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Paramount: Kahlschlag bei deutschen Produktionen



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Frank Glencairn
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Paramount: Kahlschlag bei deutschen Produktionen

Beitrag von Frank Glencairn »

Wieder einer der die Zelte hier abbricht.


Was Bob Bakish in der vergangenen Woche zunächst in einer Townhall und dann einem schriftlichen Memo seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei Paramount zu verkünden hatte, klang nicht unbedingt nach Aufbruchstimmung ins neue Jahr. Vielmehr soll das von stetigen Übernahmespekulationen begleitete Unternehmen - erst heute wurde ein 30-Milliarden-Angebot der Allen Media Group bekannt - nun dringend die Kosten senken, um das Streaminggeschäft so schnell wie möglich profitabel zu machen.

Erreichen will man das erklärtermaßen, indem man sich auf die bekannten Franchises und Serien des US-Studios konzentriert, weil sich diese auch weltweit am besten vermarkten lassen - und die sicher auch für die hiesige Kundschaft der Hauptgrund für den Abschluss eines Abos gewesen sein dürften. In internationale Produktionen werde man hingegen weniger investieren. Wenige Tage später wird nun deutlich, was dieses "weniger" konkret für Deutschland bedeutet - und es ist einige Monate nach dem Rückzug von Sky aus der Produktion fiktionaler Serien der nächste Tiefschlag für die hiesige Produzentenlandschaft.Wie Quellen aus dem Unternehmen gegenüber DWDL.de bestätigen, gehören die für 2024 konkret angekündigten Serien "Turmschatten" und "Zeit Verbrechen" ebenso wie etwa "Miss Fallaci" aus Italien zu den Serien, die auf der Streichliste stehen - und das, obwohl sie bereits fertig produziert oder in der Produktion weit fortgeschritten sind. "Zeit Verbrechen" etwa wird auf der Berlinale in Kürze ihre Weltpremiere feiern - doch wo die auf dem gleichnamigen Podcast basierende Serie dann regulär zu sehen sein wird, ist nach der Entscheidung von Paramount unklar.

Hinter der Serie steht die Produktionsfirma X Filme Creative Pool, die nun ebenso eine neue Heimat für die Serie suchen dürfte wie The Amazing Company, die für Paramount+ im Herbst vergangenen Jahres die Romanadaption "Turmschatten" abgedreht hat - immerhin unter anderem mit Heiner Lauterbach und Désirée Nosbusch sehr prominent besetzt.

Doch es trifft nicht nur neue Produktionen, auch ein großer Teil der seit dem Start schon veröffentlichten deutschen Produktionen wurde - im Zuge einer generellen Bereinigung der Library-Inhalte auch aus anderen Ländern - nun wieder aus dem Streamingangebot entfernt. Wer etwa nach den Serien "Kohlrabenschwarz", "A Thin Line", "Die Chemie des Todes" oder "Der Scheich" sucht, wird nicht mehr fündig oder landet via Google auf 404-Fehlerseiten von Paramount+. Auch die mit großem Tamtam angekündigte deutsche Adaption von "RuPaul's Drag Race" ist nicht mehr abrufbar - die Frage nach einer möglichen Fortsetzung hat sich damit also ebenfalls erledigt.
https://www.dwdl.de/nachrichten/96627/p ... hen%20soll.
Sapere aude - de omnibus dubitandum



iasi
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Re: Paramount: Kahlschlag bei deutschen Produktionen

Beitrag von iasi »

Nach dem Streaming-Hype wird nun konsolidiert.

Schließlich ist nur Netflix profitabel.

Warner/Discovery schreibt ja lieber Filme und Serien ab, statt sie auf HBO+ zu veröffentlichen.

Für deutsche Inhalte braucht es keine ABO-Streaming-Dienste, daher wird deren Erfolg auch eher hinter der von internationalen Produktionen liegen. :)

Die deutschen "Profis" sollten sich auch mal fragen, warum hier kein deutscher Film zu finden ist:

https://www.insidekino.com/DTop10/24/DT ... _10.1.2023

Wenn man dann noch bedenkt, dass selbst "deutsche" Produktionen in Tschechien, Rumänien etc. gedreht werden ... :)


Erfolg ist zudem relativ:

https://de.statista.com/statistik/daten ... -besucher/



Jalue
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Re: Paramount: Kahlschlag bei deutschen Produktionen

Beitrag von Jalue »

Frank Glencairn hat geschrieben: Mi 21 Feb, 2024 11:47 Wieder einer der die Zelte hier abbricht.
Mal ehrlich: Mich wundert, wen das noch verwundern kann. Da haben wir einen Kanzler, der in etwa so viel Führungsqualität hat wie ein Haushamster (sry, ist keine Spitze gegen das Betriebspersonal im Kanzleramt).

Da haben wir eine Außenministerin, die schon mal spontan Russland den Krieg erklärt oder Putin zu einer 360-Grad-Wende auffordert sowie einen Wirtschaftsminister, der sich von der "Realität umzingelt" sieht. Erst vor wenigen Tagen legte Kinderbuchautor Herr Dr. Habeck noch einen drauf, seine Forderung: „Alle raus aus ihren – wie soll ich sagen – warmen, gemütlichen Ecken.“

https://www.merkur.de/wirtschaft/gemuet ... 33812.html

In der Denke eines Menschen, der einen 20K/Monat Job hat, mag das sinnreich erscheinen, aus der Perspektive eines Freelancers im Medienbereich (mit Ausnahme von iasi vielleicht) ist das schlichtweg grunzdummer Zynismus.

