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Auftragslage weiter Rückläufig?



Der Joker unter den Foren -- für alles, was mehrere Kategorien gleichzeitig betrifft, oder in keine paßt
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Alex
Beiträge: 1539

Re: Auftragslage weiter Rückläufig?

Beitrag von Alex »

Jalue hat geschrieben: Do 30 Mai, 2024 10:45 Tut mir leid, wenn ich jetzt einigen Wasser in den Schampus der Selbstbeweihräucherung gegossen habe, feiert ihr mal schön weiter. Solange ihr noch könnt.
Aber eigentlich habe ich hier wenig von Selbstbeweihräucherung gelesen, bzw. es kam mir nicht so vor, eher vor wie normale Auskünfte.
Wenn jemand trotz Krise trotzdem gut dasteht, muss das ja keine "Lange Nase" machen sein, sondern darum geht es ausdrücklich in diesem Thema "Auftragslage weiter Rückläufig?" hinter dem ein Fragezeichen und kein Ausrufezeichen steht.

Ich kann mir eher vorstellen, dass sich das einige nicht so wirklich trauen schlechte Zeiten hier zuzugeben.

Von Kluster gabs mal nen Beitrag zum Thema Jobflaute, wenn ich mich recht erinnere, der mir durch seine Offenheit imponierte.

Generell habe ich das Gefühl, fällt es den Deutschen nicht sehr leicht über sowas zu reden (Misserfolg), ebenso wie ungern offen über Geld/Gagen (von Vermögen will ich gar nicht erst anfangen). Ich glaube, da sind uns die Amis voraus. Misserfolg ist drüben ein völlig normaler Teil der Karriere und Gehälter werden viel öfters offen ausgesprochen.

Ich habe jetzt mal das Experiment gemacht, bei einem wiederkehrenden Kamerajob, für den oft auch andere Teams im Einsatz sind, und angefangen, die ganzen anderen Kameraleute (deren Nummer ich in den letzten 2 Jahren gesammelt habe) unbekannterweise angerufen habe. Ich habs alles erklärt und sagte ihnen, wir tun uns selbst einen Gefallen, wenn wir im Bild sind, was die Kollegen (für den gleichen Job) angeboten bekommen. Die Kluft lag bei 100 € Unterschied pro Tag. Der eine war happy, das zu wissen, weil er so nachverhandeln konnte, der andere war froh, im oberen Bereich schon immer gewesen zu sein. Der Unterschied war einfach, dass der eine schlechter verhandelt hatte als der andere. Verhandeln liegt auch nicht jedem, besonders den Kreativen nicht, die mögen Zahlen (und Steuern) im Allgemeinen nicht so sehr.

Und ja, ich höre es auch seit ca. 2 Jahren aus allen Richtungen, dass die Kollegen weniger Jobs angeboten bekommen, nicht nur Kameraleute.
Allerdings, ist jemand, der langjährige, krisensichere und/oder potente Auftraggeber hat, und davon nicht betroffen ist, dann nicht automatisch jemand, der sich selbst beweihräuchert. Aber natürlich fällt es einem leichter zu sagen, "es läuft super", als "es läuft beschissen". Das stimmt.

Ich z.B. habe nur wenige Kunden, die ich über mehr als 5 Jahre betreue (ausgenommen mein Netzwerk, da gibts jahrzehnte lange Kontakte, die sich immer wieder melden und umgekehrt). Die meisten Geschäftsbeziehungen halten bei mir so 2-3 Jahre, dann passiert irgendwas. Firma geht Pleite oder verändert ihren Schwerpunkt, oder muss sparen, man schätzt sich gegenseitig aus welchen Gründen auch immer nicht mehr so, oder man hat 2-3 Mal aus Zeitmangel abgesagt und sie haben sich umorientiert, oder man wurde von nem (günstigeren, oder gar geeigneteren) Kollegen ersetzt, wie auch immer.

Ich will damit sagen, sich regelmäßig "neu zu erfinden" gehört für mich schon seit Jahren dazu. Man muss auch den Markt betrachten und gucken, was die Leute wollen. Die einen wollens etwas dicker haben, die anderen etwas abgespeckter, dann muss ich halt schauen, ob ich sie mit damit bedienen will/kann oder eben nicht.

Der andere sagt vielleicht, dass er überhaupt niemanden bedienen möchte, sondern nur das tut, was er gerne tut. Und wenn ein Kunde genau das will, dann soll er sich bei ihm melden. Das funktioniert auch bei manchen, aber dazu muss man dann in dem Bereich auch, ich nenne es mal "gut" sein und das muss sich rumgesprochen haben.

Ich denke eigentlich, es würde der Branche guttun, wenn man mehr, offen (und ehrlich) über Gagen reden würde.
Natürlich gibt es unterschiedliche Preisvorstellungen, dazu muss man dann aber auch den Bereich, in dem jemand arbeitet, die Erfahrung und die Skills berücksichtigen und vor allem auch wer die Kunden sind.

Und ja, ich hatte auch schon beschissene Zeiten, in denen keine Sau angerufen hat, was mich wirklich fertig gemacht hat und mir auch an die Psyche ging, weil es Angst macht. Auf der einen Seite kommen Geldsorgen, aber auch das Ego hat daran zu nagen.
Im Moment geht ganz gut bei mir, da bin ich froh, wie gesagt ich sehe die Probleme bei vielen Kollegen.

Ein Trost, der zumindest dem Ego hilft, leider nicht dem Geldbeutel: Ich finde es viel schlimmer, wenn alle drehen, nur ich nicht, als wenn ich sehe, dass es einem großen Teil genau geht wie mir.

Auch ich wünsche mir Sicherheit in meinem Beruf, ich konnte mir diese nur durch Vernunft und Ersparnisse verschaffen und dafür sorgen, das sich meine Festkosten in einem Bereich bewegen, den ich bedienen kann (und will!).
Altersvorsorge ist generell bei den Filmern ein Thema, das leider nur sehr stiefmütterlich betrachtet wird und das das "erwachen" viel zu spät kommt.

Ein guter Kollege, der jetzt 60 geworden ist, der nie wirklich vorgesorgt hat (oder konnte) sagte mir, dass er so lange arbeiten muss wie er körperlich kann, weil auf ihn die Altersarmut wartet - herzzerreißend :(



Jalue
Beiträge: 1451

Re: Auftragslage weiter Rückläufig?

Beitrag von Jalue »

@Alex: Du hast schon recht, Selbstbeweihräucherung war vielleicht etwas fett. Ich war einfach verärgert über die bei solchen Themen hier oft mitschwingende Gehässigkeit ("eigentlich gut ... Marktbereinigung"), die man so z.B. in US-Foren kaum finden wird. Paradoxerweise scheinen Filmschaffende in den ach-so kapitalistischen USA irgendwie empathischer und offener zu sein, in dem Sinne: Deine Umfrage unter Kollegen zu Honoraren finde ich eine Super-Aktion!
iasi hat geschrieben: Do 30 Mai, 2024 15:07
ProSiebenSat.1 Media hat z.B. zwei schlechte Jahre hinter sich - wie auch BMD, die ja auch Umsatz und Ergebnisrückgänge zu verkraften hatten.
Und das wird dann an die Dienstleister durchgereicht.

https://www.finanzen.net/bilanz_guv/prosiebensat1
Es geht ja schon weiter vorne los; bei den Marketingbudgets der Werbetreibenden:

"Die neuesten Ergebnisse der jährlichen CMO Spend Survey von Gartner zeigen einen signifikanten Rückgang der Marketingbudgets. Laut der Umfrage, die im Februar und März 2024 durchgeführt wurde, sind die durchschnittlichen Marketingbudgets auf 7,7 % des Gesamtumsatzes gesunken, verglichen mit 9,1 % im Jahr 2023. "
https://retail-news.de/gartner-cmo-umfr ... ki-bleibt/

Das deckt sich auch mit meinen eigenen Erfahrungen bei Kunden, da ist überall gestrichen worden. Hinzu kommt, dass mit stagnierenden Budgets auch immer mehr Kanäle bespielt werden sollen und da fällt Video (als so ziemlich teuerstes Tool) natürlich als erstes durch den Rost, bzw. es kommt zu der schon erwähnten "Smartphone-Filmerei". Eine Strategie für den Soloselbständige könnte nun darin bestehen, dass Portfolio zu erweitern, also weg von der reinen Videoproduktion und mehr hin zu Content Creation, was Textproduktion, Fotografie, Suchmaschinenoptiomierung und dergleichen umfassen könnte. Allerdings gibt es da Grenzen, denn niemand will nen 50-jährigen als Creator für TikTok.
Zuletzt geändert von Jalue am Do 30 Mai, 2024 15:44, insgesamt 1-mal geändert.



