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LED-Licht Yongnuo YN-300 II mit Schirm kombinieren = brauchbar?



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Frage von Videomaus:


Hi!
Endlich möchte ich meine Videoclips erstellen (LowBudget) und habe mir eine Nikon D3300 zwei Lichtstative und zwei Yongnuo YN-300 II gekauft, die ich an je einem Netzteil betreibe. Zusammen mit Styropor-Reflektoren, so dachte ich, müsste eine Ausleuchtung für mich als einzelner Akteur, als Akteur neben einer Flipchart, die ich beschrifte sowie für eine Interview-Szene mit zwei Personen ausreichen.

Da habe ich mich wohl geirrt: Kamera und Ton (Funkstrecken) machen mir keine Probleme, wohl aber das Licht. Es ist einfach zu hart!

Und wenn ich gegen Decke und Wände oder gegen Styropor reflektieren lasse, reicht das Licht nicht aus.

Meine Fragen:
Macht es Sinn, zwei Schirme anzuschaffen und die beiden Yongnuo YN-300 II dort hinein strahlen zu lassen, um einen ähnlichen Effekt zu erreichen, wie mit Softboxen? (und ist der Lichtverlust mit Schirmen geringer, als bei Verwendung von Styroporplatten?)

Ist es finanziell und vom Ergebnis her sinnvoll, wenn ich eine dritte Leuchte Yongnuo YN-600 II kaufe und diese als Hauptlicht in einen Schirm strahlen lasse?

Oder hat jemand einen anderen Vorschlag für mich?

Mein Budget: Mehr als weitere 150 bis 180 Euro kann ich kaum investieren. Ich möchte zudem die ersten Videoclips bald fertig haben.

Beste Grüße
die Videomaus



Antwort von srone:

wie wäre es statt schirmen oder bouncen (styro) und bevor du mehr geld ausgibst, das licht mit einer gaze oder gardinenähnlichem stoff zu streuen, sprich weicher zu machen, mal so als budgettip?

lg

srone



Antwort von Osey:

Hi,

ich würde dir empfehlen, Dauerlicht aus dem Rent zu holen, da dein Budget für den Erweb eines Lichtes mit der notwendigen Power nicht ausreichen wird (vermutlich).

Grundsätzlich bekommt man "weicheres" Licht über das Größenverhältnis des Objektes zur Lichtaustrittsfläche. Bedeutet: Je größer dein Lichtformer, deine Lichtaustrittsfläche im Verhaltnis zu deinen Interviewpartnern ist, desto weicher wird der Schatten fallen. Das wiederum bedeutet, du brauchst eine recht große Lichtaustrittsfläche. Und die zu befeueren, schluckt erst mal Licht. Das zu kompensieren heißt: Viel Power. Mit den Yongnuos kommst du da nicht weit.

Alternative (aber Kompromiss): Schau mal bei Walimex unter Daylight. Da gibt's ein paar interessante Lampen. Beispielsweise das hier: https://www.walimex.biz/walimex-pro-Day ... Gwods7UJ3g

Vielleicht kannst du damit arbeiten. Zwar ist das auch keine große Lichtaustrittsfläche (gibt's auch als Version mit etwas größerer Softbox, ist aber teurer), jedoch ginge das wahrscheinlich.

Aber wie schon erwähnt: Ich würde mir Licht leihen.








Antwort von Wurzelkaries:

Hallo. Nimm einfach helles Backpapier und zerknülle es. Dann befestigst Du es mit einigen Holzwäscheklammern an den BarnDoors der Scheinwerfer. Und schon hast Du softes Licht. Was ist Dir aber fehlt ist eine Spitze. Ein Hairlight, das von hinten oben den Vordergrund vom Hintergrund trennt. Dazu benutzt man meist( nicht immer ) hartes Licht.

LG

Stefan



Antwort von Videomaus:

Hallo!

Herzlichen Dank für die vielen Antworten. Inzwischen hab ich weiter experimentiert mit den beiden 300ern:

Wenn ich die eine Leuchte in knapp 50cm Abstand auf eine Styroporplatte von ca. 60cm Breite und rund 1,50m Länge in solch einem Winkel richte, dass sich der Lichtkegel möglichst gut auf dem Styropor verteilt und wenn ich dann damit so dicht wie möglich an meinen Platz heranrücke, dann gibt mir das ein schönes Aufhelllicht.
Die andere Leuchte richte ich leicht schräg gegen die Decke und zwei Wände, sodass der direkte Lichtkegel aber keinesfalls bereits in den darzustellenden Bereich fallen.
Weitere Reflektoren usw. = keine
Resultat: 1/50 s BlendeBlende im Glossar erklärt 4,6 (offen) ISO 400
Schattenwurf: nicht professionell aber akzeptabel!

Die 600er Yongnuo würde ich nicht nehmen, weil sie einen Lüfter (!!!) besitzt. Dann lieber zwei 300er, die auf einen guten Reflektor leuchten.

@ Wurzelkaries und @ srone:
Hab schon versucht, diverse Textilien vor die Leuchten zu platzieren und auch Transparentpapier, wo man in letzten Jahrhundert techn. Zeichnungen drauf gemalt hat. Hat alles nix gebracht, weil der Lichtaustritt zu klein ist - keine Fläche. Zudem war immer der Lichtverlust zu groß bzw. die Leistung der 300er zu gering.

@ Wurzelkaries
Richtig ist, dass ich so niemals ein Spitzlicht erhalte.
Wenn ich aber mit meinen dunkelblonden Haaren vor der weißen Raufaser sitze, habe ich genug Kontrast, sodass ich das Spitzlicht auch später noch als Ergänzung kaufen kann.

@ Osey:
Die Walimex ist einfach zu teuer für mich und benötigt weitere Lichtformerzusätze, um zur Fläche zu kommen. Hab mal nach Miete geschaut. Geht nicht, weil ich als Anfänger die Leuchten mehrere Tage benötigen würde und dann auch genau so gut kaufen könnte.
Gemäß meiner oben beschriebenen Lösung kann ich auch eine dritte 300er Yongnuo an die Decke / Wände strahlen lassen, sodass ich bereits durch die Reflektionen genug weiches Licht als Hauptlicht habe.

Meine jetzige Überlegung:
Wenn die Styroporplatte ähnlich wie ein Schirm gekrümmt wäre, nur etwas weniger stark, so kann ich mit der Leuchte die gesamte Platte ausleuchten und so eine flächige Lichtquelle schaffen.
Und wenn ich jetzt einen 180er Schirm hätte, könnte ich die 300er Leuchte oder sogar zwei davon vom Rand des Schirms aus in den Schirm hinein leuchten lassen (ähnlich dem Empfänger einer TV-Satellitenschüssel) und müsste dann sogar besser damit auskommen, als mit der Styroporplatte.
Selbst wenn es mit dem Schirm und zwei 300ern nicht funktionieren würde, so hätte ich dann immerhin zwei 300er, die ich an Decke und Wände strahlen lassen kann. Und so hätte ich dann wenigstens eine betr. Kosten moderate Lösung, um endlich die ersten Clips produzieren zu können.
Und dass der Schirm gar nicht funktioniert, kann ich mir eigentlich nicht vorstellen.

Schirm = 35 Euro: http://www.amazon.de/DynaSun-UR02-43-Di ... ds=Schirme

Leuchte 300- II = 58 Euro: http://www.amazon.de/Yongnuo-YN300-II-L ... +YN-300+II

Netzteil dazu = 27 EUR: http://www.amazon.de/Schaltnetzteil-sta ... eil+7%2C5V

Gesamt 120 EUR.

Wo bekomme ich denn ein gutes (LED)-Spitzlicht her?

Danke nochmals für eure Anregungen und Tipps!

Freundliche Grüße
die Videomaus



Antwort von srone:

wenn du es so weich willst, wird es natürlich irgendwann knapp mir der lichtleistung. ;-)

kontrast ersetzt kein gegenlicht, hier wäre eine gerichtete (spot-)fläche (zb aputure amaran - siehe google), bzw ein fresnel led, das richtige.

lg

srone



Antwort von wolfgang:

Also ich habe erst gestern am Abend mit 3 dieser Leuchten (300er) Interviews geschossen. War kein Problem.

Eine Lampe wurde als Spitzlicht eingesetzt - und die beiden anderen als FührungslichtFührungslicht im Glossar erklärt und Aufhelllicht. Die beiden letzteren wurden mit Frostfolien, die über hölzerne Wäscheklammern an den Flügeln der Folien montiert, was ausreichend abgesoftet hat.

