sprung von SD nach HD in allen Bereichen, besonders semiprof. Schnitt

Beitrag von Anne Nerven »

domain hat geschrieben:...auch die Philips Musikkassetten aus 1963 gibt es heute noch neu, aber meist bereits bespielt für Kinder und Entwicklungsländer zu kaufen.
Einfach nicht umzubringen, das Glumpert.
Der Vergleich hinkt doch wohl. Kassette ist analog, MiniDV digital. Mit Speicherkarte ändert sich nur der Datenträger und das Capturing entfällt. Ansonsten sind es ebenfalls nur 010001110010110011...



Frank B.
Beiträge: 9318

Re: Sprung von SD nach HD in allen Bereichen, besonders semiprof. Schnitt

Beitrag von Frank B. »

Noch einige Anmerkungen für Dr. Walter Gesierich bezüglich der von mir empfohlenen Edius-Konfiguration.
Ich nutze Edius 5.5 und die HD-Storm - Kombination selbst und zwar auf einem Intel Dual Core 6600 (2,4 GHz) mit 2 GB Ram. Ich schneide HDV in mehreren Spuren butterweich und bei kleineren Projekten (unter 5 min.) AVCHD etwas holpriger. Für größere Projekte wandle ich mein AVCHD Material in den Canopus HQ-Codec. Mit dem Material arbeite ich ohne sichtbare Verluste ebenso flüssig wie mit HDV. Eine große Anzahl von Effekten (ich nutze hauptsächlich Farbkorrekturen und andere Bildanpassungen) kann ich in Echtzeit nutzen und sofort auf einem an die HD-Storm angeschlossenen Videomonitor über HDMI-Eingang betrachten. Da braucht nichts gerendert zu werden. Erst bei Abschluss des Projektes, beim Export des fertigen Films in eine Datei oder auf HDV-Band, muss gerendert werden. Damit das nicht so lange dauert, nutze ich immer mal Auszeiten (z.B. die berühmte Kaffeepause), um schon mal ein Stück der Timeline final zu rendern. Dann wird es mit meinem doch etwas lahmen System am Ende nicht so lang. Als letztes habe ich einen Reisefilm aus HDV und AVCHD Material mit ungerfähr einer Stunde Laufzeit auf meinem System geschnitten und bearbeitet. Edius läuft absolut stabil und, wie gesagt, sogar auf meinem System in den meisten Anwendungen in Echtzeit.
Die HD-Storm ermöglicht Profifeeling und Echtzeitkontrolle in Full-HD auf einen dritten (PC im Dualmonitorbetrieb) angeschlossenen Monitor.
Einen Nachteil von Edius will ich aber nicht verschweigen. Für eine ordentliche Audiobearbeitung sollte man auf ein externes Audioprogramm zurückgreifen können. Da hat Edius gegenüber sämtlicher Konkurrenz in diesem Preissektor Nachteile. Alles in allem aber dennoch ein Super Programm, das vor allem in Kombination mit der HD-Spark jeden Cent wert ist. Die HD-Storm unterscheidet sich von der HD-Spark nur darin, dass sie zusätzlich zum HDMI-Ausgang noch einen HDMI-Eingang bietet. Das braucht man aber vielleicht nicht unbedingt, da man sein Material auch auf anderem Wege einspielen kann. Für jemanden, der Material über HDMI capturen will, kommt dann die HD-Storm in Frage.
Die Canopussachen habe ich mir übrigens bei der Dir empfohlenen Firma gekauft und kann diese nur wärmstens weiter empfehlen.



edgar
Beiträge: 233

Re: Sprung von SD nach HD in allen Bereichen, besonders semiprof. Schnitt

Beitrag von edgar »

...auch ich kann die Firma Magic Multi Media sehr empfehlen!

Gruß Edgar



Alf_300
Beiträge: 8011

Re: Sprung von SD nach HD in allen Bereichen, besonders semiprof. Schnitt

Beitrag von Alf_300 »

Der Komplett-Rechner von Digitalschnitt mit Adobe CS5 für 3200 Euro ist zum Starten garnicht schlecht. Vorallen wenn man auf dem Land wohnt und sich nicht nach belieben eindecken kann.



domain
Beiträge: 11062

Re: Sprung von SD nach HD in allen Bereichen, besonders semiprof. Schnitt

Beitrag von domain »

Anne Nerven hat geschrieben: Der Vergleich hinkt doch wohl. Kassette ist analog, MiniDV digital. Mit Speicherkarte ändert sich nur der Datenträger und das Capturing entfällt. Ansonsten sind es ebenfalls nur 010001110010110011...
Der Vergleich hinkt natürlich, aber in umgekehrter Richtung. Bei analoger Aufzeichnung hast du auch nach 50 Jahren noch ein Bild, wenn auch ziemlich verrauscht. Aber gerade dieses Rauschen würde bei digitaler Aufzeichnung das fast totale Versagen des gesamten Bandes bedeuten.



