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Tom Wlaschiha: Mehr Mut beim Film



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Frage von MLJ:


ZDF Promi-News 12.07.2017

Tom Wlaschiha: Mehr Mut beim Film

Der aus der US-Serie "Game of Thrones" bekannte Schauspieler Tom Wlaschiha wünscht sich mutigere Filmproduktionen aus Deutschland. Es gebe in Deutschland "viele gute Drehbuchautoren, es gibt die Produzenten, es gibt das Geld", sagte er dem Magazin "Playboy".

Es sei "jedoch leider so, dass in der letzten Konsequenz davor zurückgescheut wird, wirklich extreme Geschichten zu erzählen". Das liege daran, dass "man Angst davor hat, das Publikum zu verprellen oder keine Quote zu holen. Wenn man versucht, Erfolge zu berechnen, ist das der Tod der Kreativität".

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Besser hätte man es nicht ausdrücken können finde ich.

Cheers

Mickey

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Antwort von Axel:

Es sei "jedoch leider so, dass in der letzten Konsequenz davor zurückgescheut wird, wirklich extreme Geschichten zu erzählen". Das liege daran, dass "man Angst davor hat, das Publikum zu verprellen oder keine Quote zu holen. Wenn man versucht, Erfolge zu berechnen, ist das der Tod der Kreativität".

Filme nach DIN. Mittelmaß ist genau richtig. Man spart Geld, Aufwand, Nerven. Der Spatz in der Hand!

Aber Games Of Throne ist doch selbst höchstens gewollt extrem (maßvolles Sex & Gewalt - Teasing, sehr leicht zu durchschauen, nicht mein Ding). Guten und spannenden Content stelle ich mir anders vor. Aber erfolgreich ist's.



Antwort von Peppermintpost:

auch wenn ich nicht wiedersprechen möchte bei dem was er sagt,

aber beim film geht und ging es niemals um kreativität. natürlich hat es in der film geschichte diverse projekte gegeben bei denen von anfang an klar war das die niemals die produktionskosten einfahren.
"2001- a space odyssey" ist eines der bekanntesten beispiele. aber auch diese projekte sind natürlich nicht ohne kommerziellen hintergedanken entstanden.

der werber sagt dazu "man zahlt auf die marke ein". also die filmproduktion versucht damit ihr image zu verbessern um als kreative firma wargenommen zu werden.

2001 wurde dann aus unterschiedlichen gründen doch zum kommerziellen erfolg, aber eine film produktion die solche filme in reihe produziert ist sicher nicht gut beraten. wer 100.000.000 in ein produkt steckt, der tut das nicht aus liebe zur kunst sondern um geld zu verdienen.

ich denke in deutschland haben wir kein kreatives problem oder ein handwerkliches, das problem ist aus meiner sicht das es nur sehr wenig menschen gibt die gross denken und über die deutschen grenzen hinaus. bernd eichinger war einer der menschen die das getan haben, seine filme waren oft keine kunstwerke, aber filme die geld verdient haben und international wargenommen wurden.





Antwort von Axel:

das problem ist aus meiner sicht das es nur sehr wenig menschen gibt die gross denken und über die deutschen grenzen hinaus. bernd eichinger war einer der menschen die das getan haben, seine filme waren oft keine kunstwerke, aber filme die geld verdient haben und international wargenommen wurden.

Ist das nicht Wortklauberei? Wenn man "groß denkt", kann ja schlecht ein katastrophaler Katastrophenabklatsch wie RTLs Helden gemeint sein, bei der statt des POTUS der Kanzler das Volk beschwichtigt. Es meint ja wohl, dass man kräftig auf die Kacke haut und etwas findet, das die Massen elektrisiert. Wenn das keine kreative Ader voraussetzt, dann weiß ich ehrlich gesagt nicht, was damit gemeint sein soll. Mit dem Handwerklichen hast du bestimmt Recht. Aber deutsches Kino von Weltrang? Oder meinetwegen Fernsehserien? Förder-Eunuchen, deren Problem eben ist, dass sie klein denken.



Antwort von Peppermintpost:

hey axel, ja gross denken ist da ein sehr schwammiger begriff, da hast du recht. ok zu eichinger, ich bin ein mega fan das muss ich natürlich zuerst sagen, ist also subjektiv was ich über ihn sage. nimm einen film wie "die fantastischen 4". ich würde den film als einen seiner schlechtesten filme bezeichnen. künstlerischer anspruch gleich null. dennoch war der film erfolgreich. warum? weil er handwerklich sehr gut gemacht war. weil er einen internationalen (amerikanischen) cast hatte, auch wenn es ein b-klasse cast war und schlussendlich weil er von anfang an konzipiert war international aufgeführt und verkauft zu werden.