Das geht durchaus. Nur für indirektes Licht über Reflektoren könnten diese kleinen Leuchten halt doch eher zu schwach sein. Die 300 IIer hat halt noch den echten Nachteil, dass immer nur die Hälfte der Dioden wirkt - weil die ja in 2 Farbtemperaturen aufgeteilt sind. Da halte ich entsprechende CTO Folien für sinnvoller.



Antwort von Videomaus:

Hallo!

@srone
Hab nach aputure amaran gegoogelt und frage mich, wo der Unterschied zum Yongnuo ist. OK, die Farbtemperatur lässt sich nicht einstellen und ist fest auf 5.600K.
Ich sehe wie du auch, dass in meinem Testbild kaum noch Kontraste sind und ich es mit dem "weichen Licht" nicht übertreiben solte. Ursache ist aber auch, dass ich bis jetzt versuche, mit zwei leuchten das zu erreichen, was eigentlich die Aufgabe von drei Leuchten wäre. Und das geht eben nicht.

@ wolfgang
Bei meinen Yongnuo 300 II habe ich die 3.300er LEDs auf Maximum und die 5.500er werden leicht gedimmt. Ich sehe einen erheblichen Vorteil darin, zwei LED-Typen zu mischen, weil so die Spektralkurve doch ausgeglichener ist, als nur mit LEDs einer einzigen Type.
Aus diesem Grund würde ich die Yongnuo niemals so betreiben, dass nur eine LED-Type aktiv ist.

Du erwähnst "Frostfolien". Sind das Lee-Filter? Oder eine umgangssprachliche Bezeichnung für opakes Papier / opake Folie?

Bei geöffneten aber nach vorngerichteten Flügeln der Leuchte hast du maximal einen Lichtaustritt von ca. 25 x 20 cm. Wenn im Interview nur ein Brustbild entsteht, kann das ausreichen. Aber zwei Interview-Personen gut ausleuchten ohne dass die zu dicht beieinander sitzen? Reicht das?
Wie hattest du die Leuchten angeordnet?
Hast du Wand- / Deckenreflexionen mit nutzen können?

Zusätzlich möchte ich auch u.a. eine Art "Vortrag" halten, bei dem neben mir eine Flipchart steht oder in dem freien Raum später per Schnitt Bilder eingeblendet werden. Daher benötige ich mehr Flächenlicht für eine gleichmäßige Ausleuchtung.

Die 300er Leuchte hat lt. Prospekt 55° Abstrahlwinkel. Bei 1m Abstand von einer Fläche würde sie einen ca. 1 m großen Lichtfleck erzeugen. Lasse ich sie aus 80cm Abstand in einen Reflexschirm mit 80cm Durchmesser leuchten, hätte ich eine schöne Flächenleuchte. Zwei solcher Schirme müssten eigentlich die von mir gewünschte Ausleuchtung gestatten, oder?

Und ich hätte noch gerne gewusst, ob bei z.B. dem weißen Wallimex-Schirm (2 in 1) http://www.amazon.de/Walimex-Pro-Reflex ... flexschirm
die Lichtausbeute bei Reflexlicht größer ist, als bei Durchlicht.

Herzlichen Dank für die wertvollen Antworten. Langsam komme ich einer tragbaren und qualitativ ausreichenden Lösung immer näher. :-)

Beste Grüße
die Videomaus

PS: Ich habe heute Vormittag mein altes Tamron-Zoom (für Vollformat-KB) 28mm - 75mm mit f 2,8 an die Nikon angeschlossen. Natürlich alles auf manuell gestellt. Erstaunlicher Weise erkannte die Nikon die max. BlendenöffnungBlendenöffnung im Glossar erklärt von 2,8 ohne, dass ein CPU-Austausch mit dem Objektiv möglich war, da das Tamron noch keine CPU hat.
Immerhin bringt mir das Tamron mehr als eine Blendenstufe mehr Licht und entschärft so die Aufnahme-/Licht-Situation.



Antwort von wolfgang:

Ich fahre den Ansatz anders. Meine Meinung: die YN 300 sind im Vergleich zu Red Heads ohnedies leistungsschwache Tageslicht-Leuchten. Aber sie sind dafür leicht, werden nicht warm und sind ideal für kleine Einsätze. Daher habe ich 3 gekauft.

Nur als 4. habe ich eine in der Farbtemperatur verstellbare YN300 II genommen (eventuell als Kopflicht oder als Hintergrundlicht) - aber die nutze ich kaum.

Die 3 YN300 werden in eine typischen 3-Punkt Aufstellung genutzt. Alle Leuchte auf ca 2,2m Höhe, nach unten geneigt (Schlagschatten gehen eher in den Boden). Links oder Rechts von der Kamera Führungs- und Aufhelllicht, je nachdem welche Seite von der Person herzeigen will. Aufhelllicht eventuell leicht zurückgenommen. Die Leuchten strahlen so direkt auf die Person und sind eher hart. Um das zu soften kommen eben mit Holz-Wäscheklammern (können hier auch Kunststoffklemmen sein so kalt wie die Lampen bleiben) an den Flügeln befestigte Folien zum Einsatz. Ich nutze hier die fertig zugeschnittenen Folien von Chris James Filter Pack (google mal), die kosten ein paar Euro (ca 12/Packung) und sind gut sortiert und ohne Schneidarbeit nutbar - und man nimmt nicht gleich ganze Rollen der Folien. Konkret wars bei mir gestern das "Diffusion Pack" aus dieser Serie, und zwar einmal 129 Heavy Frost und dann 220 White Frost. Aber gerade aus dem pack gehen auch andere Folien. ND (nicht enthalten) nutze ich nicht weil diese Lampen ja problemlos und ohne erkennbare Verschiebung der Farbtemperatur dimmbar sind. Und notfalls geht auch ein leichter Stoff.

Für die Veränderung der Farbtemperatur zum wärmeren Kinstlicht hin nimmst halt aus der Serie das Pack "Tungsten/Daylight Conversion Pack", von denen ich mehrere habe (3 sind für 3Punkt sinnvoll als Minimum), etwa full, half oder quater C.T. Orange.

Die Folien kann man gerade für die Einschübe in den YN300 zuschneiden, beschriften nicht vergessen. Die mitgelieferten Scheiben halte ich eher für Müll, sind aber als Schablonen zum Ausschneiden vielleicht brauchbar.

Auf das Spitzlicht kam gestern bei mir keine Folie, weil ich in Summe bei Tageslicht geblieben bin. Mit den Flügeln der YN300 gelingt eine Fokusierung eh nicht, macht man die Flügeln zu weit zu hast Streifenbildung. Das kann als Spitzlicht eher hart bleiben, daher keine Folie.

Lee gehen auch, natürlich. Musst halt passendes suchen.



Antwort von Mathias Müller:

Hallo

Ich bin neu in diesem Forum und finde deine Frage sehr interessant. Interviewsituationen mit Low Budget Geräten. Dazu habe ich mal folgendes Fotozubehör gefunden, die dich evtl. interessieren könnten. Ist zwar Dauerlicht und kein Led aber geht auch:

http://www.ebay.de/itm/Hakutatz-Tagesli ... SwwE5WbsKw

Das Dauerlicht hat eine richtige Softbox mit Diffusor vor den Lampen. Gesamtleistung:440W inkl Stative und 4x Lampen. 2 davon in denm Hintergrund und eine YN300 auf die Kamera müssten doch auch gehen.

Falls du doch lieber Leds sucht wäre vielleicht eine Boling LED Leuchte statt Aputure etwas für dich. Aputure ist aus Plastik. Die Bolings aus Aluminum und zudem auch noch lichtstärker aber auch teurer. Dazu gibts sogar eine richtige aufmontierbare Softbox.

http://blog.pewe-foto.de/?p=6585



Antwort von Drushba:


Falls du doch lieber Leds sucht wäre vielleicht eine Boling LED Leuchte statt Aputure etwas für dich. Aputure ist aus Plastik. Die Bolings aus Aluminum und zudem auch noch lichtstärker aber auch teurer.
http://blog.pewe-foto.de/?p=6585

Sehe ich anders. Vorteile Aputure: Zwei für den Preis von einer Boling, leichter, Sony NPF-Akku betrieben, Ladegerät an Bord, alles in kompakter Tasche mit Henkel (praktisch beim Tragen). Helligkeit ist völlig ausreichend für Interviews. Für Haarlicht von hinten ist eine Dedolight Ledzilla optimal. Meine Erfahrung: Mit zwei Aputure Amaran 672 + Softschirmen und einem Dedo ist man mit leichtem Gepäck unterwegs und für jede Interview-Situation gerüstet, die nicht gerade bei knalliger Sonne im Gegenlicht stattfindet. Dort wäre dann eher ein selbstgebastelter Reflektor für fünf Euro angebracht ;-).



