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Ron Brinkman über fehlende Kamera-Funktionen



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slashCAM
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Ron Brinkman über fehlende Kamera-Funktionen

Beitrag von slashCAM » Fr 13 Jul, 2012 12:13

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Hier geht es zur Newsmeldung mit Link und Bildern auf den slashCAM Magazin-Seiten:
Ron Brinkman über fehlende Kamera-Funktionen




thyl
Beiträge: 322

Re: Ron Brinkman über fehlende Kamera-Funktionen

Beitrag von thyl » Fr 13 Jul, 2012 12:57

Aufwachen...bevor Apple es tut. Ich warte nur darauf, dass Apple eine iOS-basierte, modulare Kamera auf den Markt bringt. Da haben schon andere Industriezweige die Nase zu hoch getragen. Wie zB die MP3-Player, die Smartphone-Hersteller, und selbst die Kompaktkameraanbieter. Und neuerdings die Hersteller von Palmtops etc.

Was hier fehlt, ist für mein Gefühl das Denken in Kamerasystemen. Das gibt es ja eigentlich gar nicht mehr. Zubehör, dass man sich für eine Kamera anschafft, funktioniert an der nächsten vermutlich nicht mehr. Warum also überhaupt investieren?

Und es geht ja nicht nur um die unmittelbaren Zubehörteile. Es fehlen ja auch andere Hardware-Funktionserweiterungen. Man muss den Spieltrieb der -zumeist männlichen- Kundschaft anregen, sich Ergänzungen zu kaufen, mit denen man die Funktion erweitern kann. Auch hier fehlt es deutlich an Kreativität.




marcszeglat
Beiträge: 276

Re: Ron Brinkman über fehlende Kamera-Funktionen

Beitrag von marcszeglat » Fr 13 Jul, 2012 13:18

tja, die hersteller drehen zur zeit nur kräftig an der preisschraube, verkaufen aber immer weniger. sie sollten sich mal an kundenwünsche orientieren und enger mit diesen zusammenarbeiten. statt dessen drosseln sie die hardware und schieben dann nach 1, oder 2 jahren kostenpflichtige firmware-updates nach... lang lebe das marketing! ich kenne viele unzufriedene kollegen, die mittlerweile lieber abwarten und mit ihren alten kameras arbeiten, statt neue zu kaufen und sich verarschen zu lassen!




le.sas
Beiträge: 1645

Re: Ron Brinkman über fehlende Kamera-Funktionen

Beitrag von le.sas » Fr 13 Jul, 2012 14:17

kannste haben, ich gehe stark davon aus dass Apple das in die Hand nimmt.

Allerdings hat das ganze dann eine Kehrseite- es werden nur noch ultrahippe, coole Trendy Videos entstehen, weil jeder Hipster-Spacko sich die neuste Instagramm App für seine neue Apple Kamera herunterlädt und denkt jetzt "was ganz besonderes" mit dem Look zu drehen.




MMM
Beiträge: 80

Re: Ron Brinkman über fehlende Kamera-Funktionen

Beitrag von MMM » Fr 13 Jul, 2012 17:07

Ich wäre eher für tatsächliche Verbesserungen, die der Videoqualität und der Bedienung zugute kommen. Sonys neue Modellreihe mit dem Stabilisator mag ja ein großer Schritt fürs freihändige Filmen sein, aber die Schärfe der Modelle ist immer noch hinter der Konkurrenz. Die Bildcharakteristik ist nach wie vor nicht veränderbar.
Ich warte zudem auf die erste Kamera mit Global Shutter. Dann wären windschiefe Rolling-Shutter-Aufnahmen endlich Vergangenheit.
Schlußendlich müßte man für die Verbesserungen nicht mal wirklich viel tun, man müßte nur endlich aufhören, die Geräte künstlich zu kastrieren.
Z.B. hat meine billige MiniDV-Cam für 300 € 2007 noch einen Sucher gehabt, der heute nur noch als Premium-Merkmal in der Top-Klasse zu finden ist. Und dann noch nicht mal in einer wirklich berauschenden Auflösung. Weiterhin wäre endlich eine freie Wahl der Bildrate - PAL oder NTSC - einzubauen. Das kann ja nun echt nicht so schwer sein, Canons VDSLR können das ja auch.
Die Hersteller haben jedenfalls mächtig gepennt, Panasonic hat am Global Shutter gearbeitet, der angeblich in der GH2 kommen sollte, doch dann konzentrierte man sich lieber auf die 3D-Spielerei und die GH2 hatte wenig Neuerungen. Wenn ich dann die Wahl zwischen endlich nicht mehr schiefen Bewegtaufnahmen und 3D-Murks mit Spezialbrille habe, fällt mir die Wahl nicht schwer. Nur weil das Marketing denkt, irgendwas sei innovativ, heißt das nicht, daß es das auch ist.
Genauso sinnfrei sind die inflationären Implementierungen von WLAN in Kameras zum Direkt-Upload des Krempels bei Fratzenbuch, Youtube und co.