Wer kann, der geht oder wechselt eben die Branche.



macaw
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Re: Paramount: Kahlschlag bei deutschen Produktionen

Beitrag von macaw »

Jalue hat geschrieben: Do 22 Feb, 2024 01:26
Frank Glencairn hat geschrieben: Mi 21 Feb, 2024 11:47 Wieder einer der die Zelte hier abbricht.
Mal ehrlich: Mich wundert, wen das noch verwundern kann. Da haben wir einen Kanzler, der in etwa so viel Führungsqualität hat wie ein Haushamster (sry, ist keine Spitze gegen das Betriebspersonal im Kanzleramt).

Da haben wir eine Außenministerin, die schon mal spontan Russland den Krieg erklärt oder Putin zu einer 360-Grad-Wende auffordert sowie einen Wirtschaftsminister, der sich von der "Realität umzingelt" sieht. Erst vor wenigen Tagen legte Kinderbuchautor Herr Dr. Habeck noch einen drauf, seine Forderung: „Alle raus aus ihren – wie soll ich sagen – warmen, gemütlichen Ecken.“

https://www.merkur.de/wirtschaft/gemuet ... 33812.html

In der Denke eines Menschen, der einen 20K/Monat Job hat, mag das sinnreich erscheinen, aus der Perspektive eines Freelancers im Medienbereich (mit Ausnahme von iasi vielleicht) ist das schlichtweg grunzdummer Zynismus.

Wer kann, der geht oder wechselt eben die Branche.
Kann ich alles nur unterstreichen. Man sollte aber 16 Jahre Vorarbeit durch die Neuland-Frau nicht vergessen - die die komplette Zeit hindurch auch fleissig gewählt wurde... aber dennoch, der derzeitige Verein an Clowns setzt allem die Krone auf. Die Wähler dieser Leute werden es anders sehen, aber ich habe noch nie zuvor ein solch konzentriertes arrogantes und abgehobenes Verhalten gesehen wie bei denen. Na, Marie Antoinette brachte es zuvor auch mal auf eine solche Spitzenleistung.
Zuletzt geändert von macaw am Do 22 Feb, 2024 20:49, insgesamt 1-mal geändert.



iasi
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Re: Paramount: Kahlschlag bei deutschen Produktionen

Beitrag von iasi »

Jalue hat geschrieben: Do 22 Feb, 2024 01:26
Frank Glencairn hat geschrieben: Mi 21 Feb, 2024 11:47 Wieder einer der die Zelte hier abbricht.
Mal ehrlich: Mich wundert, wen das noch verwundern kann. ...
Mich wundert, dass Leute denken, diese langfristige Entwicklung würde von der Politik der letzten 2-3 Jahre abhängen.

Dabei wollen alle in der Branche bequem so weiter machen, wie bisher, obwohl sie schon seit langer Zeit in der Krise steckt.
Der Streaming-Hype bei den Investoren hatte dabei nur kurzfristig für Besserung gesorgt.
Nun ist der teure Konkurrenzkampf um Marktanteile beendet und die Streaming-Anbieter besinnen sich der Profitabilität.

Der Rückzug der Streamer zeigt doch nur, wie sehr die deutsche Filmbranche krankt.
Es braucht wohl wieder die jungen Wilden, die den Laden mal richtig auf den Kopf stellen. Aber die drehen Kurzfilme, um dann Filmförderung abgreifen zu können.
Die erfahrenen Routines wollen sowieso nur weitermachen wie schon immer und blicken jammernd zurück auf eine nostalgisch verklärte Vergangenheit.

Die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt hat eine Filmbranche, die schlicht proventiell vor sich hin siecht.
Vor einem Jahrhundert konnten die Deutschen noch Film. :)



markusG
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Re: Paramount: Kahlschlag bei deutschen Produktionen

Beitrag von markusG »

Jalue hat geschrieben: Do 22 Feb, 2024 01:26 Da haben wir einen Kanzler[...]Da haben wir eine Außenministerin[...]Herr Dr. Habeck
macaw hat geschrieben: Do 22 Feb, 2024 08:01 Man sollte aber 16 Jahre Vorarbeit durch die Neuland-Frau nicht vergessen
Na im Thread vertan?

Frank hat es doch extra zitiert:
[...]um das Streaminggeschäft so schnell wie möglich profitabel zu machen.

Erreichen will man das erklärtermaßen, indem man sich auf die bekannten Franchises und Serien des US-Studios konzentriert, weil sich diese auch weltweit am besten vermarkten lassen - und die sicher auch für die hiesige Kundschaft der Hauptgrund für den Abschluss eines Abos gewesen sein dürften. In internationale Produktionen werde man hingegen weniger investieren.
[...]ebenso wie etwa "Miss Fallaci" aus Italien zu den Serien, die auf der Streichliste stehen
Was haben die obigen Gestalten denn damit zu tun? Alles Echsenmenschen? Weltverschwörung? Demnächst ist Merkel für das Kinosterben in den USA verantwortlich oder wie? Da kann man echt nur noch den Kopf schütteln...



