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Was bringt der Filmförderungsplan der Verbände?



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iasi
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Re: Was bringt der Filmförderungsplan der Verbände?

Beitrag von iasi »

Alle haben mal klein angefangen.
Auch Tarantino musste schauen, wie er seinen ersten Film ohne großes Budget in den Kasten bekam.
Die Darsteller brachten sogar ihre eigenen Anzüge mit ans Set.

https://www.moviebreak.de/top_lists/all ... raten-sind

Gestern musste ich wieder mal an "Die Duellisten" denken.
Scott musste dazu auch selbst nach der Finanzierung schauen, da ihm - trotz tausender Spots - niemand einen Spielfilm anvertrauen wollte.

Die Filmförderung wirft den Kreativen in D Häppchen zu, die ihnen den Hunger nehmen, aber zu großen Leistungen
auch nicht ausreichen - zumal viel zu viele ihre "kreativen Vorstellungen" mit reindrücken wollen. Andererseits fehlt den Kreativen auch der finanzielle Erfolgsdruck, der sie auch an die Zuschauer denken lässt.



Alex
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Re: Was bringt der Filmförderungsplan der Verbände?

Beitrag von Alex »

Ich denke, wenn man das auf internationaler Ebene betrachtet, ist Deutschland für viele im Ausland einfach nicht so attraktiv.

Angefangen bei der Mentalität, es sind doch immer die gleichen Beschreibungen, die andere uns Deutschen zuschreiben, humorlos, engstirnig, beflissen, regeltreu... Alles nicht besonders sympathisch.
Das gesprochene Deutsch ist für viele ein Horror, mit unseren schrägen Lauten.
Landschaftlich haben wir sicher hier und da was zu bieten, allerdings haben wir hier halt oft grau in grau, sprich bescheidenes Wetter.
Und unsere Städte sind vom Bild her auch oft "naja".

Ich denke, da können viele Nachbarländer vom positiven Lebensgefühl einfach viel mehr punkten.
Wenns allerdings um Krieg geht (z.B. im Westen nichts Neues, der durch den Ukraine-Krieg auch noch "zufällig" voll den Zeitgeist trifft), dann sind wir (mit unseren Schandfleck in der Geschichte) ganz vorne mit dabei, weil mit uns in diesem Punkt offenbar eine gewisse Intensität in Verbindung gebracht wird ;-)

Ich persönlich mag fast keine Deutschen Filme, finde die meisten zum Fremdschämen. Oft die gleichen, wenigen, abgelutschten Schauspieler, in Verbindung mit bemühten Drehbüchern und Regisseur/innen.

Was ich so von der deutschen Filmförderung mitbekommen habe, sind es immer wieder die gleichen Personenkreise, die sich in dieses komplizierte, und regellastige System eingearbeitet haben, dessen Netzwerk pflegen und in dem Zuge auch viel Vetternwirtschaft betrieben wird. Ich habe schon von vielen gehört: "Keine Chance da reinzukommen, wenn dich da keiner reinbringt und dich intern pusht und bei den Regularien hilft". Das kanns nicht sein.



Frank Glencairn
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Re: Was bringt der Filmförderungsplan der Verbände?

Beitrag von Frank Glencairn »

iasi hat geschrieben: Fr 05 Jan, 2024 13:48
Was früher gelang, war ein eigener Weg, bei dem die Leute versuchten, aus den begrenzten Mitteln etwas besonderes zu machen.
..früher

Das Problem hat doch schon 1917 mit der Gründung der UFA (bzw. BUFA) angefangen.
Filmförderung ist in Deutschland deshalb traditionell ein ideologisches Propagandainstrument.

Kritiker warfen der UFA als staatliche Filmförderanstalt damals schon vor, dass sie zu viel Macht hat und die künstlerische Freiheit der Filmschaffenden einschränkte.
Sapere aude - de omnibus dubitandum



Drushba
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Re: Was bringt der Filmförderungsplan der Verbände?

Beitrag von Drushba »

Frank Glencairn hat geschrieben: Fr 05 Jan, 2024 16:38
Filmförderung ist in Deutschland deshalb traditionell ein ideologisches Propagandainstrument.
Propaganda von wem und für was? Wissen die Jurys schon davon?)

Alternativ hier bei den Gremienmitgliedern mal nachfragen, was der Propagandaauftrag so alles beinhaltet: https://www.ffa.de/gremien/kommission-f ... erung.html
Lieber glaub ich Wissenschaftlern, die sich mal irren, als Irren, die glauben, sie seien Wissenschaftler.



markusG
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Re: Was bringt der Filmförderungsplan der Verbände?

Beitrag von markusG »

Frank Glencairn hat geschrieben: Do 04 Jan, 2024 15:47 Das geht schon damit los, daß da meistens in Deutsch (womöglich auch noch in Schweizerdeutsch) gedreht wird, was eine internationale Vermarktung halt extrem schwierig macht
Koreanisch sprechende Menschen: 78 Millionen
Französisch Muttersprachler (international): 93 Millionen
Deutch sprechende Menschen: ca. 90-105 Millionen

Den Franzosen will ich sehen, der seinen Film in einer anderen Sprache als Französisch dreht :P



Frank Glencairn
Beiträge: 24086

Re: Was bringt der Filmförderungsplan der Verbände?

Beitrag von Frank Glencairn »

Drushba hat geschrieben: Fr 05 Jan, 2024 16:43
Frank Glencairn hat geschrieben: Fr 05 Jan, 2024 16:38
Filmförderung ist in Deutschland deshalb traditionell ein ideologisches Propagandainstrument.
Propaganda von wem und für was?
"Eine Vorstufe zur Gründung der Ufa war das von der Obersten Heeresleitung am 13. Januar 1917 eingerichtete Bild- und Filmamt (Bufa). Die Aufgabe dieser Behörde, die als Reaktion auf den empfundenen Vorsprung der Feinde auf dem Gebiet der filmischen Propaganda gegründet wurde, bestand darin, auch im eigenen Land den Film für die psychologische Kriegführung nutzbar zu machen.

Die Pläne des deutschen Generalstabs, insbesondere von Erich Ludendorff, gingen jedoch weit über die Einrichtung des Bufa hinaus. Ihm schwebte ein großer Filmkonzern vor, der – vom Staat gesteuert – den nationalen Interessen dienen sollte.

Statt der Neugründung hatte der Generalstab zunächst auch eine Übernahme der erst 1916 gegründeten Deutschen Lichtbild-Gesellschaft e. V. (DLG) in Betracht gezogen, die jedoch zu stark unter dem Einfluss der Schwerindustrie und von Alfred Hugenberg stand.

Zur Aufgabe der Ufa war bei ihrer Gründung die Produktion von Filmen – Spielfilmen, Dokumentarfilmen, Kulturfilmen und Wochenschaubeiträgen – erklärt worden, die im Ausland Propaganda für Deutschland machen sollten.

Die Ufa war durch den deutschnationalen Geist, der in ihr herrschte, auf die Zwecke der nationalsozialistischen Propaganda und deren Filmpolitik zugeschnitten. Zudem wurde Hugenberg gleich nach der nationalsozialistischen Machtübernahme vom 30. Januar 1933 zum Reichswirtschaftsminister ernannt.

Begünstigt durch diese Personalunion stellte er die Ufa nun offen den Propagandazwecken von Joseph Goebbels zur Verfügung."
Sapere aude - de omnibus dubitandum



iasi
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Re: Was bringt der Filmförderungsplan der Verbände?

Beitrag von iasi »

Alex hat geschrieben: Fr 05 Jan, 2024 16:32 Ich denke, wenn man das auf internationaler Ebene betrachtet, ist Deutschland für viele im Ausland einfach nicht so attraktiv.

Angefangen bei der Mentalität, es sind doch immer die gleichen Beschreibungen, die andere uns Deutschen zuschreiben, humorlos, engstirnig, beflissen, regeltreu... Alles nicht besonders sympathisch.
Das gesprochene Deutsch ist für viele ein Horror, mit unseren schrägen Lauten.
Landschaftlich haben wir sicher hier und da was zu bieten, allerdings haben wir hier halt oft grau in grau, sprich bescheidenes Wetter.
Und unsere Städte sind vom Bild her auch oft "naja".

Ich denke, da können viele Nachbarländer vom positiven Lebensgefühl einfach viel mehr punkten.
Wenns allerdings um Krieg geht (z.B. im Westen nichts Neues, der durch den Ukraine-Krieg auch noch "zufällig" voll den Zeitgeist trifft), dann sind wir (mit unseren Schandfleck in der Geschichte) ganz vorne mit dabei, weil mit uns in diesem Punkt offenbar eine gewisse Intensität in Verbindung gebracht wird ;-)

Ich persönlich mag fast keine Deutschen Filme, finde die meisten zum Fremdschämen. Oft die gleichen, wenigen, abgelutschten Schauspieler, in Verbindung mit bemühten Drehbüchern und Regisseur/innen.

Was ich so von der deutschen Filmförderung mitbekommen habe, sind es immer wieder die gleichen Personenkreise, die sich in dieses komplizierte, und regellastige System eingearbeitet haben, dessen Netzwerk pflegen und in dem Zuge auch viel Vetternwirtschaft betrieben wird. Ich habe schon von vielen gehört: "Keine Chance da reinzukommen, wenn dich da keiner reinbringt und dich intern pusht und bei den Regularien hilft". Das kanns nicht sein.
So ein schlechtes Bild lieferte Deutschland eigentlich im Ausland gar nicht ab.

Was in Asien, Australien, Amerika usw. besonders ankommt, ist das historische Flair - keine Ahnung, warum man immer die öden Dächer von Berlin zeigt.

Das System ist festgefahren.
Leider sind da aber auch nicht diejenigen, die ausbrechen und es aufbrechen.
Es ist bequem darin mitzuschwimmen.
Alle gefallen sich darin und zelebrieren ihre Professionalität.

