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CornerCut - direkter Timeline-Export ohne XML



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slashCAM
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Beiträge: 11279

CornerCut - direkter Timeline-Export ohne XML

Beitrag von slashCAM »


Sollen Projektdateien zwischen verschiedenen Schnittsystemen Adobe Premiere, Blackmagic DaVinci Resolve, Apple Final Cut uä. ausgetauscht werden, funktioniert dies normal...

Hier geht es zur Newsmeldung auf den slashCAM Magazin-Seiten:
CornerCut - direkter Timeline-Export ohne XML



MIIIK
Beiträge: 355

Re: CornerCut - direkter Timeline-Export ohne XML

Beitrag von MIIIK »

Irgend wie scheint die verlinkung hier nicht zu 100% zu funktionieren

Zumindest lande ich immer auf dem "Offener Brief gegen KI-Slop für Kinder auf YouTube" Artikel
Zuletzt geändert von MIIIK am Di 07 Apr, 2026 13:27, insgesamt 1-mal geändert.



HerrWeissensteiner
Beiträge: 119

Re: CornerCut - direkter Timeline-Export ohne XML

Beitrag von HerrWeissensteiner »

Link ist falsch



CameraRick
Beiträge: 4908

Re: CornerCut - direkter Timeline-Export ohne XML

Beitrag von CameraRick »

Hab mir mal die Website angeschaut, weil ich gerne wüsste, wie es sich so händelt. Ich kann es leider nicht testen, da ich keine sensiblen Daten mit blindem Vertrauen auf eine Website hochladen kann.
Mich würde sehr interessieren, wie es sich das in klassischem Proxy-Workflow verhält, und wie gut Retimes (egal ob linear oder non-linear) rüber kommen. Dass man eine .drp bekommt schmeckt mir schon nicht so richtig, ein angelegtes Projekt hab ich in der Timeline idR ja schon; klar, ich kann alles rüber kopieren, aber wenns ein Projekt ist beschleicht mich schon das Gefühl dass da dann auch alle Clips (im Zweifel Offline) schon importiert sind, was mir auch so gar nicht schmeckt.
ich schreibe hier nur in pausen auf der arbeit.



Alex
Beiträge: 2257

Re: CornerCut - direkter Timeline-Export ohne XML

Beitrag von Alex »

CameraRick hat geschrieben: Di 07 Apr, 2026 13:51 Hab mir mal die Website angeschaut, weil ich gerne wüsste, wie es sich so händelt. Ich kann es leider nicht testen, da ich keine sensiblen Daten mit blindem Vertrauen auf eine Website hochladen kann.
Dazu tut es doch ne Timeline mit nem Handyvideo aus deinem Garten?



freezer
Beiträge: 3847

Re: CornerCut - direkter Timeline-Export ohne XML

Beitrag von freezer »

Das ist ja mal ein Zufall, schrieb ich doch vor nicht ganz einer Woche im BMD-Forum:
Premiere Pro project files for example are zipped XML files with clear text. Maybe one could write a tool to read out all transform information for all clips and convert that for Baselight and Resolve to apply via a python script? I do not know about Avid project files structure, but I guess it is similar to Premiere Pro?
https://forum.blackmagicdesign.com/view ... 7#p1209807

und danach:
I have created a proof of concept py script, which unpacks a .prproj file (it is a gzip), parses through the XML structure and writes a CSV file with:
clip_nr;clip_name;
tl_in_tc;tl_out_tc;duration_tc;src_in_tc;src_out_tc;
ppro_pos_x_norm;ppro_pos_y_norm;ppro_pos_x_px;ppro_pos_y_px;
ppro_scale;ppro_rotation;
resolve_pos_x;resolve_pos_y;resolve_zoom;resolve_rotation;is_default

That does work already.

Converting the transform data for Resolve is trivial, I had done this a few years ago for a project before via an Excel sheet and some simples formulas.

The idea is to bypass the FCP XML from Premiere for the transform info and so avoid any potential issues. Instead read out the information directly from the project file and create a sheet.
Then (in theory) use another script fed from the sheet in Resolve to automatically apply the correct transform data.

Avid seems to be more complicated, as they are using a binary project file. But at least Avid AAF exports should carry over transform data and AAF is a documented format which could theoretically be parsed the same way as .prproj files.
https://forum.blackmagicdesign.com/view ... 1#p1209851
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CameraRick
Beiträge: 4908

Re: CornerCut - direkter Timeline-Export ohne XML

Beitrag von CameraRick »

Alex hat geschrieben: Di 07 Apr, 2026 14:27 Dazu tut es doch ne Timeline mit nem Handyvideo aus deinem Garten?
Ich habe privat keine Premiere Lizenz, also wird das schwer. Erfahrungsgemäß denken Editoren sich auch immer so Dinge aus, die hinten raus große Probleme machen, auf die ich gar nicht käme :)
Spaß bei Seite: mich interessieren vor allem ganz gewöhnliche Produktionsabläufe, mir während der Arbeitszeit nun Proxys aus privatem Material zu rechnen und eine "typische Editoren-Timeline" zusammen zu schneiden, um ein Tool zu testen, was ich im Alltag womöglich eh nicht nutzen kann, ist dann so eine Sache.
Ich fand den Conform von XMLs nie sonderlich problematisch, außer bei richtig fiesen Retimes (wie Retimes innerhalb eines Nests, die dann wieder retimed sind), daher würde mich interessieren, wie das hier besser wird. Da ein Projekt erstellt wird, ists vermutlich an anderen Stellen dann wieder nerviger.

