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MANIFEST für einen neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland



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Frank Glencairn
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MANIFEST für einen neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland

Beitrag von Frank Glencairn »

Wow - was ist denn beim ÖR plötzlich los?


Wir, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von ARD, ZDF und Deutschlandradio, sowie alle weiteren Unterzeichnenden, schätzen einen starken unabhängigen öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland als wesentliche Säule unserer Demokratie, der gesellschaftlichen Kommunikation und Kultur. Wir sind von seinen im Medienstaatsvertrag festgelegten Grundsätzen und dem Programmauftrag überzeugt. Beides aber sehen wir in Gefahr. Das Vertrauen der Menschen in den öffentlich-rechtlichen Rundfunk nimmt immer stärker ab. Zweifel an der Ausgewogenheit des Programms wachsen. Die zunehmende Diskrepanz zwischen Programmauftrag und Umsetzung nehmen wir seit vielen Jahren wahr. Wir haben dieses Manifest verfasst, damit unsere Stimme und Expertise zur Zukunft des öffentlich- rechtlichen Rundfunks im gesellschaftlichen Diskurs gehört werden.

Für eine bessere Lesbarkeit verwenden wir überwiegend das generische Maskulinum, wir sprechen explizit alle an.

WO SEHEN WIR GEGENWÄRTIG PROBLEME?

Seit geraumer Zeit verzeichnen wir eine Eingrenzung des Debattenraums anstelle einer Erweiterung der Perspektive. Wir vermissen den Fokus auf unsere Kernaufgabe: Bürgern multiperspektivische Informationen anzubieten. Stattdessen verschwimmen Meinungsmache und Berichterstattung zusehends auf eine Art und Weise, die den Prinzipien eines seriösen Journalismus widerspricht. Nur sehr selten finden relevante inhaltliche Auseinandersetzungen mit konträren Meinungen statt. Stimmen, die einen – medial behaupteten – gesellschaftlichen Konsens hinterfragen, werden wahlweise ignoriert, lächerlich gemacht oder gar ausgegrenzt. Inflationär bedient man sich zu diesem Zwecke verschiedener „Kampfbegriffe“ wie „Querdenker“, „Schwurbler“, „Klima-Leugner“, „Putin-Versteher“, „Gesinnungspazifist“ und anderen, mit denen versucht wird, Minderheiten mit abweichender Meinung zu diffamieren und mundtot zu machen.

Das sorgfältige Überprüfen zweifelhafter Meldungen ist wichtig. Allerdings suggerieren sogenannte Faktenchecks oft durch ihre Machart, Überschrift und Formulierungen eine vermeintlich absolute Wahrheit, die selten existiert. Der freie gesellschaftliche Diskurs wird dadurch schmerzhaft beschnitten.

Innere und äußere Bedingungen führen dazu, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ihren journalistisch-ethischen Standards nicht mehr genügen können. Dazu zählen innerbetriebliche Praktiken wie die schon vor Dreh- bzw. Reportage-Beginn feststehende Kernaussage von Beiträgen, die Zentralisierung der Berichterstattung über sogenannte Newsrooms oder Newsdesks, zu großer Zeitdruck bei der Recherche, eine überwiegend an Einschaltquoten orientierte Programmgestaltung, Sparmaßnahmen der Sender am Programm und nicht zuletzt die Tatsache, dass zwei Drittel des redaktionellen Personals nur Zeitverträge haben oder gar komplett ohne Angestelltenverhältnis als sogenannte Freie arbeiten müssen. Letzteres führt zu Existenzängsten, die wiederum entsprechend „angepassten“ Journalismus begünstigen. Aufgrund der hohen personellen Fluktuation bleibt zudem oft keine Zeit für fachlichen Wissenstransfer.

Innere Pressefreiheit existiert derzeit nicht in den Redaktionen. Die Redakteure in den öffentlich-rechtlichen Medien sind zwar formal unabhängig, meist gibt es auch Redaktionsausschüsse, die über die journalistische Unabhängigkeit wachen sollten. In der Praxis aber orientieren sich die öffentlich-rechtlichen Medien am Meinungsspektrum der politisch-parlamentarischen Mehrheit. Anderslautende Stimmen aus der Zivilgesellschaft schaffen es nur selten in den Debattenraum.

Dazu erschwert äußere Einflussnahme durch Politik, Wirtschaft und Lobbygruppen einen unabhängigen Qualitätsjournalismus. Interessensverflechtungen von Politik und Wirtschaft werden zu selten in tagesaktuellen Beiträgen aufgezeigt und erörtert. Alltägliche Recherchen bleiben im Kern oft oberflächlich.

Bei der Programmgestaltung dürfen Faktoren wie Einschaltquoten, die derzeit als allgegenwärtiges Argument für die dramatische Ausdünnung und populistische Ausrichtung der Kultur- und Bildungsangebote sorgen, keine Rolle spielen. Der öffentlich- rechtliche Rundfunk muss auch vermeintliche „Nischenbereiche“ abbilden und zu vermitteln versuchen – was seinem Bildungsauftrag entspräche, jedoch immer weniger stattfindet. Zudem darf sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk nicht die strikt und gleichförmig durchformatierten Programme privater Sender zum (schlechten) Vorbild nehmen, wie dies aktuell weitestgehend der Fall ist. Dies gilt auch und vor allem in musikalischer Hinsicht für die ARD-Radioprogramme.

An der Auswahl der Mitglieder der Rundfunk-, Fernseh- und Verwaltungsräte, der höchsten Kontrollgremien der öffentlich-rechtlichen Rundfunk- und Fernsehanstalten, sind die Beitragszahler nicht direkt beteiligt. Die Verwaltungsräte kontrollieren die Geschäftsführung der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, doch wer kontrolliert die Verwaltungsräte?

Das heißt: es gibt keine Partizipation der Beitragszahler bei medienpolitischen, finanziellen und personellen Entscheidungen.