Ist doch witzig, wenn ein Kinderdarsteller in seinem Vorstellungsvideo wenn es um seine Dreherfahrungen geht, vor allem über das Catering schwärmt.
Die Szene aus dem Film hat ein ähnliches Setting wie in "Close", aber es liegen in allen Bereichen der Umsetzung qualitative Welten dazwischen.
Da denke ich mir dann: Der arme Junge hatte wenigstens etwas Gutes zwischen die Zähne bekommen.



Alex
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Re: Was bringt der Filmförderungsplan der Verbände?

Beitrag von Alex »

markusG hat geschrieben: Fr 05 Jan, 2024 16:52 Koreanisch sprechende Menschen: 78 Millionen
Französisch Muttersprachler (international): 93 Millionen
Deutch sprechende Menschen: ca. 90-105 Millionen
Bin kein Linguistiker, kann mir aber vorstellen:
  • Koreanisch - evtl. verwandte Tonalität mit anderen asiatischen Sprachen und auch ähnliche Gestik, von daher gibts vielleicht Gemeinsamkeiten mit sehr vielen Menschen?
    Nach Schätzungen der Vereinten Nationen im Jahr 2022 lebten jedoch etwa 4,7 Milliarden Menschen in Asien, was mehr als der Hälfte der Weltbevölkerung entspricht.
  • Französisch - Sympathisches, eigenwilliges und lebensfrohes Völkchen mit einer einzigartigen Sprache und Kultur, die einen (bestimmt auch in anderen Teilen der Welt) zum Schmunzeln bringen können. Synchronisationen aufgrund ihrer spitzen Lippenbewegungen sind wirklich herausfordernd :D
    Ich glaube, die haben einfach einen sympathischen Stellenwert in der Welt, ähnlich auch wie Italiener oder Spanier.
  • Deutsch - Ähnlich wie bei den Franzosen, auch eigenwillig und einzigartig, allerdings nicht so positiv, sondern eher im Gegenteil recht negativ behaftet und tendenziell auch eher unsympathisch



iasi
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Re: Was bringt der Filmförderungsplan der Verbände?

Beitrag von iasi »

Frank Glencairn hat geschrieben: Fr 05 Jan, 2024 16:56
Drushba hat geschrieben: Fr 05 Jan, 2024 16:43

Propaganda von wem und für was?
"Eine Vorstufe zur Gründung der Ufa war das von der Obersten Heeresleitung am 13. Januar 1917 eingerichtete Bild- und Filmamt (Bufa). Die Aufgabe dieser Behörde, die als Reaktion auf den empfundenen Vorsprung der Feinde auf dem Gebiet der filmischen Propaganda gegründet wurde, bestand darin, auch im eigenen Land den Film für die psychologische Kriegführung nutzbar zu machen.

Die Pläne des deutschen Generalstabs, insbesondere von Erich Ludendorff, gingen jedoch weit über die Einrichtung des Bufa hinaus. Ihm schwebte ein großer Filmkonzern vor, der – vom Staat gesteuert – den nationalen Interessen dienen sollte.

Statt der Neugründung hatte der Generalstab zunächst auch eine Übernahme der erst 1916 gegründeten Deutschen Lichtbild-Gesellschaft e. V. (DLG) in Betracht gezogen, die jedoch zu stark unter dem Einfluss der Schwerindustrie und von Alfred Hugenberg stand.

Zur Aufgabe der Ufa war bei ihrer Gründung die Produktion von Filmen – Spielfilmen, Dokumentarfilmen, Kulturfilmen und Wochenschaubeiträgen – erklärt worden, die im Ausland Propaganda für Deutschland machen sollten.

Die Ufa war durch den deutschnationalen Geist, der in ihr herrschte, auf die Zwecke der nationalsozialistischen Propaganda und deren Filmpolitik zugeschnitten. Zudem wurde Hugenberg gleich nach der nationalsozialistischen Machtübernahme vom 30. Januar 1933 zum Reichswirtschaftsminister ernannt.

Begünstigt durch diese Personalunion stellte er die Ufa nun offen den Propagandazwecken von Joseph Goebbels zur Verfügung."
1921 wurde die Ufa, die inzwischen bereits einen bedeutenden Anteil der deutschen Kinofilme produzierte, privatisiert. Ab 1922 standen für die Filmproduktion große Ateliers in Neubabelsberg, heute Babelsberg, und Berlin-Tempelhof an der Oberlandstraße zur Verfügung, die 1926 durch den Bau der damals größten Atelierhalle Europas, die 1995 nach Marlene Dietrich benannt wurde, erweitert wurden. Nachdem 1923 u. a. die Decla-Bioscop AG übernommen wurde und Erich Pommer Chef aller Produktionsbetriebe wurde und zahlreiche Stars entdeckte und aufbaute – u. a. Emil Jannings, Pola Negri, Conrad Veidt und Lya de Putti –, erfuhr die Ufa einen weiteren Aufschwung und wurde mit Filmen wie Dr. Mabuse (1922), Die Nibelungen (1924) und Faust (1926) zur direkten Konkurrenz für Hollywood.


Wikipedia zu Metropolis:

Für die Aufnahmen wurden laut Angaben des Pressereferats der Ufa mehr als 600 Kilometer Film belichtet, was mehr als 350 Stunden Spielzeit entspräche. Langs Perfektionismus, aber auch schlechtes Wetter, verteuerten die Produktion, was die bereits 1925 in finanziellem Engpass steckende Ufa weder verkraften wollte noch konnte.

Mit Produktionskosten von rund 5 Millionen Reichsmark[18] war Metropolis in seiner Zeit der teuerste Film der deutschen Filmgeschichte. Die finanziellen Schwierigkeiten, in welche die Ufa hauptsächlich durch diese Produktionen geriet, führten Ende 1925 zum Parufamet-Vertrag und im März 1927 zur Übernahme durch den Medienunternehmer Alfred Hugenberg, den bedeutendsten bürgerlichen Wegbereiter des Nationalsozialismus.



Alex
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Re: Was bringt der Filmförderungsplan der Verbände?

Beitrag von Alex »

iasi hat geschrieben: Fr 05 Jan, 2024 17:30 So ein schlechtes Bild lieferte Deutschland eigentlich im Ausland gar nicht ab.
Ich glaube schon.
iasi hat geschrieben: Fr 05 Jan, 2024 17:30 Ist doch witzig, wenn ein Kinderdarsteller in seinem Vorstellungsvideo wenn es um seine Dreherfahrungen geht, vor allem über das Catering schwärmt.
Die Szene aus dem Film hat ein ähnliches Setting wie in "Close", aber es liegen in allen Bereichen der Umsetzung qualitative Welten dazwischen.
Da denke ich mir dann: Der arme Junge hatte wenigstens etwas Gutes zwischen die Zähne bekommen.
Das Beispiel sagt halt nichts zum Thema aus, weil es völlig unerheblich ist, was eine einzige Person sagt.



iasi
Beiträge: 25405

Re: Was bringt der Filmförderungsplan der Verbände?

Beitrag von iasi »

Alex hat geschrieben: Fr 05 Jan, 2024 17:39
markusG hat geschrieben: Fr 05 Jan, 2024 16:52 Koreanisch sprechende Menschen: 78 Millionen
Französisch Muttersprachler (international): 93 Millionen
Deutch sprechende Menschen: ca. 90-105 Millionen
Bin kein Linguistiker, kann mir aber vorstellen:
  • Koreanisch - evtl. verwandte Tonalität mit anderen asiatischen Sprachen und auch ähnliche Gestik, von daher gibts vielleicht Gemeinsamkeiten mit sehr vielen Menschen?
    Nach Schätzungen der Vereinten Nationen im Jahr 2022 lebten jedoch etwa 4,7 Milliarden Menschen in Asien, was mehr als der Hälfte der Weltbevölkerung entspricht.
  • Französisch - Sympathisches, eigenwilliges und lebensfrohes Völkchen mit einer einzigartigen Sprache und Kultur, die einen (bestimmt auch in anderen Teilen der Welt) zum Schmunzeln bringen können. Synchronisationen aufgrund ihrer spitzen Lippenbewegungen sind wirklich herausfordernd :D
    Ich glaube, die haben einfach einen sympathischen Stellenwert in der Welt, ähnlich auch wie Italiener oder Spanier.
  • Deutsch - Ähnlich wie bei den Franzosen, auch eigenwillig und einzigartig, allerdings nicht so positiv, sondern eher im Gegenteil recht negativ behaftet und tendenziell auch eher unsympathisch
Verwandtschaften zu anderen Sprachen sind nach den üblichen Kriterien nicht feststellbar (auch nicht zum Japanischen, obwohl der grammatische Bau sehr ähnlich ist), so dass Koreanisch als isolierte Sprache eingestuft wird.

Zudem haben es südkoreanische Filme in Nordkorea doch eher schwer Umätze zu generieren. :)

Die Klischees über Franzosen und Deutsche sind mal negativ, mal positiv - für die Chancen deutscher Filme auf dem internationalen Markt, haben sie wohl eher keine Bedeutung.

Viel wichtiger ist schon eher die Frage: Zeigen sich deutsche Filmproduktionen finanziell erfolgreich?

Kann sich doch jeder mal selbst die Frage stellen: Würde ich mein Geld in eine deutsche Filmproduktion investieren?



iasi
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Re: Was bringt der Filmförderungsplan der Verbände?

Beitrag von iasi »

Alex hat geschrieben: Fr 05 Jan, 2024 17:50
iasi hat geschrieben: Fr 05 Jan, 2024 17:30 So ein schlechtes Bild lieferte Deutschland eigentlich im Ausland gar nicht ab.
Ich glaube schon.
iasi hat geschrieben: Fr 05 Jan, 2024 17:30 Ist doch witzig, wenn ein Kinderdarsteller in seinem Vorstellungsvideo wenn es um seine Dreherfahrungen geht, vor allem über das Catering schwärmt.
Die Szene aus dem Film hat ein ähnliches Setting wie in "Close", aber es liegen in allen Bereichen der Umsetzung qualitative Welten dazwischen.
Da denke ich mir dann: Der arme Junge hatte wenigstens etwas Gutes zwischen die Zähne bekommen.
Das Beispiel sagt halt nichts zum Thema aus, weil es völlig unerheblich ist, was eine einzige Person sagt.
Du kannst es als Methapher verstehen.