Ich glaub das Problem wäre weniger da wenn Premiere gescheite OTIO exportieren könnte, aber sei es drum; ich kann keine sensiblen Daten auf eine Website laden, schon gar keine die nicht mal ein Impressum hat. Sind vielleicht hauptsächlich Metadaten und Pfade, aber eben auch Handfeste Infos und dergleichen

@freezer
.drp sind ja auch nur ZIPs, genau wie .docx oder eben die .prproj; wirkt auch irgendwie sinnig, man muss ja nicht immer das Rad neu erfinden :)
ich schreibe hier nur in pausen auf der arbeit.



tom
Administrator
Administrator
Beiträge: 1566

Re: CornerCut - direkter Timeline-Export ohne XML

Beitrag von tom »

MIIIK hat geschrieben: Di 07 Apr, 2026 13:27 Irgend wie scheint die verlinkung hier nicht zu 100% zu funktionieren

Zumindest lande ich immer auf dem "Offener Brief gegen KI-Slop für Kinder auf YouTube" Artikel
Danke für den Hinweis, ist jetzt korrigiert!

Thomas
slashCAM



freezer
Beiträge: 3847

Re: CornerCut - direkter Timeline-Export ohne XML

Beitrag von freezer »

CameraRick hat geschrieben: Di 07 Apr, 2026 16:04 @freezer
.drp sind ja auch nur ZIPs, genau wie .docx oder eben die .prproj; wirkt auch irgendwie sinnig, man muss ja nicht immer das Rad neu erfinden :)
Ja schon klar, aber Du musst halt auch die Struktur zuerst mal eruieren und zuverlässig schreiben können.

Warum BMD das nicht seit Jahren native in Resolve hat - also zumindest den PPROJ Import, verstehe ich eh nicht. Avid ist ein anderer Fall, da ist nix mit Klartext XML.
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berlin123
Beiträge: 1507

Re: CornerCut - direkter Timeline-Export ohne XML

Beitrag von berlin123 »

Bevor man die Davinci Projekt-Datei nach der Umwandlung aus einer PP Datei runterladen kann muss man erst ein Benutzerkonto erstellen. Hätten sie das zu Beginn geschrieben, hätte ich es vielleicht gemacht, aber so ist da so eine unnötig "clevere" Marketing Methode. So wichtig ist das testen nun auch nicht. Sollte es wirklich gut sein und vernünftig bepreist, wird man das schon erfahren.



freezer
Beiträge: 3847

Re: CornerCut - direkter Timeline-Export ohne XML

Beitrag von freezer »

Ich hab's ausprobiert, aber leider werden derzeit nur DVR 20 drps unterstützt und ich bin noch auf 17 bzw. 19.
Zumindest auf den ersten Blick sieht die Umwandlung aber sauber aus, hab einen Blick in das drp Zip gemacht.
Laut Log sind nur die Audio Clipgains nicht übernommen worden.
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Robert Niessner - Graz - Austria
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MuffinOne
Beiträge: 39

Re: CornerCut - direkter Timeline-Export ohne XML

Beitrag von MuffinOne »

Oh das muss ich unbedingt testen. Das sollte doch Roundtrips aus FCP nach Resolve sauberer werden lassen?
Hatte zuletzt mal wieder Probleme, was ich auch nur über Umwege lösen konnte 🙈



berlin123
Beiträge: 1507

Re: CornerCut - direkter Timeline-Export ohne XML

Beitrag von berlin123 »

MuffinOne hat geschrieben: Di 07 Apr, 2026 19:44 Oh das muss ich unbedingt testen. Das sollte doch Roundtrips aus FCP nach Resolve sauberer werden lassen?
Hatte zuletzt mal wieder Probleme, was ich auch nur über Umwege lösen konnte 🙈
Auf der Website kann man nur Premiere Pro Projektdateien hochladen und bekommt eine Resolve Projektdatei zurück.



MuffinOne
Beiträge: 39

Re: CornerCut - direkter Timeline-Export ohne XML

Beitrag von MuffinOne »

Ja, aktuell, da steht auch es soll in Zukunft mit anderen ebenfalls funktionieren.
Ich hoffe einfach die reichen das schnell nach 😂



j.t.jefferson
Beiträge: 1239

Re: CornerCut - direkter Timeline-Export ohne XML

Beitrag von j.t.jefferson »

klappen multicams?
Manfred Baulig



CameraRick
Beiträge: 4908

Re: CornerCut - direkter Timeline-Export ohne XML

Beitrag von CameraRick »

freezer hat geschrieben: Di 07 Apr, 2026 19:14 Laut Log sind nur die Audio Clipgains nicht übernommen worden.
Die Frage ist ja nicht, ob Dinge übernommen worden sind, das kann eine einfache XML oder OTIO ausreichend gut, sondern ob die Dinge sitzen

Ich bin noch unsicher, wo genau der Clou des Tools liegen will. Ein Proxy weiß nicht, was seine Source Auflösung ist - RePos können also nur bedingt sitzen, wenn das HD Proxy nicht mal die selbe Aspect Ratio wie das anamorphe 8K Rohmaterial hat. Wenn es sich ohnehin nur dann anbietet, wenn alles die gleichen Daten sein sollen, also direkter Online-Schnitt, verstehe ich nicht so ganz, was genau das Tool besser als eine XML/OTIO macht, bislang sehe ich nur deutlich mehr Klicks. Die Werbeversprechen sind halt viele Buzzwords.

