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Youtube streamt bereits mit AV1



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Frage von mash_gh4:


seit kurzem gibt es eine erste test-playlist mit AV1 encodierten clips auf youtube:

https://www.youtube.com/playlist?list=P ... NUQAVLwrZS

ist zwar momentan noch ein bisserl umständlich zu benutzten, weil die meisten browser AV1 noch nicht unterstützen, aber mit ein paar gröberen verrenkungen kann man es zumindest im mpv ansehen. :)



Antwort von cantsin:

Ich kriege AV1 beim besten Willen nicht encodiert - zumindest nicht mit aktuellen ffmpeg-Snapshots. Der Encoder stürzt regelmaßig hab. Hättest Du da einen Tip? (Und zwar möglichst von einem Encoder, den man nicht inkl. aller Abhängigkeiten per Hand kompilieren muss?)



Antwort von mash_gh4:

mit ffmpeg bekomme ich es auch nicht hin, was aber hauptsächlich damit zu tun hat, dass ich durchgängig jene ffmpeg-installation benutze, die mit dem debian linux mitkommt. die enthält gegenwärtig noch keinen libaom-support, aber dafür brauch ich mich halt um das updaten nicht kümmern...

gundsätzlich ist aber hier beschrieben, wie es im ffmpeg mit ausgaben, die libaom enthalten, funktionieren sollte:

https://trac.ffmpeg.org/wiki/Encode/AV1

allerdings gilt libaom, also die referenzumsetztung des codecs, als derart lahm, dass man sich damit ohnehin nicht ernsthaft zu beschäftigen braucht. die ganze gegenärtige entwicklung konzentriert sich auf rav1e. im betreffenden GitHub Repository findest unter dem pkt. "Windows builds" auch beschrieben, wo man die jeweils aktuellen, vom CI system fertig kompilierten, binaries herunterladen kann. die entwickler sind aber ohnehin gerade darum bemüht, das ganze auch als rust package (crate) verfügbar zu machen, damit es noch einfacher wird...





Antwort von slashCAM:


YouTube hat damit begonnen, testweise einige Videos ins neue AV1 FormatFormat im Glossar erklärt zu transkodieren. Durch seiner hohen Effizienz er komprimiert bis 40% besser als der HEVC/H.265 bz...

Hier geht es zur Newsmeldung auf den slashCAM Magazin-Seiten:
YouTube startet Streaming-Tests mit freiem AV1-Codec // IBC 2018




Antwort von cantsin:

Tja, die Frage ist, ob es irgendwo einen praktisch verwendbaren AV1-Encoder für die gängigen Betriebssysteme gibt, den man nicht selbst kompilieren muss... (Auch wenn der noch auf Kommandozeile und unkomprimiertes YUV-Quellmaterial beschränkt sein sollte. libaom in ffmpeg ist praktisch unbrauchbar.)



Antwort von mash_gh4:


Tja, die Frage ist, ob es irgendwo einen praktisch verwendbaren AV1-Encoder für die gängigen Betriebssysteme gibt, den man nicht selbst kompilieren muss... (Auch wenn der noch auf Kommandozeile und unkomprimiertes YUV-Quellmaterial beschränkt sein sollte. libaom in ffmpeg ist praktisch unbrauchbar.)

ich hab dir im älteren thread zu diesem thema ohnehin schon geschrieben, wo du ein fertig kompilierte rav1e binaries runterladen kannst.



Antwort von cantsin:


rav1e. im betreffenden GitHub Repository findest unter dem pkt. "Windows builds" auch beschrieben, wo man die jeweils aktuellen, vom CI system fertig kompilierten, binaries herunterladen kann.
Vielen Dank, hatte ich übersehen!

Für diejenigen, die über die etwas seltsame Website straucheln: Das Binary findet man hier, in der Rubrik "Artifacts".



Antwort von cantsin:

Danke, hatte ich übersehen!

Mache gerade ein rav1-Encoding eines 1080p/24-Videos. Mit einem Hexacore-i7 (5820K) und 32 GB RAM komme ich auch mit diesem schnelleren Encoder (in den Standard-Einstellungen für Qualität und Geschwindigkeit) auf 9 Sekunden pro FrameFrame im Glossar erklärt (bzw. 0,11 fps)...