Alex
Beiträge: 1539

Re: Auftragslage weiter Rückläufig?

Beitrag von Alex »

Jalue hat geschrieben: Do 30 Mai, 2024 15:36"eigentlich gut ... Marktbereinigung"
Ja, da geb ich dir recht, das ist ein Schlag ins Gesicht für Leute, bei denen es gerade nicht so gut läuft.
Trotzdem ist eine Bereinigung aus meiner Warte etwas Gutes, kann leider gemein klingen, ist aber nicht so gemeint. Ich wünsche es jedenfalls keinem, dass ihm sowas passiert!

Ich für meinen Teil weiß, dass ich in der Branche bleiben werde, selbst wenn ich ne lange Zeit ganz kleine Brötchen backen muss. Ich kann eh nix anderes und Lust habe ich auch keine was anderes zu machen :-/



rob
Administrator
Administrator
Beiträge: 1605

Re: Auftragslage weiter Rückläufig?

Beitrag von rob »

*** versucht bitte beim Thema zu bleiben - der Thread ist sicherlich für viele von Interesse - Danke***

Neuer Thread mit offtopic Kommentaren jetzt hier:
viewtopic.php?f=5&t=160723&p=1228099#p1228099

VG

Admin



macaw
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Re: Auftragslage weiter Rückläufig?

Beitrag von macaw »

Alex hat geschrieben: Do 30 Mai, 2024 16:18
Jalue hat geschrieben: Do 30 Mai, 2024 15:36"eigentlich gut ... Marktbereinigung"
Ja, da geb ich dir recht, das ist ein Schlag ins Gesicht für Leute, bei denen es gerade nicht so gut läuft.
Trotzdem ist eine Bereinigung aus meiner Warte etwas Gutes, kann leider gemein klingen, ist aber nicht so gemeint. Ich wünsche es jedenfalls keinem, dass ihm sowas passiert!

Ich für meinen Teil weiß, dass ich in der Branche bleiben werde, selbst wenn ich ne lange Zeit ganz kleine Brötchen backen muss. Ich kann eh nix anderes und Lust habe ich auch keine was anderes zu machen :-/
Ich sehe es eher neutral bzw. fatalistisch - wir können gegen die Veränderungen absolut nichts tun...entweder sehen sie einen Platz für uns vor oder eben nicht. Jeder von uns war ja ehrlich gesagt auch Teil oder sogar Antreiber dieser Veränderungen. Wer will heute noch gerne Titel auf einer optischen Bank machen, auf einem Steenbeck mit Klebefilm und Klinge schneiden oder Ton manuell anlegen? Selbst etwas im Vergleich dazu "hochmodernes" wie 1 Zoll Videoband oder was auch immer vor dem kam, was wir heute haben wirkt wie ein grausiger Alptraum auf mich - ist zugleich aber wie gesagt mit Antreiber (neben vielen anderen Faktoren natürlich) dafür, was wir jetzt letzten endes erleben...



GaToR-BN
Beiträge: 487

Re: Auftragslage weiter Rückläufig?

Beitrag von GaToR-BN »

Danke für die vielschichtigen Beträge.

Mich würde dabei interessieren, wie Ihr die bestehenden Verbindungen zum Kunden nutzt bzw. neue Verbindungen aufbaut.
Ich merke eine Zurückhaltung mich bei zufriedenen Kunden zu melden oder auch neue, passenden Kunden einfach anzusprechen (z.B. Linkedin).

Wie macht Ihr das? Welche Stratgegie funktioniert für euch?

Grüße, Martin
Zitat: Mach sichtbar, was vielleicht ohne dich nie wahrgenommen worden wäre. – Robert Bresson –
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Franz86
Beiträge: 77

Re: Auftragslage weiter Rückläufig?

Beitrag von Franz86 »

Servus,

hier noch mein Senf: Ich drehe ja für meinen Arbeitgeber selbst (deshalb bin ich eigentlich hier angemeldet), arbeite aber noch im Social Media Team des Unternehmens mit und hab quasi das Videosegment aufgebaut. Zusätzlich beauftrage ich noch externe Fotografen - und das alles seit ca. 6 Jahren. Also kann eher über die Unternehmensseite, nicht über TV berichten.

Hier ein paar Dinge, die sich bei uns entwickelt haben:

Als ich dort vor 6 Jahren anfing, haben wir in der Kommunikation alles bis auf Text ausgelagert, selbst kleinste Grafiken für (damals) Facebook. Heute machen wir sehr viel selbst, Canva und Schulungen sei Dank.

Auch im Foto- und Videobereich ist das so: Die Technik wird immer zugänglicher, consumerfreundlicher. Darum gibt es nun auch Bewerber*innen, die von Haus aus schön ein höheres Verständnis für andere Medien mitbringen, einfach, weil man sich in seiner Freizeit damit beschäftigen kann. Das schlägt natürlich auch bei den Reels durch. Von dort geht es weiter zu den Youtube-Produktionen. Hier gibt es noch einen weiteren Trend, wie ich finde: Das Team wird immer mehr ins ON geholt. Wir haben einen Coach vom SRF, der auch für Servus arbeitet, der forciert quasi auch die Interaktion im Team vor der Kamera. Während man aus dem Fernsehen ja eher gewohnt ist, dass der Film auf "magische Weise" entsteht, sieht man nun bei modernen Dokus mittlerweile auch die Crew dahinter. Da sind wechselnde Teams dann eher schädlich für das Storytelling und im Corporate-Umfeld braucht es eigentlich welche aus der Firma, da diese ja auch tw. für die Firma sprechen. Eben nicht nur der Mod, sondern auch der Kameramensch.

Auch im Fotobereich haben wir heute deutlich weniger Aufträge zu vergeben. a) weil wir mittlerweile auch einfach Leute im Haus haben, die das auch ganz gut können (ich z. B.) und einfache Shootings mit wenigen Motiven selbst machen. Aber vor allem auch b) weil es Dank Stock-Datenbanken viel einfacher ist, schnell an gute Fotos zu kommen. Dadurch entfällt z. B. die Anfrage an Fotografen, ob sie bereits ein passendes Motiv haben. Bevor ich die Mail geschrieben hab, bin ich bei Adobe Stock schon fündig geworden. Zeitdruck gibts ja auch bei den Mitarbeitenden. Gleiches gilt für Filme, für Audio Datenbanken, usw.