Antwort von Videomaus:

Hallo Wolfgang!
Danke für deine gute Beschreibung. Meine Stative reichen auch bis 2,20m und ich müsste daher eigentlich eine ähnliche Einstellung hinbekommen wie du... wenn ich noch einen 300er kaufe.

Ich hab beim Licht noch ein kleines Handicap: Die Brille. Die wirft je nach Blickrichtung elende Schatten in die Augenhöhlen oder macht Ränder unter die Augen oder spiegelt das Licht. Weil die randlos ist, sammelt sie auch noch über die Glaskanten das Licht und bringt es an der gegenüber liegenden KanteKante im Glossar erklärt wieder raus.

Ich habe jetzt mal die gesamte Szenerie in meinem kleinen Raum verändert. Interview vorerst adé, da mir derzeit niemand hilft, z.B. als Interviewer.
Anhängend sende ich mal einige Screenshots, zwei zeigen die neue Beleuchtungskonstellation und eines die im Probevideo erreichte Bleuchtung. Unzufrieden bin ich noch damit, dass die Gesamt-Lichtleistung wieder nicht ausreicht, denn es fehlen wieder rund 20% der Tonwerte. Ist aber besser als die zuvor gezeigten Bilder, wo gut 35% bis 40% der Tonwerte ungenutzt geblieben sind!

Unzufrieden bin ich damit, dass mein Gesicht so "platt" geleuchtet wird und dass das Flipchart-Papier (vermutlich wegen der Aufheller im Papier) derart stark überstrahlt, dass die Schrift darauf kaum lesbar ist.
Einen Tick mehr Tiefenschärfe sollte das Ganze auch noch haben.

Aktuell erreiche ich BlendeBlende im Glossar erklärt 4,5 1/50 s bei ISO 800 und @34mm eff. mit dem Kit-Objektiv. Für 5,6 1/50 s und ISO 400 würde ich demnach rund die 4-fache Lichtmenge benötigen. Brrrr.

Nochmal kurz zu deinem Lichtaufbau:
Verstehe ich dich also richtig, dass du eine 3-Punkt-Beleuchtung gesetzt hast, bei der alle 3 Leuchten aus ca. 2,2m Höhe fast direkt nach unten gerichtet sind und du die harten Schatten (ich denke da mit Schrecken an eine Brille oder die berüchtigten Schatten unter der Nase) ausschließlich mit einem weiteren (vierten) YN-300 in Verbindung mit der Frostfolie weg geleuchtet hast?

Bin immer noch in der Überlegung, ob ein oder zwei 100cm-Schirme eine Softbox-ähnliche aber flexible Lösung bringen und ich die übrigen Leuchten zum Setzen von Akzenten oder Aufhellen nutzen sollte. Sind immerhin ca. 170 Euro weitere Investition. Aber ein bis zwei weitere 300er sind nach deinen Asführungen ja offensichtlich sowieso erforderlich, oder?

Beste Grüße
die Videomaus








Antwort von Videomaus:

Hi!

habe soeben meine zwei 100cm-Schirme (2 in 1) bekommen (Billigteile) und gleich ausprobiert. Bei Ausnutzung der maximalen Stil-Länge leuchten die Yongnuo im Schirm etwa 70cm Durchmesser in voller Stärke aus. Von 70cm bis zum Rand fällt das Licht stark ab. Der Vorteil des großen nicht voll ausgeleuchteten Schirms liegt darin, dass die Leuchte mit ihrem Lichtmaximum nicht am Rand des Schirms vorbei scheint und den Aufnahmeraum nicht unerwünscht aufhellt.
Die Klappen der Yongnuo empfinde ich mittlerweile nur noch nervig. Sie schatten zusätzlich zur Größe des Leuchtengehäuses das aus dem Schirm reflektierte Licht ab. Zudem sind sie auf der Innenseite nicht schwarz und reflektieren unerwünscht.

Resultat technisch:
1 1/3 Blendenwerte Lichtverlust gegenüber dem Lichtaufbau aus vorigem Posting mit Bildern. Belichtung jetzt: f 4,5 bei 1/50 s und ISO 800.

Resultat von der Bildwirkung:
trotz geringerem Licht in der Szene eine deutlich verbesserte Lichtqualität mit verbesserten Kontrasten. Besonders gefallen mir nun die Hautfarbtöne. Gegenüber den vorigen Bildern erscheinen mir die Farben natürlicher und kräftiger. Ich vermute, dass die weiße Farbe auf der Raufasertapete und der Decke kein neutrales Weiß reflektiert hat.
Die Schirme haben ein hauchdünnes weißes Textil und dahinter liegt eine völlig glatte silberne Schicht auf schwarzem Stoff.

Die Positionierung der Schirme war horizontal relativ unkritisch aber vertikal sowie der Neigewinkel beeinflussen stark.

Eine Ausleuchtung mit nur einem Schirm und einer nackten Leuchte, auch mit reduziertem Licht, brachte unangenehme Schatten. Immerhin muss ich in der Szene ja nicht nur mich selbst sondern auch die Flipchart neben mir und auch etwas Ambiente halbwegs gleichmäßig ausleuchten. Zudem bewege ich mich ja auch vor der Flipchart, sodass da keine unangenehmen Schatten auftreten sollen.
Mit zwei Schirmen war diese Anforderung locker zu schaffen. Durch unterschiedliche Höhe der Schirme und Abstände sind die Gesichtshälften unterschiedlich beleuchtet.

In den folgenden Bildern ist die Schirmausleuchtung, der Lichtaufbau sowie ein Screenshot eines Testvideos zu sehen.
PECH! Ich kann keine Anhänge mehr hinzufügen... Server-Error

Ein Hairlight würde übrigens von der Aufstellung her Probleme bereiten. Ich bezweifle auch, dass es hier noch viel bringen würde.

Ich bekomme noch eine Yongnuo, mit der ich evtl. Akzente setzen kann.

Über Kommentare freue ich mich!



Antwort von wolfgang:

Die Lampe oben von der Decke schlägt vielleicht unnatürliche Schatten. Und wenn das Gesicht zu homogen wird, dann vielleicht auch deshalb weil es von Führungs- und Aufhelllicht zu gleichmässig ausgeleuchtet wird. Gerade die Schatten sollen ja im Gesicht teils erhalten bleiben, um Tiefe und Plastizität auch bei einer 2D Aufnahme zu erhalten. Also bewusst ungleich timmen oder den Aufheller etwas weiter weg stellen.

Wenn der Flippchart clippt musst halt die Lichtmenge reduzieren. Und andere Teile die zu finster sind mehr Licht verpassen. In Summe brauchst da wohl eher 5 Lampen statt nur 3.



Antwort von Videomaus:

Hallo Wolfgang!
Danke für deine Antwort. Sie bezieht sich aber auf die derzeit einzig sichtbaren Aufnahmen der Szene. Und die sind veraltet, weil ich ja jetzt die Schirme einsetze.

Ich versuche jetzt noch mal, die aktuellen Bilder, für die ich Kommentare erbeten hatte, hier hoch zu laden.

Die oben im Aufbau noch sichtbare Hängeleuchte leuchtet nicht und bringt auch keinen Schattenwurf oder Reflexionen in den Bildausschnitt. hab ich extra geprüft.
Viel problematischer ist offensichtlich, dass die Wand- und Deckenfarbe nicht neutral weiß sind, sondern eine merkwürdige Verfärbung ins Grünlich-bräunliche hinein bringen, die nicht korrigierbar ist.

betr. Überstrahlung auf der Flipchart:
Ich habe in den aktuellen Fotos bemerkt, dass ich in der Belichtung nach oben nicht alle Tonwerte ausnutzen sollte, sondern mindestens ca. 10% Reserve lassen sollte. In den aktuellen Fotos ist das berücksichtigt.

Bis jetzt zielten meine Versuche darauf ab, die lichteffizienteste kostengünstigste Lösung zu finden, die zu einer gleichmäßigen Ausleuchtung führt. Nun habe ich ja erkannt, was ich von den 300er Yongnuo erwarten kann und dass an Softboxen mit ca. 60 x 60 cm oder Schirmen mit 80cm Durchmesser kein Weg vorbei führt.
Bei den kommenden Versuchen werde ich das Hauptlicht rechts im Bild verstärken bzw. links das Licht reduzieren wg. der Kontraste im Gesicht.

