Der auf robuste Outdoor-Smartphones spezialisierte Hersteller RugOne hat mit dem Xsnap 7 Pro eine ungewöhnliche Kombination aus Mobiltelefon und Mini-Actioncam vorgestellt. Ein kompaktes Kameramodul sitzt in einer Aussparung auf der Rückseite des Smartphones - es lässt sich einfach herausnehmen und kann dann separat z.B. am Körper, Helm oder Fahrrad befestigt und so als Mini-Actioncam genutzt werden. Das Smartphone dient dabei als drahtloser Kontrollmonitor und Fernsteuerung. Zudem integriert das One Xsnap 7 Pro eine Nachtsichtkamera mit Infrarot-LED-Leuchten für ganz spezielle Aufnahmen bei wenig Licht.

Actioncam zum Herausnehmen
Das nur 39 Gramm schwere, magnetisch befestigte Kameramodul zeichnet mit maximal 2,7K und 30 Bildern pro Sekunde auf. Sein Ultraweitwinkel erfasst 133°, per elektronischer SteadyX-Stabilisierung samt 360°-Horizontausgleich soll das Bild auch bei Bewegungen ruhig bleiben. Hinzu kommen unter anderem Features wie FreeFrame-Aufnahmen, Zeitlupe, Zeitraffer, Pre- und Loop-Recording sowie HDR-Fotos. Das Smartphone soll das Livebild in Entfernung von bis zu 50 Metern anzeigen können.
Mit aktuellen modularen Minikameras wie der DJI Osmo Nano oder Insta360 GO Ultra kann die Xsnap 7 Pro bezüglich der reinen Videospezifikation allerdings nicht ganz mithalten: Beide Konkurrenten filmen in 4K. Das Besondere ist beim Xsnap 7 Pro allerdings auch weniger das Actioncammodul allein als vielmehr dessen vollständige Integration in ein robustes Smartphone, das gleichzeitig als Monitor, Backupspeicher und Ladegerät fungiert.

Autark soll das Kameramodul rund 40 Minuten lang filmen können - aufgezeichnet wird dann auf dem 64 GB internen Speicher, der laut RugOne für bis zu acht Stunden Material in 1080p ausreichen soll. Beim Wiedereinsetzen in das Smartphone können die Aufnahmen auf den 512GB-Speicher des Smartphones übertragen und die Kamera über dessen 9.300mAh-Akku geladen werden. Bis zu 20 vollständige Ladungen für insgesamt bis zu rund 800 Minuten Aufnahmezeit sollen so möglich sein. Ohne zusätzliches Gehäuse soll die Kamera bis fünf Meter Tiefe wasserdicht sein.

50Megapixel-Hauptkamera und Infrarot-Nachtsicht
Abgesehen vom abnehmbaren Kameramodul besitzt das Xsnap 7 Pro auch noch weitere integrierte Kameras wie eine stabilisierte 50Megapixel-Hauptkamera mit Samsung-GN9-Sensor und 4K-Aufzeichnung sowie als weitere Besonderheit eine spezielle 64-Megapixel-Nachtsichtkamera mit eigenen Infrarot-LEDs zur Beleuchtung von Motiven. Auf der Frontseite ist eine 32Megapixel-Selfiekamera verbaut. Das 6,67 Zoll große 1,5K-AMOLED-Display des Xsnap 7 Pro arbeitet mit einer Bildwiederholrate von 120 Hz und soll eine Spitzenhelligkeit von 1.700 Nits erreichen.
Angetrieben wird das Ganze von einem MediaTek Dimensity 8400 5G Prozessor mit 12 GB LPDDR5X-RAM und 512 GB UFS-4.0-Speicher. Der 9.300mAh-Akku lässt sich kabelgebunden mit 45 Watt und drahtlos mit 50 Watt laden. Als Betriebssystem dient Android 16 - RugOne verspricht Aktualisierungen bis Android 20.

Robustes Gehäuse
Das Gehäuse ist nach IP68 und IP69K gegen Staub, Untertauchen sowie heiße Hochdruck-Wasserstrahlen geschützt und soll Stürze aus 1,5 Metern auf Beton sowie Untertauchen in zwei Meter Tiefe für 30 Minuten überstehen. RugOne unterstreicht die Robustheit des Xsnap 7 Pro durch Zertifizierung nach dem US-amerikanischen militärischen Prüfstandard für die Widerstandsfähigkeit MIL-STD-810H und das besonders bruch- und kratzfeste Displayglas Gorilla Glass Victus.
Eine Idee mit Geschichte
Das RugOne Xsnap 7 Pro wäre zwar aktuell das einzige Smartphone mit separatem Kameramodul, aber die Idee ist nicht ganz neu. So gab es ähnliche Mini-Kameras für Smartphones schon bereits in Form des Sony QX10/QX100 (2013) und des Hasselblad True Zoom (2016) - diese waren jedoch keine aus dem Smartphone herausnehmbaren Actioncams.

RugOne kombiniert dieses Konzept der separaten Kamera nun mit einer winzigen, magnetisch befestigten Actioncam, wie wir sie schon von der Insta360-GO-Serie und DJIs Action 2 beziehungsweise Osmo Nano kennen. Allerdings integriert RugOne ein solches Modul erstmals direkt in die Rückseite eines robusten Smartphones. Das Handy ersetzt damit Insta360- bzw. DJIs jeweils zum Kameramodul zugehöriges Action-Pod beziehungsweise Display-Dock und dient zugleich als Funkmonitor, Ladegerät und zusätzlicher Speicher.
Das Xsnap 7 Pro wird zunächst per Kickstarter angeboten - begrenzte Early-Bird-Kontingente kosten 799 Euro. Für Oktober 2026 ist eine reguläre weltweite Markteinführung vorgesehen. Der europäische Listenpreis soll 1.099,99 Euro betragen. Wie üblich bei Crowdfunding-Projekten gilt auch hier, dass der Liefertermin und die tatsächliche Lieferung überhaupt nicht so sicher sind wie bei einem Kaufprodukt.



















