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Netflix und Co sollen deutsche Filmförderungsabgabe zahlen



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Newsmeldung von slashCAM:


Die EU Kommission hat für die Pläne der Bundesregierung grünes Licht gegeben, Streamingdienstleister zu Abgabe...
https://images.slashcam.de/news/13090_FRONT.jpg
Hier geht es zur Newsmeldung auf den slashCAM Magazin-Seiten:
Netflix und Co sollen deutsche Filmförderungsabgabe zahlen




Antwort von Axel:

Angesichts des Rückgangs der Verkäufe klassischer Medien wie DVD oder Blu Ray und der Zunahme von Video-On-Demand sind diese neuen Einnahmequellen für die deutsche Filmwirtschaft willkommen.

Auf Netflix lief immerhin "Mitten in Deutschland", das ich persönlich sehr gut fand (wenn auch die Kritiker nicht so gnädig damit waren). Wie konnte es ein so neues Premium-TV-Produkt nach Netflix schaffen?

Ganz einfach: den Deutschen ist die Stammel-Orgie "Aktienzeichen XY" mehr wert. Sogar Rosamunde Pilcher.

Was Resteverwertung bedeutet liegt also im Auge des Betrachters. Auf Netflix landet vom deutschen TV, was das deutsche Publikum nicht mochte. Wie bei den Büchern im "modernen Antiquariat", die im Schnitt erheblich höheres Niveau haben als die eingeschweißten Bestseller für 30 Euro.

Netflix ist also bereits ein Kulturförderer, nicht immer, aber öfter auf ARTE-Niveau als die restlichen ÖR.

Die "Allianz Deutscher Produzenten – Film & Fernsehen" jedenfalls begrüßt die Entwicklung: "Mit der Entscheidung der EU-Kommission ist der Weg zu mehr Abgabegerechtigkeit frei. Schließlich bestimmt das Filmförderungsgesetz, dass alle, die mit deutschen Filmen Geld verdienen, auch ihren Solidarbeitrag für den deutschen Film leisten müssen.

Abgabegerechtigkeit, ein Wort, das vor geheuchelter Bescheidenheit trieft. Benutzt, wie der Artikel weiß, von der "Allianz Deutscher Produzenten". Weil der deutsche Film so Scheiße ist und alle ihn hassen, soll wenigstens jeder zur Kasse gebeten werden. Leute, baut wieder eine Mauer!

Die EU Kommission hat für die Pläne der Bundesregierung grünes Licht gegeben ...

Langsam fällt mir nichts mehr ein. Donald Trump oder wie ich lernte, die Bombe zu lieben ...



Antwort von Valentino:

Sorry selten so ein uniformierten Kommentar gelesen, den wie schon von Slashcam angesprochen gelten diese Abgaben schon länger für DVD/BluRay. Eine Abgabe für Streamingdienste ist hier nur der nächste logische Schritt und so bald ein Anbieter seine Dienstleistung hier in DE/EU anbietet, dann muss er die auch zahlen.
Das ist in meinen Augen wie bei Apple und den Steuern.

Auch die recht verträumte Ansicht bzw. Ausrede der Konzerne, die Videos liegen ja alle nur in den USA stammt aus den frühen Nuller-Jahren. Solches Content wird schon seit Jahren über CDN verteilt und damit liegen die natürlich auch in Deutschland (Frankfurt, Berlin usw)

Es wird ähnliche staatliche Abgaben/Steuern auch in anderen Ländern geben und wenn die ein deutsches Unternehmen nicht zahlen will, gibt es genauso Post vom Staatsanwalt.

Nur weil die Filmförderung so ein schlechten Ruf hat, sollte das gerade für Amazon, Netflix und Co. nicht zum Freibrief werden.