KI spielt bei uns tatsächlich auch eine Rolle: Wir sind in der Kommunikation eher Textprofis. Durch die Zeitersparnis, die ChatGPT uns gerade in diesem Bereich ermöglicht, haben wir mehr Zeit, uns in anderen Medien fortzubilden. Und hier werden wir natürlich immer routinierter und besser. Durch den Bedeutungsverlust, den Text im Social Media Bereich hat, haben wir uns in den letzten Jahren natürlich auch immer mehr umgestellt. Und wenn man etwas Foto- oder Videokompetenz im Hochformat aufbaut, dann ist der Schritt zum Querformat nicht mehr so groß als bei reinen Textern. Und auch das Wissen ist immer besser verfügbar geworden: Alles, was ich als Quereinsteiger über Foto- und Video weiß, stammt von Youtube und aus Foren. Das ist natürlich kein sauberes Filmstudium, aber am Ende entscheidet ja der User über den Film.

Bei all dem muss man natürlich sagen, dass es nie so professionell ist, als wenn man einen Grafik-, Post-, oder Kamera-Profi engagiert. Aber häufig - und das ist die Realität - reicht es und den Mehrwert sehen die User nicht (wenn dafür die Story gut ist). Wir engagieren natürlich immer noch Profis, aber nur für ausgewählte Projekte. Die Basis machen wir mittlerweile selbst.

Also mein Fazit wäre: InHouse wird im Storytelling immer wichtiger und die vielen Angebote machen es einfacher, selbst an die Sache ranzugehen.

Bitte nicht falsch verstehen, ich will das gar nicht bewerten und Freelancer sind immer die, bei denen sich Spartrends am schnellsten bemerkbar machen (ich war mal Print-Freelancer, wenn die Redaktion einen fähigen Volo hatte, sind meine Aufträge zurück gegangen - eine Frechheit eigentlich).

LG
Franz



Frank Glencairn
Beiträge: 23864

Re: Auftragslage weiter Rückläufig?

Beitrag von Frank Glencairn »

Peak television was officially declared dead earlier this year when FX boss John Landgraf revealed that the number of scripted series on air in 2023 dropped 12% from the previous year – the first reduction in over a decade.

A collection of television studio bosses gathered in Austin to talk about the “strain” of producing so many shows – 600 in 2022.
“We’re on the other side of it,” said Burke. “I never want to celebrate the loss of opportunity but I think we all felt the strain of 600+ television shows in the marketplace and not being able to get the eyeballs. Shows would come and go so quickly. It’s tough for the audience, it’s not fair to the creators because platforms don’t have the marketing dollars for 600 shows. It feels like a natural and healthy correction. I understand that it’s scary, any time there’s a contraction it can be concerning but I do look at the bright side. I’m optimistic that we’re still going to make a lot of amazing television, we’re just going to have more time to do it and have more resources to support it.”

Sony’s Pope said short orders and the volume of shows impacted the overall television business.

“The reason you go into TV, as opposed to film, is the novelization format. It’s the fact that characters get to grow and take baby steps forward and baby steps back over a long period of time. To not really be able to do that, where shows were like these little one offs that also didn’t break through, I think that was a challenge to the core tenants of TV in general,” she added.

There’s been a noticeable contraction across Hollywood, following the writers and actors strikes last year.

Pope said that the second fear comes into a creative endeavor, you have “failed. “You just can’t be afraid. You have to continue to go at it with the enthusiasm, the fandom, the critical eye, you can’t start getting scared, that’s like death. So, no matter what is happening with the larger pressures of the business, I go in every day just like excited to find something new, excited to get shows out there. Yeah, it’s hard if you bring something out and you think there’s going to be a bidding war and everyone’s going to want [a show] and they don’t, that’s hard, but you just got to dust it off and fall in love with the next one,” she added.

“We are a creative business so you have to be relaxed,” added Paramount’s Clemens.

Universal Television’s Underhill added, “Since the strike, we’ve had tremendous success. It’s definitely a challenged landscape but we have sold and have series orders on over half a dozen shows. The hope is that the industry is healthy and it will be a new normal to some degree [because] great stories will always be in demand.”

The group also lamented a number of recently canceled series.

Underhill said that she was still “licking my wounds” over Freevee’s cancellation of Primo, the comedy series from Shea Serrano and Mike Schur. The show, inspired by creator Serrano’s life growing up in San Antonio, TX, was canceled earlier this month. “It was so special for those who saw it and to me it deserved a second season.”

Burke highlighted Disney+’s cancellation of American Born Chinese. The action fantasy series, which starred Oscar winners Ke Huy Quan and Michelle Yeoh, was axed in January. “It was well received… it had a premiere at the White House. It found an audience internationally, which was really lovely, but couldn’t break through domestically here.”
Sapere aude - de omnibus dubitandum



iasi
Beiträge: 25124

Re: Auftragslage weiter Rückläufig?

Beitrag von iasi »

Frank Glencairn hat geschrieben: Sa 01 Jun, 2024 11:49 Peak television was officially declared dead earlier this year when FX boss John Landgraf revealed that the number of scripted series on air in 2023 dropped 12% from the previous year – the first reduction in over a decade.

A collection of television studio bosses gathered in Austin to talk about the “strain” of producing so many shows – 600 in 2022.
“We’re on the other side of it,” said Burke. “I never want to celebrate the loss of opportunity but I think we all felt the strain of 600+ television shows in the marketplace and not being able to get the eyeballs. Shows would come and go so quickly. It’s tough for the audience, it’s not fair to the creators because platforms don’t have the marketing dollars for 600 shows. It feels like a natural and healthy correction. I understand that it’s scary, any time there’s a contraction it can be concerning but I do look at the bright side. I’m optimistic that we’re still going to make a lot of amazing television, we’re just going to have more time to do it and have more resources to support it.”

Sony’s Pope said short orders and the volume of shows impacted the overall television business.

“The reason you go into TV, as opposed to film, is the novelization format. It’s the fact that characters get to grow and take baby steps forward and baby steps back over a long period of time. To not really be able to do that, where shows were like these little one offs that also didn’t break through, I think that was a challenge to the core tenants of TV in general,” she added.

There’s been a noticeable contraction across Hollywood, following the writers and actors strikes last year.

Pope said that the second fear comes into a creative endeavor, you have “failed. “You just can’t be afraid. You have to continue to go at it with the enthusiasm, the fandom, the critical eye, you can’t start getting scared, that’s like death. So, no matter what is happening with the larger pressures of the business, I go in every day just like excited to find something new, excited to get shows out there. Yeah, it’s hard if you bring something out and you think there’s going to be a bidding war and everyone’s going to want [a show] and they don’t, that’s hard, but you just got to dust it off and fall in love with the next one,” she added.

“We are a creative business so you have to be relaxed,” added Paramount’s Clemens.

Universal Television’s Underhill added, “Since the strike, we’ve had tremendous success. It’s definitely a challenged landscape but we have sold and have series orders on over half a dozen shows. The hope is that the industry is healthy and it will be a new normal to some degree [because] great stories will always be in demand.”

The group also lamented a number of recently canceled series.

Underhill said that she was still “licking my wounds” over Freevee’s cancellation of Primo, the comedy series from Shea Serrano and Mike Schur. The show, inspired by creator Serrano’s life growing up in San Antonio, TX, was canceled earlier this month. “It was so special for those who saw it and to me it deserved a second season.”

Burke highlighted Disney+’s cancellation of American Born Chinese. The action fantasy series, which starred Oscar winners Ke Huy Quan and Michelle Yeoh, was axed in January. “It was well received… it had a premiere at the White House. It found an audience internationally, which was really lovely, but couldn’t break through domestically here.”
Die haben nun alle die Vorgabe erhalten, ihre Bereiche rentabel zu machen.
Der Unterhaltungs-Konzern Walt Disney hat im vergangenen Quartal die Verluste in seinem Streaming-Geschäft deutlich reduziert. Die Sparte mit dem Dienst Disney+ und dem Sportangebot ESPN+ verbuchte operativ rote Zahlen von 216 Millionen Dollar nach einem Minus von gut einer Milliarde Dollar ein Jahr zuvor. ...
Zudem will Disney im laufenden Jahr die Einsparungen auf über 7,5 Milliarden Dollar steigern.
https://www.deraktionaer.de/artikel/akt ... 49912.html

Dumm nur, dass die erste Hälfte des Jahres an den Kinokassen eher gruselig verlaufen ist:

https://www.boxofficemojo.com/year/world/2024/



macaw
Beiträge: 1412

Re: Auftragslage weiter Rückläufig?

