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Deutscher Look



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iasi
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Deutscher Look

Beitrag von iasi » So 16 Dez, 2018 09:33

Auf zwei internationale Produktionen folgte bei den ÖR dieses Wochenende jeweils eine Vorschau auf einen deutschen Film.
Ich dachte mir: Schau schau - der Hintergrund zeigt ja schöne weiche "cinematische" Unschärfe, aber dennoch sieht das "deutsch" aus ... und im Vergleich zu der internationalen Produktion eben schlicht ...




Frank Glencairn
Beiträge: 10243

Re: Deutscher Look

Beitrag von Frank Glencairn » So 16 Dez, 2018 10:12

Kamera zu hoch, Objektiv zu weit, Licht zu schlecht, Setdesign kaum vorhanden.




dosaris
Beiträge: 1042

Re: Deutscher Look

Beitrag von dosaris » So 16 Dez, 2018 10:17

Frank Glencairn hat geschrieben:
So 16 Dez, 2018 10:12
Kamera zu hoch, Objektiv zu weit, Licht zu schlecht, Setdesign kaum vorhanden.
auf was bezog sich dies jetzt konkret?




ffm
Beiträge: 192

Re: Deutscher Look

Beitrag von ffm » So 16 Dez, 2018 10:36

Vermutlich auf Kamera, Objektiv, Licht und Setdesign




dosaris
Beiträge: 1042

Re: Deutscher Look

Beitrag von dosaris » So 16 Dez, 2018 11:23

ffm hat geschrieben:
So 16 Dez, 2018 10:36
Vermutlich auf Kamera, Objektiv, Licht und Setdesign
in welchen Filmen?

(nu sach nich: ALLE)




Frank Glencairn
Beiträge: 10243

Re: Deutscher Look

Beitrag von Frank Glencairn » So 16 Dez, 2018 11:27

So gut wie alle - auch wenn ich Till Schweiger nicht ausstehen kann, er ist einer der wenigen, die wenigstens visuell, Material auf halbwegs internationalem Niveau produzieren. "You are Wanted" war auch recht gut. Dark hatte wenigstens ein gutes Setdesign, Grading und weitgehend ordentliche Kameraarbeit, ansonsten wird die Luft recht dünn.




iasi
Beiträge: 13960

Re: Deutscher Look

Beitrag von iasi » So 16 Dez, 2018 11:35

Ich glaube, die hatten auch eine Kamera von Arri genutzt - wie üblich im Heimatland der Arris.

Nahaufnahmen, wie beim Film zuvor.

Handwerklich passt wohl alles.
Vielleicht auch einfach zu sehr, denn auch die dunkelste Ecke hat Zeichnung. Alles ist schön gleichmäßig ausgeleuchtet. Weiß ist weiß. ...




dosaris
Beiträge: 1042

Re: Deutscher Look

Beitrag von dosaris » So 16 Dez, 2018 12:29

Frank Glencairn hat geschrieben:
So 16 Dez, 2018 11:27
...Material auf halbwegs internationalem Niveau produzieren.
ein look kann ja nie "RICHTIG" sein, immer nur paradigmatisch konform.
( DOGMA zB finde ich grauslich, handwerkliche Fehler mal außen vor gelassen)

Objektiv zu weit

Objektiv zu weit entfernt (also zu tele) od zu WEITwinkelig (also Objektiv zu nah)?
ein paar konkrete/fassbare Kriterien wären schon ganz interessant,
(nicht nur Beispiele, die man aktuell kaum nachvollziehen kann)




7River
Beiträge: 1250

Re: Deutscher Look

Beitrag von 7River » So 16 Dez, 2018 13:16

„Der Hauptmann“ ist doch auch eine deutsche Produktion. Also den fand ich schon mal vom Look her sehr gelungen.
„Wissen Sie, Ryback, aussehen tut's köstlich. Aber riechen tut's wie Schweinefraß. Ich hab' Ihren Scheiß lang genug geduldet. Nur weil der Captain die Art liebt, wie Sie kochen. Aber dieses eine Mal ist er nicht hier und wird Ihnen nicht helfen können.“




Frank Glencairn
Beiträge: 10243

Re: Deutscher Look

Beitrag von Frank Glencairn » So 16 Dez, 2018 14:06

dosaris hat geschrieben:
So 16 Dez, 2018 12:29


Objektiv zu weit

Objektiv zu weit entfernt (also zu tele) od zu WEITwinkelig (also Objektiv zu nah)?
Zu weitwinklig und dadurch zu nah dran (vermeintlich weil der Zuschauer dann angeblich mittendrin ist - is natürlich quatsch und sieht gewollt aus)

Beispiel Tatort - zu weit, Exterior hässlich ausgebrannt, beschissenes Licht, kein Setdesign, "realistische" Farben vs. Daredevil - längere Brennweite, nicht so nah dran, Gesicht wird nicht verzerrt, Fenster überstrahlen (Hampshire Frost), sind aber nicht hässlich ausgebrannt, Farbkonzept, Setdesign.