Anne Nerven
Beiträge: 970

Re: Sprung von SD nach HD in allen Bereichen, besonders semiprof. Schnitt

Beitrag von Anne Nerven »

@domain:
Murks. Meine DAT-Aufnahmen von irgendwann um 1990/91/92 sind in hervorragendem Zustand. Lagen doof im Schrank. Es gibt weder Störungen noch Ausfälle. Das einzige, was tatsächlich stört, ist, dass man mal das Laufwerk überholen lassen muss, weil Gummis unelastisch werden oder porös. Warum sollten sich auch die 0er und 1er auflösen? Haben die doch gar keinen Grund zu.



domain
Beiträge: 11062

Re: Sprung von SD nach HD in allen Bereichen, besonders semiprof. Schnitt

Beitrag von domain »

Weil die Nuller und Einsen dann ev. im Bereich des rosa Rauschens liegen und nicht mehr unterscheidbar sein könnten.
Aber deine Bänder sind ja noch keine 50 Jahre alt, berichte mal nach 2040 :-)



Anne Nerven
Beiträge: 970

Re: Sprung von SD nach HD in allen Bereichen, besonders semiprof. Schnitt

Beitrag von Anne Nerven »

Sehr gerne :-)



domain
Beiträge: 11062

Re: Sprung von SD nach HD in allen Bereichen, besonders semiprof. Schnitt

Beitrag von domain »

Den Erfahrungen des Deutschen Bundes-Archives nach zu schließen, kommt heutzutage überhaupt nur mehr eine revolvierende Festplattenspeicherung in Frage. Unerfahren genug, wie sie interimsmäßig damals waren und auf die am wenigsten haltbaren Medien speicherten, nämlich auf selbstgebrannte DVDs, führte das zu einer Beinahekatastrophe, aber auf Bänder haben nie gesetzt, eben wegen des fehlenden random Accesses.
Meiner Meinung nach bleibt nur mehr die organisiert geplante ständige Erneuerung auf das jeweils aktuellste Speichermedium mit direkter Zugriffsmöglichkeit übrig.
Bänder, DVDs, Blurays, all das kannst du mal getrost vergessen.



Dr. Walter Gesierich
Beiträge: 177

Re: Sprung von SD nach HD in allen Bereichen, besonders semiprof. Schnitt

Beitrag von Dr. Walter Gesierich »

Leute, jetzt wird's philosophisch. Wir sind natürlich etwas "off topic", aber ich find das interessant, weil ich immer wieder mal mit Amateuren "Down Under" rede. Also die normalen Knipser und Chip-Filmer. Die sind dann ganz verblüfft, wenn ich sie daran erinnere, daß jede Festplatte, auch externe, irgendwann ihren Geist aufgibt (haben die ja alle schon erlebt). Je billiger, desto schneller (Geiz ist geil). Fotos, Filme, alles was ein individuelles, familiäres Gedächtnis ausmacht, ist weg!!
Mindestens 2 Platten sind die Lösung. Der Lagerungsort spielt bei Bränden auch noch ne Rolle. Joi! Na so was?! Ich kann mich gut lustig machen, weil es mir selbst schon passiert ist. Das Jahr 2006 fehlt bei Fotos komplett (Film nicht, dank Band)!
Trotzdem bin ich der krasseste Archiv-Fotograf und Archiv-Filmer in meiner Sippe. Die diversen Jubiläumsfilme rühren bei den Zuschauern gewaltige Emotionen auf.
Und ich kenne das Gegenteil. Menschen, denen - aus verschiedenen Gründen - praktisch alle fotografischen Erinnerungen des früheren Lebens verloren gegangen sind. Das sind tatsächlich emotionale Schmerzen und Verluste, die dann im Gespräch spürbar werden.
Dasselbe gilt für Audio. Es war mir vor kurzem vergönnt, bei dem Jubiläumsfilm für den eigenen 60er-Geburtstag, mit einem geliehenen Tonbandgerät, die noch vorhandene Tonbandaufnahme meiner eigenen Schüler-Band vor über 40 Jahren als Soundtrack einarbeiten zu können. Wir waren bis ins Mark gerührt.
Was ich damit sagen will: Alte Fotos (100 Jahre), alte Filme (50 Jahre), alte Tonaufnahmen (50 Jahre) sind für das aktuelle Leben noch verfügbar. Eine ganze Generation von gutgläubigen "Consumern" wird die Zeit von 2000 - 2010 nicht mehr "erleben". In spätestens 10 Jahren wird das kollektive Gedächtnis einer ganzen jungen Generation verschwunden sein.
Nur mal so als "Hoppla-Schubserle".
Grüßle vom Walter an alle
P.S. @ domain
Ich habe vor 20 Jahren meine Musik mit einem PCM-Decoder von SONY auf VHS-Video-Cassetten aufgenommen. Das von analog in digital gewandelte Signal wurde - auf dem Fernseher optisch sichtbar - als zappelnder "Barcode" in Schwarz-Weiß aufgenommen. Eben Nullen und Einsen. Diese VHS-Bänder haben in den 20 Jahren natürlich einen Teil ihrer Magnetisierung verloren. Das Schwarz im Barcode ist jetzt "Dunkelanthrazit" und das Weiß dazwischen ist jetzt "Lichtgrau". Aber für das Dekodieren ("Hören") der Bänder ist alles was heller wie 50 % ist "Weiß" und alles was dunkler ist "Schwarz". daher klingt die Musik heute tatsächlich absolut identisch wie das Original der CD, von der ich die Musik überspielt habe. Ohne Höhenverlust, wie etwa bei analoger Audioaufnahme.
Wie das allerdings bei digitalen Filmen ist, das weiß ich nicht...



