slashCAM
Administrator
Administrator
Beiträge: 11279

Die beste Cine-Kamera 2025 - Wo gibt es die ultimative Bildqualität?

Beitrag von slashCAM »



Wer eine große Produktion plant, greift in der Regel zur Kamera mit der besten Bildqualität. Doch gibt es die überhaupt?



Hier geht es zu Artikel auf den slashCAM Magazin-Seiten:
Ratgeber: Die beste Cine-Kamera 2025 - Wo gibt es die ultimative Bildqualität?



Drushba
Beiträge: 2566

Re: Die beste Cine-Kamera 2025 - Wo gibt es die ultimative Bildqualität?

Beitrag von Drushba »

Das ist mir zu technisch betrachtet. Das Bild einer Alexa hat noch weit mehr als nur Dynamik zu bieten. Es ist doch genau dieser Wow-Effekt, der in vielen Lichtsituationen entsteht und der die Beliebtheit der Alexa ausmacht. Ich kann mich noch deutlich an einen schwedischen Film von ca. 2011 erinnern, der mit ästhetisch gefilmten Bildern von leicht nebligen Wäldern eine unglaubliche Atmosphäre aufbaute. Die Fragen aus dem Festivalpublikum kreisten im Q&A danach fast nur um die Kameraästhetik, welche auf einer Alexa beruhte. Wenn die Alexa entsprechend gepusht wird, liefert sie eben das bis heute begehrte Alexa-Material. Das kann mit vielen Color-Grading-Tricks sicher auch aus einer RED etc. gekitzelt werden, aber warum den Aufwand, wenns auch einfach geht? Ich persönlich habs noch nie hinbekommen, aber ich habe auch noch nie den typischen Canon-Look aus Sony oder Panasonic- B-Roll-Material rausholen können (und kenne auch keinen professionellen Coloristen, der das mal erfolgreich versucht hat) - die Cams behalten unterm Strich eben doch ihren Ideal-Charakter, wenn sie entsprechend eingesetzt werden. Apropos Atmosphäre: In den meisten Fällen finde ich auch im Jahr 30 der DV-Revolution, dass 35mm-Material ästhetisch immer noch die Nase vorn hat. Lohnt IMHO zwar nicht den Aufwand, aber ist eben - wenn auch nur noch nuancenweise - unerreicht. Insofern fehlen eigentlich ganz klar Cams wie die ARRI 535 und die Panavisions auf der obigen Liste der besten Cine-Kameras.))



Rick SSon
Beiträge: 1536

Re: Die beste Cine-Kamera 2025 - Wo gibt es die ultimative Bildqualität?

Beitrag von Rick SSon »

Was ich beim dynamikvergleich viel spannender finde ist der enorme detailunterschied zwischen der cine 12k und allen anderen cams.

Und 85% für 10% des Preises. Da muss man die 100% wirklich wollen! 😄



iasi
Beiträge: 28842

Re: Die beste Cine-Kamera 2025 - Wo gibt es die ultimative Bildqualität?

Beitrag von iasi »

Drushba hat geschrieben: Di 26 Aug, 2025 14:21 Das ist mir zu technisch betrachtet. Das Bild einer Alexa hat noch weit mehr als nur Dynamik zu bieten. Es ist doch genau dieser Wow-Effekt, der in vielen Lichtsituationen entsteht und der die Beliebtheit der Alexa ausmacht. Ich kann mich noch deutlich an einen schwedischen Film von ca. 2011 erinnern, der mit ästhetisch gefilmten Bildern von leicht nebligen Wäldern eine unglaubliche Atmosphäre aufbaute. Die Fragen aus dem Festivalpublikum kreisten im Q&A danach fast nur um die Kameraästhetik, welche auf einer Alexa beruhte. Wenn die Alexa entsprechend gepusht wird, liefert sie eben das bis heute begehrte Alexa-Material. Das kann mit vielen Color-Grading-Tricks sicher auch aus einer RED etc. gekitzelt werden, aber warum den Aufwand, wenns auch einfach geht? Ich persönlich habs noch nie hinbekommen, aber ich habe auch noch nie den typischen Canon-Look aus Sony oder Panasonic- B-Roll-Material rausholen können (und kenne auch keinen professionellen Coloristen, der das mal erfolgreich versucht hat) - die Cams behalten unterm Strich eben doch ihren Ideal-Charakter, wenn sie entsprechend eingesetzt werden. Apropos Atmosphäre: In den meisten Fällen finde ich auch im Jahr 30 der DV-Revolution, dass 35mm-Material ästhetisch immer noch die Nase vorn hat. Lohnt IMHO zwar nicht den Aufwand, aber ist eben - wenn auch nur noch nuancenweise - unerreicht. Insofern fehlen eigentlich ganz klar Cams wie die ARRI 535 und die Panavisions auf der obigen Liste der besten Cine-Kameras.))
Auch aus einer Alexa kommen keine fertigen Filme - im Gegenteil, denn das unkomprimierte Raw ist auf Grading ausgerichtet. Hinzu kommt das Arri-Color-Sience und die Farbstabilität, die das Grading fördern. Aber man bekommt auch aus anderen Kameras nach dem Grading Ergebnisse, die sich kaum unterscheiden.

Aber ich gebe die Recht: Immer nur vom DR zu reden, verengt die Betrachtung zu sehr.

35mm-Negativ - auch wenn es direkt abgetastet wird und nicht in der x-ten Kopiengeneration durch einen Projektor mit schlapper Lampe rattert, ist überschätzt.
Der wirklich bedeutende Unterschied zwischen Negativ und Sensor, ist die sind zwischen den Einzelbildern unterscheidende Kornstruktur des Negativs, die eine fließende Weichheit erzeugt.



Contentcreator
Beiträge: 22

Re: Die beste Cine-Kamera 2025 - Wo gibt es die ultimative Bildqualität?

Beitrag von Contentcreator »

Bzgl. RED mal eine Expertenfrage – ich freue mich auf Feedback von jemandem, der wirklich tiefere Kenntnisse hat:
Warum schaffen es die neuen DSMC3-Modelle trotz Global Shutter, denselben oder sogar einen besseren Dynamikumfang zu liefern? Wie lösen sie das Problem des begrenzten Pixel-Platzes? Arbeiten sie mit einer Art DGO-Technologie?
Was ist der eigentliche „Trick“ dahinter? Dass RED durchgehend eine Highlight-Recovery ON hat, ist bekannt – aber was macht den Sensor im Kern so besonders?



