Nur rund 3 Monate nach dem eher kosmetischen Update auf das Mic Mini 2 bringt DJI das Mic Mini 2S auf den Markt – und spendiert diesem zwei interessante neue Features, die bislang dem deutlich teureren Mic 3 vorbehalten waren: interne 32-Bit-Float-Aufzeichnung und die Möglichkeit, bis zu vier Sender an einem Empfänger zu betreiben.

Vom Backup-Mikro zum eigenständigen Aufnahmegerät
Bislang war DJIs Mini-Linie im Wesentlichen eine reine Funkstrecke ohne nennenswerte Extras. Mit dem 2S bekommt jedes der nur 12g leichten Funkmikros nun rund 14,5 GB internen Speicher und kann so unabhängig vom Empfangsgerät aufzeichnen – bis zu 28 Stunden im 24-Bit-Standardmodus. Neu ist zudem die Option auf 32-Bit-Float, die gerade bei unvorhersehbaren Pegelsprüngen – klassisches Problem bei Interviews oder Straßenumfragen – das Gain-Staging in der Post überflüssig macht.

Auch bei der Unterdrückung von Umgebungsgeräuschen hat DJI nachgelegt: zwei KI-Stufen ("Basis" und "Stark"), dazu automatische Clipping-Kontrolle und ein Loudness-Ausgleich für konstante Pegel bei Live-Streams. Drei Klangprofile (Regulär, Hell, Kräftig) sollen ohne Post-Processing brauchbare Ergebnisse liefern.

Upgrade: Bis zu 4 Funkmikros an einem Empfänger
Für manche Aufnahmeszenarios dürfte die neue 4TX+1RX-Konnektivität interessant sein. Bisher war bei zwei Sendern pro Empfänger Schluss – für Podcasts, Rundtischgespräche oder kleine Interview-Setups musste man zum Mic 3 oder zu Fremdsystemen greifen. Mit der neuen Möglichkeit, jetzt auch 4 Mic Mini 2S Funkmikros an einem Empfänger zu nutzen, zieht das neue Modell mit dem Mic Pro des Erzkonkurrenten Insta360 gleich, das ebenfalls einen 4-zu-1-Modus bietet – dort gibt es zusätzlich auch noch einen 2-zu-4-Modus für Multikamera-Produktionen (zwei Mikrofone senden ihr Signal parallel an bis zu vier separate Empfangsgeräte), den DJI (noch) nicht anbietet.

Farbige Frontabdeckungen, breite Kompatibilität
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Wie gehabt punktet DJI mit Rückwärtskompatibilität zu seinen weitverbreiteten Funkmikrosystemen: So laufe Sender vom Mic Mini 2S auch am alten Mic Mini Empfänger und umgekehrt lassen sich ältere Mic Mini- und Mic Mini 2 Sender am neuen Empfänger mitnutzen. Ein weiterer wichtiger Punkt für viele Creator: per DJIs OsmoAudio verbinden sich die Mic Mini 2S Funkmikros zudem mit DJIs kompakten Gimbalkameras und Actioncams wie der Osmo Pocket 4P/4, Osmo 360, Osmo Nano und Osmo Action 6 und können so direkt als Tonquelle ohne Empfänger genutzt werden – ein Vorteil, den weder Insta360 noch Drittanbieter bieten, sofern man ohnehin im DJI-Kamerauniversum unterwegs ist.

Verfügbarkeit und Preise
Das DJI Mic Mini 2S ist ab sofort erhältlich – das Set aus einem Sendern und einem Empfänger kostet 99 Euro, mit zusätzlicher Ladeschale und einem Sender und einem Set mehrfahrbiger Frontabdeckungen 189 Euro. Ein Sender samt Empfänger und Ladeschale für den Sender kostet 99 Euro, ein einzelner Sender 69 Euro, die Ladeschale separat 33 Euro und ein Set von mehrfarbigen magnetischen Frontabdeckungen 19 bzw. 39 Euro.

Wo positioniert sich das Mic Mini 2S im DJI Lineup?
Damit positioniert DJI das Mic Mini 2S preislich und von der Funktionalität her klar zwischen dem Mic Mini 2, das im vergleichbaren 2xSender/Empfänger/Ladeschale-Set 99 Euro kostet, und dem Mic 3 Set für aktuell 259 Euro (das ursprünglich für 309 Euro erschien). Diese Preissenkung ist allerdings auch notwendig, denn das 20 Euro teurere Insta360 Mic Pro punktet zusätzlich noch mit seinem E-Ink-Display, Timecode-Aufzeichnung, Mikro-Array und der dadurch möglichen Richtcharakteristik-Wahl. Nächster logischer Schritt im Dauerwettstreit von DJI und Insta360 wäre eigentlich ein abgespecktes Modell des Mic Pro, das dem Mic Mini 2S auch preislich Konkurrenz macht. Der Abstand des neuen Mic Mini 2S zum teureren hauseigenen Mic 3 ist geschrumpft, aber noch da, denn dieses kann bis zu 8 Funkmikros ansprechen, verfügt über eine verlustfreie Übertragung per Kabel, TRS + TRRS, Anschlüsse und adaptive Gain-Steuerung.
| Technischer Vergleich: DJI Mic Mini 2 vs. Mic Mini 2S vs. Mic 3 vs. Insta360 Mic Pro | ||||
| Technische Daten | DJI Mic Mini 2 | DJI Mic Mini 2S | DJI Mic 3 | Insta360 Mic Pro |
Preis (2TX+1RX+Case) | 99 € | 189 € | 259 € (Start: 309 €) | 329 € |
Preis (1TX+1RX) | 59 Euro | 99 Euro | 169 € | 209 € |
Preis Einzelsender | 33 € | 69 € | 84 € | 109 € |
Sendergewicht | 11 g | ~12 g | 16 g | 19,7 g |
Wechselbare Frontabdeckungen | ja, magnetisch | ja, magnetisch (inkl. Time-Series-Design) | nein | nein (dafür E-Ink-Display) |
Display am Sender | nein | nein | nein | ja, 1,22" 6-Farb-E-Ink |
Mikrofonkapsel | einfach, Kugel | einfach, Kugel | einfach, Kugel | 3-Mikro-Array, 4 Richtcharakteristiken (Kugel/Superniere/Niere/Acht) |
Interne Aufnahme | Nein (nur Dual-Track via App) | Ja, 24-Bit / 32-Bit-Float | Ja, bis 32-Bit | Ja, 32-Bit-Float |
Interner Speicher | – | ca. 14,5 GB (bis 28 h bei 24-Bit) | k.A. | 32 GB (22,2–60 h je nach Modus) |
Max. Sender/Empfänger gleichzeitig | 2 TX / 1 RX | 4 TX / 1 RX | 4 TX / 8 RX | 4 TX / 1 RX (bzw. 2 TX / 4 RX) |
Geräuschunterdrückung | 2-stufig (Basis/Stark) | 2-stufig, KI-optimiert | 2-stufig, algorithmisch verbessert | KI-gestützt (NPU) |
Timecode-Sync | nein | nein | nein | ja (TCXO, LTC in/out) |
Direktverbindung zu Kameras | DJI OsmoAudio (bis 2 Geräte) | DJI OsmoAudio | DJI OsmoAudio | Bluetooth 5.4 (Insta360 X5, X4 Air, Ace Pro 2, GO Ultra) |
Rückwärtskompatibilität | zu Mic Mini / Mic-3-Empfänger | zu Mic Mini / Mic Mini 2 / Mic-3-Empfänger | zu Mic 2 / Mic Mini | – (eigenes Ökosystem) |



















