Jost
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Blackmagic Makita Akku Hack

Beitrag von Jost » Mo 30 Okt, 2017 20:34

Bild

Vorab: Der Makita-Hack beschreibt keine Plug´n´Play-Lösung. Einfache Lötarbeiten an zwei externen Kabeln sind zwingend erforderlich. Wer das nicht kann, niemanden kennt, der das kann, keinen Maker-Space in der Nähe hat oder Plug´n´Play will, für den ist der Makita-Hack nichts.

Der Makita-Hack funktioniert mit allen Blackmagic-Kameras, die die 12-20V-Stromversorgung über den Netzteil-Anschluss zulassen. Nur das macht den Hack möglich.
Der Makita-Hack sorgt für eine 18V-Eingangsspannung. Mit den Blackmagics Cameras Ursa, PC4K, CC2.5, MCC und Pocket funktioniert der Makita-Hack.


Der Makita-Hack hat Reisende als Zielgruppe, die nicht Vorort V-Mounts leihen.
Der Makita-Hack nutzt Akkus mit maximal 90Wh und erfüllt immer die Vorgaben der Fluggesellschaften.
Makita - Namensgeber des Hacks - ist ein japanischer Weltkonzern. Einzig in Afrika und im Nahen Osten gibt es einige Deckungslücken für Ersatz.
In welchen Ländern dort es keinen Ersatz gibt, erfährt man hier: http://www.makita.biz/contactus.html

Vier Dinge benötigt man zwingend für den Makita-Hack:
1. Adapter
2. Adapter-Stecker/-Kabel
3. Akku(s)
4. Ladegerät


ad 1.) Benötigt wird der "Makita Akku-Adapter PE000000066" - etwa 30 Euro. Er hat auch einen 5V-1,5A-USB-Ausgang. Wer den CFast-ESata-Hack der Ursa hat oder plant, kann über diesen USB-Anschluss seine SSD mit Strom gleich mitversorgen.
Wer den USB-Ausgang nicht benötigt, kann den "Makita Akku-Adapter PE00000002" verwenden. Untenstehendes gilt auch für ihn.

ad 2.) Der "Makita Akku-Adapter PE000000066" passt nicht 1:1. Das verhindern das Spiralkabel und ein falscher Stecker. Es muss immer gelötet werden.
Werden Adapter/Akku unter Verwendung der Adapter-Gürtelklemme am Stativ angebracht, beeinträchtigt das Spiralkabel die Beweglichkeit des Videokopfs. Das Spiralkabel ist zu kurz. Der Adapter lässt sich aber mit einem haushaltsüblichen Kreuzschraubendreher auf- und zuschrauben. Er hat eine sichere Labyrinth-Kabel-Zugentlastung.
Bei der PC4K und CC2.5 bietet sich der Austausch des Spiralkabels gegen ein glattes Kabel mit gewinkeltem 5.5mm-Hohlstecker an (6 Euro). Dann steht auch nichts an der Kamera ab.
https://www.reichelt.de/Adapterkabel/DC ... ct=vrt_pdn

Die Pocket und die MCC kenne ich nicht und vermag nicht zu sagen, ob auch dort ein 5,5mm-Hohlstecker passt.

Die Ursa benötigt einen XLR-4pol-Femal-Stecker zur Stromversorgung. Der Stecker wird am Ursa-Netzteil-Anschluss angeschlossen (siehe Foto). Man kann dazu den Neutrik-Stecker des Ursa-Netzteils ablöten und verwenden.
Ratsamer ist es, einen Neutrik NC4FXX-B (10 Euro) zuzukaufen. Das ist der Ursa-Stecker in der neuen Ausführung.
Der 12V-D-Tape-Ausgang der Ursa-V-Plate und alle anderen Strom-Ausgänge samt 48V-Audio-Phantomspannung der Ursa werden vom Makita-Hack unterstützt.

ad 3.) Es wird ein Makita-Akku der Serie 18xx benötigt. Zu bevorzugen ist die unwesentlich teurere und aktuelle Variante 18xx B.
B steht hier für LED-Anzeige. Wenn man einen kleinen Knopf am Akku drückt, wird auf einer vierstufigen LED-Anzeige der Ladezustand des Akkus angezeigt. Bei Benutzung mehrere Akkus weiß man stets, welcher geladen ist und welcher nicht. Die neue B-Version ist leichter als ihr Vorgänger.
Die 18V-B-Akkus gibt es in der Stärke von 1,5 bis 6 Ampere. Der flugtaugliche 18V-5-Ampere-B-Akku (MAKITA-197280-8) mit 90Wh kostet rund 75 Euro und wiegt knapp 600 Gramm. Eine BMCC 2.5 zieht etwa mehr als 1 Ampere die Stunde. Ein 5-Ampere-Akku an einer Ursa reicht etwa für 50 Minuten.

ad 4.) Zwei Makita-Ladegeräte stehen zur Wahl:
Das DC18RC (~850 Gramm, 240 Watt, 50 Euro) lädt einen Akku. Es ist laut.
Das DC18RD (2200 Gramm, 450 Watt, 70 Euro) lädt zwei Akkus gleichzeitig und hat zusätzlich einen USB-Strom-Ausgang. Es ist leiser.

Beide Ladegeräte sind gleich schnell. Ob ein oder zwei 18V/5Ah-Akkus, sie sind nach 45 Minuten wieder voll geladen. Für die Ursa-Mini im Dauerbetrieb benötigen Low-Budget-Filmer das RD-Modell und mindestens 3 Akkus.

Extras: Wer die Makita-Akku/Adapter-Kombi nicht am Stativ, sondern direkt an der BM betreiben will, kann den Gürtelclip des Makita-Adapters modifizieren. Rustikal.
Alternativ im nächsten Maker-Space einen Adapter für den Makita-Adapter aus dem 3D-Drucker in Auftrag geben. Bei der Ursa kann dann die V-Mount-Aufnahme genutzt werden.
Bild

Ob der BM-SSD-Recorder unterstützt wird, ist fraglich. Sollte er auch mit Netzteil-Strom laufen, ist das sehr wahrscheinlich.