Da die 100cm Billig-Schirme schon Auflösungserscheinungen zeigen, tausche ich sie gegen 80cm Walimex. Denn gestern habe ich auch erkannt, dass bei derartig engen Räumlichkeiten und Szene im Raumwinkel der Spielraum für eine optimale Platzierung von 100cm-Schirmen zu gering ist. Ein 80cm-Schirm bei dem ich evtl. den Stil verlängere, damit die Yongnuo den Schirm großflächiger ausleuchtet und bei dem ich die Flügel der Yongnuo entferne, wird mir mehr Möglichkeiten bieten.
Die Flügel der Yongnuo stören übrigens nur statt irgend einen Nutzen zu bringen! Man kann nicht einmal damit verhindern, dass die Leuchte direkt in die Kamera scheint, weil die Flügel dafür zu klein sind. Und bei verwendung mit dem Schirm stören sie immer (siehe Fotos).

Später kann es mir mein Budget vielleicht erlauben, 5 Leuchten einzusetzen, aber das ist jetzt einfach nicht drin. Bin schon jetzt 250 Euro überm Limit und der Umtausch zu besseren 80cm-Schirmen kostet Aufpreis.

Und jetzt hoffe ich, dass ich die Bilder von gestern hochladen kann, weil sich alle meine Angaben aus beiden Beiträgen darauf beziehen.

Weiterhin freue ich mich auf Kommentare.



Antwort von wolfgang:

Viel problematischer ist offensichtlich, dass die Wand- und Deckenfarbe nicht neutral weiß sind, sondern eine merkwürdige Verfärbung ins Grünlich-bräunliche hinein bringen, die nicht korrigierbar ist.

Ich vermute dass hängt primär damit zusammen, dass du mit diesen arg schwachen Leuchten über indirektes Licht zu arbeiten versuchst. Und weil das reflektierte Licht noch schwächer ist, entsteht - ebenfalls aus Reflexionen der Wände - dann eine überhaupt nicht mehr gesteuerte Farbtemperatur.

Lichtsetzung hängt immer mit Kontrolle zusammen. Am Besten geht es, wenn du alles kontrollieren kannst. Heißt - du mußt Maßnahmen setzen. Und mir würde folgendes einfallen:
a) Das indirekte Licht von den Wänden kannst entweder so in den Griff bekommen, dass du mehr mit direktem Licht arbeitest - und mit Diffusorfolien. Dann wird der Anteil des reflektierten Lichts geringer.
b) oder du wählst halt professionellere stärkere Lichquellen. Softboxen - die nicht mal sonderlich teuer sein müssen - liefern etwa ein unglaublich sanftes Licht.
c) oder du greifst dort ein wo die unerwünschte Reflexion entsteht - an den Wänden. Und klebst den Raum mit schwarzen Material aus. Preiswert, auch wenn leicht reflektierend, wären hier große schwarze Müllsäcke, die man aufschneidet und mit einem leicht wieder abziehbaren Klebeband für den Dreh an die Wände und Decken befestigt.

Merke: es ist nur das auszuleuchte, was du wirklich später im Bild hast. Der Rest ist entweder Verschwendung oder führt im ungünstigen Fall zu Nebeneffekten wie du sie hier beobachtest. :)



Antwort von Videomaus:

Lieber Wolfgang!

Deine Annahme, ich arbeite sehr über die Reflektionen an Wand und Decke taf nur für die älteren Bilder zu, nicht für diejenigen, die ich mit den beiden Schirmen angefertigt habe.

Die Schirme liefern im Reflektor / Bounce-Betrieb ähnliche Lichtqualität wie Softboxen. Dazu und als ich die Entscheidung zu Gunsten der Schirme traf, hatte ich folgende YouTube-Videos gesehen, die sehr professionell udn aussagekräftig erscheinen:

Hier zu Softboxen und Lichtgröße


über Schirme:


und Schirme im Vergleich:


Von daher glaube ich, dass ich deine Anregungen aus a) und b) bereits beachtet habe.

Deine Aussage c) sowie dein Merksatz würde in der von mir gezeigten Szene mit der Flipchart oder ganz oben, wo ich am Tisch sitze, genau was ändern? Kannst du dir diese Szenen mit schwarzen Wänden vorstellen?

Und wie könnte ich bei der Enge des Raums das Licht trotz Verwendung von Schirmen oder Softboxen derart richten, dass es keine Objekte trifft, die nicht im späteren Bild erscheinen? Selbst ein Richtgitter in einer Softbox wird das nicht verhindern, wohl aber enorme Mengen Licht fressen.

Morgen komme ich dazu, weitere Probeaufnahmen zu machen und Lichtaufbauten auszuprobieren. Dabei will ich das Erreichte beibehalten und darauf aufbauend verbessern, z.B. Kontraste, Lichtstärke erhöhen, Gesicht kontrastierend ausleuchten usw. Wenn es wirklich sichtbare Fortschritte / Erkenntnisse gibt, werde ich hier wieder darüber berichten.

Bei beiden Yongnuo, die in die Schirme strahlen, werde ich die Flügel demontieren, evtl. auch bei dem dritten. Für weitere Versuche plane ich, einen Softbox-Aufsatz für die Yongnuos zu basteln, vor den dann Lee-Folien (25cm max. Breite bei Bogenware) in einen Rahmen gespannt werden können. Daraus entsteht ein FormatFormat im Glossar erklärt von ca. 25 × 28 cm, also eine relativ kleine Lichtgröße mit allen damit verbundenen Nachteilen.

Vielen Dank für deine Anregungen!
die Videomaus



Antwort von wolfgang:

Nur eine letzte Anmerkung: du kannst doch Folien zuschneiden und in diese Leuchten vorne einschieben. Das ist eventuell einfacher als lang herum zu basteln. Ich war zum Zuschneiden zu faul und hänge Folien halt mit Kluppen an die Flügel.

Das Licht über die Schirme ist bereits indirekt und damit zwar soft, aber auch entsprechend abgeschwächt. Ob das nicht das Problem ist warum das ebenfalls reflektierte Licht von den Wänden so stark farbverfälschend wirkt?

Ich weiß auch nicht wie du das Umfeld idealer gestaltest um diese Reflexionen zu vermeiden. Mein Ansatz wäre eher die Lichtmenge des Führungslichts zu erhöhen, damit diese Lichtmenge die Reflexionen im Verhältnis geringer ausfallen läßt. Das wird nur mit diesen eher schwachen Lampfen vermutlich nicht gehen, vor allem wenn die als indirekte Quellen genutzt werden. Blöd, aber es könnte sein dass die Leuchten dafür dann zu schwach sind.

Ich selbst habe noch zusätzliche Softboxen die ich für so einen Fall aufbaue - billige Dinger mit denen ich relativ zufrieden bin. Besesser geht immer - nur stärkere Lampen habe ich dort damals dazu gekauft:
http://www.amazon.de/METTLE-90210035-Da ... box+mexiko



Antwort von Videomaus:

Lieber Wolfgang!

jetzt haben wir das Missverständnis: Du nimmst an, ich hätte auch mit Verwendung der Schirme immer noch Farbverfälschungen durch Reflexion von den Wänden / der Decke. Genau das ist aber NICHT der Fall. Gerade seit ich die Schirme nutze, habe ich das Problem nicht mehr!

Mit Folie direkt an den Leuchten oder sogar in dem Einschub, den die Yongnuo haben, funktioniert es nicht. Ich kann es an den Kanten derSchatten sehen, wie sich die LED-Reihen im Schattenwurf abbilden. Erst wenn die Folie sich in mindestens 10 bis 15 cm Entfernung von den Leuchten befindet, ist dieser Effekt weg.
Würde ich also ein Gestell bauen wie bei einer Softbox und dies auf den Yonguo drauf hängen, so müsste in 12 cm Abstand die Lichtaustritttsfläche (gemäß des Abstrahlwinkels von ca. 50°) etwa 28cm x 25cm haben und entspricht damit wieder einer Lee-Folie.

Heute Nachmittag werde ich mit der dritten Leuchte das Licht verstärken, die Schirme aber beibehalten.