BTW: Die Abgaben gelten sogar für Verlagsunternehmen, die eine DVD mit filmischen Inhalten beilegen.
In dem Urteil vom VG-Berlin wurde der Grundsatz der Filmförderungsabgabe noch mal verdeutlicht:
Das Filmförderungsgesetz, so die Berliner Richter, folge keinen "kartell-, steuer- oder presserechtlichen Grundsätzen. Mit dem Gesetz werde jeder erfasst, der einen Film vertreibt.
Quelle: http://www.jurablogs.com/go/filmabgabe- ... tenbeilage





Antwort von j.t.jefferson:

müsste eigentlich abgeschafft werden.
Kann mich an keinen neueren guten Deutschen Film erinnern und es müssten ja mehrere sein, wenn soviel Geld da reinfließt aus so vielen unterschiedlichen Quellen. Aber hey...kam schon lange kein Nazi oder DDR Film mehr von den deutschen. Wird mal wieder Zeit, weil was anderes kann man hier anscheinend nicht.

Ah---der Tatortreiniger ist mir gerade in den Sinn gekommen. Das ist geil...sonst bitte ich um geistige Hilfestellung. Eher werden die Projekte bei denen ich Helfe von Netflix finanziert und gefördert...von der Alliance of Corruption keine Spur.



Antwort von g3m1n1:

Um dann welche Filme zu fördern?

Den tausendsten Schweighöfer / Schweiger Unsinn?

In Deutschland gibt es keine Filmwirtschaft. Es gibt lediglich einen
dekadenten Filz, welcher um die Fördertöpfe (Ganz zu schweigen von GEZ)
herumhockt und sich das Geld einsackt.

Alle fragen sich wieso Deutschland keine guten Genrefilme macht... aber
versucht einfach mal, eine Förderung zu bekommen. Ich drehe jetzt meinen
2. Spielfilm komplett selbstfinanziert.



Antwort von StanleyK2:

Um dann welche Filme zu fördern?

Den tausendsten Schweighöfer / Schweiger Unsinn?

In Deutschland gibt es keine Filmwirtschaft. Es gibt lediglich einen
dekadenten Filz, welcher um die Fördertöpfe (Ganz zu schweigen von GEZ)
herumhockt und sich das Geld einsackt.

Soweit Zustimmung.

Alle fragen sich wieso Deutschland keine guten Genrefilme macht... aber
versucht einfach mal, eine Förderung zu bekommen. Ich drehe jetzt meinen
2. Spielfilm komplett selbstfinanziert.
Für diese :-p Genre-Filme würde ich aber auch keinen Cent ausgeben ...



Antwort von Drushba:

Um dann welche Filme zu fördern?

Den tausendsten Schweighöfer / Schweiger Unsinn?

Ich drehe jetzt meinen
2. Spielfilm komplett selbstfinanziert.

Hut ab!



Antwort von Valentino:

Ich finde man sollte das Ganze auch mal ohne Wertung der Filme betrachten.

Kleines Beispiel, ich bin gegen Kohlestrom und zahle deswegen gerne ein paar Cent mehr. Wie bei der Filmförderung muss der Abbau von Kohle hier in Deutschland subventioniert werden, damit die Arbeitsplätze in der jeweiligen Region erhalten bleiben.

Nur weil ich aber gegen diesen Energiegewinnung bin, gibt es mir nicht das Recht, die Abschaffung der Subventionen zu fordern.
Für mich ist die Forderung einfach, da Keiner bei mir in der Familie/Umfeld davon betroffen ist und alle ihre Arbeitsplätze behalten.

Beim Film ist es meiner Meinung so ähnlich, nur weil einem die geförderten Filme und ihr Inhalt nicht in den Kram passen, sollte man nicht gleich die Abschaffung der Filmförderung fordern.

Was man bei den ganzen Schweighöfer und US-Produktionen bitte nicht vergessen sollte, diese beim Publikum erfolgreichen Produktionen spielen ihre Förderung meist wieder ein und müssen die Summe dann auch wieder zurückzahlen. Dazu werden die Filmschaffenden bei so einem größeren Projekt übertariflich bezahlt, was gerade bei kleineren Produktionen mit Förderungen mit Budget unter 1 Millionen Euro sehr selten der Fall ist.

