Tonaufnahme und -gestaltung Forum



Neue Fieldrecorder Generation: Sound Devices MixPre-3, 6 und 10 II



Fragen zur Tonaufzeichnung, Ausrüstung (Mikros etc.), aber auch zu gestalterischen Aspekten.
Antworten
mikroguenni
Beiträge: 177

Re: Neue Fieldrecorder Generation: Sound Devices MixPre-3, 6 und 10 II

Beitrag von mikroguenni » Di 24 Mär, 2020 11:41

pillepalle hat geschrieben:
Di 24 Mär, 2020 03:19

...
32 bit Gleitkommaarithmetik
Die positiven und negativen Audiosignale bis 0 dBFS werden bei Gleitkommaarithmetik per definitionem (entsprechend dem Convention Paper 7438 der Audio Engineering Society) in einem Bereich von −1 bis +1 dargestellt, wobei die Werte −1 und +1 den maximalen Pegel 0 dBFS darstellen. Darüber hinausgehende Werte stellen den Headroom dar. Da sich mit jeder Erhöhung des Exponenten der Gleitkommazahl um den Wert 1 der insgesamt dargestellte Dynamikbereich verdoppelt, errechnet sich die maximale, theoretische Dynamik einer 32 bit Gleitkommaarithmetik (unter Abzug des Exponenten 0 sowie des Exponenten 2^128 für den Wert unendlich) aus den mit (2^8)-2 zur Verfügung stehenden 254 Exponenten mit 254 · 20 · lg 2 dB ≈ 1529 dB. Mit den Exponenten bis −126 wird dabei der negative Bereich dargestellt, mit den Exponenten ≥ 0 der positive Wertebereich. Eine Veränderung der Dynamik in dB um den Faktor 2 (entsprechend +/- 1 bit Auflösungsvermögen) ergibt ein Verstärkungsmaß L von 6 dB, errechnet aus dem Amplitudenverhältnis v nach der Formel L = 20 ·lg v dB = 20 ·lg (2:1) dB = 20 · lg 2 dB = 6,0205999132796239042747778944899 dB ≈ 6 dB. Das 32-bit Gleitkommasystem hätte theoretisch also mit (1529 dB – 193 dB) : 6 dB = 222 (gerechnet mit den ungerundeten Werten) exakt eine 222-fach höhere Dynamik, als ein 32 bit Festkommasystem. Die somit erzielte, höhere Dynamik ist auf Grund der exponentiell anwachsenden Streuung der Amplitudenauflösung und den damit verbundenen Rundungsfehlern allerdings bei weitem nicht nutzbar. Bereits Werte > 2 bzw. > 144 dBFS bringen eine Halbierung des Auflösungsvermögens mit sich, während hingegen Werte ≤ 1 bzw. ≤ 0 dBFS durchwegs mit der sich aus der Mantisse ergebenden 23 bit Amplitudenauflösung dargestellt werden.

...
Dass man mit 32 bit Gleitkomma einen riesigen Bereich darstellen kann steht außer Frage.
In diesem Fall geht es aber darum daß das Mikrofonsignal durch eine Eingangsstufe und einen AD Wandler hindurchgeht dessen Dynamik Bereich bei 142 dB liegt. Mehr geht dann einfach nicht !!!.
Sound Devices schreibt in den technischen Daten übrigens auch nichts von 1600dB Dynamic, sondern es heißt:

"... With Sound Devices’ hand-crafted, crystal-clear, ultra low-noise Kashmir preamps, you’ll record audio in superior quality - all the way up to a 32-bit float bit depth and a 192 kHz sample rate. This newest generation of Sound Devices’ award-winning MixPre Series has been redesigned for increased performance and an astounding 142 dB of dynamic range. ..."

Die angegebenen 142dB sind in etwa ausreichend um den Dynamicumfang eines hochwertigen Mikrofons abzubilden, vom Eigenrauschen von 0,0003 mV bis hin zur Ausgangsspannung von ca 3 oder 5V bei sehr lauten Signalen (dann mit einigen Prozent Klirrfaktor, aber noch nutzbar).
Daran sieht man daß das Mikrofon eben nicht der limitierende Faktor ist.
Ich will das Gerät keinesfalls schlechtreden, es ist ein durchaus ernstzunehmender Recorder der vernünftige Resultate bringt, im Gegensatz zu dem Schrott der ab Werk in den meisten Cameras verbaut ist.

n.b. Wenn man die technischen Hintergründe etwas näher betrachtet fällt eine ziemliche Ähnlichkeit zum True Match AD Wandler auf, der um 1995 von Stage Tec entwickelt und zum Patent angemeldet wurde.
https://depatisnet.dpma.de/DepatisNet/d ... 00707383A1

Das Patent dürfte heute ausgelaufen sein. Stage Tec hat den Wandler mittlerweile weiterentwickelt und hat heute eine Dynamic von 158 dB.




pillepalle
Beiträge: 1679

Re: Neue Fieldrecorder Generation: Sound Devices MixPre-3, 6 und 10 II

Beitrag von pillepalle » Di 24 Mär, 2020 12:17

@ mikroguenni

Natürlich sind auch die 142 dB des Mixpre ausreichend, bzw. die maximal möglichen 144 dB bei 24bit. Es ist nur schwierig Situationen mit großer Dynamik aufzunehmen, weil man dann sehr genau Pegeln muss, bzw. die Pegeleinstellung ggf. ändern. Und gerade da entstehen ja nicht selten Fehler, wie ein zu hoher oder zu nieriger Aufnahmepegel. Die neue Technik ist Idiotensicher, weil man praktisch nix mehr mit den Pegeln vermasseln kann, eben weil der Daten-Container riesig ist (rein rechnerisch 1500dB) und das ist schon ein Vorteil. Wenn man Zeit hat alles in Ruhe einzustellen und vorher weiss was kommt, dann braucht es das auch nicht. Gab es früher in ähnlicher Form auch schon bei Zaxcom mit ihrem Neverclip.

VG




Onkel Danny
Beiträge: 376

Re: Neue Fieldrecorder Generation: Sound Devices MixPre-3, 6 und 10 II

Beitrag von Onkel Danny » Di 24 Mär, 2020 21:24

Die 32bit sind sehr nice zu haben, aber auch nur selten wirklich nötig.
Das Meiste geht weiterhin mit 24bit auch hervorragend.

Ich würde weiterhin den Mix-Pre empfehlen. Wenn nicht gerade jemand das mehr an Anschlüssen beim
F6 benötigt.

Der Mix-Pre hat neben 32bit eben auch die 192Khz Abtastrate und eine Backup Aufzeichnung über USB.
Weil er auch nur einen Kartenslot hat. Die Preamps sind auch einen Tick besser als die des F6.

Mit beiden macht man prinzipiell nichts falsch. Einfach für sich selbst entscheiden,
was brauche/hätte ich gerne und danach dann entscheiden.

Aber dabei nicht vergessen,das noch nicht jedes Audiotool, alle 32bit Formate beherrscht.

greetz




Mediamind
Beiträge: 579

Re: Neue Fieldrecorder Generation: Sound Devices MixPre-3, 6 und 10 II

Beitrag von Mediamind » Mi 25 Mär, 2020 06:06

Der F6 kann auch in 32 Bit 192 KHz. Hierzu muss man nur die Aufzeichnung des Summensignals (LR) ausschalten. Dann geht das ohne Probleme.




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