Auch die Programme werden größtenteils ohne Publikumsbeteiligung erstellt. Die meisten Programmbeschwerden von Beitragszahlern finden kaum Gehör und haben entsprechend wenig Einfluss auf die Berichterstattung und generelle Programmgestaltung. Sowohl das Publikum als auch die Mitarbeiter des öffentlich-rechtlichen Rundfunks werden in der Regel nicht über die Reaktionen und Beschwerden zum Programm informiert.

Nur ein Teil der Inhalte der öffentlich-rechtlichen Medien ist im Internet abrufbar und meist nur für eine begrenzte Dauer. Diese Praxis widerspricht der Idee eines öffentlich- rechtlichen Rundfunks und dem Gedanken eines universellen Wissenszuwachses im Internet.

DER NEUE ÖFFENTLICH-RECHTLICHE RUNDFUNK VON MORGEN

Das Prinzip der Rundfunkbeitragszahlung wird beibehalten. Es sichert die Unabhängigkeit des neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Das heißt: öffentlich-rechtliche Anstalten werden von der Bevölkerung finanziert, aber auch kontrolliert.

Finanzflüsse sind transparent und öffentlich einsehbar. Dies gilt insbesondere für die Budgetverteilung zwischen einzelnen Ressorts, Redaktionen und der Verwaltung. Die Bezahlung aller Mitarbeiter, einschließlich Führungsposten bis hin zur Intendanz, ist transparent und einheitlich nach einem für alle geltenden Tarifvertrag geregelt. Die Berichte der Landesrechnungshöfe sind auf den Plattformen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks leicht auffindbar.

Der neue öffentlich-rechtliche Rundfunk verzichtet auf Werbeeinnahmen aller Art, sodass Werbeverträge nicht zu Befangenheit in der Berichterstattung führen können.

Den Beitragszahlern gehört der neue öffentlich-rechtliche Rundfunk.

Ihre mehrheitliche Einbindung in den Kontrollgremien ist daher selbstverständlich. Diese Arbeit wird angemessen honoriert. Sie schließt die Wahrnehmung eines weiteren Amts, welches Interessenkonflikte birgt, aus. Die repräsentative Zusammensetzung der Kontrollgremien könnte beispielsweise nach dem Vorbild der Besetzung von Bürgerräten erfolgen. Direkte Wahl, Rotationsprinzip oder Losverfahren sind Möglichkeiten, um die Gesellschaft repräsentativ abzubilden.

Der neue öffentlich-rechtliche Rundfunk fungiert als Vierte Säule der Demokratie. Im Auftrag der Bevölkerung übernimmt er wichtige Kontrollaufgaben gegenüber den Gewalten Exekutive, Legislative und Judikative. Damit er diesen Auftrag erfüllen kann, ist seine Unabhängigkeit von Staat, Wirtschaft und Lobbygruppen garantiert.

Drehtür-Effekte zwischen Politik und dem neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunk sind dank mehrjähriger Sperrfristen ausgeschlossen; professionelle Distanz ist jederzeit gewährleistet. Jegliche Art von Interessenskonflikt wird angegeben, wie es auch in wissenschaftlichen Arbeiten üblich ist. Das Führungspersonal ist verpflichtet, jährlich einen öffentlichen Transparenzbericht vorzulegen. Führungspositionen müssen öffentlich ausgeschrieben sowie nach einem transparenten Auswahlverfahren besetzt werden und sind zeitlich limitiert. Eine Vertragsverlängerung ist nur nach Abstimmung durch die direkt unterstellten Mitarbeiter möglich.

Der neue öffentlich-rechtliche Rundfunk kontrolliert die Politik und nicht umgekehrt. Die Politik hat keinen Einfluss auf Inhalte. Es wird neutral, multiperspektivisch und zensurfrei im Rahmen des Grundgesetzes berichtet.

Dazu gehört die Verpflichtung, vermeintliche Wahrheiten immer wieder zu überprüfen. Für die Berichterstattung bedeutet dies ergebnisoffene und unvoreingenommene Recherche sowie die Präsentation unterschiedlicher Sichtweisen und möglicher Interpretationen.

Das Publikum hat einen Anspruch darauf, sich mit einem Sachverhalt auseinandersetzen und selbstständig eine Meinung bilden zu können, anstatt eine „eingeordnete“ Sicht präsentiert zu bekommen.

Meldungen von Nachrichtenagenturen werden soweit möglich nicht ungeprüft übernommen. Der neue öffentlich-rechtliche Rundfunk nimmt seine Verantwortung wahr, Ereignisse jenseits von Agenturmeldungen zu recherchieren und darüber zu berichten.

Fairness und respektvoller Umgang im Miteinander stehen im Fokus unseres Handelns, sowohl innerhalb der Funkhäuser als auch mit unserem Publikum. Die Journalisten des neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunks benutzen kein Framing und verwenden keine abwertenden Formulierungen.

Petitionen und Programmbeschwerden seitens der Gebührenzahler werden vom neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunk ernst genommen. Eine Ombudsstelle entscheidet über deren Einordung, Umsetzung und Veröffentlichung. Inhaltliche Korrekturen der Berichterstattung werden an derselben Stelle kommuniziert wie die fehlerhafte Nachricht im Programm.

Zur Darstellung der politischen und gesellschaftlichen Vielfalt gehört Lokaljournalismus als wesentliches Fundament des neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Auch Themen aus dünn besiedelten Regionen, die vermeintlich nur von lokaler Relevanz sind oder Minderheiten betreffen, müssen sich im Programm spiegeln. Die Entscheidung, auch aus Gegenden fernab von Ballungsgebieten oder Metropolen zu berichten, muss von journalistischem Anspruch geleitet sein und darf sich nicht dem Kostendruck beugen.

Der neue öffentlich-rechtliche Rundfunk kommt seinem Auftrag in gleichem Maße auch in Sachen Bildung und Kultur nach. Bildung und Kultur haben substanziellen Anteil am Programmangebot und werden angemessen budgetiert und personell ausgestattet.

Kultur in ihrer breiten Vielfalt ist ein wichtiger Baustein und Ausdruck der demokratischen Gesellschaft. Diese Vielfalt gilt es umfangreich zu präsentieren und dokumentieren. Das betrifft alle Disziplinen wie Musik, Literatur, Theater, Bildende Künste und andere. Besonderes Augenmerk wird dabei auf den aktiven Förderaspekt gelegt, beispielsweise durch eigene Produktionen sowie die Unterstützung von regionalen Künstlern.