Das von dir verlinkte Lichtset ist bereits "so teuer", dass es fast 50% meines bisherigen Investitionsvolumens für die Videoproduktion verschlingen würde! Ich koche hier auf ganz kleiner Flamme und freue mich umso mehr an den bis jetzt erreichten Erfolgen.
Du hast mit dem Lichtset rund 2.000 W Licht erhalten und sagst, di hättest es dann zusätzlich noch verstärkt. Tja, das sind natürlich ganz andere Größenordnungen! Eine Yongnuo 300 kann man mit rund 130W oder 150W anrechnen.

Die ganze Diskussion hier ist motiviert von meiner Sorgfalt und dem Wunsch, nicht einfach drauf los zu produieren und sich hinterher über die mangelnde Qualität und Bildwirkung zu ärgern. Der Verlust, dann alles neu machen zu müssen, wäre viel größer, als jetzt die Zeit für die sorgfältige Vorbereitung und das Erfahrung sammeln. :-)
Schon für die Kaufentscheidung der Kamera habe ich ja über 1 Monat gebraucht (Nikon D3300)

Heut Nachmittag probiere ich weiter....

Herzlichen Dank für deine Antwort und deine Anregungen!



Antwort von kmw:

Versuch doch auch statt einem weissen einen goldenen Reflexschirm für das Führungslicht.
Metallisch beschichtet reflektiert mehr und gold ist für die Hauttöne gut...



Antwort von Videomaus:

@kmw
Danke für deinen Tipp! Tatsächlich bin ich mir nicht sicher, welche Schirme ich kaufe, nachdem ich den Bllig-Kram zurück geschickt habe.

Ob aber ein goldfarbener Schirm das Richtige ist in Zeiten des automatischen Weißabgleichs und der Nachbearbeitung? Mit der Wiedergabe der Hautfarbtöne habe ich ja jetzt mit den weißen Schirmen kein Problem mehr. Und hinter der weißen dünnen Gaze ist ein silberfarbener Schirm.

Ich könnte mit den vorhandenen Schirmen ja auch einen Versuch machen mit der Gold / Silber-Folie aus dem Kfz-Verbandkasten. Dann kann ich eher einschätzen, ob ich besser einen weißen oder einen metallisierten Schirm als nächstes anschaffe.

Beste Grüße
die Videomaus








Antwort von wolfgang:

Gut, dann hatte ich das mißverstanden - und schön wenn die Farbprobleme weg sind.

Dann hatte ich ja Glück dass ich meine Folien in einem ähnlichen Abstand an den Flügeln gehängt hatte und sie nicht zerschnitten hatte. Das hat bei mir durchaus gut funktioniert und gut gesoftet.

Ja das Mexiko Set ist wohl tatsächlich teurer, von der Güte her aber noch immer nicht sonderlich gut. Kommt bei mir halt aber áuch eher selten zum Einsatz, die kleinen YN300 Leuchten sind mit kleinen Stativen halt doch leichter transportierbar.

Eines noch: vermutlich wird man mit Folien immer flexibler bleiben als mit Schirmen - einfach weil es viele verschiedene gibt und man die ja in die Strahlengänge hängen kann. Goldfolien dürften aber natürlich viele nutzen, weils die Hauttöne schön hervorbringt. Aber egal wie man es macht: ich würde bei der Ausleuchtung mit Tageslichtlampen halt immer überlegen, ob es nicht besser ist die Farbtemperatur fix auf Tageslicht zu stellen. Denn egal ob man über Goldschirm oder spezielle Folien für Hauttöne fährt - eine Automatik sollte das nicht teilweise und unkontrolliert gegenkompensieren können.



Antwort von kmw:

Naja der automatisierte Farbabgleich lässt sich auch ausschalten ;-)
Bei so einem Setting würde ich eh manuell filmen....



Antwort von Videomaus:

So! Jetzt hier die neuen Ergebnisse:

1.) Die Leuchte Zunächst habe ich mich mit den Flügeln der Yongnuo beschäftigt und deren Reflektionen / Abschattungsfähigkeiten mit Testfotso und durch Beobachtung geprüft. Resultat: Absolut unbrauchbar! Schon allein die Tatsache, dass die Flügel innen reflektieren statt schwarz matt lackiert zu sein, ist ein dicker Fehler.
Selbst wenn man die Flügel mit der schwarzen Seite nach innen montieren würde, kann man immer noch kein Licht damit formen, weil die Dinger einfach zu klein sind und weil sie bei einer flächigen Leuchte einen Sinn machen. Am vom Flügle verursachten Schatten kann man in Abstufungen jede LED-Zeile einzeln sehen!
Setzt man die Leuchte in Verbindung mit einem Schirm ein, so stören die Flügel in jeder beliebigen Position!

Ebenfalls habe ich nochmal die Farbfilter getestet, die mit der Yongnuo mitgeliefert werden. Resultat: Der Frostfilter bringt nicht den Diffus-Effekt, den man sich erhofft. Frostfolie muss offensichtlich in mindestens 10 cm Abstand von der Leuchte angebracht werden, da anderenfalls trotz Folie die einzelnen LEDs ein Muster werfen.
Die anderen Farbfilter kann man bestenfalls für Farbeffekte und zur Hintergrund-Effektbeleuchtung verwenden. Alle fressen enorm viel Licht, auch der Frostfilter.
Aber man kann die Filterplatten zum Schutz der Leuchten beim Transport einstecken! :-) besonders, wenn man die Flügel abschraubt.

2.) Die Schirme Bei den getesteten 100cm-Schirmen sitzt die Yongnuo-Leuchte in 70cm Abstand ganz außen am Stiel des Schirms. Störend ist die große Distanz der Mitte der Leuchte bis zum Stiel, von ca. 14cm!
Die Leuchte schafft es bei dieser Distanz, den Schirm im Inneren mit ca. 70cm Durchmesser auszuleuchten. Die restlichen 20cm Randzone des Schirms tragen nur wenig zur Ausleuchtung einer Szene bei.

Ferner ergab sich, dass die großflächigste und kräftigste Ausleuchtung mit einer Yongnuo nur bei demontierten Flügeln erreicht werden konnte! Mit appmontierten Flügeln wird fast 1/3 BlendeBlende im Glossar erklärt mehr Licht auf die Wand gebracht!

Die beschriebenen Ergebnisse der Ausleuchtung sind alle auf die Leuchte ohne Flügel bezogen!

3.) Schirm-Leuchten-Kombi Im Versuch habe ich mit den Schirmen im weißen Bounce-Betrieb in 1m Abstand auf eine weiße Wand geleuchtet und dies mit manueller Belichtungseinstellung fotografiert. Dabei wurde eine ca. 1m breite Fläche weitgehend gleichmäßig ausgeleuchtet. Erst ab ca. 120cm entstand ein schneller Lichtrückgang.
Ich habe dann das hauchdünne weiße Gewebe abgezogen und die Silberschicht zur Reflektion verwendet. Der Schirm war aber derart minderwertig (der Reflektor hing schlaff und faltig herum), dass ein ungleichmäßiges Licht auf die Wand fiel und das Ergebnis nicht gewertet werden kann. Der Helligkeitsabfall an den Rändern der Ausleuchtung begann deutlich abrupter und verlief schneller als beim weißen Schirm. Außerdem wurde nur noch ca. 80cm annähernd hell ausgeleuchtet.

Bei den jetzt erworbenen 84cm Walimex-Schirmen 2-in-1 bleibt ebenfalls wieder eine Randzone von ca. 15cm, die nicht vom Kernlicht der Leuchte getroffen wird, wenn man die Leuchte ganz am Ende des Schirm-Stiels positioniert. Wenn man den gesamten Schirm bis zum Rand voll ausleuchten will, muss die Yongnuo-Leuchte um ca. 30cm weiter vom Ende des Schirmstiels angebracht werden.
Da mit dem ebenfalls neu gekauften Schirmhalter mit Kugelkopf die Leuchte sehr dicht am Stiel positioniert ist, ist ein zusätzlicher Ausgleich nicht erforderlich, mit dem die Mitte der Leuchte exakt in Achse mit dem Stiel liegt.

4.) Schirm-Doppel-Leuchten-Kombi Mangels geeignetem Leuchtenhalter habe ich die zweite Leuchte an einem weiteren Lichtstativ ganz dicht neben die bereits in den Schirm strahlende Leuchte gebracht und so gut es eben ging, diese in das Zentrum des Schirms ausgerichtet.
Die anschließende Belichtungsmessung ergab etwas mehr als 1/3 Blende. da war ich überrascht, weil ich dachte: doppelte Lichtleistung = 1 Blende. Aber es ist ja auch der zweite Schirm wirksam, sodass ich die Lichtleistung nur um 50% verbessert hatte. Und damit stimmt das Ergebnis wieder.
Im Gesamt-Ergebnis brintg also eine so eingesetzte zweite Leuchte nicht viel. Sogar beim Ziel, die Gesichtshälften unterschiedlich stark auszuleuchten, war diese Konstruktion nicht überzeugend. Da nutzt man besser diese dritte Leuchte zum Aufhellen.