wenn RTL versucht hollywood oder auch "nur" netflix nachzuarmen dann ist das handwerklich immer unterirdisch. ich meine das zeugs ist vermutlich in 4k aufgezeichnet und auch richtig belichtet, aber zur handwerklichkeit von film gehört natürlich deutlich mehr. das geht beim drehbuch los (was bei RTL meist schon unterirdisch ist) über schauspielerische leistung...blablabla... muss ich dir alles nicht erzählen, das weist du selbst. dazu kommt, das sie sich oft an ein genre wagen wo ein grosser teil darin besteht das man es krachen lässt. also fast&furious sieht ja nicht nur deswegen besser aus als autobahnpolizei weil die amerikaner so unglaublich tolle filmemacher sind, sondern weil die schon von haus aus das 50 fache budget haben (oder noch mehr). dagegen kann man einfach nicht anstinken, das ist unmöglich. das bedeutet im umkehrschluss natürlich, ich muss eine geschichte erzählen die auch zu meinem budget passt. wenn ich in ein drehbuch schreibe new york wird von 10.000 aliens angegriffen dann hab ich eine vorstellung davon wie das in hollywood und in köln aussieht. also darf ich sowas in köln auch einfach nicht versuchen, sonst ist es halt ein fail.

auch wenn RTL der meister des trash TV ist, exakt die gleichen fehler siehst du natürlich auch bei allen anderen sendern. nur weil til schweiger im tatort mit ner panzerfaust auftaucht macht den tatort halt nicht zu "true lies" und schweiger nicht zu schwarzenegger. epic fail!

gleichzeitig machen wir aber ja durchaus sehr gute filme, filme wo evtl 100.000€ mehr schon zu einer wirklich takko qualität geführt hätten. wo das thema gut ist und auch international vermarkbar. aber dann kann man die in deutschland z.b. nicht in englisch drehen. WTF??? ich nenne jetzt mal 2 kriegs dramen "die männer der emden" und "rommel" die waren doch gut. das könnte doch durchaus bei netflix ein internationales publikum finden. das sind doch filme bei denen man sich nicht schämen muss. oder "das leben der anderen" klasse film!

hollywood in deusch mit 5% des budgets in köln nachzubasteln ist natürlich schwachsinn, das meine ich natürlich nicht mit gross denken. ich meine von ersten moment der planung daran zu denken das man das ergebniss international verkaufen will. würde mercedes so denken wie die deutsche filmindustrie würden deren karren auch immer noch aussehen wie pferdekutschen.

also dein einwand ist richtig, ich hoffe das konkretisiert das etwas.



Antwort von cantsin:

Das Thema ist doch eigentlich durch. Anspruchsvolles Erzählen in bewegten Bildern findet heute vor allem in Serien statt, und dafür sind die Bedingungen in D theoretisch exzellent wegen der Gebührenmilliarden. Der CEO von HBO meinte sogar einmal in einem deutschen Zeitungsinterview, dass sein Konzept von High End-Serien ursprünglich von deutschen 70er/80er-Fernsehserien von Fassbinder ("Acht Stunden sind kein Tag", "Berlin Alexanderplatz") und Edgar Reitz ("Heimat") beeinflusst war.

In der Praxis gab es in den letzten Jahren zwei deutsche Serien, die deutsche Geschichten auf internationalem Topniveau erzählt haben, mit erstklassigen Drehbüchern, Regie und Schauspielern (und guten Bildern): "Im Angesicht des Verbrechens" und "Deutschland 83". Mit dem Resultat katastrophaler Einschaltquoten.

Deutschland ist halt ein kleinstädtisch-regional geprägtes Land mit einer größtenteils harmoniesüchtigen, alternden Bevölkerung. Das zeigt sich auch in der Politik (Merkels Politikstil der Konfliktvermeidung - und selbst die Chaoten und Krawallköppe von der AfD wollen ja in Wirklichkeit nur zurück zu einer eingebildeten heilen Welt vor der Globalisierung). Historisch ist das wohl aus dem traumatischen 20. Jahrhundert (2 Weltkriege, Monarchie, Weimarer Republik, Faschismus, Stalinismus, Mauer, RAF-Terrorismus, Treuhand-Wiedervereinigung) erklärbar. Deshalb will die große Mehrheit nur noch mental abschalten, mit "Schmunzelkrimis" wie Tatort Münster und "Mord mit Aussicht".



Antwort von MLJ:

@Peppermintpost
Im großen und ganzem stimme ich dir zu was du geschrieben hast, aber "2001 - A Space Odyssey" ist da ein schlecht gewähltes Beispiel da es einer der Filme ist, in die man eintauchen muss um sie zu genießen.

@Axel
Stimmt, Filme nach DIN aber komischerweise funktioniert das in anderen Ländern in Europa wo man sich nicht mit Mittelmaß zufrieden gibt. Nun, an wem liegt das ? Den Produzenten oder Drehbuchautoren ? In Deutschland liegt es an den Vorgaben der Sender die zu oft hochklassige Ideen auf ein Mittelmaß stutzen wegen der Kosten, nichts anderes.