Der neue öffentlich-rechtliche Rundfunk setzt mit eigenen Klangkörpern wie Orchestern, Big Bands und Chören Akzente im kulturellen Leben und engagiert sich im Bereich der Radiokunst Hörspiel.

Die Archive des neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunks sind frei zugänglich. Sie sind wesentliche Wissens- und Identitätsspeicher unserer Gesellschaft und somit von großer kultureller und historischer Bedeutung mit immenser Strahlkraft. Aus den Archiven, die er kontinuierlich in breitem Umfange erweitern sollte, kann der neue öffentlich-rechtliche Rundfunk anhaltend schöpfen und sich und die Gesellschaft damit der Relevanz von Kultur und Bildung versichern.

Die Inhalte der Archive und Mediatheken des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sind dauerhaft abrufbar. Die bereits gesendeten Beiträge und Produktionen stehen zeitlich unbegrenzt zur Verfügung. So kann jederzeit auf das kollektive Gedächtnis der Gesellschaft zurückgegriffen werden. Dies ist für die öffentliche Meinungsbildung unverzichtbar.

Der neue öffentlich-rechtliche Rundfunk verfügt über eine von Rundfunkbeiträgen finanzierte, nicht kommerzielle Internetplattform für Kommunikation und Austausch. Diese verwendet offene Algorithmen und handelt nicht mit Nutzerdaten. Er setzt in diesem Raum ein Gegengewicht zu den kommerziellen Anbietern, weil ein zensurfreier, gewaltfreier Austausch zu den Kernaufgaben des neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunks gehört.

Qualitätsjournalismus braucht eine solide Basis. Im neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunk arbeiten überwiegend fest angestellte Journalisten, damit sie weitestgehend frei von ökonomischen und strukturellen Zwängen sind. Dadurch sind sie unabhängig und ausschließlich dem Pressekodex verpflichtet. Für Recherche steht ausreichend Zeit zur Verfügung. Die individuelle Verantwortung des Redakteurs bzw. Reporters muss gewährleistet sein und nicht zentralistisch von einem Newsroom oder Newsdesk übernommen werden.

Journalistische Autonomie ist ein wesentlicher Beitrag zur Sicherung journalistischer Qualität und Meinungsvielfalt. Deshalb wird die Weisungs-Ungebundenheit redaktioneller Tätigkeit im Hinblick auf Themenauswahl, Themengestaltung und Mitteleinsatz nicht nur in Redaktionsstatuten, sondern auch in den Landespressegesetzen und Rundfunk-Staatsverträgen festgeschrieben.

Outsourcing ist kontraproduktiv. Es verhindert öffentliche Kontrolle und fördert Lohndumping. Die Produktion von Programminhalten, die Bereitstellung von Produktionstechnik und -personal sowie die Bearbeitung von Publikumsrückmeldungen erfolgen deshalb durch die Sender.

Der neue (wie auch der jetzige!) öffentlich-rechtliche Rundfunk steht nicht in Konkurrenz zu den privaten Medien. Daher wird die vorrangige Bewertung nach Einschaltquoten bzw. Zugriffszahlen abgeschafft.

Die Stabilität unserer Demokratie erfordert einen transparent geführten neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunk als offenen Debattenraum. Zu dessen Eckpfeilern gehört die Unabhängigkeit der Berichterstattung, die Abbildung von Meinungsvielfalt sowie die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern.
https://meinungsvielfalt.jetzt/manifest.html
Sapere aude - de omnibus dubitandum



roki100
Beiträge: 15565

Re: MANIFEST für einen neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland

Beitrag von roki100 »

Innere Pressefreiheit existiert derzeit nicht in den Redaktionen. Die Redakteure in den öffentlich-rechtlichen Medien sind zwar formal unabhängig, meist gibt es auch Redaktionsausschüsse, die über die journalistische Unabhängigkeit wachen sollten. In der Praxis aber orientieren sich die öffentlich-rechtlichen Medien am Meinungsspektrum der politisch-parlamentarischen Mehrheit.
Das merkt man auch als Zuschauer.
"Deine Zeit ist begrenzt. Verschwende sie nicht damit, das Leben eines Anderen zu leben"
(Steve Jobs)



TomStg
Beiträge: 3465

Re: MANIFEST für einen neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland

Beitrag von TomStg »

Das sehen die Parteizentralen der „demokratischen“ Politclowns aber ganz sicher völlig anders - genauso 95% der linksgrünen Belegschaft des ÖR. Aber man darf ja noch träumen.



DKPost
Beiträge: 909

Re: MANIFEST für einen neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland

Beitrag von DKPost »

Der Initiator ist ein ehemaliger vom SWR, der wegen angeblicher Falschbehauptungen zu Corona rausgeflogen ist.
Seitdem ist er auf den Lügenpresse-Zug aufgesprungen und führt seinen persönlichen Kreuzzug.

https://www.stuttgarter-zeitung.de/inha ... 8bb08.html

Was natürlich nicht heißt, das Teile des Manifests nicht trotzdem sinnvoll sein können.
Aber so oft wie die Pappnasen von der AfD in den Talkshows sitzen oder Nuhr, Eckhardt etc. da zu sehen sind, kann ich von dieser Meinungsunterdrückung irgendwie nix sehen.