7River
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Re: Paramount: Kahlschlag bei deutschen Produktionen

Beitrag von 7River »

iasi hat geschrieben: Do 22 Feb, 2024 08:15 Es braucht wohl wieder die jungen Wilden, die den Laden mal richtig auf den Kopf stellen. Aber die drehen Kurzfilme, um dann Filmförderung abgreifen zu können.
Ist das jetzt mehr eine Anspielung (…), oder ist das ernst gemeint?
„Wissen Sie, Ryback, aussehen tut's köstlich. Aber riechen tut's wie Schweinefraß. Ich hab' Ihren Scheiß lang genug geduldet. Nur weil der Captain die Art liebt, wie Sie kochen. Aber dieses eine Mal ist er nicht hier und wird Ihnen nicht helfen können.“



macaw
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Re: Paramount: Kahlschlag bei deutschen Produktionen

Beitrag von macaw »

markusG hat geschrieben: Do 22 Feb, 2024 08:32
Jalue hat geschrieben: Do 22 Feb, 2024 01:26 Da haben wir einen Kanzler[...]Da haben wir eine Außenministerin[...]Herr Dr. Habeck
macaw hat geschrieben: Do 22 Feb, 2024 08:01 Man sollte aber 16 Jahre Vorarbeit durch die Neuland-Frau nicht vergessen
Na im Thread vertan?
Was haben die obigen Gestalten denn damit zu tun?
Keine Ahnung. Der Weihnachtsmann oder so.



iasi
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Re: Paramount: Kahlschlag bei deutschen Produktionen

Beitrag von iasi »

7River hat geschrieben: Do 22 Feb, 2024 09:06
iasi hat geschrieben: Do 22 Feb, 2024 08:15 Es braucht wohl wieder die jungen Wilden, die den Laden mal richtig auf den Kopf stellen. Aber die drehen Kurzfilme, um dann Filmförderung abgreifen zu können.
Ist das jetzt mehr eine Anspielung (…), oder ist das ernst gemeint?
Das ist ernst gemeint.

Man muss sich doch nur die Geschichte des deutschen Films ansehen ...

Es ist wieder Zeit für einen Neuen Deutschen Film.



7River
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Re: Paramount: Kahlschlag bei deutschen Produktionen

Beitrag von 7River »

iasi hat geschrieben: Do 22 Feb, 2024 22:28 Es ist wieder Zeit für einen Neuen Deutschen Film.
Und wie bitte schön soll das mit diesem System geschehen?
„Wissen Sie, Ryback, aussehen tut's köstlich. Aber riechen tut's wie Schweinefraß. Ich hab' Ihren Scheiß lang genug geduldet. Nur weil der Captain die Art liebt, wie Sie kochen. Aber dieses eine Mal ist er nicht hier und wird Ihnen nicht helfen können.“



Frank Glencairn
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Re: Paramount: Kahlschlag bei deutschen Produktionen

Beitrag von Frank Glencairn »

iasi hat geschrieben: Do 22 Feb, 2024 22:28

Das ist ernst gemeint.

Man muss sich doch nur die Geschichte des deutschen Films ansehen ...

Es ist wieder Zeit für einen Neuen Deutschen Film.

Achdumeinegüte - schon wieder mal?

Wie oft wurde dieser Mythos dieses "Neuen Deutschen Filmes" denn schon ausgerufen in den letzten 60 Jahren? Gefühlt alle 10 Jahre mal.

Als Deutschland noch in der Oberliga mitgespielt hat, wurden diese Filme allerdings nicht von selbsternannten Neufilm-Rebellen oder Radneuerfindern gemacht.

Im Gegenteil - mit dem deutschen Film ging es erst Ende der 50er Jahre Jahren bergab, als genau diese Sorte von Leuten, mit dieser Sorte von Ideen den deutschen Film übernommen haben - wovon er sich bis heute nicht erholt hat.
Sapere aude - de omnibus dubitandum



macaw
Beiträge: 1219

Re: Paramount: Kahlschlag bei deutschen Produktionen

Beitrag von macaw »

Vielleicht sollte man den Begriff, den iasi benutzt hat (Neuer deutscher Film) nicht wortwörtlich nehmen. Es kann keinen "NDF" geben, der von oben verordnet wurde, denn wo der Staat (vor allem der derzeitige) seine Finger mit im Spiel hat, ist scheitern zu 100% vorprogrammiert. "Der" checkt nicht, daß ein soziales Gefüge wie es ein Land letzten endes ist, nicht von oben herab befohlen werden kann, sondern von innen her entsteht, so wie auch die gesamte Kultur, inkl. Film. Es ist also einfach: Jede Bewegung entsteht dadurch, daß man aktiv wird. Offenbar hat keiner mehr mit Anspruch oder Lust auf etwas neues Bock drauf und damit hat es sich, stattdessen bedienen sich die auf Linie getrimmten Schleimer an den vollen Trögen...



markusG
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Re: Paramount: Kahlschlag bei deutschen Produktionen

Beitrag von markusG »

macaw hat geschrieben: Fr 23 Feb, 2024 08:41 Es kann keinen "NDF" geben, der von oben verordnet wurde, denn wo der Staat (vor allem der derzeitige) seine Finger mit im Spiel hat, ist scheitern zu 100% vorprogrammiert.
Ich bin mir nicht sicher ob iasi das meint, er spricht da von zwei verschiedenen Dingen (Filmwirtschaft vor 100 Jahren und dann "junge Wilde").

