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Frage von Giftpilz:


Habe just for fun ein Drehbuch geschrieben (über die Geschichte einer Steingutvase) Kann man die hier posten? Ich glaube, sie wäre umsetzbar.



Antwort von -paleface-:

Klar kannst du posten.
Aber häng ein kurzes Treatment oder eine Zusammenfassung bei.



Antwort von Giftpilz:

Sorry, aber was ist ein "Treatment"? Ich dachte, ich schreib voran nur ne kurze Inhaltsangabe, ohne den Schluss zu verraten.





Antwort von Funless:


Sorry, aber was ist ein "Treatment"? Ich dachte, ich schreib voran nur ne kurze Inhaltsangabe, ohne den Schluss zu verraten.

Guckst du hier.

Im Treatment werden die Handlung und ihre Hintergründe ausformuliert und erzählchronologisch gegliedert. Eine Aufteilung in Szenen erfolgt meist noch nicht.



Antwort von iasi:


Sorry, aber was ist ein "Treatment"?

Das ist etwas für Lesefaule. :)



Antwort von Axel:



Sorry, aber was ist ein "Treatment"? Ich dachte, ich schreib voran nur ne kurze Inhaltsangabe, ohne den Schluss zu verraten.

Guckst du hier.

Im Treatment werden die Handlung und ihre Hintergründe ausformuliert und erzählchronologisch gegliedert. Eine Aufteilung in Szenen erfolgt meist noch nicht.

paleface meint demnach wohl eher ein Exposé. So hab ich's gelernt (aber man liest ja im Wiki-Artikel, dass Treatment und Exposé heute nicht strikt voneinander abgegrenzt sind):
Exposé: bei einem abendfüllenden Film eine Schreibmaschinenseite.
Treatment: genauer, zwei bis drei Schreibmaschinenseiten pro Akt, aber noch nicht "das Buch zum Film".

Noch besser passt der Pitch. Wenige Sätze. Pflicht jeden Drehbuchautors ist es, den Film mit wenigen gesprochenen Sätzen zusammenfassen zu können, wobei Gesten, Mimik und Betonung verwendet werden *sollen*, um noch weniger in Worten erklären zu müssen. Eine Performance. Überzeugt die nicht, wird auch das Drehbuch schwach sein.



Antwort von iasi:

Stell doch einfach das Drehbuch hier rein.

Die Zusatzarbeit mit Treatment oder Pitch musst du dir nicht machen. Wer echtes Interesse hat, der liest auch ein paar Zeilen mehr.



Antwort von 7River:

Ich würde es mir gerne durchlesen.



Antwort von Darth Schneider:

Sorry aber ne kurze Zusammenfassung, ein Exposé, Treatments, oder wie ihr das immer auch nennen wollt, ist schon cool, so ähnlich was auf dem Rücken eines Buches steht, dann weiss man ob einem das Thema zusagt bevor man zig Seiten, oder ein ganzes Buch liest. Gerade für Vielleser ist das schon sinnvoll.
Wenn du dich, abgesehen davon irgendwo für Sponsoring bewirbst, ist das sehr sinnvoll und absolut üblich und hat meiner Meinung nach nix mit Lesefauheit zu tun.
Es gab auch früher in Filmlehrbüchern so eine Faustregel: Jeder gute Film lässt sich in drei oder vier Sätzen verständlich zusammenfassen, sonst ist die Story nicht gut....
Gruss Boris



Antwort von 7River:

Die Frage ist jetzt: Handelt es sich um ein Kurzfilmdrehbuch oder Spielfilmdrehbuch? Wenn es nur paar Seiten hat, lohnt ein Exposé oder Treatment eh nicht.



Antwort von -paleface-:

Also ich meinte ein paar Sätze zum Inhalt.

Gerade wenn es die Geschichte einer "Steingutvase" ist. Das kann jetzt alles oder nichts bedeutet.
Wenn hier jemand nur Horror Drehbücher sucht wird sich ärgern wenn er nach 20 Seiten merkt das er eine Liebesstory liest.



Antwort von Giftpilz:


Also ich meinte ein paar Sätze zum Inhalt.