Wo nun auch klar ist, dass man sich dann noch zusätzlich anmelden muss... na ja, da macht ein Test noch weniger Spaß.
ich schreibe hier nur in pausen auf der arbeit.



berlin123
Beiträge: 1507

Re: CornerCut - direkter Timeline-Export ohne XML

Beitrag von berlin123 »

Vermutlich gibt es das Tool jetzt, weil immer mehr Leute entdecken, dass man auch ohne Programmierkenntnisse solche Dinge mit KI bauen kann. "Jake in Motion" zum Beispiel kennt man von seinen After Effects Animations Kursen. Er hat jetzt mit Hilfe der KI eine After Effects Extension gebaut, die die Premiere Timeline UI nach After Effects holt, so dass man direkt in AE ein bisschen wie in Premiere schneiden kann.



Wer sich die Mühe macht, kann sich also vermutlich seinen eigenen PP zu DR Converter bauen. Vorausgesetzt es gibt im Internet genug Quellcode, der die Spezifikationen beider Projektdateien abbildet, so dass KI sie erkennen und übersetzen kann.



CameraRick
Beiträge: 4908

Re: CornerCut - direkter Timeline-Export ohne XML

Beitrag von CameraRick »

Okay, nicht immer nur meckern, auch mal probieren. Dürfen gern mit einem Phantasienamen und einer Catchall-eMail glücklich werden.

Ich hab mal nun mal eine Hand voll verschiedener Clips zu Proxys gewandelt und zusammen geschnitten. Nichts wildes - ein wenig normale Clips, ein 200% Retime, ein 50% Retime, ein non-linearer Retime; dazu zwei Clips die von 24 bzw 23.976 zu 25fps interpretiert wurden. HD Timeline, HD Proxys.
Dann eine kleine Ref ausgespielt, und eine XML zum Vergleich. Auf CornerCut geladen, umgewandelt, in Resolve geworfen. Ich hab beim bauen tatsächlich keine RePos gemacht, weil ich es einfach vergessen habe, das grundlegende Linking interessiert mich erstmal mehr.

- DRP ist 25p, so wie meine TImeline, das schon mal gut (wie das bei verschiedenen Timelines ist, muss man dann sehen)
- wie erwartet hat die DRP alle Clips direkt importiert, also alle meine Proxys
- die nicht-25p Clips sind alle korrekt auf 25p interpretiert, das ist sauber
- die linearen Retimes sitzen wie Arsch auf Eimer, korrekte Framepairs, das ist sauber
- der urprüngliche 24p Clip hängt leicht daneben, finde ich fair
- der non-lineare Retime hängt so komplett am Leben vorbei. Er hat keinen Retime drauf, und der Start-TC ist um mehr als eine Minute(!) verschoben. Wow

Dann habe ich mein Rohmaterial importiert, die zwei Clips auf 25p interpretiert, und dann ein Re-Conform from Bins

- alle Clips sehen dann erstmal aus, als sei das Scaling auf "Crop" - die Clips stehen aber auf "Project Settings", dort steht es aber auf "Fit". Wenn ich die Clips manuell auf "Fit" stelle passt auch alles - kann auch ein Resolve Bug sein, ist nur aufgefallen.
- der Clip, der ursprünglich 23.976 war, verlinkt nicht - dazu aber später mehr.
- der Rest sitzt sauber (auch die Framepairs etc)

Dann habe ich die Vergleichs-XML eingeladen, aber direkt auf Rohmaterial verlinkt.

- alles Clips verlinken anstandslos, auch der 23.976er
- Keine Probleme mit Clip-Scalings
- der 200% und non-lineare Retime sitzen fast perfekt; minimalste Abweichungen in den Ramps, der 200er aber 1:1
- der 50% Retime ist vom Timing her richtig, aber irgendwie nicht die richtigen Framepairs; aber nur jedes zweite Frame. Ist spannend, ich denke eine Sache der Rundung/Interpolation? Auf jeden Fall schlechter als CornerCut, aber nicht kritisch

Wie gesagt, keine RePos, aber von den Retimes und der Anzahl an Steps her, ist mir die XML deutlich lieber.

@berlin123
Quellcode brauchts da nicht, nur Sample-Daten, die sich jeder selber herstellen kann. Sind beides nur gepimpte ZIP-Archive. Dass dieses Tool ein Vibe-Code-Mess sei, wirkt immer wahrscheinlicher. Vielleicht wird es nochmal besser, aber bisher ist es in fast allen Belangen (das mit den Framepairs hat mich gewundert, da lüge ich nicht) schlechter als die etablierten Methoden


Bleibt die Sache mit dem ursprünglich-23.976 Clip.
Ich hab nämlich erschreckend festgestellt: der kann gar nicht linken, denn der TC ist falsch. Proxy und Rohmaterial unterscheiden sich. Wie kann denn das sein, die hab ich doch unabhängig ganz woanders gerendert?
Der Witz: stimmt gar nicht, sind beide korrekt. Lade ich Rohmaterial und Proxy ein, haben die identischen TC, sowohl vor als auch nach der 25p-Interpretation.
Das Proxy, was das CornerCut DRP automatisch importiert hat, hat nicht den korrekten Timecode aus der Datei, der ist angepasst.
Damit erledigen sich auch weitere Tests, denn ein Tool was die Kernkompetenz einer der problematischsten Dinge, Retimes, nicht erfüllen kann und dann noch Metadaten verschiebt ist in meinem Alltag gefährlich.
ich schreibe hier nur in pausen auf der arbeit.



freezer
Beiträge: 3847

Re: CornerCut - direkter Timeline-Export ohne XML

Beitrag von freezer »