Steelfox
Beiträge: 421

Re: MANIFEST für einen neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland

Beitrag von Steelfox »

DKPost hat geschrieben: Mi 03 Apr, 2024 19:45 Aber so oft wie die Pappnasen von der AfD in den Talkshows sitzen
Weil das ja auch so häufig vorkommt...
Was hast du gegen Nuhr? Der beackert doch alle Seiten des Spektrums.
Netter Text da oben. Wird nur niemanden interessieren.



roki100
Beiträge: 15565

Re: MANIFEST für einen neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland

Beitrag von roki100 »

DKPost hat geschrieben: Mi 03 Apr, 2024 19:45 Aber so oft wie die Pappnasen von der AfD in den Talkshows sitzen oder Nuhr, Eckhardt etc. da zu sehen sind, kann ich von dieser Meinungsunterdrückung irgendwie nix sehen.
Gerade wenn es um Russland und Putin geht, gibt es meist Leute, die irgendwie ein und denselben Charakter haben, Waffenlieferungen sind ein Muss, Deutschland muss sich bewaffnen, Kritik an der israelischen Regierung ist gleich Antisemitismus usw. Aber selten gibt es ein paar die die Wahheit aussprechen (ein paar - aber nicht so ganz kluge wie z.B. Michael Lüders - ab und zu eingeladen, um scheinbar den Zuschauern zu zeigen, dass ÖR neutral, ehrlich etc. und auf der Seite der Wahrheit etc. sind), wie Sarah Wagenknecht...oder Abed Hassan etc.
"Deine Zeit ist begrenzt. Verschwende sie nicht damit, das Leben eines Anderen zu leben"
(Steve Jobs)



DKPost
Beiträge: 909

Re: MANIFEST für einen neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland

Beitrag von DKPost »

roki100 hat geschrieben: Mi 03 Apr, 2024 19:55
DKPost hat geschrieben: Mi 03 Apr, 2024 19:45 Aber so oft wie die Pappnasen von der AfD in den Talkshows sitzen oder Nuhr, Eckhardt etc. da zu sehen sind, kann ich von dieser Meinungsunterdrückung irgendwie nix sehen.
Gerade wenn es um Russland und Putin geht, gibt es meist Leute, die irgendwie ein und denselben Charakter haben, Waffenlieferungen sind ein Muss, Deutschland muss sich bewaffnen, Kritik an der israelischen Regierung ist gleich Antisemitismus usw. Aber selten gibt es ein paar die die Wahheit aussprechen (ein paar - aber nicht so ganz kluge wie z.B. Michael Lüders - ab und zu eingeladen, um scheinbar den Zuschauern zu zeigen, dass ÖR neutral, ehrlich etc. und auf der Seite der Wahrheit etc. sind), wie Sarah Wagenknecht...oder Abed Hassan etc.
Über sowas diskutiere ich nicht mehr in einem Kameraforum. Da gibt es andere Foren in denen das alles regelmäßig sehr viel genauer analysiert und vor allem belegt wird als hier. Und deinem Post nach zu urteilen werden wir da sowieso nicht zusammen finden.



roki100
Beiträge: 15565

Re: MANIFEST für einen neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland

Beitrag von roki100 »

Ja, Meinungsunterdrückung geht auch ohne ÖR... Es geht hier aber um ÖR und das ich persönlich das nicht in Ordnung finde was sie da betreiben - ist nur meine Meinung dazu.
"Deine Zeit ist begrenzt. Verschwende sie nicht damit, das Leben eines Anderen zu leben"
(Steve Jobs)



stip
Beiträge: 455

Re: MANIFEST für einen neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland

Beitrag von stip »

DKPost hat geschrieben: Mi 03 Apr, 2024 19:45 Der Initiator ist ein ehemaliger vom SWR, der wegen angeblicher Falschbehauptungen zu Corona rausgeflogen ist.
Das sind so gut wie alle Ehemalige. Die anderen sind Freie und welche die gar nichts mit dem ÖRR zu tun haben.



cantsin
Beiträge: 14517

Re: MANIFEST für einen neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland

Beitrag von cantsin »

Disqualifiziert sich
(a) durch überflüssige Schwurbler-Verteidigung, bei der kein seriöses Medium mitzieht (Zitat: '„Kampfbegriffe“ wie „Querdenker“ - das ist kein Kampfbegriff, sondern die Schwurbler haben sich selbst so genannt).
(b) die Unterschriften. Nicht nur, dass jegliche relevanten Namen fehlen, sondern da stehen auch richtig vergiftete Namen wie die der Plagiatorin Ulrike Guérot drauf, die jeden seriösen Menschen davon abhalten, hier ebenfalls zu unterschreiben.

@Frank, kommt ja praktisch aus Deiner Küche, denn Dein langjähriger Kollaborateur Tom Bohn hat ja auch unterschrieben.

Trotz vieler guter Punkte vor allem in den letzten zwei Dritteln: sich selbst disqualifizierend, erreicht maximal Wähler der "Basis" und RT-Publikum.
Zuletzt geändert von cantsin am Mi 03 Apr, 2024 20:34, insgesamt 1-mal geändert.



Bluboy
Beiträge: 4506

Re: MANIFEST für einen neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland

Beitrag von Bluboy »

Der Rechtsstreit ist ohne eine inhaltliche Auseinandersetzung zu Skambraks' Äußerungen beendet worden, sagte eine SWR-Sprecherin auf Anfrage. Mit dem Vergleich bestehe Einigkeit, dass die freie Mitarbeit von Skambraks im SWR seit Oktober 2021 beendet ist.



iasi
Beiträge: 24721

Re: MANIFEST für einen neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland

Beitrag von iasi »

Frank Glencairn hat geschrieben: Mi 03 Apr, 2024 19:21 Wow - was ist denn beim ÖR plötzlich los?

Wir, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von ARD, ZDF und Deutschlandradio, sowie alle weiteren Unterzeichnenden, ...
Na ja - da schmückt man sich aber mit fremden Federn.

Da versucht man, den Eindruck zu erwecken, dass die Unterzeichner für die Beschäftigten der ÖR stehen würden.
Sieht man sich jedoch die Liste der Unterzeichner an, ist die Mehrzahl eben gerade nicht bei den ÖR beschäftigt.

Da ist also eine Gruppe von Leuten, die Kritik übt und Forderungen stellt.

Bequem ist es natürlich, einen Forderungskatalog aufzustellen.
Mit der Finanzierung und Realisierung mögen sich dann andere befassen.