Pro:
günstig
eine über Jahrzehnte bewährte Handwerker-Qualität aller Teile
nahezu weltweiter, schneller und günstiger Ersatz aus dem Inland unter Umgehung des Zolls
CFast-ESata-Hack-Unterstützung
an Makita-Akku-Werkzeugen einsetzbar


Con:
maximal 90Wh auf Reisen
In 110V-Ländern wird ein 110V-Makita-Ladegerät benötigt
Die Restlaufzeit des Akkus wird auf dem Monitor der Ursa nicht angezeigt. Man muss die LED-Anzeige am Akku bemühen
Es ist zwar nichts gefrickelt, aber es sieht gefrickelt aus




klusterdegenerierung
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Re: Blackmagic Makita Akku Hack

Beitrag von klusterdegenerierung » Mo 30 Okt, 2017 21:48

Jost hat geschrieben:
Mo 30 Okt, 2017 20:34
Con:
maximal 90Wh auf Reisen
In 110V-Ländern wird ein 110V-Makita-Ladegerät benötigt
Die Restlaufzeit des Akkus wird auf dem Monitor der Ursa nicht angezeigt. Man muss die LED-Anzeige am Akku bemühen
Es ist zwar nichts gefrickelt, aber es sieht gefrickelt aus
..und sieht richtig asi aus! ;-))
"disliken und nicht abonnieren vergessen"




Jost
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Re: Blackmagic Makita Akku Hack

Beitrag von Jost » Di 31 Okt, 2017 01:42

klusterdegenerierung hat geschrieben:
Mo 30 Okt, 2017 21:48
Jost hat geschrieben:
Mo 30 Okt, 2017 20:34
Con:
maximal 90Wh auf Reisen
In 110V-Ländern wird ein 110V-Makita-Ladegerät benötigt
Die Restlaufzeit des Akkus wird auf dem Monitor der Ursa nicht angezeigt. Man muss die LED-Anzeige am Akku bemühen
Es ist zwar nichts gefrickelt, aber es sieht gefrickelt aus
..und sieht richtig asi aus! ;-))
Nach dem CFast-ESata-Hack ist der Makita-Akku-Hack nur der logische Schritt, um die Anwendungskosten der Ursas weiter zu senken.

Zumal es ist nicht für jeden ganz einfach nachzuvollziehen ist, dass zwei vergleichbare Anton-Bauer-V-Mount-Akkus 700 Euro kosten und das Ladegeräte weitere 800 Euro - und dass es 5 Stunden dauert, bis die beiden Akkus wieder voll geladen sind.

Bei Makita kostet das 250 Euro. Und die Akkus sind nach 45 Minuten voll.
Es steht natürlich jedem frei, den Adapter-Prototypen optisch zu optimieren.

Hier der Hack mit einer BMCC2.5 und glattem Kabel. Der Akku ist per Gürtelklemme und Kabelstraps-Schlaufe am Stativ angebracht, um den Videokopf nicht zusätzlich zu belasten.
Bild

Die Sonnenblende ist auch DIY aus Laser-Cutter und 3D-Drucker. Die Original-Blende ist zu kurz bei Sonne. Third-Party-Gummiband-Lösungen halten scharfem Wind nicht Stand/schränken die Bedienung ein.




rush
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Re: Blackmagic Makita Akku Hack

Beitrag von rush » Di 31 Okt, 2017 11:52

Jost hat geschrieben:
Di 31 Okt, 2017 01:42


Zumal es ist nicht für jeden ganz einfach nachzuvollziehen ist, dass zwei vergleichbare Anton-Bauer-V-Mount-Akkus 700 Euro kosten und das Ladegeräte weitere 800 Euro
Ähmmm... mal 'nen Realitätscheck gemacht?
Oder kaufst du beim falschen Händler? ;-)

Also ja: V-Mount Akkus sind leider kein Schnapper - aber 700€ für zwei Akkus und dann nochmal 800 Euro für einen Lader sind massiv überteuert. Ganz ehrlich. Schnell den Händler wechseln oder auch mal 'nen simplen Preisvergleich bemühen.
Gebe mir die 1500€ und ich besorge dir zwei Akkus und 'nen Doppellader und gehe mit einem riesigen grinsen und fetten Gewinn nach Hause :D

Es gibt Akkus von namenhaften Herstellern (darunter etwa IDX mit 90WH oder auch vergleichbare Axcoms und weitere) die man netto bereits für 150-160€ pro Stück bekommen kann.
Und selbst 2Fach Lader bekommt man von verschiedenen Herstellern für deutlich unter 200€ Netto. Travel-Charger (1Slot) sogar für teilweise um 60-70€ netto...
Es ist also alles mal wieder relativ.

Aber ja: Ich bin auch Fan von Lösungen die preislich attraktiv sind... besonders bei Zubehör achtet ich auch gern darauf nicht immer das aller teuerste Teil nehmen zu müssen.