Drushba
Beiträge: 2566

Re: Die beste Cine-Kamera 2025 - Wo gibt es die ultimative Bildqualität?

Beitrag von Drushba »

iasi hat geschrieben: Di 26 Aug, 2025 16:20
Auch aus einer Alexa kommen keine fertigen Filme - im Gegenteil, denn das unkomprimierte Raw ist auf Grading ausgerichtet. Hinzu kommt das Arri-Color-Sience und die Farbstabilität, die das Grading fördern. Aber man bekommt auch aus anderen Kameras nach dem Grading Ergebnisse, die sich kaum unterscheiden.

Aber ich gebe die Recht: Immer nur vom DR zu reden, verengt die Betrachtung zu sehr.

35mm-Negativ - auch wenn es direkt abgetastet wird und nicht in der x-ten Kopiengeneration durch einen Projektor mit schlapper Lampe rattert, ist überschätzt.
Der wirklich bedeutende Unterschied zwischen Negativ und Sensor, ist die sind zwischen den Einzelbildern unterscheidende Kornstruktur des Negativs, die eine fließende Weichheit erzeugt.
Bei den ersten Alexa-Filmen haben manche das Log-C des ProRes einfach belassen oder nur minimal gegraded. So auch der von mir angeführte schwedische Film. Das war eine neue Ästhetik und Leinwanderfahrung, ich fand es damals auch sehr gut. Ein bisschen zog sich das noch 2015 bei "The Revenant" durch und war für meine Begriffe eine reine, edle Alexa-Äthetik, die man mit einer RED nur schwerlich hinbekommen hätte. Material "atmet" auch, besonders 35mm. Vielleicht sind es diese vielen kleinen Imperfektionen, gepaart mit den enormen Materialeigenschaften, die 35mm so organisch machen. Allerdings werden über vielen (besonders deutschen) Filmen ja einfach irgendwelche LUTs verklappt, bei hiesigen dieses ekelhafte ockerbraungematsche wie bei "Honig im Kopf". Da brauchts dann wirklich keine Alexa und auch kein 35mm, im Grunde reicht dafür auch ein mittelpreisiges Xiaomi.))



Jott
Beiträge: 22487

Re: Die beste Cine-Kamera 2025 - Wo gibt es die ultimative Bildqualität?

Beitrag von Jott »

„ Auch aus einer Alexa kommen keine fertigen Filme - im Gegenteil, denn das unkomprimierte Raw ist auf Grading ausgerichtet.“

Unkompromiertes raw, na komm ~ die meisten drehen einfach ProRes. Rein in den Editor und gut ist.

Wie Drushba sagt: es war besonders für Werbung eine ganze Weile in Mode, einfach „nebliges“ Alexa-Log-Material zu nehmen und so zu lassen. Geiler Look!

Wie funktioniert eine große Werbeagentur? Intern Weg des geringsten Widerstandes. Praktikanten am Start. Nach außen den Namen teuer verkaufen. Keiner muckt auf. So kommt das: Alexa-ProRes und fertig. Gefällt jedem.

Schmeckt nicht? Dann gerne unkomprimiertes raw!



Darth Schneider
Beiträge: 24910

Re: Die beste Cine-Kamera 2025 - Wo gibt es die ultimative Bildqualität?

Beitrag von Darth Schneider »

@Drushba
Sehe ich auch so, da oben auf der Liste fehlen schon eindeutig die Arri 535 und die Panavision Kameras.
Werden ja immer noch genutzt.
Und wahrscheinlich sollten die heute immer noch ganz auf der Liste immer noch ganz oben stehen.;)

Aber SlashCAM bezieht sich halt auf neuere digitale Cine Kameras.
Gruss Boris



Darth Schneider
Beiträge: 24910

Re: Die beste Cine-Kamera 2025 - Wo gibt es die ultimative Bildqualität?

Beitrag von Darth Schneider »

Ich finde sehr krass wie nahe die URSA Cine (und somit auch die 12K Pyxis) bei der Arri und der Venice sind, gerade hinsichtlich des gigantischen Preisunterschiedes…



iasi
Beiträge: 28842

Re: Die beste Cine-Kamera 2025 - Wo gibt es die ultimative Bildqualität?

Beitrag von iasi »

Contentcreator hat geschrieben: Di 26 Aug, 2025 16:39 Bzgl. RED mal eine Expertenfrage – ich freue mich auf Feedback von jemandem, der wirklich tiefere Kenntnisse hat:
Warum schaffen es die neuen DSMC3-Modelle trotz Global Shutter, denselben oder sogar einen besseren Dynamikumfang zu liefern? Wie lösen sie das Problem des begrenzten Pixel-Platzes? Arbeiten sie mit einer Art DGO-Technologie?
Was ist der eigentliche „Trick“ dahinter? Dass RED durchgehend eine Highlight-Recovery ON hat, ist bekannt – aber was macht den Sensor im Kern so besonders?
Was willst du denn hören?

Das generelle Problem ist die Elektronik für das gleichzeitige Auslesen der Pixel-Werte, die umfangreicher ist und dadurch mehr Fläche beansprucht. Dann hängt es noch vom Signal-Rauschabstand bei den Sensorsignalen ab.

Frag dich doch, wie es Sony und Canon geschafft haben, bei ISO12.800 eine Bildqualität zu liefern, die vor 10 Jahren bei ISO3200 erreicht wurde.

Oder nimm die Alexa35, die als besser gilt als die Alexa LF, obwohl sie doch bei gleicher Auflösung eine kleinere Sensorfläche hat.

Red nutzt für eine Funktion zur DR-Erweiterung - Extended Highlights - die klassische Doppelbelichtung, was sich beim Global Shutter-Sensor ja anbietet. Aber das kommt ja nochmal oben drauf, wie früher beim Negativ die beiden unterschiedlich belichteten Aufnahmen, die man anschließend kombiniert.
Das hatte Red mit HDRx schon bei RS-Modellen angeboten.



CineMika
Beiträge: 188

Re: Die beste Cine-Kamera 2025 - Wo gibt es die ultimative Bildqualität?

Beitrag von CineMika »

Als Neben-Anmerkung,

die 'ultimative Bildqualität' in Sachen Digital-Video-Kamera, hier auf slashcam, ist quasi nahe am Ziel, greifbar, erschwinglich geworden. BM sei Dank, nichts an dieser Leistung ist abzuschmälern, nichts.

