Hin und wieder überredet mich meine Kundschaft, die Untertitelung längerer Vorträge zu übernehmen, weil sie sonst niemanden haben. Inzwischen habe ich mir dafür einen ganz guten Workflow erarbeitet, bin aber an einem bestimmten Punkt noch nicht im Optimum. Ich berichte mal, wie ich das genau mache:
Als erstes nutze ich "Transcriber", um das gesprochene Wort niederschreiben zu lassen. Den dabei entstandenen Text kopiere ich mir in mein Textprogramm, wo ich ihn einmal gründlich durchredigiere. Theoretisch wären da schon Zeitstempel dabei, aber das ist viel zu kleinteilig und es wäre viel zu aufwändig, damit weiterzuarbeiten. Daher beginne ich mit dem Timing bei null. Ich öffne "SRT edit pro", lege meinen fertigen Text rechts in das Fenster und links öffne ich die Videodatei. Dannn lasse ich den Vortrag einmal in Echtzeit durchlaufen, setze mit der Maus den Cursor immer auf den nächsten Untertitel und drücke im richtigen Moment die F6-Taste, um einen Zeitstempel zu erzeugen. Dann exportiere ich diese noch rohe SRT-Datei und importiere sie in mein Schnittsystem (FCP).
Dort verziehe ich die Positionen zum Teil noch mal ein wenig, damit alles total präzise auf dem gesprochenen Wort liegt oder genau auf einem Bildschnitt, damit das nicht doof aussieht, wenn ein Wechsel im Untertitel sehr nahe an einem Bildwechsel liegt. Dann exportiere ich diese SRT-Untertiteldatei wieder. Damit ist das schon erledigt, sofern es darum geht, in irgendeinem Player zu- und abschaltbare Untertitel bereitzustellen. Aber es kommt oft vor, dass die Untertitel fest ins Bild eingebrannt werden sollen.
Dafür nutze ich das "Caption Burner"-Plugin von "FX Factory", lege es über die gesamte Länge, und öffne darin die neue präzise SRT-Datei. Nun nehme ich alle Einstellungen vor, also Schriftart, Schriftgröße, Schriftfarbe, Position und so weiter. Generell arbeite ich mit recht langen Untertiteln, damit möglichst ein ganzer Satz über zwei Zeilen länger im Bild steht. Dafür muss ich bei "Caption Burner" unter "Layout" den Wert für "Safe Area Width" auf null Prozent stellen, damit die gesamte Breite genutzt wird. Ansonsten würde das Plugin vier- oder fünfzeilige Untertitel machen.
Und jetzt kommt genau der Punkt, der mich ärgert: Das Plugin macht bei null Prozent keinen automatischen Zeilenumbruch. Die Untertitel haben genau die passende Länge, um zweizeilig dargestellt zu werden, gehen dann aber links und rechts über den Bildrand. Somit bleibt mit nichts anderes übrig, als manuell jeden einzelnen Untertitel anzuklicken, um dann dort jeweils einen Zeilenumbruch einzufügen. Das kostet natürlich wahnsinnig viel Zeit. Ich verstehe nicht, warum das nötig ist.
Kann das jemand nachvollziehen und hat einen Vorschlag zur Vereinfachung?
Nein, das geht nicht, weil alles über Null in die Höhe geht, also dann habe ich da ganz schmale zehnzeilige Untertitel. Nur bei null Prozent habe ich die volle Breite.
Das einzige, was mir da noch einfällt, ist den gesamten Redaktionsprozess in das Plugin zu verlegen. dann sparst du dir die doppelte Arbeit. Also statt dem Textprogramm.
Das Plugin braucht ja erst mal die ganzen Zeitstempel. Also an der Reihenfolge werde ich wohl nichts ändern können. Das Durcharbeiten im Textprogramm ist ja auch nicht das große Problem. Klappt jedenfalls besser als wenn ich anfangen würde, mit den Zeitstempeln und Unterteilungen zu arbeiten, die aus "Transcriber" kommen. Das wäre eine praktisch unlösbare Aufgabe, also vom Arbeitsaufwand her.
Aber das Erfordernis, da zum Schluss noch manuelle Umbrüche zu machen, ist echt ärgerlich.
Insgesamt rechne ich jedenfalls mit ungefähr dreifacher Echtzeit. Ein Durchlauf zum Erzeugen der Zeitstempel, am Ende ein Durchlauf zur Kontrolle, und davor und dazwischen ist ja samt Durchredigieren auch einiges zu tun. Reine Rechenzeit (transkribieren, Erzeugen der Dateien usw.) lasse ich jetzt mal unberücksichtigt.
Sowas ist für mich jedenfalls eine Strafarbeit, wäre eigentlich eine Aufgabe für Leute, die nichts anderes zu tun haben, und entsprechend hoch bepreise ich das.
Also mein Prozess ist eigentlich wesentlich simpler (auch FCP). Ich nehme das SRT-Transkript, importiere das direkt in FCP, schiebe die Sätze präziser hin bzw. per Copy und Paste verbinde ich Satzverstücke zu einem ganzen Satz, falls nötig. Dort habe ich dann schon manuelle Zeilenumbrüche, weil ich da meinen Redaktionsprozess mache. Und das Plugin übernimmt solche Zeilenumbrüche dann nicht? Hab's nie benutzt, daher keine Ahnung.