5.) Weißabgleich: Meine Nikon D3300 hat nur Symbole für den Weißabgleich. Eine Einstellung "Neutral" finde ich nicht! Es gibt aber die Einstellung "Eigener Messwert", bei der man tunlichst eine Graukarte fotografieren sollte. Gibt es bei BasICColor für rund 30 Euro. Ich hatte meine leider beim Test nicht dabei.
Also probierte ich alle möglichen vorgegebenen Einstellungen zusammen mit der Beleuchtung über zwei Schirme. Resultat: Nur der automatische WeißabgleichWeißabgleich im Glossar erklärt lieferte ausgezeichnete Ergebnisse, auch bei den kritischen Haut-Farbtönen! Vielleicht probiere ich später auch mal den weg über die Graukarte. Aber warum aufwendig, wenn die Automatik doch so gut funktioniert?

6.) Betr. Silber und Goldreflektor Beim silbrigen konnte ich ja noch mit dem Schirm arbeiten, weil es ein 2 in 1 Schirm war. Hier ergaben sich in der Farbwiedergabe wenig Änderungen, zumal ich ja eh die Yongnuos mit voller Lichtstärke beider LED-Lichtfarben betrieb.
Dann probierte ich provisorisch die goldfarbene Folie aus dem Verbandkasten. Schon beim Betrachten dieser Folie unter dem Licht der Yongnuo sah ich, wei wenig diese Reflektoren geeignet sind und wie viel Licht durch die Folien hindurch gelassen wurde.
Resultat der Aufnahmen: Weder die automatische noch irgendeine fest eingestellet Weißbalance konnte den aufdringlich gelben Farbstich heraus filtern. Mit Graukarte und Messung wäre es vielleicht gegangen?
Wer warme Hauttöne mag, sollte die Lichtfarbe bei den Yongnuos wärmer einstellen statt einen Goldschirm zu nehmen, so sehe ich das.

Grundsätzlich zeigten sich bei Silber und Gold erwartungsgemäß härtere Schatten. Dies gefiel mir schon nicht mehr, hätte es aber in Kauf genommen, wenn die Schirme dann aber wenigstens deutlich mehr Licht reflektiert hätten. Tatsächlich aber machte der Unterschied bei mir nur 1/3 BlendeBlende im Glossar erklärt aus.

Grundsätzlich hatte ich bei Silber / Gold-Reflektoren Probleme mit Lichtreflektionen in Brillengläsern. Bei der Verwendung der weißen Schirme blieben diese Reflektionen unauffällig. Da das Brillenglas-Reflexions-Problem bei Interviews besonders oft bestehen wird, halte ich die weißen Schirme inzwischen für ideal. Alternativ sind natürlich Softboxen und Octaboxen möglich.

Bei den derzeitigen Szenen habe ich 1/50s f 4,5 und ISO 800. Für mehr Licht wechsle ich lieber auf das Tamron mit f 2,8

7.) Spitzlicht / Aufhell-Licht Ich habe mit der dritten Yongnuo experimentiert, um ein Spitzlicht zu setzen und in einer anderen Szene ein Aufhell-Licht, weil da ein Styropor-Reflektor zu wenig brachte.
Resultat: Bei meinen Aufnahmebedingungen habe ich zu wenig Raum hinter mir, sodass ich in meinem Rücken kein Licht anbringen kann. Also muss ich bei so wenig Raumgröße bzw. wenn ich vor einer Wand stehe, auf Spitzlicht verzichten.
Beim Aufhell-Licht ist mir aufgefallen, wie wenig es benötigt, um wirksam zu sein. Da bin ich bei maximal 1/4 der Helligkeit!

8.) Einkauf: Die minderwertigen Schirme und Stative sind auf dem Rückweg. jetzt bekomme ich zwei 85cm Wallimex in 2 in 1.
Da ich separat Neiger/Schirmhalter benötige, habe ich diese hier bestellt:
http://www.amazon.de/gp/product/B00F2FN ... TE_3p_dp_1
Die haben den Vorteil, dass der Schirmstiel ganz dicht an der Aufnahme der Leuchte sitzt und so die Leuchte besser in den optimalen Punkt kommt. Zudem haben diese Köpfe einen Kugelkopf, sodass sich der Nachteil meiner 2,2m langen Lichtstative:
http://www.amazon.de/gp/product/B005SNU ... TE_3p_dp_1
dass sich die Rohre nicht ohne die Füße drehen lassen, durch die Beweglichkeit des Kugelkopf wieder ausgleicht.

9.) Scharfstellungsprobleme!!! Bei allen Aufnahmen, egal ob Foto oder Video, hat mich die Fokussierung schier zur Verzweiflung gebracht! Egal wie ich es auch angestellt habe, es war immer unscharf. Meist lag die Schärfe hinter dem anvisierten Punkt.
Die Scharfstellung über Nikon LiveView bei Nutzung des Display-Zoom ist nur bei 4-fach-Zoom genau genug. Dann aber ist die Kamera-CPU überlastet und das Display-Bild wird nur noch etwa im Sekundenrhytmus "refresht". Ein kontinuierlich feinfühliger Fokussiervorgang ist so nicht möglich.
Ich habe es dann wie folgt gemacht: Egal ob bei LiveView oder im Fotomodus habe ich am Objektiv den Autofokus zugeschaltet, den Schärfepunkt mit dem Phasen-Messpnkt anvisiert und den Auslöser halb herunter gedrückt. Nach dem bestätigenden Pieps habe ich den Auslöser losgelassen und danach den AF-Schalter am Objektiv wieder auf Manuell geschaltet.
Hat aber immer noch keine scharfen Bilder gegeben! Dann habe ich bei abgeschaltetem Autofokus durch den Sucher geschaut und nach kurzem Antippen der Auslösetaste hab ich den Fokus-Signalpunkt beobachtet während ich scharf stellte. Das war aber im Ergebnis auch nicht genauer, als das, was der Autofokus mir brachte!

Auf letztbeschriebenes Vorgehen bin ich sogar angewiesen, wenn ich z.B. mein gutes altes Vollformat-Tamron AF 2,8 24...70mm einsetze, das keine CPU beinhaltet.

Sowohl das Nikon Kit-Objektiv 18...55 als auch das gute Tamron haben nicht mal eine 45°-Drehung am Schärfen-Einstellring, um den gesamten Einstellebereich zu durchlaufen! Zudem hat das Tamron ein enormes Spiel. Ich glaube, wenn ich hier eine höhere Präzision will, muss die Kamera auf ein kleines Rigg, auf dem ich dann eine getriebeuntersetzte Schärfenzieh-Einrichtung montieren kann. Dann sind wir aber ebenfalls wieder bei rund 150 Euro (günstig via Amazon) oder Markenware bei ca. 350 Euro und mehr.

10.) Die Ergebnisse: Vom subjektiven Bild-Ergebnis her bin ich inzwischen mit dem Erreichten zufrieden. Daran kann nichts als "unprofessionell" wirken. Wenn ich mehr wollte, würde das sogleich gewaltig ins Geld gehen. Zudem geht es hier nicht darum, dramaturgisches Licht zu setzen, sondern ein neutrales, aber freundliches Licht zu haben, in dem die Akteure Bewegungsspielräume nutzen können, ohne sofort aus dem optimalen Lichtbereich heraus zu fallen.

Die dritte Yongnuo als Aufhell-Licht ist bei ausgedehnteren Szenen sicher hilfreich, z.B. Interview mit zwei Personen.

Freunde des Spitzlicht werden IMHO mit LED-Flächenstrahlern (wie diesen hier mit ca. 50° Abstrahlwinkel) nie glücklich. Hier braucht es Strahler mit Optiksystem und Fokussierung drin, sodass der Lichtkegel scharf begrenzt wird - Dedo-Light z.B.. Oder scharf bündelnd abstrahlende Flächenstrahler. Dann sind wir aber in einem Preisbereich, in dem ich die ganze bisherige Lichtausrüstung gekauft habe! :-)

Wer ein kostengünstiges und unkompliziert handhabbares Licht mit hohem Mobilitätsfaktor will und das zu kleinem Preis, wird mit der von mir beschriebenen Ausrüstung sicher schnell zu guten Ergebnissen kommen.