Die meisten Verbesserungen, die ich aufgezählt habe, sind nicht mal wirklich schwer zu erreichen. Eine bessere Firmware und selbst leicht veränderte Hardware würden schon Wunder bewirken. War nämlich alles schon mal irgendwie da! Man müßte es nur mal endlich alles in einem Gerät zusammenbringen, nicht z.B. wie Sony Farbstil-Anpassungen in den Cybershot-Kameras erlauben, in den Handycam-Camcordern aber nicht.

Ob eine Kamera unbedingt einen Appstore braucht...bin da eher skeptisch. Am Ende ist das ja nur wieder mit Knebel-AGB einhergehend, die dann vielleicht noch die Bilder erst dann zum Abspeichern auf dem Computer freigeben, wenn sie vorher brav in die Cloud gepumpt wurden. Android und Windows Mobile machen es vor.

PS @ rudi, bitte mal ansehen ;-) (SCNR)
http://www.spiegel.de/kultur/zwiebelfis ... 15125.html
"Mein Gott, man kanns auch übertreiben. Für jeden Fliegenschiss gleich tausend Behördengänge für irgendwelche Genehmigungen. Irgendwann wird man dafür bezahlen müssen, sich im Freien aufhalten zu dürfen..." Zitat aus dem Forum




MMM
Beiträge: 80

Re: Ron Brinkman über fehlende Kamera-Funktionen

Beitrag von MMM » Fr 13 Jul, 2012 17:19

le.sas hat geschrieben: Allerdings hat das ganze dann eine Kehrseite- es werden nur noch ultrahippe, coole Trendy Videos entstehen, weil jeder Hipster-Spacko sich die neuste Instagramm App für seine neue Apple Kamera herunterlädt und denkt jetzt "was ganz besonderes" mit dem Look zu drehen.
Jep, aber mal ehrlich, wo ist da die große Veränderung zum Status Quo? Es pumpt doch schon fast jeder Dödel seine tollen FullHD-Videos direkt zu Fratzenbuch oder Youtube hoch, klatscht vielleicht noch mit den Editoren dort etwas Mucke und einen Farbfilter rüber und fertig. Den "Hipstern" und auch den "Normalos" kannste doch kaum vermitteln, warum jemand heute noch richtige Kameras kauft. Handys können neuerdings mit 41MP Fotos machen, FullHD ist doch eh Standard, wozu sich also noch dezidierte Geräte anschaffen, wozu ´ne DSLR mit 12MP oder einen Camcorder, wenn das Handy - glaubt man dem Marketing - genauso gut oder besser ist und dazu noch in die Hosentasche paßt? Genauso wenig läßt sich solchen Leuten auch der Sinn von richtigen Schnittprogrammen vermitteln...
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Heinz07
Beiträge: 63

Re: Ron Brinkman über fehlende Kamera-Funktionen

Beitrag von Heinz07 » Fr 13 Jul, 2012 17:22

Gott oh Gott, welche Innovationsfreude bei den firmen herrschen muß, dass sie nicht mal einen Lanc (oder ähnl.) für eine vernünftige Hintercambedienung einbauen.
Müßte doch mit 1/2 Mannentwicklerjahr zu schaffen sein (:-). Gabs nämich bis vor 5-10 Jahren in vielen Camcordern.
Man hätte ja so einfache Wünsche, aber nichts dringt durch. Wen wunderts da, dass die Produkte in den Läden verstauben.

