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Interview filmen - Aber wie?



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Frage von Filmemacher99:


Hallo liebes Forum,

ich hoffe, ich bin in diesem Bereich richtig... Sonst darf der Admin die Frage gerne in einen anderen verschieben!

Wahrscheinlich wurde das hier schon hundert Mal gefragt aber über die Forum-Suche habe ich leider nichts passendes gefunden.

Ich werde im Rahmen eines Filmprojekts ein Interview filmen, was einen großen Teil des Films einnehmen soll.

Da das ganze sehr lange dauert werde ich vom Stativ filmen und als Kameras werden zwei Nikon Spiegelreflexkameras verwendet.

Zur Tonaufnahme werden wahracheinlich win ZoomZoom im Glossar erklärt H1 + Røde Videomic Pro dienen, wenn diese denn geeignet sind?!
Wie soll ich den Ton am besten mit dem verfügbaren Equipment aufzeichnen?
Oder soll ich mir lieber "was anderes" leihen?

Welche Tipps zu Kameraeinstellung/Position/Perspektive könnt ihr mir geben? Und welche allgemeinen gestalterischen und technischen Tipps gibt es zu beachten?!
Soll ich zusätzliches Licht verwenden und wenn ja, welches und wie soll ich das positionieren?!
Lichtequipment besitze ich zwar keins, doch kann ich mir dies leihen.

Ich hoffe, das waren jetzt nicht zu viele Fragen auf einmal und ihr versteht mich!

Für ALLE allgemeinen, gestalterischen und technischen Tipps bin ich sehr dankbar!

Mit freundlichen Grüßen,

der Filmemacher99



Antwort von Pianist:

Das Mikrofon mittels Stativ über den Kopf des Interviewpartners bringen. Zur Ausleuchtung: Klassische Dreipunkt-Ausleuchtung mit FührungslichtFührungslicht im Glossar erklärt von der einen Seite, Aufhellung von der anderen Seite und einem Spitzlicht von schräg oben hinten. Leih Dir dafür am besten einen Lichtkoffer aus. Führungs- und Aufhell-Licht mit Diffusionsfolien weicher machen.

Wenn Du mit zwei Kameras arbeiten möchtest, dann sorge dafür, dass beide Kameras eine ausreichend unterschiedliche Einstellungsgröße aufnehmen, so dass Du jederzeit umschneiden kannst.

Und suche Dir auf jeden Fall eine schöne Örtlichkeit, also einen ausreichend großen Raum, der vielleicht eine relativ lange Sichtachse bietet und eine vernünftige Akustik hat.

Matthias



Antwort von Auf Achse:

Der Klassiker für Beleuchtungstips.

http://archiv.arri.de/infodown/light/br ... ersion.pdf

Grüße,
Auf Achse





Antwort von Ab-gedreht:

Achte bitte darauf das dein Interviewpartner immer zur gleichen Seite aus dem Bild schaut, und nicht in die Kamera.
Also wenn er auf Kamera A nach rechts schaut, dann bitte auch auf Kamera B. Sonst bist du über die Achse gehüpft.



Antwort von jk86:

Du solltest den Interviewpartner einige Tage vor dem Interview mal besuchen und dir die Umgebung, wo gedreht wird, anschauen. Aus Respekt vor seinem Terminkalender solltest du nämlich für alle Fälle vorsorgen und einen klaren Zeitplan haben, den du dem Interviewpartner vorher zukommen lässt.

Achte auf folgendes:
- Wie ist das Licht vor Ort? (Kannst du eventuell vorhandene Lichtquellen nutzen?)
- Wie ist die Tonsituation? (Lautes Großraumbüro, Klimaanlage, mucksmäuschenstill, hallig?)
- Ist genug Platz für mein Equipment?
- Mach dir eine grobe Skizze, was du wo hinstellst. Frag nach, ob es ok ist, wenn du den Ort etwas umgestaltest. (Die Topfpflanze muss in die andere Ecke, der Schreibtisch ist im Weg, die Klimaanlage muss ausgeschaltet werden, die Mehrfachsteckdosen müssen näher zur Kamera, Bilder abhängen...)

Für den Ton:
Nimm den Ton immer so nah am Interviewpartner wie möglich auf. Dafür ist ein Mikrostativ sinnvoll und ein ausreichend langes Kabel zum ZoomZoom im Glossar erklärt (ein Grund, warum XLRXLR im Glossar erklärt hier sinnvoller wäre als Klinke).