Was leider auch immer wieder verschwiegen wird, das man 25 bis 100 Prozent der Fördersummer selber stemmen muss. Wer also 25k Euro bekommt muss nochmal so viel Geld in Deutschland oder dem jeweiligen Bundesland zusätzlich zu der Förderung ausgeben (Ja es gibt Ausnahmen).

Es gibt wie bei jeder Förderung auch eine Menge Schlupflöcher und ja sie werden in allen Arbeits- und Lebensbereichen ausgenutzt.

@j.t.jefferson
Der Tatrotreiniger ist eine reine TV-Produktion und hat deswegen auch keine Filmförderung bekommen. Sehr wahrscheinlich werden die Folgen vom NDR in Auftrag gegeben, damit währen wir bei den Rundfunkgebühren, das ist aber ein anderes Fass.

Um aber noch mal auf das eigentliche Thema zu kommen, es geht darum, das die Bundesregierung die Sache erst mal an die EU weitergeleitet hat um von hier ein Ok zu bekommen.
Das ist so weit Sinnvoll, da seitens Netflix und Co mit einer Klage zu rechnen ist und diese am Ende vor dem EuGH wahrscheinlich entschieden wird.
Dieser Rechtsweg wird durch das "grüne Licht" der EU deutliche unattraktiver für die Streamingdienste und kann dazu als Beispiel für einen Europaweiten Gesetzentwurf dienen.

Hier mal der Link zur Filmförderung:
https://www.gesetze-im-internet.de/ffg_ ... E009307377



Antwort von godehart:

Es lohnt sich auch zwischen kultureller und wirtschaftlicher Filmförderung zu unterscheiden. Und es gibt auch unterschiede zwischen Bundesförderung und Förderung auf Landesebene. Bei kultureller FF gehts oft um kleine Beträge für Drehbuch oder Dok-Projekte.
Wirtschaftliche FF ist auch nichts weiter als Risikokapitalinvestment, dass zurückkommt, wenn der Film sich verkauft. Aus Produzentensicht ist die FF ein weiterer Geldgeber, der aber Auflagen mit sich bringt. Z.B. bei Landesförderung, dass die Drehtorte zum Teil im entsprechenden Bundesland liegen müssen (Görlitz ist beliebt bei US-Prod.) und dass sie einen Teil der Crew lokal beziehen müssen. Und das ist eine sehr gute Sache. Damit fördert man Infrastruktur und Know-How vor Ort. Deswegen allein finde ich eine Abgabe dafür nicht verkehrt.



Antwort von Drushba:

Die deutsche und die europäische Filmförderung ist kontraproduktiv. Das lässt sich auch statistisch belegen: Filmfördervolumen seit 2006 verdoppelt, Zuschauerzahlen halbiert.

Der Grund liegt in einer defakto-Zensur. Es müssen Gremien und Sender überzeugt werden, welche sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner festlegen, eine billige Feuilleton-Moral hochhalten und alle zuvor diese unsäglichen Drehbuchkurse mit der vorhersagbaren Dramaturgie belegt haben (siehe auch die Slashcam-Rubrik "Tipps zur Drehbuchgestaltung" nebenan). Letzteres ist übrigens zur Ersatzreligion herangereift und jeder Förderverwalter fühlt sich durch das bloße Kennen der Dramaturgieformeln eingeladen mitzureden. Ich hab das Spielchen jetzt schon mehrere Male durch und sehe, wie stark in Prozesse eingegriffen wird, sowohl gedanklich wie auch künstlerisch. Förderungen sind in ihrer zerstörerischen Wirkung auf gute Stoffe mindestens ebenso fatal wie Sender, die Verpanschung guter Gedanken wirkt nur subtiler.