Gruß Heinz




Skeptiker
Beiträge: 4940

Re: Ron Brinkman über fehlende Kamera-Funktionen

Beitrag von Skeptiker » Fr 13 Jul, 2012 18:03

Auch ich habe den Brinkman-Artikel mit etwas gemischten Gefühlen gelesen.
Die voll vernetzte Kamera mit App Store-Anbindung und x eingebauten Sensoren zwecks Automatisierung von allem und jedem ist sicher ein möglicher Ansatz für die Zukunft von Foto und Film. Ergebnis: Ein aufgeblasenes iPhone - eine iCanon, iNikon, iPana oder iOly quasi.
Was mir daran gefällt: Der modulare Aufbau und die Flexibilität.

Aber Fotografie und Filmerei haben eben auch eine ruhige, betrachtende, kontemplative Komponente - etwas, das einen gerade NICHT in den voll vernetzten 'Wahnsinn' treibt, sondern für gestalterische, persönliche Momente mit einem fixen (= nur in Grenzen veränderlichen) Werkzeug, der Kamera, davon befreit.

Und da sehe ich ebenfalls Verbesserungs-Bedarf, so wie ihn MMM vor mir bereits erwähnt hat:

Warum nicht mal einen Versuch mit 'Global Shutter' wagen ?

Warum nicht mal weg von den harten Kontrasten mit Werbefilm-Ästhetik hin zu weicheren Bildern mit grossem Kontrastumfang, wie die auf slashcam unter 'Arri Alexa LogC 1080p24 Demomaterial zum üben' verlinkten Arri Alexa-Beispiele zum 'Color Grading' bzw. 'Contrast Grading', die man in der Nachbearbeitung (oder vielleicht zukünftig schon in der Kamera) für einen bestimmten Look nach eigenen Vorstellungen nachbearbeiten kann.

Warum nicht mal weg vom superkomprimierten AVCHD zu etwas weniger komprimierten und schnittfreundlicheren Formaten, selbst wenn es nur AVC(HD)-Intra wie in Canons 5D MkIII sein sollte.

Viele freuen sich über alte Spiegelreflex-Optiken z.B. von Olympus oder Nikon, die sie mit ihren Digicams per Adapter verwenden können. Wer hätte gedacht, dass nach dem Ende der klassischen Kodak- (und Fujifilm-) 35mm-Kameras deren alte Gläser noch einmal eine solche Renaissance erleben würden ?
Und was ist mit den heutigen Objektiven ? Ich lese da teils, dass die nur noch in Kombination mit In-Kamera-CA-Korrekturen vernünftige Bilder produzieren. Mag es von den niedrigeren Fertigungskosten her auch berechtigt sein, ein Objektiv nicht richtig auszukorrigieren, so ist es in meinen Augen doch zu kurz gedacht. Ein vollwertiges Objektiv lässt sich auch an verschiedenen Kameras mit unterschiedlichen CA-Korrekturen (oder gar keinen) verwenden und ist damit einigermassen 'future-proof'!

Und - MMM hat es bereits erwähnt - es wäre schön, wenn die japanischen Kamerahersteller uns eigenwilligen Europäern die Wahl lassen würden, ob wir mit 24. 25, 30, 48, 50 oder 60 Bildern pro Sekunden filmen möchten - und wenn es nur eine höfliche Geste des Entgegenkommens wäre.




Christian Schmitt
Beiträge: 463

Re: Ron Brinkman über fehlende Kamera-Funktionen

Beitrag von Christian Schmitt » Fr 13 Jul, 2012 19:20

warum, warum? weil im Kapitalismus eben nicht nach Bedarf produziert wird...?




thyl
Beiträge: 322

Re: Ron Brinkman über fehlende Kamera-Funktionen

Beitrag von thyl » Sa 14 Jul, 2012 07:55

Es sind halt auch einfach Behörden. Guckt Euch mal auf Wikipedia die Unternehmensgrößen an. Und das gilt selbst für den letzten erfolgreich Überlebenden aus der guten alten Photo-Zeit, Nikon (der einzige echte Kamerahersteller, der es geschafft hat, ohne Verkauf/Konkurs in die Digitalzeit zu kommen). Die haben ja nun wirklich keine prefoessionellen Videokameras, die sie vor den VDLSRs schützen müssten, und schaffen es dennoch nicht, in den Markt mit was Gescheitem einzusteigen.