Beste Grüße und herzlichen Dank an alle,
die mir mit ihren Beiträgen auf einen guten Weg gewiesen haben!

die Videomaus



Antwort von Videomaus:

Hi!

Erst mal danke ich für die guten Anregungen hier. Inzwischen habe ich meine Videos gedreht und ich glaube, die sind ganz gut geworden.

Ich hatte zuletzt die beiden schrottigen 105cm-Schirme gegen zwei 84cm-Schirme von Walimex getauscht. Offesnichtlich reflektieren die besser als die Billigteile, sodass ich ca. 1/3 BlendeBlende im Glossar erklärt rausholen konnte.

Um die Distanz der Yongnuo-Leuchten vom Schirmmitellpunkt / Stiel gering zu halten, habe ich diese Kugelkopf-Schirmhalter zu je 11 EUR gekauft:
https://www.amazon.de/gp/product/B00F2F ... 00?ie=UTF8

Das war eine gute Entscheidung, zumal die Stativ-Rohre nicht gegenüber den Stativbeinen drehbar sind. (Stative = https://www.amazon.de/gp/product/B005SN ... 00?ie=UTF8) Die Schirmneigung stufenlos einstellen zu können, war ebenfalls prima.

Bei meiner Szene vor der Flipchart habe ich in einen Schirm zwei Leuchten strahlen lassen. Dabei hab ich die zweite Leuchte einfach auf einen Mikrofonständer gesetzt. Mit dem Yongnuo-Handgriff ging das einfach.

Gerade bei der Szene, wo ich sozusagen einen Vortrag neben einer Flipchart halte, bewege ich mich naturgemäß viel. Also brauche ich gleichmäßiges Licht und möglichst geringe Schattenbildung auf der Wand hinter mir. Die Schirme waren da die beste Wahl z.B. gegenüber Softboxen.

Bei beiden Szenen konnte ich kein Hairlight setzen, einfach weil ich den Abstand zwischen Kamera und mir genügend groß wählte, um keine Weitwinkeleffekte zu bekommen. Also blieb kein Platz mehr zwischen mir und der Wand hinter mir, um dort einen Strahler zu setzen.

Zudem glaube ich, dass die Yongnuos als Hairlight ungeeignet sind. Da sollte ich etwas mit Optik drin haben, das scharf bündelt.

Falls ich in den kommenden Monaten doch noch eine Interview-Szene mit 2 Personen drehe, werde ich evtl. eine vierte Yongnuo kaufen zum Aufhellen und einen dritten Schirm einsetzen für Gleichmäßigkeit im Licht.

Ich meine, dass bei den jetzigen beiden Szenen drei Yongnuos 300 schon knapp waren. Gern hätte ich die BlendeBlende im Glossar erklärt etwas kleiner gesetzt für mehr Tiefenschärfe. Und ISO 800 sind bei der D3300 schon an der Grenze.

Am ärgerlichsten war die Scharfstellerei mit dem Kit-Objektiv. Schon eine kleine Vibration hat die Schärfe verstellt, wenn ich am Objektiv auf Manuell geschaltet habe. Geht man in LiveView auf 8-fach-Zoom, so ruckeln die Bildausschnitte dermaßen, dass keine vernünftige Scharfeinstellungerfolgen kann, außer wenn die Kamera uaf dem Stativ fest steht. Ich habe dann einen alten moni über einen Ligawo-Adapter an die Kamera angeschlossen. Da konnte ich LiveView auf 1024 x 576px sehen und ziemlich brauchbar scharf stellen.

Ein Liliput-Moni mit Zebra und PeakingPeaking im Glossar erklärt wäre da schon fein (wieder 230 EUR weg). betr. Ton hatte ich eine Funkstrecke in Mono. Beim Einpegeln im Menü der Nikon scheint die Nikon weniger Pegel anzuzeigen, als später bei der laufenden Aufnahme im Display angezeigt wird.
Die (analoge) Funkstrecke brachte leider auch einen Fremdspannungsabstand von nur noch 50 dB mit sich. Es geht wohl nichts über eine drahtgebundene oder eine digitale Übertragung.

So viel erst mal zu meinen Erfahrungen. Ich hoffe, ich konnte anderen damit weiter helfen.

die Videomaus



Antwort von Starshine Pictures:

Mal abgesehen davon dass ich zwischen deinen ersten und den letzten Bildern keinen relevanten Unterschied erkennen kann wollte ich mal fragen ob das am Ende tatsächlich das Set ist in dem du deine Aufnahmen machen willst? Also gleiche Kadrierung, Teddys und Kuscheldecken an der Seite und Interview in der chaotischen Büroecke? Ich glaub nämlich dass du mit der Behebung dieser Umstände ein deutlich höherwertigeres Bild erreichen könntest als mit dem Herumrücken von Lampen und Schirmen.

zum Bild http://img5.fotos-hochladen.net/uploads ... d5s0qp.jpg


Grüsse, Stephan von Starshine Pictures



Antwort von Videomaus:

Hi
du kannst dir sicher denken, dass die Aufnahmen oben im Thread lediglich Testaufnahmen waren, besonders das mit der Krempelecke. Das mit der Flipchart ist aber schon ziemlich so, wie ich es jetzt auch gedreht habe.

Da du nicht wissen kannst, was ich präsentieren werde, dürfte es schwierig werden, hier z.B. "Maßstäbe der Industriewerbung" anzulegen.

Nur so viel: Ich spreche über Psychotherapie und psychosoziale Themen und möchte das auch veranschaulichen.

Hab dazu soeben schon eine Frage im Schnitt-Forum gepostet:
https://forum.slashcam.de/anfanger-brau ... 29673.html

Mein Problem ist nun die Zeit, weil in gut 10 Tagen alles fertig sein sollte. Dann kommt es ins Web und auf Mini-DVDs.



Antwort von Starshine Pictures:

Das weiss ich schon dass du einen auf Birkenbihl machst und über Psychologie referierst. Steht ja so auf deinem Chart. Bei ihr gehörte das Chaos um sie herum in ihren Videos zum Konzept. Oder vielleicht war es auch einfach nur schlecht gefilmt. Zudem ist auch schon viele Jahre her.



Ich finde den Aufbau deines Sets nachteilig. Du als Referent bist der kleinste Bestandteil in deinem Bildaufbau, das Chart und das Regal hinter dir sind deutlich grösser und lassen dich etwas verloren wirken. Der grosse HeadroomHeadroom im Glossar erklärt (Luft, Platz) über dir lässt dich zusätzlich uneingerahmt und damit instabil wirken. Zudem ist die Kamera etwas zu hoch was dich nochmals kleiner wirken lässt. Ausserdem ist der Hintergrund chaotisch, knallbunt, ungefähr gleich hell und genau so scharf wie du, wenn du dich bewegst sogar noch schärfer (Bewegungsunschärfe). Das heisst du lenkst den Zuschauer mit allen Mitteln von dir ab die dir zur Verfügung stehen. Licht, Farben, DoF, Setaufbau, Kameraposition und Kadrierung. Jetzt kannst du natürlich argumentieren: "Aber in den Filmen geht es nicht um mich als Person sondern um den vermittelten Inhalt." Damit hast du Recht, aber du solltest als Filmemacher darauf achten dass deinen Zuschauer eben nichts vom Inhalt ablenkt. Und ich würde mich die ganze Zeit von den riesigen Teddys und den Kuscheldecken mit der Frage "Was ist das nur für ein Typ?" ablenken lassen. Nach dem ganzen Zinober mit dem Licht und den Schirmen hast du dich zu sehr auf dein Material verlassen.

Schade dass du nun alles schon im Kasten hast. Aber vielleicht gibt es ja noch eine 2. Staffel deiner Vortragsreihe. Und dann kannst du dir ein Set überlegen dass deinem Zuschauer hilft sich auf dich und dein Gesagtes zu konzentrieren. Mit einem reduzierteren Setaufbau hättest du es auch mit deinem Licht viel einfacher gehabt. Dann hätte zum Beispiel dein vorhandenes Deckenlicht als KeylightKeylight im Glossar erklärt von oben und ein softes Fill von vorn (wie in meinem Beispiel mit dem langen Finger) völlig ausgereicht.

Trotzdem würde es mich freuen wenn du uns hier das Ergebnis zeigen könntest wenn du in 10 Tagen fertig bist. Interessiert mich was du da zu erzählen hast.

Grüsse, Stephan von Starshine Pictures



Antwort von Videomaus:

Lieber Stephan!