Film wird in Deutschland nach dramaturgischer und weltanschaulicher Formel gemacht und diese Formel mit ihren selbstreferenziellen Sprüchen ("ein guter Film ist nur so gut wie sein Drehbuch") ist morsch und verfault. Das gesamte Fundament stimmt nicht, wenn Horden von untalentierten Germanisten, Anglisten und Kommunikationswissenschaftlern meinen, sie hätten Drehbuch bzw. Film verstanden, Lehrbücher darüber herausgeben ohne je einen Film gemacht zu haben, sämtliche Gremien bis hin zu Festivalworkshops besetzt halten und diesen Quatsch immer weiter tragen, der ausschliesslich ihnen selbst eine Existenzgrundlage verschafft. Eine Befreiung kann es nur durch die Auflösung dieser bevormundenden Gremien und letztlich durch ein Auflösung der Filmförderung geben. Zwar würden weniger Filme gemacht werden, aber bei einer gesamteuropäischen Überproduktion von 1300 Spielfilmen (ohne TV-Filme) jährlich, die zum überwiegenden Teil kein oder kein ausreichendes Publikum erhalten, um die Herstellungskosten jemals wieder einzuspielen, ist klar, daß das Problem der weichgespülten Filme nicht nur ein deutsches ist.

Talent gäbe es genug, was nicht zuletzt die vielen aussergewöhnlichen Kurzfilme auf Festivals beweisen. Nur versickert dieses Talent, bevor die Leinwände erreicht werden. Der Grund ist IMHO in den Förderstrukturen zu sehen, welche zum einen dramaturgisch und inhaltlich Maßregeln und zum anderen eine Überproduktion dieses maßgeregelten Schrotts bewirken. Ganz einfach weg damit.



Antwort von GustaF:

Die deutsche und die europäische Filmförderung ist kontraproduktiv. Das lässt sich auch statistisch belegen: Filmfördervolumen seit 2006 verdoppelt, Zuschauerzahlen halbiert.

Absolut oder relativ zu anderen Filmen?



Antwort von Drushba:

Zuschauer pro gefördertem Film im Schnitt. Gilt für europäische Zahlen. Für deutsche Statistiken lautet dies ungefähr so:

Deutsche Kinoproduktionen um 2005: Um die 100 jährlich
Um 2015: Um die 200 jährlich

Kinobesucher in D ungefähr konstant, Fördervolumen in diesem Zeitraum mehr als verdoppelt. Dies enstpricht ungefähr einer Halbierung der Zuschauerzahlen pro gefördertem Film. Übrigens war lange Zeit die einzig wachsende Zuschauergruppe die der über 49-jährigen. Die Gruppe der unter 40-jährigen Zuschauer hat fast den gesamten Zeitraum über abgenommen.



Antwort von dienstag_01:

Ich finde ja interessant, wie viele potentiell erfolgreiche Filmemacher sich auf Slashcam verstecken, wartend auf bessere Zeiten ohne Filmförderung und dann nur so zuschlagen mit kommerziellen Blockbustern, das die Heide wackelt. Oder vielleicht besser, der Hosentaschenbeamer hüpft.
Weiterwarten!
Wird!



Antwort von Drushba:

Ich finde ja interessant, wie viele potentiell erfolgreiche Filmemacher sich auf Slashcam verstecken, wartend auf bessere Zeiten ohne Filmförderung und dann nur so zuschlagen mit kommerziellen Blockbustern, das die Heide wackelt. Oder vielleicht besser, der Hosentaschenbeamer hüpft.
Weiterwarten!
Wird!

Wieso unbedingt "Blockbuster"? Es reicht ja, schöne Filme zu machen, die sich über die Verwertungskette Kino, TV, Video, VoD innerhalb von 3-5 Jahren wieder einspielen. Zudem: Ein guter Film ist auch für 500000 zu machen. Privates Geld ist genug im Umlauf und viele Ideen, die auf den Kurzfilmfestivals zu sehen sind, könnten das Versprechen auf ein deckendes Einspielergebnis bzw. Gewinn einlösen, davon bin ich überzeugt. Abtreten müßten dann aber die vom Fördersystem alimentierten Funktionäre und Sesselpupser.