Beitrag von macaw »

Franz86 hat geschrieben: Fr 31 Mai, 2024 12:26 Servus,

hier noch mein Senf: Ich drehe ja für meinen Arbeitgeber selbst (deshalb bin ich eigentlich hier angemeldet), arbeite aber noch im Social Media Team des Unternehmens mit und hab quasi das Videosegment aufgebaut.[...]
Ich sehe die enormen Schattenseiten, die diese Entwicklungen mit sich bringen. Damit meine ich gar nicht etwaige Verluste von Aufträgen wegen zunehmender Realisierung in-House - wenn das bei mir passieren sollte, bleibe ich dabei: Ist halt so, die Zeiten ändern sich. Allerdings sehe ich - egal ob "klassisch" produziert oder erst recht von internen Teams, daß das Gros der Videos von teils sehr schlechter Qualität ist. Sie werden aber obendrein, was das noch größere, aber dennoch nur teils daraus resultierende Problem ist, insgesamt (egal ob extern oder intern produziert) so gut wie von niemandem mehr gesehen. Wer mir nicht glaubt, schaut sich z.B. auf den Kanälen von Porsche um, selbst mit ihrem schön produzierten Content erreichen die echt mickrige Mengen an Leuten, sehr häufig ein paar tausend international. Und wenn man sich die Kommentare so durchliest sind das überwiegend solche, die sich die Autos eh nicht leisten können... Das Problem ist allerdings Hausgemacht und wird von dem von Frank zitierten Artikel auch in anderen Bereichen gespiegelt: Es gibt von allem viel zu viel...irgendwann wird das insgesamt runterkochen, weil Kosten und Gewinn nicht mehr in Einklang stehen...



pillepalle
Beiträge: 8851

Re: Auftragslage weiter Rückläufig?

Beitrag von pillepalle »

macaw hat geschrieben: So 02 Jun, 2024 10:13 Wer mir nicht glaubt, schaut sich z.B. auf den Kanälen von Porsche um, selbst mit ihrem schön produzierten Content erreichen die echt mickrige Mengen an Leuten, sehr häufig ein paar tausend international. Und wenn man sich die Kommentare so durchliest sind das überwiegend solche, die sich die Autos eh nicht leisten können... Das Problem ist allerdings Hausgemacht und wird von dem von Frank zitierten Artikel auch in anderen Bereichen gespiegelt: Es gibt von allem viel zu viel...irgendwann wird das insgesamt runterkochen, weil Kosten und Gewinn nicht mehr in Einklang stehen...
Na ja, Porsche Kunden tummeln sich auch nicht den ganzen Tag auf Social Media herum und schreiben Kommentare :) Das ist so ähnlich wie wenn hier eine Neue Arri Kamera vorgestellt wird. Jeder hat eine Meinung dazu, aber die Leute die die Kameras am Ende kaufen (Verleiher, große Produktionsfirmen, wohlhabende DoPs) schauen sich die Kamera irgendwo an, oder nehmen direkt Kontakt mit Arri auf. Und was die Clickzahlen betrifft haben die eigentlich eher selten etwas mit der Qualität der Videos zu tun. Da geht es darum sich eine Community aufzubauen, oder um den Unterhaltungswert, wenn etwas viral geht. Und ältere Leute (das sind nun mal die Prosche Kunden) interessieren sich für die Socials auch nicht mehr so.

VG
Meine Lieblingsfilme:
Es war ein Mahl in Amerika
Molkerei auf der Bounty
Dune - Der Würstchenplanet



Franz86
Beiträge: 77

Re: Auftragslage weiter Rückläufig?

Beitrag von Franz86 »

macaw hat geschrieben: So 02 Jun, 2024 10:13
Franz86 hat geschrieben: Fr 31 Mai, 2024 12:26 Servus,

hier noch mein Senf: Ich drehe ja für meinen Arbeitgeber selbst (deshalb bin ich eigentlich hier angemeldet), arbeite aber noch im Social Media Team des Unternehmens mit und hab quasi das Videosegment aufgebaut.[...]
Ich sehe die enormen Schattenseiten, die diese Entwicklungen mit sich bringen. Damit meine ich gar nicht etwaige Verluste von Aufträgen wegen zunehmender Realisierung in-House - wenn das bei mir passieren sollte, bleibe ich dabei: Ist halt so, die Zeiten ändern sich. Allerdings sehe ich - egal ob "klassisch" produziert oder erst recht von internen Teams, daß das Gros der Videos von teils sehr schlechter Qualität ist. Sie werden aber obendrein, was das noch größere, aber dennoch nur teils daraus resultierende Problem ist, insgesamt (egal ob extern oder intern produziert) so gut wie von niemandem mehr gesehen. Wer mir nicht glaubt, schaut sich z.B. auf den Kanälen von Porsche um, selbst mit ihrem schön produzierten Content erreichen die echt mickrige Mengen an Leuten, sehr häufig ein paar tausend international. Und wenn man sich die Kommentare so durchliest sind das überwiegend solche, die sich die Autos eh nicht leisten können... Das Problem ist allerdings Hausgemacht und wird von dem von Frank zitierten Artikel auch in anderen Bereichen gespiegelt: Es gibt von allem viel zu viel...irgendwann wird das insgesamt runterkochen, weil Kosten und Gewinn nicht mehr in Einklang stehen...
Ja, schwierige Sache das. Egal ob extern oder intern, die Story macht es. Beides bringt Probleme mit sich, bei mir ist es häufig so, dass ich gar keinen Fotografen bekomme, wenn ich einen will - ausgebucht. Beim Film ist es häufig der Schnitt, der den Flaschenhals bildet.

Am Ende ist es bei so Kanälen die Story und das für die Zielgruppe (ZG) relevante Thema, die zählen:

OK intern produziert, aber zur richtigen Zeit vor Ort (riesiger Felssturz) - 190.000 Views:

- OK intern produziert, aber wichtiger Inhalt für die Zielgruppe - 42.000 Views:

- Top extern produziert - bislang 100.000 Views (zwischen beiden Videos liegen >1 Jahr, also auch das ist ein Positivbeispiel):


vs

- Recht gut intern produziert, aber Thema wenig "sexy" - 2000 Views (Video ca. 2 Wochen alt):

- Toll extern produziert, aber Thema eher an ZG vorbei - 5000 Views (Video älter 1 Jahr):

Noch weniger Klicks:
-
- Noch professioneller und noch weniger Klicks, weil total an ZG vorbei:



Das trägt aber häufig der Entscheidungsträger in der Firma, der beauftragt und ich glaube, nicht alle sind sich der Vorteile & Nachteile bewusst.

Bei der Serie Sommer meines Lebens z. B. haben wir bewusst auf ein Team verzichtet, um das ganze so authentisch wie möglich rüber zu bringen:


Beim Beispiel ganz oben bewusst auf das große Team gesetzt.



pillepalle
Beiträge: 8851

Re: Auftragslage weiter Rückläufig?