Die ultimative Bildqualität ist jedoch nicht immer die gefälligste Bildqualität. Für kommerzielles, Fließband-Projekte (wie. z.b. Serien) und Konserven stehen inzwischen Highend Werkzeuge zur Verfügung. Interessant zu sehen das der Wert sich hier begleitend im freien Fall befindet. Man kennt diesen modernen high quality "look" nach aktuelle, State of the art grading inzwischen, wird sowohl bei Serien als auch im Kino angewendet, deswegen erkennt auch der Otto Normal Verbraucher KEINEN optischen Mehrwert mehr im klassischen Kino.
Ein weiteres modernes visuelles Problem ist die, (wegen Bequemlichkeit und generativer Kompetenzdegradadation), immer größere Abweichung von Ästhetik, Grund hierfür sind auch die fast unbegrenzten Möglichkeiten der Bildveränderung. Als Beispiel, gerade die gute hohe Dyn.Range verleitet viele dazu, surreale Helligkeitsabstufungen / Gestaltungenen zu fabrizieren, man erkennt aufgrund der sehr guten Schatten Details übermäßig viel, jedoch was anfangs für jeden Digitalosüchtling so aufregend ist/war (spreche aus eigener Erfahrung), hat oft nichts mehr mit den natürlichen Sehgewohnheiten zu tun, und des weiteren begünstigt dies beim Thema Spielfilm interessanterweise die Entkoppelung aus dem Geschehen. Unsere Auge merkt, wenn es nur Video ist (auch durch das Helligkeitsverhalten des Mediums)(+schlechte cgi), es wertet automatisch ab. Die aktuelle Entwicklung im "digital cine" Bereich spricht Bände.

Die Brücke zu 35mm Film schlage abermals nicht ich, sondern wie stets der Artikel bzw. das Thema selbst, im Bezug auf Cine - Cinema, und das ist kultur- und genetisch bedingt eben FILM und nicht Video. Möchte wirklich niemanden triggern, aber wenn es um visuelle Gefälligkeit und organische Ästhetik geht, nichts an Motion Picture fotochemischen Film vorbeikommt, der auch aufgrund der Konfektionierungsmöglichkeit in Sachen Auflösung und lebendiger Bildstruktur (wie IASI schon mit dem Flußkorn angefügt hat) jedem Digitalkamera Sensor überlegen ist, bis heute. Auch wenn es viele anders sehen, es zeigt sich das der Peak langfristig, die größte visuelle Errungenschaft der Menschheit, nicht im Highend Video Kamera Bereich liegt, sondern beim FILM war und ist, bzw. sich zumindest dieser eine langfristige Co- Existenz mehr als verdient hat.

Genau genommen bildet Film in Schatten bei weitem nicht das ab Sensoren können, die Dynamik geht ja bekanntlich weit nach oben hinaus,
- doch es ist eben am Ende nicht die Frage der gesamten Dynamik, sondern welcher Bereich dyn. groß genug abgebildet wird, insbesondere wie Start-Schatten Kurve beginnt und der Highlight Rolloff verläuft, und hier wird es sehr speziell. Kein Medium macht dies rein physikalisch bedingt so schön wie Film, man kann auch weniger falsch machen.

Als nebenan- gestelltes Medium zum Artikel, sei deshalb hierbei VistaVision 35mm 8Perf genannt, das mit den genannten Highend Digital-Videokameras in Detailabbildung auf Augenhöhe ist, und in Sachen Bildstruktur und Farbästhetik stets in seiner eigenen Klasse bleibt. Schade für VV noch nie eine richtige Industrie anlief. Wobei für aktuellen Spielfilm in 4K Größenordnung moderner Vision3 Film selbst 35mm 3perf ausreicht, doch schließlich darf überall eine Weiterentwicklung/ nächte Stufe stattfinden



cantsin
Beiträge: 16455

Re: Die beste Cine-Kamera 2025 - Wo gibt es die ultimative Bildqualität?

Beitrag von cantsin »

CineMika hat geschrieben: Fr 29 Aug, 2025 14:36 Ein weiteres modernes visuelles Problem ist die, (wegen Bequemlichkeit und generativer Kompetenzdegradadation), immer größere Abweichung von Ästhetik, Grund hierfür sind auch die fast unbegrenzten Möglichkeiten der Bildveränderung. Als Beispiel, gerade die gute hohe Dyn.Range verleitet viele dazu, surreale Helligkeitsabstufungen / Gestaltungenen zu fabrizieren, man erkennt aufgrund der sehr guten Schatten Details übermäßig viel, jedoch was anfangs für jeden Digitalosüchtling so aufregend ist/war (spreche aus eigener Erfahrung), hat oft nichts mehr mit den natürlichen Sehgewohnheiten zu tun, und des weiteren begünstigt dies beim Thema Spielfilm interessanterweise die Entkoppelung aus dem Geschehen. Unsere Auge merkt, wenn es nur Video ist (auch durch das Helligkeitsverhalten des Mediums)(+schlechte cgi), es wertet automatisch ab. Die aktuelle Entwicklung im "digital cine" Bereich spricht Bände.
Du schwurbelst mal wieder. Beleg' doch mal Deine Aussagen mit auch nur einem Beispiel.

Hast Du überhaupt Zugang zu Projektions- und Studioequipment, wo Du z.B. das von Dir zitierte VistaVision 35mm- mit digitalem Cinekamera-Material vergleichen kannst? (Und dann noch analoges Filmmaterial mindestens in Festivalkopie-Qualität....)

Ansonsten klingst Du genauso wie die Leute, die auf Hifi-Foren die Überlegenheit von Vinyl ggü. Digitalaudio predigen.


Um meine eigene Aussage zu kontextualisieren: Ich habe hier in Rotterdam ein Kino, das regelmäßig 70mm-Analogprojektionen zeigt, mit neuen, von Filmmuseen und -archiven auf höchstem Qualitätsniveau hergestellten Kopien von Filmklassikern (Kubrick etc.), oder auch von heutigen auf 70mm gedrehten Filmen wie von Tarantino. Das ist regelmäßig eine Enttäuschung, trotz oder gerade mit einem bildqualitativ etwas geschultereren Blick. Man sieht keine wirklichen Verbesserungen ggü. DCP, aber unruhigeren Bildstand etc.pp.