Antwort von dienstag_01:

Es reicht ja, schöne Filme zu machen, die sich über die Verwertungskette Kino, TV, DVD, VoD innerhalb von 3-5 Jahren wieder einspielen. Privates Geld ist genug im Umlauf ...
Dann ist doch alles gut.
Abtreten müßten dann aber die vom Fördersystem alimentierten Funktionäre und Sesselpupser.
Versteh ich nicht, was haben die jetzt damit zu tun?



Antwort von Drushba:

Es reicht ja, schöne Filme zu machen, die sich über die Verwertungskette Kino, TV, DVD, VoD innerhalb von 3-5 Jahren wieder einspielen. Privates Geld ist genug im Umlauf ...
Dann ist doch alles gut.
Abtreten müßten dann aber die vom Fördersystem alimentierten Funktionäre und Sesselpupser.
Versteh ich nicht, was haben die jetzt damit zu tun?
Das Problem ist ganz einfach die Schwemme an mittelmäßigen bis schlechten Filmen, die keiner sehen will. Fällt diese geförderte Masse weg, dann steigt die Qualität und die Zuschauerzahlen könnten sich erholen - die Grundlage für sich an der Kinokasse lohnende, privat finanzierte Filme. Zudem sind dann auch die Leinwände nicht mehr blockiert durch "verleihgeförderte Filme". Ich kenne einen Kinobetreiber, der von Produzentenn regelrecht gestalkt wird, weil zu den Förderbedingungen, die es zu erfüllen gilt, immer auch eine Kinoaufführung zählt.

Zudem: Wer heute in Deutschland einen privatfinanzierten Film drehen will, wird zurecht für verrückt erklärt. Der Film hat keine Senderbeteiligung und damit (fast) keine Chance auf einen Ankauf, weil die Sender im Rahmen der Filmförderung schon genug Koproduktionen eingegangen sind, um sämtliche Programmplätze überzuversorgen. Dann gibt es dank Fördersystem auch eine europäische Mittelmass-Filmschwemme, welche alle um die Gunst des Publikums buhlen und deren Verleih gefördert wird. Das würde auch wegfallen. Waren dänische oder slowakische Filme vor zehn Jahren noch überwiegend interessant, so hat sich die Dramaturgie, bedingt durch jede Menge EU-Programme, auch hier ziemlich angeglichen, was eben das Mittelmass erzeugt.

Die Kunst des Produzierens ist heute nicht mehr, an einer genialen Story mitzuarbeiten und diese gegen alle Widerstände zu verwirklichen, sondern ständig drei-fünf geförderte Drehbücher in den Einreichungen zu haben und am Produzentenhonorar bzw. den "Handlungskosten" von 7,5% des Budgets zu verdienen. Es geht genau betrachtet für einen Produzenten nur noch darum, Fördermittel in Bankguthaben zu verwandeln. Darum müssen die Bücher durch die Fördergremien kommen und entsprechend geschrieben sein. Das erzeugt die alles erstickende, inhaltlich faulige "Förderfilmschwemme".



Antwort von Benutzername:

die deutsche "filmindustrie" ist zu einer privaten firma mutiert. die haben ihren vorgabenkatalog und daran muss man sich halten, wenn man was von denen will. talent spielt da keine rolle. es ist wie es ist.

das erwachen kommt erst, wenn man mit diesem scheiß system konfrontiert wird. vorher wird blauäugig davon geträumt, filmemacher zu werden. und dann steht man vor dem tor der burg der filmförderung und muss diese arschgeigen um einlass bitten, die dir ihren vorgabenkatalog unter die nase halten, den auch schon ein bernd eichinger schlucken musste. sorry, geschlossene gesellschaft. diese burg ist uneinnehmbar. da hilft auch kein trojanisches pferd. wer von den absolventen im fach regie dreht kino- oder fernsehfilme?