Solche netten Formulierungen sind natürlich bei genauer Betrachtung und im Lichte der Realität amüsant:
Den Beitragszahlern gehört der neue öffentlich-rechtliche Rundfunk. Ihre mehrheitliche Einbindung in den Kontrollgremien ist daher selbstverständlich.
Da jeder Beitragszahler ist, erfüllen auch schon die heutigen Kontrollgremien diese Anforderung. :)

Ebenfalls witzig:
Petitionen und Programmbeschwerden seitens der Gebührenzahler werden vom neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunk ernst genommen. Eine Ombudsstelle entscheidet über deren Einordung, Umsetzung und Veröffentlichung.
Mit wie vielen Mitarbeitern soll wohl diese Ombudsstelle besetzt sein?

Nach welchen Kriterien sollen denn diese Korrekturen entschieden werden:
Inhaltliche Korrekturen der Berichterstattung werden an derselben Stelle kommuniziert wie die fehlerhafte Nachricht im Programm.



poki1000
Beiträge: 30

Re: MANIFEST für einen neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland

Beitrag von poki1000 »

iasi hat geschrieben: Mi 03 Apr, 2024 20:40
Frank Glencairn hat geschrieben: Mi 03 Apr, 2024 19:21 Wow - was ist denn beim ÖR plötzlich los?

Wir, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von ARD, ZDF und Deutschlandradio, sowie alle weiteren Unterzeichnenden, ...
Na ja - da schmückt man sich aber mit fremden Federn.

Da versucht man, den Eindruck zu erwecken, dass die Unterzeichner für die Beschäftigten der ÖR stehen würden.
Sieht man sich jedoch die Liste der Unterzeichner an, ist die Mehrzahl eben gerade nicht bei den ÖR beschäftigt.

Da ist also eine Gruppe von Leuten, die Kritik übt und Forderungen stellt.

Bequem ist es natürlich, einen Forderungskatalog aufzustellen.
Mit der Finanzierung und Realisierung mögen sich dann andere befassen.

Solche netten Formulierungen sind natürlich bei genauer Betrachtung und im Lichte der Realität amüsant:
Den Beitragszahlern gehört der neue öffentlich-rechtliche Rundfunk. Ihre mehrheitliche Einbindung in den Kontrollgremien ist daher selbstverständlich.
Da jeder Beitragszahler ist, erfüllen auch schon die heutigen Kontrollgremien diese Anforderung. :)

Ebenfalls witzig:
Petitionen und Programmbeschwerden seitens der Gebührenzahler werden vom neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunk ernst genommen. Eine Ombudsstelle entscheidet über deren Einordung, Umsetzung und Veröffentlichung.
Mit wie vielen Mitarbeitern soll wohl diese Ombudsstelle besetzt sein?

Nach welchen Kriterien sollen denn diese Korrekturen entschieden werden:
Inhaltliche Korrekturen der Berichterstattung werden an derselben Stelle kommuniziert wie die fehlerhafte Nachricht im Programm.
du glaubst doch nicht ernsthaft, dass wenn jemand wirtschaftlich davon abhängig ist,
das mit seinem namen unterschreibt, da könnte man ja gleich selbst kündigen, wie war das mit dem goldenen kalb oder schlachte ich die kuh, die mich ernährt...;-)

den ansatz "beitragszahler" übergehe ich, das ist so banal, gewollt missverstanden...;-)

war selber 15jahre in dem verein und kann mich dem insofern anschliessen, selbes wespennest wie filmförderung,seilschaften, es gilt zu begrüssen, verkrustete strukturen aufzubrechen, auch wenn nicht alle beteiligten koscher sind...;-)



iasi
Beiträge: 24721

Re: MANIFEST für einen neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland

Beitrag von iasi »

poki1000 hat geschrieben: Mi 03 Apr, 2024 21:09
du glaubst doch nicht ernsthaft, dass wenn jemand wirtschaftlich davon abhängig ist,
das mit seinem namen unterschreibt, da könnte man ja gleich selbst kündigen, wie war das mit dem goldenen kalb oder schlachte ich die kuh, die mich ernährt...;-)

den ansatz "beitragszahler" übergehe ich, das ist so banal, gewollt missverstanden...;-)

war selber 15jahre in dem verein und kann mich dem insofern anschliessen, selbes wespennest wie filmförderung,seilschaften, es gilt zu begrüssen, verkrustete strukturen aufzubrechen, auch wenn nicht alle beteiligten koscher sind...;-)
Nichts gegen Kritik, aber diese pseudodemokratischen Luftschlösser mit den "Beitragszahlern" führen auch zu nichts.

Solche Worthülsen wie "Eingrenzung des Debattenraums" sollen doch nur verstecken, dass man sich darüber ärgert, selbst nicht als diejenigen wahrgenommen zu werden, die doch Volkes Meinung wiedergeben.

Dann will man zwar keine Seilschaften und Verkrustungen, aber doch am liebsten eine Lebensanstellung.

Beitragszahler sollen repräsentiert sein.
So ziemlich jeder in Deutschland ist Beitragszahler.
Sollen wir nun auch noch die Ziehung der Rundfunkräte bekommen?



macaw
Beiträge: 1334

Re: MANIFEST für einen neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland

Beitrag von macaw »

iasi hat geschrieben: Mi 03 Apr, 2024 23:10 Solche Worthülsen wie "Eingrenzung des Debattenraums" sollen doch nur verstecken, dass man sich darüber ärgert, selbst nicht als diejenigen wahrgenommen zu werden, die doch Volkes Meinung wiedergeben.
Von dem offenen Brief mag man halten, was man will. Wenn das wirklich nur ehemalige sind, haben die sich leider keinen Gefallen getan, weil der Brief dann auf einer Lüge aufbaut. Ganz unabhängig davon halte ich es für super gefährlich, wenn man große Teil der Bevölkerung ausgrenzt indem man deren Belange ganz locker als "Worthülse" abtut. Was hat sowas noch mit Demokratie zu tun? Und dieser ganze Irrsinn den die Faeser da von sich gibt und verzapft kommt dann noch obendrauf. Solche Sachen geben den "1984"-Spinnern doch noch mehr Feuer.



dienstag_01
Beiträge: 13596

Re: MANIFEST für einen neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland

Beitrag von dienstag_01 »