Ich hab dafür auch eine einfache psychologische Erklärung: Im Kopf unserer Generation stecken noch die Jugenderinnerungen an 35mm- und 70mm-Kinoprojektionen als überwältigende Bilder. Dasselbe Gefühl stellt sich heute im Kino nicht mehr ein. Das liegt aber nicht an digitalen Kinokameras und digitaler Kinoprojektion, sondern hängt damit zusammen, dass in unserer Jugend die Kluft zur TV- und sonstigen gewohnten Bildqualität (Fotoreproduktionen in Zeitschriften, Briefmarkenvideo auf Computer-Röhrenmonitoren etc.) so groß war, heute aber nicht mehr.
"Wieso eigentlich überhaupt was drehen? Warum nicht jahrelang nur darüber philosophieren?" -stip



iasi
Beiträge: 28842

Re: Die beste Cine-Kamera 2025 - Wo gibt es die ultimative Bildqualität?

Beitrag von iasi »

cantsin hat geschrieben: Fr 29 Aug, 2025 14:44
CineMika hat geschrieben: Fr 29 Aug, 2025 14:36 Ein weiteres modernes visuelles Problem ist die, (wegen Bequemlichkeit und generativer Kompetenzdegradadation), immer größere Abweichung von Ästhetik, Grund hierfür sind auch die fast unbegrenzten Möglichkeiten der Bildveränderung. Als Beispiel, gerade die gute hohe Dyn.Range verleitet viele dazu, surreale Helligkeitsabstufungen / Gestaltungenen zu fabrizieren, man erkennt aufgrund der sehr guten Schatten Details übermäßig viel, jedoch was anfangs für jeden Digitalosüchtling so aufregend ist/war (spreche aus eigener Erfahrung), hat oft nichts mehr mit den natürlichen Sehgewohnheiten zu tun, und des weiteren begünstigt dies beim Thema Spielfilm interessanterweise die Entkoppelung aus dem Geschehen. Unsere Auge merkt, wenn es nur Video ist (auch durch das Helligkeitsverhalten des Mediums)(+schlechte cgi), es wertet automatisch ab. Die aktuelle Entwicklung im "digital cine" Bereich spricht Bände.
Du schwurbelst mal wieder. Beleg' doch mal Deine Aussagen mit auch nur einem Beispiel.

Hast Du überhaupt Zugang zu Projektions- und Studioequipment, wo Du z.B. das von Dir zitierte VistaVision 35mm- mit digitalem Cinekamera-Material vergleichen kannst? (Und dann noch analoges Filmmaterial mindestens in Festivalkopie-Qualität....)

Ansonsten klingst Du genauso wie die Leute, die auf Hifi-Foren die Überlegenheit von Vinyl ggü. Digitalaudio predigen.


Um meine eigene Aussage zu kontextualisieren: Ich habe hier in Rotterdam ein Kino, das regelmäßig 70mm-Analogprojektionen zeigt, mit neuen, von Filmmuseen und -archiven auf höchstem Qualitätsniveau hergestellten Kopien von Filmklassikern (Kubrick etc.), oder auch von heutigen auf 70mm gedrehten Filmen wie von Tarantino. Das ist regelmäßig eine Enttäuschung, trotz oder gerade mit einem bildqualitativ etwas geschultereren Blick. Man sieht keine wirklichen Verbesserungen ggü. DCP, aber unruhigeren Bildstand etc.pp.

Ich hab dafür auch eine einfache psychologische Erklärung: Im Kopf unserer Generation stecken noch die Jugenderinnerungen an 35mm- und 70mm-Kinoprojektionen als überwältigende Bilder. Dasselbe Gefühl stellt sich heute im Kino nicht mehr ein. Das liegt aber nicht an digitalen Kinokameras und digitaler Kinoprojektion, sondern hängt damit zusammen, dass in unserer Jugend die Kluft zur TV- und sonstigen gewohnten Bildqualität (Fotoreproduktionen in Zeitschriften, Briefmarkenvideo auf Computer-Röhrenmonitoren etc.) so groß war, heute aber nicht mehr.
Die 70mm-Vorführungen, zu denen ich früher gepilgert bin, waren durchaus den Aufwand wert, denn im Vergleich zu 35mm waren sie merklich besser.
Sehe ich mir heute 4k-Projektionen an, hängt viel davon ab, wie gedreht wurde.
Sinner wurde zwar mit analogen IMAX-Kameras gefilmt, nutzte die Möglichkeiten aber viel zu selten.
Bei Furiosa gab es Einstellungen, die die Alexa 65 ausnutzen.

Chief of War kommt auch visuell beeindruckender daher, als z.B. Alien: Earth.



Rick SSon
Beiträge: 1536

Re: Die beste Cine-Kamera 2025 - Wo gibt es die ultimative Bildqualität?

Beitrag von Rick SSon »

cantsin hat geschrieben: Fr 29 Aug, 2025 14:44
CineMika hat geschrieben: Fr 29 Aug, 2025 14:36 Ein weiteres modernes visuelles Problem ist die, (wegen Bequemlichkeit und generativer Kompetenzdegradadation), immer größere Abweichung von Ästhetik, Grund hierfür sind auch die fast unbegrenzten Möglichkeiten der Bildveränderung. Als Beispiel, gerade die gute hohe Dyn.Range verleitet viele dazu, surreale Helligkeitsabstufungen / Gestaltungenen zu fabrizieren, man erkennt aufgrund der sehr guten Schatten Details übermäßig viel, jedoch was anfangs für jeden Digitalosüchtling so aufregend ist/war (spreche aus eigener Erfahrung), hat oft nichts mehr mit den natürlichen Sehgewohnheiten zu tun, und des weiteren begünstigt dies beim Thema Spielfilm interessanterweise die Entkoppelung aus dem Geschehen. Unsere Auge merkt, wenn es nur Video ist (auch durch das Helligkeitsverhalten des Mediums)(+schlechte cgi), es wertet automatisch ab. Die aktuelle Entwicklung im "digital cine" Bereich spricht Bände.
Du schwurbelst mal wieder. Beleg' doch mal Deine Aussagen mit auch nur einem Beispiel.

Hast Du überhaupt Zugang zu Projektions- und Studioequipment, wo Du z.B. das von Dir zitierte VistaVision 35mm- mit digitalem Cinekamera-Material vergleichen kannst? (Und dann noch analoges Filmmaterial mindestens in Festivalkopie-Qualität....)

Ansonsten klingst Du genauso wie die Leute, die auf Hifi-Foren die Überlegenheit von Vinyl ggü. Digitalaudio predigen.