Wenn man die Akkus von Maktia und die entsprechende Aufnahme noch schwarz färben würde - könnte das ganze ja schon etwas "stylischer" daherkommen :) In einem Rig verbaut würde es vllt. auch gar nicht auffallen... aber direkt hinten an de rUrsa drangeflantscht sieht es in der Tat ewas "baustellenmäßig" aus :)

Aber es ist sicher eine Option für den ein oder anderen und daher ein netter "Hack" für Bastelfreunde und Leute denen die Optik Banane ist und das Budget absolut "low". Passt also, auch wenn das wohl nix für mich wär.
keep ya head up




Jost
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Re: Blackmagic Makita Akku Hack

Beitrag von Jost » Di 31 Okt, 2017 17:36

rush hat geschrieben:
Di 31 Okt, 2017 11:52


Ähmmm... mal 'nen Realitätscheck gemacht?
Oder kaufst du beim falschen Händler? ;-)
Das sind einfach die Anton-Bauer-Preise
http://www.antonbauer.com/en-DE/Shop/pr ... -8475-0122
http://www.antonbauer.com/en-DE/Shop/pr ... -8675-0095
Es mag sehr gut sein, dass es 250 Euro Rabatt gibt. Aber dafür bekommt man die ganz Makita-Lösung.
Also ja: V-Mount Akkus sind leider kein Schnapper - aber 700€ für zwei Akkus und dann nochmal 800 Euro für einen Lader sind massiv überteuert. Ganz ehrlich. Schnell den Händler wechseln oder auch mal 'nen simplen Preisvergleich bemühen.
Gebe mir die 1500€ und ich besorge dir zwei Akkus und 'nen Doppellader und gehe mit einem riesigen grinsen und fetten Gewinn nach Hause :D

Es gibt Akkus von namenhaften Herstellern (darunter etwa IDX mit 90WH oder auch vergleichbare Axcoms und weitere) die man netto bereits für 150-160€ pro Stück bekommen kann.
Und selbst 2Fach Lader bekommt man von verschiedenen Herstellern für deutlich unter 200€ Netto. Travel-Charger (1Slot) sogar für teilweise um 60-70€ netto...
Es ist also alles mal wieder relativ.
Das ist absolut richtig.
Der Hack an sich ist auch nicht neu. Im Sortiment von Walmart-US findet man offenbar ähnliche Adapter für andere Akku-Systeme. Es wird wahrscheinlich auch noch billiger gehen.
Die Intention des Hacks liegt auf einem anderen Punkt: Dass es keine Pflicht ist, V-Mount-Akkus von Nischen-Anbietern zu kaufen, nur damit die Ursa läuft. Bei der PC4K und CC2.5, die keine V-Mount-Aufnahme haben, sind mit dem Hack alle Akku-Probleme vom Tisch.

Wenn man die Akkus von Maktia und die entsprechende Aufnahme noch schwarz färben würde - könnte das ganze ja schon etwas "stylischer" daherkommen :) In einem Rig verbaut würde es vllt. auch gar nicht auffallen... aber direkt hinten an de rUrsa drangeflantscht sieht es in der Tat ewas "baustellenmäßig" aus :)

Aber es ist sicher eine Option für den ein oder anderen und daher ein netter "Hack" für Bastelfreunde und Leute denen die Optik Banane ist und das Budget absolut "low". Passt also, auch wenn das wohl nix für mich wär.
Ich hatte erst mit dem Gedanken gespielt, die Ursa-V-Mount-Platte ganz wegzulassen und direkt an den internen 12-Pol-Stecker zu gehen.
BM hat die Belegung im Ursa-Manual veröffentlicht.
Bild
Bild
Aus dem 3D-Drucker wäre dann eine ganz neue Plate gekommen, die das Innenleben des Makita-Adapters samt Makita-Akku-Aufnahme aufnimmt.
Das Ganze ließe sich dann direkt mit der Ursa verschrauben.
Aber das wird dann in der Fertigung so kompliziert, dass von einem einfachen Hack - anderer Stecker dran und fertig - nicht mehr die Rede sein kann.

Was die Farbe angeht - das diente nur der Verdeutlichung. Den V-Mount-Adapter kann man selbstverständlich schwarz drucken, den Makita-Adapter schwarz färben und die Makita-Akku-Aufdrucke mit Aceton ganz einfach entfernen - oder mit "Anton Bauer" überkleben.




cantsin
Beiträge: 4848

Re: Blackmagic Makita Akku Hack

Beitrag von cantsin » Di 31 Okt, 2017 18:44

Bei BMCC und Pocket würde ich immer noch die 20-Euro-Adapter für Sony NP-F-Akkus in Betracht ziehen (die es z.B. von SmallRig gibt), in Verbindung mit NP-F970 Third Party/Patona-Batterien für ca. 30 Euro/Stück.

Mit 47 Wattstunden haben die AFAIK noch ein deutlich besseres Preis-/Leistungsverhältnis als Makita (bei denen ein 54 Wattstunden-Akku ca. 50 Euro kostet).

Schnelle Sony-Ladegeräte findet man immer wieder second hand, die funktionieren klaglos auch mit Dritthersteller-Akkus.

Das Gute an Makita ist sicher, dass es die noch mit bis zu 120 Wattstunden-Kapazität gibt. Allerdings komme ich mit zwei NP-F970-Clones und einer BMCC durch einen ganzen Drehtag, bei der die Kamera fast ununterbrochen eingeschaltet ist.

Ausserdem haben auch diverse andere Geräte wie z.B. LED-Panels, Monitore/EVFs und Fieldrecorder Sony NP-F-Anschlüsse, so dass man bei einem Syste bleiben kann, sozusagen V-Mount für Arme. Und es gibt NP-F-Dummyadapter, die man mit AA-Batterien füllen kann, wenn man irgendwo auf dem Schlauch steht.




Jost
Beiträge: 1113

Re: Blackmagic Makita Akku Hack

Beitrag von Jost » Di 31 Okt, 2017 20:41

cantsin hat geschrieben:
Di 31 Okt, 2017 18:44
Bei BMCC und Pocket würde ich immer noch die 20-Euro-Adapter für Sony NP-F-Akkus in Betracht ziehen (die es z.B. von SmallRig gibt), in Verbindung mit NP-F970 Third Party/Patona-Batterien für ca. 30 Euro/Stück.

Mit 47 Wattstunden haben die AFAIK noch ein deutlich besseres Preis-/Leistungsverhältnis als Makita (bei denen ein 54 Wattstunden-Akku ca. 50 Euro kostet).

Schnelle Sony-Ladegeräte findet man immer wieder second hand, die funktionieren klaglos auch mit Dritthersteller-Akkus.