Ausgewogenheit, wie soll die rein technisch hergestellt werden? Kann ich mir nur schwer vorstellen.
Umfassend recherchierte Beiträge und Unabhängikkeit sind der Dreh- und Angelpunkt, nicht Ausgewogenheit, die es irgendwie allen recht machen will.
Mir gefällt auch nicht alles, was da kommt, aber einen Verschwörungstheoretiker als Sidekick in jeder Nachrichtensendung braucht auch niemand.



iasi
Beiträge: 24721

Re: MANIFEST für einen neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland

Beitrag von iasi »

macaw hat geschrieben: Do 04 Apr, 2024 00:34
iasi hat geschrieben: Mi 03 Apr, 2024 23:10 Solche Worthülsen wie "Eingrenzung des Debattenraums" sollen doch nur verstecken, dass man sich darüber ärgert, selbst nicht als diejenigen wahrgenommen zu werden, die doch Volkes Meinung wiedergeben.
Von dem offenen Brief mag man halten, was man will. Wenn das wirklich nur ehemalige sind, haben die sich leider keinen Gefallen getan, weil der Brief dann auf einer Lüge aufbaut. Ganz unabhängig davon halte ich es für super gefährlich, wenn man große Teil der Bevölkerung ausgrenzt indem man deren Belange ganz locker als "Worthülse" abtut. Was hat sowas noch mit Demokratie zu tun? Und dieser ganze Irrsinn den die Faeser da von sich gibt und verzapft kommt dann noch obendrauf. Solche Sachen geben den "1984"-Spinnern doch noch mehr Feuer.
"Große Teil der Bevölkerung" - das aber ist doch generell das Problem: Wenn sich Leute oder eine Gruppe von Leuten als Vertreter von "großen Teilen der Bevölkerung" sehen und meinen, für diese zu sprechen.

Hier sind es also die "Beitragszahler", für die die Unterzeichner zu sprechen glauben.
Da so ziemlich jeder in Deutschland Beitragszahler ist, glauben sie also für das Volk zu sprechen.

"Vierte Säule der Demokratie"
"Unabhängigkeit"
"Bildung und Kultur"
...

Ein wenig konkret werden sie nur, wenn es darum geht Geld auszugeben und auf Einnahmen zu verzichten.
"eigenen Klangkörpern "
"Ombudsstelle"
"Inhalte der Archive und Mediatheken des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sind dauerhaft abrufbar"
"verzichtet auf Werbeeinnahmen"
...

Und dann diese Widersprüche:
Mal wollen sie keine Kontrolle, dann aber doch an allen Ecken und Enden Überprüfungen.


Schließlich bleibt dann auch die Frage nach der Umsetzung von solchen Forderungen:
"Lokaljournalismus"
"Petitionen und Programmbeschwerden ... werden ... ernst genommen."
"Internetplattform für Kommunikation und Austausch" - wohlgemerkt "zensurfrei"
...

Wahrscheinlich wollen gerade diese Unterzeichner dann die Beiträge senken, sobald die Sender weniger Zuschauer und Hörer erreichen.

Das hört sich so an, als hätte sich da einige verärgerte Leute zusammengesetzt und ihre Forderungen gesammelt und aufgeschrieben.



Bluboy
Beiträge: 4506

Re: MANIFEST für einen neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland

Beitrag von Bluboy »

Manifest und Petition von 2021 und nix ist passiert ;-(



Jost
Beiträge: 2068

Re: MANIFEST für einen neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland

Beitrag von Jost »

"Nur sehr selten finden relevante inhaltliche Auseinandersetzungen mit konträren Meinungen statt. Stimmen, die einen – medial behaupteten – gesellschaftlichen Konsens hinterfragen, werden wahlweise ignoriert, lächerlich gemacht oder gar ausgegrenzt. Inflationär bedient man sich zu diesem Zwecke verschiedener „Kampfbegriffe“ wie „Querdenker“, „Schwurbler“, „Klima-Leugner“, „Putin-Versteher“, „Gesinnungspazifist“ und anderen, mit denen versucht wird, Minderheiten mit abweichender Meinung zu diffamieren und mundtot zu machen.

Die Gaußsche Verteilung besagt, man finde immer 5 Prozent, die unzufrieden sind. Mich lässt es frösteln, wenn die Gruppe aus „Querdenker“, „Schwurbler“, „Klima-Leugner“, „Putin-Versteher“, „Gesinnungspazifist“ verlangt, größeren Einfluss auf den "gesellschaftlichen Konsens" zu erhalten.
Sich selbst als bloße "Minderheiten mit abweichender Meinung" zu bezeichnen, ist der tatsächliche "Kampfbegriff".

Doch genau das unterzeichnet man mit, wenn man sich dem "Manifest" anschließt.



cantsin
Beiträge: 14517

Re: MANIFEST für einen neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland

Beitrag von cantsin »

Jost hat geschrieben: Do 04 Apr, 2024 09:04 Die Gaußsche Verteilung besagt, man finde immer 5 Prozent, die unzufrieden sind. Mich lässt es frösteln, wenn die Gruppe aus „Querdenker“, „Schwurbler“, „Klima-Leugner“, „Putin-Versteher“, „Gesinnungspazifist“ verlangt, größeren Einfluss auf den "gesellschaftlichen Konsens" zu erhalten.
Da ist ja erstmal legitim, sich als Minderheit zu äußern und auf angemessene Repräsentation zu pochen. Das "Manifest" hat aber, wie fast alle Äußerungen aus dieser Ecke, den Anspruch, eine schweigende Mehrheit zu repräsentieren, und das ist halt die kognitive Dissonanz dieser Leute.



Frank Glencairn
Beiträge: 23476

Re: MANIFEST für einen neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland

Beitrag von Frank Glencairn »

Jost hat geschrieben: Do 04 Apr, 2024 09:04

Die Gaußsche Verteilung besagt, man finde immer 5 Prozent, die unzufrieden sind.