@cantsin
Es mag sein dass die Mehrheit der deutschen Zuschauer "nur abschalten" will vor dem TV, aber das ist kein Grund keine guten Filme zu produzieren, oder ?

@All
Ich sehe das Problem bei der Dimension an die man in Deutschland herangeht. Zuerst das Geld, dann der Film und genau DAS ist falsch meiner Meinung nach. Hier in Frankreich ist es ganz anders, da kommt die Finanzierung am Ende, nicht am Anfang denn hier zählt alleine das Ergebnis und nichts anderes. Daher sollten die Macher in Deutschland sich im Umdenken üben anstatt in andere Länder auszuwandern damit sie die Filme realisieren können wie sie wollen.

Es gibt genug Schauspieler/innen in Deutschland die sich ständig unterfordert (!) fühlen, gerne neue Wege gehen würden aber es nie von ihnen verlangt wird. Ich denke, dass alleine sagt alles, oder ?

Cheers

Mickey



Antwort von Peppermintpost:



Es gibt genug Schauspieler/innen in Deutschland die sich ständig unterfordert (!) fühlen, gerne neue Wege gehen würden aber es nie von ihnen verlangt wird. Ich denke, dass alleine sagt alles, oder ?

ja die deutschen schauspieler sind auch die letzten die ich da anschwärzen würde. wenn ein schauspieler versagt finde ich sowieso das es in den meisten fällen ein versagen der regie ist die einfach jemanden in eine rolle pressen wollen die er nicht ist oder keine entsprechende hilfestellung geben.

in der richtigen rolle ist auch til schweiger klasse und damit meine ich nicht nur "der bewegte man"

klar wenn ich aus 350mio menschen die top ten auswählen kann sind die in der regel besser als die top ten aus 90mio. also die amerikanischen superstars sind schon unvergleichlich gut aber wir haben hier auch genug schauspieler die echt klasse sind und damit meine ich nicht nur die grossen namen.

als "kleine haie" raus kam kannte man nicht einen einzigen schauspieler vom cast, aber die waren alle super inziniert und haben ihre rollen auch klasse ausgefüllt.



Antwort von Jalue:

Lustigerweise wird in dieser (btw. einigermaßen abgelutschten) Diskussion der betriebswirtschaftliche Aspekt zumeist völlig übersehen: US-Sender und Studios steht ein deutlich größerer Markt zur Verfügung, um aufwändige Produktionen zu recoupen. Das sind neben den USA und anderen englischsprachigen Ländern Konsumenten weltweit, die Englisch verstehen, bzw. die westliche Kultur us-amerikanischer Prägung schätzen – also bis hin zu Bewohnern tibetanischer Bergdörfer.

Deutsche Produzenten müssen hingegen mit Summen auskommen, die sich auf dem deutschsprachigen Markt refinanzieren lassen und das reicht oft nicht mal für Low-Budget, weshalb Öffis und Filmförderung (aka "der Steuerzahler") mehr oder minder freiwillig draufbuttern. Selbst dann stehen für einen deutschen Kinofilm lediglich zwischen 2-5 Millionen Euro zur Verfügung. Hollywood verbrät für einen einzigen Blockbuster locker 100 Millionen Dollar oder mehr, eine einzige Folge Game of Thrones kostet rund 6 Millionen Dollar, wie sich leicht ergoogeln lässt.

Vorbilder könnten für uns allenfalls die skandinavischen Länder sein, allen voran Dänemark, die aus diesem grundsätzlichen Problem die richtigen Konsequenzen gezogen haben: Professionalisierung des kreativen Prozesses (Showrunner-Prinzip bei Serien), Bündelung der Etats auf "Leuchtturmprojekte" mit betont originellem Storytelling, ein recht klar definierter Look mit Wiedererkennungswert ... All das bringt schon was und könnte auch hierzulande funktionieren, vorausgesetzt man würde einige Dutzend hochbesoldete "Entscheider" (gerne mit einem "von" vor dem Nachnamen) rigoros in den Vorruhestand schicken.

Doch selbst dann würde weiterhin gelten: Wer Hollywood machen will, muss eben nach Hollywood gehen. Leute wie Emmerich, Ballhaus oder Petersen haben das verstanden und getan.



Antwort von cantsin:


Lustigerweise wird in dieser (btw. einigermaßen abgelutschten) Diskussion der Vorbilder könnten für uns allenfalls die skandinavischen Länder sein, allen voran Dänemark, die aus diesem grundsätzlichen Problem die richtigen Konsequenzen gezogen haben:

Nicht nur Dänemark und Skandinavien zeigen, wie man's besser macht, sondern auch die Niederlande, Belgien, Rumänien, z.T. Österreich und außerhalb Europas Südkorea, Hong Kong und die Philippinen...




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