OBSBOT stellt heute seine erste klappbare, KI-gestützte 4K-Webcam auch weltweit vor (in China wurde sie vor über einem Monat lanciert). Die Kamera gliedert sich nahtlos in das OBS-Kamera-Universum ein; tatsächlich macht bei einer Webcam-Kaufentscheidung u.E. mittlerweile vor allem die mitgelieferte Software den relevanten Unterschied.

Wir hatten die Webcam für ein kurzes Hands-on in der Redaktion - das auffälligste Designmerkmal der Meet Flip ist zugleich eine konsequente Ansage bei Datenschutz-Bedenken. Statt auf abnehmbare und wegschiebbare Abdeckungen oder reine Software-Lösungen zu setzen, kommt ein "Fold-to-Protect-Design" zum Einsatz, welches die Linse bei Nichtgebrauch physisch verdeckt. Das "Zuklappen" des Kamerakopfes schickt das Gerät zugleich in den Ruhemodus.
Mit gerade einmal 37,7 Gramm gehört die Meet Flip zu den leichteren 4K-Webcams, wobei das Unibody-Gehäuse dennoch eine ziemlich solide Anmutung ausstrahlt - billig wirkt sie jedenfalls nicht. Allerdings besitzt das Gelenk einen eher großen Widerstand, weshalb man die Flip beim Zuklappen mit der zweiten Hand festhalten muss, um sie nicht versehentlich vom Laptop-Displayrand abzuhebe(l)n.

Trotz des sehr flachen Gehäuses wurde in der unteren Fläche noch ein 1/4-Zoll-Gewinde für Stative integriert, was für zusätzliche Positionierungsoptionen in einem professionellen Umfeld sorgt.
1/2-Zoll Bildsensor und KI-Algorithmen
Die Meet Flip 4K wird über ein einziges USB-C Kabel verbunden, das für Daten und Stromversorgung zuständig ist. Das mitgelieferte, ca. 1,5 Meter lange Kabel ist allerdings etwas zu steif für eine derart leichte Webcam, so dass diese leicht aus der Position am Laptop-Display Rand gerät, wenn man versehentlich an das Kabel stößt. Zudem findet sich auch noch ein USB-A-Adapter im Lieferumfang, um auch Anschluss an ältere Geräte-Hosts zu finden. Da die Datenübertragung der Kamera grundsätzlich auf dem USB 2.0 Standard basiert, entstehen durch einen USB-A Anschluss hier keinerlei Geschwindigkeitseinbußen.
Die OBSBOT Meet Flip basiert auf einem 1/2-Zoll-Exmor RS-Stacked-CMOS-Sensor von Sony mit 48 (QuadBayer-)Megapixeln, der mit OBSBOTs eigenen KI-Algorithmen kombiniert wird, um sich damit von hardwaretechnisch ähnlichen und meist günstigeren Webcam Angeboten abzusetzen. Die Kamera "schafft" wie viele Konkurrenten 4K UHD mit 30 fps und 1080p mit 60 fps, was für die meisten Anwendungsfälle mehr als ausreichend sein sollte. Die Meet Flip bietet eine äquivalente Brennweite von ungefähr 25mm mit einer Blende F1,8, was viel Raum für einen digitalen Crop bietet. Per Software wird dann auch ein digitaler 4x Zoom bereitgestellt. Außerdem steht ein Phasendetektions-Autofokussystem (PDAF) bereit, das ziemlich flott und zuverlässig agiert.
Zwei Kamera-Modi
Ist die Kamera einmal eingerichtet, so steht sie in zwei Modi zur Verfügung. Einmal als "normale" Webcam und alternativ als virtuelle Kamera, die über die Software OBSBOT Center eine Menge zusätzliche Software-Tricks verpasst bekommen kann, indem sie sich zwischen Kamera-Hardware und Streaming-Software einklinkt.

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KI-Audio-Profile
Über die Kontroll-Software "OBSBOT Center" lassen sich - teilweise auch nicht nur virtuell - alle Kameraeigenschaften ändern, wie beispielsweise die Audioprofile: Von "Pure Audio" für unveränderte Aufnahmen bis hin zu "Smart Omni" für Meetings, bei denen die Kamera versucht, alle Teilnehmer im Raum zu lokalisieren und soundtechnisch zu optimieren. Bei genauerem Hinsehen entdeckt man an der Kamerarückseite noch ein zweites Mikrofon-Loch, mit dem sich der "Dual-Richtungs-Modus" nutzen lässt. Steht in einem Interview einer der Sprecher hinter der Kamera, so erfasst dieser Modus die Front und Rückseite der Kamera und filtert die Seitengeräusche heraus.
Eine automatische Aussteuerung (Auto Gain) und KI-Rauschunterdrückung können dabei in allen Modi (außer Pure Audio) aktiviert werden und verbessern meistens das Ergebnis hörbar. Gegenüber einem einfachen Laptop-Mikro schneidet die Audioqualität somit in jedem Fall besser ab, jedoch bleibt trotz KI-Unterstützung meistens noch ein Raumanteil im Signal hörbar. Gegenüber einem dedizierten Mikrofon (oder einem Ansteckmikro) fällt die Meet Flip trotz KI somit immer noch etwas ab.
AI Auto Framing
Richtig abgehoben wird es, wenn man sich mit den AI Auto Framing Eigenschaften befasst, denn diese gehen über ein einfaches Verfolgen eines Gesichts weit hinaus. So lassen sich nicht nur Personen, sondern auch Objekte verfolgen. Die Kamerabewegungen selbst gelingen in der Regel trotz fester Optik recht sanft. Über eine spezielle Gestensteuerung lassen sich zudem auch vor der Kamera Bildausrichtung oder der Zoombereich anpassen.
Mit und ohne OBSBOT Center
Zur einfachen Bildverschönerung gibt es selbstredend auch die typischen Filter für synthetische Hintergrundunschärfe (Background Blur) oder Hintergrundersetzung (Background Replacement). Für Präsentationen, Schulungen und Remote-Zusammenarbeit lassen sich in OBSBOT Center neuerdings auch native Picture-in-Picture-Overlays (PiP) in das Live-Video einsetzen - und können damit in einfachen Fällen eventuell spezielle Streaming-Software wie OBS Studio überflüssig machen. Auch für andere Anwendungsfälle wächst das zugehörige OBSBOT Center ständig. So findet sich beispielsweise mittlerweile sogar ein integrierter Teleprompter im Funktionsumfang der Software.

Die Meet Flip sollte mit allen gängigen Konferenz- und Streaming-Plattformen per Plug-and-Play kompatibel sein. Tatsächlich finden wir sie auch spannend für ein günstiges Streaming-Studiosetup in Kombination mit den Tiny Modellen aus dem gleichen Hause. Denn über das OBSBOT Center lassen sich bis zu vier OBSBOT Kameras beliebig verwalten, mischen, fernsteuern und synchron aufzeichnen - was für eine spätere Nachbearbeitung besonders praktisch sein kann.
Preis und Verfügbarkeit
Die OBSBOT Meet Flip ist ab heute für 129 Euro inkl. Mehrwertsteuer weltweit erhältlich.



