Mit meinem Dokuteam habe ich im Sommer ein Interview in einem Büro gedreht. Wir waren zwei Kameraleute, ich am Tonset, ein Interviewer und eine Person, die sich Dinge notiert, um dann - nach einer Pause - nochmal zu bestimmten Themen nachzuharken.

Nimm deine Crew am besten mit zur Location. Ihr merkt dann schnell, ob genug Platz für alle(s) ist.

Für den Ton hatte ich ein AKG C1000 III am Stativ, direkt neben dem Interviewer - ein Nierenmikro würde ich indoor einem Richtmikro immer vorziehen, wenn ihr es euch leisten könnt. (Dieses Mikro ist nicht teuer und klingt recht gut.) Ein Sennheiser ME66 aus ca. 2m Entfernung hat den Rest eingefangen. Am Ende habe ich beide Spuren gemischt, das Sennheiser hat den nötigen Druck und Fülle in die Stimme gebracht und das AKG die Sprachverständlichkeit.

Ein sommerlicher Starkregen hat dann dafür gesorgt, dass wir eine Drehpause machen mussten. Das kann natürlich nur der Mensch beurteilen, der den Ton macht und die Kopfhörer aufhat. Ich habe mich aus Zeitdruck dagegen entschieden und hatte dann viel Stress in der Nachbearbeitung. Sinnvoller wäre ein Nachdrehtermin gewesen.
Dann hatte der Kameramann ein technisches Problem mit seiner Kamera. Das kann natürlich auch nur er beurteilen, ob man dann pausiert oder nicht.

Für solche Fälle müsst ihr euch überlegen, wie ihr kommuniziert und ob und wie ihr dann weitermacht.

Unser Interviewpartner hat uns einige weiterführende Literatur vorgelegt. Nach dem Dreh haben wir davon noch kurz Aufnahmen und Fotos vom Impressum gemacht. Gut zur weiteren Recherche und für Zwischenschnitte, wenn auf bestimmte Theorien etc. eingegangen wird.

Ach ja, und beim Dreh: Handies aus! (Klimaanlage, Kühlschrank, Computer, alles was für störende Nebengeräusche sorgt).

Ich wünsche viel Spaß und wenig Stress!



Antwort von White42:

Ich habe mal für einen Kurzfilm in der Schule, wo auch ein Interview vorkam, das einfach nur mit der Handykamera gedreht. Das hatte aber auch Sinn gemacht, es hat so der Handlung des Films und dem Sinn dieser Szene gepasst. Muss natürlich nicht extra sagen, dass es qualitativ nicht ansprechend war, aber ich habe es ja durch künstlerische Freiheit verkaufen können... ;)



Antwort von srone:

Da das ganze sehr lange dauert werde ich vom Stativ filmen und als Kameras werden zwei Nikon Spiegelreflexkameras verwendet.

dir ist aber schon klar, daß selbige eine begrenzte aufnahmezeit (unabhängig von der speicherkartengrösse) haben?

also interviewpause(n) einplanen. ;-)

lg

srone



Antwort von Chrompower:

Und nicht vergessen nach jeder Pause wieder sichtbar zu klatschen, damit du den Ton danach leichter synchronisieren kannst. (Außer du hast ein Programm was das für dich erledigt)



Antwort von Lutz Dieckmann:

Hi,

vielleicht hilft Dir für die zukünftigen Interviews auch mein Tutorial zum Thema Interviewlicht:http://hd-trainings.de/tutorial37.html

Liebe Grüße
Lutz Dieckmann



Antwort von marwie:

Lose ein paar, auch inhaltliche, Tipps aus eigner Erfahrung:

- Gebt im Vorfeld die genauen Fragen nicht bekannt (oder verwendet abgewendete, falls der Interviewte darauf bestehen sollte), sondern nur Stichwörter, sonst lernen die Leute Sätze auswendig, ganz schlimm...

- Falls der Interviewte ungeübt ist, fangt mit einfachen Fragen zur Auflockerung an und lasst diese bei Bedarf am Schluss nochmals wiederholen, kommt dann meist lockerer rüber. (Ihr könnt die Person auch sich selber vorstellen lassen, ob ihr das verwenden wollt oder nicht, könnt ihr dann ja immer noch später entscheiden).

- Führt ein Vorgespräch ohne Aufnahme, gerade falls sich der Interviewte und der Interviewer vorher noch nicht gesehen haben, hilft das die Stimmung etwas zu lockern.