CameraRick hat geschrieben: Mi 08 Apr, 2026 10:22
freezer hat geschrieben: Di 07 Apr, 2026 19:14 Laut Log sind nur die Audio Clipgains nicht übernommen worden.
Die Frage ist ja nicht, ob Dinge übernommen worden sind, das kann eine einfache XML oder OTIO ausreichend gut, sondern ob die Dinge sitzen

Ich bin noch unsicher, wo genau der Clou des Tools liegen will. Ein Proxy weiß nicht, was seine Source Auflösung ist - RePos können also nur bedingt sitzen, wenn das HD Proxy nicht mal die selbe Aspect Ratio wie das anamorphe 8K Rohmaterial hat. Wenn es sich ohnehin nur dann anbietet, wenn alles die gleichen Daten sein sollen, also direkter Online-Schnitt, verstehe ich nicht so ganz, was genau das Tool besser als eine XML/OTIO macht, bislang sehe ich nur deutlich mehr Klicks. Die Werbeversprechen sind halt viele Buzzwords.

Wo nun auch klar ist, dass man sich dann noch zusätzlich anmelden muss... na ja, da macht ein Test noch weniger Spaß.
Wie gesagt, ich habe mir das Tool angeschaut und parallel dazu eigenes Reverse Engineering an einer Premiere .prproj betrieben. Hier ein paar fundierte Anmerkungen:

1. "Das kann eine einfache XML ausreichend gut"

Nein, kann sie nicht - zumindest nicht fuer alles. Ich habe heute ein Testprojekt mit definierten, bekannten Transform-Werten (Position, Scale, Rotation) gebaut und alle drei Wege getestet:
  • FCP XML: Statische Transforms kamen korrekt in Resolve an. Das funktioniert tatsaechlich - solange Quellmaterial und Timeline die gleiche Aufloesung haben.
  • AAF: Kein einziger Transform wurde uebertragen. Null. Dazu hat Premiere beim Export negative Rotationswerte in 0-360 Grad umgewandelt (mit expliziter Warnung), 50fps-Timecodes waren fehlerhaft (Frame-Offset verloren), und ein Clip ging offline wegen TC-Mismatch. AAF aus Premiere ist fuer Transforms schlicht unbrauchbar.
  • OTIO: In der offiziellen Feature Matrix von OpenTimelineIO steht bei "Audio/Video Effects" ueber alle Adapter hinweg ein Kreuz. Kein einziger Adapter unterstuetzt das - seit 2018 gibt es dafuer einen offenen GitHub-Issue. Das Spatial Coordinate System als Grundlage existiert, aber die eigentliche Transform-Schicht fehlt.
Also: XML geht fuer den einfachen Fall, AAF ist - zumindest von Premiere nach Resolve - unbrauchbar , OTIO ist Zukunftsmusik. Speed Ramps, Keyframe-Animationen und Audio-Automation transportiert keines der Formate zuverlaessig.

2. Zum Proxy-Problem

Da hast du einen validen Punkt. Ein 1920x1080 Proxy weiss nicht, dass sein Original 4096x2160 ist. Wenn in Premiere "An Framegroesse anpassen" aktiv war, hat der Clip schon einen impliziten Scale-Faktor, der im XML als expliziter Wert mitkommt - oder eben nicht. Bei unterschiedlichen Seitenverhaeltnissen (anamorphes Material vs. 16:9 Proxy) wird das nochmal komplexer.

Ich habe das konkret noch nicht getestet, aber plane einen Test vorzubereiten: Premiere-Timeline 1920x804 (Scope) mit 1920x1080 Proxies, Resolve-Timeline 4096x1716 DCI mit 4096x2160 Originals. Das wird zeigen, ob und wo es beim Auflösungssprung hakt - bei CornerCut genauso wie bei FCP XML.

Ein anderer Tester hat anscheinend schon Probleme gemeldet, wenn in Premiere die Frame-Skalierung auf die Timeline eingestellt war. Das wuerde zum Proxy-Problem passen.

3. Was CornerCut gegenueber XML tatsaechlich mehr kann

Laut Feature-Liste: Transform Keyframes (Bezier oder Linearized), Time Remapping/Speed Ramps, Video Transitions, Audio Clip Volume und Pan Automation, Track Automation, Audio Transitions, Audio Effects. Das ist alles Zeug, das bei einem XML-Roundtrip regelmaessig verloren geht.

Ob das alles sauber "sitzt" - das ist die richtige Frage, und die lässt sich nur empirisch beantworten. Ich konnte bisher nur die Premiere-Seite verifizieren (Extraktion stimmt), die Resolve-Seite nicht, weil CornerCut aktuell nur v20.3 drp-Dateien erzeugt und ich eben nur v17/v19 habe.

4. Zum Thema Cloud-Upload

Berechtigter Einwand. Projektdateien enthalten Dateipfade, Clipnamen, Metadaten. Nicht jede Produktion will das auf einen fremden Server hochladen. Wobei derzeit braucht man nur irgendeine Emailadresse eingeben und diese nicht mal via Einmallink rückbestätigen. Emailadresse eingeben und man ist eingeloggt.

5. Was technisch dahintersteckt

Die .prproj ist eine gezippte XML-Datei. Die Transform-Daten stecken als "AE.ADBE Motion" Fixed Effect mit sieben ParameterIDs auf jedem Clip. Position ist normalisiert (0.0-1.0), Scale in Prozent, Rotation in Grad. Die Umrechnung nach Resolve ist triviale Arithmetik - drei Zeilen Code. Das schwierige ist nicht die Mathematik, sondern das Navigieren durch Premieres ObjectID/ObjectRef-Referenzsystem und das korrekte Handling der Zeitbasis (254016000000 Ticks/Sekunde, Out-Points exklusiv, Source-TC mit Medien-Framerate statt Timeline-Framerate).