Bild

Bild




rotwang
Beiträge: 18

Re: Deutscher Look

Beitrag von rotwang » So 16 Dez, 2018 14:17

HONIG IM KOPF Trailer (2019)
Wenn man überstrahlten Look mag:
https://youtu.be/wonis29i0mQ




-paleface-
Beiträge: 2793

Re: Deutscher Look

Beitrag von -paleface- » So 16 Dez, 2018 15:51

Wir können auch Kino.

Hier z.B. U-900:



Inhaltlich kann man drüber denken was man mag. Aber optisch super.

Wir haben da damals aber auch auf 35mm gedreht und das macht meiner Meinung einfach viel aus. Hab ich ja jetzt schon öfters gesagt.
Damit meine ich vor allem was nach dem Dreh mit dem Material gemacht wird. Also....POST! ;-)
www.mse-film.de | Kurzfilme & Videoclips

www.daszeichen.de | Filmproduktion & Postproduktion




iasi
Beiträge: 13960

Re: Deutscher Look

Beitrag von iasi » So 16 Dez, 2018 16:33

Frank Glencairn hat geschrieben:
So 16 Dez, 2018 14:06
dosaris hat geschrieben:
So 16 Dez, 2018 12:29


Objektiv zu weit

Objektiv zu weit entfernt (also zu tele) od zu WEITwinkelig (also Objektiv zu nah)?
Zu weitwinklig und dadurch zu nah dran (vermeintlich weil der Zuschauer dann angeblich mittendrin ist - is natürlich quatsch und sieht gewollt aus)

Beispiel Tatort - zu weit, Exterior hässlich ausgebrannt, beschissenes Licht, kein Setdesign, "realistische" Farben vs. Daredevil - längere Brennweite, nicht so nah dran, Gesicht wird nicht verzerrt, Fenster überstrahlen (Hampshire Frost), sind aber nicht hässlich ausgebrannt, Farbkonzept, Setdesign.

Bild

Bild
Man kann noch weiter gehen:

Der grüne Vorhang und die rote Tapette drängen sich regelrecht ins Bild.
Bildkomposition? Fehlanzeige.
Wenn wenigstens im Grading noch etwas abgemildert worden wäre.

Bei Daredevil ist der Hintergund farblich zurückgenommen und in klarem Farbkontrast zur Hauptfigur. Ansonsten viel räumlicherer Bildaufbau.




Darth Schneider
Beiträge: 4527

Re: Deutscher Look

Beitrag von Darth Schneider » So 16 Dez, 2018 17:56

Also dieser deutsche Look und das ganze darumherum war und ist immer noch Toll, finde ich.
Tolle Serie, hab nie verstanden warum das eingestellt wurde, das war besser gemacht als die erste Star Trek Serie.
Von der Idee, über die Umsetzung, die Effekte, Bilder, das Setdesign, nicht zu vergessen, die Schauspieler und natürlich die Musik, einfach genial.

Ich denke Bully Herbig sollte ein Kino Remake davon machen, das käme sehr gut.
Gruss Boris
„Nothing travels faster than the speed of light, with the possible exception of bad news, which obeys its own special laws.“
Douglas Adams




DAF
Beiträge: 374

Re: Deutscher Look

Beitrag von DAF » So 16 Dez, 2018 18:13

Darth Schneider hat geschrieben:
So 16 Dez, 2018 17:56
... das Setdesign, ...
Vor allem der Bügeleisengriff, mit dem sie ihr Raumschschiff fliegen. Unübertroffen!
Für die Serie ist der Begriff Kult erst erfunden worden ;)))
Grüße DAF