Wahrscheinlich muss sich das von unten erneuern. So wie mit der Digital Bolex, der Kineraw oder der Black Magic.




crassmike
Beiträge: 325

Re: Ron Brinkman über fehlende Kamera-Funktionen

Beitrag von crassmike » Sa 14 Jul, 2012 13:27

Genau, die Idee zu kompakten, digitalen Cinema-Kameras kam ja auch erstmalig von RED, einem "Außenseiter".
Nur, weil die Entwicklung so lange dauerte und der Preis der Scarlet nun doch nicht so "revolutionär" ist, hatten die anderen Hersteller genug Zeit, eigene Modelle zu etablieren und den Markt noch für sich aufzuteilen.
Wie sich die Blackmagic schlagen wird und ob sie die etablierten Hersteller unter Druck setzen wird, eine "C300 für Arme" oder eine "GH-X mit 4:2:2-Aufzeichnung" auf den Markt zu bringen, wird sich zeigen. Ist in meinen Augen aber ein positiver Trend, den Markt von außen aufzumischen.

Der Vergleich mit Behörden stimmt soweit. Denn ich glaube von Entwicklern von Panasonic mal ein (anonymes) Interview gelesen zu haben, dass der Fortschritt der Hacks durchaus bewundert wird. Ich schätze, dass die Ingenieure sehr gerne mehr Features hätten, aber in ihrer Kreativität regelmäßig vom Management in die Schranken gewiesen werden. Was ja aus finanziellen Gründen durchaus verständlich ist, aber Innovationen verhindert.

MfG




Jan
Beiträge: 9457

Re: Ron Brinkman über fehlende Kamera-Funktionen

Beitrag von Jan » So 15 Jul, 2012 00:36

Ich weiss nicht, ob dem Herrn Brinkman die Lage am Camcordermarkt nicht bekannt ist.


Warum verliert den das Camcordergeschäft von Jahr zu Jahr 15-20 % ?

Und das nicht erst seit gestern !

Warum filmen den Handys, Digitalkameras immer besser ?


Die Industrie hat den Camcordersektor schon lange aufgegeben, das sieht man auch an verschiedenen Punkten.


Wenn ihr Euch einige Modellen aus den Jahren 2009-2012 anschaut, da hat sich teilweise sehr wenig geändert, und wenn dann maximal in der Oberklasse der Consumer.


Bei Camcorder unterhalb von 500 € gab es die letzten Jahre kaum nennenswerte Verbesserungen. Vergleicht mal die Sony Panasonic und Canon Modelle.


Eine 50 P Funktion ist da schon etwas besonderes, diese Funktion hat man aber auch nur von der Oberklasse der Consumer abgezweigt.


Warum filmt den Canon immer noch mit 50i und einem miesen Weitwinkel (ausser G 10 und drüber) ?


Die wollen nicht !





Kunden möchten nicht unbedingt ein zweites Gerät, um zu Filmen.


Und wenn dann um etwas besonderes zu Filmen, wie eben mit DSLR, Low Budget Kinokamera oder Systemkamera.


Ich wurde schon vor ein bis zwei Jahren belächelt, wo der Trend anfing, das Camcorder sterben, wir werden uns wieder sprechen in 2-5 Jahren !


Schaut Euch dazu in den nächsten Jahren mal die Neuvorstellungen an, was wirklich Revolutionäres in die Geräte kommt.

4k ?


Ja aber nicht in die üblichen Videokameras !



Und schaut Euch dazu an, was Neues in Smartphones, Low Budget Kinokameras, DSLR, Digitalfotokameras und Systemkameras eingesetzt wird.


Die Gurus der Firmen haben sich schon längst entschieden !



VG
Jan
Der Westen gewann die Welt nicht durch die Überlegenheit seiner Ideen, Werte oder Religion, sondern eher durch die Anwendung organisierter Gewalt. Westliche Menschen vergessen das oft - die Anderen nicht.

Oliver Stone - Regisseur, Produzent und Autor




handiro
Beiträge: 3139

Re: Ron Brinkman über fehlende Kamera-Funktionen

Beitrag von handiro » So 15 Jul, 2012 16:04

Also was der da fordert ist das letzte was ich mir wünsche!

geotagging? ich weiss immer wo ich bin, die 3 Buchstaben Burschis auch?

app store? kommt mir nicht ins System/Festplatte. iTunez habe ich gelöscht!
In eine Kamera gehört das nicht und wäre für mich ein Grund sie NICHT zu kaufen.