Die .drp von Resolve ist ebenfalls eine gezippte Ordnerstruktur mit XML-Dateien. CornerCut reverse-engineert offensichtlich beide Seiten und konvertiert direkt, ohne den Umweg ueber ein Austauschformat. Das ist der konzeptionell richtige Ansatz - auch wenn die Robustheit bei komplexen Szenarien (Proxy-Workflows, Mixed Frame Rates, Nested Sequences) erst noch bewiesen werden muss. Aber robust waren allen anderen vorhandenen Möglichkeiten bisher auch nicht gerade.

EDIT: Jetzt hat sich Dein letztes Posting mit meinem quasi überschnitten.
CornerCut ist ja noch Beta, von daher logisch dass es noch Probleme gibt.
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Robert Niessner - Graz - Austria
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CameraRick
Beiträge: 4908

Re: CornerCut - direkter Timeline-Export ohne XML

Beitrag von CameraRick »

freezer hat geschrieben: Mi 08 Apr, 2026 12:25 EDIT: Jetzt hat sich Dein letztes Posting mit meinem quasi überschnitten.
CornerCut ist ja noch Beta, von daher logisch dass es noch Probleme gibt.
Ja, eine Beta von einem Anbieter ohne Impressum, Roadmap, oder was anderem als Buzzwords :)

Will nicht sagen dass es mal gut werden kann, aber das ist nicht weniger Zukunftsmusik als AAFs und OTIO aus Premiere. Dass AAFs Mist sind ist bekannt, OTIOs sind ja noch verhältnismäßig neu implementiert, Adobe wird da aber auch nicht sonderlich hinterher sein. Was schade ist, da das als universelle Lösung ja genau das könnte, was dieses Tool mit "undurchsichtigen" Methoden automatisiert.

RePos finde ich nicht im Ansatz so dramatisch wie Retimes, zumindest was den Conform von Projekten angeht. Mit Nestings fange ich gar nicht erst an. Dass er einen non-linearen Retime nicht mal erkennt und der In-Punkt derart verschoben liegt, na ja.

Ich finde die Frage auch valide, für wen das Tool ist. Sie sprechen von "Post Production Professionals", quasi das "irgendwas mit Medien" der Postproduktion :)
Dass zB irgendwas mit Audio nicht geht würde mir im Lebtag nicht auffallen, weil das für alles, wofür ich einen Conform mache (Grading, Online, Ingest) keine Relevanz hat. Dass manch einer Audio in Resolve macht will ich nicht absprechen, weiß auch nicht ob Resolve OMFs oder Audio AAFs lesen kann (nicht, dass Premiere letztere brauchbar ausgeben könnte).
Stand jetzt sieht es so aus, dass wenn Du mit Input-Material gleich Output-Material arbeitest und nur die Timeline umziehen willst, um woanders zu schneiden, das ganz gut funktionieren könnte; für klassischen Conform ists bislang buckliger und gefährlicher. Mal schauen was die Engine™ V2.0 dann kann, wobei ich das vermutlich nicht mehr testen werde.
ich schreibe hier nur in pausen auf der arbeit.



freezer
Beiträge: 3847

Re: CornerCut - direkter Timeline-Export ohne XML

Beitrag von freezer »

CameraRick hat geschrieben: Mi 08 Apr, 2026 12:58 Ja, eine Beta von einem Anbieter ohne Impressum, Roadmap, oder was anderem als Buzzwords :)

Will nicht sagen dass es mal gut werden kann, aber das ist nicht weniger Zukunftsmusik als AAFs und OTIO aus Premiere.
So ganz kann ich Deine kritische Haltung hier nicht verstehen. Er sagt ja nicht, dass das schon das perfekte, fertige und zu bezahlende Tool ist, sondern dass es eine offene Beta ist.
Ist doch völlig legitim und Du kannst Dich ja bequem zurücklehnen und abwarten was sich tut.
Und ja, dass es kein Impressum udgl. gibt ist nicht optimal - da bin ich ganz Deiner Meinung.
CameraRick hat geschrieben: Mi 08 Apr, 2026 12:58 Will nicht sagen dass es mal gut werden kann, aber das ist nicht weniger Zukunftsmusik als AAFs und OTIO aus Premiere. Dass AAFs Mist sind ist bekannt, OTIOs sind ja noch verhältnismäßig neu implementiert, Adobe wird da aber auch nicht sonderlich hinterher sein. Was schade ist, da das als universelle Lösung ja genau das könnte, was dieses Tool mit "undurchsichtigen" Methoden automatisiert.
OTIO is eine Sackgasse, ich beobachte die Projektseite schon des längeren und es gibt seit ein paar Jahren kein Fortschritte, selbst die Abstimmungsmeetings sind seit 2 Jahren ausgesetzt.
Das Projekt hatte ja VFX-Pipelines als Ziel und deswegen sind alle anderen Features entweder nur halbgar oder gleich gar nicht umgesetzt worden. Ich hatte große Hoffnungen in das Projekt gesetzt und es scheint eingeschlafen zu sein.
Es bräuchte eine treibende Kraft, welche die Hersteller an einen Tisch holt und das Format weiter ausspezifiziert. Von sich aus passiert da gar nichts.