Der NDF der 60er/70er beschreibt sich ja so (zumindest laut Wikipedia):
Diese Filmemacher stellten Gesellschafts- und politische Kritik in den Mittelpunkt ihrer Arbeit, auch in Abgrenzung zu reinen Unterhaltungsfilmen. Als Autorenfilme wurden diese Produktionen in der Regel unabhängig von großen Filmstudios realisiert. Der Neue Deutsche Film wurde von der französischen „Nouvelle Vague“ und der 68er-Protestbewegung beeinflusst.
[...]
Joe Hembus forderte 1961 in seinem Pamphlet: „Der deutsche Film kann gar nicht besser sein“ eine Neuorientierung des deutschen Spielfilms. Der war im Deutschland ab den 50er Jahren dominiert von Themen wie Heimat-, Karl-May-, Schlager- und Edgar-Wallace-Filmen. Die Wortführer des JDF forderten dagegen eine Auseinandersetzung mit politischen, gesellschaftskritischen und zeitgeschichtlichen Themen. Der Film solle nicht unterhalten, sondern Denkanstöße für den Zuschauer geben. Filmemacher sollten finanziell unabhängig werden. 26 junge Filmemacher folgten am 28. Februar 1962 Joe Hembus und verlasen auf den Kurzfilmtagen das sogenannte Oberhausener Manifest. Am 1. Februar 1965 wurde das Kuratorium junger deutscher Film e.V. gegründet, das mit Unterstützung des Bundesinnenministeriums zahlreiche junge deutsche Filme mit Krediten unterstützte.
Klingt jetzt nicht gerade nach einer "Verordnung vom Staat"...Da können für solche Vorhaben maximal die Rahmenbedingungen geschaffen werden.



Frank Glencairn
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Re: Paramount: Kahlschlag bei deutschen Produktionen

Beitrag von Frank Glencairn »

markusG hat geschrieben: Fr 23 Feb, 2024 09:09
Klingt jetzt nicht gerade nach einer "Verordnung vom Staat"...Da können für solche Vorhaben maximal die Rahmenbedingungen geschaffen werden.
Klingt allerdings nach Leuten die das Medium für ihre politische Agenda missbrauchen, statt die Zuseher zu unterhalten.
Diese Filmemacher stellten Gesellschafts- und politische Kritik in den Mittelpunkt ihrer Arbeit, auch in Abgrenzung zu reinen Unterhaltungsfilmen.
Das Publikum hat an der Kinokasse darüber abgestimmt, was dann weitgehend das Ende des deutschen Filmes war.
Sapere aude - de omnibus dubitandum



markusG
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Re: Paramount: Kahlschlag bei deutschen Produktionen

Beitrag von markusG »

Frank Glencairn hat geschrieben: Fr 23 Feb, 2024 09:22 Klingt allerdings nach Leuten die das Medium für ihre politische Agenda missbrauchen, statt die Zuseher zu unterhalten.
Ich zitiere dich da mal aus dem Nachbarthread:
Frank Glencairn hat geschrieben: Mi 07 Feb, 2024 07:56
iasi hat geschrieben: Di 06 Feb, 2024 18:29

Es ist doch praktisch so, dass man eine Woche als Crew-Mitglied in einen Kurzfilm investiert und nicht davon ausgeht, dass er dann von vielen Menschen gesehen wird.
Es kann auch andere Gründe geben, warum man sowas macht.

Bei vielen Produktionen - selbst mit entsprechendem Budget - hat man nicht immer die kreativen Möglichkeiten, Themen, Geschichten oder Stoffe, die man gerne hätte.

Ich bin z.B. gerade in Gesprächen bezüglich eines Kurzfilms der mich halt inhaltlich und in den Umsetzungsmöglichkeiten reizt. Natürlich werde ich dabei keine 1600,- an Tagesgage bekommen, ist mir aber egal, weil es mir eben nicht bei allem was ich mache, nur ums Geld geht.

Aber das ganze hat genug Potential, Budget, Crew, Producer und vor allem ein wirklich gutes Script, daß ich auch mal 3 Wochen (plus Preproduction) für weniger arbeiten kann, wenn ich weiß daß ich mich dabei kreativ "austoben" kann.

Wird so ein 40minüter große Reichtümer einspielen? Wahrscheinlich nicht, bestenfalls ein paar Preise auf Festivals abgreifen. Was sich dann draus ergeben kann, steht nochmal auf einem anderen Blatt.

Geld ist aber - wie schon gesagt - auch nicht der Punkt warum ich geneigt bin sowas trotzdem ab und an mal zu machen. Es gibt da halt noch andere Ebenen die mir wichtig sind.
Und wieso muss Gesellschaftskritik = politische Agenda bedeuten? Welche hatte denn der Besuch der alten Dame? Professor Unrat? Zwischentöne sollten schon noch erlaubt sein - und sind im internationalen Bereich ja durchaus erfolgreich, siehe Barbie, Avatar, die ja deiner Meinung nach der Sendung einer politische Agenda dienen...

Eine Neuauflage des NDF/JDF kann ja durchaus unterhaltsam/publikumsnah produziert werden.



Frank Glencairn
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Re: Paramount: Kahlschlag bei deutschen Produktionen

Beitrag von Frank Glencairn »

markusG hat geschrieben: Fr 23 Feb, 2024 09:50
Eine Neuauflage des NDF/JDF kann ja durchaus unterhaltsam/publikumsnah produziert werden.
Nicht wenn man sich wieder mal vom "Unterhaltungsfilm abgrenzen" will.
Diese blödsinnige Weigerung unterhalten zu wollen (vor allem zugunsten irgendwelcher Belehrungen), hat der Nummer doch immer wieder das Genick gebrochen.

