Die im Juni angekündigte Übernahme von Topaz Labs durch Adobe ist abgeschlossen. Damit gehört der auf KI-basierte Bild- und Videooptimierung spezialisierte Hersteller nun offiziell zu Adobe und noch mehr seiner Algorithmen werden in Adobes KI-Plattform Firefly integriert. Allerdings soll Topaz Labs - wie Adobe schon bei der Übernahmeankündigung betont hatte - als eigenständige Marke weitergeführt werden und auch die bisherigen Apps und Modelle sollen weiterhin separat erhältlich sein.

Topaz ist unter anderem bekannt für Topaz Video, Topaz Photo und Gigapixel sowie die KI-Modelle Astra und Bloom, welche per KI Funktionen wie Upscaling, Entrauschen, Nachschärfen und die Restaurierung von älterem oder qualitativ problematischen Video- und Fotomaterial ermöglichen. Die zugrundeliegende, von Topaz entwickelte Neurostream-Technologie soll komplexe KI-Modelle sowohl über die Topaz-Cloud als auch lokal ausführen können und dabei insbesondere den benötigten GPU-Speicher deutlich reduzieren.
Topaz Astra bereits in Adobe Firefly
In Adobe-Produkten ist Topaz-Technik schon länger verfügbar. Besonders interessant für Videoanwender ist der in Firefly Boards integrierte Topaz Astra Video-Upscaler. Er kann hochgeladene oder KI-generierte Clips auf 1080p beziehungsweise 4K hochskalieren. Dabei stehen ein eher originalgetreuer Modus „Präzise“ sowie ein „Kreativ“-Modus zur Verfügung, der zusätzliche Details erzeugen und das Ausgangsmaterial stärker verändern kann. Zudem lässt sich zwischen schneller Verarbeitung und höherer Qualität wählen.
Laut Adobe-FAQ ist Astra direkt mittels eines Adobe-Logins in Firefly Boards nutzbar und benötigt kein separates Topaz-Abonnement. Eine Stapelverarbeitung mehrerer Videos wird derzeit allerdings nicht angeboten. Unterstützt wird eine breite Palette üblicher Videoformate. Ganz ohne Verbrauchskosten erfolgt die Nutzung allerdings nicht: In Firefly wird die Nutzung von Astra über Adobes Generative Credits berechnet. Je nach Modus und Auflösung fallen derzeit zwischen 5 Credits pro Sekunde für 1080p Fast/Creative und 20 Credits pro Sekunde für 4K Quality an.
Tiefere Integration in Creative Cloud geplant
Adobe will die Topaz-Modelle künftig stärker in bestehende Creative-Cloud-Workflows einbauen. Genannt werden unter anderem die Restaurierung von Archivmaterial, die Verbesserung schwacher Low-Light-Aufnahmen und Smartphone-Clips sowie das hochwertige Upscaling von KI-generiertem Video. Besonders Studios und Broadcaster mit großen älteren Archiven sieht Adobe dabei als mögliche Anwender. Konkrete Termine dafür, wann weitere Topaz-Funktionen beispielsweise direkt in Premiere Pro erscheinen werden, nennt Adobe bislang jedoch nicht.
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