Das Gute an Makita ist sicher, dass es die noch mit bis zu 120 Wattstunden-Kapazität gibt. Allerdings komme ich mit zwei NP-F970-Clones und einer BMCC durch einen ganzen Drehtag, bei der die Kamera fast ununterbrochen eingeschaltet ist.

Ausserdem haben auch diverse andere Geräte wie z.B. LED-Panels, Monitore/EVFs und Fieldrecorder Sony NP-F-Anschlüsse, so dass man bei einem Syste bleiben kann, sozusagen V-Mount für Arme. Und es gibt NP-F-Dummyadapter, die man mit AA-Batterien füllen kann, wenn man irgendwo auf dem Schlauch steht.
Bei mir klappt das nicht. 72Wh reichen mit der CC ~4 Stunden, dann wird auf den internen Akku zugegriffen. Vielleicht liegt das aber daran, dass die CC wirklich die komplette Zeit und das Display immer mit voller Helligkeit läuft.
Ich hatte auch nicht gewusst, dass die CC Undervolten zulässt. Die NP-F-Akkus haben ja nur 7,2 Volt und der CC-Eingang ist eigentlich für 12-20V spezifiziert.
Mit der Ursa funktioniert das nicht: Werden 12V unterschritten, schaltet sie sich ab.

Von den Makita-Akkus gibt es natürlich auch günstige No-Name-Clone. Die kosten dann etwa die Hälfte. 54Wh für 23 Euro oder 126Wh für 47 Euro.
Das ist nicht so meine Welt.
Zu den NP-F-Ladern habe ich nur gefunden, dass günstige Doppelladegeräte wohl um die 26 Watt haben und ein Akku nach 3 bis 4 Stunden wieder voll ist.
V-Mount-Lader haben meist 70 Watt und brauchen für 90Wh auch um die 3 Stunden.
Wie ein No-Name-Makita reagiert, wenn er dauernd an einem 240-Watt-Makita-Ladegeräte hängt, vermag ich nicht zu sagen.
Die Ladezeit für einen Original-Makita 1830B mit 54Wh beträgt jedenfalls nur etwas mehr als 20 Minuten. Der kostet 40 Euro und verkraftet auf jeden Fall dauernd die 240 Watt.
Der ganz ausgeprägte Spar-Fuchs bin ich also nicht.




cantsin
Beiträge: 4848

Re: Blackmagic Makita Akku Hack

Beitrag von cantsin » Di 31 Okt, 2017 21:06

Jost hat geschrieben:
Di 31 Okt, 2017 20:41
Ich hatte auch nicht gewusst, dass die CC Undervolten zulässt. Die NP-F-Akkus haben ja nur 7,2 Volt und der CC-Eingang ist eigentlich für 12-20V spezifiziert.
Mit der Ursa funktioniert das nicht: Werden 12V unterschritten, schaltet sie sich ab.
Nee, der SmallRig-Adapter (aber auch die teureren Konkurrenzmoddelle von Ikan) setzt die 7,2 Volt der NP-F auf 12 Volt um. Funktioniert hervorragend. Der SmallRig kommt sogar mit zwei alternativen Anschlußkabeln für BMCC und Pocket sowie der Möglichkeit, sich auf Blitzschuh oder Stativgewinde zu montieren; den Ikan gibt's nur ein speziellen BMCC- oder Pocket-Ausführungen, aber mit Anschluss an Standard-Rig-Rohre.
Zu den NP-F-Ladern habe ich nur gefunden, dass günstige Doppelladegeräte wohl um die 26 Watt haben und ein Akku nach 3 bis 4 Stunden wieder voll ist.
Das stimmt allerdings.




Frank Glencairn
Beiträge: 7887

Re: Blackmagic Makita Akku Hack

Beitrag von Frank Glencairn » Di 31 Okt, 2017 21:58

Jost hat geschrieben:
Di 31 Okt, 2017 17:36

Ich hatte erst mit dem Gedanken gespielt, die Ursa-V-Mount-Platte ganz wegzulassen und direkt an den internen 12-Pol-Stecker zu gehen.
..
Aus dem 3D-Drucker wäre dann eine ganz neue Plate gekommen, die das Innenleben des Makita-Adapters samt Makita-Akku-Aufnahme aufnimmt.
Das Ganze ließe sich dann direkt mit der Ursa verschrauben.
Aber das wird dann in der Fertigung so kompliziert, dass von einem einfachen Hack - anderer Stecker dran und fertig - nicht mehr die Rede sein kann.
Da würde ich eher einen alten V-Mount schlachten, und den Makita Adapter mit der V-Mount Bodenplatte verheiraten, wär vielleicht ne Überlegung wert.




klusterdegenerierung
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Re: Blackmagic Makita Akku Hack

Beitrag von klusterdegenerierung » Di 31 Okt, 2017 22:11

Dies hier sieht jetzt zumindest nicht nach 1500€ aus.
"https"://www.amazon.de/vhbw-Ladeger%C3%A4t-Ladek ... bauer+akku

"https"://www.amazon.de/vhbw-10400mAh-Camcorder-G ... bauer+akku
"disliken und nicht abonnieren vergessen"




ruessel
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Re: Blackmagic Makita Akku Hack

Beitrag von ruessel » Mi 01 Nov, 2017 08:49

Ich benutze bei der Pocket einen SWIT S-8U62 Akku, 14,4V 63Wh..... Zigarettenschachtelgröße .... trage ich beim filmen einfach in der Hosentasche. Habe 3 Stück davon..... reicht ewig.
Gruss vom Ruessel

Mein Video-BLOG: www.fxsupport.de
Etwas für die Ohren: www.ohrwurmaudio.eu




Jost
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Re: Blackmagic Makita Akku Hack

Beitrag von Jost » Mi 01 Nov, 2017 09:53

Frank Glencairn hat geschrieben:
Di 31 Okt, 2017 21:58
Da würde ich eher einen alten V-Mount schlachten, und den Makita Adapter mit der V-Mount Bodenplatte verheiraten, wär vielleicht ne Überlegung wert.
Dann müsste der Drucker ewig drucken, um wieder für eine Abdeckung zu sorgen. Das ist eigentlich nicht nötig, weil die V-Mount-Plate ausschließlich die Akku-Aufnahme stabilisiert und auch nur dort mit der Ursa verschraubt ist.