Konfuzius sagt: Wer seinen Kopf in den Sand steckt, bringt seinen Arsch in eine verdammt gefährliche Position




klusterdegenerierung
Beiträge: 14632

Re: Deutscher Look

Beitrag von klusterdegenerierung » So 16 Dez, 2018 18:28

Frank Glencairn hat geschrieben:
So 16 Dez, 2018 14:06
Beispiel Tatort - zu weit, Exterior hässlich ausgebrannt, beschissenes Licht, kein Setdesign, "realistische" Farben vs. Daredevil - längere Brennweite, nicht so nah dran, Gesicht wird nicht verzerrt, Fenster überstrahlen (Hampshire Frost), sind aber nicht hässlich ausgebrannt, Farbkonzept, Setdesign.
Links Rechts einen LED Strahler ins Gesicht und fertig is der geile Krimi.
"Faulheit ist der Tod der Fantasie!"




iasi
Beiträge: 13960

Re: Deutscher Look

Beitrag von iasi » So 16 Dez, 2018 18:41

Es gibt schon so manche deutsche Produktion, die international mithalten kann - und oft auch ganz vorn mitspielt. Gernot Roll oder Jost Vacano sind nur 2 von vielen, die gute Bilder liefern konnten/können.

Aber irgendwie hat man heute viel zu oft den Eindruck, dass meist "etwas nicht stimmt".




klusterdegenerierung
Beiträge: 14632

Re: Deutscher Look

Beitrag von klusterdegenerierung » So 16 Dez, 2018 19:17

Für mich immer ein gutes Beispiel was geht, ich das finstere Tal von Andreas Prochaska, toller Film, was im miesen Trailer leider garnicht rüber kommt.

"Faulheit ist der Tod der Fantasie!"




dosaris
Beiträge: 1042

Re: Deutscher Look

Beitrag von dosaris » So 16 Dez, 2018 22:30

Darth Schneider hat geschrieben:
So 16 Dez, 2018 17:56
Von der Idee, über die Umsetzung, die Effekte, Bilder, das Setdesign, nicht zu vergessen, die Schauspieler und natürlich die Musik, einfach genial.
besonders die "HiTech-"Bleistift-Spitzer und Bügeleisen als Steuerzentrale:
DER Knaller schlechthin.

ok,
ihr fokusiert Euch also vorweigend auf TV-Produktionen.
Interessant wäre natürlich, bei welcher Produktions-Firma sich die Probleme besonders häufen.
Spielfilme werden ja fast alle extern produziert. (siehe Abspann)




Frank Glencairn
Beiträge: 10243

Re: Deutscher Look

Beitrag von Frank Glencairn » Mo 17 Dez, 2018 00:22

klusterdegenerierung hat geschrieben:
So 16 Dez, 2018 19:17
Für mich immer ein gutes Beispiel was geht, ich das finstere Tal von Andreas Prochaska, toller Film, was im miesen Trailer leider garnicht rüber kommt.
Zwar österreichisch, aber gehört eindeutig mit zu den besten deutschsprachigen Produktionen die ich in den letzten Jahren gesehen habe. Der Film ist IMHO völlig unterschätzt




thos-berlin
Beiträge: 2446

Re: Deutscher Look

Beitrag von thos-berlin » Mo 17 Dez, 2018 10:50

Bei Orion kamen auch Wasserhähne (Wasserauslass) in der Komandobrücke zum Einsatz. Die Nutzung existierender Gerätschaften für andere Zwecke kennen wir ja auch aus Star Wars. Hier tat eine Grass Valley Mischekonsole auf dem Todesstern Dienst. Ob das eine tiefere Bedeutung hatte ? .....

Ich hätte mir auch mehr Orion-Folgen gewünscht, aber die Geschichte war ja eher wie die Haryy-Potter-Serie auf ein echtes Finale ausgerichtet. Wie hätte man da die Handlung wieder aufnehmen sollen?
Offensichtlich war man in Deutschland nicht auf dem SciFi-Trip, sonst hätte man die Serie länger angelegt. (Kann ich nicht beurteilen, bei Erstausstrahlung konnte ich gerad laufen....)
Gruß
thos-berlin