CornerCut macht da nichts mit "undurchsichtigen" Methoden - ich habe ein kleines Testprojekt damit konvertiert und analysiert.
Ich vermute, bisher war ein Reverse Engineering von Projektdateien einfach sehr mühselig und zeitaufwändig - weswegen es wohl keiner gemacht hat. Aber mit einer guten LLM wie Claude Opus klappt die Analyse sehr gut, wenn man das systematisch angeht - Mustererkennung ist ja genau die Stärke der Dinger.
CameraRick hat geschrieben: Mi 08 Apr, 2026 12:58 RePos finde ich nicht im Ansatz so dramatisch wie Retimes, zumindest was den Conform von Projekten angeht. Mit Nestings fange ich gar nicht erst an. Dass er einen non-linearen Retime nicht mal erkennt und der In-Punkt derart verschoben liegt, na ja.
Bei meinen ersten Analysen meiner .pproj Testdatei bin ich auf sehr viele Sonderfälle gestoßen, an die man erstmal denken muss. Die ganzen unterschiedlichen Timecodebasen sind ein Minenfeld, dazu dann alle möglichen Transformationsdaten und unterschiedliche mathematische Herangehensweisen sowie interne Konventionen. Das .pproj Format ist ja nicht über Nacht entstanden, sondern über Jahrzehnte und entsprechend komplex.
CameraRick hat geschrieben: Mi 08 Apr, 2026 12:58 Ich finde die Frage auch valide, für wen das Tool ist. Sie sprechen von "Post Production Professionals", quasi das "irgendwas mit Medien" der Postproduktion :)
Dass zB irgendwas mit Audio nicht geht würde mir im Lebtag nicht auffallen, weil das für alles, wofür ich einen Conform mache (Grading, Online, Ingest) keine Relevanz hat. Dass manch einer Audio in Resolve macht will ich nicht absprechen, weiß auch nicht ob Resolve OMFs oder Audio AAFs lesen kann (nicht, dass Premiere letztere brauchbar ausgeben könnte).
Nun, zB kann man die komplette Ordnerstruktur des PPro Projekts inkl. der Clipcolors und Marker mitziehen - das geht auch mit FCP XML nicht.

Für mich persönlich ist das korrekte Mitziehen von Audio sehr wichtig, ich mache mittlerweile die komplette Audiopost unserer Filme in Fairlight. Wenn da die wichtigsten Settings korrekt konvertiert werden, bin ich mehr als glücklich und spare mir viel Arbeit.
LAUFBILDkommission
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CameraRick
Beiträge: 4908

Re: CornerCut - direkter Timeline-Export ohne XML

Beitrag von CameraRick »

freezer hat geschrieben: Mi 08 Apr, 2026 16:09 So ganz kann ich Deine kritische Haltung hier nicht verstehen. Er sagt ja nicht, dass das schon das perfekte, fertige und zu bezahlende Tool ist, sondern dass es eine offene Beta ist.
Ich war nun auf der Startseite, auf dem Converter, und der About-Seite. Mehr gibt die Website nicht her. Nirgends finde ich das Wort "Beta". Auf der About-Seite sehe ich nur viel Buzz, dass das hier die Lösung für dieses nieschige Problem sei.
Davon ab bewerte ich eher den Output, und der ist wie oben beschrieben. Es ist halt Schade, wenn das Ergebnis nur an einer (eher nicht so wichtigen) Stelle besser als das ist, was man ersetzen will.
freezer hat geschrieben: Mi 08 Apr, 2026 16:09 OTIO is eine Sackgasse, ich beobachte die Projektseite schon des längeren und es gibt seit ein paar Jahren kein Fortschritte, selbst die Abstimmungsmeetings sind seit 2 Jahren ausgesetzt.
War mir nicht bekannt, das natürlich schade.
freezer hat geschrieben: Mi 08 Apr, 2026 16:09 CornerCut macht da nichts mit "undurchsichtigen" Methoden - ich habe ein kleines Testprojekt damit konvertiert und analysiert.
Ich vermute, bisher war ein Reverse Engineering von Projektdateien einfach sehr mühselig und zeitaufwändig - weswegen es wohl keiner gemacht hat. Aber mit einer guten LLM wie Claude Opus klappt die Analyse sehr gut, wenn man das systematisch angeht - Mustererkennung ist ja genau die Stärke der Dinger.
"Undurchsichtig" im Sinne von Blackbox - ich schicke ein Projekt hoch, ich lade eins runter. Ich kann zwar die Source und den Output checken, weiß aber effektiv nicht, was gemacht wurde. Und da es einerseits kommunizierte Features ignoriert und andererseits Metadaten meiner Files verändert, habe ich da keine "Durchsicht". Ob ein Log das ändern würde sei mal dahin gestellt.
freezer hat geschrieben: Mi 08 Apr, 2026 16:09 Bei meinen ersten Analysen meiner .pproj Testdatei bin ich auf sehr viele Sonderfälle gestoßen, an die man erstmal denken muss. Die ganzen unterschiedlichen Timecodebasen sind ein Minenfeld, dazu dann alle möglichen Transformationsdaten und unterschiedliche mathematische Herangehensweisen sowie interne Konventionen. Das .pproj Format ist ja nicht über Nacht entstanden, sondern über Jahrzehnte und entsprechend komplex.
Das ist das Schöne an einer XML: sie ist sehr einfach. Es gibt einen Start TC, eine FPS Angabe, und davon ausgehend In- und Outpunkt startend bei 0.
Ich habe letzte Woche ein Tool programmiert, was man mit einer XML (oder einzelnen Dateien) füttern kann, und einem dann die animierten Metadaten die quasi nur die Hersteller-Tools zuverlässig auslesen als Nuke, Fusion, und AE Animation ausgibt, um sie in der Comp getrimmt und an der korrekten Stelle zu haben. Ist halt so radikal simpel, das machts ja auch ganz schön :)
freezer hat geschrieben: Mi 08 Apr, 2026 16:09 Nun, zB kann man die komplette Ordnerstruktur des PPro Projekts inkl. der Clipcolors und Marker mitziehen - das geht auch mit FCP XML nicht.
In meinem Test hatte ich in Premiere keine Ordner angelegt, daher kann ich das nicht beurteilen - alle Clips waren aber blau, in Resolve waren sie dann Pink (also weder Default grün oder blau).
Das ist ein tolles Feature wenn Du das Projekt umziehen willst, um da weiter zu schneiden, wie schon erwähnt. Für einen klassischen Conform brauche ich das Material gar nicht in meinem Projekt

