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Kann man noch MUTIG Filme produzieren? MARTIN MOSZKOWICZ



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Nigma1313
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Kann man noch MUTIG Filme produzieren? MARTIN MOSZKOWICZ

Beitrag von Nigma1313 »

Liebes Forum,

Sind die Zeiten für Filmemacher schlecht? Wieviel Geld und wieviel Mut steckt aktuell in Filmprojekten?

Oder anders gefragt: Wie mutig und risikofreudig sollte man als Produzent generell sein?

Fragen wir die Filmproduzentenurlegende Martin Moszkowicz



7River
Beiträge: 4926

Re: Kann man noch MUTIG Filme produzieren? MARTIN MOSZKOWICZ

Beitrag von 7River »

Was genau bedeutet denn „Ausbeutung der Crews“?

Der Herr Moszkowicz, schwieriger Name, hat seinen Satz nicht zu Ende formuliert. Hat das was mit kürzeren Drehzeiten zu tun, weil davor die Rede war? Wenn Dreharbeiten länger als gedacht dauern, müssen die Angestellten dann mehr arbeiten, womöglich für weniger Geld? Oder sollen sich die Leute mehr einbringen und auf Löhne verzichten? Auch kein Catering ;-)

[Zitat] Große Regisseure drehen zwischendrin mal, als Fingerübung, einen iPhone-Film! Iasi hier hat doch auch ein iPhone. Aber ein 15er, kein aktuelles. Damit geht das nicht. Mist ;-)

Spaß beiseite!

Von Minute 17:45 bis 18:05 ist der Ton unsynchron.
„Wissen Sie, Ryback, aussehen tut's köstlich. Aber riechen tut's wie Schweinefraß. Ich hab' Ihren Scheiß lang genug geduldet. Nur weil der Captain die Art liebt, wie Sie kochen. Aber dieses eine Mal ist er nicht hier und wird Ihnen nicht helfen können.“



iasi
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Re: Kann man noch MUTIG Filme produzieren? MARTIN MOSZKOWICZ

Beitrag von iasi »

7River hat geschrieben: Mo 20 Apr, 2026 14:20 Was genau bedeutet denn „Ausbeutung der Crews“?

Der Herr Moszkowicz, schwieriger Name, hat seinen Satz nicht zu Ende formuliert. Hat das was mit kürzeren Drehzeiten zu tun, weil davor die Rede war? Wenn Dreharbeiten länger als gedacht dauern, müssen die Angestellten dann mehr arbeiten, womöglich für weniger Geld? Oder sollen sich die Leute mehr einbringen und auf Löhne verzichten? Auch kein Catering ;-)

[Zitat] Große Regisseure drehen zwischendrin mal, als Fingerübung, einen iPhone-Film! Iasi hier hat doch auch ein iPhone. Aber ein 15er, kein aktuelles. Damit geht das nicht. Mist ;-)

Spaß beiseite!

Von Minute 17:45 bis 18:05 ist der Ton unsynchron.
Dieser Quark mit dem iPhone ... 28 Years Later hatte ein höheres Budget als so ziemlich jeder Film, den Moszkowicz produziert hatte.

Geld kann man einsparen, indem man die Effizienz erhöht und mit eine kleineren Crew und weniger Zeit auskommt.
Es ist heute schließlich nicht mehr nötig, beim Hausbau den Keller mit Schaufeln in den Händen von Dutzenden Arbeitern auszuheben.



7River
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Re: Kann man noch MUTIG Filme produzieren? MARTIN MOSZKOWICZ

Beitrag von 7River »

iasi hat geschrieben: Mo 20 Apr, 2026 16:06
Geld kann man einsparen, indem man die Effizienz erhöht und mit eine kleineren Crew und weniger Zeit auskommt.
Es ist heute schließlich nicht mehr nötig, beim Hausbau den Keller mit Schaufeln in den Händen von Dutzenden Arbeitern auszuheben.
Ich weiß natürlich, was du meinst. Das andere war nur Spaß.
„Wissen Sie, Ryback, aussehen tut's köstlich. Aber riechen tut's wie Schweinefraß. Ich hab' Ihren Scheiß lang genug geduldet. Nur weil der Captain die Art liebt, wie Sie kochen. Aber dieses eine Mal ist er nicht hier und wird Ihnen nicht helfen können.“



iasi
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Re: Kann man noch MUTIG Filme produzieren? MARTIN MOSZKOWICZ

Beitrag von iasi »

7River hat geschrieben: Mo 20 Apr, 2026 16:38
iasi hat geschrieben: Mo 20 Apr, 2026 16:06
Geld kann man einsparen, indem man die Effizienz erhöht und mit eine kleineren Crew und weniger Zeit auskommt.
Es ist heute schließlich nicht mehr nötig, beim Hausbau den Keller mit Schaufeln in den Händen von Dutzenden Arbeitern auszuheben.
Ich weiß natürlich, was du meinst. Das andere war nur Spaß.
Leider ist es so, dass in vielen Bereichen der Filmherstellung noch immer Leute zu ihrer Schaufel greifen. ;)



Darth Schneider
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Re: Kann man noch MUTIG Filme produzieren? MARTIN MOSZKOWICZ

Beitrag von Darth Schneider »

Manche Arbeiten kann man nur mit einer Schaufel sinnvoll erledigen. Daran wird sich auch nix ändern…Das ist beim Film nicht anders.