Bild

Der Rest der Plate liegt nur auf.
Ich hatte mich gegen diese Lösung entschieden, weil ich keine Quelle für D-Tape- und USB-Buchse gefunden hatte.
Der Anschluss direkt an den 12-Pol-Stecker wäre zwar richtig elegant, aber dann entfällt auch die Möglichkeit, den neuen SSD-Rekorder zu nutzen.
Mit der jetzigen Lösung setzt man den Makita-Adapter einfach in die V-Mount-Aufnahme des Recorders und fertig.

Ob ich mich noch einmal dransetze, hängt von der Antwort auf die Frage ab, wie man den neuen SSD-Recorder für 4,6/60p nutzen kann?
Nur eine SSD ist dafür zu langsam.

Momentan verwende ich dafür eine SSD und eine CFast-Card. Die CFast schalte ich bei Bedarf zu.

Wenn das mit dem neuen BM-Recorder nichts vernünftiges wird, was ich stark glaube, wäre eine 12-Pol-Lösung mit zwei USB-Buchsen für bis zu
2 SSDs für 4,6/60p wieder aktuell. Das Problem sind halt die USB-Buchsen

Wer sich selbst versuchen will:

Die Aufnahmen für Makita-Akkus gibt es für kleines Geld schon fertig.
Bild
http://www.ebay.de/itm/Adapter-fur-Maki ... SwCbtZxA0C

Alles was 14,4 oder 18V verträgt, kann man damit problemlos umrüsten.




Jost
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Re: Blackmagic Makita Akku Hack

Beitrag von Jost » Mi 01 Nov, 2017 23:41

ruessel hat geschrieben:
Mi 01 Nov, 2017 08:49
Ich benutze bei der Pocket einen SWIT S-8U62 Akku, 14,4V 63Wh..... Zigarettenschachtelgröße .... trage ich beim filmen einfach in der Hosentasche. Habe 3 Stück davon..... reicht ewig.
Das ist auch ein sehr guter Hack. Aber ein alter. Es wäre völliger Quatsch, etwa zu ändern, nur weil es heute besser und billiger geht




Jost
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Re: Blackmagic Makita Akku Hack

Beitrag von Jost » Do 02 Nov, 2017 01:11

klusterdegenerierung hat geschrieben:
Di 31 Okt, 2017 22:11
Dies hier sieht jetzt zumindest nicht nach 1500€ aus.
"https"://www.amazon.de/vhbw-Ladeger%C3%A4t-Ladek ... bauer+akku

"https"://www.amazon.de/vhbw-10400mAh-Camcorder-G ... bauer+akku
Dass der Akku oben 104Wh hat und nur maximal 99Wh mit in den Flieger genommen werden dürfen, das lassen wir mal weg.
Und dass Anton Bauer 1500 Euro nimmt, ist natürlich eine Steilvorlage. Das geht selbstverständlich deutlich billiger. Wenn Deine Lösung am Ende 50 Euro teurer wäre und die Flieger-Norm erfüllt, wäre sie immer noch eine tolle Lösung. Keine Frage.
Bei so einer Gesamtrechnung bleibt aber die Ladezeit des Akkus unberücksichtigt. Die Ursa ist schließlich ein Akku-Vampir.

Die erst Akku-Generation ist Blei-Akku mit Blei-Akku-Ladegerät.
Die zweite Akku-Generation ist Lithium-Ionen-Akku mit Blei-Akku-Ladegerät.
Die jüngste Generation ist Lithium-Ionen-Akku mit Lithium-Ionen-Ladegerät. Bei Makita heißt das: kein Memory-Effekt, bis -20 Grad ohne Leistungseinbuße, Über-und Unterspannungsschutz, Bohrhammer-tauglich, extra 5V-Ausgang für den CFast-ESata-Hack + ultrakurze Ladezeit und billig, weil Massenprodukt.

Ich habe ewig gesucht - es blieb einfach nur Makita.

Warum Makita keinen V-Mount-Adapter hat, weiß ich nicht. Warum die V-Mount-Hersteller keine Makita-Technologie haben, weíß ich auch nicht. Zumal Bosch und andere Hersteller das ja auch können. Die haben nur keinen Adapter, um ihre Technologie relativ problemlos für BMs nutzbar zu machen. Das geht eher zufällig nur mit Makita.
Makita ist keine Präferenz, der Hack geht einfach mangels Alternativen nur so.
Der Hack ist darum auch nicht für die, die schon Aberhunderte für V-Mounts und Ladegeräte ausgegeben haben oder eine Plug´n´Play-Lösung wünschen.
Denn das wiegt es es auf, dass man mit einer mehr oder weniger teuren, aber immer überkommenen Akku-Lösung unterwegs ist.

Beim reinen Preis ist darum auch einzukalulieren:
Bei V-Mount wartest Du meist 5 Stunden oder mehr, bis zwei Akkus voll sind, bei Makita 45 Minuten.
Die Gewährleistung beträgt in beiden Fällen 2 Jahre.
Bei der Masse der Handwerker, die Makita weltweit nutzen, wäre das Unternehmen längst pleite, wenn ihre Akkus nicht halten.
Und die Dinger sind wirklich gut: An der CC2.5 quetsche ich seit drei Jahren einen 1840 regelmäßig zweimal täglich aus - er will nicht sterben.




freezer
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Re: Blackmagic Makita Akku Hack

Beitrag von freezer » Do 02 Nov, 2017 11:24

Komisch finde ich, dass Du mit Deinem 18V 5A (90Wh) Akku eine Ursa Mini nur 50 Minuten betreiben kannst - die Kamera hat einen Maximal-Verbrauch von 50W. Mit einem IDX ~90Wh Akku läuft die Kamera 108 Minuten, mit dem 185Wh Akku ~222 Minuten.
Ich lade die IDX mit dem IDX-Doppelschnelllader bei einem 90Wh Akku in 2h auf, bei 2 Akkus dauert es 2,5 bis beide aufgeladen sind. Den 185Wh Akku lädt das Gerät in 3,5h bzw. 4,25h bei 2 Akkus gleichzeitig.