der deutsche film hängt am tropf dieser gremien, die unsere burg, die filmförderung, eingenommen haben. wir haben kein studiosystem wie in tinseltown, aber wir haben geld in dieser burg und das nicht zu knapp, aber wir kommen nicht an diese kohle, weil böse ritter die burg eingenommen haben.

dreh einen guten kurzfilm, stell ihn online und die aus hollywood stehen schlange. ist schon öfters vorgekommen. mann/frau kann diesem scheiß system nur den rücken kehren und es wo anders versuchen, vorausgesetzt mann/frau hat talent. ansonsten filme selber finanzieren.



Antwort von dienstag_01:

Die Kunst des Produzierens ist heute nicht mehr, an einer genialen Story mitzuarbeiten und diese gegen alle Widerstände zu verwirklichen,
Ähhhh, DOCH.
IMMER.

Und glaubst du ernsthaft, dass ein Produzent ohne Filmförderung kein Geld mehr verdienen will/muss?! Dafür wird er immer auch mehrere Projekte parallel betreiben oder an einem einzelnen mehr verdienen oder oder.
Nur wird er sich dann nicht mehr mit den Fördergremien rumschlagen, sondern mit BWL-Absolventen. DANN wird natürlich ALLES BESSER.
Sehr naiv.

Ich finde das hiesige System jetzt auch nicht optimal, aber dieser verbreitete Glaube, erst alles kaputtmachen zu müssen, damit es danach funktioniert, ist eben nur ein Glaube. Ein interessengeleiteter.



Antwort von Drushba:

Die Kunst des Produzierens ist heute nicht mehr, an einer genialen Story mitzuarbeiten und diese gegen alle Widerstände zu verwirklichen,
Ähhhh, DOCH.
IMMER.

Einer der ganz wenigen, der dies in Deutschland beherrschte, war Bernd Eichinger. Der große Rest - geh doch mal auf einen FFA-Empfang während der Berlinale - gleicht eher dem Typ eierloser, dafür filmfremder Deutschlehrer, der alles interessant findet, was niemand vom Hocker reisst, dies dafür aber mit schlauer Schaumschlägerei zu verkaufen sucht. Kaum einer dieser mir bekannten "Produzenten" kann filmisch denken, allenfalls erlernt-dramaturgisch und letzteres geht ja so oft daneben.

Und glaubst du ernsthaft, dass ein Produzent ohne Filmförderung kein Geld mehr verdienen will/muss?!
Ich behaupte mal: Erst dann ist das wirklich möglich. Möglich Produzent zu sein, statt Fördermittelverwalter. Möglich, Filme von Dauer zu machen, die beim Publikum in Erinnerung bleiben. Das liegt den heutigen FFA-Empfangs-Sektglasschwenkern aber eher weniger. Meinen Eindrücken zufolge. Zudem knabbern die meisten dieser "Produzenten" auch eher am Hungertuch. Gibt auch einfach zuviele davon. Motten/Licht.

Dafür wird er immer auch mehrere Projekte parallel betreiben oder an einem einzelnen mehr verdienen oder oder.
Nur wird er sich dann nicht mehr mit den Fördergremien rumschlagen, sondern mit BWL-Absolventen. DANN wird natürlich ALLES BESSER.
Sehr naiv.

Naiv ist IMHO eher die Haltung, ein Produzent müsse nicht auch BWLer oder zumindest Geschäftsmann sein. Das wäre besser, als jene verhirnten Ex-Geisteswissenschaftler, die sich so gerne dem Fördersprech unterwerfen. Denn dann würde dieser "Produzent" sich selbst einschätzen können müssen und sich womöglich einen anderen Bereich suchen, der ihm besser steht. Denn zusätzlich zur kaufmännischen Grundbildung muß ein Produzent Talent haben, um filmische Geschichten zu formen. Letzteres ist heutzutage ja gerade nicht mehr wichtig, sonst wären die Kinos mit phantastischen Produktionen überfüllt.