7River
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Re: Kann man noch MUTIG Filme produzieren? MARTIN MOSZKOWICZ

Beitrag von 7River »

iasi hat geschrieben: Mo 20 Apr, 2026 16:47
Leider ist es so, dass in vielen Bereichen der Filmherstellung noch immer Leute zu ihrer Schaufel greifen. ;)
Was genau hast du denn an der deutschen Filmproduktion zu kritisieren? Wo wird, deiner Meinung nach, explizit Geld verschwendet oder ineffizient gearbeitet?
„Wissen Sie, Ryback, aussehen tut's köstlich. Aber riechen tut's wie Schweinefraß. Ich hab' Ihren Scheiß lang genug geduldet. Nur weil der Captain die Art liebt, wie Sie kochen. Aber dieses eine Mal ist er nicht hier und wird Ihnen nicht helfen können.“



Darth Schneider
Beiträge: 27737

Re: Kann man noch MUTIG Filme produzieren? MARTIN MOSZKOWICZ

Beitrag von Darth Schneider »

Sie nutzen meistens grosse Kameras anstatt kleine, mit Dollys, Jibs und Gedöns, anstelle eines kleinen Gimbals. Sie nutzen starke Leuchten und halt nicht ISO 12800 um die Szene zu leuchten….Einen Fokuspuller anstatt pumpendem Autofokus.
Und ein anständiges Catering anstatt von der Crew selbstgeschmierte Butterbrote…

Halt alles was weltweit genutzt wird um richtige Filme zu machen, das halt leider richtig Geld kostet..😂
iasi würde das alles ganz anders machen.
Zuletzt geändert von Darth Schneider am Di 21 Apr, 2026 07:06, insgesamt 1-mal geändert.



iasi
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Re: Kann man noch MUTIG Filme produzieren? MARTIN MOSZKOWICZ

Beitrag von iasi »

7River hat geschrieben: Di 21 Apr, 2026 06:48
iasi hat geschrieben: Mo 20 Apr, 2026 16:47
Leider ist es so, dass in vielen Bereichen der Filmherstellung noch immer Leute zu ihrer Schaufel greifen. ;)
Was genau hast du denn an der deutschen Filmproduktion zu kritisieren? Wo wird, deiner Meinung nach, explizit Geld verschwendet oder ineffizient gearbeitet?
Es werden dieselben Routinen abgearbeitet, wie vor Jahrzehnten.

Neue Technik?
"Wir haben zwar nur ausgeleuchtete Innenaufnahmen, aber wir brauchen eine Alexa 35." :)
"Ich leuchte die Szene zwar aus, aber ich will nicht die HighISO-Stufe nutzen, um nicht DR zu verlieren." ;)
...



Darth Schneider
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Re: Kann man noch MUTIG Filme produzieren? MARTIN MOSZKOWICZ

Beitrag von Darth Schneider »

@iasi
Weil sich die Routinen seit Jahrzehnten bewähren, machen die das so.
Und neue Technik testen die Profis doch ständig und nutzen diese auch fleissig.

High Iso ersetzt nun mal bei Filmen in den meisten Szenarien keine starken Leuchten,
ausser du willst das die Bilder flach und voll langweilig aussehen.
Dabei geht es nicht um DR. Sondern darum um mit kontrolliertem Licht und kontrollierten Schatten schöne Stimmungen zu erzeugen.



iasi
Beiträge: 30514

Re: Kann man noch MUTIG Filme produzieren? MARTIN MOSZKOWICZ

Beitrag von iasi »

Darth Schneider hat geschrieben: Di 21 Apr, 2026 07:07 @iasi
Weil sich die Routinen seit Jahrzehnten bewähren, machen die das so.
Und neue Technik testen die Profis doch ständig und nutzen diese auch fleissig.

High Iso ersetzt nun mal bei Filmen in den meisten Szenarien keine starken Leuchten,
ausser du willst das die Bilder flach und voll langweilig aussehen.
Dabei geht es nicht um DR. Sondern darum um mit kontrolliertem Licht und kontrollierten Schatten schöne Stimmungen zu erzeugen.
Wenn alle darüber jammern, dass zu wenig Geld da sei.
Wenn es ohne Filmförder- und Gebührengelder nicht geht ...
Wenn deutsche Filme international eigentlich nicht existieren ...
...
Von "bewährt" kann da ja dann wohl keine Rede sein.

Wenn ich komplett ausleuchte, kann ich das genauso gut für 10 Blendenstufen, wie für 14. Also brauche ich auch nicht den hohen DR einer Alexa 35.



Jott
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Re: Kann man noch MUTIG Filme produzieren? MARTIN MOSZKOWICZ

Beitrag von Jott »

@nigma1313:

Ihr solltet mal ein Interview mit Iasi machen. Er hat das Rezept zur Rettung des deutschen Films entwickelt: radikal veränderte Produktions- und Finanzierungsmethoden. Ist doch ein super Thema für eure Reihe!



Nigma1313
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Re: Kann man noch MUTIG Filme produzieren? MARTIN MOSZKOWICZ

Beitrag von Nigma1313 »

Jott hat geschrieben: Di 21 Apr, 2026 12:38 @nigma1313:

Ihr solltet mal ein Interview mit Iasi machen. Er hat das Rezept zur Rettung des deutschen Films entwickelt: radikal veränderte Produktions- und Finanzierungsmethoden. Ist doch ein super Thema für eure Reihe!
Es wäre auf jeden Fall ein toller Insider!