Es wird viel Wert auf das Drum Herum bei der Produktion gelegt, aber weniger auf das, was dann auf der Leinwand wirken soll.

Kindermund tut Wahrheit kund.

Ich denke, die Einstellung und Sichtweise würde sich verändern, wenn alle Beteiligten mit einem unternehmerischen Risiko an der Produktion beteiligt wären.

Wenn nicht der Produzent aus einem nebulösen Budget für alles bezahlt, wird vielleicht den meisten bewußt, dass man die Mittel darauf konzentrieren muss, einen finanziell auch erfolgreichen Film zu produzieren.

Allein schon diese Mentalität einen Kurzfilm für den eigenen "Pitsch" drehen zu wollen, deutet in eine verheerende Richtung.
Auch nicht besser ist dieses "wir haben Lust einen Film zu drehen" - ganz so, als würde man gemeinsam Spaß beim Rutschen und Schaukeln haben wollen.
Zuletzt geändert von iasi am Fr 05 Jan, 2024 18:11, insgesamt 1-mal geändert.



Frank Glencairn
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Re: Was bringt der Filmförderungsplan der Verbände?

Beitrag von Frank Glencairn »

iasi hat geschrieben: Fr 05 Jan, 2024 17:40
Für die Aufnahmen wurden laut Angaben des Pressereferats der Ufa mehr als 600 Kilometer Film belichtet, was mehr als 350 Stunden Spielzeit entspräche. Langs Perfektionismus, aber auch schlechtes Wetter, verteuerten die Produktion, was die bereits 1925 in finanziellem Engpass steckende Ufa weder verkraften wollte noch konnte.
Ist das dieser " eigene Weg, bei dem die Leute versuchten, aus den begrenzten Mitteln etwas besonderes zu machen." von dem du gesprochen hast?

Ich meine, sowas wie Metropolis muß für dich ja ne absolute Horrorvorstellung sein - und dann auch noch mit den ewig vielen Takes die du so liebst.
Sapere aude - de omnibus dubitandum



Alex
Beiträge: 1626

Re: Was bringt der Filmförderungsplan der Verbände?

Beitrag von Alex »

iasi hat geschrieben: Fr 05 Jan, 2024 18:01 Du kannst es als Methapher verstehen.

Es wird viel Wert auf das Drum Herum bei der Produktion gelegt, aber weniger auf das, was dann auf der Leinwand wirken soll.
Dann bringst du für deine Metapher aber ein nicht repräsentatives Beispiel ;-)



Alex
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Re: Was bringt der Filmförderungsplan der Verbände?

Beitrag von Alex »

iasi hat geschrieben: Fr 05 Jan, 2024 17:53 Zudem haben es südkoreanische Filme in Nordkorea doch eher schwer Umätze zu generieren. :)
Klar ;)
iasi hat geschrieben: Fr 05 Jan, 2024 17:53Kann sich doch jeder mal selbst die Frage stellen: Würde ich mein Geld in eine deutsche Filmproduktion investieren?
Wenn ich das pauschal beantworten müsste: Ne
Lieber in z.B. ne französische.



markusG
Beiträge: 4671

Re: Was bringt der Filmförderungsplan der Verbände?

Beitrag von markusG »

Alex hat geschrieben: Fr 05 Jan, 2024 17:39 Bin kein Linguistiker, kann mir aber vorstellen:
  • Koreanisch - evtl. verwandte Tonalität mit anderen asiatischen Sprachen und auch ähnliche Gestik, von daher gibts vielleicht Gemeinsamkeiten mit sehr vielen Menschen?
Wikipedia schreibt dazu:
Grammatikalisch handelt es sich beim Koreanischen um eine agglutinierende Sprache mit einer Grundwortstellung Subjekt-Objekt-Verb. Verwandtschaften zu anderen Sprachen sind nach den üblichen Kriterien nicht feststellbar (auch nicht zum Japanischen, obwohl der grammatische Bau sehr ähnlich ist), so dass Koreanisch als isolierte Sprache eingestuft wird.
Zum Kino in Frankreich:
Jedenfalls gibt es trotzdem in Frankreich viel mehr Zuschauer. Das liegt zum einen an den niedrigeren Preisen. Und daran – das ist der größte Unterschied –, dass es ganz selbstverständlich und seit Jahrzehnten in den französischen Kinos ein Abonnement-System gibt, ähnlich wie bei uns im Theater oder in der Oper. Hinzu kommt, dass viel mehr Filme in Originalversionen mit Untertiteln laufen, denn die Achtung vor der Stimme der Schauspieler und der ursprünglichen Tonmischung der Regisseure ist in Frankreich deutlich größer.
[...]
Auch die französische Filmförderung funktioniert ganz anders. Es gibt es viel mehr Geld, nämlich doppelt so viel wie in Deutschland. Kino sei eben Kunst und müsse gefördert werden, heißt es in Frankreich. Überdies ist die Macht des Fernsehens zwar nicht gleich Null, aber extrem eingeschränkt. An zwei Tagen in der Woche ist es den Sendern einfach verboten, Kinofilme auszustrahlen – um den Kinobesuch zu fördern.
[...]Somit ist die öffentliche Rolle, die das Kino in Frankreich spielt, komplett anders. Kino wird grundsätzlich anders wahrgenommen: In der Öffentlichkeit, in Talk-Shows, bei politischen Debatten sind Filmemacher und Filmstars wie zum Beispiel Catherine Deneuve oder Juliette Binoche gefragte Gesprächspartnerinnen, und sie werden intellektuell für voll genommen – in Deutschland ist dergleichen unvorstellbar.
Das berührt auch die Filmkritik: Während Filmkritik in Deutschland oft an Gastro-Kritik erinnert – schmeckt der Film? Lohnt er das Geld? –, ist sie in Frankreich eindeutig Kunstkritik. Film steht in einer Reihe mit Bildender Kunst, Theater und Literatur. Schließlich ist der französische Kinobegriff international, nicht national
https://www.deutschlandfunk.de/endlich- ... l-100.html


Und natürlich Protektionismus:
https://www.bpb.de/themen/europa/frankr ... industrie/

Das konnte sich das Nachkriegsdeutschland natürlich nicht leisten, welches ja bis in die 30er noch Weltrum genoß.



iasi
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Re: Was bringt der Filmförderungsplan der Verbände?

Beitrag von iasi »

Frank Glencairn hat geschrieben: Fr 05 Jan, 2024 18:02
iasi hat geschrieben: Fr 05 Jan, 2024 17:40
Für die Aufnahmen wurden laut Angaben des Pressereferats der Ufa mehr als 600 Kilometer Film belichtet, was mehr als 350 Stunden Spielzeit entspräche. Langs Perfektionismus, aber auch schlechtes Wetter, verteuerten die Produktion, was die bereits 1925 in finanziellem Engpass steckende Ufa weder verkraften wollte noch konnte.
Ist das dieser " eigene Weg, bei dem die Leute versuchten, aus den begrenzten Mitteln etwas besonderes zu machen." von dem du gesprochen hast?

Ich meine, sowas wie Metropolis muß für dich ja ne absolute Horrorvorstellung sein - und dann auch noch mit den ewig vielen Takes die du so liebst.
Oh nein - das war eher die Zeit eines "Heavens Gate", als es in D noch Studios gab, die sich an einem solchem Großprojekt verheben konnten.
Damals war floß noch Kapital in die deutsche Filmindustrie - man konnte sogar Hollywood Konkurrenz machen.

Du magst ja mit verträumtem Blick gen Hollywood glauben, dies sei auch heute noch möglich - daher auch deine Maßstäbe an den ganzen Produktionsablauf, der doch zumindest noch irgendwie an Hollywood erinnern soll.
Aber das klappt nun mal nicht mehr mit den deutschen Filmbudget.

Oder wärst du z.B. bereit auch nur dein Honorar in ein Filmprojekt zu investieren - also mehrere Wochen Vorbereitungszeit, sagen wir mal 60 Drehtage und dann noch Postproduktion?



Drushba
Beiträge: 2513

Re: Was bringt der Filmförderungsplan der Verbände?

Beitrag von Drushba »

Frank Glencairn hat geschrieben: Fr 05 Jan, 2024 16:56
Filmförderung ist in Deutschland deshalb traditionell ein ideologisches Propagandainstrument.
Frank Glencairn hat geschrieben: Fr 05 Jan, 2024 16:56 "Eine Vorstufe zur Gründung der Ufa war das von der Obersten Heeresleitung am 13. Januar 1917 eingerichtete Bild- und Filmamt (Bufa). (...) Begünstigt durch diese Personalunion stellte er die Ufa nun offen den Propagandazwecken von Joseph Goebbels zur Verfügung."

Verstehe ich das richtig? Du schreibst "Filmförderung ist in Deutschland deshalb traditionell (...)" und stellst die heutige Filmförderung also offiziell in den Propagandauftrag der OHL oder in den von Goebbels, weil die UfA damals Propaganda produzierte?

Zur (mühsamen) Versachlichung: Die Filmförderung wurde 1967 gegründet. In Österreich sogar erst 1981.))
Lieber glaub ich Wissenschaftlern, die sich mal irren, als Irren, die glauben, sie seien Wissenschaftler.



Frank Glencairn
Beiträge: 24086

Re: Was bringt der Filmförderungsplan der Verbände?

Beitrag von Frank Glencairn »

Was ich meinte ist das die UFA (BUFA) Filmförderung 1917 zuerst als Propagandinstrument gegründet wurde - das Ganze hat sich auf iasi's "früher " bezogen. Geht aus dem Post ja hervor.