Ein 18V Akku kann von Haus aus um 25% schneller geladen werden, als ein 14,4V Akku, das Makita-Ladegerät scheint noch dazu mit 6,5A in den Akku reinzublasen, was ich schon für ein wenig grenzwertig halte von der Wärmeentwicklung her. Und anscheinend auch die Ladekurve am Ende nicht zu verflachen. Denn rein rechnerisch könnte das IDX-Gerät den 90Wh Akku in 1,5h (4A) laden - nur wird die Ladeleistung am Ende gesenkt, um den Akku zu schonen.
Da frag ich mich schon, ob das Makita-Ladegerät den Akku wirklich volllädt, oder in Wahrheit nicht nur auf 75% schnelllädt und dann abbricht, um den Akku zu schonen. Makita schreibt auf ihrer Webseite, dass die Akkuzellen beim Laden aktiv luftgekühlt werden. Das geht bei einem geschlossenem V-Mount-Akku natürlich nicht.

Mich würde mal interessieren, wieviel Leistung die Akkus tatsächlich abgeben können.
LAUFBILDkommission
Robert Niessner - Graz - Austria
Blackmagic Cinema Blog
www.laufbildkommission.wordpress.com




Jost
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Re: Blackmagic Makita Akku Hack

Beitrag von Jost » Do 02 Nov, 2017 22:27

freezer hat geschrieben:
Do 02 Nov, 2017 11:24
Komisch finde ich, dass Du mit Deinem 18V 5A (90Wh) Akku eine Ursa Mini nur 50 Minuten betreiben kannst - die Kamera hat einen Maximal-Verbrauch von 50W. Mit einem IDX ~90Wh Akku läuft die Kamera 108 Minuten, mit dem 185Wh Akku ~222 Minuten.
Ich lade die IDX mit dem IDX-Doppelschnelllader bei einem 90Wh Akku in 2h auf, bei 2 Akkus dauert es 2,5 bis beide aufgeladen sind. Den 185Wh Akku lädt das Gerät in 3,5h bzw. 4,25h bei 2 Akkus gleichzeitig.
Länger wäre wohl möglich, aber wie ich oben in den "Cons" schrieb: Wenn die Ursa über den Netzteil-Eingang gespeist wird, wird auf dem Monitor nur "AC" angezeigt und nicht Restlaufzeit oder Volt.
Man kann sich stattdessen nur über die Akku-LED-Anzeige den Ladezustand des Akkus anzeigen lassen (siehe auch Bild 3). Zu den 50 Watt der Ursa kommen dann noch 5 Watt für die SSD via USB hinzu. Die eingestellte Bildschirmhelligkeit beeinflusst auch noch den Verbrauch.
Kurz: Mit V-Mount kann man die Restlaufzeit in Volt oder Prozent ablesen, beim Makita-Hack geht es nicht. In diesem Fall müsste man über die 12-Pol-Buchse gehen, wie beim V-Mount.
Die 50 Minuten sind einfach nur ein Wert, der immer erreicht wird. Den Akku ausgelutscht, bis sich die Kamera abschaltet, habe ich noch nicht.
Und das macht man ja auch ohne Not nicht. Ich liefere das Ergebnis dennoch nach.

Ein 18V Akku kann von Haus aus um 25% schneller geladen werden, als ein 14,4V Akku, das Makita-Ladegerät scheint noch dazu mit 6,5A in den Akku reinzublasen, was ich schon für ein wenig grenzwertig halte von der Wärmeentwicklung her. Makita schreibt auf ihrer Webseite, dass die Akkuzellen beim Laden aktiv luftgekühlt werden. Das geht bei einem geschlossenem V-Mount-Akku natürlich nicht.
Dass mit der aktiven Kühlung stimmt. Im Ladegerät befindet sich ein 2W-Lüfter.

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Auf dem Makita-Ladegerät befindet sich der Luftauslass,
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der in den Lufteinlass auf der Unterseite des Akkus bläst. Von dort aus geht es in den Akku.
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Das Makita-Ladegerät ist darum auch nicht lautlos, das kleinere Ladegerät sogar eher laut. Es gibt Hacks, um den Originallüfter gegen einen leiseren und leistungsfähigeren zu tauschen. An Maktia wird ziemlich viel gebastelt.

Aktive Kühlung ist aber heute Standard. Bosch macht es auch so:
Bild
Bild

Die aktive Akku-Belüftung und die elektronische Überwachung der einzelnen Zellen ist bei Makita wohl auch der Grund dafür, dass mit 9A geladen wird. So steht es jedenfalls auf dem Ladegerät. Das machen die aber schon seit ewigen Zeiten so.

Und anscheinend auch die Ladekurve am Ende nicht zu verflachen. Denn rein rechnerisch könnte das IDX-Gerät den 90Wh Akku in 1,5h (4A) laden - nur wird die Ladeleistung am Ende gesenkt, um den Akku zu schonen.
Die Makita-Akkus enthalten einen Batterie-Management-Chip. Mit dem bin ich nicht vertraut. Ich nehme aber an, dass der Chip dafür sorgt,dass der Akku geschont wird
Bild
Da frag ich mich schon, ob das Makita-Ladegerät den Akku wirklich volllädt, oder in Wahrheit nicht nur auf 75% schnelllädt und dann abbricht, um den Akku zu schonen.
Mich würde mal interessieren, wieviel Leistung die Akkus tatsächlich abgeben können.
Die Antwort muss ich Dir leider schuldig bleiben. Ich habe kein Messgerät zur Hand. Als ich den XLR-Stecker auf korrekte Polung getestet habe, lagen etwa mehr als 20 Volt an. Das geht bei Last natürlich sofort runter. Das genaue Ergebnis liefere ich nach.