Der erste Schritt bei diesem Thema ist die Erkenntnis, daß die überwiegende Mehrzahl der Leute nur zahlen, wenn sie tatsächlich bestmöglichst unterhalten werden.

Schuh des Manitu ist ein gutes Beispiel für einen erfolgreichen Film, der diese Erkenntnis berücksichtigt hat.

Da braucht es dann auch keine albernen "Neuer irgendwas XYZ" Labels, es reicht wenn man dann einfach gute Filme macht, die das Publikum zu sehen wünscht.
Sapere aude - de omnibus dubitandum



markusG
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Re: Paramount: Kahlschlag bei deutschen Produktionen

Beitrag von markusG »

Frank Glencairn hat geschrieben: Fr 23 Feb, 2024 10:08 Nicht wenn man sich wieder mal vom "Unterhaltungsfilm abgrenzen" will.
Diese blödsinnige Weigerung unterhalten zu wollen (vor allem zugunsten irgendwelcher Belehrungen), hat der Nummer doch immer wieder das Genick gebrochen.
International scheint das zu funktionieren:
Berühmt wurde der brasilianische Regisseur Fernando Meirelles mit dem Film "Cidade de Deus". Als der vor sechs Jahren in die Kinos kam, war es noch ziemlich außergewöhnlich, poppige, rasant geschnittene Bilder aus einer Favela zu sehen, und dementsprechend leidenschaftlich wurde "Cidade de Deus" diskutiert. Wer sich in Brasilien dem Cinema Novo und dessen Ästhetik des Hungers verpflichtet fühlte, fragte skeptisch: Lässt sich Elend so opulent darstellen? Braucht es nicht mehr politisches und soziales Bewusstsein, wenn man eine Favela zum Schauplatz wählt?

Enorm erfolgreich war "Cidade de Deus" dennoch; der Film wurde in 62 Länder verkauft und spielte weltweit eine halbe Milliarde US-Dollar ein. Gekostet hatte er drei Millionen US-Dollar.
https://taz.de/Autorenfilme-beim-Cannes ... /!5182237/

Oder auch:
„Im Westen nichts Neues“, die Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Erich Maria Remarque ist schon jetzt ein Welterfolg und ein Triumph für den Streamingdienst Netflix, der mit vier Oscars belohnt wurde.
https://www.swr.de/swr2/film-und-serie/ ... s-100.html

Wieso sollte man denn den NDF ausgerechnet 1:1 kopieren wollen...



iasi
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Re: Paramount: Kahlschlag bei deutschen Produktionen

Beitrag von iasi »

Frank Glencairn hat geschrieben: Fr 23 Feb, 2024 09:22
markusG hat geschrieben: Fr 23 Feb, 2024 09:09
Klingt jetzt nicht gerade nach einer "Verordnung vom Staat"...Da können für solche Vorhaben maximal die Rahmenbedingungen geschaffen werden.
Klingt allerdings nach Leuten die das Medium für ihre politische Agenda missbrauchen, statt die Zuseher zu unterhalten.
Diese Filmemacher stellten Gesellschafts- und politische Kritik in den Mittelpunkt ihrer Arbeit, auch in Abgrenzung zu reinen Unterhaltungsfilmen.
Das Publikum hat an der Kinokasse darüber abgestimmt, was dann weitgehend das Ende des deutschen Filmes war.
Im Gegenteil:
Das internationale Publikum hat für diese Filme mit Gehalt gestimmt, während in D die provinziellen TV-Ableger und Kinderbuchfilme vom deutschen Publikum besucht werden.

Filmunterhaltung Made in Germany wurde international abgewählt.


Heute machen die jungen Filmemacher Kurzfilme, um ins System reinzukommen, aber doch nicht, weil sie etwas mitzuteilen haben.
Wer nur Mainstream-Themen aufkocht, muss sich nicht wundern, wenn das Publikum sich abwendet, weil es spührt, dass die Filmemacher nicht wirklich etwas zu sagen haben.



iasi
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Re: Paramount: Kahlschlag bei deutschen Produktionen

Beitrag von iasi »

markusG hat geschrieben: Fr 23 Feb, 2024 10:12
Frank Glencairn hat geschrieben: Fr 23 Feb, 2024 10:08 Nicht wenn man sich wieder mal vom "Unterhaltungsfilm abgrenzen" will.
Diese blödsinnige Weigerung unterhalten zu wollen (vor allem zugunsten irgendwelcher Belehrungen), hat der Nummer doch immer wieder das Genick gebrochen.
International scheint das zu funktionieren:
Berühmt wurde der brasilianische Regisseur Fernando Meirelles mit dem Film "Cidade de Deus". Als der vor sechs Jahren in die Kinos kam, war es noch ziemlich außergewöhnlich, poppige, rasant geschnittene Bilder aus einer Favela zu sehen, und dementsprechend leidenschaftlich wurde "Cidade de Deus" diskutiert. Wer sich in Brasilien dem Cinema Novo und dessen Ästhetik des Hungers verpflichtet fühlte, fragte skeptisch: Lässt sich Elend so opulent darstellen? Braucht es nicht mehr politisches und soziales Bewusstsein, wenn man eine Favela zum Schauplatz wählt?

Enorm erfolgreich war "Cidade de Deus" dennoch; der Film wurde in 62 Länder verkauft und spielte weltweit eine halbe Milliarde US-Dollar ein. Gekostet hatte er drei Millionen US-Dollar.
https://taz.de/Autorenfilme-beim-Cannes ... /!5182237/
Wer wirklich etwas zu sagen hat, wird versuchen, auch möglichst viele Zuschauer zu erreichen.