- Falls die Person zu nervös ist und es nicht bessert, macht mal eine Pause und dreht dann zuerst mal Schnittbilder. Der Interviewte soll dabei erklären, was er gerade tut, so werden die Leute meist lockerer. (geht aber halt nicht bei allen Themengebieten gleich gut)

- Achtet drauf, dass sie Antworten nicht zu lange und verschachtelte Sätze enthält, die lassen sicht schlecht schneiden... Falls sollte Sätze vorkomme, besser die Anftwort nochmals zusammengefasst sagen lassen. (meist fassen sich die Leute beim 2. mal automatisch kürzer)

- Falls die Fragen nicht hörbar sein sollten, ist es natürlich wichtig, dass der Interviewte die Frage in die Antwort verpackt, sonst kommt man in Teufels Küche.
Am besten auch schon vorher festlegen, ob es einen zusätzlichen Offtext geben soll oder nicht.

- Entscheidung Offtext oder nicht: Einerseits ist es ein Stilmittel, anderseits hängt es auch davon ab, wie gut der Interviewte spricht und / oder ob ein guter Offtext Sprecher vorhanden ist. (Ein guter Sprecher kann einen Film bereichern, ein schlechter aber auch den Film zerstören...).
Ich weiss aber nicht, was das genau werden soll, bei einem Schulprojekt etwa wäre ein professioneller Sprecher natürlich overkill und würde eher merkwürdig klingen, bei einem komerziellen Projekt sollte der Sprecher aber schon gut sein.

- Immer genügend Schnittbilder drehen, am besten natürlich solche, die mit dem Thema was zu tun haben. Entweder macht jemand während dem Interview Notizen, oder sonst hört euch das interview nochmals an und dreht dann die Schnittbilder (je nach dem muss man die halt auch wo anders drehen). Zur Sicherheit könnt ihr auch ein paar generische Schnittbilder drehen, also so Dinge wie das beliebte "Buch aus dem Regal holen" oder "am PC Arbeiten", je nach dem, was die Person halt so üblicherweise machen könnte... Aber ich würde solche Schnittbilder nur sparsam verwenden wenns nicht anders geht (aber IMHO immer noch besser als weisse Blitzer einfügen...).
Mit 2 Kameras könnt ihr natürlich gut umschneiden, aber immer geht es auch nicht gut, va. wenn eine Person zu beginn einer Antwort noch ruhig da sitzt und mit der Zeit immer wilder gestikuliert.. (oder umgekehrt). Da können dann Schnittbilder die bessere Lösung sein.

- Der Hintergrund sollte ansprechend sein, aber auch nicht ablenkend, mit DSLR kann man ihn natürlich gut unscharf werden lassen. Aber übertreibt es nicht mit der Unschärfe, das sieht dann auch merkwürdig aus, wenn man gar nichts mehr erkennen kann und es besteht die Gefahr, dass der Interviewte unscharf wird, wenn er sich zu sehr bewegt...

- Je nach Länge des Films kann es sinvoll sein, mal die Location zu wechseln, könnte etwas abwechslung reinbringen. Aber das ist natürlich davon abhängig, was sonst noch alles in den Film rein kommt.

- Wie schon erwähnt wurde, ist der Ton genau so, wenn nicht noch wichtiger als das Bild, aber dazu wurde schon genügend geschrieben. Nur ein kleiner Tipp dazu: am besten jemand vor Ort haben, der sich nur auf den Ton konzentriert (und nicht noch auf den Inhalt oder das Bild), so fallen Probleme wie Lüftung, raschelnde Kleidung etc. schneller auf.



Antwort von White42:

Der Klassiker für Beleuchtungstips.

http://archiv.arri.de/infodown/light/broch/ARRILightingHandbook-GermanVersion.pdf

Grüße,
Auf Achse

Gibt es mittlerweile nicht auch Handys mit besonderen Blitzen? Bzw. weiß einer was davon inwiefern man mit dem Blitz spielen kann? da gibts doch sicherlich später mal richtige erfindungen, Blitze blitzen ja mittlerweile erst kurz auf und dann nochmal länger, in diese Richtung meine ich :-)



Antwort von Auf Achse:

Tut mir leid, ich hab nicht verstanden was du meinst. Vielleicht formulierst du deine Frage nochmals?

Danke + Grüße,
Auf Achse



Antwort von Chrigu:

beispiele bei youtube ansehen. es gibt tonnenweise interviews mit groben fehler, beleuchtungs-desaster, coloring-Katastrophen, schnitt-malörs und ton-unzulänglichkeiten...

du solltest schon VOR der eigentlichen interview-session die kamera, licht und ton im griff haben (erfahrung mit Equipment), sowie Vorstellungen von essenziellen grundlagen über dynamik beim filmen und mehrkamera-abgleich gesammelt haben. sonst wirds recht schwer, das interview in der post zu retten.




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