Die Neu- oder Wiedergründung - wenn du so willst - 1968 spielt dabei keine Rolle, ich hab von den Ursprüngen gesprochen.
Sapere aude - de omnibus dubitandum
Zuletzt geändert von Frank Glencairn am Fr 05 Jan, 2024 19:47, insgesamt 1-mal geändert.



Alex
Beiträge: 1626

Re: Was bringt der Filmförderungsplan der Verbände?

Beitrag von Alex »

iasi hat geschrieben: Fr 05 Jan, 2024 18:27 Oder wärst du z.B. bereit auch nur dein Honorar in ein Filmprojekt zu investieren - also mehrere Wochen Vorbereitungszeit, sagen wir mal 60 Drehtage und dann noch Postproduktion?
Hab ich schon, mehrfach. Das waren zwar nie 60 Tage am Stück, aber in der Summe aller Projekte bestimmt. Das aufwändigste Projekt in dem Kontext war als Oberbeleuchter einen 10-Min Science Fiction, mit tollem Konzept und erfolgversprechender Finanzierung.
35mm Cinemascope und jeglichem technischen Schnickschnack auf Hollywood-Niveau, denn ein potenter Kamera-/Licht-/Grip-Verleiher hat uns gesponsored und uns quasi den Schlüssel des Lagers in die Hand gedrückt. 40 Leute im Team, 2 Darsteller, mit Rückstellungsverträgen, 10 Nächte mit (vielen) Überstunden und entsprechender Vorbereitung.

Dieser 10-Minüter funktionierte als eigenständiger Kurzfilm. Darüber hinaus gab es den Plan, Geldgeber für (einen im Kontext stehenden) 90-Minüter zu finden und mit den 10 Minuten die Qualität und Richtung unserer Arbeit zu zeigen. Der fertige 10-Minüter hätte als Rückblick in den 90-Minüter eingebaut werden können, somit hätten für den Langfilm lediglich 80 Min produziert werden müssen. Wir alle fanden diese Idee super und vielversprechend.

Im Resultat:
Der Regisseur hat alles, was gezahlt werden musste (ca. 20.000 €) aus eigener Tasche bezahlt und das in seine "Vision" des Spielfilmes gesteckt. Die tatsächlichen Kosten der 10 Min wären in die Hunderttausende gegangen.
Jedenfalls ist sein Plan nicht aufgegangen, ein Geldgeber wurde nie gefunden und das Team ist leer ausgegangen. Lediglich der Regisseur hat mit seinem 10-Minüter Aufmerksamkeit auf sich gezogen und konnte im Anschluss viele andere Jobs generieren. Für die meisten anderen gab es einen warmen Händedruck ;-)

Für mich war es damals trotzdem eine tolle Erfahrung, aber ich würde heutzutage kein Rückstellungsprojekt mehr machen, lediglich bei eigenen Projekten oder sehr nahen Bekannten/Kollegen teilnehmen.

P.S.: Der Kurzfilm ist trotzdem klasse geworden, vielleicht lasse ich die VHS-Kassette mal digitalisieren und zeige ihn hier :)



iasi
Beiträge: 25405

Re: Was bringt der Filmförderungsplan der Verbände?

Beitrag von iasi »

Alex hat geschrieben: Fr 05 Jan, 2024 19:37
iasi hat geschrieben: Fr 05 Jan, 2024 18:27 Oder wärst du z.B. bereit auch nur dein Honorar in ein Filmprojekt zu investieren - also mehrere Wochen Vorbereitungszeit, sagen wir mal 60 Drehtage und dann noch Postproduktion?
Hab ich schon, mehrfach. Das waren zwar nie 60 Tage am Stück, aber in der Summe aller Projekte bestimmt. Das aufwändigste Projekt in dem Kontext war als Oberbeleuchter einen 10-Min Science Fiction, mit tollem Konzept und erfolgversprechender Finanzierung.
35mm Cinemascope und jeglichem technischen Schnickschnack auf Hollywood-Niveau, denn ein potenter Kamera-/Licht-/Grip-Verleiher hat uns gesponsored und uns quasi den Schlüssel des Lagers in die Hand gedrückt. 40 Leute im Team, 2 Darsteller, mit Rückstellungsverträgen, 10 Nächte mit (vielen) Überstunden und entsprechender Vorbereitung.

Dieser 10-Minüter funktionierte als eigenständiger Kurzfilm. Darüber hinaus gab es den Plan, Geldgeber für (einen im Kontext stehenden) 90-Minüter zu finden und mit den 10 Minuten die Qualität und Richtung unserer Arbeit zu zeigen. Der fertige 10-Minüter hätte als Rückblick in den 90-Minüter eingebaut werden können, somit hätten für den Langfilm lediglich 80 Min produziert werden müssen. Wir alle fanden diese Idee super und vielversprechend.

Im Resultat:
Der Regisseur hat alles, was gezahlt werden musste (ca. 20.000 €) aus eigener Tasche bezahlt und das in seine "Vision" des Spielfilmes gesteckt. Die tatsächlichen Kosten der 10 Min wären in die Hunderttausende gegangen.
Jedenfalls ist sein Plan nicht aufgegangen, ein Geldgeber wurde nie gefunden und das Team ist leer ausgegangen. Lediglich der Regisseur hat mit seinem 10-Minüter Aufmerksamkeit auf sich gezogen und konnte im Anschluss viele andere Jobs generieren. Für die meisten anderen gab es einen warmen Händedruck ;-)

Für mich war es damals trotzdem eine tolle Erfahrung, aber ich würde heutzutage kein Rückstellungsprojekt mehr machen, lediglich bei eigenen Projekten oder sehr nahen Bekannten/Kollegen teilnehmen.

P.S.: Der Kurzfilm ist trotzdem klasse geworden, vielleicht lasse ich die VHS-Kassette mal digitalisieren und zeige ihn hier :)
Es ist Liebhaberei, wenn keine Gewinnabsicht dahinter steckt, würde das Finanzamt sagen.
Kurzfilme waren noch nie ein Format, das sich ordentlich verwerten ließ.

Man muss schon in die Vollen gehen und einen Spielfilm produzieren, der auch verwertbar ist.
Daher meine ich auch "investieren" und nicht mal 2 Wochen mitmachen - also wirklich ergebnisorientiert im Hinblick auf einen Film, der auch in der Verwertungskette eine Chance hat.

Ich habe auch schon bei solchen Liebhaber-Projekten mitgemacht. Hat Spaß gemacht. Würde ich auch wieder machen.

Aber bei keinem dieser Projekte war das Ziel am Ende mit dem Film ein großes Publikum zu erreichen und dadurch auch Geld zu verdienen.
Daher ist man auch nicht all in gegangen.

Es sind vielleicht nicht 60 Drehtage notwendig, aber mehr als 10 sollten es schon sein. ;)
Selbst eine Idee, die mir dieser Tage gekommen ist, mit einem Drehort, 3 (vielleicht auch nur 2) Personen und keinen spektakulären Gimmiks, würde eine längere Drehzeit erfordern.
Wenig Technik, kleine Crew - aber Zeit.
The Whale oder 127 Hours wurden auch nicht in 10 Tagen runtergedreht.



ffm
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Re: Was bringt der Filmförderungsplan der Verbände?

Beitrag von ffm »

Studiere BWL, nicht in Berlin, Dummchen



Alex
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Re: Was bringt der Filmförderungsplan der Verbände?

Beitrag von Alex »

iasi hat geschrieben: Fr 05 Jan, 2024 23:05 Es ist Liebhaberei, wenn keine Gewinnabsicht dahinter steckt, würde das Finanzamt sagen.
Kurzfilme waren noch nie ein Format, das sich ordentlich verwerten ließ.

Man muss schon in die Vollen gehen und einen Spielfilm produzieren, der auch verwertbar ist.
Daher meine ich auch "investieren" und nicht mal 2 Wochen mitmachen - also wirklich ergebnisorientiert im Hinblick auf einen Film, der auch in der Verwertungskette eine Chance hat.
Aber du hast das mit dem Plan und dem 90-Minüter schon gelesen und verstanden? Es ging ja im Prinzip immer um einen Spielfilm und ich finde diese Idee mit dem in den Langfilm integrierten Kurzfilm immer noch extrem smart.
Leider weiß ich nicht, warum der Plan letztlich scheiterte, meiner Meinung nach lag es eher am mangelnden Netzwerk (Produzenten, Geldgeber, Sponsoren), ich habe es damals nicht weiter verfolgt.

Ich als Produzent würde viel eher in so ein Projekt investieren, bei dem ich schon einmal einen Teil des fertigen Produktes, quasi ein Prototyp, ansehen kann.
Ich frage mich tatsächlich, warum dieses Modell nicht verbreiteter ist, denn es bietet viel dem Produzenten und allen weiteren potenziellen Partizipanten mehr als nur ein Drehbuch und ein paar Seiten Storyboard.

Die Crew gibt eine 10-tägige Arbeitsprobe ab, die der Geldgeber beurteilen kann. Die Crew muss eben nicht 60+ Tage einen Spielfilm mit extrem hohen Risiko und Anstrengung produzieren und der Produzent hat schon über 10 % des Films im Kasten und kann auch schon den Look&Feel des Formates erleben. Für mich ist das ein wesentlich attraktiveres Geschäftsmodell, als vom Risiko her all-in zu gehen.



markusG
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Re: Was bringt der Filmförderungsplan der Verbände?

Beitrag von markusG »

Alex hat geschrieben: Sa 06 Jan, 2024 09:23 Ich als Produzent würde viel eher in so ein Projekt investieren, bei dem ich schon einmal einen Teil des fertigen Produktes, quasi ein Prototyp, ansehen kann.
Ich frage mich tatsächlich, warum dieses Modell nicht verbreiteter ist, denn es bietet viel dem Produzenten und allen weiteren potenziellen Partizipanten mehr als nur ein Drehbuch und ein paar Seiten Storyboard.
Zumindest das Konzept Kurzfilm -> Spielfilm ist ja nichts exotisches/neues:

https://www.backstage.com/magazine/arti ... ist-75014/



iasi
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Re: Was bringt der Filmförderungsplan der Verbände?