Um meine eigene Aussage zu kontextualisieren: Ich habe hier in Rotterdam ein Kino, das regelmäßig 70mm-Analogprojektionen zeigt, mit neuen, von Filmmuseen und -archiven auf höchstem Qualitätsniveau hergestellten Kopien von Filmklassikern (Kubrick etc.), oder auch von heutigen auf 70mm gedrehten Filmen wie von Tarantino. Das ist regelmäßig eine Enttäuschung, trotz oder gerade mit einem bildqualitativ etwas geschultereren Blick. Man sieht keine wirklichen Verbesserungen ggü. DCP, aber unruhigeren Bildstand etc.pp.

Ich hab dafür auch eine einfache psychologische Erklärung: Im Kopf unserer Generation stecken noch die Jugenderinnerungen an 35mm- und 70mm-Kinoprojektionen als überwältigende Bilder. Dasselbe Gefühl stellt sich heute im Kino nicht mehr ein. Das liegt aber nicht an digitalen Kinokameras und digitaler Kinoprojektion, sondern hängt damit zusammen, dass in unserer Jugend die Kluft zur TV- und sonstigen gewohnten Bildqualität (Fotoreproduktionen in Zeitschriften, Briefmarkenvideo auf Computer-Röhrenmonitoren etc.) so groß war, heute aber nicht mehr.
wo ich ihm recht geben muss: viele können beim grading keine details in den shadows killen. Oft brauchst du das aber um a) einen schöneren kontrast auf die wesentlichen teile des bildes zu lenken und b) nicht mit unwichtigen details von den wesentlichen teilen des bilds abzulenken.

Alles rauszuholen wird da zum selbstzweck, statt darüber nachzudenken was dem narrativ dient.



Darth Schneider
Beiträge: 24910

Re: Die beste Cine-Kamera 2025 - Wo gibt es die ultimative Bildqualität?

Beitrag von Darth Schneider »

@Cantsin
Die Qualität vom Analog Film im Kino hängt aber von vielen heiklen Faktoren ab.

Vom Projektor, dessen regelmässiger und aufwendiger Wartung, der Leinwand und natürlich nicht zuletzt was sehr wichtig ist…
Davon in welchem Zustand die gezeigten Film Kopien auf den Filmrollen bei der Vorführung überhaupt sind….
Die sicher mal hochwertig waren.
Aber nach zig mal abspielen/lange lagern, es aber leider nicht mehr sind.

Und heute ist das Geld bei vielen Kinos und Verleihern viel zu knapp um all das immer seriös zu berücksichtigen…
Wetten ?

Also ich würde deine eher negativen Erfahrungen in dem einen analog Kino darum nicht zwangsläufig zu hoch bewerten.

Analoger Kinogenuss ist schon lange am sowas von am aussterben.
Das heisst es wird möglichst nix an Geld und Arbeitszeit dafür investiert.
Und das dazugehörige Know How geht gerade hierzulande sehr schnell verloren.

Also natürlich sehen die tollen Streifen auf Filmrollen im Kino immer schlechter aus.;)



roki100
Beiträge: 18157

Re: Die beste Cine-Kamera 2025 - Wo gibt es die ultimative Bildqualität?

Beitrag von roki100 »

Dass "nichts am Film vorbeikommt" ist eine sehr weitgehende Aussage, sie stimmt für Puristen, ist aber mMn kein allgemeingültiger Fakt.
Fakt ist, Filmmaterial (35mm, 65mm, IMAX) hat eine andere Bildcharakteristik (Korn, Highlight-Rolloff, Farben).
Objektiv ist digital überlegen bei DR (Schattenbereich), Lowlight, Flexibilität, Kosten, Workflow.
Subjektiv finden viele, dass Film in seiner ästhetischen Wirkung (organisch, lebendig) schöner ist. Es hat eine sehr sanfte Highlight-Rolloff, die organischer wirken.
"Deine Zeit ist begrenzt. Verschwende sie nicht damit, das Leben eines Anderen zu leben"
(Steve Jobs)



Darth Schneider
Beiträge: 24910

Re: Die beste Cine-Kamera 2025 - Wo gibt es die ultimative Bildqualität?

Beitrag von Darth Schneider »



roki100
Beiträge: 18157

Re: Die beste Cine-Kamera 2025 - Wo gibt es die ultimative Bildqualität?

Beitrag von roki100 »

Darth Schneider hat geschrieben: Fr 29 Aug, 2025 21:13
Damit ist eigentlich alles gesagt. Das Besondere sind die Lichter, HighlightRolloff, der wirkt beim Film organischer. Gleichzeitig ahmt Digital und manch Coloristen inzwischen fast alles davon nach, die Technologie ist weit und es wird noch besser. Am Ende bekommen wir die Möglichkeiten serviert (RAW,LOG), Bilder beliebig zu gestalten. Dadurch entstehen auch neue Looks, die beide Welten miteinander verbinden. Film ist nicht ausgestorben, sondern das gewisse etwas, lebt in uns weiter. Durch unseren Fortschritt schaffen wir neue Möglichkeiten, das gewisse etwas, am Leben zu erhalten.
"Deine Zeit ist begrenzt. Verschwende sie nicht damit, das Leben eines Anderen zu leben"
(Steve Jobs)



iasi
Beiträge: 28842

Re: Die beste Cine-Kamera 2025 - Wo gibt es die ultimative Bildqualität?

Beitrag von iasi »

Wenn man abwägt, kann man verschiedene Punkte festhalten:

Das Negativ hat
eine hohe Auflösung,
clippt in den Schatten und mag die Lichter,
verfügt durch die unterschiedliche Kornstruktur jedes Frames über eine fließende Weichheit.
...

Digital hat mittlerweile auch
eine hohe Auflösung,
bietet höhere Empfindlichkeit,
clipt in den Lichtern, bietet aber in den Schatten mehr,
hat keine vergleichbaren Generationenverluste, wie beim Negativ bis zur Kinokopie,
eröffnet die digitalen Post-Möglichkeiten,
ist bei der Projektion durch Laser-Projektoren viel konsistender, was die Projektionsqualität betrifft,
...

Kosten, Größe etc. sind noch gar nicht genannt.

Digital ist mittlerweile so weit, dass kaum mehr etwas für analog spricht.



roki100
Beiträge: 18157

Re: Die beste Cine-Kamera 2025 - Wo gibt es die ultimative Bildqualität?