Axel
Beiträge: 12819

Re: Deutscher Look

Beitrag von Axel » Mo 17 Dez, 2018 11:37

Frank Glencairn hat geschrieben:
So 16 Dez, 2018 14:06
Beispiel Tatort - zu weit, Exterior hässlich ausgebrannt, beschissenes Licht, kein Setdesign, "realistische" Farben vs. Daredevil - längere Brennweite, nicht so nah dran, Gesicht wird nicht verzerrt, Fenster überstrahlen (Hampshire Frost), sind aber nicht hässlich ausgebrannt, Farbkonzept, Setdesign.
Oder so ausgedrückt: weil es eine Abteilung gibt, die sich Gedanken über die Wirkung dieser Elemente macht - im Vorfeld und in Zusammenarbeit mit den anderen Abteilungen und im Hinblick auf ein zuvor gemeinsam definiertes Ziel - ist man woanders stilsicher, während in D alles ziemlich beliebig wirkt. Auch "realistisch" genannt. In Alfonso Cuaróns Roma, seit drei Tagen auf Netflix, ist der Stilwille schon aufdringlich (nebenbei: Schwarzweiß in Dolbyvision? Seltsam) und erdrückt fast die kleine, intime Geschichte. Viel ist schon gewonnen, wenn man alle Ablenkungen im Hintergrund und Vordergrund ausblendet, Dinge, die die Geschichte nicht unterstützen. Andererseits ist die spießige Etagenwohnung mit dem trübseligen Balkonausblick und den unsympathischen Gestalten vor erbarmungslosem Reporter-Weitwinkel vielleicht der deutsche Stil, und wenn in hundert Jahren eine Art Babylon Berlin 2018 gedreht wird, versucht man verzweifelt, dieses Grauen atmosphärisch zu rekonstruieren ;-)
Na und? Im Fernsehen wird ja auch alles wiederholt ...




Gore
Beiträge: 93

Re: Deutscher Look

Beitrag von Gore » Mo 17 Dez, 2018 15:02

Das finstere Tal hat mir von der Optik her auch sehr gut gefallen.

Was den deutschen Look generell betrifft, haben meine Partnerin und ich uns gestern einmal den Tag Zeit genommen und uns auf Youtube sämtliche deutsche Kurzfilme angesehen. Okay, diese Kurzfilme sind jetzt nicht wirklich mit TV und Kino zu vergleichen. Doch wir haben einfach mal geschaut, welchen Look diese Filme haben, wie lange dort irgendwelche Bilder stehen, welche Dialoge da so auftauchen, wie die Kamera geführt wird, welche Themen vorkommen, wie geschnitten wurde, usw.

Ergebnis: Fast ausschließlich kamen die Themen "Depression", "Suizid", "Hoffnungslosigkeit", "Verzweiflung" und ähnliche negative Themen vor. Nichts zum Lachen. Keine Gänsehautmomente. Keine Filme, die man gerne weiter empfiehlt. Diese Filme waren wirklich alle langweilig. Bei einigen haben wir bereits nach einigen Sekunden weiter gewischt, weil die Anfänge schon extrem depressiv waren. Die schwergängigen Themen mit oft künstlichen und gestellten Dialogen waren ab gewissen Zeitdauern auch anstrengend anzusehen. Vom Look her war alles normale Videoqualität. Man wollte oft einerseits tiefgründige Themen darstellen. Diese hat man optisch, dialogtechnisch und von den Handlungen her so ungeschickt verpackt, dass wir am Abend echt einmal eine Pause brauchten. Bei deutschen "Filmemachern" habe ich oft das Gefühl, dass man denkt, dass eine Kamera eigentlich schon ausreicht. Um den Rest (z.B. störende Hintergründe im Bild, oder z.B. passende Musik oder Ton generell) scheinen sich so manche "Filmemacher" keine Gedanken zu machen. Auch nicht, wie manche Szenen aussehen.

Die "spießige Etagenwohnung mit dem trübseligen Balkonausblick und den unsympathischen Gestalten vor erbarmungslosem Reporter-Weitwinkel", wie es hier bereits beschrieben wurde, traf recht oft zu. Da haben wir uns ernsthaft gefragt, was dafür sorgt, dass man so oft diesen tristen, depressiven, phantasie- und humorlosen Einheitsbrei zu sehen bekommt.




-paleface-
Beiträge: 2793

Re: Deutscher Look

Beitrag von -paleface- » Di 18 Dez, 2018 11:05

Gore hat geschrieben:
Mo 17 Dez, 2018 15:02
ich uns gestern einmal den Tag Zeit genommen und uns auf Youtube sämtliche deutsche Kurzfilme angesehen. Diese Filme waren wirklich alle langweilig. Bei einigen haben wir bereits nach einigen Sekunden weiter gewischt, weil die Anfänge schon extrem depressiv waren.
Ich hoffe da war keiner von meinen Kurzfilmen dabei! :-D
www.mse-film.de | Kurzfilme & Videoclips

www.daszeichen.de | Filmproduktion & Postproduktion




klusterdegenerierung
Beiträge: 14632

Re: Deutscher Look

Beitrag von klusterdegenerierung » Di 18 Dez, 2018 11:17

Gore hat geschrieben:
Mo 17 Dez, 2018 15:02
Was den deutschen Look generell betrifft,.......
Leider kann man hier immer nur einen LIKE vergeben!! :-)
"Faulheit ist der Tod der Fantasie!"