Beitrag von pillepalle »

@ Franz86

So traurig das für Filmemacher, die auf hochwertige Bilder und Inhalte wert legen, sein mag... der Inhalt ist bei Social Media immer wichtiger als die Qualität. Die Leute schauen etwas, weil es sie interessiert und nur ganz selten weil es gut aussieht. Ausnahmen sind z.B. ein Reel, oder Portfolio, eines Filmemachers/Fotografen, oder beim Image einer Marke (Werbung), oder bei bekannten Persönlichkeiten/Musikern. Da geht's natürlich eher um die Ästhetik. Bei Film natürlich manchmal auch darum, ob man Geschichten erzählen kann. Aber das sind, wie gesagt, die großen Ausnahmen. Wenn der Inhalt gut ist, interesseirt es niemanden ob es auf einem Smartphone oder auf einer dicken Cinecam mit tollem Licht gedreht wurde. Man kann das anhand vieler Beispiele im Netz auch leicht nachvollziehen.

VG
Meine Lieblingsfilme:
Es war ein Mahl in Amerika
Molkerei auf der Bounty
Dune - Der Würstchenplanet



Jalue
Beiträge: 1451

Re: Auftragslage weiter Rückläufig?

Beitrag von Jalue »

macaw hat geschrieben: So 02 Jun, 2024 10:13 : Es gibt von allem viel zu viel...irgendwann wird das insgesamt runterkochen, weil Kosten und Gewinn nicht mehr in Einklang stehen...
Deshalb zielen ja auch sämtliche Entwicklungen der letzten Jahre darauf ab, Kosten zu senken. Angestrebt wird das sowohl mit technischen als auch organisatorischen Mitteln. Der Videojournalist, vor wenigen Jahren noch als Peak der Arbeitsverdichtung gehandelt, ist schon wieder ein Auslaufmodell, abgelöst durch den Content Creator, der als eierlegende Wollmilchsau nun wirklich alles abdecken soll, also auch Text, Foto, Animation, Social Media-Redaktion ... Als Berufsanfänger und zum Mindestlohn ist so ein "Einmann-Studio" sogar für branchenfremde KMU's rentabel. LinkedIn ist voll von solchen Jobofferten - und jede steht für Aufträge, die Freelancer eben nicht mehr bekommen.
Franz86 hat geschrieben: So 02 Jun, 2024 11:36 Beim Film ist es häufig der Schnitt, der den Flaschenhals bildet.
Darauf zielt dann die zweite, paradoxe Tendenz: Sobald das Produktionsvolumen größer wird, ist ein Content Creator überfordert, also wird taylorisiert: Für das zeitaufwändige Drehen/Fotografieren werden preiswerte Anfänger rausgeschickt, oft genug nur mit einem Smartphone als "Arbeitsgerät". Ins Backend setzt man dann ein paar erfahrene Profis, die am Fließband das Zeugs aufbereiten sollen: "Make chicken salad out of chicken shit", so hat es ein US-Kollege auf Reddit treffend beschrieben und da der Job ebenso aufreibend wie öde ist, werden Leute, die das gut können, tatsächlich händeringend gesucht.

Genau deshalb ist Festanstellung für viele von uns auch keine Option, denn sobald Scheffchen bemerkt, dass du als Ruderer für die Schnittgaleere taugst, wird er mit allen Mitteln versuchen, dich da reinzupressen, sogar als Freelancer habe ich das schon erlebt. Dann schon lieber ganz den Stecker ziehen und raus aus der Branche.



macaw
Beiträge: 1412

Re: Auftragslage weiter Rückläufig?

Beitrag von macaw »

pillepalle hat geschrieben: So 02 Jun, 2024 11:10
Und ältere Leute (das sind nun mal die Prosche Kunden) interessieren sich für die Socials auch nicht mehr so.

VG
Also dass 48 jährige (laut Umfrage der Schnitt für Porsche Fahrer) für dich nicht nur bereits alt, sondern auch noch uninteressiert an social Media sein soll, klingt schon arg gewagt, denn ich hab selbst bereits etliche Male für Porsche gearbeitet, an Werbespots, auch an Werbung für Serviceleistungen, Werbung für Sportevents etc. - alles für die Online Auswertung. Ich denke eher dass TV für die kaum relevant ist. Daher kam ich ja überhaupt auf die Kritik.



iasi
Beiträge: 25124

Re: Auftragslage weiter Rückläufig?

Beitrag von iasi »

Vielleicht liegt es auch nur einfach daran, dass
- die Unternehmen aktuell nicht mehr so viel in ihre mediale Präsenz investieren,
- die staatlichen Ausgaben in diesem Bereich reduziert werden, um die gestiegenen Ausgaben u.a. beim Personal zu kompenzieren
- die ÖR vor derselben Herausforderung stehen
- die TV- und Streamingsender einerseits mit sinkenden Werbeeinnahmen zu kämpfen haben und andererseits Rentabilität anstreben.

Wer diese Phase übersteht, kann von der folgenden Gegenbewegung und geringerer Konkurrenz profitieren.

Zudem sollte man auch immer auf die eigene Effizenz achten. Große Kunden mögen zwar nicht auf darauf achten, wie teuer die genutze Kamera war, aber die Gesamtkosten interessiert sie dann doch auch.



pillepalle
Beiträge: 8851

Re: Auftragslage weiter Rückläufig?

Beitrag von pillepalle »

@ macaw

Ich schrieb ja nicht alt, sondern älter. Es sind jedenfalls keine unter 35 jährigen die ohne Smartphone und Insta nicht mehr leben können. Natürlich wird das nicht der Hauptgrund sein und es gibt ja auch viele ältere Leute die viel auf Social Media unterwegs sind. Aber Porsche ist nun mal ein Alte-Männer-Auto, weil sich das eben nur sehr wenige junge Leute leisten können. Vielleicht mal vom Papa leihen, oder beim Autoverleih. Der Ende Vierziger gönnt sich dann irgendwann mal sein Prestigeobjekt, aber muss sich dann vorher noch von Mutti die Reumasalbe auftragen lassen und fährt keine Rennen mehr damit :)

VG
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Es war ein Mahl in Amerika
Molkerei auf der Bounty
Dune - Der Würstchenplanet



Videopower
Beiträge: 73

Re: Auftragslage weiter Rückläufig?

Beitrag von Videopower »

Hallo Film & Forumsgemeinde,

vielen Dank für eure interessanten Themen bzw. Diskussionsbeitrage.
In unserem B2BUmfeld, also wo es nur um das B2B-Geschäft geht und nicht um den B2C-Bereich, da werden die Signale
für einen Rückgang der Auftragslage immer deutlicher.

Öffentliche Gelder von Städten – Kommunen sind gänzlich nicht vorhanden, der Haushaltsplan gibt es nicht her.
Die Unternehmen halten sich ebenfalls bezüglich Marketing zurück. Warmakquise führt auch nicht zum gewünschten
Auftrag, keiner will sich bewegen, so richtig begründen, warum nichts mehr kommt, möchten Sie jedoch auch nicht.

Der Rückgang betrifft Imagefilm, Fotografie, Grafik Design, 3D Filme und noch ein paar weitere wesensverwandte Dienstleister.

Ich bin mir schon im klaren darüber, dass die Selbständigen oder Unternehmer, die schon Jahre mit ihren Stammkunden zusammenarbeiten,
von der wirtschaftlichen Situation in Deutschland noch nicht so stark betroffen sind, wie welche, die vor 2-3-4 Jahren gegründet haben.

Akquise während der letzten vier Jahre ist sehr herausfordernd, da Auftraggeber nicht dazu neigen in unsicheren Zeiten Ihren Dienstleister zu wechseln.
Ich habe in u.a. 13 Jahre in der Beschaffung/Einkauf von einem Konzern gearbeitet. Eine Zusammenarbeit über ein Jahrzehnt hinaus war nicht selten der Fall.