Das Gegenteil ist doch diese Kurzfilmdreherei, bei der es doch nur darum geht, sich selbst zu profilieren.

Parasite war ebenfalls sehr erfolgreich - und gerade weil es nicht nur reine Unterhaltung ist.
Vielmehr ist es ein unterhaltend gemachter Film, der etwas zu sagen hat.
markusG hat geschrieben: Fr 23 Feb, 2024 10:12 Oder auch:
„Im Westen nichts Neues“, die Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Erich Maria Remarque ist schon jetzt ein Welterfolg und ein Triumph für den Streamingdienst Netflix, der mit vier Oscars belohnt wurde.
https://www.swr.de/swr2/film-und-serie/ ... s-100.html

Wieso sollte man denn den NDF ausgerechnet 1:1 kopieren wollen...
Eigentlich ist das gar keine deutsche Produktion.
Finanziert von Netflix und gedreht in Tschechien. :)

Es geht auch nicht darum den NDF zu kopieren - es geht darum, dass ein Neuabfang notwendig ist - wie damals mit dem NDF.



7River
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Re: Paramount: Kahlschlag bei deutschen Produktionen

Beitrag von 7River »

iasi hat geschrieben: Fr 23 Feb, 2024 14:42 Wer wirklich etwas zu sagen hat, wird versuchen, auch möglichst viele Zuschauer zu erreichen.

Das Gegenteil ist doch diese Kurzfilmdreherei, bei der es doch nur darum geht, sich selbst zu profilieren.
Möchte das nicht jeder Filmemacher, unabhängig davon ob Independent oder Profi? Welcher Filmemacher fürs Fernsehen oder fürs Kino dreht vorwiegend Kurzfilme? Oder bezieht sich diese Bemerkung auf die letzte Diskussion hier, das Kurzfilme Visitenkarten sind?
„Wissen Sie, Ryback, aussehen tut's köstlich. Aber riechen tut's wie Schweinefraß. Ich hab' Ihren Scheiß lang genug geduldet. Nur weil der Captain die Art liebt, wie Sie kochen. Aber dieses eine Mal ist er nicht hier und wird Ihnen nicht helfen können.“



markusG
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Re: Paramount: Kahlschlag bei deutschen Produktionen

Beitrag von markusG »

iasi hat geschrieben: Fr 23 Feb, 2024 14:42 Parasite war ebenfalls sehr erfolgreich - und gerade weil es nicht nur reine Unterhaltung ist.
Vielmehr ist es ein unterhaltend gemachter Film, der etwas zu sagen hat.
Ich sehe darin auch keinen Widerspruch oder gar Propaganda, wie es Frank tut. Jetzt nur noch auf deutsche Produktionen übertragen ;)



iasi
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Re: Paramount: Kahlschlag bei deutschen Produktionen

Beitrag von iasi »

7River hat geschrieben: Fr 23 Feb, 2024 14:54
iasi hat geschrieben: Fr 23 Feb, 2024 14:42 Wer wirklich etwas zu sagen hat, wird versuchen, auch möglichst viele Zuschauer zu erreichen.

Das Gegenteil ist doch diese Kurzfilmdreherei, bei der es doch nur darum geht, sich selbst zu profilieren.
Möchte das nicht jeder Filmemacher, unabhängig davon ob Independent oder Profi? Welcher Filmemacher fürs Fernsehen oder fürs Kino dreht vorwiegend Kurzfilme? Oder bezieht sich diese Bemerkung auf die letzte Diskussion hier, das Kurzfilme Visitenkarten sind?
Es braucht offensichtlich neues Blut im System.
Aber was ist denn davon zu halten, wenn die Leute die neues Leben ins System bringen sollen, Kurzfilme drehen, die dann nur auf ein paar Festivals laufen sollen - damit sie dann Teil des Systems werden können.

Diejenigen, die heute Kinofilme drehen, drehen die aktuellen deutschen Kinofilme, die international nicht wahrgenommen werden.
Und auch sonst, sind die meisten deutschen Kinofilme an den Kinokassen Flops, die dann im ÖR-TV landen.

Da ist kein Produzent, der etwas wagt.

Entweder die sicheren Nummern von erfolgreichen Kinderbuch- oder TV-Ablegern
oder eben die abgesicherten Filmförderungsnummern, bei denen die ganze Energie darauf ausgerichtet wird, an Steuer- und Gebührengelder zu kommen.



macaw
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Re: Paramount: Kahlschlag bei deutschen Produktionen

Beitrag von macaw »

markusG hat geschrieben: Fr 23 Feb, 2024 09:09 Klingt jetzt nicht gerade nach einer "Verordnung vom Staat"...Da können für solche Vorhaben maximal die Rahmenbedingungen geschaffen werden.
"Auseinandersetzung mit politischen, gesellschaftskritischen und zeitgeschichtlichen Themen" steht da im Text. Und Du sagst es ja auch: "Rahmenbedingungen" - das endete bisher fast immer mit einer belehrenden und doch sehr tendenziellen Ausrichtung sobald irgendwer von politischer Seite mitmischen wollte. Die staatliche Einflußnahme, egal wie subtil und egal in welchem Medium endete nie mit nachhaltig positiven Effekten und manchmal sogar in einem Desaster.



iasi
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Re: Paramount: Kahlschlag bei deutschen Produktionen