Mantas
Beiträge: 509

Re: Deutscher Look

Beitrag von Mantas » Di 18 Dez, 2018 11:48

wow, hier wird mit schwarfen Waffen geschossen...
Alles in ein Topf geworfen.
Man könnte auch genauso sagen, dass fast jeder Hollywoodfilm gleich aussieht.

Kamera zu weitwinklig? Das ist oft eins der spannendsten Sachen, anstatt immer zusammengequetschter Matschenbrei.




Darth Schneider
Beiträge: 4527

Re: Deutscher Look

Beitrag von Darth Schneider » Di 18 Dez, 2018 11:52

Also es gibt das in Hollywood schon Sparten wo inzwischen alles ähnlich aussieht, z.b. die ganzen Marvel, Dc, die neuen Star Wars und Star Trek Filme, alles langsam irgendwie überdreht, zu scharf, zu pastellfarben lastig bunt, langweilig ähnlich.
Gruss Boris
„Nothing travels faster than the speed of light, with the possible exception of bad news, which obeys its own special laws.“
Douglas Adams

Zuletzt geändert von Darth Schneider am Di 18 Dez, 2018 11:53, insgesamt 1-mal geändert.




rob
Administrator
Administrator
Beiträge: 1150

Re: Deutscher Look

Beitrag von rob » Di 18 Dez, 2018 11:53

Hallo Axel,

Danke für den Hinweis zu Alfonso Cuaróns Roma auf Netflix - (Alexa 65 in S/W ...) - steht damit für die Feiertage auf meiner Film-Liste :-)

Viele Grüße

Rob/
slashCAM

Axel hat geschrieben:
Mo 17 Dez, 2018 11:37
Frank Glencairn hat geschrieben:
So 16 Dez, 2018 14:06
Beispiel Tatort - zu weit, Exterior hässlich ausgebrannt, beschissenes Licht, kein Setdesign, "realistische" Farben vs. Daredevil - längere Brennweite, nicht so nah dran, Gesicht wird nicht verzerrt, Fenster überstrahlen (Hampshire Frost), sind aber nicht hässlich ausgebrannt, Farbkonzept, Setdesign.
Oder so ausgedrückt: weil es eine Abteilung gibt, die sich Gedanken über die Wirkung dieser Elemente macht - im Vorfeld und in Zusammenarbeit mit den anderen Abteilungen und im Hinblick auf ein zuvor gemeinsam definiertes Ziel - ist man woanders stilsicher, während in D alles ziemlich beliebig wirkt. Auch "realistisch" genannt. In Alfonso Cuaróns Roma, seit drei Tagen auf Netflix, ist der Stilwille schon aufdringlich (nebenbei: Schwarzweiß in Dolbyvision? Seltsam) und erdrückt fast die kleine, intime Geschichte. Viel ist schon gewonnen, wenn man alle Ablenkungen im Hintergrund und Vordergrund ausblendet, Dinge, die die Geschichte nicht unterstützen. Andererseits ist die spießige Etagenwohnung mit dem trübseligen Balkonausblick und den unsympathischen Gestalten vor erbarmungslosem Reporter-Weitwinkel vielleicht der deutsche Stil, und wenn in hundert Jahren eine Art Babylon Berlin 2018 gedreht wird, versucht man verzweifelt, dieses Grauen atmosphärisch zu rekonstruieren ;-)




domain
Beiträge: 10976

Re: Deutscher Look

Beitrag von domain » Di 18 Dez, 2018 16:52

Babylon Berlin war von den Bildern her durchaus auf internationalem Niveau, auch kein Wunder bei diesen Produktionskosten. Aber länger als 2 Minuten mochte ich beim Zappen nicht schauen.
Unerträglich und unnötig brutal, aber gleichzeitig auch langweilig und nicht ergreifend.
Eine deutsche Variante von möchtegern großem Film, der einfach daneben lag.