Beitrag von roki100 »

Ja, er vergleicht digital und film ganz gut:
"Deine Zeit ist begrenzt. Verschwende sie nicht damit, das Leben eines Anderen zu leben"
(Steve Jobs)



Bluboy
Beiträge: 5386

Re: Die beste Cine-Kamera 2025 - Wo gibt es die ultimative Bildqualität?

Beitrag von Bluboy »

Ganz Toll was digitale Kameras heutzutage leisten, nützt aber nichts, wenn wir in einem anderen thread feststellen, dass die Filme immer schlechter werden.
Zuletzt geändert von Bluboy am Sa 30 Aug, 2025 03:43, insgesamt 1-mal geändert.



Darth Schneider
Beiträge: 24910

Re: Die beste Cine-Kamera 2025 - Wo gibt es die ultimative Bildqualität?

Beitrag von Darth Schneider »

Die Realität sieht so aus das wir die Wahl doch gar nicht haben.

Also versuchen wir weiterhin mit modernen Kameras das gute alte analoge Kino zu imitieren.
Und schauen dabei insgeheim etwas neidisch auf Tarantino und Nolan.

Weil diese Puristen es sich leisten können noch auf echtem Film zu drehen und dabei noch mit Oscars nominiert werden/gewinnen….;)



roki100
Beiträge: 18157

Re: Die beste Cine-Kamera 2025 - Wo gibt es die ultimative Bildqualität?

Beitrag von roki100 »

Darth Schneider hat geschrieben: Sa 30 Aug, 2025 03:21 Weil diese Puristen es sich leisten können noch auf echtem Film zu drehen....
Das hast du aus dem Video, den du selbst verlinkt hast, so verstanden? Es geht nicht darum, sondern genau darum das wir die Möglichkeit haben. Es vermittelt eine andere Botschaft. So wie iasi schreibt: Digital ist mittlerweile so weit, dass kaum mehr etwas für analog spricht.
"Deine Zeit ist begrenzt. Verschwende sie nicht damit, das Leben eines Anderen zu leben"
(Steve Jobs)
Zuletzt geändert von roki100 am Sa 30 Aug, 2025 09:43, insgesamt 1-mal geändert.



Darth Schneider
Beiträge: 24910

Re: Die beste Cine-Kamera 2025 - Wo gibt es die ultimative Bildqualität?

Beitrag von Darth Schneider »

Ja ich hab die Botschaft verstanden.
Aber du scheinbar nicht.

wenn gar nix für analog sprechen würde ja dann hätte Arri keine analoge Kamera mehr im Programm. Kodak würde kein Filmmaterial mehr herstellen.
und Nolan, Tarantino und andere Filmemacher würden digital drehen.

Seien wir froh das noch ein wenig analog gedreht wird.
Weil sonst geht das ganze Wissen darum herum verloren.
Zuletzt geändert von Darth Schneider am Sa 30 Aug, 2025 09:47, insgesamt 2-mal geändert.



iasi
Beiträge: 28842

Re: Die beste Cine-Kamera 2025 - Wo gibt es die ultimative Bildqualität?

Beitrag von iasi »

Darth Schneider hat geschrieben: Sa 30 Aug, 2025 03:21 Die Realität sieht so aus das wir die Wahl doch gar nicht haben.

Also versuchen wir weiterhin mit modernen Kameras das gute alte analoge Kino zu imitieren.
Und schauen dabei insgeheim etwas neidisch auf Tarantino und Nolan.

Weil diese Puristen es sich leisten können noch auf echtem Film zu drehen und dabei noch mit Oscars nominiert werden/gewinnen….;)
Ich schaue nicht neidisch auf Tarantino und Nolan - auch nicht auf die Macher von Dune oder Sinner.

Ich schau mir nur mal diese Liste an und stelle fest, dass Digi-Cine-Cams hier, seit es sie gibt, auch häufig genutzt wurden:

https://de.wikipedia.org/wiki/Oscar/Beste_Kamera

Schaue ich mit zudem aktuell Chief of War an, bin ich beeindruckt und habe das Gefühl, dass mich die Serie eher in eine fremde Kultur und fremde Welten entführt, als Dune oder Alien: Earth. Gedreht mit einer Red V-Raptor.

Tarantinos Filme finde ich übrigens optisch eher langweilig - da bleibt mir trotz 70mm nichts in Erinnerung. H8 war eine ziemliche Enttäuschung, was 70mm betraf.



Darth Schneider
Beiträge: 24910

Re: Die beste Cine-Kamera 2025 - Wo gibt es die ultimative Bildqualität?

Beitrag von Darth Schneider »

@iasi
Geschmacksache

Mir gefallen optisch auch nicht alle Tarantino Filme. Aber manche Streifen von ihm finde ich visuell sehr toll.

Und mir ist das sowas von egal womit ein Film gedreht wird.
Entweder er gefällt mir oder nichz.
Das ist nicht von der Kamera abhängig.
Zuletzt geändert von Darth Schneider am Sa 30 Aug, 2025 09:50, insgesamt 1-mal geändert.



Bluboy
Beiträge: 5386

Re: Die beste Cine-Kamera 2025 - Wo gibt es die ultimative Bildqualität?

Beitrag von Bluboy »

Schau mal

Breaking Bad
Hell on Wheels
Reservoir Dog

an

Ruhigen Gewissens kann man sagen, optimales Bild ist ARRI - Film nicht Video



Darth Schneider
Beiträge: 24910

Re: Die beste Cine-Kamera 2025 - Wo gibt es die ultimative Bildqualität?

Beitrag von Darth Schneider »

@bluboy
Das ist so,
Film ist und bleibt die Königsklasse

Mehr Auflösung, natürliches Korn, besseres Rollof und schönere Hilights.
perfekte natürliche und stimmige Skintones und Farben.

Klar kommt digital dem heute nahe.

Aber sehr viele gerade junge Leute haben noch gar nie einen tollen analogen Film im Kino gesehen.

Und man vergleicht analog und digital auf Youtube oder auf einem Monitor.
Was eigentlich völlig sinnlos ist😂



cantsin
Beiträge: 16455

Re: Die beste Cine-Kamera 2025 - Wo gibt es die ultimative Bildqualität?

Beitrag von cantsin »

Film ist schon seit ziemlich exakt 25 Jahren tot als Medium für Kinofilme - nämlich seit "Oh Brother, Where Art Though?" von den Coen-Brüdern, dem ersten 35mm-Film mit einem digital intermediate.

Seitdem gibt es keine analoge Postproduktion mehr, bis auf Künstler-Filmlabors aus der Experimentalfilmszene. (Ich bin selbst Mitglied in einem solchen Labor und spreche daher aus Praxiserfahrung.)