WLan? hmm naja....könnte eventual mal nützlich sein brauche ich aber nicht. Dann eher ein GMS Modul mit simcard slot damit ich als Pressefotograf meine Bilder gleich an die Redaktion schicken kann.

Dann ein bischen Schimpfen auf rolling shutter und als Eierföhn developer will er natürlich einen 12 core 6fach Prozessor drin haben, der gleich HDR zusammen rechnet, die Steuererklärung jeden Monat per WLan abschickt und ihn daran erinnert seine mom anzurufen.

und weils so traurig war hier der passende Witz dazu:

A man called his mother in Florida . "Mom, how are you?" Not too good," said the mother. "I've been very weak. " The son said, "Why are you so weak?" She said, "Because I haven't eaten in 38 days." The son said, "That's terrible. Why haven't you eaten in 38 days? " The mother answered, "Because, I didn't want my mouth to be full in case you should call."

schönen Sonntag noch.
Good-Cheap-Fast....Pick Any 2




MMM
Beiträge: 80

Re: Ron Brinkman über fehlende Kamera-Funktionen

Beitrag von MMM » So 15 Jul, 2012 21:42

Jan hat geschrieben: Warum filmen den Handys, Digitalkameras immer besser ?
Die konnten teilweise schon früher besser filmen als vergleichbare Camcorder. Meine Canon Powershot S3 IS hat 2006 auch schon bessere Filme gemacht als die meisten MiniDV-Camcorder. Und konnte dazu fotografieren.
Heutzutage ist HD ja nun Standard, jedes bessere Handy und auch schissige Billig-Geräte können FullHD, ob das Resultat gut ist, ist die andere Sache.
Die Industrie hat den Camcordersektor schon lange aufgegeben, das sieht man auch an verschiedenen Punkten.
Leider! Es fängt schon mit den Bildstilen an. Wenn ich an der billigen Sony HX9V den Bildstil einstellen kann, beim teuren CX730 aber nicht, komme ich mir verschaukelt vor.

Wenn ihr Euch einige Modellen aus den Jahren 2009-2012 anschaut, da hat sich teilweise sehr wenig geändert, und wenn dann maximal in der Oberklasse der Consumer.
Und selbst da sind die Neuerungen eher bescheiden. Upgrade SD-707 auf SD-909 war ja nun echt eher bescheiden, erst mit der X900-Serie kamen Weitwinkel und ein besserer Stabilisator, aber immer noch kein Kontrollumfang für den Bildstil wie bei den Fotokameras.
Kunden möchten nicht unbedingt ein zweites Gerät, um zu Filmen.
Nicht nur dazu nicht, sondern auch für andere Sachen wie Fotos, surfen etc.
Wer kauft denn heute noch eine Digitalkamera und einen Camcorder und ein Netbook zusammen? Machen viele doch alles schon mit dem Smartphone...
4k ?

Ja aber nicht in die üblichen Videokameras !
4K wird sicher kommen, aber dann erstmal nur in der sauteuren Top-Klasse und mit vielen Limits...
Und schaut Euch dazu an, was Neues in Smartphones, Low Budget Kinokameras, DSLR, Digitalfotokameras und Systemkameras eingesetzt wird.

Die Gurus der Firmen haben sich schon längst entschieden !
Leider, das Marketing hat zu viel Macht.
Die Uniformierung der "eierlegenden Wollmilchsau" schreitet ja immer mehr voran.
Man möchte gerne allen ein Universalgerät aufschwatzen, Smartphone mit Fotofunktion, HD, 20 Sharing-Diensten, WLAN, Browser, mit kostenpflichtigen Apps für Fotobearbeitung und Videoschnitt und alles immer brav in die Cloud pumpen mit fragwürdigen Nutzungsbedingungen bezüglich Datenschutz etc.
Facebook keinen richtigen Datenschutz, trotzdem nutzt es fast jeder.