Beitrag von iasi »

markusG hat geschrieben: Fr 23 Feb, 2024 15:04
iasi hat geschrieben: Fr 23 Feb, 2024 14:42 Parasite war ebenfalls sehr erfolgreich - und gerade weil es nicht nur reine Unterhaltung ist.
Vielmehr ist es ein unterhaltend gemachter Film, der etwas zu sagen hat.
Ich sehe darin auch keinen Widerspruch oder gar Propaganda, wie es Frank tut. Jetzt nur noch auf deutsche Produktionen übertragen ;)
Dies Übertragung scheitert an einem System, das nur 2 Arten von Filmen kennt:

Diejenigen, die sich an Erfolge in TV oder Buchmarkt hängen - mit fast immer seichtem Inhalt.
Oder diejenigen, die sich dem Fangnetz der Filmförderung bedienen und sich dafür anbiedern.

Wenn da ein Film vom Alltag einer diversen Person handeln soll, ist es zwar ein Türöffner bei den Filmfördergremien, aber es genügt nun mal nicht, um allein damit ein breites Publikum anzusprechen.

Was auch immer die Steuer- und Gebührenschatullen öffnet: Geschichten aus der Weltkriegszeit.



iasi
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Re: Paramount: Kahlschlag bei deutschen Produktionen

Beitrag von iasi »

macaw hat geschrieben: Fr 23 Feb, 2024 16:19
markusG hat geschrieben: Fr 23 Feb, 2024 09:09 Klingt jetzt nicht gerade nach einer "Verordnung vom Staat"...Da können für solche Vorhaben maximal die Rahmenbedingungen geschaffen werden.
"Auseinandersetzung mit politischen, gesellschaftskritischen und zeitgeschichtlichen Themen" steht da im Text. Und Du sagst es ja auch: "Rahmenbedingungen" - das endete bisher fast immer mit einer belehrenden und doch sehr tendenziellen Ausrichtung sobald irgendwer von politischer Seite mitmischen wollte. Die staatliche Einflußnahme, egal wie subtil und egal in welchem Medium endete nie mit nachhaltig positiven Effekten und manchmal sogar in einem Desaster.
Es geht ums Geld.
Einflußnahme ist damit eh vorprogrammiert.

Besonders problematisch ist die Einflussnahme derer, die fremdes Geld verteilen. Da sind dann Egotrips angesagt.

Wer das eigene Geld investiert, wird den Erfolg in ganz anderer Weise anstreben und auch mit vollem Einsatz daran arbeiten.
Das gilt auch für die Filmemacher.



markusG
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Re: Paramount: Kahlschlag bei deutschen Produktionen

Beitrag von markusG »

iasi hat geschrieben: Fr 23 Feb, 2024 16:29 Wenn da ein Film vom Alltag einer diversen Person handeln soll, ist es zwar ein Türöffner bei den Filmfördergremien, aber es genügt nun mal nicht, um allein damit ein breites Publikum anzusprechen.
Was aber dann nicht am System (im monetären Sinn) liegt - siehe Moonlight:
Budget: 4M $
Box Office: 65M $
Oscar...

Tangerine LA
Budget 100k
Box Office ca 935k
Zuletzt geändert von markusG am Fr 23 Feb, 2024 17:20, insgesamt 1-mal geändert.



markusG
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Re: Paramount: Kahlschlag bei deutschen Produktionen

Beitrag von markusG »

macaw hat geschrieben: Fr 23 Feb, 2024 16:19 Die staatliche Einflußnahme, egal wie subtil und egal in welchem Medium endete nie mit nachhaltig positiven Effekten und manchmal sogar in einem Desaster.
Hatte ja Beispiele genannt - wie sehen die zB bei "Ansichten eines Clowns" aus? Oder "Der Besuch der alten Dame"?

Dass Film nicht in einem politischem Vakuum entsteht - geschenkt. Es ging ja auch eher um die Beliebtheit / Kompatibilität mit dem Geschmack des Publikums, welches unterhalten werden will. Auch da hatte ich Filme genannt die ja den Spagat wagen. Laut Frank kann man aber keinen Film produzieren, der gleichzeitig eine Aussage hat, gleichzeitig aber beim Publikum beliebt und damit finanziell erfolgreich ist.

Wie gesagt - wieso den JDF von damals kopieren statt besser machen? Und warum sollte politischer Film nicht unabhängig vom Staat möglich sein? Zumal der Staat nicht nur aus der Bundesregierung besteht, aber lassen wir solch langweilige Details...



macaw
Beiträge: 1219

Re: Paramount: Kahlschlag bei deutschen Produktionen

Beitrag von macaw »

markusG hat geschrieben: Fr 23 Feb, 2024 17:05 Und warum sollte politischer Film nicht unabhängig vom Staat möglich sein? Zumal der Staat nicht nur aus der Bundesregierung besteht, aber lassen wir solch langweilige Details...
Du hast mich falsch verstanden. Filme + jegliche Medien sollten frei von staatlicher Einmischung sein war meine Aussage, sonst läuft das auf Propaganda, Vetternwirtschaft, Manipulation und was das noch so für hässliche Nebenwirkungen mit sich bringt, hinaus.



Jan
Beiträge: 10028

Re: Paramount: Kahlschlag bei deutschen Produktionen

Beitrag von Jan »

Deutsche Filmemacher verstehen scheinbar nicht, was die Masse sehen will. Oder wenn sie eine gute Story umsetzen, wirkt es platt und billig. Dazu gibt es wenige Deutsche Schauspieler, die die Masse wirklich in einem Film sehen will.



