Wie das japanische Wirtschaftsmagazin Diamond Online berichtet, hat der Optikhersteller Tamron ein Übernahmeangebot von Sony erhalten - diese zunächst inoffielle Information wurde mittlerweile von Tamron bestätigt. Das nicht-bindende Übernahmeangebot von Sony werde derzeit intern geprüft:
"Es trifft zu, dass das Unternehmen von der Sony Corporation einen unverbindlichen Vorschlag hinsichtlich einer Reihe von Transaktionen erhalten hat, durch die das Unternehmen zu einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft der Sony Group Corporation werden soll. Ebenso trifft es zu, dass das Unternehmen als Reaktion auf diesen Vorschlag einen Sonderausschuss eingerichtet hat, um verschiedene Optionen zur Steigerung seines Unternehmenswerts zu prüfen."

Für Branchenkenner kommt dieser Schritt tatsächlich nicht völlig überraschend, denn die beiden Unternehmen sind bereits seit langem wirtschaftlich verbunden - Sony war lange Zeit mit rund 15 Prozent größter Einzelaktionär bei Tamron, während Tamron über 20 Objektive für Sonys E-Mount-System produziert. In diesem Jahr wurde Sony jedoch bei der Anteilsmenge vom Hedge-Fond Effissimo Capital Management überholt, der nunmehr 17,4 Prozent der Tamron-Aktion hält und den Ruf hat, sich aktiv in die Unternehmensgeschäfte einzumischen, was wiederum Sonys Interessen bedrohen könnte.
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Was wäre wenn?
Bekanntlich baut Tamron nicht nur Objektive für Sony-Kameras, sondern ebenso u.a. für Canon und Nikon; dieses Jahr hat Tamron sogar mehr neue Z-Objektive angekündigt als Nikon selbst. Wie es mit der Belieferung von "Fremd-Mounts" im Falle einer vollständigen Übernahme durch Sony weitergeht, wird daher die große Frage.
Bei einem Status quo würde Tamron als eigenständige Tochterfirma weiterhin andere Mounts beliefern, Sony kassiert die Gewinne (und behält Einblick in konkurrierende Systeme). Gut denkbar wäre natürlich eine bevorzugte Behandlung des Sony E-Mounts bei Launches, Preisen oder mit exklusiven Modellen. Eine kompletten Einstellung von Fremdmount-Produkten würde Umsatzverluste bedeuten und ist somit vermutlich weniger wahrscheinlich.



