Was heute sog. analoger Kinofilm ist, sind digital bearbeitete (gegradetete) und geschnittene Scans von Kodak Vision3-Material. In der Fotografie würde man bei diesem Workflow nicht mehr von Analogfotografie sprechen.

Auch wenn diese Filme dann in 35mm- oder 70mm-Projektion gezeigt werden, handelt es sich um auf Film ausbelichtete Digitalbilder.
"Wieso eigentlich überhaupt was drehen? Warum nicht jahrelang nur darüber philosophieren?" -stip



roki100
Beiträge: 18157

Re: Die beste Cine-Kamera 2025 - Wo gibt es die ultimative Bildqualität?

Beitrag von roki100 »

Darth Schneider hat geschrieben: Sa 30 Aug, 2025 09:51 @bluboy
Das ist so,
Film ist und bleibt die Königsklasse
Mehr Auflösung, natürliches Korn, besseres Rollof und Hilights.
perfekte natürliche und stimmige Skintones und Farben.

Aber sehr viele gerade junge Leute haben noch gar nie einen tollen analogen Film im Kino gesehen.

Und vergleichen analog und digital auf Youtube oder auf einem Monitor.
Was völlig sinnlos ist😂
Du hast, glaube ich, das Video, das du selbst verlinkt hast, nicht angeschaut oder nicht ganz verstanden. Es ist nämlich gar nicht so abwertend gemeint, sondern vermittelt eine klare Botschaft, die übrigens auch mich betrifft und sicherlich auch viele andere, die sich eine RAW/LOG-Kamera leisten können und genau auf diesen Look abfahren. So lebt das Ganze eben weiter, eigentlich eine schöne Botschaft, finde ich.

Auflösung:
An der Auflösung mangelt es heute wirklich nicht. Selbst Mittelklasse-Cinema-Kameras liefern mehr Detail als nötig.

Natürliches Korn:
Das ist so eine Sache, was ist für dich "natürlich" daran? Dennoch, es gibt Leute, die sich intensiv damit beschäftigt haben (passend zu dem Video), haben Korn in verschiedenen Varianten vom Original-Film herausgefiltert und es dann in Tools wie Dehancer oder FilmConvert integriert. Das funktioniert erstaunlich gut. So lebt das Ganze eben weiter...

DR, HighlightRolloff etc.:
Auch digital gibt es Tricks für einen angenehmen HighlightRolloff. Mit Filtern wie ProMist kannst du Lichter schon am Set weicher machen. Moderne Sensoren bringen dazu enormen DR mit. Du schützt die Highlights, ziehst Schatten später hoch und hast trotzdem Details, die auf Film nie dagewesen wären.
usw.

Man könnte sagen, Film ist eigentlich schon lange tot, aber genau diese Prophezeiung ist dir aus deiner Glaskugel entwischt.
"Deine Zeit ist begrenzt. Verschwende sie nicht damit, das Leben eines Anderen zu leben"
(Steve Jobs)
Zuletzt geändert von roki100 am Sa 30 Aug, 2025 10:28, insgesamt 1-mal geändert.



iasi
Beiträge: 28842

Re: Die beste Cine-Kamera 2025 - Wo gibt es die ultimative Bildqualität?

Beitrag von iasi »

Bluboy hat geschrieben: Sa 30 Aug, 2025 09:49 Schau mal

Breaking Bad
Hell on Wheels
Reservoir Dog

an

Ruhigen Gewissens kann man sagen, optimales Bild ist ARRI - Film nicht Video
Breaking Bad
Erscheinungsjahre 2008–2013
Da kamen die Cine-Digi-Cams erst auf und konnten bei der Vorproduktion noch gar nicht berücksichtigt werden.

Man kann sagen: Die Serien und Produktionen hätten nicht schlechter ausgesehen, wären sie mit heutigen Digi-Cine-Cams gedreht worden.



iasi
Beiträge: 28842

Re: Die beste Cine-Kamera 2025 - Wo gibt es die ultimative Bildqualität?

Beitrag von iasi »

roki100 hat geschrieben: Sa 30 Aug, 2025 10:26
Darth Schneider hat geschrieben: Sa 30 Aug, 2025 09:51 @bluboy
Das ist so,
Film ist und bleibt die Königsklasse
Mehr Auflösung, natürliches Korn, besseres Rollof und Hilights.
perfekte natürliche und stimmige Skintones und Farben.

Aber sehr viele gerade junge Leute haben noch gar nie einen tollen analogen Film im Kino gesehen.

Und vergleichen analog und digital auf Youtube oder auf einem Monitor.
Was völlig sinnlos ist😂
Du hast, glaube ich, das Video, das du selbst verlinkt hast, nicht angeschaut oder nicht ganz verstanden. Es ist nämlich gar nicht so abwertend gemeint, sondern vermittelt eine klare Botschaft, die übrigens auch mich betrifft und sicherlich auch viele andere, die sich eine RAW/LOG-Kamera leisten können und genau auf diesen Look abfahren. So lebt das Ganze eben weiter, eigentlich eine schöne Botschaft, finde ich.

Auflösung:
An der Auflösung mangelt es heute wirklich nicht. Selbst Mittelklasse-Cinema-Kameras liefern mehr Detail als nötig.

Natürliches Korn:
Das ist so eine Sache, was ist für dich "natürlich" daran? Dennoch, es gibt Leute, die sich intensiv damit beschäftigt haben (passend zu dem Video), haben Korn in verschiedenen Varianten vom Original-Film herausgefiltert und es dann in Tools wie Dehancer oder FilmConvert integriert. Das funktioniert erstaunlich gut. So lebt das Ganze eben weiter...
Die Kornstruktur bei Film unterscheidet sich von Bild zu Bild und ergibt bei der Projektion einen weichen Fluss.
Aber schon vor mehr als einem Jahrzehnt wurde eine Digi-Kamera entwickelt und gebaut, die dies imitierte. In der Post dürfte dies heute eh Problemlos machbar sein.
roki100 hat geschrieben: Sa 30 Aug, 2025 10:26 DR, HighlightRolloff etc.:
Auch digital gibt es Tricks für einen angenehmen HighlightRolloff. Mit Filtern wie ProMist kannst du Lichter schon am Set weicher machen. Moderne Sensoren bringen dazu enormen DR mit. Du schützt die Highlights, ziehst Schatten später hoch und hast trotzdem Details, die auf Film nie dagewesen wären.
usw.
Es ist doch nur eine Frage der korrekten Belichtung. Digi-Cams verhalten sich wie Umkehrfilm/Dia: Mit ETTR verliert sich das Problem.
Negativ mag reichlich Licht - wer eine Digi-Cam so belichtet wie ein Filmnegativ, macht etwas falsch.
Kritisch wird es bei Digi-Cams nur, wenn starke Lichtquellen im Bild sind, die den Bildkontrast extrem in die Höhe treiben - aber dann hättest du beim Negativ auch abgesoffene Mitten und Schatten.
roki100 hat geschrieben: Sa 30 Aug, 2025 10:26 Man könnte sagen, Film ist eigentlich schon lange tot, aber genau diese Prophezeiung ist dir aus deiner Glaskugel entwischt.
Tarantino will ja noch einen Film drehen. Also ganz tot ist das Negativ noch nicht. :)