Jörg
Beiträge: 10333

Re: Paramount: Kahlschlag bei deutschen Produktionen

Beitrag von Jörg »

Deutsche Filmemacher verstehen scheinbar nicht, was die Masse sehen will.
Nun sollte man dem deutschen Filmemacher nicht vorwerfen, dass das Geschmackslevel
des Publikums hierzulande ein solch mieses Niveau erreicht hat.
Ist aber nicht aufs Filmmassenpublikum beschränkt, TV Schund der Werbesender und die
politische Grundstimmung in einigen Gegenden des Landes, zeigen den gleichen
scheußlichen Zustand.
Mittlerweile selbst die Straßen...



markusG
Beiträge: 4451

Re: Paramount: Kahlschlag bei deutschen Produktionen

Beitrag von markusG »

macaw hat geschrieben: Fr 23 Feb, 2024 20:17 Du hast mich falsch verstanden.
Nun du hast es so beschrieben, dass eine Einflussnahme unausweichlich wäre. Steht aber nicht in der "Jobbeschreibung", und wenn ich von Rahmenbedingung schreibe, meine ich damit sowas wie kulturelle Förderung. Was ja im Grunde existiert - es hapert ja in erster Linie an der Qualität bzw dem Unterhaltungswert, nicht unbedingt der Aussage an sich.



iasi
Beiträge: 24399

Re: Paramount: Kahlschlag bei deutschen Produktionen

Beitrag von iasi »

markusG hat geschrieben: Fr 23 Feb, 2024 16:57
iasi hat geschrieben: Fr 23 Feb, 2024 16:29 Wenn da ein Film vom Alltag einer diversen Person handeln soll, ist es zwar ein Türöffner bei den Filmfördergremien, aber es genügt nun mal nicht, um allein damit ein breites Publikum anzusprechen.
Was aber dann nicht am System (im monetären Sinn) liegt - siehe Moonlight:
Budget: 4M $
Box Office: 65M $
Oscar...

Tangerine LA
Budget 100k
Box Office ca 935k

Beide Filme wurden nicht von der deutsche Filmförderung beglückt, daher wählten die Macher die Thematik nicht um an Fördergelder zu kommen.

Wie lang und aufwändig (Anzahl der Drehorte etc.) war denn Tangerine LA?
Ich bin doch etwas skeptisch, was die 100k Budget betrifft.
Schau ich mir das hier an, dann dürften die 100k nicht für viele Drehtage gereicht haben:

https://www.imdb.com/title/tt3824458/fu ... _=tt_cl_sm

Aber wie auch immer: Bei einer "geringen" Investition genügt auch eine kleine Zielgruppe, um profitabel zu werden.


Moonlight ist thematisch breiter angelegt.
Homosexualität ist nur ein Aspekt.
Dieser Produktion merkt man auch an, dass es den Machern darum ging, eine ihnen wichtige Geschichte zu erzählen.



iasi
Beiträge: 24399

Re: Paramount: Kahlschlag bei deutschen Produktionen

Beitrag von iasi »

Jörg hat geschrieben: Fr 23 Feb, 2024 23:27
Deutsche Filmemacher verstehen scheinbar nicht, was die Masse sehen will.
Nun sollte man dem deutschen Filmemacher nicht vorwerfen, dass das Geschmackslevel
des Publikums hierzulande ein solch mieses Niveau erreicht hat.
Ist aber nicht aufs Filmmassenpublikum beschränkt, TV Schund der Werbesender und die
politische Grundstimmung in einigen Gegenden des Landes, zeigen den gleichen
scheußlichen Zustand.
Mittlerweile selbst die Straßen...
Wer so über das Publikum denkt, wird es nicht erreichen können.

Jedoch gelingt dies auch Filmen mit Niveau, wenn sie für das Publikum gemacht sind - also die Zuschauer auch erreichen wollen.



iasi
Beiträge: 24399

Re: Paramount: Kahlschlag bei deutschen Produktionen

Beitrag von iasi »

Jan hat geschrieben: Fr 23 Feb, 2024 21:16 Deutsche Filmemacher verstehen scheinbar nicht, was die Masse sehen will. Oder wenn sie eine gute Story umsetzen, wirkt es platt und billig. Dazu gibt es wenige Deutsche Schauspieler, die die Masse wirklich in einem Film sehen will.
Oh nein.
Es gibt genügend deutsche Schauspieler, die auch die Masse ansprechen würden. Man muss ihnen jedoch auch die richtige "Bühne" dafür bieten.

Leider werden selbst gute Storys nicht bis zu Ende ausgearbeitet.



7River
Beiträge: 3729

Re: Paramount: Kahlschlag bei deutschen Produktionen

Beitrag von 7River »

iasi hat geschrieben: Sa 24 Feb, 2024 00:32 Jedoch gelingt dies auch Filmen mit Niveau, wenn sie für das Publikum gemacht sind - also die Zuschauer auch erreichen wollen.
Könntest Du da Beispiele von deutschen Filmen nennen?
„Wissen Sie, Ryback, aussehen tut's köstlich. Aber riechen tut's wie Schweinefraß. Ich hab' Ihren Scheiß lang genug geduldet. Nur weil der Captain die Art liebt, wie Sie kochen. Aber dieses eine Mal ist er nicht hier und wird Ihnen nicht helfen können.“



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