Apple hat Final Cut Pro 12.4 zusammen mit Logic Pro 12.4 sowie die Final-Cut-Begleitprogramme Motion 6.4 und Compressor 5.4 aktualisiert. Nach dem umfangreicheren Update auf Final Cut Pro 12.3, welches unter anderem automatische Untertitel, Auto Mask, Edit Detection und ein neues Match Color brachte, fällt die Neuerungsliste für Apples Schnittprogramm diesmal recht kurz aus - die wichtigste neue Funktion betrifft den Kinomodus.

Kinomodus nachträglich anwenden und Schärfentiefe setzen
Final Cut Pro 12.4 ermöglicht es jetzt erstmals, den Kinomodus (Cinematic Mode), also die nachträgliche Verlagerung der Schärfentiefe zwischen Motiven, nun auch auf Videos anzuwenden, die ursprünglich nicht im Kinomodus aufgenommen wurden. Voraussetzung ist allerdings, dass das Video von einem iPhone 18 Pro (Max) oder iPhone Duo stammt und mit der nativen Camera App oder Apples Final Cut Camera App aufgenommen wurde (ob auch Videos, die mit Drittanbieter-Apps wie etwa Blackmagic Camera auch unterstützt werden, ist nicht klar). Wird die Funktion das erste Mal genutzt, dann lädt Final Cut Pro dafür einmalig ein spezielles Analysemodell herunter.

Anschließend lässt sich im Cinematic Editor festlegen, welches Motiv scharf erscheinen soll. Final Cut Pro unterscheidet dabei zwischen automatisch während der Aufnahme erzeugten und manuell gesetzten Fokuspunkten - erstere werden als weiße Punkte dargestellt, letzere sind gelb und von einem Ring umgeben. Darüber hinaus stehen unter anderem AF Tracking Lock zum Verfolgen eines ausgewählten Motivs sowie AF Lock für einen festen Fokusabstand zur Verfügung. Die Fokuspunkte sind dabei keine klassischen Keyframes, sondern repräsentieren Fokusentscheidungen beziehungsweise vom System erkannte Motive. Neben dem nachträglichen Fokussieren auf verschiedene Motive oder Bereiche in der Szene kann auch die Schärfentiefe angepasst und animiert werden. Auch die Stärke des simulierten Schärfentiefe-Effekts lässt sich nachträglich verändern.

Für HDR-Aufnahmen empfiehlt Apple ein Wide-Gamut-HDR-Projekt mit Rec. 2020 HLG; werden HDR-Clips stattdessen in einem SDR-Projekt verwendet, kann Final Cut Pro sie per Color Conform an den Projektfarbraum anpassen. Hier mehr zur Arbeit mit dem Cinematic Mode in Final Cut Pro bzw. im Handbuch
Final Cut Camera App
Die Neuerung ergänzt die ebenfalls aktualisierte Final Cut Camera App. Wie bereits berichtet, lässt sich dort beim iPhone 18 Pro unter anderem dessen neue variable mechanische Blende steuern. Fokus und reale Blende bei der Aufnahme sowie die nachträglich simulierte Schärfentiefe des Cinematic-Modus sind dabei zwei unterschiedliche Ebenen der Bildgestaltung.
Zu den professionellen Videoeigenschaften des iPhone 18 Pro gehören darüberhinaus ProRes RAW und Apple Log 2, die wir bereits in unserem Sensortest des iPhone 18 Pro Max näher untersucht haben.
Final Cut Pro 12.4 setzt mindestens macOS 26.6 voraus
Eine wichtige Änderung betrifft die Systemvoraussetzungen: das neue Final Cut Pro 12.4 läuft nicht mehr unter macOS 15 Sequoia, sondern setzt jetzt mindestens macOS Tahoe 26.6 voraus. Der große Versionssprung ist Folge von Apples Umstellung auf jahresbasierte Betriebssystemnummern: Auf macOS 15 Sequoia folgte 2025 direkt macOS 26 Tahoe. Für die Bearbeitung mit dem neuen Kinomodus in Final Cut Pro reicht Tahoe allerdings nicht aus - diese arbeitet nur unter macOS 27 Golden Gate oder neuer. Wer Final Cut Pro 12.4 noch unter Tahoe nutzt, bekommt das Update und die sonstigen Verbesserungen und Bugfixes, kann aber die neue Cinematic-Funktion nicht verwenden.
Neben den neuen Kinomodus-Funktionen behebt Final Cut Pro 12.4 diverse Fehler. Unter anderem sollen Audio-Wellenformen zuverlässiger erzeugt werden, Multicam-Umschaltungen im Angle Viewer ohne Verzögerungen funktionieren und Keyframes wieder korrekt im Animation Editor eingefügt werden können. Behoben wurden laut Apple außerdem Abstürze beim Import von iPad-Projekten oder beim Schließen eines Projekts sowie Probleme beim Sichern einer Mediathek auf einem Netzwerkvolume.
Motion 6.4 und Compressor 5.4
Auch das neue Motion 6.4 unterstützt nun die Bearbeitung von in Final Cut Camera aufgenommenen Videos mit Kinomoduseffekten einschließlich Fokuspunkt und Schärfentiefe, voraussetzung ist auch hier macOS 27. Zusätzlich behebt Apple unter anderem einen möglichen Absturz beim Einfügen einer mTracker-3D-Gruppe.
Die nue Version von Compressor 5.4 kann mit Final Cut Camera aufgezeichnete Videos samt Kinomodusinformationen in das bisherige Cinematic-Format konvertieren. Hinzu kommen neue HEVC-MPEG-4-Exportvoreinstellungen für Social-Media-Plattformen, darunter 10-Bit-Optionen für HDR-Inhalte, sowie Stabilitätsverbesserungen. Apple entfernt mit dieser Version außerdem die bisherige Funktion zur verteilten Verarbeitung von Encoding-Aufträgen auf mehreren Macs.
Logic Pro 12.4 mit zahlreichen Korrekturen
Parallel ist das Audoioprogramm Logic Pro 12.4 erschienen. Hier liegt der Schwerpunkt auf Fehlerkorrekturen und Stabilität. Apple nennt rund 70 Änderungen und Korrekturen aus Bereichen wie Editing, Aufnahme, Mixer, Chord Track, Automation, Spatial Audio und MIDI-Controller.
Im Gegensatz zu Final Cut Pro bleibt Logic Pro 12.4 auch unter macOS 15 Sequoia lauffähig. Final Cut Pro kostet im Mac App Store wie bisher 349,99 Euro, Logic Pro 229,99 Euro sowie Motion und Compressor jeweils 59,99 Euro. Alternativ sind die Anwendungen Bestandteil von Apples Creator-Studio-Abonnement, für das 12,99 Euro pro Monat bzw. 129 Euro pro Jahr fällig werden.



