freezer hat geschrieben: Mi 08 Apr, 2026 16:09 Für mich persönlich ist das korrekte Mitziehen von Audio sehr wichtig, ich mache mittlerweile die komplette Audiopost unserer Filme in Fairlight. Wenn da die wichtigsten Settings korrekt konvertiert werden, bin ich mehr als glücklich und spare mir viel Arbeit.
Und wenn der Gain, der einfachste Effekt der drauf liegen kann, nicht mitkommt, ist das halt auch ein Geschmäckle. Aber zu Ton kann ich nichts sagen, wir machen hier nur Bild, Ton kommt als Mix aus dem Studio.


Tatsächlich habe ich vorhin, angespornt durch unsere Unterhaltung, über eine "Man in the Middle"-Lösung nachgedacht. Wo ich quasi eine XML reinwerfen kann, der mit zB RePos für Resolve unter Berücksichtigung der Source-Res bereinigt, und eine neue ausgibt. Die ich dann importiere und alles sitzt, soweit die Theorie. Ich habe dafür die selben Clips wie eben genommen, wo also kein Rohmaterial 16:9 war und die Proxies immer 16:9 mit Letterbox (entweder oben/unten oder links/rechts, je nachdem). Ich wollte dann quasi die XML aus Premiere ausgeben, in Resolve importieren, korrigieren, und wieder ausgeben, dann vergleichen. Um abzuschätzen, was genau der Unterschied ist, unter Berücksichtigung der Source-Res, Timeline-Res, usw.
Der Witz ist, dass das insofern nicht geklappt hat, weil alles gesessen hat. Bei Material was links/rechts abgecached war, war die X-Transformation nicht on-point, Y aber schon. Bei Scope andersrum: Y sitzt nur bei 0, aber X ist fein. Scale hat immer gesessen.
Wo die großen Fragen auftauchen ist dann eher, wenn in Premiere mit "Scale to Timeline" gearbeitet wurde, wenn nicht Proxy-Res der Timeline-Res entspricht. Das kann man mit den Scaling-Funktionen in Resolve aber auch kontern (mache ich aber zugegeben ungern, weil man die nicht Batch-Einfügen kann).
Das macht das Ganze natürlich wenig trivial, und bräuchte dutzende Test-Timelines zum Aufsetzen. Und dann müsste man in so einem Tool viele Variablen reinhacken, die ich in einer normalen Produktion möglicherweise nicht mal kenne (Proxy Res zB), und nicht immer zeitnah erfragen kann. Ich habe aber auch gemerkt, dass der Mehrwert überschaubar ist, weswegen ich meine Zeit dann doch eher für das nutzen muss, worfür ich bezahlt werde :)
ich schreibe hier nur in pausen auf der arbeit.



freezer
Beiträge: 3847

Re: CornerCut - direkter Timeline-Export ohne XML

Beitrag von freezer »

Bei Newsshooter war das als Open Beta angekündigt:

https://www.newsshooter.com/2026/04/06/ ... ve-engine/
Currently, there is only the Premiere to DaVinci Resolve engine, but CornerCut will be expanded going forward.

Sasha is opening up a beta for editors and conform artists. Currently, it’s free, and he is looking for real-world projects to test it.
Aber ideal geht er das nicht gerade an - wenn ich eine Open Beta machen, dann braucht es einen Bugtracker, Kontaktdaten usw.

Ich werde wohl an meiner eigenen Lösung weiterarbeiten.
LAUFBILDkommission
Robert Niessner - Graz - Austria
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www.laufbildkommission.wordpress.com



CameraRick
Beiträge: 4908

Re: CornerCut - direkter Timeline-Export ohne XML

Beitrag von CameraRick »

freezer hat geschrieben: Mi 08 Apr, 2026 17:01 Ich werde wohl an meiner eigenen Lösung weiterarbeiten.
Das ist sicher gut, denn diese Lösung bringt dann auch genau was Du brauchst.

Ich liebe und hasse es ja, dass wir in einer Zeit leben, wo jeder sein eigenes cooles Tool bauen kann. "Hass" ist da vielleicht etwas hart gewählt, es ist nur schade, dass so viele Tools nur in-house genutzt werden von denen dann niemand anderes was hat, bzw haben kann.
Neulich war ein Kollege einer anderen Firma hier, der zeigte uns ein Tool, wo man eine XML reinwirft die dann erstmal "durchgecheckt" wird. Entspricht die Länge dem Dateinamen (viele Editoren scheinen eine große Herausforderung darin zu haben, einen 30s auch wirklich auf 750 frames anzulegen), ist da unnötiges Grafikzeug drin, deaktivierte Clips, ist die FPS korrekt, sowas halt. Und ein paar Dinge kann man dann direkt ändern - etwa die Frames hinten abschneiden, Ton raus werfen, sowas halt. Das gibt einem einen guten Überblick, was schon alles im argen ist, und man kann sich die bereinigte XML dann wieder ausgeben und importieren. Das ist ein cooles Tool, was ich dann vermutlich nie benutzen können werde, und das ist sehr schade.