Beitrag von iasi »

ffm hat geschrieben: Sa 06 Jan, 2024 01:50 Studiere BWL, nicht in Berlin, Dummchen
Geh erstmal ordentlich Kommunizieren (Schreiben) lernen, bevor du übers studieren nachdenkst.



iasi
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Re: Was bringt der Filmförderungsplan der Verbände?

Beitrag von iasi »

Alex hat geschrieben: Sa 06 Jan, 2024 09:23
iasi hat geschrieben: Fr 05 Jan, 2024 23:05 Es ist Liebhaberei, wenn keine Gewinnabsicht dahinter steckt, würde das Finanzamt sagen.
Kurzfilme waren noch nie ein Format, das sich ordentlich verwerten ließ.

Man muss schon in die Vollen gehen und einen Spielfilm produzieren, der auch verwertbar ist.
Daher meine ich auch "investieren" und nicht mal 2 Wochen mitmachen - also wirklich ergebnisorientiert im Hinblick auf einen Film, der auch in der Verwertungskette eine Chance hat.
Aber du hast das mit dem Plan und dem 90-Minüter schon gelesen und verstanden? Es ging ja im Prinzip immer um einen Spielfilm und ich finde diese Idee mit dem in den Langfilm integrierten Kurzfilm immer noch extrem smart.
Leider weiß ich nicht, warum der Plan letztlich scheiterte, meiner Meinung nach lag es eher am mangelnden Netzwerk (Produzenten, Geldgeber, Sponsoren), ich habe es damals nicht weiter verfolgt.

Ich als Produzent würde viel eher in so ein Projekt investieren, bei dem ich schon einmal einen Teil des fertigen Produktes, quasi ein Prototyp, ansehen kann.
Ich frage mich tatsächlich, warum dieses Modell nicht verbreiteter ist, denn es bietet viel dem Produzenten und allen weiteren potenziellen Partizipanten mehr als nur ein Drehbuch und ein paar Seiten Storyboard.

Die Crew gibt eine 10-tägige Arbeitsprobe ab, die der Geldgeber beurteilen kann. Die Crew muss eben nicht 60+ Tage einen Spielfilm mit extrem hohen Risiko und Anstrengung produzieren und der Produzent hat schon über 10 % des Films im Kasten und kann auch schon den Look&Feel des Formates erleben. Für mich ist das ein wesentlich attraktiveres Geschäftsmodell, als vom Risiko her all-in zu gehen.
Ja - es ging um die Hoffnung einen Film zu drehen, damit Investoren Geld für einen Film geben.
Das ist doch weit verbreitet und wird dann nur anderes beschrieben: "Der Kurzfilm soll auf Festivals laufen."

Da hat jemand 20.000€ in 10 Minuten seines Films investiert und will nun, dass ein "Produzent" 3 Millionen investieren.
Das ist wie ein Kleinstwagen-Prototyp für eine Mittelklasseproduktion.

Ein Produzent investiert nicht sein eigenes Geld - er verwaltet und steuert nur den Herstellungsprozess. Die Filmfinanzierung übernehmen Produktionsunternehmen - letztlich sind das darauf spezialisierte Investmentunternehmen.

Du als Produzent bekommst unzählige Kurzfilme vorgelegt, die du ansehen sollst. Schau mal, wie viele Festivals Kurzfilme mit Preisen behängen - das ist schon inflationär.

Ein Produktionsunternehmen hat wiederum die finanziellen Mittel (meist geliehenes Geld) mit dem es einige wenige Filme verwirklichen kann.
Wobei zunächst Investitionen nötig sind, um die Fördermittel zu aquirieren und Verwertungsverträge (Koproduktion, Verleiher) zu schließen.
Man muss sich auch immer klar machen, dass ein Filmproduktionsunternehmen profitorientiert arbeiten und das finanzielle Risiko minimal halten muss.
Die bisher gedrehten 10% des Films können aus zeitlichen, organisatorischen und rechtlichen Gründen dann eh nicht genutzt werden.

Es nutzt natürlich meist auch nichts, einen 90 Minuten-Film in 10 Tagen mal eben runterzudrehen. Das geht, wenn du z.B. wie bei Katzelmacher ein eingespieltes Theaterensemble hast, das auch zeitlich sowieso zur Verfügung steht.
Denn es gilt, einen fertigen Spielfilm zu produzieren, der auch Zuschauer finden kann - also verwertbar ist.

Übrigens ist auch das durchschnittliche deutsche Filmbudget von 3 Millionen € für einen SF eigentlich zu wenig und zu viel.
Mit 3 Mio.€ kannst du nichts konkurrenzfähiges drehen, das dann auch die 3 Mio. wieder einspielen kann.
Filme wie Das Arche Noah Prinzip, THX 1138 oder Dark Star sind deshalb erfolgreich gewesen, weil es keine hohen Einnahmen bedurfte, um damit Gewinn zu erzielen. :)



Frank Glencairn
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Re: Was bringt der Filmförderungsplan der Verbände?

Beitrag von Frank Glencairn »

Alex hat geschrieben: Do 04 Jan, 2024 16:57 ... gerade für so ein reiches Land wie D.
Nicht mal das ZDF glaubt sowas noch.


Sapere aude - de omnibus dubitandum



Alex
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Re: Was bringt der Filmförderungsplan der Verbände?

Beitrag von Alex »

iasi hat geschrieben: Sa 06 Jan, 2024 11:03 Ja - es ging um die Hoffnung einen Film zu drehen, damit Investoren Geld für einen Film geben.
Also wie bei jedem anderen kommerziellen Filmvorhaben auch.
iasi hat geschrieben: Sa 06 Jan, 2024 11:03Das ist doch weit verbreitet und wird dann nur anderes beschrieben: "Der Kurzfilm soll auf Festivals laufen.
Das war nie das primäre Ziel.
iasi hat geschrieben: Sa 06 Jan, 2024 11:03Da hat jemand 20.000€ in 10 Minuten seines Films investiert und will nun, dass ein "Produzent" 3 Millionen investieren.
Genau. Nur war nie eine genaue Summe im Gespräch, die hast du dazu gedichtet.
iasi hat geschrieben: Sa 06 Jan, 2024 11:03Das ist wie ein Kleinstwagen-Prototyp für eine Mittelklasseproduktion.
Nein. Das ist wie das Konzept zu einem Auto, wobei 10 % der Teile schon fertig sind und nicht mehr entwickelt und hergestellt werden müssen. "Mittelklasse" hast du wieder dazugedichtet, keine Ahnung warum? Um das Projekt ohne es zu kennen zu schmälern? Warum?

Wir haben bei diesem Projekt auf höchstem Niveau gedreht, wie ich es in D selten gesehen habe. Das war alles andere als "Mittelklasse", das war aus den vollen Schöpfen, mit hochwertigem Personal und Technik. Alleine die technische Vorbereitung dauerte mehrere Wochen, von der inhaltlichen ganz zu schweigen.
iasi hat geschrieben: Sa 06 Jan, 2024 11:03Ein Produzent investiert nicht sein eigenes Geld - er verwaltet und steuert nur den Herstellungsprozess. Die Filmfinanzierung übernehmen Produktionsunternehmen - letztlich sind das darauf spezialisierte Investmentunternehmen.
Der Prozess kann auch anders sein, spielt aber keine Rolle, denn das von mir beschriebene Konzept kann den gleichen Prozess wie jeder andere Film durchgehen, nur dass in meinem Fall das proof of concept schon beilegt, was ein Vorteil für alle Beteiligten darstellt.
iasi hat geschrieben: Sa 06 Jan, 2024 11:03Du als Produzent bekommst unzählige Kurzfilme vorgelegt, die du ansehen sollst. Schau mal, wie viele Festivals Kurzfilme mit Preisen behängen - das ist schon inflationär.
Zum einen war unsere Produktion 1998, da war das alles noch nicht so inflationär, weil technisch und finanziell bedingt, es schlicht und einfach nicht so vielen möglich war ihre filmischen Ideen umzusetzen, schon gar nicht hochklassig auf 35 mm/Cinemascope, mit großen Kamerabewegungssystemen und einer potenten Crew die 4 Grip-/Licht- und Kamera-LKW dabei hatte.

Zum anderen, frag mal Verlage bzw. Lektoren wie viele Einsendungen die bekommen, und andersrum wären sie gekniffen, wenn sie nur sehr wenige Einsendungen bekommen würden, somit bedeutet viel=Auswahl. Sich für die erfolgversprechenden Projekte zu entscheiden, das ist der Job der Produzenten.
iasi hat geschrieben: Sa 06 Jan, 2024 11:03Man muss sich auch immer klar machen, dass ein Filmproduktionsunternehmen profitorientiert arbeiten und das finanzielle Risiko minimal halten muss.
Unterscheidet sich also nicht zu dem Konzept, von dem ich spreche. Nur fällt es eben leichter, wenn man schon 10 Minuten produziert hat und die Qualität des Contents im Vorfeld betrachten kann, also ein klarer Vorteil für das von mir besprochene Konzept.
iasi hat geschrieben: Sa 06 Jan, 2024 11:03Die bisher gedrehten 10% des Films können aus zeitlichen, organisatorischen und rechtlichen Gründen dann eh nicht genutzt werden.
Genau das Gegenteil ist der Fall. Natürlich wurden Verträge hinsichtlich der gewünschten Langfilmproduktion geschlossen.
iasi hat geschrieben: Sa 06 Jan, 2024 11:03Es nutzt natürlich meist auch nichts, einen 90 Minuten-Film in 10 Tagen mal eben runterzudrehen.
Davon sprichst nur du. Wir haben in 10 Tagen 10 Min gedreht. Also 1 Min/Tag. Rechne selbst auf 90 Min hoch. 1Min/Tag war der zeitliche Anspruch, den unser Projekt einnahm, um diese Qualität des 10-Minüters zu erreichen.
iasi hat geschrieben: Sa 06 Jan, 2024 11:03Denn es gilt, einen fertigen Spielfilm zu produzieren, der auch Zuschauer finden kann - also verwertbar ist.
Ja, ebenfalls kein Unterschied zu unserer Produktion.
iasi hat geschrieben: Sa 06 Jan, 2024 11:03Übrigens ist auch das durchschnittliche deutsche Filmbudget von 3 Millionen € für einen SF eigentlich zu wenig und zu viel.
Mit 3 Mio.€ kannst du nichts konkurrenzfähiges drehen, das dann auch die 3 Mio. wieder einspielen kann.
Wie gesagt, die 3 Millionen hast du auf den Tisch gebracht, ich habe die nie erwähnt.