Darth Schneider
Beiträge: 27737

Re: Kann man noch MUTIG Filme produzieren? MARTIN MOSZKOWICZ

Beitrag von Darth Schneider »

@iasi
Es drehen doch auch nicht alle Filme mit der Alexa 35.
Und es gibt ja gar nicht viele Filme die nur innen spielen.
Und warum sollten sie kleinere Kameras und nur kleine Lampen nutzen nutzen ?
Nur um hier und da ein paar Tausend zu sparen ? Das nützt doch Nix.

Weil alles völlig abseits der Technik ist das was wirklich teuer ist.
Klar du kannst massiv beim Personal sparen und alles versuchen praktisch alleine zu machen…
Viel Spass…😂



iasi
Beiträge: 30514

Re: Kann man noch MUTIG Filme produzieren? MARTIN MOSZKOWICZ

Beitrag von iasi »

Darth Schneider hat geschrieben: Di 21 Apr, 2026 16:33 @iasi
Es drehen doch auch nicht alle Filme mit der Alexa 35.
Und es gibt ja gar nicht viele Filme die nur innen spielen.
Und warum sollten sie kleinere Kameras und nur kleine Lampen nutzen nutzen ?
Nur um hier und da ein paar Tausend zu sparen ? Das nützt doch Nix.

Weil alles völlig abseits der Technik ist das was wirklich teuer ist.
Klar du kannst massiv beim Personal sparen und alles versuchen praktisch alleine zu machen…
Viel Spass…😂
So, wie sie drehen, kommt nur Unrentables und/oder Provinzielles heraus.

Es muss sich etwas ändern.

Eigentlich müssen doch die Alarmglocken läuten, wenn sich selbst nach dem Geldregen während des Streamer-Wettbewerbs die deutsche Filmindustrie nicht so präsentieren konnte, dass auch nach der Normalisierung noch Aufträge blieben.

Es kann doch nicht sein, dass eine TV-Serie aus dem letzten Jahrhundert mit einem Budget von 8 Mio. neu verfilmt wird, wovon allein die Hälfte Fördergelder waren, dann aber auch noch ÖR beteiligt waren und der Film dann gerade mal 3 Mio. an den Kinokassen eingespielt hatte.
Und das ist ja kein Einzelfall, sondern eher die Regel.

So kann man doch nicht weitermachen.



Darth Schneider
Beiträge: 27737

Re: Kann man noch MUTIG Filme produzieren? MARTIN MOSZKOWICZ

Beitrag von Darth Schneider »

@iasi
Ich denke wenn zu wenig Gewinn gemacht wird, liegt das überhaupt nicht daran wie und mit wie viel Geld sie arbeiten, sondern nur daran was für Filme sie drehen.

Und genau das ist die grösste Herausforderung.
Möglichst 1-2 Jahre vorher zu erahnen welche Storys in etwa wie viele Leute in die Kinos locken könnten…Und gleichzeitig noch das Budget zu bestimmen.

Gar kein einfacher Job.



Bildlauf
Beiträge: 2822

Re: Kann man noch MUTIG Filme produzieren? MARTIN MOSZKOWICZ

Beitrag von Bildlauf »

Darth Schneider hat geschrieben: Di 21 Apr, 2026 06:56 Einen Fokuspuller anstatt pumpendem Autofokus.


Ein guter, moderner AF pumpt nicht! (sony, Panasonic).
Heißt nicht fehlerfrei, aber Pumpen ist wirklich durch das Thema.
Gegen einen guten AF muss ein Fokuspuller erstmal ankommen.



Drushba
Beiträge: 2659

Re: Kann man noch MUTIG Filme produzieren? MARTIN MOSZKOWICZ

Beitrag von Drushba »

Constantin hat mit der FFA ja bereits eine eigene Filmförderung, die ganz auf sie zugeschnitten worden ist. Und trotzdem schaue ich dann doch lieber Katzenvideos auf Instagram. Fühlt sich irgendwie... relevanter an ;-)



Bildlauf
Beiträge: 2822

Re: Kann man noch MUTIG Filme produzieren? MARTIN MOSZKOWICZ

Beitrag von Bildlauf »

Ich kann auch nur Vermutungen nennen, aber ich empfinde deutschen Film eher als etwas hakelig.
Manchmal hat man den Eindruck, als ob man spürt, dass da am Set kein Groove herrschte. Die Dialoge sind häufig so komisch, aber auch platt, bisschen wie Laientheater.
Auch der Teaser mit dieser Krankenschwester überzeugt gar nicht.
Wenn man durch Fördergelder abgesichert ist, muss man sich auch keine wirkliche Mühe geben und für das Projekt leben.
Fand schon als Kind deutsche Filme eher unattraktiv und die amerikanischen eher ansprechend, und heute ist das immer noch so.
Als ob die Amis eine andere Herangehensweise haben, andere Attitüde, es groovt mehr.

Es gibt Musikbands die spielen fachlich gut, aber grooven trotzdem nicht. Gutes fachliches Spiel mit gutem Groove ist wichtig.



ffm
Beiträge: 395

Re: Kann man noch MUTIG Filme produzieren? MARTIN MOSZKOWICZ

Beitrag von ffm »

Legendäre Filmproduzentenurlegende Martin Moszkowicz:

a.) Filmproduktionen lassen sich nicht skalieren
b.) Wo sollen die Geschichten herkommen?