Das Tool, von dem ich gestern sprach, würde ich gern open source anbieten; ich mach den Job ja auch schon ein paar Jahre und weiß, wie sehr das nervt, und man kann auch nichts kaufen was das Problem löst. Aber ob ich das darf, weiß ich noch nicht - ich habs in meiner Arbeitszeit (mit eigenen Ressourcen, aber dennoch) gebaut, sprich mein Chef hat da ein Wort mit zu reden. Ich hoffe er sieht es ähnlich wie ich.

Bitte werte mein Gefasel nicht als passiv-aggressive Aufforderung oder so, ich habe nur ein wenig laut gedacht (man tauscht sich ja so selten über diese Dinge aus, haha)
ich schreibe hier nur in pausen auf der arbeit.



freezer
Beiträge: 3847

Re: CornerCut - direkter Timeline-Export ohne XML

Beitrag von freezer »

Ich habe mit Claude in 3 Nachmittagen/Abenden ein Tool für die Auswertung von Interviews entwickelt, läuft im Browser.

Man legt ein Projekt an. Per Drag&Drop lädt man eine Reihe von Interview Preview MP4 plus per Subtitle Edit & Whisper erstellter SRTs rein. Man kann Namen und Inserts vergeben (gibt Vorschaubilder aus den Videos). Dann kann man auf das jeweilige Interview klicken, kommt in das Transkriptionsfenster. Links der Text aus den SRTs, aufgeteilt in Fragen und Antworten, rechts das Video mit allem Bedienkomfort. Klickt man auf eine Textstelle, springt das Video dorthin und spielt ab. Markiert man einen Textbereich, wird automatisch der Name, Insert, Timecode von bis und der Dateiname kopiert. So kann man bequem den relevanten Teil dann in sein Beitragsgestaltungstemplate reinsetzen.
Dazu gibt es Suche, Volltextsuche über alle Interviews, Notizen, Marker, Exportfunktion
2026-04-09 11.49.34 3ced05533297.png
Erweitern kann ich das noch um KI-APIs, die Zusammenfassungen machen, Vorschläge für die besten Sager, usw.

Ist derzeit perfekt auf meinen Workflow angepasst.

Sowas hätte früher Wochen in der Entwicklung benötigt und viel Geld gekostet.

Mein Vorteil ist halt, dass ich selbst programmiert habe, später beruflich GUIs designed hatte und eine sehr genaue Vorstellung von der strukturierten Herangehensweise und den Möglichkeiten habe.
LAUFBILDkommission
Robert Niessner - Graz - Austria
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CameraRick
Beiträge: 4908

Re: CornerCut - direkter Timeline-Export ohne XML

Beitrag von CameraRick »

Das ist ziemlich solide, starke Anwendung!
freezer hat geschrieben: Do 09 Apr, 2026 11:33 Sowas hätte früher Wochen in der Entwicklung benötigt und viel Geld gekostet.

Mein Vorteil ist halt, dass ich selbst programmiert habe, später beruflich GUIs designed hatte und eine sehr genaue Vorstellung von der strukturierten Herangehensweise und den Möglichkeiten habe.
Ja, das sehe ich auch so. Vor allem: wer hätte das entwickelt? Als Auftragsarbeit sind die Kosten nicht zu stemmen, in Deinem Fall hätte man immernoch die manuelle Transkription gebraucht. Als kommerzielle Lösung wären potenzielle Kunden vermutlich so wenige erreichbar, dass die Kosten entsprechend hoch sein müssten, was dann wiederum zu noch weniger Kunden führt.

Wenn ich solche Tools baue, bin ich nicht ganz so strukturiert, wie es vermutlich besser wäre. Aber: ich bin ein erfahrener Benutzer. Ich benutze oft Nischensoftware (weil Pipeline-Tools quasi alle Nische sind, haha), und oft kommt dann der Gedanke: "die Programmierer nutzen ihre eigene Software nicht, sonst hätten die doch das und das garantiert bedacht und/oder schon gefixt". Und das ist fair, Programmierer sind eben oft keine Nutzer und auf Feedback angewiesen. Das soll die großartige Arbeit von Vollblutentwicklern absolut nicht schmälern, nur in ein Verhältnis setzen, dass manche Benutzererfahrung schnell frustrieren kann.
Das heißt aber auch, wenn ich mein selbst gebautes Tool nutze, gehe ich mit einer Erwartung ran, was wie funktionieren müsste. Und was bestimmte Settings und Einstellungen sind, die man braucht, und so weiter. Damit komme ich bislang sehr gut ans Ziel; da nicht so sehr nervt wie Dokumentation schreiben ist mein Anspruch immer, dass so viel wie möglich so funktionieren muss, wie sich das Nutzer im Zweifel vorstellen, damit man so wenig wie möglich braucht. Kennt man ja: man lädt ein Tool runter was toll aussieht, macht es auf, und nichts geht so wie man denkt. Dann muss man erstmal Manual pauken und denkt sich: das ist doch ein blöder Workflow. Klappt bei einem selbst dann aber auch mal besser mal schlechter, jeder hat halt noch immer seine eigene Denke.
ich schreibe hier nur in pausen auf der arbeit.



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