Bluboy
Beiträge: 5386

Re: Die beste Cine-Kamera 2025 - Wo gibt es die ultimative Bildqualität?

Beitrag von Bluboy »

@iasi

Ändert nichts daran dass die von mir genannten Filme ein auffällig gutes Bild haben



Darth Schneider
Beiträge: 24910

Re: Die beste Cine-Kamera 2025 - Wo gibt es die ultimative Bildqualität?

Beitrag von Darth Schneider »

@Cantsin/iasi
Auch Kino ist am sterben.
Gefühlt 90% aller Filme werden nicht im Kino geschaut.
Und sehr viele der Filme sehen eher digital nach Game und gar nicht mehr nach Film aus

Von dem her braucht es auch keine Filmkameras mehr.

Schade, doofe Entwicklung.



roki100
Beiträge: 18157

Re: Die beste Cine-Kamera 2025 - Wo gibt es die ultimative Bildqualität?

Beitrag von roki100 »

Darth Schneider hat geschrieben: Sa 30 Aug, 2025 10:43 Schade, doofe Entwicklung.
Ne, siehe z.B. Dune:
Gedreht = digital, ARRI Alexa LF und Mini LF
Ausgewertet = teilweise analog, um den "Film-Look" zu bewahren.
Denis Villeneuve und Kameramann Greig Fraser haben sich bewusst gegen 35mm oder 65mm Film entschieden, weil sie maximale Kontrolle und Flexibilität bei den sehr komplexen VFX-Shots wollten...?

Durch unseren digitalen Fortschritt, schaffen wir neue Möglichkeiten, auch um das gewisse etwas, am Leben zu erhalten.
"Deine Zeit ist begrenzt. Verschwende sie nicht damit, das Leben eines Anderen zu leben"
(Steve Jobs)



 Aktuelle Beiträge [alle Foren]
 
» NUR KOPIEN? Wie gut/schlecht ist der deutsche Film?
von Darth Schneider - Sa 16:29
» A-Dokukamera als Ersatz für Sony DSLM gesucht
von Franz86 - Sa 16:24
» Die beste Cine-Kamera 2025 - Wo gibt es die ultimative Bildqualität?
von Darth Schneider - Sa 14:20
» Viltrox wird Mitglied der L-Mount Alliance
von Tscheckoff - Sa 11:30
» Blackmagic senkt Preise für URSA Cine 12K und 17k Kits radikal
von iasi - Fr 23:57
» Was schaust Du gerade?
von roki100 - Fr 23:56
» Ein Spaziergang durch das Blühende Barock
von Racun77 - Fr 22:09
» BPCC6Kpro mit ipad 10 verbinden
von coldcase - Fr 22:01
» Kinojahr 1999
von rkunstmann - Fr 21:14
» Google Gemini 2.5 Flash Image "Nano Banana" bringt Charakterkonsistenz und Multi-Imag
von berlin123 - Fr 17:50
» DJI Mini 5 Pro kostet so viel wie Mini 4 Pro
von slashCAM - Fr 17:09
» Neue kompakte RGBWW-Panels von Nanlite - miro 30c und 60c
von Darth Schneider - Fr 16:49
» Neue Sony FX3 und FX30 Firmware bringt BIG6-Startbildschirm, RAW-Video über HDMI und mehr
von Bildlauf - Fr 14:29
» YouTube experimentiert mit forciertem AI Upscaling / "Verbesserungen"
von 422 - Fr 13:08
» DJI Mic 3 - kompaktes Wireless-Mikrofonsystem mit Adaptive Gain und 32-Bit-Float
von Jörg - Fr 12:29
» Deity CineReach Boompoles
von freezer - Fr 11:35
» Endlich mal wieder originelle Ansätze im Kino
von 7River - Fr 11:13
» Die Nikon Mini Red kommt "Insider"
von iasi - Fr 1:24
» Panasonic LUMIX S1II im Praxistest: Beste Video-DSLM ihrer Klasse Dank 5.1K Open Gate u. hohem DR?
von roki100 - Do 19:30
» Mikrofon on Camera ca. € 500
von Jörg - Do 18:27
» Elektronisches rauschen bei Lumix DMC-G6?
von Jörg - Do 16:39
» Was hast Du zuletzt gekauft?
von StanleyK2 - Do 16:38
» Frage zu Artefakt Hi8
von Jott - Do 15:05
» Wie Generative KI-Tools bei Netflix-Produktionen genutzt werden dürfen
von AndySeeon - Do 12:18
» Nikon Z6III bekommt u.a. Auto-Capture, USB-Streaming, Vogelmodus
von slashCAM - Do 10:57
» Nikon Z6III Firmware 2.0
von pillepalle - Do 1:41
» AI-Diskussionsthread - Pro/Kontra?
von Blackbox - Mi 23:53
» Linsen (Vintage, Anamorphic & Co.)
von roki100 - Mi 23:25
» Komplette Kamerausrüstung - € 15.000, -- Budget
von Yanus - Mi 16:22
» Samsung 9100 Pro - erste PCIe 5.0 NVMe-M.2 SSD mit 8 TB
von slashCAM - Mi 14:57
» Farbnegative mit blauen Licht scannen?
von ruessel - Mi 14:52
» Sony FS7 II Color Matching vs A7SIII machbar?
von rush - Mi 14:00
» Paypal gehackt - Angriff auf Gmail
von Bluboy - Mi 13:00
» Adobe Indigo App
von Jott - Mi 3:08
» Global Shutter & Dynamik wie geht das?
von roki100 - Mi 0:52