Ich kann sagen, dass wir das Projekt zusammen umgesetzt haben, anstatt nur theoretisch zu lamentieren, wie man es machen könnte.

Machen ist krasser als wollen!

Versuchs doch „einfach“ mal 40 Leute für 50 Tage zu bekommen, die ihre Arbeitszeit in ein höchst-riskantes Projekt stecken.

Ich will ja nur sagen, dass das von mir vorgestellte Konzept den Geldgebern eigentlich nur Vorteile bietet und sich das Risiko für alle, die ihre Arbeit investieren, verringert. Und keins deiner Argumente hat dieses Konzept untergraben können
markusG hat geschrieben: Sa 06 Jan, 2024 09:59 Zumindest das Konzept Kurzfilm -> Spielfilm ist ja nichts exotisches/neues:
Dann spricht es doch für dieses Konzept?! Oder zumindest nicht dagegen?



markusG
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Re: Was bringt der Filmförderungsplan der Verbände?

Beitrag von markusG »

Alex hat geschrieben: Sa 06 Jan, 2024 14:04 Dann spricht es doch für dieses Konzept?! Oder zumindest nicht dagegen?
Nein es war auch eher als Bestätigung gemeint - es ist doch längst gängige Praxis, und nicht nur beim Film - auch zB in der Literatur oder bei Videospielen
:)



Alex
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Re: Was bringt der Filmförderungsplan der Verbände?

Beitrag von Alex »

Frank Glencairn hat geschrieben: Sa 06 Jan, 2024 13:14
Alex hat geschrieben: Do 04 Jan, 2024 16:57 ... gerade für so ein reiches Land wie D.
Nicht mal das ZDF glaubt sowas noch.
Vielleicht biste in einem der am Ende aufgelisteten Länder zufriedener?
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der ... ste_(2021)

Aber das ist, glaube ich, der bessere Thread für dieses Thema:
viewtopic.php?t=153654&hilit=trauriges+deutschland



iasi
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Re: Was bringt der Filmförderungsplan der Verbände?

Beitrag von iasi »

markusG hat geschrieben: Sa 06 Jan, 2024 09:59
Alex hat geschrieben: Sa 06 Jan, 2024 09:23 Ich als Produzent würde viel eher in so ein Projekt investieren, bei dem ich schon einmal einen Teil des fertigen Produktes, quasi ein Prototyp, ansehen kann.
Ich frage mich tatsächlich, warum dieses Modell nicht verbreiteter ist, denn es bietet viel dem Produzenten und allen weiteren potenziellen Partizipanten mehr als nur ein Drehbuch und ein paar Seiten Storyboard.
Zumindest das Konzept Kurzfilm -> Spielfilm ist ja nichts exotisches/neues:

https://www.backstage.com/magazine/arti ... ist-75014/
Die listen hier Filme aus einem Zeitraum von 1997 bis 2022 auf - da ist keine einzige deutsche Produktion dabei.

Vielmehr sind Eigenproduktionen von Spielfilmen, die verhältnismäßig erfolgreich waren, regelmäßig zu Türöffnern geworden.

Bedenkt man dann noch das Verhältnis von Kurzfilmen zu Spielfilmen, die in D gedreht werden, wird ziemlich schnell klar, dass man mit einem Kurzfilm in einem großen See an Kurzfilmen schwimmt. Und eine Menge davon wurden mit Preisen behängt - schließlich kann ja jeder Preise verteilen.

Und nenn mal die Kurzfilme, die nennenswerte Einnahmen erzielt haben.
Wer sich an einem Kurzfilm beteiligt, der denkt ja nicht mal im Ansatz daran, damit auch Geld verdienen zu können.

Ich investiere doch nicht in das Projekt eines Filmemachers, der schon mal einen Kurzfilm gedreht hat.
Ich investiere schon eher in das Projekt eines Filmemachers, der schon einen Film gedreht hat, der Gewinn einspielen konnte.

Ridley Scott hatte schon 2000 erfolgreiche Spots gedreht, aber niemand gab ihm die Möglichkeit einen Spielfilm zu drehen.
Er musste schon selbst aktiv werden, um die Duellisten drehen zu können.

Mit dem DPs ist es doch dasselbe:
Wenn ich eh einen DP bezahlen muss, nehm ich doch nicht einen Anfänger, der vielleicht mal bei einigen Kurzfilmen für das Bild verantwortlich war.



Frank Glencairn
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Re: Was bringt der Filmförderungsplan der Verbände?

Beitrag von Frank Glencairn »

Alex hat geschrieben: Sa 06 Jan, 2024 14:15
Vielleicht biste in einem der am Ende aufgelisteten Länder zufriedener?
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der ... ste_(2021)
Solche albernen Listen sind völlig ungeeignet um die Realität zu beschreiben.
Sapere aude - de omnibus dubitandum



Alex
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Re: Was bringt der Filmförderungsplan der Verbände?

Beitrag von Alex »

Frank Glencairn hat geschrieben: Sa 06 Jan, 2024 16:06
Alex hat geschrieben: Sa 06 Jan, 2024 14:15
Vielleicht biste in einem der am Ende aufgelisteten Länder zufriedener?
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der ... ste_(2021)
Solche albernen Listen sind völlig ungeeignet um die Realität zu beschreiben.
Dann mach die Liste zu und mach die Augen auf, guck in die Welt und dann erklär mir wie schlecht es uns im weltweiten Vergleich geht. Wie gesegnet man schon durch Geburt sein kann in einem Land wie Deutschland leben zu dürfen und nicht einfach Pech gehabt hat und in Somalia o.ä. geboren sein zu müssen. Ich hab viele Teile der Erde besucht, in denen es den Menschen materiell echt beschissen geht, die ums tägliche Überleben kämpfen, unterdrückt und versklavt werden. Die fehlende Demut mancher trotz all den Möglichkeiten, die uns umgeben, kotzt mich dermaßen an. Wir haben so viel. Und jeder der glaubt seine Möglichkeiten schon komplett ausgeschöpft zu haben, der kann gerne die Hand heben.
Sorry, Frank, auf diese Diskussion lasse ich mich nicht ein. Können wir mal bei nem Bier am Stammtisch machen, aber ich brauch das hier nicht und schreib dazu auch nix mehr, schon gar nicht in dem Thread.



iasi
Beiträge: 25405

Re: Was bringt der Filmförderungsplan der Verbände?

Beitrag von iasi »

Alex hat geschrieben: Sa 06 Jan, 2024 14:04
iasi hat geschrieben: Sa 06 Jan, 2024 11:03Da hat jemand 20.000€ in 10 Minuten seines Films investiert und will nun, dass ein "Produzent" 3 Millionen investieren.
Genau. Nur war nie eine genaue Summe im Gespräch, die hast du dazu gedichtet.
Das durchschnittliche Budget für deutsche Filmproduktionen liegt nun einmal bei ca. 3 Millionen €.
Wenn du einen Geldgeber willst, der einen Film finanziert, dann wird der mit einer Bandbreite um die 3 Mio. kalkulieren.
Bei solch einer Produktion läuft dann nichts mehr mit Rückstellungsverträgen etc.

Alex hat geschrieben: Sa 06 Jan, 2024 14:04
iasi hat geschrieben: Sa 06 Jan, 2024 11:03Das ist wie ein Kleinstwagen-Prototyp für eine Mittelklasseproduktion.
Nein. Das ist wie das Konzept zu einem Auto, wobei 10 % der Teile schon fertig sind und nicht mehr entwickelt und hergestellt werden müssen. "Mittelklasse" hast du wieder dazugedichtet, keine Ahnung warum? Um das Projekt ohne es zu kennen zu schmälern? Warum?
Die 10% des Films kann für eine Produktion nicht genutzt werden. Niemand wird mal eben 3 Millionen überweisen und sagen, macht mal die restlichen 90%.
Da wird ein Produktionsunternehmen die gesamte Produktion neu beginnen und auch entsprechende Verträge abschließen, die ja zuvor mit den Beteiligten gar nicht bestanden.
Alex hat geschrieben: Sa 06 Jan, 2024 14:04 Wir haben bei diesem Projekt auf höchstem Niveau gedreht, wie ich es in D selten gesehen habe. Das war alles andere als "Mittelklasse", das war aus den vollen Schöpfen, mit hochwertigem Personal und Technik. Alleine die technische Vorbereitung dauerte mehrere Wochen, von der inhaltlichen ganz zu schweigen.
Und doch erfüllt der ganze Produktionsablauf nicht die Standards. Wie willst du das denn rechtlich alles regeln?
Wie z.B. die Verträge mit den Beteiligten.
Dann dauert die Vorbereitung der Spielfilmproduktion - u.a. die Finanzierung inkl. Filmförderungsverfahren - so viel Zeit, dass du auch praktisch nicht mehr da ansetzen könntest, wo ihr aufgehört hattet.

