Micron ist der erste Hersteller, der eine NVMe-SSD mit PCIe 6.0 Interface nicht nur angekündigt hat, sondern auch schon produziert. Die bisher schnellsten SSDs waren an die Geschwindigkeitsobergrenze von PCIe 5.0 x4 gestoßen - von theoretisch 15.75 GB/s bzw. praktisch ca. 14.900 MB/s - und konnten so nicht noch flotter werden.

Durch Nutzung von PCIe 6.0 werden jetzt neue Geschwindigkeitsrekorde möglich, weil es die für die Datenübertragung zur Verfügung stehende Bandbreite von PCIe 5.0 nahezu verdoppelt. Und tatsächlich erreicht die Micron 9650 dank PCIe 6.0 eine sagenhafte sequenzielle Lesegeschwindigkeit von bis zu 28.000 MB/s. Sie ist damit nicht nur rund 2x so schnell wie die bisherigen Spitzenmodelle, sondern nutzt schon jetzt die volle Bandbreite von PCI 6.0 (per 4 Lanes) aus. Beim sequentiellen Schreiben allerdings ist sie davon noch weit entfernt - sie wird dabei nicht durch die Schnittstelle, sondern durch ihr "Innenleben" begrenzt, d.h. die Tatsache, dass bei NAND-Speicherbausteinen das Schreiben immer aufwändiger und damit langsamer ist, als das Lesen. Dennoch ist sie mit 14.000 MB/s beinahe so schnell wie die schnellste PCIe 5.0 SSD, die Corsair MP700 PRO XT.

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Und damit ist auch schon der große Wermutstropfen genannt - neben der Tatsache, dass es noch keine gewöhnlichen Mainboards bzw. PCs mit PCIe 6.0 auf dem Markt gibt: die Micron 9650 SSD ist nur für Großkunden wie Hyperscaler erhältlich. Insidern zufolge könnte es sogar noch bis 2030 dauern, bis es überhaupt PCIe 6.0 NVMe-SSDs für normale PCs gibt. Aber immerhin zeigt sie schon den nächsten Generationssprung auf, der dann auch gewöhnliche (Profi-)Anwender erreichen wird.
Ob der aber erschwinglich sein wird angesichts der durch OpenAI ausgelösten großen Speicherkrise, die für stetig steigende Preise für PC-Komponenten sorgt? Erst war nur das RAM betroffen, dann aber auch Grafikkarten und SSDs (die beide auch auch Speicherbausteine angewiesen sind) und inzwischen sogar klassische Festplatten.



