Das heftigste, was ich erlebt habe, war die Lehman Brothers Krise 2008. Sämtliche Bestellungen, Kontrakte, Lieferplane wurden von mir und Kollegen/innen bis zu 10-11 Monate
nach hinten verschoben. In der SAP Bedarfsplanung war der Monitor blank. Ein Wechsel zum anderen Zulieferer oder Dienstleister macht man nicht, denn man
kennt den neuen noch nicht so gut und North Data, Kreditreform usw. bringt auch nicht so viel Erleuchtung, denn wie weit reichen Rücklagen und ich erspare mir den Rest.

In der heutigen Situation kommt auch die Verunsicherung der Märkte zum Tragen, wenn ich versuche einen kleinen Vergleich zu ziehen, dann sehe ich für die Zukunft nichts Gutes.
Das ist meine Meinung zu dem Thema. L.G.



filmmin
Beiträge: 18

Re: Auftragslage weiter Rückläufig?

Beitrag von filmmin »

Viel wurde hier schon gesagt, daher offen und ehrlich noch aus meiner und unserer (Firma) Sicht:

Ich gebe uns noch drei Monate. Dies habe ich in den letzten Tagen meinen Mitarbeitern und Azubis kommuniziert.

Letztes Jahr war ein Desaster (Verlust im fünfstelligen Bereich). Dieses Jahr ist absolut besser, und wir gehören sicherlich zu den wenigen Prozent, die noch gute Umsätze machen. Aber hier liegt das große Problem:

- Es gibt keine Garantie mehr darauf, wie lange noch
- Wir verlieren jeden Monat Kunden, da sie zu billigeren Anbietern wechseln.
- Neukunden haben kein Geld oder melden sich nach dem Angebot nicht mehr, weil sie zu einem billigeren Anbieter gehen.
- Akquise lohnt sich einfach nicht; man verbrennt primär Geld und Zeit. Die Wirtschaft hat in vielen Bereichen kein Geld oder geht zu einem anderen Anbieter.
- Kunden können oder wollen nicht zahlen. Wir haben noch nie so lange auf Geld gewartet oder so viele Ausfälle gehabt. Die Fixkosten laufen weiter, und das Finanzamt will auch Geld haben.
- Projekte werden mehrfach verschoben, sodass man irgendwann keine Hoffnung mehr darauf hat.
- Ich sehe keine Erholung in großem Stil.

Witzigerweise haben wir dieses Jahr drei sehr große Projekte gemacht (von wegen klein und billig) und sind gerade in einem Pitch um ein sehr hohes Budget.

Aber für mich platzt hier langsam der Traum vom Video-/Filmbereich und ich muss sagen, das war meine Lebensaufgabe und mein Wunsch seid der Kindheit.
Wir veräußern demnächst alles, was wir nicht zwingend brauchen (wir haben genug Equipment um einen TV-Film zu drehen, aber dafür hat keiner mehr Geld).

Ich allein könntemit den verbleibenden Kunden wunderbar weiterleben und ein gutes Einkommen generieren. Es lohnt sich aber nicht mehr mit dem Risiko für Fixkosten, Fuhrpark, Büros und Personal.

Für meine Zukunft bin ich noch offen. Ich bin unter 40, habe keine Bindung zu Standort oder Personen, besitze 17 Jahre Berufserfahrung und kann neben Videos auch BWL, Kommunikation, Marketing, Vertrieb, Projektmanagement und darf ausbilden. Außerdem habe ich internationale Konzerne auf meiner Kundenliste und werde damit wohl auch für andere Jobs in Frage kommen (nichts mit Video).

Trotzdem Kopfhoch, vielleicht passiert ja noch was, viel Erfolg in dieser Zeit !



macaw
Beiträge: 1412

Re: Auftragslage weiter Rückläufig?

Beitrag von macaw »

Puh. Wenn ich das alles so lese bin ich froh, daß ich nie den deutschen Pass angenommen hab...



Videopower
Beiträge: 73

Re: Auftragslage weiter Rückläufig?

Beitrag von Videopower »

macaw hat geschrieben: Di 04 Jun, 2024 22:59 Puh. Wenn ich das alles so lese bin ich froh, daß ich nie den deutschen Pass angenommen hab...
"Sarkasmus off"?



macaw
Beiträge: 1412

Re: Auftragslage weiter Rückläufig?

Beitrag von macaw »

Videopower hat geschrieben: Mi 05 Jun, 2024 20:02
macaw hat geschrieben: Di 04 Jun, 2024 22:59 Puh. Wenn ich das alles so lese bin ich froh, daß ich nie den deutschen Pass angenommen hab...
"Sarkasmus off"?
Nope. Ich halte mir tatsächlich den Weg offen in das Land meiner Eltern zu gehen, wenn die Dinge hier so weiterlaufen - und abgesehen von dem, was bereits wirtschaftlich passiert gibt es erhebliches, wo die Politik völlig versagt und das seit langem.



Jan
Beiträge: 10040

Re: Auftragslage weiter Rückläufig?

Beitrag von Jan »

Weil ich das immer und immer wieder lesen muss mit den vielen Billiganbietern, wie machen die das? Wohnen die alle bei Mama? Die können doch oft keine gute Ausrüstung haben, die müssen doch leihen, das kostet doch viel Geld. Oder drehen die mit einem iPhone den Auftrag ab?

Oder denken diese Billigfilmer nicht nach wie die ganze Uber-Fahrer, die für Kleingeld hin- und herfahren, aber überhaupt nicht rechnen können, was Sprit, ihre Arbeitstunde, Autokosten (Inspektion, Verschleiß, Wertverlust, Anschaffungskosten) denn alles kostet?

Oder sind das Kandidaten wie ein mir bekannter Filmer aus Rosenheim, der nie was irgendwo eingezahlt hat und jetzt mit Mitte 70 weiter schön Hilfsjobs annehmen muss, weil er keine Kohle hat? Aber 50 Jahre lang immer schon groß getan, dass er selbstständig und ein Profi ist.


Hier in München haben einige Rentner massiv viel Geld, was die für Pauschal-Schiffsreisen bezahlen ist irre, da fliege ich bis sonstwohin, da bist du sofort mit 3000-5000€ pro Person dabei. Vielleicht eine Nische, wie etwa einen "Lebensfilm" erstellen, mit Familie/Freunden einige schöne professionelle Aufnahmen machen.



Videopower
Beiträge: 73

Re: Auftragslage weiter Rückläufig?

Beitrag von Videopower »

macaw hat geschrieben: Mi 05 Jun, 2024 20:13
Videopower hat geschrieben: Mi 05 Jun, 2024 20:02

"Sarkasmus off"?
Nope. Ich halte mir tatsächlich den Weg offen in das Land meiner Eltern zu gehen, wenn die Dinge hier so weiterlaufen - und abgesehen von dem, was bereits wirtschaftlich passiert gibt es erhebliches, wo die Politik völlig versagt und das seit langem.
Ich denke, die Politik funktioniert, so neben der Spur in so vielen Bereichen, dass kann unmöglich alles versagen sein. "Folge der Spur des Geldes"
Sehr gut, wenn du die Option mit dem Land deiner Eltern hast.



Videopower
Beiträge: 73

Re: Auftragslage weiter Rückläufig?

Beitrag von Videopower »

Jan hat geschrieben: Mi 05 Jun, 2024 20:20 Weil ich das immer und immer wieder lesen muss mit den vielen Billiganbietern, wie machen die das? Wohnen die alle bei Mama? Die können doch oft keine gute Ausrüstung haben, die müssen doch leihen, das kostet doch viel Geld. Oder drehen die mit einem iPhone den Auftrag ab?