Drushba
Beiträge: 2659

Re: Kann man noch MUTIG Filme produzieren? MARTIN MOSZKOWICZ

Beitrag von Drushba »

Bildlauf hat geschrieben: Mi 22 Apr, 2026 11:45 Ich kann auch nur Vermutungen nennen, aber ich empfinde deutschen Film eher als etwas hakelig.
Manchmal hat man den Eindruck, als ob man spürt, dass da am Set kein Groove herrschte. Die Dialoge sind häufig so komisch, aber auch platt, bisschen wie Laientheater.
Auch der Teaser mit dieser Krankenschwester überzeugt gar nicht.
Wenn man durch Fördergelder abgesichert ist, muss man sich auch keine wirkliche Mühe geben und für das Projekt leben.
Fand schon als Kind deutsche Filme eher unattraktiv und die amerikanischen eher ansprechend, und heute ist das immer noch so.
Als ob die Amis eine andere Herangehensweise haben, andere Attitüde, es groovt mehr.

Es gibt Musikbands die spielen fachlich gut, aber grooven trotzdem nicht. Gutes fachliches Spiel mit gutem Groove ist wichtig.
Filmförderung an sich ist nicht das Problem, sondern eine Riesenchance. Das zeigen uns die Skandinavier, Franzosen, Spanier, Italiener, Briten, Koreaner usw. mit relevanten geförderten Filmen, die nicht selten auch Welthits werden können und/oder Filmgeschichte schreiben.

In Deutschland will man so verkrampft spießbürgerlich unpolitisch sein, dass alles, aber auch wirklich alles, irrelevant wird. Kein Wunder, dass Moszkovicz die Schulmädchenreport-Filme als Beispiel für deutsche Genres nannte. Das ist gefühlt auch immer noch das Durchschnittsniveau der Constantin, nur eben zeitgemäß züchtiger bekleidet. Der künstlerisch-intellektuelle Ausfall liegt IMHO auf Seiten der großen Produktionsfirmen, der Fördergremien, aber speziell in Deutschland auch in der Senderproblematik begründet, die es so stark ausgeprägt wohl nirgends sonst geben dürfte: Die für den Spielfilm wichtigen (und förderrelevanten) deutschen TV-Redaktionen halten ihre verbliebenen Zuschauer teilweise ganz offen für Idioten. Davon kann wohl jeder Produzent und Filmemacher ein Lied singen, der spannende und interessante Stoffe beim Sender einreichte und darauf die Standardabsage erhielt, dass man „den Zuschauern” angeblich „so etwas Ungewohntes/Neues/Aufregendes" etc. "nicht zumuten könne". Beim SWR erhielt ich einmal die Absage-Begründung, die Zuschauer seien weit über Mitte 60, also scheintot (die Redakteurin lachte dann noch so betont über ihren eigenen Witz) und wollten drum nur leicht verdauliche Kost. Das ist sicherlich so richtig festgestellt, aber wird sich mit diesen Redaktionen auch nicht ändern.

Man könnte darüber lachen oder mit der Schulter zucken, aber leider sind diese hemmenden TV-Redaktionen nach wie vor zwingend an der Filmfinanzierung beteiligt. Von der Constantin wurde kolportiert, dass sie Volker Schlöndorff einst von der Regie der „Päpstin” entließ (es war sein Stoff, auf den er jahrelang hingearbeitet hatte), weil er sich in einem Interview kritisch über deutsche TV-Redaktionen und deren heftige Bremsklotzwirkung für filmische Innovation geäußert hatte. So weit reicht offenbar der lange Arm des deutschen TV-Miefs in Deutschlands Hauptkinocontentproduktion... Frage an den Threadersteller: Wer war damals für den Rausschmiss Schlöndorffs und für den kratzbuckelnden Kotau der Constantin vor den TV-Redaktionen nochmal verantwortlich? ;-)



Bildlauf
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Re: Kann man noch MUTIG Filme produzieren? MARTIN MOSZKOWICZ

Beitrag von Bildlauf »

Bei der Frage wo man nicht sparen sollte hat er als erstes gesagt Schauspiel und Regie, und das ist glaube ich genau der Punkt.

Lieber weniger Szenen und gut gespielt und gut gecoacht. Szenen zusammenfassen, längere Takes. Statt Schuss Gegenschuß, beide kreativ in einen Frame bekommen.
Vorzugsweise an einer oder sehr wenigen Locations.
Kleine produktive Teams.
Andere Kameratechnik/Filmkonzepte nutzen.
Ja wir wollen alle wie Hollywood ausschauen, klappt eh nicht, dann lieber konsequent gleich einen anderen Style.

Ich unterstelle man hat heute beim Dreh die Mentalität "passt schon". "Wir brauchen keinen weiteren Take."
Habe letztens einen neuen Kurzfilm gefilmt und editiert, und habe da bei den Drehs mit den Takes insistiert mehr zu machen, weil viele dann nach drei Takes manche schon nicht mehr wollen (und das spüre ich sofort), wegen der Zeit oder der Energie. Wir haben dann dafür Szenen zusammengefasst und noch anderweitig gespart, um die Zeit wieder reinzuholen. Hat sich aber dafür gelohnt.
Weil "passt schon" reicht eben nicht.

Und das merke ich in der "Kurzfilmbranche", die Leute haben sich schon angewöhnt, daß alles schnell durchgepumpt werden muss oder soll und dann wird das auch in professionelle übertragen oder umgekehrt, manche berichten ja auch von recht hektischen Abläufen an professionellen Sets oder recht wenigen Takes.

Dann fällt mir auf das Thema Müdigkeit, Hunger, Kälte, Energie, emotionale Empfindlichkeiten, Körperliche Bedürfnisse. Es fehlt oftmals eine gewisse Resilienz oder Wille zu beissen und für das Projekt auch zu leben. Nicht immer, aber oft.

Will gar nicht den Experten machen, aber ich kriege halt schon viel mit und mache eigene Erfahrungen.

