Zeiss präsentiert nach den Panoptes 65 gleich eine weitere neue Objektivserie. Die Horizon Anamorphic-Serie bringt neben einem 2-fachen, anamorphotischen Stauchfaktor auch ein paar auffällige Neuerungen mit. Zum einen ist sie dank integrierter Motoren auch ohne externes Riggen mit Schärfezugsystemen von ARRI und Preston kompatibel, zum anderen läßt sich der Bildcharakter individuell anpassen.

Optionales Look-Tuning
Die Horizon-Serie wurde laut Zeiss mit einem neutralen Grundcharakter entwickelt, der ganz klassisch mit Filtern, LUTs oder mit unterschiedlichsten Lichtstimmungen weitergestaltet werden kann. Statt eines spezifischen Eigenlooks bietet ZEISS jedoch optional ein austauschbares „Look Tuning Back Element“ an – eine proprietäre optische Komponente, mit der Kamerateams den individuellen Bildcharakter eines Objektivs gezielt anpassen können. Über das ZEISS Interchangeable Mount System (IMS) montiert, soll dieses Element Schärfe, Kontrast und den Gesamteindruck des Bildes verändern durch einen einfachen Austausch mittels acht Schrauben, ohne dabei die Maßhaltigkeit oder Kalibrierung des Objektivs zu beeinträchtigen.

Nahtlose Integration mit LCS
Leise und zuverlässige Fokus- und Blendenmotoren sind ferner direkt in das Objektivgehäuse integriert. Sie unterstützen ARRI- und Preston-Lens-Control-Systeme über serielle Schnittstellen oder LBUS-Verbindungen. Werksseitig kalibrierte Absolut-Encoder speichern sämtliche Fokus- und Blendenskalen direkt im Objektiv. Dadurch soll eine einheitliche Quelle für Metadaten entstehen, sodass weder Skalen neu gemappt noch Motoren zwischen verschiedenen Setups neu eingerichtet werden müssen. Zwei Displays und Touch-Panels direkt am Objektivtubus ermöglichen zudem eine schnelle Kontrolle von Fokus und Blende; Objektivringe gibt es dagegen keine.
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Eine geringe Verzeichnung, stabile Farbwiedergabe und minimierte optische Aberrationen sollen die Horizon-Objektive besonders interessant für VFX-intensive Produktionen machen, die sauberes Keying, präzises Tracking und eine nahtlose Integration computergenerierter Inhalte erfordern. Alle sieben Vollformat-Objektive werden mit LPL-Anschluss ausgeliefert und verfügen über einen einheitlichen Frontdurchmesser von 114mm. Dies erleichtert den Einsatz auf Handheld-Rigs, Gimbals, Drohnen, Kränen und Fahrzeug-Rigs.
Die Lichtstärke von T2.3 über nahezu die gesamte Serie hinweg (T2.9 beim 200mm-Modell) ermöglicht eine geringe Schärfentiefe im anamorphotischen Vollformat auch unter schwierigen Lichtbedingungen. Die integrierte Elektronik und der interne Speicher sollen für zukünftige Erweiterungen ausgelegt sein, darunter eine breitere Kompatibilität mit weiteren Ökosystemen, erweiterte Metadatenfunktionen sowie eine mögliche Autofokus-Integration.
Verfügbarkeit
Die Horizon-Anamorphoten mit 40mm, 50mm und 75mm Brennweite sollen ab September 2026 über autorisierte ZEISS-Cinema-Fachhändler ausgeliefert werden. Die Modelle mit 35mm, 100mm, 150mm und 200mm Brennweite sollen im Laufe der Jahre 2026 und 2027 folgen.


