Wenn ich schon immer das Wort "Apps" lese...vor ein paar Jahren war das noch ein anrüchiger Begriff für gecrackte Software auf dubiosen Seiten(gut, da schrieb man es meistens mit Z), heute sind es Handyprogramme. Mann...
"Mein Gott, man kanns auch übertreiben. Für jeden Fliegenschiss gleich tausend Behördengänge für irgendwelche Genehmigungen. Irgendwann wird man dafür bezahlen müssen, sich im Freien aufhalten zu dürfen..." Zitat aus dem Forum




Skeptiker
Beiträge: 4940

Re: Ron Brinkman über fehlende Kamera-Funktionen

Beitrag von Skeptiker » So 15 Jul, 2012 22:31

Brinkmans Visionen

Seine Sicht ist offensichtlich die des Programmierers. Er war bei 'Nothing Real' an der Entwicklung des High End Compositing-Werkzeugs 'Shake' beteiligt, das 2002 von Apple aufgekauft und mittlerweile stillgelegt wurde.
Shake bietet eine Interface-Sicht auf ein Netz von Knotenpunkten (= Shake-Funktionen), an denen Verbindungslinien den Informationsfluss der zusammengeschalteten Shake-Knoten (Funktionseinheiten, Effekte) von oben nach unten (im Interface) symbolisieren und schliesslich zum Endergebnis führen. Durch lösen von Verbindungslinien oder deaktivieren von einzelnen Knoten kann man stets die Wirkung einzelner Komponenten und Signalflüsse auf das Endergebnis prüfen.

So ähnlich wie in Photoshop die Ebenen von oben nach unten jeweils das tieferliegende Bild beeinflussen.

Die heutigen Knoten sind für Brinkman die Hardware-Komponenten wie Sensor, Objektiv, Verschluss, statt 'Shake' programmiert er nun iApps, und der Computer wurde ersetzt durch iPhone und iPad.

Geblieben ist der Wunsch nach einer möglichst flexiblen 'Versuchsanordnung', die zum Experimentieren einlädt.

So weit nicht schlecht, und wir werden vermutlich alle noch erstaunt sein, was da von Apple (und anderen) mit der geballten Ideenfülle und Fantasie der App-Programmierer an Varianten auf uns zu kommt, um mit diesem Mini-Computer namens iPhone die Kamera-Hardware zu steuern.
Ein sehr interessantes Besipiel hat Brinkman in seinem Artikel verlinkt: Eine äusserst flexible, Software-gesteuerte iPhone-Leuchte (oder allgemeine Kamera-Leuchte mit dem iPhone als Remote Controller), mit Licht-Lern-Fähigkeit (vergleichbar etwa mit dem Audio-Sampling).

Kick - Mini-Kight with iPhone Remote Control:


Und wenn ich Brinkmans einzelne Vorschläge der Reihe nach durchlese, muss ich sagen, dass einige gute Argumente für die WAHLWEISE vernetzte und voll programmierbare Kamera dabei sind.

Vom Konzept her geht auch die angekündigte Blackmagic-Kamera mit ihrem aus Display, Sensorgehäuse inkl. Objektivanschluss und Speichereinheit bestehenden 3-Modul-Konzept in die Richtung 'Mini-Computer mit zusätzlicher Optik-Einheit', zumal sie auch kaum weitere Bedienelemente aufweist.

Löst dieses flexible Konzept also die bisherige Hardware-Fix-Verdrahtung der Kameras (mit limitierten Firmware-Zugriffsmöglichkeiten) bald ab ? Ich glaube es nicht; ich nehme an, dass beide Konzepte nebeneinander existieren können.
Das fixe Werkzeug mit limitierter (aber sorgfältig ausgesuchten) Eigen-Kontrolle und die Programmier-Schnittstelle mit angehängter Optik-Einheit. Nur hat die offene Programmierschnittstelle auf Dauer den riesigen Vorteil, dass hier die globale Intelligenz der weltweiten Programmierer an der Realisierung von Ideen mitwirken kann, auf die eine einzelne Firma vielleicht gar nie kommen würde.

Was in Zukunft weniger gefragt sein könnte, wenn die Leute mal auf den Geschmack der eigenen Gestaltungsmöglichkeit der Funktionalität ihrer Aufnahmegeräte gekommen sind, ist die heutige Diversifikations-Strategie der japanischen Hersteller, alle paar Monate wieder ein neues Modell herauszubringen, das zwar Feature A dazugewonnen hat (z.B. 25 und 50 i/p oder manuelle Ton-Aussteuerung), dafür aber Feature B wieder verloren hat (z.B. die XLR-Anschlüsse fürs Mikrofon oder die Zeitlupen-Fähigkeit) etc. etc. ... ad infinitum und ad nauseam !