Letztens war hier um die Ecke ein Dreh einer Szene für einem ÖR Film. Zumindest war das Logo der Anstalt auf dem LKW/7,5 Tonnern.
Mit 4 LKW´s waren sie da? Wofür so viel Stuff? und sieht trotzdem lame aus (gehe ich jetzt schon von aus).



Jott
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Re: Kann man noch MUTIG Filme produzieren? MARTIN MOSZKOWICZ

Beitrag von Jott »

Und wenn was fehlt, muss einer losfahren?

Unser Studio ist in einer „Filmstraße“, schön erhaltene Gründerzeithäuser. Da werden ständig große Wohnungen angemietet für Filmprojekte.

So. Drittes Stockwerk. Szenen in sonniger Wohnung. Echte Sonne geht nicht, wegen Wetter/Wolken und natürlich auch, weil sie sich bewegt. Continuity! Also künstlich. Heißt: großes Außengerüst mit fettem HMI. Sichern. Strom. Und das war nur ein Detail!

Die Vorstellung, man könne so etwas Einfaches wie Szenen mit Darstellern in einer Wohnung mit ein bisschen Equipment aus dem Golf-Kofferraum angehen, ist schon recht naiv.

Also stehen ein paar LKW unten. Auch für Maske, Catering und schlicht zum Aufhalten. Den Platz in den Wohnungen braucht man anderweitig.



Bildlauf
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Re: Kann man noch MUTIG Filme produzieren? MARTIN MOSZKOWICZ

Beitrag von Bildlauf »

Jott hat geschrieben: Mi 22 Apr, 2026 14:30 Und wenn was fehlt, muss einer losfahren?

Unser Studio ist in einer „Filmstraße“, schön erhaltene Gründerzeithäuser. Da werden ständig große Wohnungen angemietet für Filmprojekte.

So. Drittes Stockwerk. Szenen in sonniger Wohnung. Echte Sonne geht nicht, wegen Wetter/Wolken und natürlich auch, weil sie sich bewegt. Continuity! Also künstlich. Heißt: großes Außengerüst mit fettem HMI. Sichern. Strom. Und das war nur ein Detail!

Die Vorstellung, man könne so etwas Einfaches wie Szenen mit Darstellern in einer Wohnung mit ein bisschen Equipment aus dem Golf-Kofferraum angehen, ist schon recht naiv.

Also stehen ein paar LKW unten. Auch für Maske, Catering und schlicht zum Aufhalten. Den Platz in den Wohnungen braucht man anderweitig.
Aber müssen es 4 LKW sein, inkl. Sperrung durchs Ordnungsamt? Kann man nicht etwas weniger dick auftragen? Sind immerhin unsere Gelder. Bei nicht öffentlich-finanzierten Filmen können die gerne Gerüste so hoch bauen wie der Fernsehturm, das ist deren Ding.

Aber das habe ich mir auch gedacht, daß die da vielleicht vorgepackte LKW´s haben und dann lieber mehr mitnehmen.
Aber warum so komplizierte Szenen wo man Gerüste aufbauen muss, tut das not? Und wenn die mit künstlichen Sonnen arbeiten und Licht bis zum Abwinken, warum sieht es dann trotzdem noch langweilig aus und das Svhauspiel ist zusätzlich abträglich.
Weil wir nämlich immer Hollywood nachahmen wollen, kenne es ja auch in der "Kurzfilmbranche" ;-) und kriege es mit. Sind alle ganz professionell und wissen wie bester Film geht anstatt mehr reduce to the max zu machen. Bin doch noch recht kurz dabei mit der Kurz-Filmerei, aber das habe ich zumindest schon lange begriffen.
Mir ist es letztendlich egal, ich verdiene ja nichts mit der Filmbranche, ist nur Hobby (und soll auch so bleiben), dadurch entspannt, aber dennoch bemerke ich eben Auffälligkeiten.

Warum kriegt sie das bei The Others hin, daß jede Szene einfach mehr als 100% sitzt? Alleine der Look, ja echter Film, aber 35mm ist kein Garant für besten Filmlook.
Auch hier gilt, was man draus macht.
Gab es in Deutschland keine 35mm Filmkameras? Fehlt dem deutschen Film irgendwas technisches, drehen die Amis schon seit Jahrzehnten mit Zauber-Kameras, zu denen wir keinen Zugriff haben?

Gute Qualität gestreamt sieht The Others dann nochmal besser aus als auf YT der Trailer.
Und man könnte Unmengen an Ami-Streifen aufführen.



Jott
Beiträge: 23762

Re: Kann man noch MUTIG Filme produzieren? MARTIN MOSZKOWICZ

Beitrag von Jott »

„ Aber warum so komplizierte Szenen wo man Gerüste aufbauen muss“

Du hast dieses alltägliche Beispiel mit einfallender Sonne nicht verstanden? Egal.

Wie oben schon gesagt: Regie, Darsteller und auch Ausstattung kommen in Deutschland oft bräsig rüber. Wie Deutsche im richtigen Leben. Vielleicht ist es so einfach? Ein kulturelles Problem?



Bildlauf
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Re: Kann man noch MUTIG Filme produzieren? MARTIN MOSZKOWICZ

Beitrag von Bildlauf »

Jott hat geschrieben: Mi 22 Apr, 2026 14:56 „ Aber warum so komplizierte Szenen wo man Gerüste aufbauen muss“

Du hast dieses alltägliche Beispiel mit einfallender Sonne nicht verstanden? Egal.