Reality Check:

Demnach sind 76 Prozent und damit rund drei Viertel der Bürger unzufrieden mit der Arbeit der Bundesregierung.
https://www.tagesspiegel.de/politik/nur ... oben%20hat.
Sapere aude - de omnibus dubitandum



cantsin
Beiträge: 14517

Re: MANIFEST für einen neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland

Beitrag von cantsin »

Frank Glencairn hat geschrieben: Do 04 Apr, 2024 09:15 Reality Check:

Demnach sind 76 Prozent und damit rund drei Viertel der Bürger unzufrieden mit der Arbeit der Bundesregierung.
https://www.tagesspiegel.de/politik/nur ... oben%20hat.
Reality check (und Intelligenztest): dass 76% unzufrieden mit der Regierung sind, bedeutet nicht, dass sie der Schwurblerszene anhängen oder glauben, dass diese im ÖR unfair behandelt wird.

Das Lustige ist ja, dass gerade wegen des Marschs der Grünen in die Institutionen und des Mainstreaming der Ökobewegung es viel mehr Toleranz für Impfgegner gibt als in der Vergangenheit, auch während der Pandemie. Hätte es in den 50ern unter Adenauer oder in den 80ern unter Kohl eine ähnliche Pandemie gegeben, hätte es Null Toleranz oder Akzeptanz für Impfverweigerer gegeben.



Frank Glencairn
Beiträge: 23476

Re: MANIFEST für einen neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland

Beitrag von Frank Glencairn »

Zunächst mal müssen wir berücksichtigen, daß die Regierung die ÖR zu 100% kontrolliert und beherrscht - Regierung und ÖR sind also nicht zu trennen.

Bei ner direkten Umfrage sind es immer noch 42% und nicht die angeblichen 5% die Unzufrieden sind.
Und das war 2023.
Die Unzufriedenheit mit den öffentlich-rechtlichen Medien in Deutschland ist gestiegen. Das ergab eine Umfrage des Markt- und Sozialforschungsinstitut INSA.

Demnach sind 42 Prozent der Bundesbürger mit den öffentlich-rechtlichen Medien unzufrieden. Bei der ersten Befragung im November 2021 waren es 38 Prozent.
Sapere aude - de omnibus dubitandum



Frank Glencairn
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Re: MANIFEST für einen neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland

Beitrag von Frank Glencairn »

cantsin hat geschrieben: Do 04 Apr, 2024 09:17
Das Lustige ist ja, dass gerade wegen des Marschs der Grünen in die Institutionen und des Mainstreaming der Ökobewegung es viel mehr Toleranz für Impfgegner gibt als in der Vergangenheit, auch während der Pandemie. Hätte es in den 50ern unter Adenauer oder in den 80ern unter Kohl eine ähnliche Pandemie gegeben, hätte es Null Toleranz oder Akzeptanz für Impfverweigerer gegeben.
Ich weiß nicht in welcher Parallelwelt du lebst, aber ich kann mich nicht erinnern, daß die Regierung 1957/58 bei der Asiatischen Grippe, 1961-1990 bei der Siebten Colera Pandemie, 1967 beim Marburg Fieber, 1969-70 bei der Hongkong Grippe, 1977-1978 bei der Russischen Grippe etc. es jemals gewagt hätte irgendwelche Zwangsimpfungsmaßnahmen zu erlassen oder gar durchzusetzen.

Und was die Grünen betrifft, waren das die schlimmsten Impfhetzer von allen - wo du da ne angebliche "Toleranz" sehen willst ist mir völlig schleierhaft.

Dieses grüne Cool Aid daß du da immer trinkst, muß ja ne atemberaubende Wirkung haben.
Sapere aude - de omnibus dubitandum



dienstag_01
Beiträge: 13596

Re: MANIFEST für einen neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland

Beitrag von dienstag_01 »

Frank Glencairn hat geschrieben:Zunächst mal müssen wir berücksichtigen, daß die Regierung die ÖR zu 100% kontrolliert und beherrscht - Regierung und ÖR sind also nicht zu trennen.
Klär mich auf.



cantsin
Beiträge: 14517

Re: MANIFEST für einen neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland

Beitrag von cantsin »

Frank Glencairn hat geschrieben: Do 04 Apr, 2024 09:36 Ich weiß nicht in welcher Parallelwelt du lebst, aber ich kann mich nicht erinnern, daß die Regierung 1957/58 bei der Asiatischen Grippe, 1961-1990 bei der Siebten Colera Pandemie, 1967 beim Marburg Fieber, 1969-70 bei der Hongkong Grippe, 1977-1978 bei der Russischen Grippe etc. es jemals gewagt hätte irgendwelche Zwangsimpfungsmaßnahmen zu erlassen oder gar durchzusetzen.
In der BRD-Parallelwelt, in der ich in den 70er und 80er Jahren aufgewachsen bin, wurde an den Schulen routinemäßig jeder durchgeimpft, ohne dass es da irgendwelche Fragen, Elternerlaubnisse oder auch nur die Möglichkeit des Widerspruchs gab. Dass Impfung eine Frage der Meinungsfreiheit sei, glaubten bestenfalls Hippies und Öko-Esoteriker, die zum harten Kern der damals aufkommenden Grünen gehörten.

Das Lustige ist ja, dass Du als Konservativer wie ein Hippie-Ökospinner von damals argumentierst.

Zur Hongkong-Grippe ein Artikel aus der "Wirtschaftswoche":
"Impfstoffe gab es zwar, aber sie spielten keine große Rolle. Es dauert damals zu lange, bis es ausreichend Impfstoff gegeben hätte. Zwar waren zwei Firmen in der BRD in der Lage, Impfstoff zu produzieren, diese waren aber sehr ausgelastet. Dazu kam, dass es damals noch gar keine breite Überzeugung unter den Experten gab, dass eine Grippe-Impfung sinnvoll ist. Es standen auch nicht so ausgereifte Impfstoffe wie heute zur Verfügung. Sie waren zwar wirksam aber kaum zu 90 Prozent oder mehr, wie wir es heute kennen. Es kam zu Impfungen in Betrieben und durch Amtsärzte. Letztlich scheiterten die Massenimpfungen eher an der Frage des Geldes. Es gab nur vereinzelt eine Einigung darüber, ob Kommunen, Krankenkassen oder die Infizierten selbst die Impfung zahlen sollten."

https://www.wiwo.de/politik/deutschland ... 97334.html

Wer da in den Betrieben und durch Amtsärzte geimpft wurde, wurde garantiert auch nicht zu seiner Meinungsfreiheit über Impfungen gefragt. Dass es keine Impfungen auf vergleichbarem Massen-Maßstab gab, hat - wie in dem Artikel erklärt - völlig andere Gründe.