Wenn da z.B. auch nur ein Kinderdarsteller beteilgt war, müsstest du dessen Szenen sowieso alle nochmal neu drehen - die Kleinen neigen zum Wachstum.
Alex hat geschrieben: Sa 06 Jan, 2024 14:04
iasi hat geschrieben: Sa 06 Jan, 2024 11:03Ein Produzent investiert nicht sein eigenes Geld - er verwaltet und steuert nur den Herstellungsprozess. Die Filmfinanzierung übernehmen Produktionsunternehmen - letztlich sind das darauf spezialisierte Investmentunternehmen.
Der Prozess kann auch anders sein, spielt aber keine Rolle, denn das von mir beschriebene Konzept kann den gleichen Prozess wie jeder andere Film durchgehen, nur dass in meinem Fall das proof of concept schon beilegt, was ein Vorteil für alle Beteiligten darstellt.
Wenn dir jemand einen Kurzfilm vorlegt und sagt: "Ich kann dir einen Spielfilm in dieser Art drehen." bedeutet das doch noch nicht, dass der Spielfilm erfolgreich sein wird. Holst du dir nicht erfahrene Leute und lässt die dann diesen Spielfilm drehen?
Versetz dich immer in die Position des Geschäftsführers eines Produktionsunternehmens.

Ich frage mich zudem auch, weshalb die Beteiligten denn nicht den Rest des Weges gegangen sind und selbst in die Fertigstellung des Spielfilms investiert haben, wenn sie von dessen Erfolg überzeugt waren?
Wenn Crew, Darsteller und Verleihfirma ihre Gagen, ihre Verleihmieten, ihr Geld in die Produktion des Spielfilmes gesteckt hätten, wäre es vielleicht auch möglich gewesen noch einen außenstehenden Investor zu gewinnen, der einen Teil des Budgets beiträgt.
Alex hat geschrieben: Sa 06 Jan, 2024 14:04
iasi hat geschrieben: Sa 06 Jan, 2024 11:03Du als Produzent bekommst unzählige Kurzfilme vorgelegt, die du ansehen sollst. Schau mal, wie viele Festivals Kurzfilme mit Preisen behängen - das ist schon inflationär.
Zum einen war unsere Produktion 1998, da war das alles noch nicht so inflationär, weil technisch und finanziell bedingt, es schlicht und einfach nicht so vielen möglich war ihre filmischen Ideen umzusetzen, schon gar nicht hochklassig auf 35 mm/Cinemascope, mit großen Kamerabewegungssystemen und einer potenten Crew die 4 Grip-/Licht- und Kamera-LKW dabei hatte.

Zum anderen, frag mal Verlage bzw. Lektoren wie viele Einsendungen die bekommen, und andersrum wären sie gekniffen, wenn sie nur sehr wenige Einsendungen bekommen würden, somit bedeutet viel=Auswahl. Sich für die erfolgversprechenden Projekte zu entscheiden, das ist der Job der Produzenten.
Produzenten entwickeln und begleiten erfolgversprechende Projekte.
Produktionsfirmen investieren in erfolgversprechende Projekte.

Filme verkaufen ist ein Geschäft. Das Problem ist nur, dass die keine Ahnung haben, wie man Filme verkauft. Deswegen versuchen sie, Filme zu machen, in die Leute reingehen, ohne dass sie ihnen groß verkauft werden müssen. Darin sehe ich das eigentliche Problem. Die verlieren das Interesse, sobald sie es mal nicht mit einem Film zu tun haben, den man nur in die Kinos bringen muss und die Leute kommen in Scharen.
– George Lucas

Man muss die Produktionsfirmen aber auch verstehen. Kommen die Leute nicht in Scharen sind sie pleite.
Alex hat geschrieben: Sa 06 Jan, 2024 14:04
iasi hat geschrieben: Sa 06 Jan, 2024 11:03Man muss sich auch immer klar machen, dass ein Filmproduktionsunternehmen profitorientiert arbeiten und das finanzielle Risiko minimal halten muss.
Unterscheidet sich also nicht zu dem Konzept, von dem ich spreche. Nur fällt es eben leichter, wenn man schon 10 Minuten produziert hat und die Qualität des Contents im Vorfeld betrachten kann, also ein klarer Vorteil für das von mir besprochene Konzept.
iasi hat geschrieben: Sa 06 Jan, 2024 11:03Die bisher gedrehten 10% des Films können aus zeitlichen, organisatorischen und rechtlichen Gründen dann eh nicht genutzt werden.
Genau das Gegenteil ist der Fall. Natürlich wurden Verträge hinsichtlich der gewünschten Langfilmproduktion geschlossen.
Aber nicht mit der Produktionsfirma, die in den Film investieren soll.
Da bestanden sicherlich keine den tariflichen Anforderungen gemäße Verträge mit den Beteiligten. Oder wie sah es denn z.B. mit euren Urlaubsansprüchen aus? :)
Alex hat geschrieben: Sa 06 Jan, 2024 14:04
iasi hat geschrieben: Sa 06 Jan, 2024 11:03Es nutzt natürlich meist auch nichts, einen 90 Minuten-Film in 10 Tagen mal eben runterzudrehen.
Davon sprichst nur du. Wir haben in 10 Tagen 10 Min gedreht. Also 1 Min/Tag. Rechne selbst auf 90 Min hoch. 1Min/Tag war der zeitliche Anspruch, den unser Projekt einnahm, um diese Qualität des 10-Minüters zu erreichen.
Ihr hattet euch für eine Produktion dieses Umfangs entscheiden.
90 Drehtage sind für deutsche Verhältnisse sehr viel - das Dreifache eines Tatorts.
Entsprechend müsste eine Produktionsfirma das Budget sogar weit höher ansetzen als die durchschnittlichen 3 Mio.€.
Alex hat geschrieben: Sa 06 Jan, 2024 14:04
iasi hat geschrieben: Sa 06 Jan, 2024 11:03Denn es gilt, einen fertigen Spielfilm zu produzieren, der auch Zuschauer finden kann - also verwertbar ist.
Ja, ebenfalls kein Unterschied zu unserer Produktion.
Ihr hattet einen 10 Minuten-Kurzfilm, der nicht in die Verwertungskette passt.
Egal wie gut er ist, aber so findet er keine Zuschauer.
Das war schon früher so. Damals versuchte man es mit z.B. der "Kurzfilmrolle" oder im Nachtprogramm der ÖR zumindest einige Zuschauer zu erreichen.
Alex hat geschrieben: Sa 06 Jan, 2024 14:04
iasi hat geschrieben: Sa 06 Jan, 2024 11:03Übrigens ist auch das durchschnittliche deutsche Filmbudget von 3 Millionen € für einen SF eigentlich zu wenig und zu viel.
Mit 3 Mio.€ kannst du nichts konkurrenzfähiges drehen, das dann auch die 3 Mio. wieder einspielen kann.
Wie gesagt, die 3 Millionen hast du auf den Tisch gebracht, ich habe die nie erwähnt.

Ich kann sagen, dass wir das Projekt zusammen umgesetzt haben, anstatt nur theoretisch zu lamentieren, wie man es machen könnte.

Machen ist krasser als wollen!
Wenn das Ergebnis dann am Ende DVDs in den Regalen der Beteiligten ist, scheint es mir vergebliche Mühe.
Alex hat geschrieben: Sa 06 Jan, 2024 14:04
Versuchs doch „einfach“ mal 40 Leute für 50 Tage zu bekommen, die ihre Arbeitszeit in ein höchst-riskantes Projekt stecken.
Aber du erwartest doch, dass ein Fremder sein Geld in dieses höchst-riskante Projekt steckt?
Wenn den Beteiligten schon der Glaube an den Erfolg fehlt, wie sollen dann Investoren davon überzeugt werden.

10 Tage krasse Freizeitbeschäftigung beim Kurzfilmdreh oder die Produktion eines Filmes, der auch ein breites Publikum erreichen soll.
Das ist die Entscheidung, die die Beteiligten treffen müssen.

Ganz oder gar nicht, kann dann die Devise nur lauten.
Alex hat geschrieben: Sa 06 Jan, 2024 14:04 Ich will ja nur sagen, dass das von mir vorgestellte Konzept den Geldgebern eigentlich nur Vorteile bietet und sich das Risiko für alle, die ihre Arbeit investieren, verringert. Und keins deiner Argumente hat dieses Konzept untergraben können
Das Resultat hat dieses Konzept untergraben:

Die Beteiligten hatten eine krasse Dreherfahrung und eine DVD - mehr nicht.
Und das finde ich sehr bedauerlich.

Es wird immer von "Profis" geredet. Einen Profi zeichnet aber vor allem die Gewinnabsicht aus - also als Ergebnis einen Film, der von möglichst vielen Zuschauern gesehen wird.

Jeder sollte sich doch mal ernsthaft und ehrlich fragen, weshalb er sich an einem Kurzfilmprojekt beteiligt.



Alex
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Re: Was bringt der Filmförderungsplan der Verbände?