Auf Achse
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Re: Blackmagic Makita Akku Hack

Beitrag von Auf Achse » Do 02 Nov, 2017 23:50

freezer hat geschrieben:
Do 02 Nov, 2017 11:24
Komisch finde ich, dass Du mit Deinem 18V 5A (90Wh) Akku eine Ursa Mini nur 50 Minuten betreiben kannst - die Kamera hat einen Maximal-Verbrauch von 50W.
Ein 14V Akku mit den selben Wh würde mit einer Kamera die 12V benötigt wesentlich länger halten.
Wenn die Kamera 12V braucht und ein 18V Akku angeschlossen ist werden 6V vernichtet, beim 14V Akku nur 2V (vereinfacht gesagt)

Auf Achse




Jost
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Re: Blackmagic Makita Akku Hack

Beitrag von Jost » Fr 03 Nov, 2017 11:02

Auf Achse hat geschrieben:
Do 02 Nov, 2017 23:50
freezer hat geschrieben:
Do 02 Nov, 2017 11:24
Komisch finde ich, dass Du mit Deinem 18V 5A (90Wh) Akku eine Ursa Mini nur 50 Minuten betreiben kannst - die Kamera hat einen Maximal-Verbrauch von 50W.
Ein 14V Akku mit den selben Wh würde mit einer Kamera die 12V benötigt wesentlich länger halten.
Wenn die Kamera 12V braucht und ein 18V Akku angeschlossen ist werden 6V vernichtet, beim 14V Akku nur 2V (vereinfacht gesagt)

Auf Achse
Das ist unklar: Die BMCC und die Pocket haben zum Beispiel auch das 12-20V-Netzteil, der interne Akku läuft jedoch mit 7,2V. Man könnte annehmen, dass die Betriebsspannung 7,2V ist. Vielleicht gab es aber auch nur keinen kleinen 12V-Akku.
Ich nehme an, dass ein DC/DC-Wandler verbaut ist. Der Wirkungsgrad liegt normalerweise bei 90 Prozent+.
Ich bin kein Elektro-Lurch, aber nehme an, dass es wohl einen messbaren Unterschied geben muss, weil die Eingangsspannung sich auf die Verlustleistung auswirkt.
Ob ein 14,4-Akku aber "wesentlich länger" als ein 18V-Akku läuft, ist wahrscheinlich davon abhängig, wie man "wesentlich länger" definiert.

Über Gold-Mount-Akkus, die mit 14,4V laufen, habe ich bislang aber noch nicht die Klage gehört, dass V-Mount-Akkus (12V) besser seien, weil sie länger laufen.




freezer
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Re: Blackmagic Makita Akku Hack

Beitrag von freezer » Fr 03 Nov, 2017 14:20

Ich habe grad ein bisschen recherchiert. DC/DC Spannungswandler kommen auf im Schnitt ~85%, die besten auf ~90%. Mehr scheint mit vertretbarem Aufwand nicht zu gehen.
Man kann davon ausgehen, dass die Kamera intern mit 12V läuft (das UM46k Netzteil liefert auch nur 12V 8,33A DC).
Bei einem Verbrauch von 50W (laut Blackmagic) unter 14,4V hat die Kamera bei 90% Wirkungsgrad einen echten Verbrauch von 45W, also 5W Verlust.

IDX 90Wh = 6,25Ah ... 50W bei 14,4V = 3,47A -> Laufzeit = 6,25/3,47 = 108 min.
Makita 90Wh = 5Ah ... 50W bei 18V = 2,78A -> Laufzeit = 5/2,78 = 108 min.

Die Akkuspannung hat daher bei gleicher Kapazität keinen negativen Einfluss auf die Laufzeit (außer ich habe in meinen Ausführungen einen Denkfehler gemacht).
LAUFBILDkommission
Robert Niessner - Graz - Austria
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www.laufbildkommission.wordpress.com




Auf Achse
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Re: Blackmagic Makita Akku Hack

Beitrag von Auf Achse » Fr 03 Nov, 2017 17:45

freezer hat geschrieben:
Fr 03 Nov, 2017 14:20
Die Akkuspannung hat daher bei gleicher Kapazität keinen negativen Einfluss auf die Laufzeit (außer ich habe in meinen Ausführungen einen Denkfehler gemacht).
Vorausgesetzt die Kamera arbeitet mit einem Spannungswandler! Ist diese Info gesichert? Oder wird die überschüssige Spannung einfach nur verbraten?

Grüße,
Auf Achse




Jost
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Re: Blackmagic Makita Akku Hack

Beitrag von Jost » Fr 03 Nov, 2017 20:30

Auf Achse hat geschrieben:
Fr 03 Nov, 2017 17:45
freezer hat geschrieben:
Fr 03 Nov, 2017 14:20
Die Akkuspannung hat daher bei gleicher Kapazität keinen negativen Einfluss auf die Laufzeit (außer ich habe in meinen Ausführungen einen Denkfehler gemacht).
Vorausgesetzt die Kamera arbeitet mit einem Spannungswandler! Ist diese Info gesichert? Oder wird die überschüssige Spannung einfach nur verbraten?

Grüße
Auf Achse
Glauben heißt nicht wissen - wenn man den Teardowns Glauben schenken darf, bin wie gesagt kein Elektrolurch, scheinen dort keine Vorwiderstände oder Linear-Spannungswandler verbaut zu sein, die die Spannung nur verbraten, sprich in Wärme umsetzen.
Bei der Pocket, die geschlossen ist, wäre der Hitzetod programmiert. Die CC2.5 hat zwar einen Lüfter, von dem nahm ich bislang aber an, dass er für die Chipkühlung zuständig ist.
Eigentlich sind DC/DC-Wandler auch längst Standard.
Aber wie gesagt: Glauben heißt nicht wissen.