Frank Glencairn
Beiträge: 23476

Re: MANIFEST für einen neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland

Beitrag von Frank Glencairn »

dienstag_01 hat geschrieben: Do 04 Apr, 2024 09:48
Klär mich auf.

Muß ich jetzt wirklich deine Allgemeinbildungs-Defizite kompensieren?

Das hier wäre mal ein guter Anfang: Rundfunkstaatsvertrag.
Sapere aude - de omnibus dubitandum



Frank Glencairn
Beiträge: 23476

Re: MANIFEST für einen neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland

Beitrag von Frank Glencairn »

cantsin hat geschrieben: Do 04 Apr, 2024 09:50
Das Lustige ist ja, dass Du als Konservativer ...
Das Lustige ist in Wirklichkeit, daß ich alles andere als konservativ bin.
cantsin hat geschrieben: Do 04 Apr, 2024 09:50
Es standen auch nicht so ausgereifte Impfstoffe wie heute zur Verfügung.
Wenn du sowas wirklich glaubst, wundert mich nichts mehr - unter welchem Stein hast du die letzten 2 Jahre gelebt?

Aber lassen wir das - wer über Impfungen reden will, dafür gibt es genug Gelegenheit im off topic Bereich.
Hier gehts um was anderes.
Sapere aude - de omnibus dubitandum



dienstag_01
Beiträge: 13596

Re: MANIFEST für einen neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland

Beitrag von dienstag_01 »

Frank Glencairn hat geschrieben: Do 04 Apr, 2024 09:53
dienstag_01 hat geschrieben: Do 04 Apr, 2024 09:48
Klär mich auf.

Muß ich jetzt wirklich deine Allgemeinbildungs-Defizite kompensieren?

Das hier wäre mal ein guter Anfang: Rundfunkstaatsvertrag.
Und da steht drin, dass die Regierung den ÖR beherrscht und kontrolliert? Und den privaten wahrscheinlich gleich auch noch oder werden die explizit ausgeschlossen?



stip
Beiträge: 455

Re: MANIFEST für einen neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland

Beitrag von stip »

Der Initiator, Ole Skambraks, der sich als Journalist und ehemaliger Redakteur ausgibt, war als Sounddesigner befristet beim SWR2 angestellt, dort betreute er unter anderem Programmtrailer.

Er ruft auf seiner Seite (Meinungsvielfalt.jetzt) zu Spenden auf sein Privatkonto auf.

"Als Verwendungs­zweck bitte „Schenkung“ angeben"

Er lebt jetzt in der Schweiz und versucht sich weiter über Schwurbelmedien zu etablieren. Er will auf der Seite den Eindruck erwecken, dass hier die Mehrheit der Angestellten redet aber die ganze, kurze Liste der Unterzeichner besteht aus ehemaligen oder Leuten, die gar nichts mit dem ÖR zu tun haben.



Frank Glencairn
Beiträge: 23476

Re: MANIFEST für einen neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland

Beitrag von Frank Glencairn »

dienstag_01 hat geschrieben: Do 04 Apr, 2024 10:27
Und da steht drin, dass die Regierung den ÖR beherrscht und kontrolliert?

GKJqdZFW8AArRS4.jpg
Sapere aude - de omnibus dubitandum
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.



Bluboy
Beiträge: 4506

Re: MANIFEST für einen neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland

Beitrag von Bluboy »



Jost
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Re: MANIFEST für einen neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland

Beitrag von Jost »

stip hat geschrieben: Do 04 Apr, 2024 10:35 Der Initiator, Ole Skambraks, der sich als Journalist und ehemaliger Redakteur ausgibt, war als Sounddesigner befristet beim SWR2 angestellt, dort betreute er unter anderem Programmtrailer.

Er ruft auf seiner Seite (Meinungsvielfalt.jetzt) zu Spenden auf sein Privatkonto auf.

"Als Verwendungs­zweck bitte „Schenkung“ angeben"

Er lebt jetzt in der Schweiz und versucht sich weiter über Schwurbelmedien zu etablieren. Er will auf der Seite den Eindruck erwecken, dass hier die Mehrheit der Angestellten redet aber die ganze, kurze Liste der Unterzeichner besteht aus ehemaligen oder Leuten, die gar nichts mit dem ÖR zu tun haben.
Ja, schön trennen. Bei den "Minderheiten mit abweichender Meinung" geht es nicht um Rollstuhlfahrer, die der Meinung sind, es gäbe nicht genug Rampen.



cantsin
Beiträge: 14517

Re: MANIFEST für einen neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland

Beitrag von cantsin »

Frank Glencairn hat geschrieben: Do 04 Apr, 2024 09:58
cantsin hat geschrieben: Do 04 Apr, 2024 09:50
Es standen auch nicht so ausgereifte Impfstoffe wie heute zur Verfügung.
Zitier mich nicht mit Dingen, die ich nicht geschrieben habe.



cantsin
Beiträge: 14517

Re: MANIFEST für einen neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland

Beitrag von cantsin »

Frank Glencairn hat geschrieben: Do 04 Apr, 2024 10:56
dienstag_01 hat geschrieben: Do 04 Apr, 2024 10:27
Und da steht drin, dass die Regierung den ÖR beherrscht und kontrolliert?


GKJqdZFW8AArRS4.jpg
Nur die halbe Wahrheit und dadurch eine Propagandalüge, weil der Verwaltungsrat nicht das ZDF kontrolliert, sondern der Fernsehrat, und der ist so zusammengesetzt:

https://www.zdf.de/zdfunternehmen/zdf-f ... r-100.html

Und wenn Du hier solche Sachen postet, solltest zumindest die Konsequenz und den Abstand besitzen, nicht mehr für Arte/ZDF zu arbeiten.



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