Ich danke dir erstmal herzlich für die lange und schnelle Antwort. Aber ganz besonders danke ich dir dafür, dass du mich mit meinen begrenztene Möglichkeiten und Fähigkeiten ernst genommen hast, statt wie in manchen Foren mittlerweile üblich, abzuwerten und lächerlich zu machen.

Ich freue mich sehr über deine Reaktion und üver die vielen Tipps, wie ich den Aufbau verbessern könnte!

Es gibt im Laufe der Videos mehrere Stellen, an denen ich Bezug auf due Kuschelbären nehme und welche Funktion sie haben.

Das Bücherregal stand schon immer da. Ich habe nur diesen winzigen 12m² großen Raum zur Verfügung und da ich absolut alles allein machen muss, konnte ich nicht auch noch damit beginnen, Möbel zu rücken.
Die Bücher stützen optisch zudem meine Aussage, dass ich Wert darauf lege, nur mit wissenschaftl. anerkannten Verfahren zu arbeiten.

Wenn also die Bücher mit im Bild sein sollen und das Regal mit den Bären daran angrenzt, ergibt sich die Position der Flipchart von selbst. Zudem hatte ich die Idee, dass Klienten, die zu mir in Beratung / Psychotherapie kommen, einen Wiedererkennungseffekt haben werden, weil meine Praxis genau so aussieht. Das betrifft ganz besonders die Situation mit dem Tisch. Ich sitze dort in genau der Position, in der ich auch arbeite und mit diesem Blickwinkel sehen mich meine Klienten.

Die Flipchart habe ich wiederum absichtlich so gestellt, dass sie (in den aktuellen Videos, die gesamte Bildhöhe einnimmt. wenn ich da im Schnitt per OverlayOverlay im Glossar erklärt Texte drauf setze, sollen die auch bei 720p noch gut lesbar sein. Dass ich bei diesen vielen Gegebenheiten und teils auch Vorgaben nicht zu einer gelungenen Gesamt-Bildkomposition komme, das war und ist mir klar.
Wenn ich deine Anregungen nun für weitere Videos folgen würde und habe aber immer noch die o.g. Vorgaben und Bedingungen... da wüsste ich jetzt nicht, wie ich deine guten Tipps berücksichtigen könnte. Das mit dem Licht probiere ich natürlich noch mal gerne.

Die Kamera habe ich absichtlich hoch gestellt, weil ich einen langen Hals habe, der sonst ungünstig wirkt. Leider habe ich bei den Aufnahmen meine alte Gleitsichtbrille aufgesetzt. Die veranlasst mich dazu, immern den Kopf tendenziell in den Nacken zu heben, damit ich scharf sehen kann. Das aber führt evtl. zu einer arroganten oder überheblichen Wirkung.

Birkenbihl habe ich nur vom Namen her irgendwo gespeichert gehabt. Hab mal kurz reingehört. Ja der lockere Vortragsstil passt mir schon. Am besten hatten mir ja die Interviews mit Gerals Hüther gefallen, den ich mit seinen Ansichten sehr mag. Aber ich fand niemanden, der mich interviewen wollte. Deshalb musste ich schnell mir was anderes einfallen lassen.



Antwort von Starshine Pictures:

Hallöle!

Und ich bin froh dass du die Hilfestellungen auch als solche verstanden und nicht wie hier oft im Forum als Niedermachen interpretiert hast.

Allerdings muss ich dir sagen dass ich deine Erklärungen nicht gelten lasse. Du hast so viel Zeit in deine Lampen und Schirme gesteckt, mit recherchieren, probieren, kaufen und zurück schicken. Aber um das olle Bücherregal konntest du dich nicht kümmern? Du bist vom "Mehr-Gear=mehr-Quali-Syndrom" angesteckt. Das ist eine furchtbare Krankheit mit hoher Ansteckungsrate und riesiger Verbreitung. Auch hier im Forum ist ein grosser Teil davon betroffen. Man glaubt dass man unprofessionell wirkende Filme durch die Anschaffung von neuem Equip verbessern könnte. Man schiebt die Verantwortung die man als Kameramann hat quasi aufs Material ab. Dabei liegt es immer am Talent und dem Durchhaltewillen des Kameramenschen! Deine Szene vor dem Flipchart hättest du mit einer 8k RED Weapon, Schneider Optics und einem LKW voller ARRI Leuchten drehen können. Aber es sehe immernoch genau so unvorteilhaft aus wie es jetzt aussieht.

Nimm dir die Zeit und richte deine Filmecke stilvoller ein. Wenn dir das ästhetische Auge fehlt dann versuche theoretischer ran zu gehen. Rücke die Kamera so hin dass sie 90 Grad zur Wand filmt. Das eleminiert dieses Wirrwarr an Achsen in deinem Frame. Leere das kleinere Regal komplett aus. Räume aus dem grossen Bücherregal einige Bücher heraus und sortiere sie ansprechend mit Platz dazwischen in das Kleine ein. Wenn es dir schwer fällt wie man ein Bücherregal hübsch und ansprechend einsortiert dann schau mal im Netz bei Ikea vorbei und bau das einfach nach. Da kann man sich übrigens auch tolle Ideen für Beleuchtungen von Indoor Sets holen. Wechsel dann das kleine Regal mit dem Grossen aus so dass dieses völlig aus dem Bild verschwindet und nun das Kleine zu einem Teil mit im Bild links ist. Auf dieses Regal kannst du die Bären drapieren wenn die unbedingt dabei sein sollen. Dein Flipchart ist höhenverstellbar. Ich würde es deutlich niedriger stellen, so dass die Oberkante nur wenige Zentimeter höher ist als du gross bist. Nun kannst du mit der Kamera näher heran (oder zoomst etwas) um den HeadroomHeadroom im Glossar erklärt zu verringern und das Flipchart erscheint grösser und ist besser erkennbar. Und stell die Kamera etwas niedriger. Irgendwo zwischen Schulter- und Brusthöhe, je nachdem wie es dir besser gefällt.

Dieser ganze Umbau kostet dich maximal ne halbe Stunde Arbeit und bringt dich hundert Mal weiter als noch ne Leuchte und noch nen Reflektor. Und auch die 12qm Raumfläche sind kein Hindernis für einen ästhetischen Bildaufbau.

Herzliche Grüsse, Stephan von Starshine Pictures








Antwort von Videomaus:

Lieber Stephan!

Ich danke dir herzlich für die wertvollen Tipps und Anregungen. Die setze ich gern beim nächsten Dreh um! Bestimmt. Aber für die jetzigen Clips / Videos muss ich es so lassen, weil ich die Zeit nicht habe zum Neu-Aufnehmen.

Da ich noch gar keine Ahnung von Beleuchtung und Video hatte, sehe ich die ganze Kauf- und Umtausch- / Experimentierphase als Lernphase an.
Ich bin ganz gewiss nicht vom Anschaffungs-Qualitäts-Wahn erfasst. das gibt mein Budget gar nicht her!

Beispiel: Ich hab in 2003 eine Nikon D70 gekauft mit zwei guten Vollformat-Objektiven. Das hat mir bis vor Kurzem ausgereicht!

Ich stimme dir völlig zu, dass ich betr. Einrichtung, Gestaltung usw. wenig Geschick habe. Umso wertvoller sind mir deine Hinweise.
Die Kamera hatte ich absichtlich nicht in 90° zur Rückwand gestellt, damit im Regal überhaupt Bücher erkennbar sind.
Die Flipchart habe ich in dieser Höhe stehen gelassen, nachdem die Schreibversuche während der Aufnahme so schlecht funktioniert haben. Ich bin gar nicht auf die Idee gekommen, die Flip weiter herunter zu setzen und die Kamera ebenfalls, nachdem die manuelle Beschriftung nicht mehr in Frage kam.

Aber das sind jetzt keine Rechtfertigungsversuche, sondern ich zeige nur, wie das Ganze zustande gekommen ist. Ich war an drei Tagen jeweils 8 bis 10 Stunden mit den Aufnahmen beschäftigt... bis zur Erschöpfung. Mehr ging nicht. Und dann fehlt die Aufmerksamkeit für derartige gestalterische Dinge, die eigentlich wichtiger sind!
(Vier Stunden hab ich gebraucht, um den Praxisraum wieder tauglich zu machen für den nächsten Tag.)

Nächstes Mal bin ich klüger... auch dank deinen wertvollen Anregungen. Danke dir!
Und einen angenehmen Abend noch!

die Videomaus




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