Frank Glencairn hat geschrieben:Erst mal gibt es keinen "Hintergrund" - entweder die Proxies werden mit Vollgas berechnet, dann fehlt die Power zum Arbeiten, oder umgekehrt.
Vermutlich läuft es so: du triggerst die Proxy-Transkodierung im AME und beginnst schon mit dem Schnitt. Um einen Proxy-Workflow zu rechtfertigen, geht man davon aus, dass das Footage den Rechner irgendwie überfordert. Es reicht dafür schon, dass es sich weniger geschmeidig anfühlt als "normales" Material. Im Laufe von ein paar Minuten merkst du, wie alles schneller wird. Weil immer mehr Proxies im Hintergrund fertig geworden sind. Und wir reden hier nicht von einer homöopathischen Beschleunigung, sondern von einem mehrfachen Boost.
Freilich ist der Schnitt mit Originalen theoretisch vorzuziehen, aber clever ist das nur, wenn die Hardware der wirkliche Overkill für den importierten Codec ist. Die Hardware und die Software. Schnitt sollte doch möglichst wenig von Echtzeit-Grenzen gehandicappt sein. Ist er das, ist Proxy ein No-Brainer.
Diese Idee ist ein Novum für Adobe, für die "nativ" immer DAS Merkmal für die Leistungsfähigkeit von Premiere war. Fast so, als dürften katholische Priester jetzt halt heiraten, weil die Gegner selbst das Lachen über ihre scheinheiligen Argumente nicht mehr zurückhalten können.
Kommt natürlich immer drauf an, wie das Ganze implementiert ist. Typisch für Adobe wäre, alles erst mal halbherzig "mit aufzunehmen". Lumetri, über dessen Installation sich Adobe anfangs fast schämte (Von der Adobe-Seite: "While the new Color Panel is very powerful and will satisfy most users need for complex color work , we wanted to be
careful not to confuse Color Editing with Color Grading with specific grading tools like Adobe Speedgrade and others") wurde ein solcher Erfolg - zu Recht -, dass jetzt alle Vorsicht über Bord geschmissen wird.
Lumetri brauchte kein Jahr, um voll salonfähig zu werden. Warten wir mal ab, wie viele CC-ler die native Alternative zum nativen Schnitt hochkomprimierten 4k-Materials (Adobe: "6K and 8K files from the RED Weapon camera [...] – for example, when you want to work on a lightweight portable device ") begrüßen. Wir sprechen uns zur NAB 2017.