Wie oben schon gesagt: Regie, Darsteller und auch Ausstattung kommen in Deutschland oft bräsig rüber. Wie Deutsche im richtigen Leben. Vielleicht ist es so einfach? Ein kulturelles Problem?
Dann musst Du nochmal sagen, was ich da nicht verstanden haben könnte am Beispiel.

Aber man kann doch daran arbeiten, es sind dafür doch Regisseure und Schauspieler. Gerade SCHAUSPIELER, die sollen was SPIELEN.
Merke doch selber wie selbst Jungschauspieler häufig talentiert sind, aber falschen Input bekommen.
Und alle studieren, und sie sollen nichtmal Jobs während der Vorlesungen annehmen oder Rollen, denn sie sollen sich auf die Schule konzentrieren. Das ist doch quatsch.
Im Gegenteil, so oft wie möglich vor der Kamera stehen, außer P*rno und Gerichtssendungen.
Musikvideos, Modellreel, das ist einigen aber alles zu nichts Nutze, weil keine Sprechrollen. Sitzen dann lieber zu Hause statt zumindest irgendwas nützliches zu drehen und hoffen auf den großen Durchbruch und wann es denn endlich losgeht mit der großen Schauspielerei.

Leute, die aus dem Modellbereich kommen, sind wesentlich progressiver und resilienter. Weil Modelling ist hart und da wird Catering gar nicht gerne gesehen, höchstens drei Salatblätter mit einem Tropfen Essig.... wegen Bauch und so....
Das fehlt den (Jung) SchauspielerInnnen, eine gewisse Härte, die es braucht.
Mit den Modells mit denen ich gedreht habe in diversen Kontexten, da war Hunger, Müdigkeit, Kälte, Emotionalitäten nie ein Thema....



Darth Schneider
Beiträge: 27737

Re: Kann man noch MUTIG Filme produzieren? MARTIN MOSZKOWICZ

Beitrag von Darth Schneider »

@Jott
In Amerika fangen die früher an, werden zum Teil schon als Kids massiv gefördert und es gibt viel mehr Konkurrenz und die besseren Schauspielschulen (nur für Film)..
Darum ist das Level einfach höher. Hier fehlt einefch der nötige Drive…
Ist bei Tanz und Gesang genauso.

Und dasselbe (oder ähnliches) gilt wahrscheinlich auch für die Ausstattung…



Bildlauf
Beiträge: 2822

Re: Kann man noch MUTIG Filme produzieren? MARTIN MOSZKOWICZ

Beitrag von Bildlauf »

Darth Schneider hat geschrieben: Mi 22 Apr, 2026 15:41 @Jott
In Amerika fangen die früher an, werden zum Teil schon als Kids massiv gefördert und es gibt viel mehr Konkurrenz und die besseren Schauspielschulen (nur für Film)..
Darum ist das Level einfach höher.
Ist bei Tanz und Gesang genauso.

Und dasselbe (oder ähnliches) gilt wahrscheinlich auch für die Ausstattung…
Schon irgendwo, aber ich denke schon, daß man als SchauspielerIn auch in späteren Alter, sagen wir mit 16 bis 23 was schaffen kann.
Denn es ist schon eine innere Sache.

Problem ist das eigene Konzept, was viele Schauspieler fahren. Es gibt Unmenge an SchauspielerInnen.
Da kann man sich nur durch Progressivität absetzen und viel Exponieren und üben, also auch für sich.
Viele üben nicht für sich.

Fällt mir auch bei Gesang auf, viele üben ihren Gesang gar nicht und dann sind die Töne schief.

Viele SchauspielerInnen wollen dringenst Demo-reel (verstädnlich), wo sie sprechen, irgendeine Szene, man kennt die Sachen bei Filmmakers und Co.. Meißtens genauso stelzig arrangiert wie der normale Deutsche Film.
Aber scheinbar stehen die deutschen Caster auf sowas, weil es in deren Konzept passt. Und entsprechend werden dann auch die größeren Produktionen.

Hauptsache jeder studiert Schauspiel, mit zum Teil fragwürdigen monatlichen Gebühren (400 bis 800 Euro), morgens bei Schulbeginn erstmal gegenseitiges Massieren und all solche Sachen.
Kann ja auch nett sein und den Tag positiv starten lassen, also warum nicht.



iasi
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Re: Kann man noch MUTIG Filme produzieren? MARTIN MOSZKOWICZ

Beitrag von iasi »

Bildlauf hat geschrieben: Mi 22 Apr, 2026 13:10 Bei der Frage wo man nicht sparen sollte hat er als erstes gesagt Schauspiel und Regie, und das ist glaube ich genau der Punkt.

Lieber weniger Szenen und gut gespielt und gut gecoacht. Szenen zusammenfassen, längere Takes. Statt Schuss Gegenschuß, beide kreativ in einen Frame bekommen.
Vorzugsweise an einer oder sehr wenigen Locations.
Kleine produktive Teams.
Andere Kameratechnik/Filmkonzepte nutzen.
Ja wir wollen alle wie Hollywood ausschauen, klappt eh nicht, dann lieber konsequent gleich einen anderen Style.

Ich unterstelle man hat heute beim Dreh die Mentalität "passt schon". "Wir brauchen keinen weiteren Take."
Habe letztens einen neuen Kurzfilm gefilmt und editiert, und habe da bei den Drehs mit den Takes insistiert mehr zu machen, weil viele dann nach drei Takes manche schon nicht mehr wollen (und das spüre ich sofort), wegen der Zeit oder der Energie. Wir haben dann dafür Szenen zusammengefasst und noch anderweitig gespart, um die Zeit wieder reinzuholen. Hat sich aber dafür gelohnt.
Weil "passt schon" reicht eben nicht.