Ich finde das hiesige System jetzt auch nicht optimal, aber dieser verbreitete Glaube, erst alles kaputtmachen zu müssen, damit es danach funktioniert, ist eben nur ein Glaube. Ein interessengeleiteter.

Selbstverständlich ist man als Filmemacher interessensgeleitet - an der Möglichkeit, gute Filme umzusetzen. Wäre ja noch schöner, wenn nicht :)

Und ja, das Alte, Morsche muß dafür fallen, zumal es bewiesen hat, nicht zu funktionieren.



Antwort von stip:

Deutsche Filmförderung...Mensch, was würde der Welt entgehen wenns die nicht mehr gäbe!

und mit Welt meine ich die immer gleichen Produzenten und grossen Equipmentverleiher.



Antwort von g3m1n1:

Hier...



Daran arbeite ich jetzt seit fast einem Jahr. Das ist zu einem Riesenprojekt
mutiert und egal wie viel ich da hineinstecke, die Filmförderung würde
darüber nur lachen. Horror liegt nicht jedem - besonders kein Indie Horror
im Low Budget Bereich. Aber andere Länder können"s... und nehmen
auch genug damit ein. Frankreich ist in dem Genre als lobenswertes
Beispiel zu erwähnen.

Wenn man hier mal was vor hat fühlt sich das an, als ob man in einem
Meer aus Schlamm und Treibsand steckt und sobald man eine gute Idee
hat und aufstehen will, wird man von den umgebenden Wesen wieder
hinuntergezogen. Seeehr mühsam.



Antwort von Drushba:

Hier...



Aus Rheinfelden... gleich nebenan. Wie lustig!

Daran arbeite ich jetzt seit fast einem Jahr. Das ist zu einem Riesenprojekt
mutiert und egal wie viel ich da hineinstecke, die Filmförderung würde
darüber nur lachen. Horror liegt nicht jedem - besonders kein Indie Horror
im Low Budget Bereich. Aber andere Länder können"s... und nehmen
auch genug damit ein. Frankreich ist in dem Genre als lobenswertes
Beispiel zu erwähnen.

Wenn man hier mal was vor hat fühlt sich das an, als ob man in einem
Meer aus Schlamm und Treibsand steckt und sobald man eine gute Idee
hat und aufstehen will, wird man von den umgebenden Wesen wieder
hinuntergezogen. Seeehr mühsam.

Seh ich ähnlich.



Antwort von dienstag_01:

Ich denke, alle Fördersystem-Abschaffen-Woller werden sich noch etwas gedulden müssen. Vielleicht findet sich ja eine Mehrheit für TTIP und dann gehts ganz flott dem Ende entgegen. Bis dahin aber... ;)



Antwort von rainermann:

Ohne Förderung seh ich noch schwärzer für das Kinoprogramm - das Geld und die Zuschauerzahlen werden gnadenlos regieren und wir werden von Hanni und Nanni 2,3,4,5 , Klein-, Groß-, Dick- und Dünnohrhasen und komplett glattgebügeltem Mainstream überschwemmt werden. Ich hab mich mal mit Leuten der Filmförderung in Stuttgart und hier am Bodensee unterhalten. Mein subjektiver Eindruck: nicht die sind unbedingt das Problem, sondern die Projekte, die sie nicht angeboten bekommen.
Die Mitarbeiter klangen alle sehr offen und interessiert, an mal was "Neuem" und "Anderem". Stattdessen müssen sie sich halt mit den Projekten herumschlagen, die man so kennt - TV Zeugs, seichtes Glump etc. oder mit Projekten, die nicht sauber kalkuliert sind und keine finanzielle Basis haben. Der freie Markt wird kreatives, neues, gewagtes und spezielles fördern, wenn die FFA wegfällt? Rosa Brille, sagt mein Bauchgefühl... dazu müsste es hier erst mal ein paar Eichinger, Selznick, Coppola oder Lucas geben..




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