achtpfund
Beiträge: 62

Re: Deutscher Look

Beitrag von achtpfund » Di 18 Dez, 2018 17:32

Weitwinkel ist nicht das Problem.
"The Revenant" wurde mit Objektiven zwischen 12mm und 21mm gedreht und sieht jetzt nicht gerade nach "Lindenstraße" aus.




srone
Beiträge: 8130

Re: Deutscher Look

Beitrag von srone » Di 18 Dez, 2018 17:38

achtpfund hat geschrieben:
Di 18 Dez, 2018 17:32
Weitwinkel ist nicht das Problem.
"The Revenant" wurde mit Objektiven zwischen 12mm und 21mm gedreht und sieht jetzt nicht gerade nach "Lindenstraße" aus.
da gabs aber, ausser deutscher wohnatmosphäre, einiges mehr zu sehen...;-)

lg

srone
"x-log is the new raw"




klusterdegenerierung
Beiträge: 14632

Re: Deutscher Look

Beitrag von klusterdegenerierung » Di 18 Dez, 2018 18:16

Ist aber doch auch einfach eine Frage des Formates und die Deutschen machen nun mal viel Serien, in Filmen hat sich das ja auch schon geändert, aber so Formate wie Tatort braucht man garnicht debattieren, das ist eine eigene Welt.

Aber wo schon Lindenstraße angesprochen wurde, vor ein paar Jahren haten sie es dort auch mal mit einer gerigten Nikon DSLR versucht und das ging mir persönlich ziemlich auf den Keks, da ich als Fan den Camcorderlook auch zur orientierung in den kleinen Welten brauche.

Als sie die DSLR Aufnahmen ausstrahlten, war ich total verwirrt, plötzlich war Beimers Schrankwand unscharf und beim Griechen sah es aus wie bei der Pate.

Persönlich finde ich hat ein kleinsensor Style durchaus seine Berechtigung und auch Anmutung,
ist ja nicht so das alles ohne dof Käse ausschaut.
"Faulheit ist der Tod der Fantasie!"




iasi
Beiträge: 13960

Re: Deutscher Look

Beitrag von iasi » Di 18 Dez, 2018 19:04

Vielleicht sollte man mal die Spreu vom Weizen trennen und die Filme sammeln (und hier aufzählen), die durch die Bildsprache bestechen.

Dann könnte man diese im Hinblick auf den Einsatz filmsprachlicher Mittel etwas genauer untersuchen.
Weitwinkel oder Handkamera muss nicht per se schlecht sein. Es kommt doch immer darauf an, mit welcher bewußten Intention etwas eingesetzt wird.




dosaris
Beiträge: 1042

Re: Deutscher Look

Beitrag von dosaris » Di 18 Dez, 2018 21:04

iasi hat geschrieben:
Di 18 Dez, 2018 19:04
Vielleicht sollte man mal die Spreu vom Weizen trennen und die Filme sammeln (und hier aufzählen), die durch die Bildsprache bestechen
ich würde davon ausgehen, dass damit - bis auf wenige Ausnahmen und "KultFilmen" -
kein Konsens erreichbar sein wird (handwerkliches mal ausgenommen)

Ich hatte ähnliches Versucht und mehrere Film-Sachbücher dazu durchgeackert:
am Schluss erschien mir das Thema noch beliebiger als zuvor.
"fachleute" standen zT diametral gegen einander und wollte partout ihre Idee der "reinen Lehre"
nach vorn stellen.

Es gab bereits keinen Konsens über die Relevanz u Evidenz der Kriterien.
so what ?

Aber wennste magst fang doch mal an...




iasi
Beiträge: 13960

Re: Deutscher Look

Beitrag von iasi » Di 18 Dez, 2018 21:24

Man kann Szenen protokolieren und analysieren.

Es ist wie die sprachliche Analyse eines Textes und der Wirkung der sprachlichen Mittel.

Einfach ist dies nicht. "Weib" oder "Frau" unterscheiden sich in ihrer Konnotation in heutiger Zeit z.B. weit extremer, als vor 200 Jahren. Aber es ist möglich.

Warum ein Weitwinkel und kein Tele?
Die Wirkung kann z.B. größere Distanz zwischen 2 Personen sein.

Eine Person vor unscharfem Hintergrund oder vor einer erkennbaren Menge von Menschen.
Die Wirkung kann einer Absicht der Filmemacher im Hinblick auf den Inhalt/die Aussage folgen.




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