Und das merke ich in der "Kurzfilmbranche", die Leute haben sich schon angewöhnt, daß alles schnell durchgepumpt werden muss oder soll und dann wird das auch in professionelle übertragen oder umgekehrt, manche berichten ja auch von recht hektischen Abläufen an professionellen Sets oder recht wenigen Takes.

Dann fällt mir auf das Thema Müdigkeit, Hunger, Kälte, Energie, emotionale Empfindlichkeiten, Körperliche Bedürfnisse. Es fehlt oftmals eine gewisse Resilienz oder Wille zu beissen und für das Projekt auch zu leben. Nicht immer, aber oft.

Will gar nicht den Experten machen, aber ich kriege halt schon viel mit und mache eigene Erfahrungen.

Letztens war hier um die Ecke ein Dreh einer Szene für einem ÖR Film. Zumindest war das Logo der Anstalt auf dem LKW/7,5 Tonnern.
Mit 4 LKW´s waren sie da? Wofür so viel Stuff? und sieht trotzdem lame aus (gehe ich jetzt schon von aus).
Ich habe immer den Eindruck, dass es an Vorbereitung und Planung fehlt - und nach dem Dreh an Zeit für die Post.

Wie eine Szene aufgelöst wird, sollte vor dem Dreh schon bekannt sein.
Die Coen-Brüder hatten jede Einstellung so gut geplant, dass jede gedrehte Einstellung dann auch im Film vorkam.

Wie und mit welcher Technik eine Einstellung umgesetzt wird, sollte vor Drehbeginn auch schon klar sein - dann hat man auch z.B. die geeigneste Kamera vorbereitet und eingepackt.

Wenn ich vor dem Dreh ausführliche Tests mache, spart es während des Drehs Zeit.


Ich denke nicht, dass längere Takes generell der Schlüssel für Effizienz ist. Vielmehr ist die Länge eine Einstellung ein Gestaltungsmittel. Erfordert ein langer Take dann auch noch Kamerabewegung wird es oft kompliziert und raubt die Effizienz.
Vielleicht könnte man jedoch mit mehreren Kameras drehen. Beim Spiel zweier Darsteller bekommt man so auch immer die Reaktion des Zuhörenden. Zu Negativ-Zeiten waren mehrere Kameras ein Kostenfaktor und erschwerten den Dreh, aber heute ...



iasi
Beiträge: 30514

Re: Kann man noch MUTIG Filme produzieren? MARTIN MOSZKOWICZ

Beitrag von iasi »

Bildlauf hat geschrieben: Mi 22 Apr, 2026 16:19
Darth Schneider hat geschrieben: Mi 22 Apr, 2026 15:41 @Jott
In Amerika fangen die früher an, werden zum Teil schon als Kids massiv gefördert und es gibt viel mehr Konkurrenz und die besseren Schauspielschulen (nur für Film)..
Darum ist das Level einfach höher.
Ist bei Tanz und Gesang genauso.

Und dasselbe (oder ähnliches) gilt wahrscheinlich auch für die Ausstattung…
Schon irgendwo, aber ich denke schon, daß man als SchauspielerIn auch in späteren Alter, sagen wir mit 16 bis 23 was schaffen kann.
Denn es ist schon eine innere Sache.

Problem ist das eigene Konzept, was viele Schauspieler fahren. Es gibt Unmenge an SchauspielerInnen.
Da kann man sich nur durch Progressivität absetzen und viel Exponieren und üben, also auch für sich.
Viele üben nicht für sich.

Fällt mir auch bei Gesang auf, viele üben ihren Gesang gar nicht und dann sind die Töne schief.

Viele SchauspielerInnen wollen dringenst Demo-reel (verstädnlich), wo sie sprechen, irgendeine Szene, man kennt die Sachen bei Filmmakers und Co.. Meißtens genauso stelzig arrangiert wie der normale Deutsche Film.
Aber scheinbar stehen die deutschen Caster auf sowas, weil es in deren Konzept passt. Und entsprechend werden dann auch die größeren Produktionen.

Hauptsache jeder studiert Schauspiel, mit zum Teil fragwürdigen monatlichen Gebühren (400 bis 800 Euro), morgens bei Schulbeginn erstmal gegenseitiges Massieren und all solche Sachen.
Kann ja auch nett sein und den Tag positiv starten lassen, also warum nicht.
Es ist doch aber auch ziemlich erstaunlich, dass deutsche Schauspieler in internationalen Produktionen plötzlich brillieren.

Ich sehe auch hier den Schlüssel in der Vorbereitung und in der Konzentration auf das Schauspiel während des Drehs.

Ob im Hintergrund ein Lämpchen leuchtet, ist nicht so wichtig, wie der kurze Moment des Schauspiels, in dem die Augen den Blick ins Innere eröffnen.



Darth Schneider
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Re: Kann man noch MUTIG Filme produzieren? MARTIN MOSZKOWICZ

Beitrag von Darth Schneider »

@Bildlauf
Natürlich man kann wahrscheinlich auch mit 30 noch Schauspieler werden/mit der Ausbildung erst anfangen und es sehr weit bringen…

Ich kenne auch einen Tänzer der hat erst nach 20 überhaupt erst angefangen zu tanzen und hat es schlussendlich bis zum Solist in NY geschafft.