In meiner Geschichte geht es um eine alte Frau, die seit Jahrzehnten eine zerbrochene Vase aus Steingut sucht, sie bei einem Trödelhändler findet, der sie aber nicht verkaufen will, sondern wissen will, warum sie an der ansonsten wertlosen Vase interessiert ist. Nach anfänglichem Sträuben erzählt die Frau dem Händler, dass diese Vase ihr das Leben gerettet hat, und sie den Tod ihrer Vaters mit anhören musste. Am Ende erkennt sie, dass sie die Vase nicht mehr braucht, weil sie sich alles von der Seele geredet hat, und erfährt, dass der Soldat, der sie beschützt hat, der Vater jenes Trödelhändlers war.

Ich denke, ich veröffentliche die Geschichte doch nicht, weil ich bei der Durchsicht hier im Forum gesehen habe, welche Filme bevorzugt werden, und meine Geschichte da nicht reinpasst.



Antwort von iasi:


Sorry aber ne kurze Zusammenfassung, ein Exposé, Treatments, oder wie ihr das immer auch nennen wollt, ist schon cool, so ähnlich was auf dem Rücken eines Buches steht, dann weiss man ob einem das Thema zusagt bevor man zig Seiten, oder ein ganzes Buch liest. Gerade für Vielleser ist das schon sinnvoll.
Wenn du dich, abgesehen davon irgendwo für Sponsoring bewirbst, ist das sehr sinnvoll und absolut üblich und hat meiner Meinung nach nix mit Lesefauheit zu tun.
Es gab auch früher in Filmlehrbüchern so eine Faustregel: Jeder gute Film lässt sich in drei oder vier Sätzen verständlich zusammenfassen, sonst ist die Story nicht gut....
Gruss Boris

Es geht doch nicht darum, jemanden in der Buchhandlung vom Kauf zu überzeugen. Das Drehbuch würde gratis geliefert und jeder kann es zumindest anlesen. Wenn es gut ist und einen packt, dann liest man es auch zu Ende.

Von der Faustregel halte ich nicht viel. Versuch mal deine Lieblingsfilme in drei oder vier Sätzen zusammenzufassen.



Antwort von iasi:



Also ich meinte ein paar Sätze zum Inhalt.

In meiner Geschichte geht es um eine alte Frau, die seit Jahrzehnten eine zerbrochene Vase aus Steingut sucht, sie bei einem Trödelhändler findet, der sie aber nicht verkaufen will, sondern wissen will, warum sie an der ansonsten wertlosen Vase interessiert ist. Nach anfänglichem Sträuben erzählt die Frau dem Händler, dass diese Vase ihr das Leben gerettet hat, und sie den Tod ihrer Vaters mit anhören musste. Am Ende erkennt sie, dass sie die Vase nicht mehr braucht, weil sie sich alles von der Seele geredet hat, und erfährt, dass der Soldat, der sie beschützt hat, der Vater jenes Trödelhändlers war.

Ich denke, ich veröffentliche die Geschichte doch nicht, weil ich bei der Durchsicht hier im Forum gesehen habe, welche Filme bevorzugt werden, und meine Geschichte da nicht reinpasst.

Welche Filme werden denn bevorzugt?

Was mich bei deiner Zusammenfassung irritiert:
Die Vase ist zerbrochen. Dennoch hat sie ein Trödelhändler.
Und:
Der Trödelhändler will die Vase, die er ausstellt, nicht verkaufen?



Antwort von Giftpilz:


Welche Filme werden denn bevorzugt?
Was mich bei deiner Zusammenfassung irritiert:
Die Vase ist zerbrochen. Dennoch hat sie ein Trödelhändler.
Und:
Der Trödelhändler will die Vase, die er ausstellt, nicht verkaufen?

Kann ich Dir sagen: Bei der selektiven Suche im Forum (12 Drehbücher), war der überwiegende Teil Horror/Splatter. Und das ist nicht mein Ding. Horror gibt es genug auf der Welt! Ein Blick in die USA und Polen genügt.
Was Dich an der Zusammenfassung irritiert, ist, dass ich die Geschichte nicht bis ins kleinste Detail erzählt habe. Die Frau sucht die Vase, die zusammengeklebt ist (sie war zerbrochen, zwei Stücke oben fehlen), die sie in einem Traum gesehen hat, Beim Händler findet sie diese, Der will sie nicht verkaufen, weil er, kommt in der letzten Szene vor, es seinem Vater versprochen hat (der hat die Frau als Mädchen gerettet, vorher ging die Vase zu Bruch, die er aufgesammelt, und versprochen hat, zu reparieren).
Wird es jetzt klarer für Dich?