Axel
Beiträge: 16994

Re: Sprung von SD nach HD in allen Bereichen, besonders semiprof. Schnitt

Beitrag von Axel »

Dr. Walter Gesierich hat geschrieben:Leute, jetzt wird's philosophisch. ...
Das hatten wir schon oft als Thema. Wer meint, seine Werke müssten nachfolgende Generationen erreichen, muss alle paar Jahre umkopieren. Den meisten Videos, nicht nur Amateurvideos, winkt die Vergessenheit. The fundamental things apply as time goes by.



pailes
Beiträge: 938

Re: Sprung von SD nach HD in allen Bereichen, besonders semiprof. Schnitt

Beitrag von pailes »

Anne Nerven hat geschrieben:Auch stellt sich die Frage, wo die Vorteile von AVCHD gegenüber MPEG2 liegen sollen. Nicht umsonst zeichnet z.B. das Prosumer-Modell Sony F3 in MPEG auf, wogegen die Consumer-Modelle AVCHD nutzen. Ich bin kein Technik-Freak aber man liest andauernd von Problemen mit AVCHD: Umrechnung, Farbkorrektur, Moiree, Aliasing.
Zu dem Thema kannst Du Dir mal das hier anschauen: http://www.dvxuser.com/articles/article.php/25

Moiree & Aliasing sind kein Codec-Problem, da solltest Du Dich entsprechend informieren.
Anne Nerven hat geschrieben:Auch habe ich den Eindruck, dass AVCHD ursprünglich ein Hobby-Format war, was notgedrungen, aufgrund des DSLR-Hypes, verbessert werden musste.
Keine der aktuellen DSLRs produziert AVCHD sondern ineffizient kodiertes AVC in einem Quicktime-Container, erzeugt von irgendwelchen DSPs die auf Bildverarbeitung optimiert sind. Das ist meilenweit von dem entfernt was eine dedizierte AVC-Kodiereinheit liefern kann. Nur Systemkameras von Panasonic (GH1/GH2) erzeugen AVCHD und auch dort sind die Ergebnisse nicht optimal.
Bekennender Panasonic-Fanboy



Dr. Walter Gesierich
Beiträge: 177

Re: Sprung von SD nach HD in allen Bereichen, besonders semiprof. Schnitt

Beitrag von Dr. Walter Gesierich »

hat geschrieben:The fundamental things apply as time goes by.
Mist, daß ich doch keine Anglistik studiert hab. Ich krieg mit dem Wort apply in dem Zusammenhang keinen Sinn hin. Übersetzt mir das bitte mal. Denn der Satz klingt ja irgendwie klug, könnte man mal in einer lässigen Konversation brauchen. Aber wenn man natürlich nicht weiß, was es bedeutet, ist man dann kein Party-Löwe, sondern der Party-Depp. Laßt mich also nicht dumm sterben...
Grüßle vom Walter



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