Aber das sind sehr seltene Ausnahmen und es ändert nix daran das die Amis einfach in diesen Dingen viel mehr Power, Elan und Tempo an den Tag legen….
Ich kenne das jetzt natürlich mehr aus der Sparte Tanz und Musical, als vom Film, dürfte aber da genau dasselbe sein.
Man sieht das ja ganz klar an den Filmen.;)

Hängt sicher auch damit zusammen das sehr viele Lehrer in Amerika halt vielfach selber während sie unterrichten noch voll aktiv im Geschäft und mittendrin drin sind/waren…
Und das die Schüler/Studenten viel mehr gesunde Konkurrenz unter sich haben, als bei uns…
Und gleichzeitig aber trotzdem zusammen halten.

Ein Beispiel:
Audition (Vortanzen) für eine klassische Tanz Company in Hamburg:
Stimmung voll verkrampft, fast niemand lächelt, die Tänzer sind reserviert, sprechen nur sehr wenig bis gar nichts untereinander…
Man fühlt sich von oben herunter behandelt, alleine und ist nervös.

Audition für eine Dance Company in Manhattan:
Stimmung (auch von oben) voll entspannt, man plappert, macht Witze, lacht, hilft dem andern (spornt) einander an, obwohl niemand den anderen kennt…
Man fühlt sich wie zuhause unter Freunden und hat das Gefühl alle sitzen im selben Boot.

Ganz andere Stimmung/Ausgangslage..Und das waren nur zwei Beispiele, ich könnte zig bringen..
Zuletzt geändert von Darth Schneider am Mi 22 Apr, 2026 18:19, insgesamt 2-mal geändert.



Darth Schneider
Beiträge: 27737

Re: Kann man noch MUTIG Filme produzieren? MARTIN MOSZKOWICZ

Beitrag von Darth Schneider »

Zurück zum Thema.
Sicher ist es nicht überall so in Deutschland, da gibt es auch sehr tolle, talentierte und sehr offene Leute…
Aber viele haben hier halt nicht so viel Pfeffer im Hintern und sind sooo mutig..😂
Hat sicher auch mit der Kultur zu tun.



7River
Beiträge: 4926

Re: Kann man noch MUTIG Filme produzieren? MARTIN MOSZKOWICZ

Beitrag von 7River »

iasi hat geschrieben: Mi 22 Apr, 2026 17:05
Ich sehe auch hier den Schlüssel in der Vorbereitung und in der Konzentration auf das Schauspiel während des Drehs.
Gut vorbereitet zu sein ist enorm wichtig. Man sagt ja auch: Eine gute Vorbereitung ist die halbe Miete. Aber bereiten die sich hier nicht so gut vor, als in den USA?
„Wissen Sie, Ryback, aussehen tut's köstlich. Aber riechen tut's wie Schweinefraß. Ich hab' Ihren Scheiß lang genug geduldet. Nur weil der Captain die Art liebt, wie Sie kochen. Aber dieses eine Mal ist er nicht hier und wird Ihnen nicht helfen können.“



Darth Schneider
Beiträge: 27737

Re: Kann man noch MUTIG Filme produzieren? MARTIN MOSZKOWICZ

Beitrag von Darth Schneider »

In den USA hat doch jeder beim Film nur seinen einzigen Job, hier hat jeder gefühlt 2 oder 3 Jobs zusammen.
Klar ersichtlich an den gefüllt 10 minütigen Abspännen…😂

Das wahrscheinlich schon in der Vorbereitung…
Zuletzt geändert von Darth Schneider am Mi 22 Apr, 2026 18:41, insgesamt 1-mal geändert.



Bildlauf
Beiträge: 2822

Re: Kann man noch MUTIG Filme produzieren? MARTIN MOSZKOWICZ

Beitrag von Bildlauf »

iasi hat geschrieben: Mi 22 Apr, 2026 16:56
Ich habe immer den Eindruck, dass es an Vorbereitung und Planung fehlt - und nach dem Dreh an Zeit für die Post.

Wie eine Szene aufgelöst wird, sollte vor dem Dreh schon bekannt sein.
Die Coen-Brüder hatten jede Einstellung so gut geplant, dass jede gedrehte Einstellung dann auch im Film vorkam.

Wie und mit welcher Technik eine Einstellung umgesetzt wird, sollte vor Drehbeginn auch schon klar sein - dann hat man auch z.B. die geeigneste Kamera vorbereitet und eingepackt.

Wenn ich vor dem Dreh ausführliche Tests mache, spart es während des Drehs Zeit.


Ich denke nicht, dass längere Takes generell der Schlüssel für Effizienz ist. Vielmehr ist die Länge eine Einstellung ein Gestaltungsmittel. Erfordert ein langer Take dann auch noch Kamerabewegung wird es oft kompliziert und raubt die Effizienz.
Vielleicht könnte man jedoch mit mehreren Kameras drehen. Beim Spiel zweier Darsteller bekommt man so auch immer die Reaktion des Zuhörenden. Zu Negativ-Zeiten waren mehrere Kameras ein Kostenfaktor und erschwerten den Dreh, aber heute ...
Längere Takes können Zeit sparen, müssen aber nicht, und ich persönlich finde lange Takes auch ganz cool von der Stilistik.
Um verlorene Zeit aufzuholen, ist es das kleinste Übel.

Mit mehreren Kameras ist natürlich vorteilhaft, daß es mehr ein one to one Ding ist ohne jeden einzeln aufzunehmen (Groove).

Umso mehr man vorher weiß, umso besser, manchmal ergeben sich aber doch nochmal andere Ideen, die man auch in Betracht ziehen kann.
Da darf dann nur nicht stundenlang drüber diskutiert werden.



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