Antwort von domain:

Würde eine kleine Drehbuchänderung anregen:
Wurzelholz Vase Groß Natur ( ca. 70cm hoch )

zum Bild https://www.nature-parts.com/images/pro ... 70_WEB.jpg

In der wurde das Baby vom Vater des Altwarenhändlers versteckt, bevor sie ihm samt Inhalt runterfiel, was beim Baby zu einem lebenslangen Trauma führte



Antwort von Axel:

@Giftpilz
Die Vase ist funktionell ein McGuffin. Das muss man als Drehbuchschreiber verstehen. Zerbrochen? Steingut? Wieder geklebt? Zwei Splitter fehlen? Alles Kiki-Kram.

Die Kurzzusammenfassung ist "eigentlich" nicht schlecht. Das Inhaltliche ist drin, aber das Dramatische fehlt, bzw. wird im Vergleich zur Exposition, dem rätselhaften Interesse an einem alten Plunder, buchstäblich zum Nebensatz. Aber offensichtlich bist du verliebt in dieses ominöse Rätsel. Und das ist auch okay. Für dich.

Ähnliche Konstrukte sind Rosebud in Citizen Kane oder das Herz des Ozeans in Titanic. Der Diamant, den der Organisator der Tauchexpedition unbedingt finden will, ist ein selbstgenügsamer (d.h. dramaturgisch im Grunde entbehrlicher) Aufhänger, ein goldverbrämter erzählerischer Rahmen. Selbst die Katastrophe, die erzählt wird (und die wegen des bekannten Ausgangs null Spannung enthält) ist nur Hintergrunddeko vor:
Ein junger Mann und eine junge Frau aus unterschiedlichen sozialen Klassen verlieben sich an Bord eines Schiffes, das dem Untergang geweiht ist.

Weniger kann man nicht schreiben. Und darum geht es. Die Haupthandlung ist zwar formal eine Rückblende, aber ohne sie - kitschig oder nicht - hätten nicht 250 Millionen Besucher für den Schmarren Überlängenzuschlag bezahlt. Brancheninterne Schätzungen sprechen von 20 Millionen Besuchern, wäre es als effektstarker Katastrophenfilm erzählt worden.

Natürlich weiß ich nicht, welches Gewicht du der Lebensrettung (der formalen Rückblende) zugestehst, aber in deiner Zusammenfassung sieht sie aus wie die Auflösung des Rätsels (Aha! Na, das erklärt es ja), tritt also hinter diesem zurück, wirkt im Vergleich dazu banal.

Rückblenden sind oft ein Anzeichen für einen schwachen Plot, Ausnahmen bestätigen die Regel. Ausnahmen wären, wenn die Chronologie bewusst gebrochen wird, was ja i.d.R. nur geschieht, um die Bedeutung der unterschiedlichen Zeiten für die Geschichte noch deutlicher zu machen. Sie sind schwach und klischeehaft, wenn sie z.B. als *Erklärung* für ein Handlungsmotiv herhalten sollen. Sie dann nicht streichen zu können, zeigt, dass die Haupthandlung nicht funktioniert. Umgekehrt genauso. Ist das Bild ohne den Rahmen wertlos, ist es als solches wertlos. So hart gesagt.

Warum ist es überhaupt wichtig, diese Zusammenfassung zu machen? Für uns nicht, wir könnten ja das Drehbuch lesen, und dir könnte's egal sein, was wir davon halten.

Es ist eine idealerweise spielerische Übung darin, das Wesentliche zu extrahieren und das Unwesentliche wegzulassen. Sie dient dazu, die eigentliche Geschichte bloßzulegen, Überflüssiges zu streichen oder als beiläufiges Hintergrundsetting zu behandeln, das selbst keine Erzählzeit kostet.



Antwort von Darth Schneider:

Ich finde die Kurzfassung auch nicht schlecht. Ob das ganze dann gut wird hängt natürlich von der Umsetzung ab.
Problematisch finde ich daran das der Zuschauer ja eigentlich schon weiss wie es endet, da die alte Frau ja die Geschichte quasi erzählt.
Ich weiss, das war bei Titanic auch so, aber dort haben alle eh nur auf das bombastische sinken des Schiffes gewartet und natürlich auf das Liebesdrama...Wobei ja der ganze Film eigentlich von sehr teuren Kullissen und Effekten lebt....ich denke nicht das du das Budget für so was hast....
Ich weiss nicht wie du die Story umsetzen willst, aber zu viele Rückblenden finde ich persönlich nur ganz selten, in Filmen wirklich gut.
Am besten sind sie wenn man sie gar nicht als solches wahrnimmt...Und Spannung muss dabei aufgebaut werden.
Warum jetzt diese Vase für die Frau so wichtig ist finde ich auch problematisch, weil die Vase bringt ja ihr ihren Mann ja nicht wieder zurück....das ist ja nur ein Gegenstand.....Der kann nur wichtig sein wenn dieser eine wichtige Funktion hat.....nicht nur vor Jahrzehnten hatte...
Hat die Vase dann noch eine wichtige Funktion für die alte Frau nach Jahrzehnten ?? Und sieht das der Zuschauer dann auch so ?
Klar, die Vase hat ihr das Leben gerettet, aber ist diese dann immer noch sooo wichtig, für sie, warum denn ?
Wenn die Vase jetzt ein Mensch, oder ein Tier wäre, wäre das für mich eher nachvollziehbar.
Das mit einer wertlosen Vase, die soooo wichtig ist, das musst du dann aber schon begründen, in deiner Story.
Wenn sie nur symbolisch wertvoll ist für die Frau, dann genügt das nicht für den Zuschauer.
Gruss Boris



Antwort von iasi:


@Giftpilz
Die Vase ist funktionell ein McGuffin. Das muss man als Drehbuchschreiber verstehen. Zerbrochen? Steingut? Wieder geklebt? Zwei Splitter fehlen? Alles Kiki-Kram.


Ein MacGuffin hat Eigenschaften, die eben nicht Kiki-Kram sind, da sie die Motivationen der Personen bestimmen.
Die Frage nach der inneren Logik dieser Motivationen kann man auch nicht einfach mit dem Begriff "MacGuffin" wegwischen.

Man kann sowieso darüber streiten, ob Rosebud in Citizen Kane überhaupt als MacGuffin bezeichnet werden kann, da Rosebud am Ende eine tiefere Bedeutung erhält.



Antwort von Axel:



@Giftpilz
Die Vase ist funktionell ein McGuffin. Das muss man als Drehbuchschreiber verstehen. Zerbrochen? Steingut? Wieder geklebt? Zwei Splitter fehlen? Alles Kiki-Kram.


Ein MacGuffin hat Eigenschaften, die eben nicht Kiki-Kram sind, da sie die Motivationen der Personen bestimmen.
Die Frage nach der inneren Logik dieser Motivationen kann man auch nicht einfach mit dem Begriff "MacGuffin" wegwischen.

Der in den letzten Jahrzehnten konventionellste McGuffin in Thrillern ist der Mikrofilm/die Diskette/der USB-Stick mit den Klarnamen aller verdeckten Agenten. Praktisch gesehen, die Behauptung, dass etwas ungeheuer wichtig ist, ohne dass die Sache selbst den Zuschauer aber im mindesten interessiert. Die Motivation der Helden resultiert nie aus der banalen Aufgabe, die Liste davor zu bewahren, in die Hände des Feindes bzw. Schurken zu fallen. Es ist nur etwas, das die Handlung von außen in Gang bringt.

Man kann sowieso darüber streiten, ob Rosebud in Citizen Kane überhaupt als MacGuffin bezeichnet werden kann, da Rosebud am Ende eine tiefere Bedeutung erhält.

Da Kane ja biografisch an den Medienmogul William Randolph Hearst angelehnt ist, haben dessen Kritiker schon kurz nach Veröffentlichung von Citizen Kane recherchiert, was es mit Rosebud auf sich hat:
Gore Vidal, in one of his less forthright moments, claimed that Rosebud was Hearst's name for his mistress Marion Davies's "tender button", and that this was the real reason for Hearst's objection to the film. Vidal is cagey about the source of the story, though he knew Marion Davies, and Mankiewicz was well acquainted with both Hearst and Davies.
Quelle: The Guardian

Für 99% des Films funktioniert Rosebud als McGuffin, erst am Schluss wird es aufgewertet. Trump (es ist sein Lieblingsfilm, er identifiziert sich mit Kane) sagte: "Rosebud ist vielleicht der bedeutungsvollste (most significant) Begriff der Filmgeschichte"
https://youtu.be/KrBuWXVEaiU
... dabei ist es der austauschbarste. Zweig hätte gesagt, der Film zeigt, dass selbst die Wirklichkeit eines ganzen Menschenlebens nicht zugleich auch seine innerste Wahrheit sei. Und Shakespeare hätte gesagt, ein Märchen voller Klang und Wut, das nichts bedeutet (signifying nothing) ...




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