Antwort von mash_gh4:


Für diejenigen, die über die etwas seltsame Website straucheln: Das Binary findet man hier, in der Rubrik "Artifacts".

diese webseite, die dir ein bisserl seltsam vorkommt, ist ziemlich typisch für heutige software-entwicklungsprozesse. da wird beim hochladen von änderungen im revision control system automatische ein buildprozess gestartet, der das programm neu zu bauen versucht und auf fehler untersucht. wenn alles geklappt hat werden dann eben die sgn. "artefakte" auch für den download freigegeben.

bei GitHub projekten ist das meiner meinung nach nicht ganz optimal gelöst, weil das CI/CD system nicht wirklich dazugehört und deshalb auch nicht in sauber in die entsprechende weboberfläche integriert bist. bei GitLab degegen, das ich persönlich bevorzuge, ist das meines erachtens nach viel schöner gelöst.

das ganze ist übrigens nicht nur für software-entwickler interessant, sondern durchaus auch für normalsterbliche.
man kann es z.b. als wunderbare möglichkeit nutzen, um mit den sgn. GitLab-pages gratis webseiten zu hosten. dort kann man dann mit genau den gleichen automatisierungstechniken, die normalerweise beim übersetzten von softwareprojekten genutzt werden, ein hochgeladenes video file völlig automatisch in die verschieden qualitätsstufen für die HLS/DASH auslieferung umrechnen lassen und in fragmente zerlegen etc. auf diese weise kann man ohne irgendwelche kosten seine videos in deutlich besser qualität als auf vimeo od. youtube ausliefern...



Antwort von mash_gh4:


Mache gerade ein rav1-Encoding eines 1080p/24-Videos. Mit einem Hexacore-i7 (5820K) und 32 GB RAM komme ich auch mit diesem schnelleren Encoder (in den Standard-Einstellungen für Qualität und Geschwindigkeit) auf 9 Sekunden pro FrameFrame im Glossar erklärt (bzw. 0,11 fps)...

ja -- das ist leider momentan bei 1080p1080p im Glossar erklärt kein ungewöhnlicher wert beim AV1 encodieren :)
youtube bzw. google tut sich da halt von den rechenkapazitäten her ein bisserl leichter...

irgendwo habe ich kürzlich gelesen, mit wievel weniger gleichzeitiger instanzen bitmovin mittlerweile auskommt, um in realtime AV1 auf kubernetes clustern zu encodieren. das ist gegenüber dem letzten jahr schon deutlich besser geworden, aber es ist totzdem noch immer ziemlich abschreckend.

es gibt übrigens auch einen unheimlich geilen AV1 bitstream analyzer, der via wasm auch komplett im browser ausführbar ist. mit dem kann man sich dann sehr detailliert ansehen, womit sich da der rechner so gequält hat:

https://people.xiph.org/~mbebenita/analyzer/



Antwort von cantsin:

Bin von den Ergebnissen ziemlich angetan, obwohl der rav1e-Encoder ja nicht auf Bildqualität optimiert ist.

Testweise habe ich ein 1920p-Video (mit relativ komplexen Details, Masterformat ProResProRes im Glossar erklärt HQ) jeweils mit x264, x265, vp9 und av1 bei 2500kbit/s encodiert.

Hier Beispielframes zum Herunterladen in voller Auflösung + 1:1-Bildausschnitte:

crop-2500kbit-encoder_test-master.png
ProRes-Master (PNG, 7 MB)

crop-2500kbit-encoder_test-x264.png
x264 (PNG, 4,6 MB)

crop-2500kbit-encoder_test-x265.png
x265 (PNG, 6,5 MB)

crop-2500kbit-encoder_test-vp9.png
VP9 (PNG, 4,5 MB)

crop-2500kbit-encoder_test-av1.png
AV1 (PNG, 1,1 MB)



Antwort von WoWu:

Fairerweise müsste man die VVC Entwicklung (H.266) dazu vergleichen, denn das ist ja das Pendant zu AV1.
Aber gemessen an der erforderlichen BandbreiteBandbreite im Glossar erklärt ist das Ergebnis schon beeindruckend.
Wie sieht denn das in Bewegungen aus ?



Antwort von cantsin:


Wie sieht denn das in Bewegungen aus ?

Ähnlich.



Antwort von mash_gh4:

schaut gut aus! -- nur das korn wird ein bisserl wegradiert... aber auch das hält sich in grenzen.

hier findet übrigens eine anleitung, wie man derartige AV1 files auch jetzt schon via wasm in browsern abspielen kann, die das von haus aus noch nicht können... geht halt in dieser implementierung einmal nur mit stummfilmen. ;)

https://developers.google.com/web/updat ... 8/wasm-av1

wikipedia nutzt ja ähnliches schon seit jahren, um VP8/9 auch zur auslieferung an apple-gläubige verwenden zu können.



Antwort von cantsin:


schaut gut aus! -- nur das korn wird ein bisserl wegradiert... aber auch das hält sich in grenzen.

Man muss natürlich noch berücksichtigen, dass 2500Kbit/s eine für FullHD-Video extrem niedrige Bitrate ist (ein knappes Zehntel der Bitrate von BluRay). Wenn man noch 64Kbit/s für Audio (im Opus-Codec) dazurechnet, landet man bei knapp 58 MB Dateigröße für ein 3-Minuten-Video. Dann stellt sich die Frage, ob man eigentlich noch Streaming-Portale braucht.



