Das im März angekündigte Robot Phone von Honor wird konkreter. Das Smartphone mit ausklappbarem Gimbal soll am 12. August auf den Markt kommen (ob erstmal nur in China oder weltweit, ist unklar). Mehr Daten zur Kamera und der Stabilisierung wurden nun im Vorfeld bei einem Imaging Technology Launch Event des Herstellers offenbart.

Auch ARRI war vor Ort, denn als zweites Alleinstellungsmerkmal soll bekanntlich etwas Kameratechnologie aus München in das Robot-Phone einfließen. Bei den "Kernelementen der ARRI Image Science", die hier erstmals direkt in ein Consumer-Gerät integriert werden sollen, handelt es sich laut Harald Brendel um ARRI LogC3 im Verbund mit ARRI Wide Gamut 3 (als Farbraum) und ARRI Looks.

Neues Imaging-SoC H1
Die im Gimbal sitzende 23mm Hauptkamera mit f/1.6-Blende nutzt einen Sensor vom Typ 1/1.28" mit 200MP. Hinzu kommen beim Robot Phone eine 50MP-Ultraweitwinkelkamera sowie ein Periskop-Telemodul, welche ganz traditionell im Smartphone-Gehäuse eingefasst sind. Welcher Sensor in der Hauptkamera genau verbaut wird, sagt Honor leider nicht, ist jedoch eine nicht ganz uninteressante Frage, denn auch die beste (ARRI) Color Science kommt mit unzureichenden Bildinformationen nicht sehr weit - im kürzlich vorgestellten Osmo Pocket 4P setzt DJI daher eigens auf einen neuen Sony CMOS mit LOFIC- sowie Triple Conversion Gain-HDR-Technologie, der eine bisher ungesehene Dynamik bei kleinen Sensoren ermöglicht. Da der Bildsensor des Robot Phones nicht hervorgehoben wird, dürfte es sich wohl um nichts ähnlich Sensationelles handeln.

Allerdings hat Honor ein eigenes, KI-unterstütztes Imaging-SoC entwickelt, H1, und gibt an, Dank Unterstützung für ARRI LogC3 einen Dynamikumfang von 14 Blenden zu erreichen sowie eine Verbesserung des Bildsignal/Rauschverhältnisses um 8dB. Die Energieeffizienz soll bei 18,8 TOPS/W liegen. Dazu kommt mit AiMAGE 2.0 ein Echtzeit-Bildverarbeitungssystem, das Weißabgleich, Belichtung, Tonwertsteuerung und Glanzlichtreduzierung im laufenden Betrieb regeln soll. Auch scheinen durchaus professionelle Belichtungs-Features integriert zu sein wie u.a. False Color.
Geschrumpfte Gimbaltechnologie
Der Imaging-Chip ist auch direkt mit dem kleinen Gimbal-Motor gekoppelt, der laut Honor nur 2,6 Gramm wiegt und gegenüber anderen Gimbal-Antrieben 65 Prozent kleiner sein soll bei gleichzeitig 35 Prozent höherer Drehmomentdichte. Erst diese Miniaturisierung mache die Gimbal-Integration in ein Smartphone möglich.
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Neben der mechanischen Stabiliserung über einen echten Gimbal - bisher war die Verwertung von Gyrodaten gemeint, wenn ein Smartphone mit einer Gimbalstabilisierung beworben wurde - kann der Gimbal auch Dank KI-basierter Motiverkennung und automatischem Tracking als "Kameraroboter" genutzt werden, etwa für Selfies, wenn das Smartphone auf einem kleinen Tischstativ befestigt wird. Daher auch sein Name, Robot Phone.
Ein etwas bizarrer Gimmick der Gimbalkamera ist im Promo-Video zu bewundern - der bewegliche Kamerakopf gibt Feedback durch Bewegungen: der Smartphoneroboter soll so "nicken" oder den "Kopf" schütteln können, gar zu Musik "tanzen".
So fließen in diesem fraglos innovativem Gerät recht unterschiedliche Elemente ein - Honor zielt damit ganz klar auch auf den großen Markt der Gimbal-Kameras à la DJI Osmo Pocket, fügt verspielte (man könnte auch sagen alberne) Features hinzu, und doch ist es gleichzeitig auch das erste "ARRI Smartphone", hegt also irgendwie professionelle Ambitionen. Die Zusammenarbeit von Honos und ARRI wird nochmal speziell in diesem Video beworben.
Inwieweit Log-C auf Smartphone-Sensorniveau tatsächlich praxistauglich in professionelle Grading-Pipelines integriert werden kann oder eher nur als schmückendes Verkaufsargument dient, wird sich erst nach ausführlichen Tests zeigen.



