So wie Du habe ich das auch mal probiert, aber das hat einfach wahnsinnig lange gedauert, weil man ja dann permanent in den einzelnen kleinen Stückchen da herumklicken und -schreiben muss. Dass geht in einem fortlaufenden Text sehr viel schneller. Nur verliert man am Ende eben wieder den Zeitvorteil wegen dieser Umbrüche. Wobei meiner Meinung nach selbst das immer noch schneller geht als Deine Methode. Ich kann das aber gerne noch mal probieren.
Das weiß ich, allerdings bin ich mit Da Vinci nie klargekommen. Ich habe zum Beispiel nie begriffen, wo dort das ganze Material landet, also was bei FCP die Mediatheksdatei ist. Daher bin ich dann bei diesem Plugin gelandet.
Pianist hat geschrieben: ↑Fr 01 Mai, 2026 14:14
Das weiß ich, allerdings bin ich mit Da Vinci nie klargekommen. Ich habe zum Beispiel nie begriffen, wo dort das ganze Material landet, also was bei FCP die Mediatheksdatei ist. Daher bin ich dann bei diesem Plugin gelandet.
Matthias
Das findet man auf der ersten Seite ;)
Man kann doch den fertigen Film in DaVinci importieren, Untertitel dazu, exportieren . Fertsch is der Lack.
Pianist hat geschrieben: ↑Fr 01 Mai, 2026 14:14
Das weiß ich, allerdings bin ich mit Da Vinci nie klargekommen. Ich habe zum Beispiel nie begriffen, wo dort das ganze Material landet, also was bei FCP die Mediatheksdatei ist. Daher bin ich dann bei diesem Plugin gelandet.
Matthias
Geht's dir eigentlich nur darum, dass die Untertitel eingebrannt sind? Das geht ja in FCP auch nativ. Müsste kurz nachgucken, wo man den Haken setzt beim Exportieren.
Das geht doch aber nur mit weißer Schrift im schwarzen Kasten, so war es zumindest bisher. Also keinerlei Gestaltungsmöglichkeiten. Das ist nur zum provisorischen Einbrennen zur inhaltlichen Kenntnisnahme. Genau deshalb gibt es ja das Plugin von FX-Factory, wo man alles definieren kann.
Hier: Transcript mit simonsays.ai, SRT von dort exportieren und rein in das genannte fxfactory-Plug in (Caption Burner), alles einstellen und raus damit.
Einfacher, wenn die weltweit üblichen Standard-Untertitel (weiß im schwarzen Kasten) reichen: direkt aus fcp exportieren (einbrennen) oder einfach dem Kunden das SRT-File geben (was ihm lieber ist). Dann kann man beim Gucken auf YouTube oder sonstwo selber einstellen, wie man‘s gern hätte. Macht aber auch keiner!
Ich denke, du machst dir viel zu viel Arbeit. 95% unserer Kunden wollen nur das SRT-File. Und übrigens auch keine langen Zweizeiler, das ist viel zu anstrengend zum Lesen. Simonsays kümmert sich selbständig um gute Lesbarkeit. Mit perfektem Timing übrigens. Da muss man nicht nacharbeiten.
Caption Burner macht nur dann Sinn, wenn der Kunde zum Beispiel die Untertitel eingebrannt in Corporate-Schrift und -Farben will. Damit kann man punkten, weil die das nicht kennen.
An sich sind ja zu- und abschaltbare Untertitel, die man bei Bedarf selbst im Erscheinungsbild anpassen kann, der normale Standard. Für Youtube mache ich das ja auch so. Es gibt aber Auftraggeber, deren eigene Player keine Untertitel einbinden können, oder es geht zum Beispiel um Filme, die auf inklusionspolitischen Veranstaltungen laufen, oder es gibt sonstwelche Gründe, warum es in diesen Fällen besser ist, das Erscheinungsbild und die Position der Untertitel genau festzulegen. Vor allem dann, wenn dafür im Bild eine Fläche freigehalten wird, und zur Gesamt-Komposition auch noch ein Fenster für Gebärdensprache gehört.
Daher nutze ich diese Einbrennfunktion ziemlich häufig.
Es bleibt aber wirklich dabei: ich muss die Umbrüche manuell machen, da scheint kein Weg dran vorbeizuführen. Habe es jedenfalls für heute geschafft.
Bin unterwegs und kann das jetzt nicht nachvollziehen, aber wir machen hier ständig Untertitel für lange Webinare. Geht ratzfatz mit den genannten Tools (fcp selbst, Caption Burner, simonsays).
Ich vermute, dass es in meinem Fall daran liegt, dass ich gerne möglichst vollständige Sätze über die ganze Bildschirmbreite haben möchte, die dann länger stehen. Also ich möchte nicht zu schnelle Wechsel haben. Dafür muss diese Safe-Width-Einstellung auf null Prozent, und dann gibt es keine automatischen Umbrüche mehr.
Ist mir von der Systematik her inzwischen auch klar: dann geht der lange Satz eben über eine Zeile, die irgendwo links außerhalb des Bildes beginnt und irgendwo rechts außerhalb des Bildes endet.
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