Beitrag von Alex »

Ich glaube der Rest des Forums verdreht schon die Augen wegen unseres Zitat-Bashings - egal, mitgehangen – mitgefangen :D
iasi hat geschrieben: Sa 06 Jan, 2024 16:59 Bei solch einer Produktion läuft dann nichts mehr mit Rückstellungsverträgen etc.
Wozu auch, es soll ja Budget da sein, dafür haben wir 10 Tage investiert um das zu erreichen.
iasi hat geschrieben: Sa 06 Jan, 2024 16:59Die 10% des Films kann für eine Produktion nicht genutzt werden. Niemand wird mal eben 3 Millionen überweisen und sagen, macht mal die restlichen 90%.
Da wird ein Produktionsunternehmen die gesamte Produktion neu beginnen und auch entsprechende Verträge abschließen, die ja zuvor mit den Beteiligten gar nicht bestanden.
Warum? Nochmal: Es wurden mit allen Beteiligten entsprechende Verträge hinsichtlich der späteren Verwertung in einem Langfilm geschlossen. Das war von Anfang an der Plan.
iasi hat geschrieben: Sa 06 Jan, 2024 16:59Und doch erfüllt der ganze Produktionsablauf nicht die Standards. Wie willst du das denn rechtlich alles regeln?
Wie z.B. die Verträge mit den Beteiligten.
Die Rechte für die weitere Verwertung wurden mit den Verträgen eingeholt. Somit hätte man sich nur um die kommende Langproduktion kümmern müssen. Also wie bei jedem anderen Film auch.
iasi hat geschrieben: Sa 06 Jan, 2024 16:59Dann dauert die Vorbereitung der Spielfilmproduktion - u.a. die Finanzierung inkl. Filmförderungsverfahren - so viel Zeit, dass du auch praktisch nicht mehr da ansetzen könntest, wo ihr aufgehört hattet.
Wieso nicht? Der Kurzfilm ist ein Rückblick im Langfilm. Zwischen den Produktionen darf gerne Zeit verstrichen sein.
iasi hat geschrieben: Sa 06 Jan, 2024 16:59Dann Wenn da z.B. auch nur ein Kinderdarsteller beteilgt war, müsstest du dessen Szenen sowieso alle nochmal neu drehen - die Kleinen neigen zum Wachstum.
Hatten keine Kinder. Aber auch da, siehe letzte Antwort.
iasi hat geschrieben: Sa 06 Jan, 2024 16:59Wenn dir jemand einen Kurzfilm vorlegt und sagt: "Ich kann dir einen Spielfilm in dieser Art drehen." bedeutet das doch noch nicht, dass der Spielfilm erfolgreich sein wird.
Das weißt du bei keinem Film ob der erfolgreich sein wird. Wo war jetzt genau der Nachteil, dass wir schon eine Arbeitsprobe beigelegt haben die sich nahtlos in den Langfilm einbauen lässt?
Wir geben ja etwas zusätzliches obendrauf! Wir bieten nicht weniger als jeder andere der einen Film finanziert haben will…Wir bieten mehr.
iasi hat geschrieben: Sa 06 Jan, 2024 16:59Holst du dir nicht erfahrene Leute und lässt die dann diesen Spielfilm drehen?
Versetz dich immer in die Position des Geschäftsführers eines Produktionsunternehmens.
Soll sich der Produzent doch holen wen er will. Wenn ihm die 10 Min gefallen, weiß er ja wer es gemacht hat und wer es kann. Es ging darum den Langfilm zu finanzieren, nicht die Truppe 1:1 mitzunehmen, obwohl sich sicher jeder darüber gefreut hätte ein Angebot für den ganzen Film zu bekommen. Aber das war kein „muss“.
iasi hat geschrieben: Sa 06 Jan, 2024 16:59Ich frage mich zudem auch, weshalb die Beteiligten denn nicht den Rest des Weges gegangen sind und selbst in die Fertigstellung des Spielfilms investiert haben, wenn sie von dessen Erfolg überzeugt waren?
Wenn Crew, Darsteller und Verleihfirma ihre Gagen, ihre Verleihmieten, ihr Geld in die Produktion des Spielfilmes gesteckt hätten, wäre es vielleicht auch möglich gewesen noch einen außenstehenden Investor zu gewinnen, der einen Teil des Budgets beiträgt.
Versuch doch mal 40 Leute für 10 Tage+ (in Wahrheit waren es ja 10 Nächte(!)) zu bekommen. Oder „nur“ 10 Leute für 3 Tage, die es riskieren für lau zu arbeiten. Versuch es einfach mal, dann stellst du vielleicht weniger solche Fragen die sich nur Theoretiker einfallen lassen können ;)
iasi hat geschrieben: Sa 06 Jan, 2024 16:59Produzenten entwickeln und begleiten erfolgversprechende Projekte.
Produktionsfirmen investieren in erfolgversprechende Projekte.

Filme verkaufen ist ein Geschäft. Das Problem ist nur, dass die keine Ahnung haben, wie man Filme verkauft. Deswegen versuchen sie, Filme zu machen, in die Leute reingehen, ohne dass sie ihnen groß verkauft werden müssen. Darin sehe ich das eigentliche Problem. Die verlieren das Interesse, sobald sie es mal nicht mit einem Film zu tun haben, den man nur in die Kinos bringen muss und die Leute kommen in Scharen.
– George Lucas

Man muss die Produktionsfirmen aber auch verstehen. Kommen die Leute nicht in Scharen sind sie pleite.
Und? Was hat das genau mit diesem Konzept zu tun? Nix.
Oder andersrum, was benachteiligt unsere Vorgehensweise?
Wir bieten nicht nur eine fiktive Vision des Filmes anhand Drehbücher und Storyboards, wir visualisieren sie! Jeder Produzent hat dadurch ganz klar vor Augen welches Ziel angestrebt wird und es wird ihm gezeigt, dass das kein Luftschloss, sondern bereits produzierte Realität ist.
iasi hat geschrieben: Sa 06 Jan, 2024 16:59Aber nicht mit der Produktionsfirma, die in den Film investieren soll.
Da bestanden sicherlich keine den tariflichen Anforderungen gemäße Verträge mit den Beteiligten. Oder wie sah es denn z.B. mit euren Urlaubsansprüchen aus? :)
Das weiß ich im Detail nicht mehr. Wir haben normale Rückstellungsverträge mit der Filmgeschäftsführung geschlossen, aber das ist 27 Jahre her. Das waren fähige Leute die ihren Job gewissenhaft gemacht haben, ich denke nicht, dass etwas unstimmig war, das eine Langproduktion im Anschluss kompromittiert hätte.
iasi hat geschrieben: Sa 06 Jan, 2024 16:59Ihr hattet euch für eine Produktion dieses Umfangs entscheiden.
90 Drehtage sind für deutsche Verhältnisse sehr viel - das Dreifache eines Tatorts.
Entsprechend müsste eine Produktionsfirma das Budget sogar weit höher ansetzen als die durchschnittlichen 3 Mio.€.
Ich weiß die angestrebten Produktionskosten nicht. Aber wenn der Durchschnitt 3 Millionen ist, dann gibt´s ja wohl auch Produktionen mit mehr als 3 Millionen.
iasi hat geschrieben: Sa 06 Jan, 2024 16:59Ihr hattet einen 10 Minuten-Kurzfilm, der nicht in die Verwertungskette passt.
Egal wie gut er ist, aber so findet er keine Zuschauer.
Das war schon früher so. Damals versuchte man es mit z.B. der "Kurzfilmrolle" oder im Nachtprogramm der ÖR zumindest einige Zuschauer zu erreichen.
Nochmal: Der Kurzfilm war nie dazu gedacht solo vermarktet zu werden, auch nicht auf Festivals. Er wurde gedreht um ihn Geldgebern zu präsentieren. Dass man mit Kurzfilmen dieser Machart und Länge keinen Gewinn erzielen kann, war uns allen klar.
iasi hat geschrieben: Sa 06 Jan, 2024 16:59Wenn das Ergebnis dann am Ende DVDs in den Regalen der Beteiligten ist, scheint es mir vergebliche Mühe.
Nur kennt man das Ergebnis im Vorfeld nicht, gell Homer? :D

iasi hat geschrieben: Sa 06 Jan, 2024 16:59Aber du erwartest doch, dass ein Fremder sein Geld in dieses höchst-riskante Projekt steckt?
Ja genau, wie bei jedem anderen Filmprojekt auch.
iasi hat geschrieben: Sa 06 Jan, 2024 16:59Wenn den Beteiligten schon der Glaube an den Erfolg fehlt, wie sollen dann Investoren davon überzeugt werden.
Nein, nicht der Glaube, das Geld hat gefehlt. Der Aufwand für den ganzen Film ist zu groß für Menschen die laufende Kosten haben. Aber das Thema wurde in nem anderen Thread mit deiner Beteiligung schon ordentlich durchgekaut.
iasi hat geschrieben: Sa 06 Jan, 2024 16:59Wenn 10 Tage krasse Freizeitbeschäftigung beim Kurzfilmdreh oder die Produktion eines Filmes, der auch ein breites Publikum erreichen soll.
Das ist die Entscheidung, die die Beteiligten treffen müssen.

Ganz oder gar nicht, kann dann die Devise nur lauten.
Geht halt nicht aus bereits genannten Gründen. Was aber geht:
a) Mit einem Drehbuch zum Produzenten zu gehen oder
b) Mit einem Drehbuch zum Produzenten zu gehen und zusätzlich 10 der 90 Minuten zu präsentieren
Welches Modell fändest du als Produzent denn attraktiver?
iasi hat geschrieben: Sa 06 Jan, 2024 16:59Das Resultat hat dieses Konzept untergraben:

Die Beteiligten hatten eine krasse Dreherfahrung und eine DVD - mehr nicht.
Und das finde ich sehr bedauerlich.
Ich auch, aber wir habens versucht. „Never try“, wäre besser, Homer?
iasi hat geschrieben: Sa 06 Jan, 2024 16:59Es wird immer von "Profis" geredet. Einen Profi zeichnet aber vor allem die Gewinnabsicht aus - also als Ergebnis einen Film, der von möglichst vielen Zuschauern gesehen wird.

Jeder sollte sich doch mal ernsthaft und ehrlich fragen, weshalb er sich an einem Kurzfilmprojekt beteiligt.
Das hab ich jetzt schon mehrfach geschrieben, hochscrollen falls noch Fragen offen sind. Und eins am Rande: Alle waren Profis. Da waren keine Neulinge oder Leute, die eine Hierarchiestufe nach oben „gefallen“ sind, wie es bei anderen Kurzfilmprojekten üblich ist. Wir hatten in allen Departments Leute, die ihren Lebensunterhalt genau damit verdienen, die auch ihre Rolle beim Kurzfilm waren.

Was ich an deiner Argumentation null verstehen kann, dass es sich bei unserer Herangehensweise Geldgeber für einen Langfilm zu finden in keiner Weise von einem „herkömmlichen“ Prozedere abweicht, bis auf den Unterschied, dass wir zusätzlich 10 Min fertigen Film beigelegt haben. Alles andere kann genau so laufen, wie du es gerne in deinem Standard-Protokoll für Finanzierung eines Spielfilmes hättest. 10 Tage war uns das wert zu investieren, aber das war schon hart an der Schmerzgrenze.



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