Oder denken diese Billigfilmer nicht nach wie die ganze Uber-Fahrer, die für Kleingeld hin- und herfahren, aber überhaupt nicht rechnen können, was Sprit, ihre Arbeitstunde, Autokosten (Inspektion, Verschleiß, Wertverlust, Anschaffungskosten) denn alles kostet?

Oder sind das Kandidaten wie ein mir bekannter Filmer aus Rosenheim, der nie was irgendwo eingezahlt hat und jetzt mit Mitte 70 weiter schön Hilfsjobs annehmen muss, weil er keine Kohle hat? Aber 50 Jahre lang immer schon groß getan, dass er selbstständig und ein Profi ist.


Hier in München haben einige Rentner massiv viel Geld, was die für Pauschal-Schiffsreisen bezahlen ist irre, da fliege ich bis sonstwohin, da bist du sofort mit 3000-5000€ pro Person dabei. Vielleicht eine Nische, wie etwa einen "Lebensfilm" erstellen, mit Familie/Freunden einige schöne professionelle Aufnahmen machen.
Ein Beispiel; Ein großes Konzern mit fast 8 Mrd. Umsatz. Warmakquise, da es schon E-Mail Verkehr gab und Telefonate.
Thema Produktfotografie mit dem Entscheider angerissen, keine Chance ins Geschäft zu kommen. Der aktuelle Dienstleister kommt sogar wegen einem Foto vorbei und holt
das Produkt beim Kunden ab, Preis liegt bei etwas über 20 €. So ein Preis kann sich nicht rechnen, es sei denn er holt auch mal 100 Produkte zum ablichten
ab, ist aber nicht der Fall. Staffelpreise werden nicht akzeptiert. Retusche ist auch noch mit drin, Freistellungspfad muss auch mitgeliefert werden.
Da fällt mir nur noch eins dazu ein, in Gedanken. Haltet euch den warm, so einen Geschäftsuntüchtigen Dienstleister bekommt ihr nie wieder.

Das müssen Dienstleister sein die sich nebenberuflich etwas dazu verdienen, aber selbst das ist keine vernünftige Erklärung.



MK
Beiträge: 4396

Re: Auftragslage weiter Rückläufig?

Beitrag von MK »

Muss schon rentabel sein:

https://www.billig-digitalisierung.de/



Bildlauf
Beiträge: 1085

Re: Auftragslage weiter Rückläufig?

Beitrag von Bildlauf »

Jan hat geschrieben: Mi 05 Jun, 2024 20:20
was die für Pauschal-Schiffsreisen bezahlen ist irre, da fliege ich bis sonstwohin, da bist du sofort mit 3000-5000€ pro Person dabei. Vielleicht eine Nische, wie etwa einen "Lebensfilm" erstellen, mit Familie/Freunden einige schöne professionelle Aufnahmen machen.
Ein Musiker den ich kenne fährt häufig auf Kreuzfahrtschiffen mit und verdient da sehr solide (mehr wollte er nicht sagen, was "solide" auch immer heißen mag).
Inkl. Kost (sogar vom Büffet/tlw. a la carte, nicht das Essen für die Mannschaften), Einzelkabine (mindestens Bullauge, meistens aber sogar mit richtigem Fenster).
Er ist im Dauerurlaub, sieht die halbe Welt und da er als Freier engagiert ist, nicht als Crew, gelten für ihn auch andere Regeln was "Kontaktaufnahme zu weiblichen Fahrtgästen" betrifft....
Tagsüber Sonnendeck, abends dann Musikmachen.

Die suchen auch immer mal Videoleute für solche Reisen, für mich ist das nichts auf solchen Luxuslinern, aber wer so was mag..., könnte doch interessant sein.


Ein entsprechender Lehrgang Verhalten bei Havarien/Notfällen auf Schiffen ist Pflicht (zahlt die Reederei).

Ganz nebenbei:
Man sollte halt nur hoffen, das im Falle einer Havarie die Offiziere die Evakuierung übernehmen und nicht das künstlerische Personal, wie zb auf der Oceanos, wo Magier und Gitarrist die Evakuierung übernommen haben, weil die Offiziere sich schnellstmöglich ins Rettungsboot vermacht haben....

Zitat vom Kapitän:

"Wenn ich den Befehl gebe, das Schiff zu verlassen, ist es egal, wann ich von Bord gehe. Der Befehl gilt für alle. Wenn manche Leute bleiben wollen, so können sie das tun." (Wikipedia)

Video Untergang der Ozeans, es kam zum Glück niemand ums Leben:



macaw
Beiträge: 1412

Re: Auftragslage weiter Rückläufig?

Beitrag von macaw »

Videopower hat geschrieben: Mi 05 Jun, 2024 20:21 Ich denke, die Politik funktioniert, so neben der Spur in so vielen Bereichen, dass kann unmöglich alles versagen sein. "Folge der Spur des Geldes"
Und ich denke dieses Land hat die schlechteste Regierung die ich bisher erlebt habe - und dabei dachte ich die Merkel war schon schlimm genug...



Franz86
Beiträge: 77

Re: Auftragslage weiter Rückläufig?

Beitrag von Franz86 »

Jan hat geschrieben: Mi 05 Jun, 2024 20:20 Hier in München haben einige Rentner massiv viel Geld, was die für Pauschal-Schiffsreisen bezahlen ist irre, da fliege ich bis sonstwohin, da bist du sofort mit 3000-5000€ pro Person dabei. Vielleicht eine Nische, wie etwa einen "Lebensfilm" erstellen, mit Familie/Freunden einige schöne professionelle Aufnahmen machen.
Das gibts schon vonseiten der Schiffe. Eine DVD vom jeweiligen Reisefilm kostet so rund 80€ :D



iasi
Beiträge: 25124

Re: Auftragslage weiter Rückläufig?

Beitrag von iasi »

macaw hat geschrieben: Do 06 Jun, 2024 06:56
Videopower hat geschrieben: Mi 05 Jun, 2024 20:21 Ich denke, die Politik funktioniert, so neben der Spur in so vielen Bereichen, dass kann unmöglich alles versagen sein. "Folge der Spur des Geldes"
Und ich denke dieses Land hat die schlechteste Regierung die ich bisher erlebt habe - und dabei dachte ich die Merkel war schon schlimm genug...
Es muss ja schließlich an der Regierung liegen, wenn es nach der großen Party dann auch mal Katerstimmung gibt.

Ein Jahrzehnt Infaltionsraten weit unter 2% und nun ist der Untergang nah, wenn es auch mal nach oben ausschlägt.
Und ganz schrecklich, wenn die Notenbanken das bewirken, wonach dann alle rufen:
Durch ein Ausbremsen der Wirtschaft die Inflation zurückfahren.
Niemand hatte ein Problem, als es gar Negativzinsen gab.

Wenn ein großes Unternehmen sehr gute Geschäfte macht und hohe Gewinne einfährt, kommt irgendwann der Punkt, an dem die Geschäftsführung diese Gewinne nicht mehr so einfach steigern kann - was aber erwartet wird.
Dann heißt es, die Gewinnerwartungen wurden nicht erfüllt und die Aussichten sind nicht mehr so rosig - und der Aktienkurs bricht ein.
Wie kann eine Geschäftsführung dies abwenden?
Kosteneinsparungsprogramm!
Wo kann man besonders einfach und schnell die Kosten reduzieren?
Keine Aufträge mehr an Dienstleister.



DKPost
Beiträge: 971

Re: Auftragslage weiter Rückläufig?

Beitrag von DKPost »

iasi hat geschrieben: Do 06 Jun, 2024 08:56
macaw hat geschrieben: Do 06 Jun, 2024 06:56

Und ich denke dieses Land hat die schlechteste Regierung die ich bisher erlebt habe - und dabei dachte ich die Merkel war schon schlimm genug...
Es muss ja schließlich an der Regierung liegen, wenn es nach der großen Party dann auch mal Katerstimmung gibt.