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Re: Blackmagic Makita Akku Hack

Beitrag von Auf Achse » Fr 03 Nov, 2017 20:52

Ein DC-DC Wandler hätte trotz Verlustleistung sicher einen höheren Wirkungsgrad als eine herkömmliche Spannungsstabilisierung. Aber keine Ahnung was in den Kameras da verbaut ist.

Bei Geräten mit weniger Stromaufnahme zB Fieldrecorder wirds wohl eher eine Spannungsstabilisierung sein (der Zoom F8 hat einen Spannungsbereich von 9 bis 16V). Abgesehen davon kann ich mir vorstellen daß DC-DC Wandler bei empfindlichen Geräten hochfrequente Störungen verursachen kann (EM Einstrahlung oder schlechte Gleichspannungssiebung). Da auch ich kein Elektroniknerd bin sind das bloß Vermutungen.

Auf Achse




Jost
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Re: Blackmagic Makita Akku Hack

Beitrag von Jost » Fr 03 Nov, 2017 20:57

freezer hat geschrieben:
Fr 03 Nov, 2017 14:20
Ich habe grad ein bisschen recherchiert. DC/DC Spannungswandler kommen auf im Schnitt ~85%, die besten auf ~90%. Mehr scheint mit vertretbarem Aufwand nicht zu gehen.
Man kann davon ausgehen, dass die Kamera intern mit 12V läuft (das UM46k Netzteil liefert auch nur 12V 8,33A DC).
Bei einem Verbrauch von 50W (laut Blackmagic) unter 14,4V hat die Kamera bei 90% Wirkungsgrad einen echten Verbrauch von 45W, also 5W Verlust.

IDX 90Wh = 6,25Ah ... 50W bei 14,4V = 3,47A -> Laufzeit = 6,25/3,47 = 108 min.
Makita 90Wh = 5Ah ... 50W bei 18V = 2,78A -> Laufzeit = 5/2,78 = 108 min.

Die Akkuspannung hat daher bei gleicher Kapazität keinen negativen Einfluss auf die Laufzeit (außer ich habe in meinen Ausführungen einen Denkfehler gemacht).
Ich hatte das mal durchgemessen: Die 12V vom Netzteil kommen nicht am 12V-D-Tap-Anschluss der V-Mount-Plate raus. Es gibt keinen Durchgang.
Es wird in irgendeiner Art noch einmal umgesetzt, um von der 12-20V-Eingangsspanung auf die 12V-Ausgangsspannung des D-Taps zu kommen.
Ob die 12-Volt-Ausgangsspannung des Netzteils auch die Betriebsspannung ist, weiß ich einfach nicht. Die Extra-12V-Ausgänge werden jedenfalls alle vom internen Netzteil gespeist und nicht vom externen.
Irgendwo muss dann auch noch etwas verbaut sein, um die 48V-Phantom-Spannung für die Mikros zu generieren.

Habe heute einen Akku durchgemessen. Voll hat er 20,52V. Ampere lässt sich ohne Last nicht messen. Ich konnte auf die Schnelle keine 18V-Last herstellen.
Was die ultrakurze Ladezeit angeht: Die aus dem Maker-Space sind Deiner Meinung, dass wahrscheinlich nur mit 80 Prozent geladen wird. Sie vermuten allerdings, dass die tatsächliche Akku-Kapazität des Makitas nicht bei 5, sondern bei 6 Ampere liegt.
Das mache das schnelle Laden möglich, ohne am Ende die Ladespannung zu verringern und die Ladezeit dadurch zu verlängern.

Ich habe jetzt etwas Zeit zum Testen und werde mal einen Akku etwas länger betreiben. Wenn Deine Hypothese richtig ist, sollte der 5A-Makita nur eine nutzbare Kapazität von etwa 4 Ampere haben. Dann müsste er eigentlich nach ~80 Minuten aufgeben. Das wäre immer noch deutlich mehr als meine vorsichtig angegebenen 50 Minuten. Man wird sehen.




Jost
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Re: Blackmagic Makita Akku Hack

Beitrag von Jost » Mo 06 Nov, 2017 15:47

freezer hat geschrieben:
Do 02 Nov, 2017 11:24
Komisch finde ich, dass Du mit Deinem 18V 5A (90Wh) Ak.ku eine Ursa Mini nur 50 Minuten betreiben kannst - die Kamera hat einen Maximal-Verbrauch von 50W. Mit einem IDX ~90Wh Akku läuft die Kamera 108 Minuten, mit dem 185Wh Akku ~222 Minuten.
Ich habe jetzt mal den Standby-Verbrauch getestet - 50 Prozent Bildschirm-Helligkeit, eine SSD über USB angeschlossen, Bebob-Lanc, Canon-Stabilisator auf Stufe1, zwei Minuten Recording, um zu sehen, ob sie anspringt.
Bild
Nach genau 120 Minuten habe ich abgebrochen. Laut Akku-LED noch halb voll.
Bild


Drei Stunden Standby-Betrieb sollten möglich sein.

Die permanente Aufnahme-Dauer muss ich noch testen. Die 108 Minuten Laufzeit - auf welchen Codec bezog sich das? Ich habe allerdings nur eine Samsung 850 EVO 500GB SSD und eine 128GB Cfast.




freezer
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Re: Blackmagic Makita Akku Hack

Beitrag von freezer » Mo 06 Nov, 2017 17:37

Klingt ziemlich gut. Ich konnte bisher keinen Unterschied im Laufzeitverhalten zwischen den verschiedenen Codecs feststellen. Lediglich einen kleinen Unterschied ob mit 24/25/30 fps oder 50/60fps aufgenommen wird, da zieht die Kamera um die 1 Watt mehr.
Hauptverbraucher in der URSA ist der Peltierkühler, von daher auch nachvollziehbar.
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