Letzte Woche ließ ByteDance, das chinesische Unternehmen hinter TikTok, eine neue Version 2.0 seines Video-KI-Modells Seedance von der Leine - und machte damit Furore, denn die Qualität der inklusive synchronem Audio generierten Clips liegt mindestens auf Augenhöhe mit Googles Veo. Zumindest bei Action-Szenen könnte Seedance sogar die Nase vorn haben, denn diese gelingen erstaunlich realistisch verglichen mit dem, was bisher möglich war.

Unter anderem eine solche generierte Action-Szene hat nun auch Hollywood in Alarm versetzt - zum einen, weil sie deutlich vor Augen führt, dass Videomodelle künftig tatsächlich konkurrenzfähige Bilder errechnen werden können. Vielleicht noch stärker erzürnt jedoch die Tatsache, dass Seedance völlig schamlos in seiner Mißachtung von Copyright ist. So lassen sich ohne weiteres auch berühmte Schauspieler herbeiprompten, ebenso wie Marvelfiguren und ähnliches.
Auf ein einfaches Kommando soll Seedance etwa die folgende Szene erstellt haben - zwei Personen, die Brad Pitt und Tom Cruise verdammt ähnlich sehen, im Faustkampf vorm Sonnenuntergang.
This was a 2 line prompt in seedance 2. If the hollywood is cooked guys are right maybe the hollywood is cooked guys are cooked too idk. pic.twitter.com/dNTyLUIwAV
— Ruairi Robinson (@RuairiRobinson) February 11, 2026
In einem weiteren Clip sprechen die Figuren mit den gewohnten Stimmen:
Jeffrey Epstein knew too much pic.twitter.com/12u8PQH9nt
— Ruairi Robinson (@RuairiRobinson) February 11, 2026
Dass sich solche Bilder nun mühelos mit ein paar Sätzen generieren lassen, ist schon an sich unglaublich. Dabei auch noch beliebige Personen nachbilden zu können, selbst solche, die normalerweise bezahlt werden für ihre Auftritte, zeigt welche Gefahr von KI-Systemen ausgehen - und wie schwer es ist, eigentlich bestehende Gesetze weltweit durchzusetzen.
// Top-News auf einen Blick:
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"Die Rechtsverletzung umfasst die unbefugte Verwendung der Stimmen und Abbildungen unserer Mitglieder. Dies ist inakzeptabel und untergräbt die Fähigkeit menschlicher Schauspieler, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Seedance 2.0 missachtet Gesetze, Ethik, Branchenstandards und grundlegende Prinzipien der Einwilligung. Eine verantwortungsvolle KI-Entwicklung erfordert Verantwortung, die hier nicht gegeben ist."
Auch die Motion Picture Association hat ein Statement veröffenlicht, in dem ByteDance aufgefordert wird, diese Rechteverletzungen einzustellen, während Disney dem Unternehmen eine Unterlassungserklärung geschickt hat, da es seine IP unberechtig nutzt. "ByteDance missbraucht Disneys Figuren, indem es diese reproduziert, verbreitet und abgeleitete Werke mit diesen Figuren erstellt" heißt es darin, was unverzüglich aufhören müsse.
Ganz ähnlich hatte OpenAI ja zum Start von Sora 2 keinerlei Rücksicht auf Copyright-Schutz genommen und es Usern ermöglicht, mit der Sora-App Bilder von sich zusammen mit allen möglichen, populären Figuren zu generieren und im eigenen sozialen Netzwerk von Sora zu posten. Behauptet wurde zunächst ein freches Opt-out-Verfahren, bei dem Rechteinhaber der Nutzung widersprechen sollten; damit kam OpenAI glücklicherweise nicht durch, sondern musste auf ein Opt-in umstellen.
Dass auch ein chinesischer KI-Betreiber wie ByteDance entsprechend einlenken wird, bleibt nur zu hoffen - momentan wird das Netz geflutet mit Seedance2-Clips, in denen bekannte Schauspieler bzw. Film- und Serienfiguren zu sehen sind (aus Breaking Bad, Game of Thrones etc.)
[Nachtrag 16.2.2026] Wie unter anderem CNBC berichtet, zeigt sich ByteDance in einer Stellungnahme kooperationsbereit - "ByteDance respektiert geistige Eigentumsrechte und wir haben die Bedenken bezüglich Seedance 2.0 zur Kenntnis genommen", heißt es darin. Demnach sollen Maßnahmen ergriffen werden, um die unbefugte Nutzung von geistigem Eigentum und das Erstellen von Personenabbildungen ("likeness") durch Seedance-Anwender zu verhindern.



