Ein Jahrzehnt Infaltionsraten weit unter 2% und nun ist der Untergang nah, wenn es auch mal nach oben ausschlägt.
Und ganz schrecklich, wenn die Notenbanken das bewirken, wonach dann alle rufen:
Durch ein Ausbremsen der Wirtschaft die Inflation zurückfahren.
Niemand hatte ein Problem, als es gar Negativzinsen gab.

Wenn ein großes Unternehmen sehr gute Geschäfte macht und hohe Gewinne einfährt, kommt irgendwann der Punkt, an dem die Geschäftsführung diese Gewinne nicht mehr so einfach steigern kann - was aber erwartet wird.
Dann heißt es, die Gewinnerwartungen wurden nicht erfüllt und die Aussichten sind nicht mehr so rosig - und der Aktienkurs bricht ein.
Wie kann eine Geschäftsführung dies abwenden?
Kosteneinsparungsprogramm!
Wo kann man besonders einfach und schnell die Kosten reduzieren?
Keine Aufträge mehr an Dienstleister.
Der Witz ist ja, dass dieser Punkt garnicht da ist. Ich hatte es ja schonmal geschrieben: Die großen Konzerne in Deutschland fahren Rekordgewinne ein, auch während und jetzt nach Corona.
Dieser Absturz der Wuäirtschaft wird halt gerne erzählt um die nächsten Kürzungen bei den Sozialleistungen voranzutreiben oder auf Subventionen für die jeweilige Branche zu pochen. Und das kommt eher nicht von der aktuellen Regierung.



iasi
Beiträge: 25124

Re: Auftragslage weiter Rückläufig?

Beitrag von iasi »

DKPost hat geschrieben: Do 06 Jun, 2024 15:34
iasi hat geschrieben: Do 06 Jun, 2024 08:56

Es muss ja schließlich an der Regierung liegen, wenn es nach der großen Party dann auch mal Katerstimmung gibt.

Ein Jahrzehnt Infaltionsraten weit unter 2% und nun ist der Untergang nah, wenn es auch mal nach oben ausschlägt.
Und ganz schrecklich, wenn die Notenbanken das bewirken, wonach dann alle rufen:
Durch ein Ausbremsen der Wirtschaft die Inflation zurückfahren.
Niemand hatte ein Problem, als es gar Negativzinsen gab.

Wenn ein großes Unternehmen sehr gute Geschäfte macht und hohe Gewinne einfährt, kommt irgendwann der Punkt, an dem die Geschäftsführung diese Gewinne nicht mehr so einfach steigern kann - was aber erwartet wird.
Dann heißt es, die Gewinnerwartungen wurden nicht erfüllt und die Aussichten sind nicht mehr so rosig - und der Aktienkurs bricht ein.
Wie kann eine Geschäftsführung dies abwenden?
Kosteneinsparungsprogramm!
Wo kann man besonders einfach und schnell die Kosten reduzieren?
Keine Aufträge mehr an Dienstleister.
Der Witz ist ja, dass dieser Punkt garnicht da ist. Ich hatte es ja schonmal geschrieben: Die großen Konzerne in Deutschland fahren Rekordgewinne ein, auch während und jetzt nach Corona.
Dieser Absturz der Wuäirtschaft wird halt gerne erzählt um die nächsten Kürzungen bei den Sozialleistungen voranzutreiben oder auf Subventionen für die jeweilige Branche zu pochen. Und das kommt eher nicht von der aktuellen Regierung.
Die Aktionäre verzeichnen es als eine Katastrophe, wenn die Rekordgewinne des Vorjahres nicht übertroffen werden.
Das ist jedoch nur durch Kosteneinsparungen zu erreichen, wenn das allgemeine Wachstum stagniert.



markusG
Beiträge: 4629

Re: Auftragslage weiter Rückläufig?

Beitrag von markusG »

iasi hat geschrieben: Do 06 Jun, 2024 15:41 Die Aktionäre verzeichnen es als eine Katastrophe, wenn die Rekordgewinne des Vorjahres nicht übertroffen werden.
Das ist jedoch nur durch Kosteneinsparungen zu erreichen, wenn das allgemeine Wachstum stagniert.
Und das ist kein deutsches Phönomen, sondern generell dem Kapitalismus zuzuschreiben und insbesondere in den USA zu beobachten, inkl. Massenkündigungen.

Dass das in Deutschland genauo möglich ist zeigt dass das Problem das System an sich ist, und das wurde seit Jahrzehnten so "entwickelt"...



iasi
Beiträge: 25124

Re: Auftragslage weiter Rückläufig?

Beitrag von iasi »

markusG hat geschrieben: Do 06 Jun, 2024 16:23
iasi hat geschrieben: Do 06 Jun, 2024 15:41 Die Aktionäre verzeichnen es als eine Katastrophe, wenn die Rekordgewinne des Vorjahres nicht übertroffen werden.
Das ist jedoch nur durch Kosteneinsparungen zu erreichen, wenn das allgemeine Wachstum stagniert.
Und das ist kein deutsches Phönomen, sondern generell dem Kapitalismus zuzuschreiben und insbesondere in den USA zu beobachten, inkl. Massenkündigungen.

Dass das in Deutschland genauo möglich ist zeigt dass das Problem das System an sich ist, und das wurde seit Jahrzehnten so "entwickelt"...
seit Jahrhunderten :)

Interessant finde ich dabei, dass nun ein Punkt erreicht ist, bei dem Massenkündigungen nicht mehr möglich sind.

Auch die Dienstleister, die momentan keine Aufträge erhalten, werden wahrscheinlich nur eine kurze Durststrecke überstehen müssen. Und da die Konkurrenz und somit das Angebot schrumpfen wird, dürften dann gute Zeiten für die Verbliebenen folgen.



Jalue
Beiträge: 1451

Re: Auftragslage weiter Rückläufig?

Beitrag von Jalue »

Ich möchte hier nochmal einen dranhängen, erscheint mir iasis "Schlusswort" doch gar zu euphemistisch, wobei wir ihm vermutlich alle gerne zustimmen würden.
iasi hat geschrieben: Do 06 Jun, 2024 17:39 Interessant finde ich dabei, dass nun ein Punkt erreicht ist, bei dem Massenkündigungen nicht mehr möglich sind.
Echt jetzt? Derzeit werden überall Jobs gestrichen, und zwar, nach Maßstäben unserer eher kleine Branche, durchaus in "Massen". Letztlich haben wir es mit einer Strukturkrise zu tun, vergleichbar mit dem, was während der Umstellung von analog auf digital geschah, nur lautet der Gamechanger jetzt KI.
iasi hat geschrieben: Do 06 Jun, 2024 17:39 Auch die Dienstleister, die momentan keine Aufträge erhalten, werden wahrscheinlich nur eine kurze Durststrecke überstehen müssen. Und da die Konkurrenz und somit das Angebot schrumpfen wird, dürften dann gute Zeiten für die Verbliebenen folgen.
Erneuter Einspruch. Volkswirtschaft ist vor allem Psychologie und ohne ein mächtiges Signal ist kaum mit einem Aufschwung zu rechnen. Stand jetzt könnte das ein Frieden in der Ukraine sein oder ein Regierungswechsel hierzulande, doch beides ist nicht in Sicht. Mithin wird die Durstrecke eher nicht "kurz" ausfallen und die Zahl der "Verbliebenen", die eine Flaute bis Ende 25' mit Rücklagen abwettern können, dürfte überschaubar sein.

Let's face it, viele von uns werden sich neu aufstellen müssen.



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