Antwort von mash_gh4:


Dann stellt sich die Frage, ob man eigentlich noch Streaming-Portale braucht.

ich finde, dass das jetzt schon nicht mehr nötig ist.

mit tools wie video2hls und videojs bzw. dessen http-streaming plugin kann auch jetzt schon jeder mit ein bisserl copy and paste geschick in genau der gleichen weise wie youtube, vimeo u. co. videos bei jedem beliebigen gratis webhoster ausliefern -- nur halt mit einer deutlichen höheren qualität, als es die paar bekannten erlauben.



Antwort von mash_gh4:

hier übrigens noch eine ganz brauchbarer artikel von jan ozer über den aktuellen stand in puncto AV1 und dessen praktische qualität im verhätnis zu h264/5 und VP9:

http://www.streamingmedia.com/Articles/ ... 27133.aspx



Antwort von WoWu:

Und als Ergänzung vielleicht einmal den Vergleich der BBC hier in der Zusammenfassung.
Der gesamte Test wurde anlässlich der IBC veröffentlicht.

https://www.bbc.co.uk/rd/blog/2018-06-c ... nd-aomedia



Antwort von Frank Glencairn:


seit kurzem gibt es eine erste test-playlist mit AV1 encodierten clips auf youtube:

https://www.youtube.com/playlist?list=P ... NUQAVLwrZS

ist zwar momentan noch ein bisserl umständlich zu benutzten, weil die meisten browser AV1 noch nicht unterstützen, aber mit ein paar gröberen verrenkungen kann man es zumindest im mpv ansehen. :)

In Vivaldi läuft's einfach so, wie jeder andere Clip auch, ohne irgendwelche Handstände :-)

...und es sieht gar nicht schlecht aus.



Antwort von WoWu:

Wobei das eigentliche AV1 Problem ja im ENCODING liegt und nicht so sehr in der Decodierung.



Antwort von Frank Glencairn:

Das wird sicher bald auf die GPU ausgelagert, dann geht's etwas zügiger



Antwort von mash_gh4:


In Vivaldi läuft's einfach so, wie jeder andere Clip auch, ohne irgendwelche Handstände :-)
...und es sieht gar nicht schlecht aus.

bist du auch sicher, dass du wirklich die AV1 version angezeigt bekommst, und nicht VP9?

ich selber kenne zwar vivaldi nicht, aber offenbar sollte dort AV1 bisher noch nicht unterstützt werden.

siehe z.b.: https://www.deskmodder.de/blog/2018/09/ ... t-derzeit/

"Nur wenn man ins Video ein Rechtsklick macht "Statistiken für Nerds aufruft, dann erfahrt ihr auch welcher CodecCodec im Glossar erklärt wirklich genutzt wird. Während Opera, Firefox und der Chrome den AV1 anzeigen ist es im Edge und Vivaldi der "ältere" VP9 Codec."



Antwort von cantsin:


In Vivaldi läuft's einfach so, wie jeder andere Clip auch, ohne irgendwelche Handstände :-)

Das könnte ein Trugschluss sein - wenn der Browser nicht kompatibel ist, schaltet YouTube automatisch auf andere Codecs (i.d.R. VP9) zurück.

Mit Firefox Nightly kann man das wirklich sicher testen, weil es da ein zuschaltbares OverlayOverlay im Glossar erklärt gibt, das im Browser-Video den verwendeten CodecCodec im Glossar erklärt (und dessen Bandbreite) anzeigt.



Antwort von Frank Glencairn:

Ihr habt recht - ist nur VP9



Antwort von tom:



In Vivaldi läuft's einfach so, wie jeder andere Clip auch, ohne irgendwelche Handstände :-)

Das könnte ein Trugschluss sein - wenn der Browser nicht kompatibel ist, schaltet YouTube automatisch auf andere Codecs (i.d.R. VP9) zurück.

Mit Firefox Nightly kann man das wirklich sicher testen, weil es da ein zuschaltbares OverlayOverlay im Glossar erklärt gibt, das im Browser-Video den verwendeten CodecCodec im Glossar erklärt (und dessen Bandbreite) anzeigt.

Die YouTube Stats for Nerds zeigen auch den grade verwendeten CodecCodec im Glossar erklärt an



Antwort von mash_gh4:

heute sind übrigens die konferenzvideos der video developer days 2018 in paris ins netz gestellt worden:
https://www.youtube.com/user/VideoLANor ... =dd&view=0

besonders spannend darunter ist die präsentation des ganz neuen "dav1d" decoders und seiner funktionsweise.



aber auch ein paar andere präsentationen sind recht sehenswert und informativ.




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