Ich glaube, irgendwann wird's den Leuten einfach zu blöd werden, dieses Spiel weiter mitzuspielen.

Der Markt ist im Fluss, die Karten werden neu gemischt - das ist gut so. Gefahr, aber auch Ansporn für die Etablierten (die japanische Kamera-Industrie, der - wenn sie nicht darauf ragiert - vielleicht dasselbe Schicksal droht wie einst der deutschen Kamera-Industrie, als die Japaner begannen, vieles genauso gut und preiswerter (nach)zubauen) und gleichzeitig grosse Chance für unkonventionelle Neueinsteiger, aber auch für lange Zeit Ausgebootete (die Europäer), hier wieder Tritt zu fassen und einzusteigen (was der deutschen Optik-Industrie ganz gut gelungen ist, die mit Zeiss (liiert mit Sony aber auch Nokia etc. etc.) & Leica (Panasonic) und sogar lange nicht mehr gehörten Namen wie 'Schneider-Kreuznach' (Samsung), 'Rodenstock' (ausser beim Mittelformat) oder 'Voigtländer' immer noch bzw. wieder dabei ist.

Und die ferne Zukunft ?

"Tea, Earl Grey, hot !", war Captain Piccards Standard-Anweisung an den Replikator, wenn er mal einen ruhigeren Moment an Bord der Enterprise hatte. Und wie von Geisterhand erschien der heisse Tee im Ausgabefenster.

"Siri, wie spät ist es ?" So weit sind wir schon - das mit der Sprach-Analyse klappt soweit (allerdings nur mit einer grossen Server-Datenbank im Hintergrund).

Aber die Sache mit dem Replikator ... lässt vermutlich noch auf sich warten.
Dabei wäre so ein 'Matter Synthesizer', ein Materie-Generator schon eine praktische Sache.

Aber, um etwas mehr in der Realität zu bleiben und 'eine Stufe' tiefer:
"Computer ... Video, 50 Frames per Second, ISO 200, Weitwinkel-Optik 24-72 mm, Blende 2.8 !"
... und unser computer-gesteuerter Objektiv-Generator, verknüpft mit einer riesigen Optik-Recheneinheit im Hintergrund und bestehend aus einem flexiblen Tubus mit 15 variablen 'Gummi'-Linsen (wechselbarer Form und Dicke) und veränderlichen Eigenschaften von wenig streuend über hochbrechend bis zu asphärisch, würde Linsen, Tubus und Blenden in die passende Komposition und Form bringen, damit uns das gewünschte 24-72 mm Weitwinkel zu Verfügung stünde. Um uns bei nächster Gelegenheit auf Wunsch auch eine 400 mm Tele-Linse anzubieten.

Tja, ob ich DAS noch erlebe ... ???




thyl
Beiträge: 322

Re: Ron Brinkman über fehlende Kamera-Funktionen

Beitrag von thyl » Fr 20 Jul, 2012 09:10

handiro hat geschrieben:Also was der da fordert ist das letzte was ich mir wünsche!

.
Komisch, mir fallen da Sachen ein, die ich gut fände. ZB schimpfen ja alle, dass es keine sauberen HDMI-Ausgänge gibt. Dafür ne App?

Oder, wie es gerade ARRI vormacht, andere Codecs. Bei ARRI gibt es jetzt DNxHD Codierung zum Nachkaufen. Das ist ja sowas wie ne App, auch wenn Arri die nicht so nennt.

Wenn man die Schnittstellen offen hält, kann man da sinnvolle Sachen ohne Ende machen.




handiro
Beiträge: 3139

Re: Ron Brinkman über fehlende Kamera-Funktionen

Beitrag von handiro » Fr 20 Jul, 2012 18:05

Sony macht das schon seit Jahrzehnten: upgrade heisst es da.
Offene Schnittstellen sind immer gut aber was nützt mir 8 bit 4.2.0 weil die cam nix anderes ausspucken kann? Man sieht es doch an der GH2, da hackt Vitaly was möglich ist, aber die wird nie und nimmer 10 bit oder 12 bit machen können.

Wichtig sind erstmal prinzipielle Entwicklungen wie global shutter für CMOS.
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